Beschreibung
Schaltung und Verfahren zur Crestfaktor-Reduzierung
Die Erfindung betrifft eine Schaltung und ein Verfahren zur Crestfaktor-Reduzierung eines zu sendenden Datensymbols in einem Mehrträger-Datenübertragungssystem, bei dem das zu sendende Datensymbol eine Funktion einer Vielzahl von innerhalb eines vorgegebenen Zeitintervalls vorgesehener Signale ist und jedes dieser Signale einem Träger zugeordnet ist, wobei jeder Träger jeweils mindestens eine Frequenz aus einem Sendedatenspektrum belegt, wobei zumindest ein Träger reserviert ist, der nicht für die Datenübertragung vorgesehen ist.
In der modernen Telekommunikation spielt die hochbitratige Datenübertragung auf einer Teilnehmerleitung eine zunehmend größere Rolle, insbesondere deshalb, da man sich von ihr eine größer nutzbare Bandbreite der zu übertragenden Daten kombiniert mit einer bidirektionalen Datenkommunikation ver- spricht.
Eine Technik, die in jüngster Zeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die sogenannte Mehrträger-Datenübertragung, die auch als "Multi-Carrier" -Übertragung, als „Discrete Multitone (DMT) " Übertragung oder als „Orthogonal Frequency Division
Multiplexing (OFDM) " Übertragung bekannt ist. Eine solche Datenübertragung wird beispielsweise bei leitergebundenen Systemen, aber auch im Funkbereich, für Broadcast-Systeme und für den Zugang zu Datennetzen verwendet. Solche Systeme zur Übertragung von Daten mit Mehrträgerübertragung verwenden eine Vielzahl von Trägerfrequenzen, wobei für die Datenübertragung der zu übertragende Datenstrom in viele parallele Teil- strö e zerlegt wird, welche im Frequenzmultiplex unabhängig voneinander übertragen werden. Diese Teilströme werden auch als Einzelträger bezeichnet.
Ein Vertreter der Mehrträger-Datenübertragung ist die ADSL- Technik, wobei ADSL für „Asymmetrie Digital Subscriber Line" steht. Mit ADSL ist eine Technik bezeichnet, die die Übertragung eines hochbitratigen Bitstromes von einer Zentrale zum Teilnehmer und eines niederbitratigen, vom Teilnehmer zu einer Zentrale führenden Bitstromes erlaubt. Bei dieser Technik wird die Telekommunikationsleitung in zumindest einen Kanal für herkömmliche Telefondienste (also Sprachübertragung) und mindestens einen weiteren Kanal für die Datenübertragung un- terteilt.
Wenngleich bereits sehr viele Probleme bei solchen Mehrträger-Datenübertragungssystemen wie ADSL gelöst sind, bleiben immer noch einige Probleme ungelöst .
Ein mit dieser Mehrträger-Datenübertragung einher gehendes Problem ergibt sich dadurch, dass infolge der Überlagerung sehr vieler Einzelträger sich diese kurzzeitig zu sehr hohen Spitzenwerten aufaddieren können. Das Verhältnis von Spitzen- wert zu Effektivwert wird als Crestfaktor, sein Quadrat als
PAR (Peak to Average Ratio) bezeichnet. Speziell bei Mehrträgersystemen wie ADSL kann der Crestfaktor sehr groß - zum Beispiel größer als 6 - werden. Auch wenn diese Spitzenwerte in der sich daraus ergebenden Amplitude sehr selten und typi- scherweise nur für sehr kurze Zeitdauern vorhanden sind, stellen sie einen großen Nachteil der Mehrträger-Datenübertragung dar.
Ein großer Crestfaktor verursacht verschiedene Probleme im Gesamtsystem der Datenübertragung:
Die maximal mögliche Aussteuerung der Digital/Analog-Wandler und der analogen Schaltungsteile, zum Beispiel Filter und Leitungstreiber, müssen in ihrem Aussteuerbereich und ihrer Dynamik bzw. Auflösung für die maximal vorkommenden Spitzenwerte ausgelegt sein. Das bedeutet, diese Schaltungsteile müssen wesentlich größer dimensioniert sein, als die effekti-
ve Aussteuerung. Dies geht mit einer entsprechend hohen Betriebsspannung einher, was unmittelbar auch zu einer hohen Verlustleistung führt. Speziell bei Leitungstreibern, die im Allgemeinen eine nicht zu vernachlässigende Nichtlinearität aufweisen, führt dies zu einer Verzerrung des zu sendenden Signals.
Ein weiteres Problem der Datenübertragung bei hohen Crestfak- toren besteht darin, dass ein sehr hoher Spitzenwert im Sen- designal die maximal mögliche Aussteuerung überschreiten kann. In diesem Falle setzt eine Begrenzung des Sendesignals ein - man spricht hier von einem Clipping. In diesen Fällen repräsentiert das Sendesignal aber nicht mehr die ursprüngliche Sendesignalfolge, so dass es zu Übertragungsfehlern kommt .
Aus diesem Grunde besteht bei Mehrträger-Datenübertragungs- systemen der Bedarf, solche Spitzenwerte weitestgehend zu unterdrücken oder zu vermeiden. Dieses Problem ist in der Lite- ratur unter dem Begriff Crestfaktor-Reduzierung oder auch
PAR-Reduzierung bekannt. Es existieren hier mehrere Lösungsansätze zur Reduzierung des Crestfaktors :
Bei einem bekannten Verfahren werden einige Träger oder Trä- gerfrequenzen aus dem Mehrträger-Datenübertragungssystem reserviert (typischerweise etwa 5% des Spektrums) . Aus diesen reservierten Trägern wird eine Funktion im Zeitbereich mit möglichst hohem, zeitlich schmalen Spitzenwert erzeugt, die das Korrektursignal bzw. den sogenannten Kernel bildet. Ite- rativ wird dieser Kernel, der lediglich die reservierten Träger belegt, mit einem Amplitudenfaktor gewichtet, der proportional der Differenz von maximalem Spitzenwert und gewünschtem Maximalwert ist, und im Zeitbereich vom Sendesignal subtrahiert. Dabei wird der Kernel an die Stelle des entspre- chenden Spitzenwertes des Sendesignals, der für den überhöhten Crestfaktor verantwortlich ist, zyklisch verschoben. Der Verschiebungssatz der DFT-Transformation stellt sicher, dass
auch nach der Verschiebung nur die reservierten Träger belegt werden. Eine Überabtastung des zu sendenden Datensignals ist hier nicht vorgesehen.
In der internationalen Patentanmeldung WO 03/026240 A2 ist ein auf dem vorstehend beschriebenen Verfahren aufbauendes Verfahren beschrieben, bei dem Spitzenwerte im zu sendenden Zeitsignal, die für einen zu hohen Crestfaktor verantwortlich sind, durch iterative Berechnung des Korrektursignals redu- ziert werden. Dabei findet eine Überabtastung des Eingangssignals sowie eine Modellierung der der Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung nachgeschalteten Filter statt, um dadurch eine optimale Crestfaktor-Reduzierung und damit eine hohe Qualität der Datenübertragung zu gewährleisten.
Die oben beschriebenen Verfahren bauen auf der Existenz, Manipulation und iterativer Anwendung von Korrektursignalen im Zeitbereich - den sogenannten Kernels - auf. Diese Verfahren arbeiten lediglich im Zeitbereich und sind daher durch ihre Schnelligkeit und geringe Komplexität gekennzeichnet.
Das in der WO 03/026240 A2 beschriebene Verfahren sieht vor, dass für das sichere Erkennen von Spitzenwerten zwischen Abtastwerten des zu sendenden Datensignals eine möglichst hohe Abtastung, zumindest aber eine 4-fache Überabtastung des Datensignals vorgenommen wird, um eine möglichst gute Crestfak- tor-Reduzierung zu erhalten. Mit zunehmender Überabtastung steigt allerdings die Komplexität der Schaltung zur Crestfak- tor-Reduzierung, die nötig ist, um die entsprechende Leis- tungsfähigkeit und Schnelligkeit bei der Signalbearbeitung gegenüber einem Verfahren ohne Überabtastung zu gewährleisten.
Das in der WO 03/026240 A2 beschriebene Verfahren sieht fer- ner vor, dass für die Crestfaktor-Reduzierung im Falle einer L- fachen Überabtastung im Modellzweig ein Satz von L zeitlich verschobenen Musterkorrekturfunktionen in einem Speicher ab-
gelegt sind. Dies ist daher erforderlich, da durch die Kombination von Überabtastung und Filterung bei einer Zeitverschiebung im überabgetasteten Raster zu einem gewissen Anteil sogenannte AIiasing-Komponenten die Musterkorrekturfunktionen verfälschen. Diese Aliasing-Komponenten sind unerwünscht, da Sie dazu führen, dass die L Musterkorrekturfunktionen in ihrer Form nicht exakt übereinstimmen und sich nicht durch eine zyklische Zeitverschiebung ineinander überführen lassen. Parallel zu dem Satz von L Musterkorrektursignalen im Modell- pfad wird auch ein entsprechender Satz von korrespondierenden, nicht überabgetasteten Musterkorrektursignalen für die Operationen im tatsächlichen Signalpfad benötigt. Durch das eben beschriebene L- fache Überabtasten des zu sendenden Datensignals im Modellpfad wird zwar die Crestfaktor- Reduzierung und damit die Qualität der Datenübertragung verbessert, jedoch erfordert dies einen schaltungstechnischen Zusatzaufwand, der für viele Anwendungen nicht gerechtfertigt ist .
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung anzugeben, die sich durch eine möglichst geringe Komplexität bei gleichzeitig hoher Leistungsfähigkeit auszeichnen und dennoch eine möglichst optimale Crestfaktor-Reduzierung ge- währleisten.
Erfindungsgemäß werden diese Aufgaben durch eine Schaltung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, ein Multi-Mode-Modem mit den Merkmalen des Anspruchs 8 sowie zwei Verfahren mit den Merkmalen der Patentansprüche 9 und 12 gelöst.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass ein 2 -fache Überabtastung einen annehmbaren Kompromiss zwischen Komplexität und Leistungsf higkeit darstellt, bei dem mit hinreichender Sicherheit Spitzenwerte zwischen den einzelnen Abtastwerten detektiert werden können und bei dem der dafür erforderliche schaltungstechnische Aufwand auf ein
Mindestmaß reduziert werden kann. Eine Mindestüberabtastung mit dem Faktor vier (L = 4) , wie es in der WO 03/026240 A2 beschrieben ist, ist daher nicht notwendigerweise erforderlich, was zu einer Reduzierung der Komplexität bei gleicher Leistungsfähigkeit führt.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich insbesondere auf Mehrträger-Datenübertragungssysteme nach dem ADSL- bzw. nach dem ADSL+-Standard. Im Falle einer ADSL-Datenübertragung wird ei- ne Abtastfrequenz von 2,208 MHz und im Falle einer ADSL+-
Datenübertragung eine Abtastfrequenz von 4,416 MHz verwendet. Im Gegensatz zu ADSL wird bei ADSL+ eine nicht-flache PSD- Maske (PSD = Power Spectral Density) verwendet. Bei dieser nicht-flachen PSD-Maske im Falle von ADSL+ ist die Sendeleis- tung in der oberen Hälfte des Sendebandes um bis zu 20 dB gegenüber der Sendleistung der unteren Hälfte des Sendebandes untergewichtet . Damit besitzt ein zu sendendes Datensignal mit einem nicht-flachen Leistungssignalspektrum, wie es beispielsweise bei einer ADSL+-Datenübertragung verwendet wird, nahezu die gleichen Eigenschaften wie ein 2-fach überabgetastetes Signal bei Verwendung eines flachen PSD- Leistungsspektrums . Zusätzlich wird durch die Dämpfung im o- beren Frequenzbereich der Einfluss des bandbegrenzenden Tiefpasses auf den Crestfaktor des zu sendenden Datensignals ver- mindert.
Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht nun darin, dass im Gegensatz zu der in der allgemeinen Fachwelt bislang geltenden Meinung auf eine Überabtastung im Fal- le einer ADSL+-Datenübertragung verzichtet werden kann, da das Sendesignal im Falle von ADSL+ ohnehin die Eigenschaften eines 2-fach überabgetasteten Signals aufweist. Dies reduziert die Komplexität der gesamten Schaltung zur Crestfaktor- Reduzierung bei gleicher Leistungsfähigkeit ganz erheblich. Das entsprechende senderseitige Modem für die ADSL+-
Datenübertragung lässt sich damit im Vergleich zu einem sol-
chen Modem, welches für eine 4-fache Überabtastung des Sendesignals ausgelegt ist, erheblich kostengünstiger herstellen.
In einer sehr vorteilhaften Ausgestaltung lassen sich soge- nannte Multi-Mode-Modems realisieren, die sowohl für einen ADSL-Betrieb als auch einen ADSL+-Betrieb ausgelegt sind. Im Falle von ADSL ist hier eine 2-fache Überabtastung und im Falle von ADSL+ ist keine Überabtastung vorgesehen. Der besondere Vorteil dieser Ausgestaltung besteht darin, dass der Modellzweig der Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung auf eine einzige, feste Abtastrate ausgelegt werden kann. Vorteilhafterweise lässt sich das dem Überabtastblock nachgeschaltete Modellfilter eine einzige Abtastrate einstellen und modifizieren.
In einer weiteren Ausgestaltung kann auch vorgesehen sein, dass gleiche Filter mit gleichen Filterkoeffizienten vorgesehen sind. Ein Zusatzaufwand zur Einstellung und Anpassung der Filterkoeffizienten dieses Modellfilters wäre hier nicht er- forderlich. Dadurch sinkt der Implementierungsaufwand hier zusätzlich. Dies reduziert den Aufwand für die Implementierung eines solchen Multi-Mode-Modems erheblich.
Die Reduzierung der Überabtastung von vier auf zwei im Falle von ADSL und der Verzicht auf eine Überabtastung im Falle von ADSL+ ermöglicht ferner den Betrieb mit reduzierter Taktrate. Dadurch weist der für die Abspeicherung der Musterkorrektursignale erforderliche Speicher auch eine entsprechend reduzierte Speichergröße auf, da lediglich eine entsprechend der Reduzierung der Abtastrate reduzierte Anzahl von Musterkorrektursignalen im Speicher abgelegt werden müssen.
Eine weitere Einsparung erhält man, wenn für den Modellzweig anstelle einer der Überabtastung (L) entsprechenden Anzahl an Musterkorrektursignalen lediglich ein einziges Musterkorrektursignal im Speicher abgelegt wird. Aus diesem abgespeicherten Musterkorrektursignal werden die übrigen Musterkorrektur-
Signale (L-l) mittels zyklischer Zeitverschiebung und Skalierung im Zeitbereich abgeleitet. Auf diese Weise kann der gesamte Speicheraufwand etwa um den Faktor der Überabtastung (L) reduziert werden.
Diese Vorgehensweise stellt lediglich eine Approximation für die L-l derart abgeleiteten Musterkorrektursignale dar. Um einen Fehler bei der Crestfaktor-Reduzierung auf ein Mindestmaß zu reduzieren, werden vorteilhafter Weise solche dirac- ähnlichen Musterkorrekturfunktionen für die Crestfaktor-
Reduzierung verwendet, deren zeitverschobene Varianten möglichst ähnlich zueinander sind, das heißt, bei denen Alia- sing-Effekte aufgrund einer Verschiebung vernachlässigbar gering sind. Dadurch kann ohne eine Reduzierung der Leistungs- fähigkeit bei der Datenübertragung der Speicheraufwand im Modellzweig und somit auch der gesamten Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung auf ein Mindestmaß reduziert werden.
In Kombination mit einer festen Abtastrate für den Modell- zweig ergibt sich hier eine weitere Vereinfachung für Multi- Mode-Modems, die sowohl für eine ADSL- als auch eine ADSL+- Datenübertragung ausgelegt sind. Vorteilhafter Weise ergibt sich hier ein konstanter Speicherbedarf, da sowohl der ADSL- Modus wie auch der ADSL+-Modus für die iterative Behandlung des Datensignals im Modellzweig nur noch jeweils eine einzige Musterkorrekturfunktion konstanter Länge (zum Beispiel 2*512) benötigen. Für die iterative Behandlung im Signalpfad benötigt der ADSL-Modus zwei Musterkorrekturfunktionen der Länge 512 bzw. der ADSL+-Modus benötigt lediglich eine Musterkor- rekturfunktion der Länge 1024. Dabei ist mit 512 und 1024 die Anzahl der jeweiligen Träger innerhalb des vorgegebenen Rahmens des Datensignals bezeichnet .
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind den Un- teransprüchen sowie der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnung entnehmbar.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigt dabei:
Figur 1 eine stark vereinfachte Darstellung einer PSD-Maske im Falle einer ADSL-Datenübertragung (a) und im Falle einer ADSL+-Datenübertragung (b) ;
Figur 2 ein Blockschaltbild eines ersten Ausführungsbei- spiels der erfindungsgemäßen Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung für einen ADSL+-Betrieb;
Figur 3 ein Blockschaltbild eines zweiten, besonders bevorzugten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung für ein Multi -
Mode-Modem.
In allen Figuren der Zeichnung sind gleiche bzw. funktions- gleiche Elemente und Signale - sofern nichts anderes angege- ben ist - gleich bezeichnet worden.
Figur 1 zeigt qualitativ zwei PSD-Maske, wie sie beispielsweise bei einer bekannten ADSL-Datenübertragung (a) und ADSL+-Datenübertragung (b) verwendet werden. PSD (= Power Spectral Density) bezeichnet dabei die maximal zugelassene spektrale Leistungsdichte des Sendesignals, welche durch einen entsprechenden Standard definiert ist.
Bei der PSD-Maske 21 für die ADSL-Datenübertragung werden mehrere Trägerfrequenzen im Bereich von fO bis fl für die Datenübertragung verwendet . Es handelt sich hier um eine flache PSD-Maske 21, da die Sendeleistung auf allen Trägerfrequenzen auf einen konstanten Wert normiert sind. Wenngleich eine Datenübertragung nach dem ADSL-Standard eine flache PSD-Maske 21 aufweist, ist dies nicht notwendigerweise bei allen, auf Multiträgern basierenden Datenübertragungssystemen der Fall. Insbesondere bei der ADSL+-Datenübertragung wird eine nicht-
flache PSD-Maske 22 verwendet (siehe Figur 1 (b) )-. Im Unterschied zu der ADSL-PSD-Maske 21 ist hier die Übertragungsbandbreite auf Frequenzen f > fl erweitert. Dieser höherfre- quente Anteil des erweiterten Sendespektrums im Falle von ADSL+ erstreckt sich zwischen den Frequenzen f1 - f2. Die PSD-Maske 22 für ADSL legt für das höherfrequente Spektrum zwischen fl - f2 gegenüber dem niederfrequenten Spektrum zwischen fO - fl eine niedrigere Leistungsdichte fest. Es ergibt sich somit eine Gesamt-PSD-Maske 22 für ADSL+, die quasi ge- stuft ausgebildet ist, dass heißt die nicht mehr flach ist.
Figur 2 zeigt ein Blockschaltbild eines ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Schaltung zur Crestfaktor- Reduzierung, welches für eine ADSL+-Datenübertragung ausge- legt ist.
In Figur 2 ist mit Bezugszeichen 1 ein Ausschnitt aus einem Mehrträger-Datenübertragungssystem bezeichnet . Hinsichtlich des Aufbaus und der Funktionsweise eines solchen Mehrträger- Datenübertragungssystems und insbesondere einer CF-Schaltung wird auf die bereits eingangs erwähnte WO 03/026240 A2 verwiesen, die hinsichtlich des Aufbaus eines Mehrträger- Datenübertragungssystems und insbesondere einer Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung vollinhaltlich in die vorliegende Pa- tentanmeldung miteinbezogen wird. In Figur 2 ist lediglich der senderseitige Übertragungspfad 5 dargestellt, der zwischen einem nicht dargestellten Sender und einer ebenfalls nicht dargestellten GabelSchaltung, die mit der entsprechenden Telefonleitung verbunden ist, angeordnet ist.
Im Sendepfad 5 des Mehrträger-Datenübertragungssystems sind nacheinander ein IFFT-Modul 2, eine Schaltungsanordnung zur Crestfaktor-Reduzierung 3 und ein Ausgabefilter 4 angeordnet. Dem IFFT-Modul 2 wird von dem Sender ein Eingangssignal X0 zugeführt, welches von dem IFFT-Modul 2 mittels inverser Fou- rier-Transformation moduliert wird. Das so modulierte Eingangssignal X wird der nachgeschalteten CF-Schaltung 3 zuge-
führt. Die CF-Schaltung 3 erzeugt ein Crestfaktor-reduziertes Ausgangssignal Z, welches dem nachgeschalteten Ausgabefilter 4 zugeführt wird. Nach der Filterung des Crestfaktorreduzierten AusgangsSignals Z gibt das Filter 4 ein Signal Z' aus, welches nach wie vor Crestfaktor-reduziert ist.
Die CF-Schaltung 3 weist zu diesem Zwecke einen Modellpfad 6 auf, der parallel zu einem Abschnitt des Sendepfades 5 angeordnet ist. Der Modellpfad 6 zweigt am Eingang der CF- Schaltung 3 von dem Sendepfad 5 ab, so dass dem Modellpfad 6 ebenfalls das modulierte EingangsSignal X zugeführt wird. Dieses Signal X wird zunächst einem Modellfilter 12 zugeführt. Bei dem Modellfilter 12 handelt es sich um eine möglichst getreue Abbildung des der CF-Schaltung 3 nachgeschal- teten Filters 4 bzw. Filterkette. Damit wird der Charakteristik des Filters 4 und dessen Einfluss auf das zu sendende Signal X Rechnung getragen. Es kann damit sicher gestellt werden, dass, obwohl durch das Ausgabefilter 4 das Ausgangssignal Z verändert wurde und somit die Möglichkeit einer er- neuten Erzeugung eines überhöhten Crestfaktors besteht, das gefilterte Ausgangssignal Z1 dennoch keine überhöhten Spitzenwerte aufweist.
Eine Überabtastung findet in der CF-Schaltung 3 in Figur 2 nicht statt, da im Falle einer ADSL+ Datenübertragung aufgrund der nicht-flachen Struktur der PSD-Maske 22 (siehe Figur 1 (b) ) das Sendesignal X ohnehin die Charakteristik eines 2-fach überabgetasteten Signals aufweist und sich erfindungsgemäß gezeigt hat, dass eine solche Überabtastung zum Zwecke der Crestfaktor-Reduzierung ausreicht.
Dem Modellfilter 12 ist eine Analyse- und Auswerteeinheit 13 nachgeschaltet, die das gefilterte Signal Y dahingehend überprüft, ob innerhalb eines vorgegebenen Zeitintervalls ein Spitzenwert vorhanden ist. Dabei wird überprüft, ob der Betrag des Signals Y eine vorgegebene Schwelle überschreitet. Überschreitet der Betrag der Amplitude des Signals Y diese
Schwelle schließt man auf einen Spitzenwert und damit auf einen überhöhten Crestfaktor, den es zu reduzieren gilt. In diesem Fall bestimmt die Analyse- und Auswerteeinheit 13 auch die relative zeitliche Position und den Wert der Amplitude dieses Spitzenwertes innerhalb des Zeitintervalls.
Vorteilhafterweise ist die Analyse- und Auswerteeinheit 13 als programmgesteuerte Einheit, insbesondere als Mikroprozessor oder Mikrocontroller, ausgebildet.
Das für die Suche eines Spitzenwertes und dessen zeitlicher Position innerhalb eines Zeitintervalls verwendete Verfahren entspricht dem in der WO 03/026240 A2 beschriebenen Verfahren. Diese Druckschrift wird hinsichtlich dieses Verfahrens vollinhaltlich in die vorliegende Patentanmeldung miteinbezo- gen.
Die Analyse- und Auswerteeinheit 13 enthält typischerweise auch eine Speichereinheit, in der Musterkorrekturfunktionen abgespeichert sind. Bei diesen Musterkorrekturfunktionen handelt es sich um Zeitvektoren, zum Beispiel um dirac-ähnliche Funktionen, aus denen durch Skalierung und Verschieben die entsprechende Korrekturfunktion YCF gebildet wird. Hat die Analyse- und Auswerteeinheit 13 einen Spitzenwert detektiert, dann gibt sie ein dirac-ähnliches Korrektursignal YCF aus.
In einer der Analyse- und Auswerteeinheit 13 nachgeschalteten Addiereinrichtung 10 wird das vorskalierte und bereits verschobene Korrektursignal YCF im Sendepfad 5 mit dem zeitlich geeignet verzögerten Sendesignal X überlagert. Die Überlagerung erfolgt zum Beispiel durch Subtraktion des Korrektursignals YCF von dem entsprechenden Teil des Zeitsignals X in der Addiereinrichtung 10.
In Figur 2 sind im Sendepfad 5 und Modellpfad 6 ferner Rückkopplungspfade 17, 18 vorgesehen. Die Rückkopplungspfade 17, 18 im Sendepfad 5 und Modellpfad 6 sowie die in diesen Pfaden
5, 6 angeordneten Schalter 7, 8, 14 dienen der iterativen Behandlung der jeweiligen Signale.
Für die iterative Behandlung der Eingangssignale X enthält der Sendepfad 5 einen ersten Schalter 7 (Start) , einen zweiten Schalter 8 (Stop), einen zwischen diesen Schaltern 7, 8 angeordneten Puffer 9 und eine Additionseinrichtung 10. Die Puffereinrichtung 9 dient der Pufferung, d.h. der Verzögerung des eingangsseitig zugeführten Zeitsignals X, um einer Zeit- Verzögerung im Modellpfad 6 Rechnung zu tragen sowie für eine Abspeicherung der jeweiligen Zwischenwerte aus der Iteration.
Für die iterative Behandlung der Signale Y im Modellpfad 6 ist ein erster Schalter 14 (Start) , eine Puffereinrichtung 15 sowie eine Addiereinrichtung 16 vorgesehen. Die Analyse- und Auswerteeinheit 13 führt das Korrektursignal Y*CF auch der Addiereinrichtung 16 zu, in der das Korrektursignal Y*CF von dem Zeitsignal Y im Modellpfad 6 subtrahiert wird. Es ergibt sich somit die zweite Iterationsschleife 18.
Figur 3 zeigt ein Blockschaltbild eines zweiten, besonders bevorzugten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung.
Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel in Figur 2 ist in Figur 3 eine CF-Schaltung 3 vorgesehen, die für ein sender- seitiges Multi-Mode-Modem ausgelegt ist, die also sowohl für einen ADSL-Betrieb als auch für einen ADSL+-Betrieb ausgelegt ist. Im Falle einer ADSL-Datenübertragung beträgt die Abtast- frequenz 2,208 MHz und im Falle einer ADSL+-Datenübertragung beträgt die Abtastfrequenz 4,416 MHz. In dem Ausführungsbei- spiel in Figur 3 ist im Modellpfad 6 eine Überabtasteinheit 12 vorgesehen. Diese Überabtasteinheit 11 ist dem Modellfilter 13 vorgeschaltet. Der Übertasteinheit 11 werden eingangs- seitig die zu sendenden Datensignal zugeführt. Die entsprechend überabgetasteten Datensignale X werden von der Überabtasteinheit 11 dem nachgeschalteten Modellfilter 12 zuge-
führt. Dabei ist eine 2-fache Überabtastung vorgesehen. Diese 2 -fache Überabtastung ist im Falle einer ADSL-Datenübertragung erforderlich, um die entsprechenden Spitzenwerte zwischen den einzelnen Abtastwerten definiert zu erkennen. Im Falle einer ADSL+-Datenübertragung ist eine solche zweifache Überabtastung aufgrund der nicht-flachen Struktur der PSD- Maske 21 (siehe Figur 1 (a) ) nicht erforderlich. Aus diesem Grunde ist auch eine Überbrückungseinheit 19 vorgesehen, mit der die Überabtasteinheit 11 und damit die zweifache Überab- tastung, überbrückbar ist.
Je nachdem, ob die CF-Schaltung 3 nun im ADSL-Modus oder im ADSL+-Modus betrieben werden soll, wird das Datensignal X mittels einer Schaltvorrichtung 20 auf die Überabtasteinheit 11 oder die Überbrückungseinheit 19 geschaltet. Der besondere Vorteil an der in Figur 3 dargestellten CF-Schaltung 3 besteht darin, dass die Abtastrate und vorteilhafterweise auch die entsprechenden Koeffizienten des Modellfilters 12 sowohl für den ADSL-Betrieb als auch für den ADSL+-Betrieb bereits angepasst sind und somit nicht eigens für die unterschiedlichen Betriebsmodi des Modems eingestellt werden müssen. Der schaltungstechnische Aufwand kann somit auf ein Mindestmaß reduziert werden.
Obwohl die vorliegende Erfindung vorstehend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Weise modifizierbar .
Insbesondere ist die Erfindung nicht auf die vorstehenden Datenübertragungssysteme und Verfahren beschränkt, sondern lässt sich zum Zwecke der Crestfaktor-Reduzierung auf sämtliche, auf Multiträger-Datenübertragung basierende Systeme und Verfahren erweitern. Insbesondere sei die Erfindung nicht auf eine ADSL- oder ADSL+-Datenübertragung beschränkt, sondern lässt sich auf sämtliche xDSL-Datenübertragungen erweitern. Denkbar sind auch mobile Anwendungen wie DAB (= Digital Audio
Broadcasting) , DVB-T (= Digital Video Broadcasting- Terrestrial) oder OFDM-basierte WLAN-Anwendungen (= Wireless Local Area Network) .
Es versteht sich, dass die Elemente der Schaltung zur
Crestfaktor-Reduzierung sowie die angegebenen IFFT-Module und Filter herkömmliche Hardware-Komponenten sind, die aber auch Softwaremäßig realisiert werden können.
Statt einer IFFT lassen sich auch beliebig andere, für Mehrträgerübertragung geeignete Transformationen verwenden.
Auch sei die Erfindung nicht notwendigerweise auf eine 2- fache oder 4-fache Überabtastung des zu sendenden Datensig- nals beschränkt. Vielmehr kann auch vorgesehen sein, dass hier keine Überabtastung, sogar eine Unterabtastung oder eine beliebig hohe Überabtastung stattfindet.
Insbesondere sei die Erfindung nicht auf die vorstehenden Zahlenangaben beschränkt, sondern lässt sich im Rahmen der
Erfindung und des fachmännischen Wissens in beliebiger Weise abändern.
Bezugszeichenliste
1 Mehr räger-DatenübertragungsSystem
2 IFFT-Modul 3 Schaltung zur Crestfaktor-Reduzierung, CF-Schaltung
4 Ausgabefilter, Filterkette
5 Sendepfad
6 Modellpfad
7 Schalter 8 Schalter
9 Puffereinrichtung, Speicher
10 Addiereinrichtung
11 Einheit zur Überabtastung
12 Modellfilter 13 Analyse- und Auswerteeinheit
14 Schalter
15 Puffereinrichtung, Speicher
16 Addiereinrichtung
17 Iterationspfad im Sendepfad 18 Iterationspfad im Modellpfad
19 Überbrückungseinheit
20 (steuerbarer) Schalter
21 PSD-Maske für ADSL-Mode
22 PSD-Maske für ADSL+ -Mode
X0 Eingangssignal
X (IFFT moduliertes) Eingangssignal
X' (überabgetastetes, IFFT-moduliertes) Eingangssignal
Y gefiltertes Signal Z Ausgangssignal
Z' gefiltertes Ausgangssignal
YCF Korrektursignale für den Sendepfad
Y*CF Korrektursignale für den Modellpfad f0,fl,f2 Frequenzen aus dem PSD-Spektrum