Vorriclitung und Verfahren zur Einstellung einer Betriebsstufe eines automatischen
Getriebes eines Kraftfahrzeuges
Stand der Technik
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Einstellung einer Betriebsstufe eines automatischem Getriebes eines ICraftfahrzeug mit den Merkma- len des Oberbegriffs des unabhängigen Anspruchs 1.
Moderne Vorrichtungen zur Einstellung einer Betriebsstufe eines automatischen Getriebe weisen Betätigungsmittel auf, welche Informationen über die vom Fahrer ausgewählte Betriebsstufe, beispielsweise die Parkstellungs-Betriebsstufe P, elekt- risch an ein Getriebesteuergerät übermitteln. Das Getriebesteuergerät stellt über am Getriebe angeordnete Aktuatoren in Abhängigkeit von der Vorgabe der Betäti¬ gungsmittel und gegebenenfalls weiterer Parameter die gewünschte Betriebsstufe ein. Diese Methode zur Einstellung der Betriebsstufe wird auch als „Shift-by-wire" bezeichnet. Außerdem weisen derartige Vorrichtungen ein Geschwindigkeitserfas- sungsmittel auf, dass die augenblickliche Fahrzeuggeschwindigkeit erfasst und die¬ sen Wert an das Getriebesteuergerät übermittelt. Um eine Beschädigung des Ge¬ triebes zu vermeiden, kann die Parkstellungs-Betriebsstufe nur dann eingestellt werden, wenn die erfasste Fahrzeuggeschwindigkeit kleiner als ein vorgegebener Grenzwert von beispielsweise 2 km/h ist. Bei größeren Fahrzeuggeschwindigkeiten wird die Einstellung der Parkstellungs-Betriebsstufe am Getriebe vom Getriebe¬ steuergerät nicht zugelassen.
Derartige Vorrichtungen weisen keine mechanische Rücϊαneldung darüber auf, ob die Parlcstellungs-Betriebsstufe von Getriebesteuergerät letztlich eingelegt wurde oder nicht. Da das Fahrzeug bei nicht eingelegter Parlcstellungs-Betriebstufe jedoch ungewollt ins Rollen geraten kann, wird der Fahrer bei einer Betätigung des Betä¬ tigungsmittels in der ParksteUungs-Betriebsstufe und bei einer Fahrzeuggeschwin¬ digkeiten, die größer als der Grenzwert ist, aus Sicherheitsgründen mittels eines akustischen oder optischen Warnsignals darüber informiert, dass die Parkstellungs- Betriebsstufe nicht eingestellt werden kann.
Die bekannten Verfahren weisen den Nachteil auf, dass der Fahrer das akustische oder optische Warnsignal oft als störend ansieht und zu einem späteren Zeitpunkt beim Stillstand des Fahrzeuges möglicherweise trotz des Warnsignals vergisst, die Parkstellungs-Betriebstufe erneut am Betätigungsmittel einzustellen.
Vorteile der Erfindung
Die erfindungsgemäße Vorrichtung mit den kennzeichnenden Merkmalen des An¬ spruchs 1 weist demgegenüber die Vorteile auf, dass das zumeist als störend emp- fundene akustische oder optische Warnsignal entfallen und das Sicherheitsrisiko ei¬ nes unbeabsichtigten Nichteiniegens der Parkstellungs-Betriebsstufe, falls der Fah¬ rer vergessen sollte, die Parkstellungs-Betriebsstufe zu einem späteren Zeitpunkt erneut anzufordern, minimiert wird. Vorteilhaft wird bei vom Fahrer angeforderter Parkstellungs-Betriebsstufe P und einer Fahrzeuggeschwindigkeit oberhalb des Grenzwertes (erster Grenzwert) von den Steuermitteln die Fahrzeugbremse ent¬ sprechend einem ersten Bremssteuerprogramm derart betätigt, dass die Fahrzeug¬ geschwindigkeit kleiner als der Grenzwert wird, und die Parkstellungs- Betriebsstufe am Getriebe eingestellt wird.
Vorteilhafte Ausfuhrungsbeispiele und Weiterbildungen der Erfindung werden durch die in den abhängigen Ansprüchen angegebenen Merkmale ermöglicht.
Besonders vorteilhaft ist ein Au-duhrungsfeeispieL bei dem ein zweiter Grenzwert der Fahrzeuggeschwindigkeit, der größer als der erste Grenzwert ist, vorgegeben ist. Bei Vorgabe der Parlstellungs-Betriebsstufe und bei einer erfassten Fahrzeug- geschwindigkeit. die Meiner als der zweite Grenzwert und größer als der erste
Grenzwert ist, wird die Fahrzeugbremse entsprechend dem ersten Bremsteuerpro¬ gramm derart betätigt, dass die Fahrzeuggeschwindigkeit unter den ersten Grenz¬ wert absinkt und die Parlcstellungs-Betriebsstufe am Getriebe eingestellt werden kann. Bei einer erfassten Fahrzeuggeschwindigkeit, die größer als der zweite Grenzwert ist, erfolgt jedoch keine Betätigung der Fahrzeugbremse, da dann die
Vorgabe als Fehlbedienung der Betätigungsvorrichtung interpretiert wird.
Das erste Bremssteuerprogramm kann beispielsweise vorteilhaft eine moderate Be¬ tätigung der Fahrzeugsbremse vorsehen, so dass die Abbremsung vom Fahrer des Fahrzeuges kaum als Ruck wahrgenommen wird.
Vorteilhaft kann vorgesehen sein, bei einer erfassten Fahrzeuggeschwindigkeit un¬ terhalb des ersten Grenzwertes die Fahrzeugbremse entsprechend einem zweiten Bremssteuerprogramm zu betätigen. Das zweite Bremssteuerprogramm kann eine starke Betätigung der Fahrzeugbremse im Vollbremsmodus bis zum völligen Still¬ stand des Fahrzeuges vorsehen.
Zeichnung
Ein Ausfuhrungsbeispiele der Erfindung ist der Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung erläutert.
Die einzige Figur zeigt schematisch den Aufbau eines Antriebsstranges eine Kraft¬ fahrzeuges mit Fahrzeugbremse und mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Einstellung einer Betriebsstufe des automatischen Getriebes.
Beschreibung der Ausfuhrungsbeispiele
Fig. 1 zeigt schematisch den Antriebsstrang eines Fahrzeuges 1 mit einer Brenn- krafhnaschme 2„ Die Ausgangswelle der Brennicraftmaschine ist über einen Wandler 3 oder ein Kupplung mit der Eingangsseite eines Getriebes 4 gekoppelt. Die Aus¬ gangsseite des Getriebes 4 wirkt über ein Differenzial 5 auf eine Antriebsachse 6 ein, welche die Räder 8 antreibt. Fahrzeugbremsen 7 ermöglichen ein Abbremsen des Fahrzeuges. Ein Geschwindiglceitserfassungsmittel 13 erfasst die Geschwindigkeit des Fahrzeuges. Hierfür kann beispielsweise ein Drehzahlsensor verwandt werden, der die Abtriebsdrehzahl der Getriebeausgangsseite als Geschwindigkeitssignal ver¬ arbeitet. Es ist aber auch möglich, die Drehzahl der Räder 8 oder eine andere die Fahrzeuggeschwindigkeit repräsentierende Größe zu erfassen. Bei dem Getriebe handelt es sich um ein automatisches Getriebe, welches beispielsweise ein voll£uito- matisches Getriebe oder ein automatisiertes Handschaltgetriebe sein kann.
Ein Betätigungsmittel 9 ermöglicht es dem Fahrer, die Betriebsstufe P5 R, N, D und gegebenenfalls weitere Betriebsstufen des Getriebes 4 vorzugeben, wobei die Be¬ triebsstufe P einer Parkstellung deä Getriebes zugeordnet ist, in der das Getriebe ei¬ ne die Fortbewegung blockierende Stellung einnimmt und gegebenenfalls zusätzlich eine Handbremse betätigt wird, um ein versehentliches Wegrollen des Fahrzeuges zu vermeiden. Das Betätigungsmittel 9 ist elektrisch mit Steuermitteln 10 verbunden. Die Steuermittel können beispielsweise ein erstes Steuergerät 11 zur Getriebesteue¬ rung und eine zweites Steuergerät 12 zur Bremsansteuerung aufweisen. Es kann a- ber auch ein gemeinsames Steuergerät vorgesehen sein. Das erste Steuergerät 11 verarbeitet das von dem Betätigungsmittel 9 empfangene Signal und steuert in Ab¬ hängigkeit davon und gegebenenfalls in Abhängigkeit von weiteren Parametern Ak- tuatoren 14 des Getriebes 4 an, um so die Betriebsstufe des Getriebes einzustellen. Hierzu wird dem ersten Steuergerät 11 die erfasste Fahrzeuggeschwindigkeit Vist von dem Erfassungsmittel 13 übermittelt.
Bei einer Vorgabe der Parkstellung P durch den Fahrer prüft das Steuergerät 11 , ob die Fahrzeuggeschwindigkeit Vist kleiner als ein vorgegebener erster Grenzwert Vl der Fahrzeuggeschwindigkeit von beispielsweise 2 km/h ist. Ist dies der Fall so wer¬ den die Aktuatoren 14 des Getriebes so angesteuert- dass die Parkstellraigs- Betriebsstoffe am Getriebe 4 eingestellt ist. Ist die Fahrzeuggeschwindigkeit Vist je¬ doch größer als der Grenzwert Vl, so übermittelt das erste Steuergerät 11 dem zweiten Steuergerät 12 ein Signal., woraufhin das zweite Steuergerät die Fahrzeug¬ bremsen 7 entsprechend einem ersten Bremsteuerprogramm betätigt. Dies kann bei¬ spielsweise als Vollbremsung geschehen. In dem hier vorgesehenen vorteilhaften Ausführungsbeispiel wird die Bremse jedoch derart betätigt, dass der Fahrer vor¬ zugsweise keinen Ruck verspürt und das Fahrzeug moderat abgebremst wird,, bis die Fahrzeuggeschwindigkeit unter den Grenzwert Vl absinkt. Sodann stellt das erste Steuergerät die Parkstellungs-Betriebsstufe am Getriebe 4 automatisch ein., ohne dass der Fahrer mit dem Betätigungsmittel 9 die Parkstellung P erneut anfordern muss. Wenn die Fahrzeuggeschwindigkeit unter den Grenzwert Vl sinkt, kann au¬ ßerdem ein weiterer Bremseingriff entsprechend einem zweiten Bremsteuerpro¬ gramm an der Fahrzeugbremse 7 erfolgen, welches zweite Bremssteuerprogramm insbesondere eine Vollbremsung des Fahrzeuges bis zum völligen Stillstand vorsieht.
Den Steuermitteln 10 kann weiterhin ein zweiter Grenzwert V2 der Fahrzeugge¬ schwindigkeit, der größer als der ersten Grenzwert Vl ist, vorgegeben sein. Wenn vom Betätigungsmittel die Parkstellung P eingefordert wird und die Fahrzeugge¬ schwindigkeit Vist größer als der zweite Grenzwert V2 ist, dann wird die Anforde¬ rung der Parkstellung als Fehlbedienung interpretiert und ignoriert. Ist die Fahrzeug- geschwindigkeit kleiner als der zweite Grenzwert V2, dann wird wie oben beschrie¬ ben verfahren, indem das Fahrzeug über einen Bremseingriff an der Fahrzeugbremse 7 auf eine Geschwindigkeit unterhalb des ersten Grenzwertes Vl abgebremst wird. Sodann wird die Parkstellungs-Betriebsstufe am Getriebe 4 eingestellt.