SPANNSCHLOSS FÜR KABELZUG
Die Erfindung betrifft ein Spannschloß für einen Kabelzug, mit einem Gehäuse und zwei miteinander in Gewindeeingriff stehenden Gewindeteilen, deren erstes ein drehfest und axial verschiebbar in dem Gehäuse geführter Gewindebolzen ist, der eine Ausnehmung zum Einhaken des Kabelzuges aufweist, während das zweite Gewindeteil axialfest und drehbar in dem Gehäuse gehalten ist und eine Drehhandhabe aufweist.
Solche Spannschlösser dienen dazu, eine Drehbewegung, z. B. eines an dem Spannschloß angebrachten Handrades, in eine Zugbewegung eines Kabel- oder Seilzuges oder gegebenenfalls auch in eine Schubbewegung des Innenkabels eines Bowdenzuges umzusetzen.
Ein bekanntes Spannschloß dieser Art (DE-C-43 21 985) weist ein im wesentlichen zylindrisches Gehäuse auf, das starr an einem Gestell zu befestigen ist und an einem Ende eine Aufnahme für das Außenkabel des Bowdenzuges sowie eine Öffnung in der Mantelfläche aufweist, durch die das verdickte Ende des Innenkabels des Bowdenzuges eingeführt werden kann. Ein Gewindebolzen ist dreh- fest und axial verschiebbar in dem Gehäuse geführt und weist an einem Ende eine Ausnehmung auf, die mit der Öffnung im Mantel des Gehäuses zur Deckung gebracht werden kann, so daß das Innenkabel in dieser Ausnehmung eingehakt werden kann. Der Gewindebolzen steht mit einer Mutter in Gewindeeingriff, die drehbar und axialfest in dem Gehäuse gehalten ist und außerhalb des Gehäuses eine Drehhandhabe aufweist, auf die beispielsweise das Handrad aufgekeilt werden kann. Durch Drehen des Handrades läßt sich somit der Gewindebolzen axial in dem Gehäuse verstellen, so daß ein Zug auf das Innenkabel des Bowdenzuges ausgeübt werden kann.
Bei diesem Spannschloß schließt sich an den Gewindeabschnitt des Gewindebolzens axial ein Fortsatz an, in dem die Ausnehmung für den Kabelzug ausgebildet ist. Hierdurch ergibt sich insgesamt eine relativ große axiale Baulänge, so daß es unter Umständen schwierig ist, das Spannschloß in der gewünschten Position einzubauen.
EP-C- 0 774 590 beschreibt ein Spannschloß, bei dem die seitliche Ausnehmung für den Kabelzug in den Gewindeabschnitt des Bolzens verlegt ist, so daß die
Mutter über diese Ausnehmung hinweggeschraubt werden kann. Dadurch wird eine Verkürzung der Baulänge erreicht. Da jedoch das verdickete Ende des Kabelzuges nach wie vor von der Seite her in den Gewindebolzen eingeführt werden muß, ergeben sich Beschränkungen hinsichtlich der konstruktiven Gestaltung des Gehäuses des Spannschlosses und hinsichtlich der Einbauposition, wenn der Kabelzug erst nach dem Einbau des Spannschlosses eingehakt werden soll.
Aufgabe der Erfindung ist es ein kleinbauendes Spannschloß zu schaffen, bei dem sich der Kabelzug einfacher einhaken läßt. <
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Ausnehmung für den Kabelzug zur Stirnseite des Gewindebolzens offen ist, so daß ein verdicktes Ende des Kabelzuges von der Stirnseite her einführbar ist, und daj3 die Ausnehmung im Inneren eine Schulter aufweist, an welcher das verdickte Ende in einer gegenüber der Einführstellung verlagerten Stellung zugfest verriegelbar ist.
Bei dieser Lösung braucht somit das Spannschloß beim Einhaken des Kabelzuges nur von der Stirnseite her zugänglich zu sein, so daß ein sehr kompakter Aufbau des Spannschlosses selbst sowie ein Einbau unter beengten Nerhältnis- sen ermöglicht wird, ohne daj3 das Einhängen des Kabelzuges behindert wird. Der Kabelzug wird mit seinem verdickten Ende von der Stirnseite her in den Gewindebolzen des Spannschlosses eingeführt, und dann wird das verdickte Ende so verlagert, da_ß es hinter die innere Schulter des Gewindebolzens greift und somit eine zugfeste Verbindung zwischen dem Kabelzug und dem Gewindebolzen hergestellt wird.
Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die Verlagerung des verdickten Endes des Kabelzuges, mit der die Verriegelung an der Schulter bewirkt wird, besteht vorzugsweise in einer Drehung. Die Mündung der Ausnehmung in der Stirnseite des Gewindebolzens hat dann beispielsweise die Form eines Schlüsselloches, so daß sich das verdickte, beispielsweise wie ein Hammerkopf ausgebildete Ende des Kabelzuges in einer bestimmten Winkelorientierung einführen läßt. Anschließend wird der Kabelzug so um seine
Längsachse gedreht, daß der Hammerkopf hinter die Schulter greift.
Die Innenfläche der Ausnehmung ist vorzugsweise so gestaltet, daß sie eine Sperre bildet, die ein Abrutschen des verdickten Endes des Kabelzuges von der Schulter verhindert.
Weiterhin können in der Ausnehmung Führungskonturen vorgesehen sein, die beim Einführen des verdickten Endes des Kabelzuges automtisch die Drehung oder, allgemeiner, die Verlagerung desselben bewirken. Wahlweise kann diese Verlagerung sowie auch die Sperrfunktion auch durch Blattfedern bewirkt werden, die das verdickte Ende beim Einführen in die Verriegelungsposition ablenken und es dann unter Spannung in der Verriegelungsposition halten.
Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht des Spannschlosses;
Fig. 2 eine Stirnansicht des Spannschlosses von links in Figur 1;
Fig. 3 einen axialen Schnitt durch das Spannschloß sowie einen darin aufgenommenen Gewindebolzen;
Fig 4 einen Teilschnitt durch den Gewindebolzen und das Gehäuse des
Spannschlosses;
Fig. 5 einen vergrößeten Schnitt entsprechend Figur 4, während des Ein- hakens eines Kabelzuges;
Fig. 6 den Kabelzug und das Spannschloß im eingehakten und gespannten Zustand;
Fig. 7 den Gewindebolzen des Spannschlosses gemäß einer anderen Ausführungsform; und
Fig. 8 eine Stirnansicht des Gewindebolzens von links in Figur 7.
Das in Figuren 1 und 2 in seiner Gesamtheit gezeigte Spannschloß 10 weist ein zylindrisches Gehäuse 12 aus Kunststoff auf, das an einem Ende mit zwei radial vorspringenden, einander diametral gegenüberliegenden Befestigungsflanschen 14 versehen ist. Am diesem Ende weist das Gehäuse 12 ein Plateau 16 auf, das eine Tülle 18 zur Abstützung des Außenkabels eines nicht gezeigten Bowdenzuges bildet. In der Tülle 18 ist stirnseitig eine schlüssellochförmige Öffnung 20 ausgebildet, die es gestattet, das hammerförmig verdickte Ende eines Innenka- bels des Bowdenzuges in das Innere des Gehäuses 12 einzuführen.
In das andere Ende des Gehäuses 12 ist eine Mutter 22 so eingerastet, daß sie in dem Gehäuse 12 drehbar ist, aber in Axialrichtung in einer definierten Position gehalten wird (Figur 3). Die Mutter 22 ist in einer diametralen Teilungsflä- ehe 24 in zwei identische Halbschalen 26 unterteilt, die aus Kunststoff gespritzt werden können. Auf dem Umfang der Mutter 22 sind Keilnuten 28 für ein nicht gezeigtes Handrad oder eine vergleichbare Drehhandhabe vorgesehensehen.
Längs der Umfangswand des Gehäuses 12 sind zwei einander diametral gegenü- berliegende radiale Ausstülpungen 30 angeordnet, die' im Inneren des Gehäuses Führungskanäle 32 zur Verdrehsicherung und Axialführung eines Gewindebolzens 34 (Figur 3) bilden. Der Gewindebolzen 34 ist ebenfalls aus Kunststoff hergestellt und weist an einem Ende zwei radial vorspringende, einander diametral gegenüberliegende Nocken 36 auf, die in die erwähnten Führungsnuten 32 in den Ausstülpungen 30 des Gehäuses eingreifen.
Wie aus der Schnittdarstellung in Figur 4 hervorgeht, ist in der Stirnfläche des Gewindbolzens 34 ist eine schlüssellochförmige Ausnehmung 38 ausgebildet, die in ihrer Form der Öffnung 20 des Gehäuses 12 entspricht. Wie Figur 2 zeigt hat die Öffnung 20 die Querschnittsform eines Kreises mit zwei einander diametral gegenüberliegenden Erweiterungen 40. Dementsprechend bildet auch die Ausnehmung 38 des Gewindebolzens zwei axial verlaufende Kanäle 42, die diesen Erweiterungen entsprechen. Weiter im Inneren des Gewindebolzens ist die Ausnehmung 38 zu Taschen 44 erweitert, die sich in Umfangsrichtung an die Kanäle 42 anschließen und sich jeweils über einen Umfangswinkel von etwa 90° erstrecken. Eine Wand jedes Kanals 42 bildet eine Führungskontur 46, die bogenförmig zum hinteren Ende der sich an diesen Kanal anschließenden Tasche
44 verläuft. Die andere Wand des Kanals 42 springt unter Bildung einer Nase 48 zum vorderen Ende der Tasche 44 zurück und endet dort in einer Schulter 50, die parallel zur Stirnwand des Gewindebolzens verläuft.
Figur 5 illustriert die Situation, in der ein Ende eines Kabelzuges 52, beispielsweise das Innenkabel eines Bowdenzuges, durch die Öffnung 20 in die Ausnehmung 38 des Gewindebolzens eingeführt wird. Am Ende des Kabelzuges 52 ist eine hammerkopfartige Verdickung 54 ausgebildet, die mit ihren vorspringenden Enden beim Erführen des Kabelzuges zunächst in die Erweiterungen 40 der Öff- nung 20 und dann in die Kanäle 42 der Ausnehmung 38 eingreift und darin geführt wird. Beim weiteren Einschieben des Kabelzuges läuft die Verdickung 54 auf die Führungskonturen 46 auf, so daß die Verdickung um etwa 90° gedreht wird und dann mit ihren Enden in den Taschen 44 liegt. Wenn der Kabelzug 52 dann etwas zurückgezogen wird, legt sich die Verdickung 54 an die Schultern 50, so daß der Kabelzug 52 formschlüssig hinter den Schultern 50 verriegelt wird. Die Nasen 48 verhindern, daß die Verdickung 54 von den Schultern 50 abrutscht.
Wenn dann die Mutter 22 gedreht wird, verlagert sich der Gewindebolzen 34, der drehfest im Gehäuse 12 gehalten ist, axial in dem Gehäuse 12, so daß über die Verdickung 54 ein Zug auf den Kabelzug 12 ausgeübt wird, wie in Figur 6 gezeigt ist. Das nicht gezeigte Außenkabel des Bowdenzuges stützt sich dabei an der Tülle 18 ab, so daß über den Bowdenzug eine Betätigungskraft auf ein zu betätigendes Organ übertragen werden kann.
Figuren 7 und 8 zeigen einen Gewindebolzen 56 für ein Spannschloß gemäß einem abgewandelten Ausführungsbeispiel. Hier ist die Ausnehmung 38 durchgehend auf der gesamten Länge des Gewindebolzens ausgebildet, und die Schultern 50 liegen am Grund von axialen Nuten 58, die gegenüber den axialen Kanä- len 42 um 90° winkelversetzt, jedoch durch Stege 60 von diesen getrennt sind. Die Stege 60 enden jeweils in Abstand zum hinteren Ende der Ausnehmung 38. An die Wände der Kanäle 42 sind hier Blattfedern 62 angespritzt, die die Enden der Verdickung 54 in die Nuten 58 ablenken.
Bei diesem Ausführungsbeispiel verhindert die große axiale Länge der Nuten 58, daß die Verdickung 54 von den Schultern 50 abrutscht, wenn die Spannung des Kabelzuges etwas nachgelassen wird. Die Verdickung kann nur dann wieder aus
den Nuten 58 austreten, wenn der Kabelzug so weit eingeschoben wird, daß die Verdickung hinter den Enden der Stege 60 wieder in die Kanäle 42 eintreten kann. Wenn der Kabelzug aus dem Gewindebolzen 56 gelöst werden soll, muß außerdem durch ein auf den relativ torsionssteifen Kabelzug ausgeübtes Drehmoment die Kraft der Blattfedern 62 überwunden werden.
In einer modifizierten, nicht gezeigten Ausführungsform können die Stege 60 auch zu Nasen entsprechend den Nasen 48 in Figur 4 verkürzt oder ganz fortgelassen werden. In diesem Fall wird ein Abrutschen der Verdickung des Kabelzu- ges von den Schultern 50 allein durch die Wirkung der Blattfedern 62 verhindert, die dann ständig mit der Verdickung in Anlage sind, wenn diese an den Schultern 50 anliegt.