Beschreibung
VERFAHREN ZUR ERKENNUNG EINES EINFACHEN OBJEKTS VOR EINEM HOMOGENEN HINTERGRUND
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Erkennung von einfachen Objekten vor einem homogenen Hintergrund und insbesondere auf ein Verfahren zur Erkennung von markanten Stellen einfacher Objekte zur Herleitung eines so- 10 genannten Mauszeigers für mobile Endgeräte.
Auf dem Gebiet der elektronischen Objekterkennung sind eine Vielzahl von Verfahren bekannt, die jedoch üblicherweise eine hohe Rechenleistung erfordern und somit insbesondere für mo- 15 bile Endgeräte wie z.B. Handys, PDAs (Personal Digital Assi- tent) usw. auf Grund ihrer begrenzten Ressourcen und einer gewünschten Echtzeit-Verarbeitung ungeeignet sind.
Bei vereinfachten Verfahren zur Objekterkennung werden bei- 20 spielsweise eine Art von Farb-Klassifizierungsschema zum Verbinden bzw. Auffüllen von Bildbereichen mit ähnlichen Bildinhalten bzw. Bildinformationen von Bildpunkten verwendet, wobei diese zusammengefassten bzw. aufgefüllten Bereiche zur Objekterkennung herangezogen werden. Derartige Klassifizie- 25 rungsSchemata sind jedoch äußerst langsam, da ein jeder Bildpunkt bzw. Pixel des zu untersuchenden Bildes betrachtet werden muss und darüber hinaus die Bereich von Keimzellen ausgehend nach außen wachsen, wodurch ein signifikanter Iterations-Aufwand entsteht.
30 Insbesondere mobile Endgeräte mit ihren beschränkten Ressourcen und insbesondere einer sehr geringen Rechenleistung können folglich zur Durchführung derartiger Verfahren zur Ob- jekterkennung ungeeignet .
35 Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde ein Verfahren zur Erkennung von einfachen Objekten vor einem homogenen Hin-
tergrund zu schaffen, welches sehr einfach ist und eine geringe Fehleranfälligkeit aufweist.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Maßnahmen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Insbesondere durch das Aufnehmen eines einfachen Objekts zum Erzeugen eines Bildes mit dem aufgenommenen Objekt vor einem homogenen Hintergrund, wobei das Bild eine Vielzahl von Bild- punkten aufweist, dem nachfolgenden Festlegen eines Teils der Bildpunkte als linienförmigen Auswertebereich, der das Bild durchquert, dem Durchführen einer Auswertung der Bildpunkte des Auswertebereichs zum Erfassen von relevanten Übergängen und einem wiederholten Festlegen eines neuen linienförmigen Auswertebereichs unter Berücksichtigung der Auswerteergebnisse bzw. der erfassten Übergänge und einem wiederholten Durchführen der Auswertung bis zum Abschluss der Objekterkennung, können insbesondere einfache Objekte vor einem homogenen Hintergrund äußerst schnell und mit geringer Fehleranfälligkeit erkannt werden. Die Anforderungen an eine Rechenleistung sowie an einen Speicherplatzbedarf sind. ierbei äußerst gering, weshalb das Verfahren insbesondere für mobile Endgeräte wie z.B. mobile Telekommunikationsendgeräte bzw. Handys, PDAs usw. verwendet werden kann.
Vorzugsweise weist das einfache Objekt eine markante Stelle auf, wobei insbesondere eine Spitze oder Ecke eines Stiftes oder sonstigen Schreibgerätes verwendet wird. Die von der Objekterkennung erfasste Spitze des Stiftes kann somit zur Rea- lisierung eines sogenannten Mauszeigers auf einer Anzeigeeinheit des mobilen Endgeräts dargestellt werden.
Der linienförmige Auswertebereich besitzt beispielsweise eine Breite von einem Bildpunkt, wobei die relevanten Übergänge durch direkten Vergleich der Einzel-Bildinformationen von benachbarten Bildpunkten erfasst werden.
Vorzugsweise besitzt der linienförmige Auswertebereich jedoch eine Breite von mehreren Bildpunkten und insbesondere von fünf Bildpunkten, wobei ein lokaler Auswertebereich aus mehreren Bildpunkten und insbesondere aus fünf mal fünf Bildpunkten besteht und die relevanten Übergänge durch direkten Vergleich von den lokalen Auswertebereichen entsprechenden Durchschnitts-Bildinformationen benachbarter lokaler Auswertebereiche erfasst werden. Eine fehlerhafte Objekterkennung kann dadurch vermieden werden.
Darüber hinaus kann die im lokalen Auswertebereich existierende Einzel-Bildinformation der einzelnen Bildpunkte mit unterschiedlichen Gewichtungsfaktoren zum Erzeugen einer bewerteten Durchschnitts-Bildinformation bewertet werden, wodurch sich ein fehlerhafte O jekterkennung auf Grund von Rauschen und feiner Strukturen im Hintergrund weiterhin vermieden werden kann.
Als Bildinformation wird vorzugsweise eine Farbe und/oder ei- ne Helligkeit der Bildpunkte bzw. der lokalen Auswertebereiche beim Auswerten betrachtet.
Zum Ausfiltern von größeren Inhomogenitäten im Hintergrund und/oder im aufgenommenen Objekt und zur Vermeidung einer Empfindlichkeit gegenüber schwierigen Lichtverhältnissen wird beim Auswerten vorzugsweise eine Bildpunktdifferenz von Bildinformationen unmittelbar benachbarter Bildpunkten oder lokaler Auswertebereiche zum Erfassen eines relevanten Übergangs über einen Makroschwellwert bewertet, wodurch nur wesentli- ehe, d.h. starke, Übergänge hinsichtlich beispielsweise einer Helligkeit oder eines Farbunterschieds erfasst werden.
Zur weiteren Verbesserung insbesondere einer Rauschunempfind- lichkeit und zur Ausfilterung von kleineren Strukturen bzw. Inhomogenitäten und nicht signifikanten Objekten (z.B. Schatten) kann ferner eine Bildpunktbereichdifferenz einer Vielzahl von Bildinformationen zwischen mehreren mit jeweils
überschrittenen Mikroschwellwerten benachbarter Bildpunkte oder lokaler Auswertebereiche zum Erfassen des relevanten Übergangs mittels des Makroschwellwerts erfasst werden.
Insbesondere werden beim Festlegen der linienförmigen Auswertebereiche zunächst Randbereiche des Bildes ausgewählt, wobei ein nächster festzulegender Auswertebereich vorzugsweise zwischen einem jeweils letzten Auswertebereich mit erfassten Übergängen und einem jeweils letzten Auswertebereich ohne er- fasste Übergänge gelegt wird. Auf diese Weise kann insbesondere eine markante Stelle eines einfachen Objekts in sehr kurzer Zeit und mit sehr geringer Rechenleistung ermittelt werden.
Vorzugsweise wird der nächste festzulegende Auswertebereich genau in die Mitte zwischen die letzten Auswertebereiche mit und ohne relevante Übergänge gelegt, wobei die Erkennung einer markanten Stelle abgeschlossen wird, wenn ein Abstand von zwei Auswertebereichen einen vorbestimmten Wert unterschrei- tet. Bei derzeit üblichen Anzeigeeinheiten bzw. aufgenommenen Bildern für mobile Endgeräte von 320 x 240 bis ,.640 x 480 Bildpunkten bzw. Pixeln ergibt sich dadurch eine bis zum 70- fachen geringere Anzahl von notwendigen Operationen.
Obwohl die Auswertebereiche vorzugsweise zellenförmig und/oder spaltenförmig innerhalb des Bildes festgelegt werden, können sie grundsätzlich auch in einem Winkel zu den Seiten des aufgenommenen Bildes festgelegt werden, wodurch sich die Objekterkennung gegebenenfalls weiter verbessern lässt.
In den weiteren Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gekennzeichnet.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher beschrieben.
Es zeigen :
Figur 1 eine vereinfachte Darstellung eines Bildes mit aufgenommenem Objekt zur Veranschaulichung des Verfahrens gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel;
Figur 2 eine vereinfachte graphische Darstellung eines zellenförmigen Auswertebereichs gemäß Figur 1 in Abhängigkeit von einer Anzahl von Bildpunkten und einer erfassten Hellig- keit;
Figur 3 eine teilvergrößerte Ansicht der Darstellung gemäß Figur 2 zur Veranschaulichung eines Mikroschwellwerts und eines Makroschwellwerts;
Figur 4 eine vereinfachte Darstellung eines Bildes mit aufgenommenem Objekt zur Veranschaulichung eines Verfahrens gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel;
Figur 5 eine vereinfachte Darstellung zur Veranschaulichung eines 5-Pixel-breiten Auswertebereichs mit einem lokalen Auswertebereich, der eine 5x5 Bildpunkte aufweist; und
Figur 6 eine vereinfachte perspektivische Ansicht eines mobi- len Telekommunikationsendgeräts zur Veranschaulichung eines Anwendungsfalls für das erfindungsgemäße Verfahren.
Figur 1 zeigt eine vereinfachte Darstellung eines Bildes zur Veranschaulichung des Verfahrens gemäß einem ersten Ausfüh- rungsbeispiel, wobei das von einer Aufnahmeeinheit aufgenommene Bild I beispielsweise ein VGA-Bild mit 640 x 480 Bildpunkten bzw. Pixel oder ein sogenanntes QVGA-Bild mit 320 x 240 Bildpunkten darstellt, wie es beispielsweise in mobilen Endgeräten wie z.B. einem mobilen Telekommunikationsendgerät bzw. Handy oder einem sogenannten PDA zur Anzeige von Informationen verwendet wird.
Die Aufnahme eines derartigen Bildes I erfolgt mit einer herkömmlichen Aufnahmeeinheit bzw. einer Kamera, die beispielsweise im mobilen Endgerät integriert ist oder auf diese aufgesteckt werden kann.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich insbesondere auf ein Verfahren zur Erkennung von einfachen Objekten vor einem homogenen Hintergrund, wobei gemäß Figur 1 als einfaches Objekt ein Schreibgerät wie beispielsweise ein Stift, ein Kugel- Schreiber oder ein Füllfederhalter von einer Kamera bzw. Aufnahmeeinheit aufgezeichnet wird. Da es sich bei dem vorliegenden Verfahren um eine sehr einfache Objekterkennung handelt, wird von einem im Wesentlichen homogenen Hintergrund ausgegangen, welcher kaum strukturiert ist. Dieses kann bei- spielsweise eine Wand, ein Blatt Papier, ein unstrukturiert Teppich jedoch auch homogene Schreibtischflächen bis hin zu einem von der Kamera als sehr unscharf aufgezeichneten Hintergrund sein.
Gemäß Figur 1 soll nunmehr im aufgenommenen Bild I das aufgenommene--Objekt bzw. der dargestellte Stift OE erkannt werden. Insbesondere soll eine markante Stelle MS des Stiftes, wie sie beispielsweise die Spitze des Stiftes OI darstellt, erkannt werden, um diese Information beispielsweise als Ort bzw. X-/Y-Koordinate eines Mauszeigers in einer Anzeigeeinheit des mobilen Endgeräts darzustellen.
Nach dem Aufnehmen des Stiftes OI wird zunächst ein Teil der Bildpunkte des Bildes I als linienförmiger Auswertebereich AB festgelegt, der das Bild I vollständig durchquert, d.h. von einer Seite bis zur gegenüberliegenden Seite des Bildes verläuft. Gemäß Figur 1 befindet sich dieser linienförmige Auswertebereich ABI für eine erste Zeilenauswertung in einem unteren Randbereich des Bildes I und weist beispielsweise eine Breite von einem Bildpunkt bzw. Pixel auf. Dieser einen Bildpunkt breite Auswertebereich wird folglich zellenförmig parallel zur unteren Seite des Bildes I festgelegt.
Anschließend wird eine Auswertung der Bildpunkte des ersten Auswertebereichs ABI zum Erfassen von relevanten Übergängen x durchgeführt, wobei unter einem relevanten Übergang nachfol- gend beispielsweise eine wesentliche Änderung einer Helligkeit und/oder einer Farbe von benachbarten Bildpunkten verstanden wird.
Figur 2 zeigt eine vereinfachte Darstellung der unterschied- liehen Helligkeitswerte innerhalb des ersten Auswertebereichs ABI, wie sie von den 240 Bildpunkten des Bildes I wiedergegeben werden. Gemäß Figur 2 wird hierbei bei etwa einem Bildpunkt 70 ein erster Übergang bzw. eine erste relevante Helligkeitsänderung und bei etwa einem Bildpunkt 100 eine zweite relevante Helligkeitsänderung bzw. ein zweiter Übergang erfasst, wobei nur Helligkeitsänderungen oberhalb eines Makroschwellwertes ΔT2 einen Übergang festlegen und darunter liegende Helligkeitsschwankungen, wie sie z.B. durch Rauschen oder Inhomogenitäten im Hintergrund verursacht werden, unbe- rücksichtigt bleiben.
Figur 3 zeigt eine teilvergrößerte Ansicht der Darstellung gemäß Figur 2, wobei das Helligkeitsprofil im ersten Auswertebereich ABI für die Bildpunkte 67 bis 80 genauer darge- stellt ist. Demzufolge ist auf Grund des im Wesentlichen homogenen Hintergrundes bis zu einem Bildpunkt 70 lediglich eine geringe HelligkeitsSchwankung vorhanden, die unterhalb eines ersten Schwellwertes bzw. Makroschwellwertes ΔT2 liegt und demzufolge zu keiner Erfassung eines relevanten Übergan- ges x führt. Die Helligkeitsunterschiede ergeben sich beispielsweise auf Grund von geringfügigen Inhomogenitäten im Hintergrund oder auf Grund von Rauschen oder auf Grund von allmählichen Beleuchtungsänderungen, wie sie insbesondere in mobilen Telekommunikationsendgeräten bzw. Handys in Erschei- nung treten.
Sobald jedoch bei einem direkten Vergleich der Einzel- Bildinformationen bzw. der Einzel-Helligkeitswerte von unmittelbar benachbarten Bildpunkten dieser Makroschwellwert ΔT2 überschritten wird (ΔTrans > ΔT2) , so kann beispielsweise ein relevanter Übergang x erfasst werden. Genauer gesagt wird beispielsweise eine Differenz ΔTrans der Bildinformationen bzw. Helligkeitswerte zwischen den unmittelbar benachbarten Bildpunkten unter Verwendung des Makroschwellwerts ΔT2 bewertet, wobei bei Überschreiten dieses Makroschwellwerts ein relevanter Übergang erfasst werden kann. Größere Inhomogenitäten im Hintergrund oder eine Schattenbildung, die zu einer scheinbaren Verdoppelung des aufgenommenen Stiftes OI führt, können somit zuverlässig kompensiert werden.
Obwohl eine derartige Auswertung von relevanten Übergängen in einem Auswertebereich bereits zu ausreichend genauen Ergebnissen führt kann insbesondere eine Rauschunempfindlichkeit des Verfahrens durch Verwendung eines zweiten Schwellwerts bzw. eines Mikroschwellwerts ΔT1 weiter verbessert werden. Insbesondere schwierige Belichtungsverhältnisse, welche zu einer erhöhten .Fehleranfälligkeit führen können, werden da-.., durch zuverlässig ausgewertet. Derartige schwierige Lichtverhältnisse können beispielsweise eine kontinuierliche HelligkeitsVeränderung von der linken Seite zur rechten Seite des Bildes I sein.
Gemäß Figur 3 wird demzufolge ein zweiter Schwellwert bzw. der Mikroschwellwert ΔTl dazu verwendet, um eine Bildpunkt- • bereichdifferenz ΔTrans von Bildinformationen bzw. Hellig- keitswerten zwischen einer Vielzahl von benachbarten Bildpunkten zum Erfassen des relevanten Übergangs x zu ermitteln, bei der alle innerhalb des Bereichs liegenden Bildpunktdifferenzen jeweils > ΔTl sein müssen.
Genauer gesagt werden gemäß Figur 3 eine Vielzahl von Bildpunkten zum Erfassen des relevanten Übergangs nach einer erstmaligen Überschreitung des Mikroschwellwerts ΔTl heran-
gezogen. Sobald demzufolge eine Bildpunktdifferenz, d.h. ein Helligkeitsunterschied von zwei unmittelbar benachbarten Bildpunkten, größer ist als der Mikroschwellwert ΔTl, wird der zugehörige Bildpunkt (z.B. 70) als Anfangstriggerpunkt für die Makroschwellwertbetrachtung verwendet. Solange die nachfolgenden Bildpunkte 71 bis 75 weiterhin eine Bildpunktdifferenz > ΔTl aufweisen gilt der zuerst ermittelte Bildpunkt weiterhin als Anfangstriggerpunkt . Sobald jedoch die Bildpunktdifferenz < ΔTl ist, wie z.B. bei dem Bildpunkt 76, so wird der letzte Bildpunkt mit überschrittenem Mikroschwellwert ΔTl als Endtriggerpunkt für die Makroschwellwertbetrachtung verwendet.
Genauer gesagt wird beginnend bei dem Anfangstriggerpunkt 70 und endend bei dem Endtriggerpunkt 75 ein Bildpunktbereichdifferenz ΔTrans, d.h. ein Helligkeitsunterschied von mehreren benachbarten Bildpunkten mit jeweils einer Bildpunktdifferenz > ΔTl, mit dem Makroschwellenwert ΔT2 verglichen, wobei ein relevanter Übergang x erfasst wird, wenn ΔTrans > ΔT2 gilt.
Selbstverständlich können auch Bildpunkte vor oder hinter dem Bildpunkt mit erst- und letzmalig überschrittenem Mikroschwellwert ΔTl als sogenannte Triggerpunkte bzw. Anfangs- und Endpunkte verwendet werden. Auf diese Weise lässt sich ein z.B. Hell-Dunkel-Übergang sehr genau und mit äußerst geringer Fehleranfälligkeit erfassen.
Der zweite Übergang x im Auswertebereich vom dunklen Bereich des aufgenommenen Stiftes 01 zum hellen Hintergrund wird in ähnlicher Weise jedoch mit umgekehrten Vorzeichen erfasst.
Gemäß Figur 1 wird nach dieser ersten Zeilenauswertung in einem unteren Randbereich des Bildes I anschließend eine zweite Zeilenauswertung in einem oberen Randbereich des Bildes I wiederum zellenförmig durchgeführt. Da in diesem zweiten Auswertebereich AB2 keine Übergänge für den aufgenommenen Stift
OI erfasst werden, wird anschließend unter Verwendung bzw. unter Berücksichtigung der erfassten Übergänge ein neuer Auswertebereich festgelegt. Diese neue Festlegung der folgenden Auswertebereiche kann beispielsweise in einer Neuorientierung der Auswertebereiche enden, wobei beispielsweise nach ursprünglicher, aber erfolgloser zellenförmiger Ausrichtung der linienförmigen Auswertebereiche schließlich mit einer spaltenförmigen Ausrichtung der Auswertebereiche fortgefahren wird.
Da jedoch der erste Auswertebereich im vorliegenden Ausführungsbeispiel bereits zwei brauchbare relevante Übergänge liefert, wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel nicht in eine spaltenförmige Auswertung gewechselt, sondern die zellenförmige Auswertung beibehalten. Genauer gesagt wird bei dem vorgeschlagenen Binär-Suchverfahren ein neuer Auswertebereich jeweils zwischen einen Auswertebereich mit relevanten Übergängen x, d.h. dem Auswertebereich ABI, und einem Auswer- tebereich ohne relevante Übergänge, d.h. dem Auswertebereich '_.AB2, gelegt. Vorzugsweise wird dieser nächste, d.h. dritte, AusWertebereich AB3 genau in die Mitte zwischen den letzten Auswertebereich mit relevanten Übergängen und den letzten Auswertebereich AB2 ohne relevante Übergänge gelegt. Bei ei- nem üblicherweise matrixförmig aufgebauten Bild I kann diese Auswahl sehr einfach durch Differenzbildung der Zeilenzahl für den ersten Bereich von der Zeilenzahl des zweiten Bereichs AB2 ermittelt werden. Wiederum erfolgt auch im dritten Auswertebereich AB3 eine Auswertung der Bildinformationen bzw. der Helligkeitswerte der einzelnen Bildpunkte zueinander, wobei wiederum gemäß Figuren 2 und 3 relevante Übergänge x erfasst werden. Unter Verwendung dieses zuletzt verwendeten Auswertebereichs AB3 mit relevanten Übergängen und dem letzten Auswertebereich AB2 ohne relevante Übergänge wird wiederum ein neuer Auswertebe-
reich bzw. vierter Auswertebereich AB4 festgelegt und eine erneute Auswertung durchgeführt.
Wie aus Figur 1 ersichtlich ist, erreicht man auf diese ein- fache Art und Weise sehr schnell die markante Stelle bzw.
Spitze MS des aufgenommenen Stiftes OI, der zur Positionsbestimmung eines Mauszeigers verwendet werden soll.
Die Erkennung der markanten Stelle MS kann vorzugsweise dann abgeschlossen werden, wenn der Abstand von zwei Auswertebereichen einen vorbestimmten Wert unterschreitet, der beispielsweise eine ausreichende Genauigkeit festgelegt.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren zur Objekterkennung besitzt das erfindungsgemäße Verfahren eine außerordentlich hohe Geschwindigkeit, da wesentlich weniger Pixel bzw. Bildpunkte zum Auffinden von beispielsweise einer markanten Stelle eines einfachen Objekts überprüft werden müssen. Für ein VGA-Bild mit einer Auflösung von 640 x 480 Bildpunkten ergibt sich dadurch eine Abnahme der Operationen bzw. Rechenschritte um etwa das 70-fache. Da. darüber hinaus die vom vorliegenden Verfahren verwendeten Rechenoperationen pro Bildpunkt weniger sind als bei herkömmlichen Verfahren zur Objekterkennung, ist der Unterschied tatsächlich noch größer.
Ein weiterer Vorteil ist die außerordentlich geringe Fehleranfälligkeit bzw. die hohe Stabilität des Verfahrens. Da lediglich linienförmige Auswertebereiche untersucht werden, kann ein stärker lokalisiertes Schwellwertverfahren verwendet werden, wodurch Unterschiede bei der Beleuchtung mit geringerem Aufwand berücksichtigt werden können. Dieses bedeutet, dass die aufgenommenen Objekte stabiler und zuverlässiger erfasst werden können.
Figur 4 zeigt eine vereinfachte Darstellung eines Bildes I zur Veranschaulichung eines zweiten Ausführungsbeispiels, wobei gleiche Bezugszeichen gleiche oder entsprechende Elemente
bzw. Bereiche definieren, weshalb auf eine wiederholte Beschreibung nachfolgend verzichtet wird.
Gemäß Figur 4 wird als einfaches Objekt nicht ein stabförmi- ger Gegenstand wie beispielsweise ein Stift oder Schreibgerät verwendet, sondern ein ganzflächiger Gegenstand, der beispielsweise eine Ecke als markante Stelle MS aufweist. Ein derartiges einfaches Objekt OI kann beispielsweise ein Tischeck, eine Ecke eines Blatt Papiers oder eines sonstigen Ge- genstandes sein, der wiederum vor einem im Wesentlichen homogenen Hintergrund von einer Aufnahmeeinheit bzw. einer Kamera aufgenommen wird.
Ferner ist im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 4 der Auswerte- bereich weder zellenförmig noch spaltenförmig angeordnet, sondern befindet sich in einem Winkel α zu den Seiten des Bildes, wodurch sich Vorteile bei der Auswertung bzw. Erkennung des dargestellten Objekts ergeben.
Gemäß Figur 4 wird zunächst vorzugsweise wiederum in einem
Randbereich„..des Bildes I ein erster linienförmiger Auswexte- bereich ABI festgelegt, der sich in einem Winkel α zu den Seitenflächen des Bildes erstreckt. Da der erste Auswertebereich vollständig innerhalb des aufgenommenen Objektes OI liegt, werden hierbei keine Übergänge erfasst. Folglich wird als nächster Auswertebereich der Auswertebereich AB2 im gegenüberliegenden Randbereich bzw. in der gegenüberliegenden Ecke des Bildes I festgelegt, wobei wiederum kein relevanter Übergang erfasst wird. Obwohl beispielsweise nach einer der- artigen Diagonal-Auswertung in eine Zeilenauswertung oder eine Spaltenauswertung umgeschaltet werden kann, um beispielsweise bessere Auswerteergebnisse zu erhalten, kann im vorliegenden Ausführungsbeispiel zunächst noch in der Diagonal- Auswertung geblieben werden, wobei beispielsweise ein dritter Auswertebereich AB3 in der Mitte zwischen dem ersten und zweiten Auswertebereich ABI und AB2 festgelegt wird. Da auch dieser dritte Auswertebereich keine Übergänge ergibt, kann
nach einer beliebigen Vorschrift zum Festlegen der Auswertebereiche beispielsweise ein vierter Auswertebereich AB4 zwischen dem dritten und ersten Auswertebereich wiederum mittig angeordnet werden.
Nunmehr erhält man die ersten beiden relevanten Übergänge x, weshalb ein fünfter Auswertebereich AB5 nunmehr zwischen dem dritten Auswertebereich AB3 und dem vierten Auswertebereich AB4 vorzugsweise mittig angeordnet wird. Wie beim ersten Aus- führungsbeispiel gemäß Figur 1 werden die weiteren Auswertebereiche unter Berücksichtigung der erfassten Übergänge weiter innerhalb des Bildes festgelegt, bis die Objekterkennung abgeschlossen ist. Da im vorliegenden Fall wiederum die markante Stelle MS bzw. Ecke des aufgenommenen Objektes OI als Mauszeiger verwendet werden soll, kann wiederum die Objekterkennung abgeschlossen werden, wenn ein Abstand von zwei Auswertebereichen eine vorbestimmte Mindestabstand bzw. Mindestwert unterschreitet.
Obwohl die Erfindung vorstehend insbesondere zur Erkennung einer markanten Stelle MS beschrieben wurde, kann, selbstverständlich anhand der erfassten Übergänge auch eine grundsätzliche Form der einfachen Objekte auf sehr schnelle und zuverlässige Art und Weise erkannt werden, wobei beispielsweise die erfassten Übergänge einfach miteinander verbunden werden können.
Ferner kann an Stelle der linienförmige Auswertebereiche mit einer Breite von einem Bildpunkt bzw. Pixel auch ein linien- förmiger Auswertebereich mit einer Breite von mehreren Pixeln verwendet werden, wodurch sich eine Filterung realisieren lässt und eine Rauschunempfindlichkeit des Verfahrens verbessert wird.
Figur 5 zeigt zur Veranschaulichung einer derartigen Filter- Funktionalität eine vereinfachte Darstellung eines Auswertebereichs, der eine Breite von fünf Bildpunkten P aufweist,
wobei ein mittlerer Bildpunkt jeweils mit zwei weiteren benachbarten Bildpunkten bzw. Pixeln gemeinsam betrachtet wird. Genauer gesagt wird im Gegensatz zu der vorstehenden Betrachtung von lediglich einem Bildpunkt nunmehr ein lokaler Auswertebereich LAB bestehend aus einem Feld von 5 x 5 Bildpunkten betrachtet, wobei aus den Einzel-Bildinformationen bzw. den Einzel-Bildhelligkeiten der jeweiligen Bildpunkte für den lokalen Auswertebereich LAB zunächst eine Durchschnitts-Bild- information geschaffen wird.
Das Erfassen eines relevanten Übergangs x geschieht hierbei analog zum Erfassen eines relevanten Übergangs bei Betrachtung von nur einem Bildpunkt, wobei jedoch benachbarte lokale Auswertebereiche LAB hinsichtlich ihrer zugehörigen Durch- schnitts-Bildinformationen ausgewertet werden.
Zur weiteren Erhöhung einer Rauschunempfindlichkeit ohne die Genauigkeit zu verschlechtern kann hierbei ein Bildpunkt in der Mitte des lokalen Auswertebereichs LAB anders bewertet werden als die Bildpunkte am Rand des lokalen Auswertebereichs, wobei z.B. die Einzel-Bildinformationen der einzelnen Bildpunkte mit unterschiedlichen Gewichtungsfaktoren Gl, G2 und G3 zum Erzeugen einer bewerteten Durchschnitts-Bildinfor- mation bewertet werden.
Gemäß Figur 5 besitzt demzufolge das zentrale Pixel als Gewichtungsfaktor Gl den Wert 1, während die Rand-Bildpunkte im lokalen Auswertebereich den 'Gewichtungsfaktor G3 = 1/4 aufweisen und die dazwischen liegenden Bildpunkte den Gewich- tungsfaktor G2 = 1/2 besitzen. Auf diese Weise erhält man mit nur einem geringfügig vergrößerten Rechenaufwand eine wesentlich verbesserte Rauschunempfindlichkeit bei der Erfassung der Übergänge. Neben der beschriebenen Filterfunktion werden die Gewichtungsfaktoren vorzugsweise derart gewählt, dass sich eine Gauß' sehe Filterfunktion ergibt. Es können jedoch auch andere Filterfunktionen gewählt werden.
Figur 6 zeigt abschließend einen Anwendungsfall zur Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Erkennung von einfachen Objekten vor einem homogenen Hintergrund, wobei das Verfahren in einem mobilen Telekommunikationsendgerät wie beispielsweise einem Handy M durchgeführt wird. Das Handy M besitzt hierbei eine Kamera bzw. Aufnahmeeinheit K zum Aufnehmen des einfachen Objekts 0, der beispielsweise ein Schreibgerät bzw. einen Stift darstellt. Um beispielsweise die in einer Anzeigeeinheit A des Handys M dargestellten Da- teiordner DO mittels eines Mauszeigers MZ auszuwählen wird das vorstehend beschriebene Verfahren durchgeführt, wobei die markante Stelle bzw. Spitze MS des Stiftes 0 erfasst und zur Positionsbestimmung des Mauszeigers MZ verwendet wird. Hierbei kann der Stift bzw. das aufgenommene Bild des Stiftes OI ebenfalls in der Anzeigeeinheit des Handys M dargestellt sein. Durch Bewegen des Stiftes 0 vor der Kamera K kann somit der Mauszeiger MZ zum Auswählen von beispielsweise bestimmten Dateiordnern DO bewegt werden.
Obwohl die vorliegende Erfindung insbesondere zur Erkennung einer markanten Stelle eines einfachen Objekts zur Realisierung eines Mauszeigers beschrieben wurde, ist sie nicht darauf beschränkt und umfasst in gleicher Weise auch eine vollständige Objekterkennung einfacher Objekte mittels linienför- miger Auswertebereiche und deren erfasster Übergänge.
Obwohl in der vorliegenden Erfindung die linienförmigen Auswertebereiche im Wesentlichen gerade ausgebildet sind, können sie grundsätzlich auch eine davon abweichende Form aufweisen und insbesondere kreis-, Zickzack- und mäanderförmig sein oder eine sonstige Form aufweisen. Ferner müssen die linienförmigen Auswertebereiche nicht zwingend parallel zueinander innerhalb des Bildes festgelegt werden, sondern können in Abhängigkeit von vorbestimmten Festlegungs-Vorschriften auch davon abweichend angeordnet werden.
Ferner können die einfachen Objekte nicht nur stabförmige und flächige Gegenstände aufweisen, sondern eine beliebige Form aufweisen. Insbesondere können hierbei speziell geformte Objekte bereits vom Verfahren berücksichtigt werden, wodurch sich weitere Optimierungsmöglichkeiten ergeben.
Die Erfindung wurde vorstehend anhand von Helligkeitswerten zur Veranschaulichung der jeweiligen Bildinformationen von Bildpunkten oder lokalen Auswertebereichen beschrieben. Sie ist jedoch nicht darauf beschränkt und umfasst in gleicher
Weise auch andere Bildinformationen und insbesondere Farbwerte.
Obwohl die Erfindung anhand von Auswertebereichen mit einer Breite von einem Bildpunkt oder fünf Bildpunkten beschrieben wurde, ist sie nicht darauf beschränkt und umfasst in gleicher Weise Auswertebereichs-Breiten mit einer davon abweichenden Anzahl von Bildpunkten.
In gleicher Weise ist die vorliegende Erfindung nicht nur auf mobile. Endgeräte wie beispielsweise Handys oder PDAs beschränkt, sondern kann auch in beliebigen anderen computergestützten Einheiten verwendet werden, die eine einfache, unempfindliche und schnelle O jekterkennung benötigen.