Filtertek B.V., Industrial Estate, Newcastlewest , County of Limerick, Irland
Vorrichtung zur Verbindung eines Beatmungs- geräts mit dem Patienten.
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Verbindung eines Beatmungsgeräts mit dem Patienten mit einem in die Trachea des Patienten einführbaren, mit dem Atemgas beaufschlagbaren Beatmungstubus, wie Trachealtubus bzw. Tracheostomietubus , der nahe dem distalen Ende mit einem aufblasbaren Cuff verse- hen ist, welcher eine Verbindungsleitung zum proxi alen Ende aufweist, die mit einem elastischen Druckluftspeicher verbunden ist, wobei ein mindestens drei Wege aufweisendes Ventil zwischen dem proximalen Ende der Verbindungsleitung und dem Druckluftspeicher angeordnet ist, welches einen Eingang mit Anschluss für eine Injektionsspritze zum Füllen des Cuffs und des Druckluftspeichers mit Druckluft aufweist und das Ventil an dem Eingang als Rückschlagventil und zur Aufrechterhaltung eines konstanten Drucks in dem Cuff mittels Ausgleich zwischen Cuff und dem Druckluftspeicher als Steuerventil wirksam ist.
Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise in dem US- Patent 3 794 043 beschrieben und unter der Bezeichnung "Lanz- System" auf dem Markt erhältlich. Eine derartige Vorrichtung wird zum Beatmen von Patienten verwendet, wobei, nachdem der Beatmungstubus in die Trachea des Patienten eingeführt wurde, üblicherweise eine Injektionsspritze verwendet wird, um den am distalen Ende des Beatmungstubus angeordneten Cuff aufzublasen, wobei in dem Cuff ein Druck zwischen 22 und 25 mm Hg (30 bis 34 cm Wassersäule) erreicht werden sollen. Gleichzeitig wird hierbei auch der Druckluftspeicher gefüllt. Nach Entfernen der Injektionsspritze wird ein konstanter Druck in dem Cuff durch den Druckausgleich zwischen Cuff und Druck-
luftspeicher aufrechterhalten, indem dieser Druckausgleich durch das Ventil gesteuert wird. Die Anordnung ist hierbei derart getroffen, dass die Luft von dem Druckluftspeicher in den Cuff vergleichsweise leicht zurückströmen kann, während die Luft in umgekehrter Richtung, d.h. von dem Cuff in den Druckluftspeicher, mit einer reduzierten Strömungsgeschwindigkeit strömen soll, wodurch verhindert werden soll, dass Leckverluste zwischen Cuff und Trachea auftreten. Die bekannte Vorrichtung dieser Art arbeitet zwar zufriedenstellend, weist jedoch den erheblichen Nachteil auf, dass sie aufgrund der Komplexität und der zum Teil verwendeten empfindlichen Werkstoffe ausgesprochen aufwändig herzustellen ist. So besteht beispielsweise bei der bekannten Vorrichtung das Ventil aus zwei ineinander geschobenen Gehäusen, von denen das Inne- re einen pilzförmigen Körper aus Naturkautschuk als Ventil aufnimmt, dessen Unterende die Dichtfläche des Rückschlagventils bildet, welches den Eingang steuert. Zur Betätigung des Rückschlagventils ist ein gesonderter Stößel aus Kunststoff vorgesehen, welcher beim Befüllen durch die Injektionsspritze verschoben werden muss, um das Ventil zu öffnen. Der Druckluftspeicher ist als Blase aus Naturkautschuk ausgebildet, welche noch durch eine äussere Hülle aus Weichplastik gegen Beschädigungen geschützt ist. Diese Kautschukblase wird an dem Ventilkörper zwischen den beiden ineinander geschobenen Gehäusen eingeklemmt und befestigt. Der innerhalb der Kautschukblase angeordnete Kopf des pilzförmigen Ventilkörpers bildet in der Kombination seines auf der Ventiloberseite aufliegenden Randes und Entlastungsöffnungen in dem Kopf den Steuerventilteil. Es ist offensichtlich, dass sowohl die Ver- wendung von Naturkautschuk als auch die große Anzahl von Einzelteilen nachteilig ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ausgehend von einer Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art, diese Nachteile zu vermeiden und insbesondere eine hohe Funktionssicherheit bei geringen Herstellungskosten zu gewährleisten.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß im Wesentlichen dadurch gelöst, dass das Ventil als Dreiwege-Rückschlag- und als Dif-
ferenzdruckventil ausgebildet ist, wobei das Ventil mindestens zwei Ausgänge mit je einer zugeordneten Differenzkraftkammer aufweist und der Eingang mit einer dritten Differenz- kraftkammer versehen ist, dass die Differenzkraftkammer' durch eine elastische Membranscheibe dichtend voneinander getrennt sind, und dass der erste Ausgang an die Verbindungsleitung und der zweite Ausgang an den Druckluftspeicher angeschlossen ist.
Es ist offensichtlich, dass bereits durch die Ausgestaltung des Ventils als einfaches eine Membran enthaltendes Ventil eine sehr viel vereinfachte Konstruktion geschaffen wird. Durch die Verwendung von durch die Membranscheibe getrennten Differenzkraftkammern ist die gewünschte Funktion ebenfalls leicht erreichbar, indem durch entsprechende Wahl der Flächenanteile der Membran, die der jeweiligen Differenzkraftkammer zugeordnet sind, ein schnelles und leichtes Rückströmen der Luft aus dem Druckluftspeicher und ein langsameres Strömen der Luft aus dem Cuff in den Druckluftspeicher er- reicht werden kann.
Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform nach der Erfindung ist die erste Differenzkraftkammer des ersten Ausgangs mit einem Entlastungsventil verbunden, wobei insbeson- dere bevorzugt ist, das Entlastungsventil zum Entspannen des Cuffs durch an dessen Ausgang erzeugten Unterdruck betätigbar zu machen. Hierdurch werden besondere Stößel oder mechanische Einrichtungen vermieden, nachdem der Cuff einfach durch Erzeugung eines Unterdrucks entlastet werden kann.
Im Einzelnen kann die Erfindung dadurch weitergebildet werden, dass das Differenzdruckventil aus zwei dichtend miteinander verbindbaren Ventilgehäusehälften gebildet ist, wobei die erste Ventilgehäusehälfte den Eingang und die zweite Ven- tilgehäusehälfte die beiden Ausgänge und das Entlastungsventil enthält.
Die Membranscheibe ist hierbei bevorzugt zwischen der ersten und der zweiten Ventilgehäusehälfte eingespannt. Hierdurch wird die Herstellung des Ventils stark vereinfacht.
Eine besonders bevorzugte Ausführungs orm nach der Erfindung kann dadurch geschaffen werden, dass das erste Ventilgehäuse innerhalb der ersten Differenzkraftkammer einen Vorsprung aufweist, welcher auf seinem Oberende einen ringförmigen Steg trägt, der die Membranscheibe in Richtung des ersten Ausgangs vorspannt und eine in der Membranscheibe vorgesehene Öffnung umgibt, wobei radial ausserhalb des Vorsprungs Verbindungskanäle zwischen dem Einlass und der ersten Differenzkraftkammer vorgesehen sind, und dass die erste Differenzkraftkammer durch einen zweiten ringförmigen Steg mit größerem Durchmes- ser als der erste Ringsteg am Umfang begrenzt ist, welcher die Membranscheibe in Richtung des ersten Ausgangs vorspannt .
Im Einzelnen ist es vorteilhaft, dass der erste Ausgang parallel oder koaxial zum Eingang angeordnet ist.
Eine vorteilhafte Weiterbildung nach der Erfindung kann dadurch geschaffen werden, dass radial ausserhalb des zweiten Ringstegs mit größerem Durchmesser ein Ringraum vorgesehen ist, welcher über Öffnungen in dem Membranscheibe mit der dem zweiten Ausgang zugeordneten zweiten Differenzkraftkammer verbunden ist .
Eine besonders vorteilhafte Ausbildungsform nach der Erfindung kann dadurch geschaffen werden, dass in der dem ersten Ausgang zugeordneten ersten Differenzkraftkammer ein den Aus- lass umgebender dritter ringförmiger Steg vorgesehen ist, welcher die' Membranscheibe in Richtung des Eingangs vorspannt und dessen Durchmesser größer als der Durchmesser des ersten Ringstegs und kleiner als der Durchmesser des zweiten Ring- stegs ist. Durch diese Beziehung der durch die Durchmesser der drei verschiedenen Ringstege festgelegten wirksamen Flächen der Membran wird auf einfachstem Wege das gewünschte Ansprechverhalten des Ventils bestimmt.
Im Einzelnen ist es von Vorteil, dass das Entlastungsventil in einem, einen Anschluss aufweisenden, mit der zweiten Ventilgehäusehälfte verbundenen Gehäuse angeordnet ist.
Hierbei ist es von Vorteil, dass der Anschluss des Gehäuses und der Anschluss des Eingangs zum Einführen des Vorderendes einer Injektionsspritze ausgebildet sind. Durch diese Merkmale wird erreicht, dass auch das Entlasten des Cuffs mittels einer einfachen Injektionsspritze erfolgen kann, indem diese den zur Betätigung des Entlastungsventils notwendigen Unterdruck erzeugt .
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform kann dadurch geschaffen werden, dass der Druckluftspeicher als mit dem zwei- ten Ausgang verbundener Gummibalg ausgebildet ist, welcher bevorzugt in einem Gehäuse aufgenommen ist. Hierdurch wird eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des Druckluftspeichers geschaffen.
Zur weiteren Vereinfachung der Herstellung ist es ferner bevorzugt, dass zumindest der Boden des Gehäuses einstückig mit der zweiten Ventilgehäusehälfte ausgebildet und über ein einen Verbindungskanal zum zweiten Ausgang umgebendes Kupplungsstück mit dem Gummibalg verbunden ist .
Ferner ist es bevorzugt, dass die Auslassöffnung der zweiten Differenzkraftkammer abgewinkelt zum Verbindungskanal verläuft, da hierdurch eine besonders kompakte Bauweise ermöglicht wird.
Ferner kann die Erfindung dadurch weitergebildet werden, dass die Membranscheibe am Umfang einen Ringwulst aufweist, welcher in einander gegenüberliegenden ringförmigen Ausnehmungen der Ventilgehäusehälften aufgenommen ist. Hierdurch wird eine exakte und leichte Endmontage der erfindungsgemäßen Vorrichtung erreicht, da diese Ausgestaltung eine exakte Positionierung und Halterung der Membranscheibe ermöglicht.
Im Einzelnen ist es von Vorteil, dass das Entlastungsventil als Pilzventil ausgebildet ist, dessen elastische Membran ein oder mehrere Verbindungskanäle zur ersten Differenzkraftkam- mer abdeckt . Diese Ausgestaltung stellt eine besonders einfache Konstruktion des Entlastungsventils dar.
Im Folgenden wird die Erfindung an Hand einer m den Zeichnungen beispielhaft veranschaulichten Ausfύhrungsform näher erläutert. Es zeigt:
FIGUR 1 eine schematische teilweise geschnittene Gesamtansicht der Vorrichtung nach der Erfindung;
FIGUR 2 eine Aussenansicht des Ventils mit dem Druckluftspei- eher m Richtung des Pfeiles II m Figur 1 ,-
FIGUR 3 eine Schnittansicht längs der Linie III-III m Figur 2 und
FIGUR 4 eine vergrößerte Schnittansicht einer Einzelheit von Figur 3
In Figur 1 der Zeichnungen ist m einer Ausfuhrungsform der allgemein mit 1 bezeichneten Vorrichtung zur Verbindung eines nicht dargestellten Beatmungsgeräts mit einem Patienten dargestellt, welcher einen in die Trachea 2 des Patienten einführbaren und mit Atemgas beaufschlagbaren flexiblen Beatmungstubus 4 aufweist, bei welchem es sich um einen Tracheal- tubus bzw. Tracheostomietubus handeln kann. Durch den Beat- mungstubus wird m üblichen periodischen Abständen Luft in die Lungen emgepresst . Nahe seinem, m Inneren der Trachea 2 liegenden oder distalen Ende 6 ist der Beatmungstubus 4 mit einem aufblasbaren Cuff 8 versehen, welcher das distale Ende 6 umgibt und um dieses eine Luftkammer bildet . Im Ausgangszu- stand ist der Cuff 8 normalerweise flach an dem Beatmungstubus 4 mehr oder weniger anliegend, so dass er und der Beatmungstubus 4 m die Trachea 2 eingeführt werden kann. Der Chirurg wählt hierzu einen Durchmesser des Beatmungstubus 4
auf der Basis seiner Einschätzung des Durchmessers der Trachea. Um den Cuff 8 zur Ausbildung einer Dichtung mit der Wandung der Trachea 2 aufzublasen, ist eine sehr viel dünnere Verbindungsleitung 10 mit dem Cuff verbunden und die zum pro- ximalen Ende 12 führt und ihrerseits mit einem elastischen Druckluftspeicher 14 verbunden ist.
Ein mindestens drei Wege aufweisendes Ventil 16 ist zwischen dem proximalen Ende 18 der Verbindungsleitung 10 und dem Druckluftspeicher 14 angeordnet.
Durch das Ventil kann Druckluft durch irgend eine zweckdienliche Vorrichtung zugeführt werden, wobei eine übliche Injektionsspritze bevorzugt ist. Das Ventil 16 weist hierzu einen Eingang 20 auf, der mit einem entsprechend gestalteten Anschluss 64 für die Injektionsspritze versehen ist, durch welche sich der Cuff 8 und der Druckluftspeicher 14 durch entsprechende Betätigung der Spritze gefüllt werden kann. Am Eingang 20 ist das Ventil 16 als Rückschlagventil wirksam, welches sich schließt, wenn die Injektionsspritze entfernt wird, um zu verhindern, dass Luft aus dem Cuff wieder ausströmen kann. Gleichzeitig verbindet das Ventil 16 den Cuff 8 mit dem Druckluftspeicher 14 und wird hier als Steuerventil wirksam, welches einen konstanten Druck des Cuffs 8 gewähr- leistet, indem durch Betätigung des Steuerventils in der einen oder anderen Richtung jeweils Luftmengen zwischen dem Cuff 8 und dem Druckluftspeicher 14 verschoben werden.
Erfindungsgemäß ist das Ventil 16 als Dreiwege-Rückschlag- und als Differenzdruckventil 22 ausgebildet und zur näheren Erläuterung wird im Folgenden auf die Figuren 2 bis 4 Bezug genommen .
Wie insbesondere aus Figur 4 ersichtlich, weist das Ventil 22 zwei Ausgänge 24, 26 auf, denen je eine Differenzkraftkammer 28 bzw. 30 zugeordnet ist. Dem Eingang 20 ist eine dritte Differenzkraftkammer 32 zugeordnet.
Die Differenzkraftkammern 28, 30 und 32 sind durch eine Membranscheibe 6 voneinander abgedichtet getrennt .
Der erste Ausgang 24 ist an die Verbindungsleitung 10 und der zweite Ausgang 26 an den Druckluftspeicher 14 angeschlossen.
Zusätzlich ist die erste Differenzkra tkammer 28 des ersten Ausgangs 24 mit einem, allgemein mit 36 bezeichneten Entlas- tungsventil verbunden, welches einen Ausgang 38 aufweist, ü- ber den das Entlastungsventil 36 zum Entspannen des Cuffs 8 durch Unterdruck betätigbar ist, was weiter unten noch näher erläutert wird.
Das Gehäuse des Differenzdruckventils 22 besteht aus zwei dichtend miteinander verbundenen Ventilgehäusehalften 40 und 42. Die erste Ventilgehäusehälfte 40 enthält den Eingang 20 und die zweite Ventilgehäusehalfte 42 die beiden Ausgänge 24 und 26 sowie das Entlastungsventil 36. Zwischen der ersten und der zweiten Ventilgehäusehälfte 40 und 42 ist die Memb-. ranscheibe 34 eingespannt.
Innerhalb der ersten Differenzkraftkammer 28 weist die erste Ventilgehäusehalfte 40 einen zap enartigen Vorsprung 44 auf, auf dessen Oberende 46 ein erster ringförmiger Steg 48 ausge- bildet ist . Mittels des Vorsprungs 44 und des ringförmigen Stegs 48 wird die Membranscheibe 34 m Richtung des ersten Ausgangs 24 vorgespannt, wobei der Ringsteg 48 eine m der Membranscheibe 34 vorgesehene Öffnung 50 umgibt. Radial ausserhalb des Vorsprungs 44 sind Verbindungskanäle 52 m der einstückig durch Spritzgießen aus Kunststoff hergestellten ersten Ventilgehäusehalfte 40 ausgebildet, welche eine Verbindung zwischen dem Einlass 20 und der ersten Diffe- renzkraftkammer 28 herstellen. Die erste Differenzkraftkammer 28 wird weiterhin durch einen zweiten ringförmigen Steg 53, welcher ebenfalls einstückig mit der ersten Ventilgehäuse- halfte 40 ausgebildet ist und welcher einen größeren Durchmesser als der erste Ringsteg 48 aufweist, am Umfang be-
grenzt. Der zweite Ringsteg 53 spannt ebenfalls die Membranscheibe 34 in Richtung des ersten Ausgangs vor.
Die dritte Differenzkraftkammer 32 wird somit durch den Ring- räum zwischen dem ersten Ringsteg 48 und dem zweiten Ringsteg 53 und die auf diesen aufliegende Teile der Membranscheibe 34 definiert und bildet die Einlasskammer beim Füllen des Cuffs 8 und des Druckluftspeichers 14, wobei der die dritte Differenzkraftkammer 32 schließende Streifen der Membranscheibe 34 die Funktion des Rückschlagventils übernimmt.
Wie insbesondere aus Figuren 3 und 4 ersichtlich, ist der erste Ausgang 24 parallel oder koaxial zum Eingang 20 angeordnet, wenn die beiden Ventilgehäusehälften 40 und 42 mit- einander verbunden sind.
In der ersten Ventilgehäusehälfte 40 ist ferner ausserhalb des zweiten Ringstegs 53 mit größerem Durchmesser ein Ringraum 56 ausgebildet, welcher über entsprechende, auf diesem Radius angeordnete Öffnungen 56 in der Membranscheibe 34 mit der zweiten Differenzkraftkammer 30 in Verbindung steht, die dem zweiten Ausgang 26 zugeordnet ist.
In der zweiten, ebenfalls durch Spritzgießen aus Kunststoff hergestellten einstückigen Ventilgehäusehälfte 42 ist in der dem ersten Ausgang 24 zugeordneten ersten Differenzkraftkammer ein dritter ringförmiger Steg 58 vorgesehen, welcher den ersten Auslass 24 umgibt. Der Ringsteg 58 spannt die Membranscheibe 34 entgegen der durch die Ringstege 48 und 53 erzeug- ten Vorspannung in Richtung des Eingangs 20 vor. Der Durchmesser des Ringstegs 58 ist größer als der Durchmesser des ersten Ringstegs 48 und kleiner als der Durchmesser des zweiten Ringstegs 53. Die erste Differenzkraftkammer 28 wird daher durch den durch den dritten Ringsteg 58 umgrenzten Raum und die entsprechenden Anteile der Membranscheibe 34 sowie den über die Öffnung 50 verbundenen Raum in dem ersten Ringsteg 48 definiert.
Wie ferner insbesondere aus Figur 4 ersichtlich, ist das Entlastungsventil 36, über welches die erste Differenzkraftkammer 28 des ersten Ausgangs 24 zur Aussenseite geöffnet werden kann, in einem mit der zweiten Ventilgehäusehälfte 42 verbun- denen Gehäuse 60 angeordnet, welches einen Anschluss 62 aufweist. Das Gehäuse 60 kann möglicherweise ebenfalls einstückig mit der zweiten Ventilgehäusehälfte 42 ausgebildet sein. Der Anschluss 62 ist entsprechend dem Anschluss 64 am Eingang 20 derart ausgebildet, dass das Vorderende einer üblichen In- jektionsspritze dichtend eingeführt werden kann.
Wie ferner in den Zeichnungen gezeigt, ist bei dem erfin- dungsgemäßen Ausführungsbeispiel der Druckluftspeicher 14 als mit dem zweiten Ausgang 26 verbundener Gummibalg 66 ausgebil- det, welcher in einem Gehäuse 68 angeordnet ist. Wie insbesondere aus Figur 4 ersichtlich, ist beim Ausführungsbeispiel der Boden 70 des Gehäuses 68 einstückig mit der zweiten Ventilgehäusehälfte 42 ausgebildet. Ein zum zweiten Ausgang 26 führender Verbindungskanal 22 ist im Boden 70 des Gehäuses mit einem geeigneten Kupplungsstück 74 versehen, welches den zweiten Ausgang 26 umgibt und welches formschlüssig mit dem Gummibalg verbunden ist. Um eine kompakte Bauweise zu erreichen, verläuft die Auslassöffnung 76 der zweiten Differenzkraftkammer 30 abgewinkelt zum Verbindungskanal 72.
Bei dem Ausführungsbeispiel ist die Membranscheibe 34 am Umfang mit einem einstückigen Ringwulst 78 versehen, welcher in einander gegenüberliegenden ringförmigen Ausnehmungen 80 und 82 entsprechenden Querschnitts in den Ventilgehäusehälften 40 und 42 aufgenommen ist, wenn die Ventilgehäusehälften 40 und 42 miteinander verbunden sind.
Das in dem Gehäuse 60 angeordnete Entlastungsventil 36 ist, da es lediglich dem Entlasten des Cuffs 8 und des Gummibalgs 66 dient, als einfaches Pilzventil 84 ausgebildet. Die den Pilzkopf bildende elastische Membran 86 deckt hierbei ein o- der mehrere Verbindungskanäle 88 zwischen dem Innenraum des Gehäuses 60 und der ersten Differenzkraftkammer ab. Wenn eine Inkektionsspritze in den Anschluss 62 des Gehäuses 60 medien-
dicht eingeführt wird und die Spitze aufgezogen wird, so hebt der im Innenraum des Gehäuses 60 erzeugte Unterdruck die e- lastische Membran 86 an, so dass die Verbindungskanäle 88 freigegeben werden und der in der zweiten Differenzkraftkam- mer 30 hierdurch erzeugte Unterdruck die Membranscheibe 34 von dem Ringsteg 58 abhebt, so dass die in dem Cuff 8 enthaltene Luft über den Ausgang 24 und die in dem Gummibalg 66 enthaltene Luft über den Ausgang 26 entfernt werden kann.
Wird nun nach Einführen des Beatmungstübus 4 in die Trachea 2 eines Patienten über eine an den Eingang 20 bzw. dessen Anschluss 64 angeschlossene Injektionsspritze ca. 40 bis 50 ml Luft eingeführt, so wird die Membranscheibe 34 zunächst von dem ersten Ringsteg 48 und dem zweiten Ringsteg 53 abgehoben, so dass die Luft über die Öffnung 50 und die Öffnungen 56 durch die erste Differenzkraftkammer 28 und die zweite Diffe- renzkraftkammer 30 strömen kann und sowohl der Cuff 8 als auch der Gummibalg 66 aufgeblasen werden. Nach Entfernen der Injektionsspritze kehrt die Membranscheibe 34 zurück auf ihre durch den ersten Ringsteg 48 und den zweiten Ringsteg 58 gebildeten Sitze nach Art eines Rückschlagventils, so dass die über. die Verbindungsleitung 10 vom ersten Ausgang 24 zum Cuff 8 gelangte Luft und die über den zweiten Ausgang 26 in den Gummibalg 6 gelangte Luft nicht mehr nach aussen entweichen kann. In diesem Zustand befindet sich der Cuff 8 und der Gummibalg 6 hinsichtlich des Drucks in einem Gleichgewichtszustand. Sollte nun entweder durch Bewegung des Patienten oder durch einen zu hohen Druck bei der Beatmung Luft aus dem Cuff 8 verdrängt werden, so wirkt diese zunächst in der ersten Differenzkraftkammer 28 und versucht, die Membranscheibe 34 von dem dritten Ringsteg 58 abzuheben. Der Strömung der Luft wird hierbei auf Grund der zur Verfügung stehenden Fläche der Membranscheibe 34 in der ersten Differenzkraf kammer und des kleineren Strömungsquerschnitts im Ausgang 24 ein gewisser Widerstand entgegengesetzt, so dass die dichte Anlage des Cuffs 8 an der Trachea 2 gewährleistet bleibt. Nach Abheben der Membranscheibe 34 vom dritten Ringsteg 58 gelangt die Luft in die zweite Differenzkraftkammer 30 und von dort in den Gummibalg 66. Der Gummibalg 66 übernimmt hierbei die
Funktion eines Druckluftspeichers 14. Lässt nun der entweder durch die Beatmung oder Bewegung des Patienten auf den Cuff 8 ausgeübte Druck nach, so ist der Druck in dem ersten Ausgang 24 kleiner als der Druck in dem zweiten Ausgang 26, so dass dieser in der zweiten Differenzkraftkammer 30 wirkende Druck wiederum die Membranscheibe 34 von dem dritten Ringsteg 58 abheben kann und die Luft zurück durch den Ausgang 24 und die Verbindungsleitung 10 in den Cuff 8 strömen kann, wobei dieser Richtung der Strömung ein wesentlich geringerer Wider- stand entgegengesetzt wird als- bei der Verdrängung der Luft aus dem Cuff 8, nachdem die in der zweiten Differenzkraftkammer zur Verfügung stehende Fläche der Membranscheibe 34 wesentlich größer ist.
Es ist offensichtlich, dass durch diese Konstruktion exakt das gewünschte Ansprechverhalten des Ventils erreicht wird. Es ist in diesem Zusammenhang ohne Bedeutung, ob der Druck der in Lungen gedrückten Luft kleiner oder größer ist als der Druck innerhalb des Cuffs. In beiden Fällen wird die Dichtung zwischen dem Cuff 8 und der Wandung der Trachea 2 aufrechterhalten.
Sämtliche aus der Beschreibung, den Ansprüchen und Zeichnungen hervorgehenden Merkmale und Vorteile der Erfindung, ein- schließlich konstruktiver Einzelheiten und räumlicher Anordnungen, können sowohl für sich als auch in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein.
BEZUGSZEICHENLISTE
= Vorrichtung = Trachea = Beatmungstubus = distales Ende = Cuff = Verbindungsleitung = proximales Ende = Druckluftspeicher = Ventil = proximales Ende von 10 = Eingang = Differenzdruckventil = erster Ausgang = zweiter Ausgang = erste Differenzkraftkammer = zweite Differenzkraftkammer = dritte Differenzkraftkammer = Membranscheibe = Entlastungsventil = Ausgang von 36 = erste Ventilgehäusehälfte = zweite Ventilgehäusehälfte = Vorsprung = Oberseite von 44 = erster Ringsteg = Öffnung in 34 = Verbindungskanal = zweiter Ringsteg = Ringraum = Öffnung in 34 = dritter Ringsteg = Gehäuse von 36
= Anschluss von 60 = Anschluss von 20 = Gummibalg = Gehäuse von 66 = Boden von 68 = Verbindungskanal = Kupplungsstück = Auslassöffnung von 30 = Ringwulst = Ausnehmung = Ausnehmung = Pilzventil = Membrane = Verbindungskanal