Beschreibung;
Cabriolet-Fahrzeug
Die Erfindung betrifft ein Cabriolet-Fahrzeug mit einem rückwärtigen Dachteil, der einen eine Heckscheibe umfassenden und gegenüber Außenbereichen während der Dachbewegung verlagerbaren Mittelbereich umfaßt, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und des Anspruchs 3.
Bei solchen Cabriolet-Fahrzeugen, bei denen in geöffneter Dachstellung der in geschlossener Stellung rückwärtige Dachteil zuunterst abgelegt ist, ist es zur Vergrößerung des unter dem abgelegten Dach verbleibenden Kofferraums wünschenswert, den rückwärtigen Dachteil so hoch wie möglich abzulegen. Dem sind jedoch Grenzen durch darüber abgelegte Dachteile gesetzt. Insbesondere wenn oberhalb des rückwärtigen Dachteils ein gegensinnig gewölbtes Dachteil liegt, haben die Längsrandbereiche der genannten Dachteile häufig Kontakt zueinander, so daß der zuunterst liegen- de rückwärtige Dachteil nicht höher abgelegt werden kann. Durch die gegensinnige Wölbung verbleibt allerdings im bezüglich der Fahrzeugquerrichtung mittleren Bereich Raum zwischen den genannten Dachteilen. Daher kann es sinnvoll sein, den rückwärtigen Dachteil zu teilen und während der Dachöffnung den Mittelbereich gegenüber den Außenbereichen zumindest teilweise aufwärts zu
verlagern, so daß der Zwischenraum genutzt und der verbleibende Kofferraum vergrößert ist.
Die DE 199 36 252 C2 zeigt ein derartiges Ca- briolet-Fahrzeug mit einer an den unteren Enden der Außenbereiche schwenkbeweglich angebundenen Heckscheibe, die über eine Hebelmechanik bei der Dachöffnung in ihrem oberen Bereich um das Schwenkgelenk der unteren Anbindung relativ auf- wärts schwenkbar ist. Dabei hebt sich jedoch das obere Ende der Heckscheibe aus der Verbindung zu einem vorgeordneten Dachteil, so daß zur Abdichtung dieser Verbindung bei geschlossenem Dach separate Schließzapfen oder dergleichen Zen- trierelemente vorgesehen sein müssen. Die Abdichtung zwischen den Dachteilen ist dadurch erschwert. Zudem ragt die Hebelmechanik in den Kopfbereich der Fahrzeuginsassen und bleibt dort auch bei zusätzlich vorgesehenen Verkleidungen störend. Des weiteren bezieht sich das Anheben der Heckscheibe nur auf das bei geöffnetem Dach hintere Ende, wohingegen das dann weiter vorne liegende Ende fest an die Außenbereiche angebunden bleibt, so daß dort der Kofferraum nicht vergrößert werden kann. Gleichzeitig ragt der Zentrierzapfen oder ein ähnliches Teil weit nach hinten in den Kofferraum, wodurch hier sogar Platz verloren geht.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, bei einem gattungsgemäßen Cabriolet-Fahrzeug die
oben genannten Nachteile möglichst weitgehend zu vermeiden.
Die Erfindung löst dieses Problem durch ein Ca- briolet-Fahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein Cabriolet-Fahrzeug mit den Merkmalen des Anspruchs 3. Hinsichtlich weiterer vorteilhafter Ausgestaltungen der Erfindung wird auf die abhängigen Ansprüche 2 und 4 bis 11 ver- wiesen.
In der Ausbildung nach Anspruch 1 ist dadurch, daß der Mittelbereich mit seinem bei geschlossenem Dach oberen Ende an dem vorgeordneten Dach- teil angelenkt ist, jederzeit die Verbindung zwischen den genannten Teilen gewährleistet, so daß beim Dachschließen kein Wiedereinfädeln stattfinden muß und somit eine Abdichtung zwischen den genannten Dachteilen einfach möglich bleibt. Es ragen keine Teile weit nach hinten in den Kofferraum vor, wodurch dieser bei abgelegtem Dach hinter diesem einen Raumgewinn aufweist. Gleichzeitig ist durch das Angreifen der die Relativverlagerung bewirkenden Bewegungs- einrichtung im unteren Bereich des rückwärtigen Dachteils sowohl eine Einschränkung des Kopfraums der Insassen vermieden als auch erreicht, daß auch an diesem Ende der Mittelbereich gegenüber den Außenbereichen angehoben und somit der Kofferraum bei geöffnetem Dach über die gesamte Länge des hinteren Dachteils vergrößert sein kann .
Die Bewegungseinrichtung kann sowohl aktiv sein und beispielsweise einen Hydraulikzylinder oder anderen Antrieb umfassen als auch besonders vor- teilhaft derart ausgebildet sein, daß sie während des Dachöffnens oder -schließens zwangsbewegt ist. Dann sind weitere Antriebs- oder Steuerungselemente entbehrlich.
Wenn nach Anspruch 3 der Mittelbereich den oberen Hebel eines Zweischlags ausbildet, dessen unterer Hebel an einem seitlichen Hebel der Dachbewegung oder dem Hauptlager mitbeweglich angebunden ist, was vorteilhaft mit den Merkma- len des Ansprüche 1 und 2 kombiniert sein kann, ist eine besonders einfache Kinematik für die Relativbewegung des Mittelbereichs geschaffen, die eine verkantungsfreie und zwangsweise mit der Dachbewegung bestimmte Bewegung ermöglicht. Der untere Hebel ragt dabei nur wenig über die Fensterbrüstungslinie nach oben hinaus, so daß die Beeinträchtigung des Innenraums minimiert ist .
Insbesondere wenn der untere Hebel des Zweischlags im bei geschlossenem Dach unterem Drittel oder gar im unteren Viertel des Mittelbereichs schwenkbeweglich angreift, ist auch die Sicht nach hinten praktisch nicht beeinflußt.
Mit der Erfindung können, müssen jedoch nicht, der rückwärtige und der vorgeordnete Dachteil
jeweils als zumindest im wesentlichen starre und bezüglich ihrer Außenflächen voneinander separate Baueinheiten ausgebildet sein, so daß die Erfindung insbesondere auch auf sog. Retractable Hardtops anwendbar ist.
Wenn vorteilhaft die Außenbereiche und der Mittelbereich des rückwärtigen Dachteils in jeder Phase der Dachbewegung mit dem vorgeordneten Dachteil schwenkbeweglich verbunden sind, ergibt sich zu keinem Zeitpunkt ein Problem bezüglich der Zentrierung der Teile zueinander. Die Abdichtung kann ohne erhöhten Aufwand ausgeführt sein .
Insbesondere bei Verwendung reiner Drehgelenke sowohl für die Anlenkung des unteren Hebels des Zweischlags als auch für die Verbindung des oberen und unteren Hebels des Zweischlags als auch für die Anbindung des oberen Hebels am vorgeordneten Dachteil ist die Relativbewegung in ihrem Ablauf optimiert und läuft flüssig eingebunden in die Gesamtdachbewegung.
Dabei ist es besonders hilfreich für die Ausübung einer Preßkraft auf die Abdichtung zwischen dem Mittelbereich und den Außenbereichen in geschlossener Dachstellung, wenn der untere Hebel des Zweischlags bei geschlossenem Dach im Nahbereich einer Totpunktstellung gehalten ist.
Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus einem in der Zeichnung schematisch dargestellten und nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiel des Gegenstandes der Er- findung.
In der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine schematische, abgebrochene Seiten- ansieht eines erfindungsgemäßen Cabriolet-Fahrzeugs bei geschlossenem Dach,
Fig. 2 das Dach nach Fig. 1 bei seiner beginnenden Öffnung,
Fig. 3 eine ähnliche Ansicht wie Fig. 2 bei weiter fortschreitender Dachöffnung,
Fig. 4 eine ähnliche Ansicht wie Fig. 3 bei weiter fortschreitender Dachöffnung,
Fig. 5 eine ähnliche Ansicht wie Fig. 4 bei weiter fortschreitender Dachöffnung,
Fig. 6 eine ähnliche Ansicht wie Fig. 5 bei weiter fortschreitender Dachöffnung,
Fig. 7 eine ähnliche Ansicht wie Fig. 6 bei fast vollständig geöffnetem Dach,
Fig. 8 eine ähnliche Ansicht wie Fig. 7 bei vollständig abgelegtem Dach.
Das erfindungsgemäße Cabriolet-Fahrzeug 1 kann sowohl ein mit einer Rückbank versehenes vier- oder fünfsitziges Fahrzeug als auch, wie im ge- zeichneten Ausführungsbeispiel angedeutet, ein Zweisitzer sein.
Dabei kann das bewegliche und in geschlossener Stellung mittelbar oder unmittelbar an einen Windschutzscheibenrahmen 2 anschließende Dach 3, wie hier dargestellt, separate und mit zumindest jeweils einem starren Rahmen versehene Baueinheiten bildende Dachteile 4, 5 umfassen oder ein insgesamt mit einem gemeinsamen Bezug überzoge- nes Soft-Top bilden.
Das Dach 3 kann manuell oder voll- oder teilautomatisch zu bewegen sein.
Das bei geschlossenem Dach 3 bezüglich der Fahrtrichtung F rückwärtig liegende Dachteil 4 ist in jedem Fall in mehrere gegeneinander bewegliche Bereiche 6, 7 geteilt, wobei die Außenbereiche 6 hier sog. C-Säulen umfassen und ein bezüglich der Fahrzeugquerrichtung mittlerer Bereich 7 eine Heckscheibe 8 umfaßt. Der Mittelbereich 7 kann für eine gute Sicht nach hinten neben Anbindungsteilen im wesentlichen vollständig von der Heckscheibe 8 eingenommen sein. Die Trennfugen zwischen den Außenbereichen 6 und dem Mittelbereich 7 können in einer parallel zur
Fahrtrichtung F liegenden vertikalen Ebene oder schräg zu dieser verlaufen.
Während der Dachöffnung ist der Mittelbereich 7 in einer unten näher erläuterten Bewegung gegenüber den Außenbereichen 6 aufwärts verlagerbar.
Dem rückwärtigen Dachteil 4 ist bei geschlossenem Dach (Fig. 1) in Fahrtrichtung F zumindest ein weiterer Dachteil 5 vorgeordnet, der hier im wesentlichen horizontal über einem Insassenraum 9 liegt und bei geöffnetem Dach 3 oberhalb des rückwärtigen Dachteils 4 gelegen ist (Fig. 8) . Weitere nach vorne anschließende Dachteile (nicht gezeichnet) sind möglich.
Der Mittelbereich 7 ist mit seinem bei geschlossenem Dach 3 oberen Ende 10 an dem vorgeordneten Dachteil 5 über einen Ausleger 11 an einem Ge- lenk 12 angelenkt und in seinem unteren Bereich 13 an einer während der Dachöffnung diesen Bereich relativ zu den Außenbereichen 6 aufwärts verlagernden Bewegungseinrichtung 14 angebunden. Eine weitere Karosserieanbindung des Mittelbe- reichs 7 in seinem unteren Bereich 13 ist nicht erforderlich .
Dabei umfaßt, wie während der Dachöffnungsbewegung (Fig. 1 bis Fig. 8) in Seitenansicht deutlich wird, im Ausführungsbeispiel die Bewegungseinrichtung 14 den unteren Hebel 16 eines sog. Zweischlags 15.
Hierfür ist der untere Hebel 16 mittelbar an einem seitlichen Hauptlager der Dachbewegung mitbeweglich angebunden. Im Ausführungsbeispiel ist der Hebel 16 an einer den vorgeordneten Dachteil 5 an der Karosserie K schwenkbeweglich im Gelenk 17 abstützenden Führungsstange 18 über ein mit diesem mitbewegtes Gelenk 19 schwenkbeweglich gehalten. Die Führungsstange greift über das Ge- lenk 24 an dem vorgeordneten Dachteil 5 an.
Der Zweischlag 15 umfaßt neben dem an einer oder beiden Fahrzeugseiten angeordneten unteren Hebel 16 einen oberen, an einem Gelenk 20 gegen den unteren Hebel 16 schwenkbaren Hebel 21. Dieser ist durch den Mittelbereich 7 gebildet und daher am Gelenk 12 mit dem vorgeordneten Dachteil 5 verbunden .
Der untere Hebel 16 des Zweischlags 15 greift bei geschlossenem Dach 3 (Fig. 1) am Mittelbereich 7 sehr weit unten, insbesondere in seinem unteren Drittel oder noch besser unteren Viertel, über das Gelenk 20 an. Dadurch überragt der Hebel 16 nur geringfügig eine seitliche Fensterbrüstungslinie B der Karosserie K und stört den Insassenraum 9 praktisch nicht.
Im Ausführungsbeispiel sind die Anlenkung 19 des unteren Hebels 16 des Zweischlags 15, die
Schwenkverbindung 20 des oberen 21 und unteren
Hebels 16 des Zweischlags 15 und die Anbindung
12 des oberen Hebels 21 am vorgeordneten Dachteil 5 als reine Schwenkgelenke mit jeweils einem Rotationsfreiheitsgrad ausgebildet.
Die Außenbereiche 6 sind über ihre gesamte Längserstreckung in sich starr ausgebildet und am unteren Ende mit der Karosserie K über ein an einem Ausleger befindliches Schwenkgelenk 22 sowie am oberen Ende über ein weiteres Schwenkge- lenk 23 mit dem vorgeordneten Dachteil 5 verbunden. Die Außenbereiche 6 bilden daher sog. Hauptführungsstangen aus, die zusammen mit den Führungsstangen 18 ein Parallelogramm oder zumindest über die unteren Anlenkungen 22, 17 und die oberen Anlenkungen 23, 24 ein Viergelenk ausbilden .
Ebenso ist auch der Mittelbereich 7 über sein Gelenk 12 während jeder Phase der Dachbewegung mit dem vorgeordneten Dachteil 5 verbunden. Dadurch entfällt das Erfordernis einer Zentrierung der Teile 4, 5 gegeneinander beim Schließen des Daches .
Zudem ist durch die Schwenkanbindung des Mittelbereichs 7 über den Ausleger 11 sichergestellt, daß der Mittelbereich 7 in abgelegter Dachstellung (Fig. 8) mit seinem oberen Ende 10 weiter in Fahrtrichtung F gelegen ist als das rückwär- tige Ende des vorgeordneten Dachteils 5. Hierdurch wird nicht nur unterhalb des abgelegten
Daches, sondern auch hinter diesem ein zusätzlicher Raumgewinn bewirkt.
Zur Öffnung des Daches (Ablauf nach Figur 1 bis Figur 8) wird über einen nicht dargestellten Antrieb eine Schwenkbewegung der Hauptführungsstange 6 um das Gelenk 22 und/oder der Führungsstange 18 um das Gelenk 17 in Richtung des Pfeils 25 bewirkt. Eine gegebenenfalls nicht an- getriebene (Haupt- ) Führungsstange 6, 18 wird wegen der Kopplung über den Dachteil 5 dabei mit verschwenkt .
Dadurch, daß die Bewegungseinrichtung 14 an die Führungsstange 18 angebunden ist, wird sie mit ihrem Hebel 16 während des Dachöffnens oder schließens zwangsweise mitbewegt, ohne daß es hierfür eines eigenen Antriebs oder einer eigenen Steuerung bedarf. Somit wird auch die Verla- gerung der Heckscheibe 8 gegenüber den Außenbereichen 6 zwangsweise mit der Dachbewegung bewirkt. Alternativ wäre auch mit zusätzlichem Aufwand möglich, als Bewegungseinrichtung 14 etwa einen Hydraulikzylinder vorzusehen, der eine- nends an der Karosserie K angebunden und andere- nends mit dem Mittelbereich 7 verbunden sein könnte .
Durch die Schwenkanbindung des Mittelbereichs 7 über den Ausleger 11 am vorgeordneten Dachteil 5 ist neben der oben erwähnten Vorwärtsverlagerung weiter sichergestellt, daß das bei geschlossenem
Dach obere Ende 10 des Mittelbereichs 7 während der Öffnungsbewegung relativ zu den Außenbereichen 6 angehoben wird.
Anders als im Stand der Technik wird aber auch der bei geschlossenem Dach untere Bereich 13 bei der Dachöffnung durch den Zweischlag 15 angehoben, was zur Folge hat, daß der Mittelbereich 7 gegenüber den Außenbereichen 6 bei geöffnetem Dach über seine ganze Längserstreckung angehoben ist (Fig. 8) und somit der Kofferraum gegenüber einem reinen Aufwärtsschwenken des oberen Endes 10 des Mittelbereichs 7 deutlich vergrößert ist.
Dadurch, daß der Mittelbereich 7 über seine ganze Länge in der gleichen Richtung aus der Dichtung zu den Außenbereichen 6 herausgehoben wird, können durchgehende Dichtprofile ohne Abstufungen verwendet werden, was die Herstellung und Abdichtung vereinfacht. Da der untere Hebel 16 des Zweischlags 15 bei geschlossenem Dach (Fig. 1) im Nahbereich einer Totpunktstellung gehalten ist, ist zusätzlich in dieser Stellung eine vorteilhafte erhebliche Preßkraft auf die Dichtli- nie erreicht.
Schließlich ermöglicht die Erfindung auch noch das Vorsehen eines Schiebedachs (nicht gezeichnet) im vorgeordneten Dachteil 5, das über den Mittelbereich 7 ver- lagerbar und mit diesem zu öffnen sein kann.