Beschreibung
Physiologisches Sensorsystem
Die Erfindung betrifft ein physiologisches Sensorsystem zur Aufnahme elektrischer Messsignale in einem Magnetresonanzge¬ rät mit mindestens einer Messelektrode, mit einer Signalver¬ stärkereinrichtung in einem patientennah anzuordnenden ge¬ schirmten Gehäuse und mit einer Signalverarbeitungseinheit zur Aufbereitung der Messsignale, wobei die Messelektrode mit der Signalverstärkereinrichtung über eine Kabelverbindung verbunden ist.
Ein solches physiologisches Sensorsystem dient zur in situ Aufnahme von physiologischen Messsignalen während einer Un¬ tersuchung eines Patienten mittels eines Magnetresonanzgeräts (MR-Geräts) . Aus den Messsignalen können beispielsweise EKG- Ableitungen gewonnen werden, die Aufschluss über die Herz¬ phase während der Untersuchung geben und eine Synchronisation von MR-Messsequenzen und der Herztätigkeit erlauben.
So kann durch die kontinuierliche Erfassung der Herzstellung der Bildaufnahmebetrieb des MR-Geräts gesteuert werden. Sol¬ len die Magnetresonanzbilder beispielsweise das Herz in einer bestimmten Klappenstellung zeigen, so kann über die EKG-Sig¬ nale der Moment, in dem das Herz in der gewünschten Klappen¬ stellung ist, exakt erfasst werden, und die Bildaufnahme hierüber synchronisiert, d.h. z.B. getriggert, werden.
Aus DE 100 47 365 Al ist ein physiologisches Sensorsystem zur Aufnahme elektrischer Messsignale in einer die Aufnahme be¬ einträchtigenden Umgebung, insbesondere in einem Magnetreso¬ nanzgerät, bekannt. Es weist mehrere Messelektroden sowie ei¬ ner Signalverstärkereinrichtung, einer Leistungsversorgung und einer Elektronikeinrichtung zur Signalkonvertierung und Signalübertragung an ein externes Signalverarbeitungs- und/oder Steuerungsgerät auf, wobei die Messelektroden und
die Signalverstärkereinrichtung in einem ersten geschirmten Gehäuse und die Leistungsversorgung und die Elektronikein¬ richtung in einem zweiten geschirmten Gehäuse angeordnet sind. Ferner ist die Signalverstärkereinrichtung mit der E- lektronikeinrichtung und der Leistungsversorgung über eine geschirmte und/oder gedrillte Kabelverbindung verbunden oder verbindbar.
Aus US 5 782 241 und US 6 052 614 sind ähnliche physiologi- sehe Sensorsysteme bekannt, bei denen sämtliche für den Auf¬ nahme- und Vorverarbeitungsbetrieb der Messsignale relevanten Elemente gemeinsam in einem Gehäuse angeordnet sind, das auf den Patienten aufzusetzen ist. Hieraus ergibt sich jedoch der Nachteil, dass aufgrund der beachtlichen baulichen Größe und der gleichzeitigen Integration der Messelektroden das Sensor¬ system nahe am Herzen zu positionieren ist. Damit besteht die Gefahr, dass dieses Sensorsystem sich zumindest teilweise im Aufnahmebereich befindet, also in dem Bereich, in dem das Magnetresonanzbild aufgenommen werden soll. Dieses wird hier- durch zumindest beeinträchtigt.
Aus EP 0 173 130 Al ist eine Einrichtung für die MR-Tomogra- phie bekannt, bei der die Elektroden über eine Kabelverbin¬ dung mit einer außerhalb des MR-Geräts befindlichen Verstär- kereinrichtung verbunden sind. Von dieser Verstärkereinrich¬ tung, die zusammen mit dem MR-Gerät in einer HF-Kabine ange¬ ordnet ist, werden die Messsignale über eine Lichtwellenlei¬ terverbindung an einer extern zur Kabine befindliche Verar¬ beitungseinrichtung gegeben.
Weitere Einrichtungen zur Gewinnung von EKG-Signalen, insbe¬ sondere auch bei der Kernspintomographie, sind aus DE 696 28 354 T2, DE 34 30 625 Al und DE 33 27 731 Al bekannt. In den Schriften sind Kabelverbindungen zwischen Körperelektroden und Verstärkern angegeben, die einen Sicherheitswiderstand enthalten.
Allgemein koppeln die den MR-Messsequenzen zu Grunde liegen¬ den elektrischen und magnetischen Felder in elektrische Lei¬ ter ein. Davon sind auch die Kabelverbindungen zu den Elekt¬ roden zur Messung von beispielsweise den EKG-Ableitungen be- troffen, so dass gerade bei höherer Grundmagnetfeldstärke (z.B. größer 1 T) ohne Gegenmaßnahmen eine zuverlässige Be¬ stimmung der Herzphase beeinträchtigt ist. Zusätzlich muss die Anordnung von Messelektrode und Kabelverbindung so ausge¬ bildet sein, dass eine unzulässige Erwärmung der mit einem Patienten in Berührung kommenden Teile durch die einkoppeln¬ den Felder verhindert wird. Eine weitere Anforderung an das physiologische Sensorsystem liegt in der Verwendung von nichtpermeablen Materialien, da es ansonsten zu Störungen der Magnetresonanzbilder kommen würde. Dies macht insbesondere bei der Ausführung der Elektrodenclipse Schwierigkeiten. Die¬ se werden üblicherweise verwendet, um mit einem Klemmkontakt einen elektrischen Kontakt zu Einwegklebeelektroden her¬ zustellen. Ihre Federwirkung kann nicht mit üblichen Federn aus magnetischen Materialien erzielt werden.
MR-Messsequenzen umfassen Hochfrequenzsignale, die zur Erzeu¬ gung von MR-Antwortsignalen in den Aufnahmebereich des MR-Ge- rät eingestrahlt werden, sowie aus Gradientenfeldern zur Ortscodierung der Frequenzen und Phasen der MR-Antwortsig- nale. Durch die HF-Signale induzierte Ströme können von der Messelektrode zum Patienten fließen, wobei aufgrund des Wi¬ derstandes zwischen Messelektrode und Haut in der Größen¬ ordnung von 10 kΩ eine lokale Erwärmung bewirkt werden kann, welche es zu begrenzen gilt. Dies wird beispielsweise durch eine resistive Leitung in der Kabelverbindung bewirkt, welche die Leitungsströme begrenzt und bei denen die entstehende Verlustwärme über die gesamte Leitungslänge verteilt abgege¬ ben wird. Als resistive, nicht permeable Leitungen sind Kar¬ bon- und Edelstahlleitungen bekannt. Karbonleitungen bestehen aus Elastomeren, die mit feinem Kohlenstoff vermengt sind und dadurch leitfähig werden. Durch Einstellen des Kohlenstoffan- teils lässt sich der gewünschte Widerstandsbetrag in der Grö-
ßenordnung von 10 kθhm/m einstellen. Edelstahlleitungen be¬ stehen aus sehr dünnem Edelstahldraht, der auf einen nicht¬ leitenden Trägerdraht aufgewickelt ist. Durch die erzielte große Leitungslänge erhält man wiederum den gewünschten Wi- derstandsbetrag. Edelstahlleitungen sperren zusätzlich durch die beim Aufwickeln gebildete Induktivität sehr gut die Ein- kopplung der elektrischen HF-Felder. Jedoch werden dadurch auch vermehrt magnetische Störungen aufgrund der Gradienten¬ felder eingefangen. Im Gegensatz dazu sind Karbonleitungen auf magnetische Störungen geringer empfindlich. Sie sind al¬ lerdings auf elektrische HF-Störungen stärker empfindlich. Da sich HF-Störungen vom niederfrequenzen EKG-Nutzsignal sehr gut durch Tiefpassfilter ausblenden lassen, sind die Karbon¬ leitungen gegenüber Edelstahlleitungen im Vorteil. Allerdings besteht bei Materialübergängen von einer Karbonleitung zur
Verstärkerelektronik oder zum Elektrodenclip die Gefahr eines nichtlinearen Kontakts, der zu einer teilweisen Gleichrich¬ tung der HF-Störung führt. Diese passieren als Hüllkurvensig¬ nal ungehindert die Tiefpassfilter und werden zusammen mit dem EKG-Signal verstärkt. Dieser Effekt wurde auch bei Edel¬ stahlleitungen beobachtet, die mit Elektrodenclipsen aus Kar¬ bon-Duroplast hergestellt waren. Je nach Fertigungsqualität der Materialübergänge kann die Höhe der Störeinkopplung ein Mehrfaches der QRS-Amplitude im EKG-Signal betragen, so dass ein Aussortieren der qualitativ minderwertigen Leitungen er¬ forderlich wird. Zusätzlich kann sich dieser nachteilige Ef¬ fekt auch im Laufe der Benutzung verstärken, so dass die Ver¬ wendbarkeit zeitlich eingeschränkt ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kabelverbin¬ dung von einer Messelektrode zu einer Signalverstärker¬ einrichtung für ein physiologisches Sensorsystem anzugeben, deren Wechselwirkung mit den elektromagnetischen Feldern des Magnetresonanzgeräts nicht zu einer Erwärmung der mit einem Patienten in Berührung kommenden Teile führt und die den zu¬ vor angesprochenen Nachteil von z.B. Karbon-Metall-Übergängen nicht aufweist.
Die Aufgabe bezogen auf das eingangs erwähnte physiologische Sensorsystem wird dadurch gelöst, dass die Kabelverbindung einen niederohmigen Leiter aufweist, der über einen ersten elektrischen Widerstand an einem ersten Ende mit der Mess¬ elektrode und mit einem zweiten elektrischen Widerstand an einem zweiten Ende mit der Signalverstärkereinrichtung ver¬ bunden ist, wobei die Widerstände einen Widerstandswert min¬ destens in der Größenordnung des elektrischen Widerstandes zwischen Haut und Messelektrode aufweisen.
Die Erfindung erlaubt es, kostengünstige niederohmige Leiter, beispielsweise Kupferlitzen, zur Verbindung der Messelektro¬ den mit der Signalverstärkereinrichtung zu verwenden. Indu- zierte Ströme bewirken im Wesentlichen an den Widerständen
Abwärme, die aufgrund der Anordnung der Widerstände vom Pati¬ enten abgehalten werden kann. Vorzugsweise ist der niederoh¬ mige Leiter mit den Widerständen verlötet, so dass die Prob¬ lematik der Störeinkopplung aufgrund mangelnder elektrischer Übergänge nicht vorhanden ist.
Ausbildungsformen der Erfindung erlauben eine problemlose Er¬ zeugung von EKG-Signalen sowohl bei höheren Grundmagnetfeld¬ stärken (größer I T), als auch bei Hochleistungssequenzen d.h., bei erhöhten HF- und Gradientenleistungen. Die Verwen¬ dung der eingangs erwähnten Einrichtungen zur Gewinnung von EKG-Signalen lässt dies nicht problemlos zu.
Durch die Steigerung der Magnetfeldstärke, HF- und Gradien- tenleistung in der Magnetresonanztechnologie können mit den eingangs genannten Einrichtungen keine störungs- und gefähr¬ dungsfreie Anwendungen gewährleistet werden. Die aktuelle O- bergrenze von kommerziell verwendeten Magnetresonanzgeräten liegt derzeit bei 3 T, wobei sich auch Magnetresonanzgeräte mit höheren Magnetfeldstärken (z.B. 7 T) in der klinischen Erprobung befinden. Damit gehen Resonanzfrequenzen von 120 MHz bis 280 MHz einher. Unter diesen Rahmenbedingungen ver-
halten sich Kabelisolationen bei hohen Frequenzen als die¬ lektrische Stromleiter. Selbst relativ kurze Leitungen werden zu erstaunlich effektive Antennen, die dem HF-Feld Energie entziehen, und als Strom an die EKG-Elektroden am Patienten abgegeben werden können. Die Schirmgehäuse können durch Wir¬ belströme erhitzt werden. Schlimme Folgen für den Patienten sind beispielsweise Verbrennungen im Auflagebereich von Lei¬ tern. Zur Verhinderung sollten Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Des Weiteren können eventuell benötigte EKG- getriggerte Magnetresonanzuntersuchungen fehlerhaft oder nicht diurchführbar werden. Gerade bei den eingangs genannten Anordnungen mit nur einem Widerstand ergibt sich das Problem, dass der Strom in der EKG-Ableitung nur an einem Punkt durch den Widerstand begrenzt wird. Die Wegstrecke zum anderen Ende des Leiters koppeöt aber bei hohen Frequenzen (≥ 120 MHz) wieder genügend Energie ein, um hohe HF-Spannungen zu indu¬ zieren. Es fließen trotz Isolation der Leitungen und Gehäuse kapazitiv gekoppelte Ströme über den Körper des Patienten und gefährden diesen. Durch die erfindungsgemäße Verwendung von zwei Widerständen an den entgegengesetzten Enden wird die wirksame Wegstrecke halbiert und der Strom an den besonders kritischen Stellen begrenzt. Diese Aufteilung des Längswider¬ stands in zwei räumlich getrennte Widerstände trägt der Situ¬ ation und den Anforderungen moderner z.B. Kardio-MR- Untersuchungen Rechnung und ist somit von großem Vorteil.
In einer besonderen Ausführungsform werden mindestens zwei Messelektroden verwendet, wobei jede der Kabelverbindungen derart mit der Signalverstärkereinrichtung verbunden ist, dass das Ende des zweiten Widerstands auf der Seite der Sig¬ nalverstärkereinrichtung mit einem Durchführungskondensator in das geschirmte Gehäuse geführt wird und somit hochfre¬ quenzmäßig mit dem geschirmten Gehäuse verbunden ist. Die Verwendung zweier Messelektroden mit Kabelverbindungen und des hochfrequenzmäßigen Kurzschließens der beiden Kabelver¬ bindungen über das geschirmte Gehäuse sowie über die Haut des Patienten führt zu einer HF-antennenartigen Ausbildung von
leitenden Verbindungen innerhalb des Aufnahmebereichs des MR- Geräts. Die erfindungsgemäße Verwendung der Widerstände ver¬ hindert trotz der großen Einkopplung von HF-Signalleistung in diese Anordnung eine Verbrennungsgefahr für den Patienten.
In einer weiteren Ausbildung erfolgt die Verbindung des zwei¬ ten Widerstands mit der Messelektrode über einen Clip, der eine Aussparung aufweist, in der der erste Widerstand ange¬ ordnet ist. Vorzugsweise wird der Widerstand an der dem Pati- enten abgewandten Seite angeordnet, so dass keine oder nur eine geringe Wärmeankopplung vom Widerstand zum Patienten ge¬ geben ist. Vorzugsweise erfolgt die elektrische Verbindung des ersten Widerstands mit der Messelektrode über eine galva¬ nische Verzinnung einer Klemmzone des Clips und des Bereichs zwischen der Klemmzone und einer Anlötzone des ersten Wider¬ stands.
Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind durch die Merkmale der Unteransprüche gekennzeichnet.
Es folgt die Erläuterung von mehreren Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der Figuren 1 bis 3. Es zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung eines erfindungsgemäßen Sensorsystems,
Fig. 2 eine beispielhafte Ausführungsform der Signalver¬ stärkereinrichtung und
Fig. 3 und 4 Darstellungen eines galvanisierten Clips für eine Messelektrode.
Figur 1 zeigt ein beispielhaftes erfindungsgemäßes physiolo¬ gisches Sensorsystem 1 in Form einer Prinzipdarstellung. Das Sensorsystem umfasst ein erstes patientennah anzuordnendes geschirmtes Gehäuse 2, an dem im gezeigten Beispiel drei E- lektroden 3, 4 und 5 angeordnet sind, die beispielsweise zur
Aufnahme eines EKG ausgebildet sind. Im ersten Gehäuse 2 ist ferner eine Signalverstärkereinrichtung 6 angeordnet, die die über die Elektroden 3, 4, 5 gelieferten Signale verstärkt. Über ein geschirmtes oder gedrilltes Kabel 7 werden die Mess- Signale an ein Signalkonvertierungsmodul 8, das in einem zweiten geschirmten Gehäuse 9 angeordnet ist, gegeben. Dort werden die Signale konvertiert und anschließend über ein Sig¬ nalübertragungsmodul 10 an ein externes Signalverarbeitungs- und/oder Steuerungsgerät 11 gegeben. Im zweiten Gehäuse 9 ist ferner eine Leistungsversorgung 12 angeordnet, die das ge¬ samte Sensorsystem mit Leistung versorgt.
Wie Figur 1 ferner zeigt, ist ein zweites erstes Gehäuse 13 vorgesehen, an dem im gezeigten Beispiel ebenfalls zwei E- lektroden 14, 15 angeordnet sind. Diese sind beispielsweise zur Aufnahme von EEG-Messsignalen ausgebildet. Selbstver¬ ständlich können auch mehr als zwei Elektroden vorgesehen sein. Auch in diesem ersten geschirmten Gehäuse 13 ist eine Signalverstärkereinrichtung 16 angeordnet, die die Signale vor Ort, also unmittelbar am Messort verstärkt. Über ein ge¬ schirmtes oder gedrilltes Kabel 17 werden auch diese Messsig¬ nale an das Signalkonvertierungsmodul 8 gegeben und entspre¬ chend aufbereitet.
Weiterhin ist am zweiten geschirmten Gehäuse 8 ein weiteres Sensorelement 18 angeschlossen, bei dem es sich im gezeigten Ausführungsbeispiel um einen flexiblen Brustring handelt, ü- ber den die Atmung des Patienten aufgenommen werden kann. Dieser umfasst ein komprimierbares Luftvolumen 19, das beim Heben und Senken des Brustkorbs entsprechend komprimiert oder gedehnt wird. Über eine pneumatische Verbindungsleitung 20 wird der sich ändernde Druck auf einen entsprechenden Sensor im Signalkonvertierungsmodul 8 gegebenen. Ein zweites Sensor¬ element 21 in Form eines Fingerrings ist am zweiten Gehäuse 9 angeschlossen, mittels welchem der periphere Puls des Patien¬ ten durch Licht-Absorption des Blutes gemessen werden kann. Die aufgenommenen nicht-elektrischen Messinformationen (auch
bei den mittels des Sensorelements 18 aufgenommenen Informa¬ tionen handelt es sich um nicht-elektrische Messinformatio¬ nen) werden hier über faseroptische Leitungen 22 an ein ent¬ sprechendes Sensorelement im Signalkonvertierungsmodul 8 ge- geben.
Figur 2 zeigt als Prinzipskizze in vergrößerter Darstellung das erste Gehäuse 2 mit einer Schaltungsanordnung 25. Im ge¬ zeigten Beispiel sind die Elektroden 3, 4, 5 dargestellt, die mit dem Gehäuse 2 über kurze Kabelverbindungen 26 beweglich sowie elektrisch verbunden sind. Die EKG- (oder auch die EEG- ) Elektroden werden auf einen nicht abgebildeten Patienten aufgeklebt und je nach gewünschter Ableitung von Herzsignalen positioniert. Die Elektroden 3 und 4 dienen zur Messsignal- aufnähme, die Elektrode 5 liegt an Masse und dient als Refe¬ renz. Den Elektroden 3 und 4 sind zwei Operationsverstärker 27 sowie ein gemeinsamer zweiter Operationsverstärker 29 zur Differenzsignalbildung nachgeschaltet. Da nur ein Signal zwi¬ schen den beiden Elektroden 3, 4 ermittelt wird, ist nur ein Signalausgang 24 vorgesehen.
Alternativ sind aufgrund der Ausrichtung der drei Elektroden 3, 4, 5 drei Ableitungen möglich, nämlich "linker Arm - rech¬ ter Arm", "linkes Bein - rechter Arm" und "linkes Bein - lin- ker Arm". Diese können im Gegensatz zur dargestellten Ausfüh¬ rungsform in Form von mehreren Differenzsignalen über mehrere Ausgänge 24 ausgegeben werden. Die Ausgabe bzw. Übertragung erfolgt jeweils über geschirmte Kabelverbindung.
Die Kabelverbindungen 26 weisen jeweils an einem ersten Ende einen Clip 31 auf, der mit Hilfe einer Klemmzone ein Anklem¬ men an die jeweilige Messelektrode 3, 4, 5 erlaubt. Der Clip stellt die elektrische Verbindung von der Messelektrode 3, 4, 5 zu einem ersten Widerstand 33 her, der nahe an der Mess- elektrode 3, 4, 5 angeordnet ist. Die Kabelverbindung 26 weist vorzugsweise eine Länge auf, die bewirkt, dass bei ei¬ ner Anordnung der Messelektrode 3, 4, 5 in der Nähe des Zent-
rums eines Aufnahmebereichs des Magnetresonanzgeräts die Sig¬ nalverstärkereinrichtung 6 nahe des Randbereichs des Aufnah¬ mebereichs angeordnet ist. Beispielsweise hat die Kabelver¬ bindung eine Länge von 10 cm bis 20 cm. Die elektrische Ver- bindung über diese Distanz erfolgt über einen niederohmigen Leiter 35, dessen erstes Ende mit dem Widerstand 33 und des¬ sen zweites Ende mit einem Widerstand 37 verlötet sind. Nach dem Widerstand 37 wird das Verbindungskabel 26 durch einen Durchführungskondensator 39 in das Innere des geschirmten Ge- häuses 2 geführt. Der Durchführungskondensator 39 bewirkt ei¬ ne hochfrequenzmäßige Verbindung des Durchführungskabels 26 mit dem Gehäuse 2 und somit auch zu den anderen Kabelverbin¬ dungen 26 mit den anderen Messelektroden 3, 4, 5. Der Durch¬ führungskondensator 39 wird durch den elektrischen Leiter des Durchführungskabeis und einem im Gehäuse 2 angeordneten rohr- förmigen Leiter gebildet. Zur Erhöhung der Kapazität ist der Zwischenraum zwischen Durchführungskabel und rohrförmigem Leiter mit einem Isolator mit hoher Dielektrizitätszahl Cr gefüllt. Durchführungskondensatoren sind auch als diskrete Bauelemente in bedrahteter Ausführung oder für Oberflächen¬ montage erhältlich.
Derartig kurze Kabelverbindungen werden beispielsweise bei einer Signalverstärkereinrichtung 6, 16 verwendet, wie sie in der eingangs erwähnten DE 100 47 365 Al beschrieben ist.
Zentrale Komponente der Kabelverbindung 26 ist die Leitung aus ummantelter Kupferlitze, die an den beiden Leitungsenden mit Serienwiderständen von 47 kOhm versehen ist. Bei den an¬ gegebenen Leitungslängen liegt keine Verbrennungsgefahr mehr vor. Vorzugsweise werden die Serienwiderstände auf dem Clip und der Verstärkerelektronik integriert. Der Widerstandswert kann je nach Leitungslänge angepasst werden.
Die Figuren 3 und 4 zeigen eine Aufsicht und eine Seitenan- sieht eines Clips zur Verwendung mit einer üblichen Einweg- klebeelektrode. In Figur 3 erkennt man einen niederohmigen Leiter 41, der von einem Isolierschlauch 43 umgeben ist. Der
zangenartig ausgebildete Clip 45 ist aus thermisch stabilem Kunststoff gebildet. Er weist eine Klemmzone 47 auf, in die ein Kontaktstift der Messelektrode eingeklemmt werden soll um sie elektrisch mit dem Leiter 41 zu verbinden. Die Kontaktie- rung erfolgt über einen galvanisch verzinnten Bereich 49, der in Figur 3 schraffiert dargestellt ist. Er führt zu einem Griffteil 51A des Clips 45, in den der Leiter 41 geführt wird. Der Griffteil 51A weist eine Aussparung für den ersten Widerstand 33 auf, der einerseits mit dem Leiter 41 und ande- rerseits mit dem galvanisierten Bereich 49 verlötet ist. Der Clip 45 weist vier Biegezonen 53A,... 53D auf, die mäander- förmig und symmetrisch zur Richtung der Federkraft angeordnet sind. Die Federkraft bei Zusammendrücken der Griffteile 51A, 51B in der Klemmzone 47 wirkt in der Zeichenebene senkrecht zur Symmetrieachse 55. Die Lötpunkte 57A, 57B bewirken eine großflächige gute Kontaktierung des Leiters 41 mit der Mess¬ elektrode.
Figur 4 zeigt eine Seitenansicht auf den Clip 45 aus Figur 3, wobei eine auf einer Haut 60 eines Patienten angebrachte
Messelektrode 61 an ihrem Kontaktstift 63 in der Klemmzone des Clips eingeklemmt ist. Zur Verdeutlichung der Anordnung des Widerstands 33 wurde der Außenbereich des Klemmteils 51 nicht angezeichnet, so dass man die patientenferne Anordnung des Widerstands 33 im Clip erkennt. Der Clip 45 verjüngt sich im Bereich der Klemmzone keilartig, um das Anklemmen der Messelektrode 61 zu erleichtern. Ein mit Ag/AgCl-getränkter Schaumstoff oder eine Ag/AgCl-Gelmasse verbessert den elekt¬ rischen Kontakt zwischen Messelektrode 61 und Haut 60 und führt zu dem eingangs erwähnten Widerstand von ca. 10 kΩ.