Übertragung von Daten zu einem Fahrzeug
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anordnung zum Übertragen von Daten zu einem Fahrzeug, wobei die Daten drahtlos in einem Fahrzeug-Fahrzeug- Kommunikationsnetz und/oder in einem Kommunikationsnetz mit ortsfesten Sendestationen zu dem Fahrzeug übertragen werden. Die Erfindung betrifft insbesondere die Übertragung von Daten zu einem Straßenkraftfahrzeug, ist aber nicht auf diesen Fall beschränkt. Unter einem Straßenkraftfahrzeug wird ein Kraftfahrzeug verstanden, das für den Betrieb auf Straßen geeignet ist. Es kann sich dabei auch um ein geländetaugliches Fahrzeug handeln.
In derartigen Kommunikationsnetzen kann das Fahrzeug beispielsweise permanent in Kommunikationsverbindung zu anderen Teilnehmern (z. B. Fahrzeugen) und/oder zu Sendestationen (z. B. so genannten Hotspots, die entlang der Fahrstrecke positioniert sind) stehen. Dabei können Daten zu dem Fahrzeug übertragen werden, die Informationen unterschiedlicher Art enthalten. Z. B. werden sogenannte Chat- Nachrichten übertragen, die für den Betrieb und die Sicherheit des Fahrzeugs weniger wichtige Informationen enthalten, und/oder werden Daten übertragen, die sicherheitsrelevante Informationen enthalten, etwa über den Straßenzustand oder über einen Unfall.
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Anordnung der eingangs, genannten Art anzugeben, mit denen die Nutzung von Daten, die wichtige Informationen enthalten, in dem Fahrzeug gewährleistet werden kann. Insbesondere sollen auch die in dem Kommunikationsnetz zur Verfügung stehenden Ressourcen für die Übertragung von Daten geschont oder effizient genutzt werden. Bei diesen Ressourcen handelt es sich insbesondere um die zur Verfügung stehende Bandbreite bzw. Daten-Übertragungsrate einer Kommunikationsverbindung in dem Kommunikationsnetz und um die für die Übertragung der Daten zur Verfügung stehende Verbindungszeit.
Es wird ein Verfahren vorgeschlagen, bei dem
- die Daten drahtlos in einem Fahrzeug-Fahrzeug-Kommunikationsnetz und/oder in einem Kommunikationsnetz mit ortsfesten Sendestationen zum Senden der Daten zu dem Fahrzeug übertragen werden,
- die Daten von dem Fahrzeug empfangen werden,
- die empfangenen Daten gefiltert werden und
- bei der Filterung abhängig von in den Daten enthaltenen Informationen automatisch entschieden wird, ob die Daten oder Teile der Daten von einer weiteren Datenverarbeitung in dem Fahrzeug ausgeschlossen werden.
Femer wird eine Anordnung zum Übertragen von Daten zu einem Fahrzeug, insbesondere zu einem Straßenkraftfahrzeug, vorgeschlagen, die folgendes aufweist:
- eine. Empfangseinrichtung zum Empfangen der drahtlos zu dem Fahrzeug übertragenen Daten,
- eine Filtereinrichtung zum Filtern der empfangenen Daten, wobei die Filtereinrichtung mit der Empfangseinrichtung verbunden ist und wobei die Filtereinrichtung ausgestaltet ist, abhängig von in den Daten enthaltenen Informationen zu entscheiden, ob die Daten oder Teile der Daten von einer weiteren Datenverarbeitung in dem Fahrzeug ausgeschlossen werden.
Durch die Filterung können unwichtige und/oder schädliche Daten ausgesondert werden, sodass das Einrichtungen und Systeme in dem Fahrzeug zuverlässig die wichtigen Informationen verarbeiten können. Die Einrichtungen und Systeme werden somit nicht durch die Verarbeitung unwichtiger Daten belastet bzw. werden vor Schaden bewahrt.
Bei einer Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lösung wird den empfangenen Daten ein Grad ihrer Wichtigkeit zugeordnet und können die Daten unter Berücksichtigung des Grades weiterverarbeitet werden.
Vorzugsweise ist die Filterung einstellbar und konfigurierbar. Auf diese Weise ist es möglich, Informationen, die ohne Anfrage an das Fahrzeug gesendet wurden (sogenannte Push Messages), z. B. Werbung, Chat-Nachrichten, automatischer Informations-Download beim Anfahren von Städten, Sehenswürdigkeiten und/oder Restaurants, neueste Angebote von Autohändlern und/oder Supermärkten, herauszufiltem oder nur ausgewählte Informationen für eine weitere Datenverarbeitung zuzulassen bzw. hindurch zu lassen.
Insbesondere kann die Filtereinrichtung mit einer Mehrzahl von unterschiedlichen Filterprofilen betrieben werden, wobei jedes der Filterprofile zumindest teilweise die Betriebsweise der Filtereinrichtung festlegt. Beispielsweise können Filterprofile erstellt werden, die für einen bestimmten Zeitraum des Betriebs der Filtereinrichtung verwendet werden, z. B. Nachtfahrt oder Tagesfahrt. Weiterhin können beispielsweise Filterprofile erstellt werden, die für bestimmte Ereignisse und/oder Situationen verwendet werden, z. B. Profile für Besprechungen während der Fahrt, für eine Dienstreise und für eine Familienreise.
Bei einer Ausgestaltung der Erfindung wird abhängig von einem Ergebnis der Filterung entschieden, ob an den Absender der empfangenen Daten und/oder an einen potenziellen Absender von Daten eine Mitteilung gesendet wird. Diese Mitteilung enthält insbesondere die Information, dass der Empfang bestimmter (weiterer) Daten nicht erwünscht ist. Optional kann der Empfang dieser weiteren Daten von der Filtereinrichtung blockiert werden. Bei dieser Ausgestaltung wird die Übertragung von unerwünschten Daten in dem Kommunikationsnetz wirksam reduziert.
Unwichtige Informationen sind z. B. Werbung und Chat-Nachrichten. Jedoch kann die Entscheidung, ob Informationen wichtig oder unwichtig sind, im Laufe der Zeit in unterschiedlicher weise getroffen werden. Beispielsweise kann die Entscheidung abhängig von der derzeitigen Fahrsituation des Fahrzeugs getroffen werden.
Insbesondere kann die Filterung abhängig von einem Betriebszustand des Fahrzeugs und/oder abhängig von einem Betriebszustand einer Einrichtung des Fahrzeugs durchgeführt werden (z. B. bei niedrigem Reifendruck oder niedrigem Füllstand im Kraftstoffbehälter). Dies ermöglicht es der Filtereinrichtung, abhängig von dem Betriebszustand automatisch eine Antwort auf eine mit den Daten empfangene Nachricht oder Anfrage zu senden. Z. B. kann die Antwort die Information enthalten, dass eine mit dem Fahrzeug fahrender gewünschter Gesprächspartner und/oder eine Einrichtung in dem Fahrzeug derzeit nicht erreichbar ist, etwa weil der Gesprächspartner bereits telefoniert. Eine derartige automatische Antwort kann jedoch dann gesendet werden, wenn die Filterung nicht abhängig von dem Betriebszustand durchgeführt wird.
Die Fahrsituation des Fahrzeugs und der Betriebszustand können unter dem Begriff „Kontext" zusammengefasst werden. Bei einer Ausgestaltung der Erfindung wird die Filterung der empfangenen Daten unter Berücksichtigung der Kombination aus der
Fahrsituation und dem Betriebszustand durchgeführt und die Wichtigkeit kontextabhängig festgelegt. Insbesondere können bei der Festlegung der Wichtigkeit Meldungen bzw. Informationen von Steuereinrichtungen und/oder von Bordelektronik des Fahrzeugs berücksichtigt werden.
Z. B. ist in dem Fahrzeug eine Reifendruck-Messeinrichtung vorgesehen, die über eine Signalleitung zur Übertragung solcher Meldungen mit der Filtereinrichtung verbunden ist. Stellt die Reifendruck-Messeinrichtung fest, dass der aktuelle Reifendruck zu gering ist, gibt sie eine entsprechende Meldung an die Filtereinrichtung aus. Durch die Meldung wird die Wichtigkeit von Daten erhöht, die Informationen Über fahrzeugexterne Einrichtungen enthalten, mit denen der Reifendruck angepasst werden kann. Beispielsweise empfängt das Fahrzeug vor oder beim Erreichen einer an der Fahrstrecke gelegenen Tankstelle, die einen Reifenluftdruck-Messdienst anbietet, über das Kommunikationsnetz entsprechende Informationen. Die Filtereinrichtung stuft diese Informationen nunmehr als wichtig ein. Beispielsweise erhält der Fahrer als Folge eine entsprechende Nachricht, etwa als kombiniertes akustisches und optisches Signal (z. B. eine Sprachmeldung des Bordcomputers und ein Aufleuchten einer Signalleuchte). Ist der Reifenluftdruck dagegen richtig, wird die von der Tankstelle empfangene Nachricht verworfen, d. h. werden die entsprechenden Daten von einer Weiterverarbeitung ausgeschlossen.
Ein weiteres Beispiel betrifft eine temporäre Verkehrsstörung, z. B. wegen einer Tagesbaustelle. Nach Empfang von Daten, die Informationen über das Bestehen der Tagesbaustell.e enthalten, werden diese Daten von der Filtereinrichtung als wichtig, eingestuft und an das Navigationssystem des Fahrzeugs weitergeleitet. Das Navigationssystem berechnet daraufhin eine neue Fahrtroute. Die Nachricht über das Bestehen der Tagesbaustelle muss in diesem Fall nicht dem Fahrer mitgeteilt werden. Allgemein ist daher bei Daten mit als wichtig eingestuften Informationen zwischen solchen Daten zu unterscheiden, die zu einer expliziten Benachrichtigung des Fahrers führen, und solchen Daten zu unterscheiden, die zwar weiterverarbeitet werden, bei denen jedoch keine explizite Benachrichtigung des Fahrers erfolgt. Insbesondere dadurch, dass die Filtereinrichtung die Daten oder Informationen an entsprechende geeignete Einrichtungen in dem Fahrzeug weiterleitet, kann eine Belastung des Fahrers mit unnötigen Informationen vermieden werden.
Ein drittes Beispiel betrifft allgemeinen die Warnung von Fahrzeug-internen und - externen Sicherheitseinrichtungen. Beispielsweise kann ein im Fahrzeug vorhandenes Angriffs-Erkennungssystem durch die empfangenen Daten im Vorfeld über mögliche Angriffe gewarnt werden und/oder kann die in den empfangenen Daten enthaltenen Information zu Analysezwecken an externe Systeme weitergeleitet werden.
Die Erfindung ermöglicht es, schädliche Inhalte von Daten zu erkennen und von den Einrichtungen und Systemen des Fahrzeugs fernzuhalten. Insbesondere analysiert die Filtereinrichtung Inhalt und/oder Anhänge von empfangenen Nachrichten. Vorzugsweise fordert die Filtereinrichtung selbständig Sicherheitsinformationen (z. B. Updates aus dem Internet) an, um einen aktuellen Zustand der Funktionalität zu erhalten. Insbesondere hierdurch können z. B. Viren, Würmer und unerwünschte Werbenachrichten von der Weiterverarbeitung ausgeschlossen werden und/oder die entsprechenden Daten vollständig gelöscht werden.
Die Filtereinrichtung kann als gemeinsame Schnittstelle einer Mehrzahl oder aller Einrichtungen des Fahrzeugs, die mit über das Kommunikationsnetz empfangenen Daten versorgt werden können, zu der Außenwelt ausgestaltet sein. Beispielsweise kann die Filtereinrichtung eine zentrale Sicherungsfunktion übernehmen und bei Bedarf weitere Sicherheitsmechanismen in dem Fahrzeug und/oder außerhalb des Fahrzeugs (z. B. durch Absenden einer Nachricht) aktivieren. Optional kann die Filtereinrichtung zusätzliche Sicherungsaufgaben übernehmen.
Ferner kann die Filtereinrichtung verschiedene Informationen aus empfangenen Daten und/oder verschiedene Informationen aus empfangenen Daten und aus anderen Daten miteinander verknüpfen und auf diese Weise neue Informationen generieren.
Weiterhin kann die Filtereinrichtung nicht nur auf empfangene Nachrichten reagieren, sondern auch aktiv und gezielt Inhalte und Informationen von anderen Teilnehmern des Kommunikationsnetzes, insbesondere von anderen Fahrzeugen, abrufen und/oder anfordern.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnung beschrieben. Die einzige Figur der Zeichnung zeigt:
Fig. 1 eine Anordnung zum Empfangen und Verarbeiten von Daten in einem
Fahrzeug.
In Fig. 1 ist ein Fahrzeug, beispielsweise ein Personenkraftwagen, schematisch durch einen Rahmen angedeutet, der mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet ist. Das Fahrzeug 1 weist eine Empfangseinrichtung 5 auf, die eingangsseitig über eine Funkverbindung 3 an ein Kommunikationsnetz zur drahtlosen Übertragung von Daten angeschlossen ist. Bei dem Kommunikationsnetz handelt es sich im beispielsweise um eine Fahrzeug- Fahrzeug-Kommunikationsnetz, in dem direkt zwischen Fahrzeugen Daten übertragen werden.
Die Empfangseinrichtung 5 ist ausgangsseitig mit einem Eingang einer Filtereinrichtung 7 verbunden. Beispielsweise kann die Empfangseinrichtung 5 gleichzeitig auch als Sendeeinrichtung zum Senden von Daten aus dem Fahrzeug 1 zu anderen Teilnehmern des Kommunikationsnetzes ausgestaltet sein. Weiterhin kann die Empfangseinrichtung 5 ausgestaltet sein, sämtliche Funktionen zu erfüllen, die für eine Funkübertragung von Signalen und für ein Extrahieren der mit den Signalen übertragenen Daten erforderlich sind.
Verschiedene Ausgänge der Filtereinrichtung 7 sind mit einem Datenspeicher 6, einer Signalisierungseinrichtung 9, einer Navigationseinrichtung 11 und Steuereinrichtungen 13 (die beispielsweise einen Bordcomputer und/oder Steuereinrichtungen zum Steuern eines Antriebsmotors des Fahrzeugs aufweisen). An Stelle verschiedener Ausgänge kann ein Datenbus vorgesehen sein, über den die Filtereinrichtung 7 mit den genannten anderen Einrichtungen verbunden ist. Vorzugsweise stellt die Filtereinrichtung 7 jedoch die einzige Schnittstelle zwischen den anderen Einrichtungen und der Empfangseinrichtung 5 dar.
Die in Fig. 1 dargestellte Anordnung wird beispielsweise wie folgt betrieben: die Empfangseinrichtung 5 empfängt über die Funkverbindung 3 laufend oder wiederholt Funksignale, aus denen sie Daten extrahiert. Die Daten werden an die Filtereinrichtung 7 weitergeleitet, die die Daten zunächst auf enthaltene Elemente (z. B. Viren und Würmer) überprüft, die zu einer Schädigung der Einrichtungen in dem Fahrzeug 1 oder zu einer Schädigung von anderen Teilnehmern des Kommunikationsnetzes führen können. Diese Elemente und optional auch in Verbindung mit diesen Elementen übertragene Daten
werden gelöscht. Die auf diese Weise in einem ersten Schritt gefilterten Daten können ganz oder teilweise in dem Datenspeicher 6 gespeichert werden.
Weiterhin werden diese Daten nun in einem zweiten Schritt daraufhin analysiert, ob sie von einer Weiterverarbeitung auszuschließen sind. Dabei werden die Daten vorzugsweise abhängig von der momentanen Fahrsituation und von dem momentanen Betriebszustand des Fahrzeugs hinsichtlich ihrer Wichtigkeit bewertet. Weniger wichtige Daten werden gelöscht oder für eine mögliche spätere Verarbeitung in dem Datenspeicher 6 gespeichert. Wichtigere Daten werden von der Filtereinrichtung 7 an andere Einrichtungen in dem Fahrzeug 1 zur Datenverarbeitung weitergeleitet.
Vorzugsweise entscheidet die Filtereinrichtung 7 in einem dritten Schritt anhand der in den Daten enthaltenen Informationen oder anhand von Adress-Informationen (die z. B. enthalten in einem bestimmten Feld einer Datenstruktur sind), an welche der an die Filtereinrichtung 7 angeschlossenen Einrichtungen die Daten weitergeleitet werden.
Optional findet in der Filtereinrichtung 7 nach dem Schritt der Eliminierung von schädlichen Elementen eine Vorverarbeitung der Daten statt. Dabei können z. B. in verschiedenen Teilen der empfangenen Daten enthaltene Informationen miteinander verknüpft werden.