HOCHLEISTUNGSSCHAL TER
B E S C H R E I B U N G
Technisches Gebiet
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Hochspannungsschalter¬ technik. Sie bezieht sich auf einen Hochleistungsschalter und auf ein Verfahren zum Ausschalten eines Hochleistungsschalters gemäss dem Oberbegriff der unabhängigen Patentansprüche.
Stand der Technik
Derartige Hochleistungsschalter sind seit Jahrzehnten aus dem Stand der Technik bekannt. Sie weisen zwei Lichtbogenkontaktstücke auf und sind mit einem Löschgas gefüllt. Nach einer Kontakttrennung brennt zwischen den Kontaktstücken gegebenenfalls ein Lichtbogen. Es ist ein Heizraum zur Zwischenspeicherung von durch den Lichtbogen aufgeheiztem Löschgas vorgesehen. Eine Isolierdüse weist zur Führung einer Löschgasströmung ein Engnis auf, welches mit dem Heizraum verbunden ist. Mittels der Löschgasströmung soll der Lichtbogen gelöscht werden. Derartige Schalter können vorteilhaft als Pufferschalter (Blaskolbenschalter) oder als Selbstblasschalter oder als ein Pufferschalter-Selbstblasschalter-Hybride ausgebildet sein.
Um sicher schalten zu können, darf es beim Aufschwingen der sogenannten wiederkehrenden Spannung, welche unmittelbar nach einem Strom- Nulldurchgang bei einem Schaltvorgang hohe Spannungsspitzen erzeugt, keine Rückzündung geben. Es ist schwierig, insbesondere bei einem Klemmenkurzschluss (Tl OOa), vergleiche IEC-Norm 62271 -100, eine solche Rückzündung sicher zu verhindern und dennoch ein sicheres Löschen des Lichtbogens sicherzustellen. Ein entsprechend verbessertes Schaltverhalten ist wünschenswert.
Darstellung der Erfindung
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, einen Hochleistungsschalter und ein Verfahren zum Ausschalten eines Hochleistungsschalters der eingangs genannten Art zu schaffen, welche ein verbessertes Schaltverhalten aufweisen. Insbesondere soll eine durch die wiederkehrende Spannung drohende Rückzündung, insbesondere bei einem Klemmenkurzschluss (Tl OOa), sicher verhindert werden und dennoch ein sicheres Löschen des Lichtbogens sichergestellt werden.
Diese Aufgabe löst eine Vorrichtung und ein Verfahren mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche.
Der erfindungsgemässe Hochleistungsschalter ist befüllbar mit einem Löschgas (zum Beispiel SFe, N2, Luft oder ein Gemisch dieser) und weist ein erstes Lichtbogenkontaktstück und ein zweites Lichtbogenkontaktstück auf. Nach einer Kontakttrennung brennt zwischen den beiden Lichtbogenkontaktstücken gegebenenfalls ein Lichtbogen. Zur Zwischenspeicherung von durch den Lichtbogen aufgeheiztem Löschgas
weist der Hochleistungsschalter einen Heizraum auf. Eine Isolierdüse weist zur Führung einer Löschgasströmung entlang einer Achse ein Engnis auf, welches mit dem Heizraum verbunden ist. An das Engnis schliesst sich ein erweiterter Bereich an.
Der erfindungsgemässe Hochleistungsschalter hat die Eigenschaft, dass ein parallel zu der Achse gemessener Abstand d zwischen dem Engnis und dem zweiten Lichtbogenkontaktstück zumindest während eines für ein mögliches Rückzünden kritischen Zeitfensters zumindest in speziellen Schaltfällen innerhalb eines Abstandsintervalles liegt. Der dadurch erreichte Vorteil liegt darin, dass auf diese Weise die Wahrscheinlichkeit für ein Rückzünden, sei es aufgrund der nur wenige hundert MikroSekunden anhaltenden Einschwingspannung (transiente wiederkehrende Spannung, transient recovery voltage, TRV) oder aufgrund der wiederkehrende Spannung, stark reduziert wird. Dies wird dadurch erreicht, dass durch die erfindungsgemässe Wahl des Abstandes d entlang der Schaltstrecke, also zwischen den beiden Kontaktstücken, im besonders feldbelasteten Bereich, aber zumindest im Engnis und zwischen dem Engnis und dem zweiten Kontaktstück, eine relativ hohe Löschgasdichte und somit eine relativ hohe Durchschlagsfestigkeit erreicht wird.
Ein Hochleistungsschalter muss so ausgelegt sein, dass er verschiedene Schaltfälle sicher schalten kann, zum Beispiel den Abstandskurzschluss („short-line fault", L 90) und auch den Klemmenkurzschluss (Tl OOa). In der IEC-Norm 62271 -100 sind genaue Angaben zu der Definition verschiedener Schaltfälle hinterlegt. Für den Abstandskurzschluss ist, zum thermischen Löschen, im allgemeinen ein hoher Löschgasdruck notwendig. Dies führt meist dazu, dass im Falle eines Klemmenkurzschlusses (Tl 00a) so viel Löschgasdruck vorhanden ist, dass es eine Überschallströmung gibt. Bei Überschallströmungen kommt es im allgemeinen zu Stosswellen (shock
waves) und entsprechenden Wellenmustern, welche in dem erweiterten Bereich auftreten. Dies führt dazu, dass es in dem erweiterten Bereich Gebiete gibt, die eine relativ geringe Dichte an Löschgas aufweisen (und entsprechend einen geringen Löschgasdruck). Dabei treten Drücke (und entsprechende Dichten) auf, die deutlich geringer sein können als der Löschgas-Fülldruck (Hintergrundsdruck), der im Normalzustand im Schalter herrscht.
Erfindungsgemäss ist es möglich, das zweite Kontaktstück so zu plazieren, dass das Gebiet oder die Gebiete geringster Löschgasdichte nicht entlang der Schaltstrecke auftreten, sondern seitlich des zweiten Kontaktstücks. Dafür muss das Kontaktstück relativ nahe dem Engnis plaziert sein, beispielsweise ungefähr dort, wo das erste (und somit ausgeprägteste) Dichte-Minimum liegt, wenn das zweite Kontaktstück (unendlich) weit von dem Engnis entfernt ist (oder einfach kein zweites Kontakstück vorhanden ist). Durch die erfindungsgemässe geschickte Positionierung des zweiten Kontaktstückes werden die Strömungsverhältnisse in dem erweiterten Bereich derart verändert, dass das Minimum der im oder neben dem zweiten Kontaktstück auftretenden Löschgasdichte geringer ist als das Minimum der im Engnis oder zwischen dem Engnis und dem zweiten Kontaktstück auftretenden Löschgasdichte. Somit wird eine relativ hohe Löschgasdichte entlang der Schaltstrecke und somit eine relativ hohe Durchschlagsfestigkeit erreicht. Ein Rückzünden kann somit wirkungsvoll verhindert werden.
Der Abstand d sollte aber nicht zu gering gewählt sein, da dann eine zu starke Behinderung der Löschgasströmung auftritt, so dass sich der Löschgasdruck im Heizraum nicht schnell genug abbauen kann und keine ausreichende Lichtbogenbeblasung erfolgen kann. Der Abstand d muss also mindestens so gross sein, dass im erweiterten Bereich die minimale von der Löschgasströmung zu durchströmende Querschnittsfläche mindestens einen
so grossen Flächeninhalt hat wie die Querschnittsfläche des Engnisses (nahe dem erweiterten Bereich), besser mindestens 1.5 mal, mindestens 2 mal oder mindestens 2.5 mal oder sogar mindestens 3 mal diesen Flächeninhalt.
Typischerweise wird im Stand der Technik der Abstand d sehr gross gewählt, wodurch im allgemeinen eine grosse Beabstandung der zwei Lichtbogenkontaktstücke erreicht wird, was auch zu einer geringeren Durchschlagswahrscheinlichkeit führt, da die vorkommenden elektrischen Feldstärken kleiner sind. Aber solch grosse Abstände d widersprechen der Idee der Erfindung, da dann vor dem Kontaktstück Gebiete sehr geringe Löschgasdichte exisiteren.
Die Dichten und Drücke des Löschgases sind über die (lokale) Temperatur des Löschgases direkt miteinander verknüpft, und sie sind hervorgerufen durch die lokalen Strömungsgeschwindigkeiten des Löschgases, wobei eine hohe Strömungsgeschwindigkeit mit einer geringen Dichte und einem geringen Druck einhergeht. Anstatt über die Löschgasdichten (neben und vor dem zweiten Kontaktstück) kann die Erfindung auch über die dortigen Drücke oder über die dortigen Löschgas-Strömungsgeschwindigkeiten definiert werden. Ein Vorteil der Definition über die lokalen Drücke ist, dass Drücke im gegensatz zu Dichten und Strömungsgeschwindigkeiten relativ gut messbar sind. In Simulationsrechnungen sind alle drei Grossen (Dichte, Druck, Scrömungsgeschwindigkeit) im allgemeinen gut bestimmbar.
Oben wurde erwähnt, dass die Bedingung für den Abstand d zumindest während eines für ein mögliches Rückzünden kritischen Zeitfensters einzuhalten ist. Das Zeitfenster liegt sicherlich während eines Ausschaltvorgangs nach einer Kontakttrennung, da sonst kein zu löschender Lichtbogen auftritt. Auch kommt die Erfindung nur dann zum tragen, wenn eine Löschgasströmung durch das Engnis in Richtung des zweiten
Lichtbogenkontaktstücks möglich ist. Wenn zum Beispiel das zweite Kontaktstück ein Verdämm-Kontaktstück ist, also zeitweise, um den Aufbau eines hohen Löschgasdruckes in dem Heizraum zu ermöglichen, das Engnis zumindest teilweise verdämmt, so beginnt ein als Löschphase bezeichneter Zeitraum, in welchem eine Löschgasströmung durch das Engnis in Richtung des zweiten Lichtbogenkontaktstücks möglich ist, frühestens dann, wenn das Engnis durch das zweite Kontaktstück nicht mehr verdämmt ist. Das Löschgas strömt dann also aus dem Heizraum, durch das Engnis und in den erweiterten Bereich in Richtung des zweiten Kontaktstücks.
Ausserdem kommt die Erfindung nur dann richtig zum tragen, wenn die Löschgasströmung zumindest lokal mit Schall- oder Überschall¬ geschwindigkeit strömen kann, insbesondere irgendwo in dem erweiterten Bereich. Da es prinzipiell möglich ist, schaltfallabhängig zu schalten und entsprechend den Bewegungsablauf, den die Kontaktstücke und die Düse während eines Ausschaltvorganges durchführen, für verschiedene Schaltfälle veschieden zu wählen, kann die erfindungsgemässe Wahl des Abstandes d auf solche Schaltfälle beschränkt werden, in denen die Löschgasströmung zumindest lokal mit Schall- oder Überschallgeschwindigkeit strömen kann.
Das Zeitfenster, innerhalb dessen der Abstand d in der erfindungsgemässen Weise zu wählen ist, ist dadurch nach hinten begrenzt, dass der Abstand d dann nicht mehr innerhalb des Abstandsintervalles zu liegen braucht, wenn die Löschgasströmung nicht mehr zumindest lokal mit Schall- oder Überschallgeschwindigkeit strömen kann. Wenn also der Löschgasdruck PH im Heizraum relativ zum Fülldruck po (statischer Druck, Druck in einem Abströmvolumen) so weit abgesunken ist, dass in dem erweiterten Bereich keine Schall- oder Überschallströmung mehr stattfinden kann, braucht auch der Abstand d nicht mehr notwendigerweise in dem Abstandsintervall zu liegen.
Das zweite Kontaktstück kann aber noch innerhalb des Abstandsintervalles verbleiben, bis der Ausschaltvorgang abgeschlossen ist.
Das Laval-Druckverhältnis gibt, in Abhängigkeit von dem verwendeten Löschgas, das Druckverhältnis PO/PH an, unterhalb dessen eine Überschallströmung möglich ist. Für SFβ ist das Laval-Druckverhältnis etwa 0.59; für N2 etwa 0.53; für Luft auch etwa 0.53. Für ein Gas mit dem Adiabatenkoeffizienten K beträgt das Laval-Druckverhältnis
[2 /(κ+ l)]κ/(κ-D
Das Abstandsintervall, in dem d erfindungsgemäss liegen soll, kann gemäss obigen Ausführungen dadurch angegeben werden, dass einerseits, entsprechend einer unteren Abstandsintervallgrenze, die der Löschgasströmung in dem erweiterten Bereich zum Durchströmen zur Verfügung stehende Querschnittsfläche einen mindestens so grossen Flächeninhalt hat wie die Querschnittsfläche des Engnisses (nahe dem erweiterten Bereich), und andererseits, entsprechend einer oberen Abstandsintervallgrenze, das Minimum der im Engnis oder zwischen dem Engnis und dem zweiten Kontaktstück auftretenden Löschgasdichte grösser ist als das Minimum der im oder neben dem zweiten Kontaktstück auftretenden Löschgasdichte. Der Fall, dass das Minimum in dem zweiten Kontaktstück liegt, kann selbstverständlich nur vorkommen, wenn das zweite Kontaktstück ein Hohlkontakt, beispielsweise eine Kontakttulpe ist.
Der Abstand d zwischen der Düse und dem zweiten Kontaktstück wird, in einer Sichtweise der Erfindung, zumindest nach Verlöschen des Lichtbogens zum Zwecke der dielektrischen Verfestigung der Schaltstrecke und zum
Zwecke des Ermöglichens eines zügigen Abströmens von Löschgas durch den erweiterten Bereich in geeigneter weise gewählt.
In einer anderen Sichtweise kann der erfindungsgemässe Hochleistungsschalter die Eigenschaft haben, dass während eines Ausschaltvorgangs nach der Kontakttrennung während einer Löschphase, in der eine Löschgasströmung durch das Engnis in Richtung des zweiten Lichtbogenkontaktstücks (insbesondere mit mindestens der Schallgeschwindigkeit) möglich ist, ein parallel zu der Achse gemessener Abstand d zwischen dem Engnis und dem zweiten Lichtbogenkontaktstück derart gewählt ist, dass die Strömungsgeschwindigkeit der Löschgasströmung in einem Bereich maximal ist, der neben dem zweiten Lichtbogenkontaktstück und/oder innerhalb des zweiten Lichtbogenkontaktstücks angeordnet ist. Der Bereich kann zusammenhängend sein oder aus mehreren Teilbereichen bestehen.
Demgemäss gibt es also eine als Löschphase bezeichnete Zeitspanne, die nach der Kontakttrennung liegt, und während der eine Löschgasströmung durch das Engnis in Richtung des zweiten Lichtbogenkontaktstücks stattfinden kann (und im Schaltfalle auch stattfindet). Während einer solchen Zeitspanne erfüllt der Abstand d die genannte Bedingung, mindestens insoweit wie eine Löschgasströmung mit mindestens der Schallgeschwindigkeit möglich ist. Diese Bedingung lautet, dass der Bereich, in dem die Strömungsgeschwindigkeit der genannten, durch das Engnis in Richtung des zweiten Kontaktstücks gerichteten Löschgasströmung am grössten ist, innerhalb des zweiten Kontaktstücks und/oder seitlich neben dem zweiten Kontaktstück angeordnet ist.
Dass eine Löschgasströmung durch das Engnis in Richtung des zweiten Lichtbogenkontaktstücks möglich ist, sei dadurch definiert, dass das Engnis
nicht (durch beispielsweise eines der beiden Kontaktstücke) zumindest teilweise verdämmt ist. Es ist dann also insbesondere kein Teil eines der Lichtbogenkontaktstücke innerhalb des Engnisses angeordnet. Insbesondere kann das Vorliegen einer Löschgasströmung in dem Engnis dadurch definiert werden, dass die Strömungsgeschwindigkeit der betreffenden Löschgasströmung innerhalb des Engnisses so gross ist, dass diese Strömungsgeschwindigkeit bei einer Vergrösserung des Abstandes d nicht mehr grösser wird. Letzteres ist ungefähr dann der Fall, wenn eine solche, innerhalb eines an das Engnis anschliessenden, erweiterten Bereiches angeordnete, vom Löschgas durchströmte Fläche, die einen minimalen Flächeninhalt hat, mindestens einen gleichgrossen (oder einen 1 .5 mal oder einen 2 mal so grossen) Flächeninhalt hat wie die zu der Achse senkrechete Querschnittsfläche des Engnisses nahe dem während der Löschphase dem zweiten Lichtbogenkontaktstück zugewandten Ende des Engnisses. Dieser Flächeninhaltsvergleich ermöglicht eine weitere mögliche Definition der Existenz einer durch das Engnis führenden Löschgasströmung.
Der Abstand d ist eine Beabstandung. Der Abstand d misst sich selbstverständlich zwischen den einander zugewandten Enden von Engnis und zweitem Kontaktstück.
Das Engnis kann auch als Düsenkanal bezeichnet werden. Mit grossem Vorteil ist das Engnis länglich ausgebildet, das heisst, dass es länger ist als es breit ist. Vorteilhaft ist es sogar mindestens 1 .5 mal, mindestens 2 mal oder mindestens 2.5 mal so lang wie es breit ist. Ein langes Düsenengnis hat eine grosse (innere) Oberfläche. Dadurch kann ein in dem Engnis brennender Lichtbogen aus einer grossen Fläche Düsenmaterial (zum Beispiel PTFE) herauslösen, mit dem Effekt, dass ein besonders sicheres Lichtbogenlöschen erreicht wird. Ausserdem kann, wenn eines der beiden Lichtbogenkontaktstücke ein Verdämm-Kontaktstück ist, im Falle eines
besonders langen Düsenkanals ein besonders starker Druckaufbau in dem Heizraum erzeugt werden, da bei gleichen Bewegungsgeschwindigkeiten von Kontaktstücken und Düse der Düsenkanal für eine längere Zeit verdämmt ist.
Die Kontakttrennung bedeutet eine Trennung eines physischen Kontaktes zwischen den beiden Lichtbogenkontaktstücken. Der physische Kontakt kann beispielsweise durch ein direktes Einander-Kontaktieren der Kontaktstücke realisiert sein oder auch durch ein die beiden Lichtbogenkontaktstücke kontaktierendes Zwischen-Kontaktstück (Brücken-Kontaktstück).
Über die Länge des Zeitfensters, während dessen der Abstand d die Bedingung erfüllt, also innerhalb des Abstandsintervalles liegt, lässt sich folgendes sagen: Für typische Hochleistungsschalter der betrachteten Art liegt die minimale Lichtbogenzeit (kürzeste Zeitdauer, während der ein Lichtbogen brennt) zwischen etwa 5 ms oder 7 ms und etwa 15 ms. Die maximale Lichtbogenzeit (längste Zeitdauer, während der ein Lichtbogen brennt, bevor er gelöscht wird) liegt typischerweise zwischen 1 5 ms oder 1 7 ms und 30 ms. Das Lichtbogenzeitfenster, das die Differenz zwischen maximaler und minimaler Lichtbogenzeit angibt, liegt typischerweise zwischen 10 ms und 1 5 ms.
Vorteilhaft wird die oben genannte Bedingung für den Abstand d während mindestens einer Zeitspanne von 10 ms, mindestens 1 5 ms oder mindestens 20 ms erfüllt, um während des grössten und wichtigsten Teils des Druckabfalles im Heizraum nach der Lichtbogen-Löschung gute Strömungsverhältnisse sicherzustellen. Mit Vorteil wird die Bedingung für d auch noch zusätzlich für die Dauer des Lichtbogenzeitfensters erfüllt, so dass die Bedingung vorteilhaft während einer Zeitspanne von mindestens 20 ms, mindestens 25 ms, mindestens 30 ms oder mindestens 35 ms erfüllt ist. Besonders vorteilhaft kann auch schon die Beblasung von Lichtbögen mit
kurzer Lichtbogenzeit zumindest teilweise erfolgen, während die genannte Bedingung für d erfüllt ist. Somit ist es besonders vorteilhaft, wenn die Bedingung während einer Zeitspanne von mindestens 25 ms, mindestens 30 ms, mindestens 35 ms, mindestens 40 ms, mindestens 45 ms oder mindestens 50 ms erfüllt ist. Um in praktisch allen Schaltfällen ein möglichst sicheres Schalten zu ermöglichen und Rückzünden zu verhindern, kann die Bedingung auch über eine noch längere Zeitspanne, wie 60 ms, 80 ms oder 100 ms oder länger erfüllt werden, was besonders gut realisierbar ist, wenn die Isolierdüse und das zweite Lichtbogenkontaktstück schon bald nach Freigabe des Engnisses (also bald nach Ermöglichung der Löschgasströmung durch das Engnis hindurch) mit im wesentlichen derselben Geschwindigkeit in dieselbe Richtung bewegt sind.
Wenn das zweite Kontaktstück keine Öffnung zum Abströmen von Löschgas im geöffneten Schalterzustand aufweist, beispielsweise als ein Vollstift aufgeführt ist, liegt der Bereich maximaler Strömungsgeschwindigkeit oder minimaler Löschgasdichte erfindungsgemäss seitlich neben dem zweiten Kontaktstück. Wenn das zweite Kontaktstück aber eine Öffnung zum Abströmen von Löschgas im geöffneten Schalterzustand aufweist, beispielsweise als ein Hohlstift insbesondere als eine Kontakttulpe ausgeführt ist, ist der Bereich maximaler Strömungsgeschwindigkeit bezüglich der Achse seitlich neben dem zweiten Kontaktstück und/oder innerhalb der Öffnung angeordnet.
Der Bereich maximaler Löschgasströmungsgeschwindigkeit oder minimaler Löschgasdichte ist insbesondere nicht innerhalb der Schaltstrecke, also nicht im Bereich zwischen den beiden Kontaktstücken angeordnet. Der Bereich maximaler Löschgasströmungsgeschwindigkeit ist nicht innerhalb des Engnisses und auch nicht zwischen dem Engnis und dem zweiten Kontaktstück angeordnet.
Durch die erfindungsgemässe Wahl des Abstandes d wird eine Optimierung des Löschgasflusses, insbesondere im Bereich des Engnisses und des zweiten Kontaktstücks erreicht. Der Löschgasfluss ist dahingehend optimiert, dass eine besonders hohe Durchschlagsicherheit dort erzeugt wird, wo eine besonders hohe dielektrische Belastung vorliegt. Diese vorteilhafte Wirkung wird durch die Erfindung realisiert, weil durch die erfindungsgemässe Wahl des Abstandes d eine hohe Löschgasdichte entlang der Schaltstrecke erreicht werden kann, während Bereiche geringerer Löschgasdichte in dem dielektrisch weniger belasteten Bereich seitlich (oder innerhalb) des zweiten Kontaktstücks vorliegen.
In einer speziellen Ausführungsform der Erfindung liegt der Abstand d erst ab dem Verlöschen des Lichbtogens innerhalb des Abstandsintervalls. Die dielektrische Festigkeit wird vor allem dann benötigt, wenn der Lichtbogen verlöscht ist und ein Rückzünden zu verhindern ist.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der erweiterte Bereich im wesentlichen trichterförmig ausgebildet. Insbesondere ist er vorteilhaft frei von Seitenkanälen. Solche Seitenkanäle, wie sie beispielsweise aus DE 35 43 762 Al bekannt sind, dienen dazu, die Düse, insbesondere im Bereich des Engnisses, von Druck zu entlasten. In der genannten Schrift soll gar keine Beblasung des Lichtbogens mit durch den Lichtbogen erhitztem Gas stattfinden und ebensowenig eine Zwischenspeicherung von durch den Lichtbogen erhitztem Gas. Die Beblasung erfolgt mittels kühlen Gases (Druckluft). Auch ist das Engnis in der genannten Schrift sehr kurz und bildet keinen länglichen Kanal.
Vorteilhaft ist durch die Achse eine axiale und eine radiale Koordinate definiert, und das Engnis ist länglich ausgebildet. Insbesondere ist die
entlang der axialen Koordinate gemessene Ausdehnung des Engnissse mindestens 1.5 mal oder vorteilhaft sogar mindestens 2 mal so gross wie die entlang der radialen Koordinate gemessene Ausdehnung des Engnisses
In einer weiteren Sichtweise der Erfindung liegt der Abstand d mindestens solange in dem Abstandsinterval, wie in der Löschgasströmung überschallbedingte Schockwellen auftreten können. Durch die Einhaltung des Abstandes d innerhalb des Abstandsintervalles können die durch die Schockwellen bedingten Durchschlagsfestigkeitsprobleme stark entschärft werden.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weisen das Engnis und der erweiterte Bereich nahe dem Übergang von dem Engnis zu dem erweiterten Bereich eine von der Geometrie einer Laval-Düse abweichende Geometrie auf. In einer Laval-Düse kann eine Überschallströmung vorliegen, ohne dass es Schockwellen gibt. Es sind aber gerade Schockwellen, die zu dem durch die vorliegende Erfindung gelösten Problem führen. In US 3 842 226 beispielsweise ist ein Schalter offenbart, welcher eine bauchige Düse mit zwei Hälsen aufweist. Einer der Hälse ist als eine Laval-Düse ausgebildet und sorgt dafür, dass es in dem Bauch zu einem starken Druckabfall kommt. Dies widerläuft der Idee der vorliegenden Erfindung, da erfindungsgemäss eine hohe Löschgasdichte und entsprechend eine hohe Durchschlagsfestigkeit erzeugt werden soll.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung gibt es während eines Ausschaltvorgangs eine Relativbewegung von zweitem Kontaktstück und Isolierdüse, insbesondere eine Relativbewegung von dem zweitem Kontaktstück und dem erweiterten Bereich der Isolierdüse, wobei die Geschwindigkeit dieser Relativbewegung zumindest zeitweise reduziert wird, während der Abstand d innerhalb des Abstandsintervalls liegt. Dies ist ein
vorteilhafter Weg, wie realisiert werden kann, dass das zweite Kontaktstück, sofern der Abstand d während eines Ausschaltvorganges nicht konstant bleiben soll, dennoch eine relativ lange Zeit innerhalb des Abstandsintervalles verbleiben kann.
In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung liegt der Abstand d nach einem Ausschaltvorgang in einer Endposition innerhalb des Abstandsintervalls. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass sich spätestens ab dem Verlöschen des Lichtbogens das zweite Kontaktstück und die Düse mit im wesentlichen derselben Geschwindigkeit in dieselbe Richtung bewegen.
Vorteilhaft ist der Abstand d innerhalb des Abstandsintervalls im wesentlichen konstant gehalten. Dies erlaubt es, während einer langen Zeitdauer die optimierten Strömungsverhältnisse vorliegen zu haben, und der Einfluss des Dämpfungs- und/oder Rücklaufverhaltens auf den Abstand d ist minimiert.
Das erfindungsgemässe Verfahren zum Ausschalten eines mit einem Löschgas gefüllten Hochleistungsschalters mit einem ersten Lichtbogenkontaktstück und mit einem zweiten Lichtbogenkontaktstück und mit einer ein Engnis aufweisenden Isolierdüse, umfasst in einer Sichtweise der Erfindung die folgenden Schritte:
- die beiden Lichtbogenkontaktstücke werden voneinander getrennt, wodurch ein Lichtbogen zwischen den beiden Lichtbogenkontaktstücken gezündet wird, durch welchen Löschgas erhitzt wird, welches in einem Heizraum zwischengespeichtert wird;
- durch eine Löschgasströmung wird Löschgas aus dem Heizraum durch das Engnis entlang einer Achse und in einen an das Engnis anschliessenden erweiterten Bereich geführt, wobei das Engnis nahe dem erweiterten Bereich
eine zu der Achse senkrechte Querschnittsfläche eines Flächeninhalts F aufweist;
- während dieser Löschgasströmung wird, zumindest in Schaltfällen, in denen die Löschgasströmung zumindest lokal mit Schall- oder Überschallgeschwindigkeit strömen kann, ein parallel zu der Achse gemessener Abstand d zwischen dem Engnis und dem zweiten Lichtbogenkontaktstück mindestens solange innerhalb eines Abstandsintervalles gehalten, wie die Löschgasströmung zumindest lokal mit Schall- oder Überschallgeschwindigkeit strömen kann;
- wobei das Abstandsintervall abhängig ist von dem Flächeninhalt F, der geometrischen Ausgestaltung des zweiten Kontaktstücks und der geometrischen Ausgestaltung des erweiterten Bereiches, und
- wobei das Abstandsintervall dadurch gegeben ist, dass
- einerseits, entsprechend einer unteren Abstandsintervallgrenze, die der Löschgasströmung in dem erweiterten Bereich zum Durchströmen zur Verfügung stehende Querschnittsfläche mindestens den Flächeninhalt F, insbesondere mindestens den Flächeninhalt 1.5 x F hat, und
- andererseits, entsprechend einer oberen Abstandsintervallgrenze, das Minimum der im Engnis oder zwischen dem Engnis und dem zweiten Kontaktstück auftretenden Löschgasdichte grösser ist als das Minimum der im oder neben dem zweiten Kontaktstück auftretenden Löschgasdichte.
Das erfindungsgemässe Verfahren kann auch als ein Verfahren zum Schalten eines elektrischen Stromes mittels eines Hochleistungsschalters bezeichnet werden.
In einer weiteren Sichtweise kann die Erfindung darin bestehen, dass der Abstand d während der Löschphase (und zumindest für das kritische Zeitfenster) derart gewählt wird, dass d = (F/π^ x ( (l +b' - cosα)5* - 1 ) / (sinα - cosα)
gilt, wobei für den Parameter b' gilt: b' = b - F' /F, und wobei für den Parameter b gilt:
1 .4 < b < 4.5, insbesondere
1 .7 < b ≤ 4.0, insbesondere
2.1 < b < 3.5, und besonders vorteilhaft
2.2 < b < 3.2.
Dabei ist F der bereits oben benannte Flächeninhalt der zur Achse senkrechten (also bezüglich der Achse radial angeordneten) Querschnittsfläche des Engnisses nahe dem während der Löschphase dem zweiten Lichtbogenkontaktstück zugewandten Ende des Engnisses. Im Falle eines zylinderförmigen Engnisses ist die Querschnittsfläche die Zylinderdeckelfläche. F' ist der Flächeninhalt der zur Achse senkrechten (also bezüglich der Achse radial angeordneten) Querschnittsfläche einer gegebenenfalls in dem zweiten Kontaktstück vorgesehenen Öffnung zum Abströmen von Löschgas. Und der Winkel α ist der Öffnungswinkel <x des an das Engnis anschliessenden, erweiterten Bereiches. Für ein vollstift-artig ausgebildetes zweites Kontaktstück (ohne Abströmöffnung) ist b' = b.
Wenn der Parameter b gleich 1 ist, ist die an der dem zweiten Kontaktstück zugewandten Ende des Engnisses von der Löschgasströmung durchströmte Fläche F gleich gross ist wie diejenige minimale Fläche, die die Löschgasströmung in dem erweiterten Bereich durchströmt. Dabei ist diese minimale Fläche durch eine Kegelstumpfmantelfläche genähert, zu der gegebenenfalls noch die Fläche F' hinzukommt. Der Parameter b gibt das geometrische (theoretische) Verhältnis der Kegelstumpfmantelfläche (gegebenenfalls zuzüglich der Fläche F') zu der Fläche F an.
Für b < 1 ist die Löschgasströmung durch das Engnis so gering, das keine gute und im allgemeinen auch keine ausreichende Lichtbogenbeblasung erreicht wird (schlechte Eigenschaften beim thermischen Schalten). Aufgrund
von Wandreibungsverlusten und Fertigungstoleranzen, und weil die von der Löschgasströmung tatsächlich ausgenutzte Fläche aufgrund der Richtungsumlenkung der Löschgasströmung nach Austritt aus dem Engnis geringer ist als die genannte Kegelstumpfmantelfläche (gegebenenfalls zuzüglich der Abströmöffnungsfläche), wird für Werte von b zwischen eins und etwa 1.4 in der Praxis noch keine befriedigende Löschgasströmung und Lichtbogenbeblasung erreicht. Erst ab b ~ 1 .4 und für grossere b kann dies praktisch erreicht werden. Auch schon für Werte von b kleiner als 1.4 und kleiner als eins ist der Bereich maximaler Strömungsgeschwindigkeit neben dem zweiten Kontaktstück und/oder innerhalb des zweiten Kontaktstücks angeordnet. In der Praxis kann b eher Werte von mindestens 2 oder mindestens 2.5 annehmen.
Wenn der Parameter b grösser als etwa 4.5 oder 5 gewählt wird, wird im allgemeinen ein relativ geringer Löschgasdruck und eine relativ geringe Löschgasdichte achsennah zwischen dem Engnis und dem zweiten Kontaktstück erzeugt. In diesem Fall ist der Bereich maximaler Strömungsgeschwindigkeit dort und nicht neben dem zweiten Kontaktstück und/oder innerhalb des zweiten Kontaktstücks angeordnet, und die dielektrische Festigkeit der Schaltstrecke ist entsprechend beeinträchtigt.
Näherungsweise kann der Abstand d im Falle F' ∞ 0 auch gemäss folgender
Ungleichung gewählt werden:
0.5x(F/ττ)>* / tan α' < d < 1.2x(F/ττ)1/2 / tan α' +0.55xD, insbesondere 0.8x(F/π)* / tan α' ≤ d < 1 .0x(F/π)'/2 / tan α' +0.45xD .
Dabei ist der Winkel «' ist gleich dem Öffnungswinkel oc, sofern α < 45° ist, und für ex > 45° ist oc' = 45°.
Durch die beschriebene, querschnittsflächenabhängige Wahl des Abstandes d wird für die gängigen Schaltergeometrien die oben genannte
Strömungsgeschwindigkeitsbedingung erfüllt. Wenn der Abstand d innerhalb eines engeren der angegebenen Bereiche für d beziehungsweise der Parameter b innerhalb eines engeren der angegebenen Bereiche für b gehalten werden kann, kann ein Beibehalten der vorteilhaften Löschgasströmung besser sichergestellt werden.
Bei den Näherungsrechnungen für die Flächen wurde von einem zylindrischen zweiten Kontaktstück ausgegangen, welches am Ende keine Abrundungen oder dergleichen aufweist. Entsprechend sind bei anderen, zum Beispiel abgerundeten Kontaktstücken entweder leicht abgeänderte Formeln anzuwenden oder der Abstand d nicht ab dem Ende des Kontaktstückes, sondern ein etwas grosserer Abstand zu nehmen.
Bei den Näherungsrechnungen für die Flächen wurde ausserdem die Querschnittsfläche (oder der Durchmesser) des zweiten Kontaktstückes als etwa gleich gross wie die entsprechende Abmessung des Engnisses vorausgesetzt. Insbesondere wenn das zweite Kontaktstück kein Verdämm- Kontaktstück ist, können auch andere Abmessungen vorliegen, so dass gegebenenfalls entsprechend abgeänderte Formeln anzuwenden wären.
Sofern der an das Engnis anschliessende, erweiterte Bereich zunächst einen ersten Öffnungswinkel w und dann, daran anschliessend einen weiteren Öffnungswinkel ot aufweist, welcher grösser oder kleiner ist als der erste Öffnungswinkel <x (gestufter erweiterter Bereich), dann ist in der für den Abstand d angegebenen Formel ein entsprechend gemittelter Öffnungswinkel <x einzusetzen. Auch im Falle eines sich gekrümmt oder gewellt erweiternden erweiterten Bereichs ist ein entsprechend gemittelter Öffnungswinkel ex einzusetzen.
Der Hochleistungsschalter kann vorteilhaft ein Engnis aufweisen, das im wesentlichen als ein Zylinder ausgebildet ist. In diesem Fall wird der Abstand d während der Löschphase vorteilhaft derart gewählt, dass d = D x ( (1 +b ' • cosoO^ - 1 ) / (2 • sinα • cosα) gilt, wobei für den Parameter b' gilt: b' = b - F' /F, und wobei für den Parameter b gilt:
1 .4 < b < 4.5, insbesondere
1 .7 < b < 4.0, insbesondere
2.1 < b < 3.5, und besonders vorteilhaft
2.2 < b < 3.2.
Dabei ist D der Durchmesser des Zylinders nahe dem während der Löschphase dem zweiten Lichtbogenkontaktstück zugewandten Ende des Zylinders. F' ist der Flächeninhalt der zur Achse senkrechten (also bezüglich der Achse radial angeordneten) Querschnittsfläche einer gegebenenfalls in dem zweiten Kontaktstück vorgesehenen Öffnung zum Abströmen von Löschgas. Und der Winkel α ist der Öffnungswinkel ot eines an das Engnis anschliessenden, erweiterten Bereiches. Für ein vollstift-artig ausgebildetes zweites Kontaktstück (ohne Abströmöffnung) ist b ' = b.
Näherungsweise kann der Abstand d im Falle F' ∞ 0 auch gemäss folgender Ungleichung gewählt werden:
O.25xD / tan oc ' ≤ d < 0.6xD / tan oc ' +O.55xD, insbesondere
0.4xD / tan oc ' ≤ d < 0.5xD / tan oc ' +O.45xD .
Dabei ist der Winkel oc' ist gleich dem Öffnungswinkel oc, sofern ex < 45° ist, und für oc > 45° ist oc ' = 45°.
Durch die beschriebene, zylinderdurchmesserabhängige Wahl des Abstandes d wird für die gängigen Schaltergeometrien die erfindungsgemässen Dichte-, Druck- beziehungsweise Strömungsgeschwindigkeitsbedingung im allgemeinen erfüllt. Wenn der Abstand d innerhalb eines engeren der
angegebenen Bereiche für d beziehungsweise der Parameter b innerhalb eines engeren der angegebenen Bereiche für b gehalten werden kann, kann ein Beibehalten der vorteilhaften Löschgasströmung besser sichergestellt werden.
In einer vorteilhaften Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist das Engnis durch eines der beiden Lichtbogenkontaktstücke zumindest teilweise verdämmbar. Dieses Lichtbogenkontaktstück wird als Verdämm- Kontaktstück bezeichnet. Während der Löschphase ist in diesem Falle das Engnis nicht mehr durch das Verdämm-Kontaktstück zumindest teilweise verdämmt. Es können das erste und/oder das zweite Lichtbogenkontaktstück als Verdämm-Kontaktstück wirken.
In einer weiteren möglichen Ausführungsform kann der Abstand des zweiten Kontaktstückes zum Engnis konstant sein. In diesem Fall ist das erste Kontaktstück relativ dazu bewegt.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist mindestens eines der beiden Lichtbogenkontaktstücke mittels eines Antriebs antreibbar und entlang der Achse bewegbar. Besonders vorteilhaft sind beide Lichtbogenkontaktstücke bewegbar, und ein erster Antrieb zum Antreiben des ersten Lichtbogenkontaktstücks und ein zweiter Antrieb zum Antreiben des zweiten Lichtbogenkontaktstücks ist vorgesehen. In diesem Fall kann mit grossem Vorteil der zweite Antrieb als ein durch den ersten Antrieb antreibbares Getriebe realisiert sein.
Vorteilhaft ist der Antrieb oder sind die Antriebe derart gestaltet, dass eine Bewegungsrichtungsumkehr mindestens eines der Lichtbogenkontaktstücke yon einer entgegengesetzten zu einer gleichgerichteten Bewegung der dieses
Lichtbogenkontaktstücks und der Isolierdüse stattfindet. Mit grossem Vorteil findet diese Bewegungsrichtungsumkehr während der Löschgasströmung durch das Engnis statt, insbesondere wenn das Engnis nicht durch eines der Kontaktstücke zumindest teilweise verdämmt ist.
Es ist möglich, dass ein bewegliches Zwischenstück zwischen den beiden Lichtbogenkontaktstücken bewegbar angeordnet ist, so dass die beiden Lichtbogenkontaktstücke feststehend sein können.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes ist das Engnis mittels eines Kanals, insbesondere mittels eine Ringkanals, mit dem Heizraum verbunden.
Vorteilhaft ist das zweite Kontaktstück stiftförmig ausgebildet. Es kann als ein Vollstift oder auch als ein Hohlstift ausgebildet sein. Insbesondere kann es auch als eine Kontakttulpe ausgebildet sein. Das zweite Kontaktstück kann eine Öffnung zum Abströmen von Löschgas im geöffneten Schalterzustand aufweisen. Vorteilhaft können das erste und das zweite Lichtbogenkontaktstück als ein Kontaktstückpaar aus einer Kontakttulpe und einem Kontaktstift realisiert sein.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform sind während der Löschphase, oder zumindest solange wie der Abstand d innerhalb des Abstandsintervalles liegt, die Isolierdüse und das zweite Kontaktstück in dieselbe Richtung bewegt. Mit grossem Vorteil gilt während der Löschphase für das Verhältnis vi /v2 der Geschwindigkeit vi der Isolierdüse zu der Geschwindigkeit v2 des zweiten Lichtbogenkontaktstückes 0.4 < vi /v2 < 1 .2, insbesondere 0.75 < vi /v2 < 1 .1 5. Besonders vorteilhaft gilt während der Löschphase 0.9 < vi /v2 < 1.08 oder vi /v2 ~ 1. Die Isolierdüse und das zweite Lichtbogenkontaktstück sind während der
Löschphase vorteilhaft mit im wesentlichen derselben von null verschiedenen Geschwindigkeit in dieselbe Richtung bewegt.
Durch ein Geschwindigkeitsverhältnis vi /v2 von etwa 1 :1 nach der Bewegungsrichtungsumkehr ist es möglich, die Belastung der Dämpfungseinrichtung zu verringern oder eine weniger aufwendige Dämpfungseinrichtung einzusetzen, da ein längerer Dämpfungshub (längere Strecke, während der die Bewegungen abgebremst werden) vorgesehen werden kann. Denn nach einem frühen Erreichen eines ausreichenden (typischerweise auch maximalen) Abstandes zwischen den Lichtbogenkontaktstücken kann das Abbremsen der Kontaktstücke bereits beginnen, da der Kontaktstück- Abstand durch die 1 :1 -Übersetzung konstantgehalten wird. Für ein Geschwindigkeitsverhältnis vi /v2, das nahe bei eins liegt, gilt im Prinzip das gleiche, wobei jedoch kleine Veränderungen des Kontaktstück-Abstandes vorkommen.
Der Hochleistungsschalter kann nach Art eines Selbstblasschalters ausgebildet sein. In diesem Fall ist das Volumen des Heizraums konstant. Der Hochleistungsschalter kann nach Art eines Pufferschalters ausgebildet sein. In diesem Fall ist der Heizraum auch ein Kompressionsraum, dessen Volumen während eines Ausschaltvorgangs verringert wird, um durch den zusätzlichen Druck eine bessere Lichtbogenbeblasung zu erreichen. Der Hochleistungsschalter kann auch einen Heizraum, vorzugsweise mit konstantem Volumen, und zusätzlich einen Kompressionsraum aufweisen, wobei das Volumen mindestens des Kompressionsraums während eines Ausschaltvorgangs verringert wird. Vorteilhaft ist dann ein Ventil zwischen dem Kompressionsraum und dem Heizraum vorgesehen.
Mit Vorteil sind die beiden Lichtbogenkontaktstücke koaxial zueinander angeordnet.
Die Lichtbogenkontaktstücke können gleichzeitig auch Nennstrom- Kontaktstücke sein. Vorteilhaft sind aber zusätzlich zu den Lichtbogenkontaktstücken noch separate Nennstrom-Kontaktstücke vorgesehen. Typischerweise werden bei einem Ausschaltvorgang zunächst die Nennstrom-Kontaktstücke voneinander getrennt, so dass der zu unterbrechende elektrische Strom auf die Lichtbogenkontaktstücke kommutiert. Danach werden die Lichtbogenkontaktstücke unter Zündung des Lichtbogens getrennt.
Mit Vorteil kann eines der beiden Lichtbogenkontaktstücke, insbesondere das erste Lichtbogenkontaktstück, eine Öffnung zur Aufnahme des anderen, vorteilhaft stiftartig ausgebildeten Lichtbogenkontaktstücks im geschlossenem Schalterzustand und zum Abströmen von Löschgas im geöffneten Schalterzustand aufweisen. Insbesondere kann dieses Lichtbogenkontaktstück als eine Kontakttulpe mit einer Vielzahl von Kontaktfingem ausgebildet sein.
Vorteilhaft ist es, wenn das zweite Lichtbogenkontaktstück stiftartig ausgebildet und bewegbar ist, während das erste Kontaktstück eine Öffnung zur Aufnahme des zweiten Kontaktstücks aufweist, und bewegbar oder nicht bewegbar ist. Die Isolierdüse ist dann vorteilhaft starr mit dem ersten Kontaktstück verbunden.
Hochleistungsschalter im Sinne dieser Anmeldung sind insbesondere solche Schalter, die für Nennspannungen von mindestens ca. 72 kV ausgelegt sind. Der Hochleistungsschalter kann eine oder mehrere Schaltkammern aufweisen.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen und Vorteile gehen aus den abhängigen Patentansprüchen und den Figuren hervor.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Im folgenden wird der Erfindungsgegenstand anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen, welche in den beiliegenden Zeichnungen dargestellt sind, näher erläutert. Es zeigen schematisch:
Fig. 1 ein Detail eines erfindungsgemässen Hochleistungsschalters in geöffnetem Zustand, geschnitten;
Fig. 2 ein Detail eines erfindungsgemässen Hochleistungsschalters mit zwei bewegbaren Lichtbogenkontaktstücken in geöffnetem und im geschlossenen Zustand, geschnitten, und mit Getriebe in Aufsicht;
Fig. 3 eine graphische Veranschaulichung von Verhältnissen von
Abstand d zu Engnis-Durchmesser D gemäss einer Gleichung, als Funktion des Öffnungswinkels <x, für verschiedene Parameter b' ; Figs. 4-8 graphische Darstellung von Simulationsrechnungen für
Löschgasströmungen bei verschiedenen Abständen d, es sind Isobaren dargestellt.
Die in den Zeichnungen verwendeten Bezugszeichen und deren Bedeutung sind in der Bezugszeichenliste zusammengefasst aufgelistet. Grundsätzlich sind in den Figuren gleiche oder gleichwirkende Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen. Für das Verständnis der Erfindung nicht wesentliche Teile sind zum Teil nicht dargestellt. Die beschriebenen
Ausführungsbeispiele stehen beispielhaft für den Erfindungsgegenstand und haben keine beschränkende Wirkung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
Fig. 1 zeigt schematisch im Schnitt einen Teil eines erfindungsgemässen Hochleistungsschalters, der mit einem Löschgas wie beispielsweise SFβ oder einer Mischung aus N2 und SFe befüllbar ist. Der Schalter weist ein erstes Lichtbogenkontaktstück 1 auf, das als eine Kontakttulpe ausgebildet ist. Das erste Lichtbogenkontaktstück 1 ist von einer Hilfsdüse 13 umgeben, welche zusammen mit einer Isolierdüse 5 einen als Ringkanal 7 ausgebildeten Kanal 7 bildet. Die Isolierdüse bildet ein im wesentlichen zylindrisch ausgebildetes Engnis 6 zur Führung einer Löschgasströmung. An das Engnis 6 schliesst ein im Durchmesser erweiterter Bereich 21 mit einem Öffnungswinkel oc « 45° an. Der Kanal 7 verbindet das Engnis 6 mit einem Heizraum 1 1 zur Zwischenspeicherung von Löschgas. Auf der dem ersten Kontaktstück 1 abgewandten Seite des Engnisses 6 ist ein zweites, stiftförmiges Lichtbogenkontaktstück 2 angeordnet. Mit Vorteil hat der Schalter genau zwei Lichtbogenkontaktstücke.
Der Durchmesser des Engnis-Zylinders ist mit D bezeichnet. Der Abstand, den das zweite Kontaktstück 2 zu dem Engnis 6 hat, ist mit d bezeichnet. Es gilt hier d « (0.7±0.1 )xD. Das dem Engnis 6 zugewandte Ende des zweiten Kontaktstücks 2 ist in dem an das Engnis 6 anschliessenden, im Durchmesser gegenüber dem Engnis 6 erweiterten Bereich 21 angeordnet. Der Durchmesser dieses Bereiches 21 nimmt zunächst deutlich zu und bleibt dann vorerst etwa konstant, um dann wieder leicht zuzunehmen. Je nach Form der Isolierdüse 5 kann das dem Engnis 6 zugewandte Ende des zweiten Kontaktstücks 2 in einem Abschnitt mehr oder weniger stark zunehmenden
Durchmessers oder auch in etwa kontanten Durchmessers des Bereichs 21 der Isolierdüse 5 angeordnet sein, wenn die Bedingung erfüllt ist, dass die Löschgasdichte oder der Löschgasdruck in einem Bereich 20 minimal ist, der neben dem zweiten Lichtbogenkontaktstück 2 angeordnet ist (oder die Strömungsgeschwindigkeit der Löschgasströmung in einem Bereich 20 maximal ist, der neben dem zweiten Lichtbogenkontaktstück 2 angeordnet ist).
Solche Bereiche 20 sind im allgemeinen, anders als in Fig. 1 dargestellt, an das zweite Kontaktstück angrenzend (vergleiche weiter unten Figs. 4 bis 8).
Mit Vorteil ist das zweite Kontaktstück 2 ebenfalls im wesentlichen zylindrisch ausgebildet. Der Durchmesser des jeweiligen Zylinders (des Engnisses oder des zweiten Kontaktstücks) muss nicht völlig konstant sein und kann leicht variieren. Abweichungen von einem kreisförmigen Querschnitt zu beispielsweise elliptischen Querschnitten sind möglich.
Das Engnis 6 (oder auch das zweite Kontaktstück 2) kann eine andere, vorteilhaft im wesentlichen prismatische Form aufweisen und wird dennoch als „im wesentlichen zylindrisch" bezeichnet. Für den Durchmesser D ist dann eine entsprechende radiale Abmessung des Engnisses zu nehmen. Insbesondere kann mit guter Genauigkeit der Durchmesser eines solchen Kreises genommen werden, der denselben Flächeninhalt hat wie das Engnis 6 nahe dem zweiten Kontaktstück 2. Auch muss der Durchmesser des Zylinders beziehungsweise die radiale Abmessung des Prismas nicht genau konstant sein. Die für die Bestimmung von d relevante Grosse ist die radiale Abmessung an dem dem zweiten Kontaktstück 2 zugewandten Ende des Zylinders oder Prismas. Auch derartige Engnis-Formen sind in dem Begriff „im wesentlichen zylindrisch" umfasst.
Der Hochleistungsschalter ist im wesentlichen rotationssymmetrisch ausgebildet mit einer Symmetrieachse A. Dadurch sind parallel zur Achse A verlaufende axiale Richtungen zi und z2, entlang der sich die Lichtbogenkontaktstücke bewegen, sowie dazu senkrechte radiale Richtungen definiert.
Löschgasströme sind durch gepunktete Linien mit strömungsrichtungsanzeigenden Pfeilen dargestellt. Mit sl bis s5 sind verschiedene Teilströmungen der Löschgasströmung bezeichnet, sl bezeichnet eine Teilströmung von dem Heizraum in die Schaltstrecke, sl teilt sich in s2 und s3. s2 verläuft in Richtung des ersten Kontaktstücks 1 und somit in Richtung zl . s3 verläuft innerhalb des Engnisses 6 in Richtung des zweiten Kontaktstücks 2 und somit in Richtung z2. Da der Bereich 21 einen gegenüber dem Engnis 6 grosseren Durchmesser aufweist und das stiftförmige Kontaktstück 2 entlang der Achse A angeordnet ist, hat die Strömung s4 eine deutliche radial "nach aussen gerichtete Komponente. Die Teilströmung seitlich des zweiten Kontaktstücks 2 ist mit s5 bezeichnet. Aufgrund der in Fig. 1 dargestellten Wahl des Abstandes d liegt im Bereich der Teilströmung s5 der mit 20 bezeichneten Bereich minimaler Löschgasdichte, minimalen Löschgasdrucks oder maximaler Strömungsgeschwindigkeit. In den Bereichen von s3 (innerhalb des Engnisses 6) und s4 (zwischen Engnis 6 und zweitem Kontaktstück 2) sind die Löschgasdichten nicht kleiner (und vorteilhaft grösser) und die Strömungsgeschwindigkeiten nicht grösser (und vorteilhaft geringer) als (radial) seitlich von dem zweiten Kontaktstück 2 (im Bereich von s5). Vorteilhaft ist im Bereich von s2 auch die Löschgasdichte grösser beziehungsweise die Strömungsgeschwindigkeit geringer als die im Bereich 20.
FaIIs das zweite Kontaktstück 2 als ein Hohlstift oder eine Kontakttulpe ausgebildet ist, gibt es noch eine weitere Teilströmung, die innerhalb des zweiten Kontaktstücks 2 entlang z2 verläuft.
In Fig. 1 ist der Hochleistungsschalter in geöffnetem Zustand dargestellt: Es besteht kein physischer Kontakt zwischen den beiden Kontaktstücken 1 ,2. Genauer ist der Hochleistungsschalter während einer als Löschphase bezeichneten Zeitraumes dargestellt. Die Löschphase ist dadurch definiert, dass sie nach der Kontakttrennung liegt, und dass eine Löschgasströmung s3 durch das Engnis in Richtung des zweiten Lichtbogenkontaktstücks 2 stattfindet. Während das Engnis 6 mit dem als Verdämm-Kontaktstück bezeichnbaren zweiten Kontaktstücks 2 zumindest teilweise vedämmt ist, kann keine (nennenswerte) Löschgasströmung durch das Engnis 6 stattfinden. Erfindungsgemäss ist der Bereich 20 mit minimaler Löschgasdichte, minimalem Löschgasdruck oder maximaler Strömungsgeschwindigkeit in Richtung z2 seitlich neben dem zweiten Kontaktstück 2 angeordnet.
Ein nach der Kontakttrennung zwischen den beiden Kontaktstücken 1 ,2 brennender Lichtbogen ist in Fig. 1 nicht dargestellt.
Fig. 2 zeigt schematisch im Schnitt ein Detail eines erfindungsgemässen Hochleistungsschalters mit zwei bewegbaren Lichtbogenkontaktstücken 1 , 2 in geöffnetem (untere Bildhälfte) und im geschlossenen Zustand (obere Bildhälfte). Im rechten Bildteil ist schematisch ein Getriebe 3 in Aufsicht dargestellt. Das erste Lichtbogenkontaktstück 1 ist mittels eines nicht- dargestellen Antriebs antreibbar. Ein geeigneter Antrieb kann beispielsweise ein elektrodynamischer Antrieb oder ein Federspeicherantrieb sein.
Das zweite Lichtbogenkontaktstück 2 wird durch einen zweiten Antrieb 3 angetrieben, welcher durch das durch den Antrieb angetriebene Getriebe 3 realisiert ist. Im geschlossenen Schalterzustand berühren die beiden Lichtbogenkontaktstücke 1 ,2 einander. Es können zusätzlich noch nicht- dargestellte Nennstrom-Kontaktstücke vorgesehen sein.
Das erste Kontaktstück 1 ist mit einer Isolierdüse 5 und einer Hilfsdüse 13 starr verbunden. Die Isolierdüse 5 weist ein Engnis 6 auf, das im wesentlichen zylindrisch ausgebildet ist mit einem Durchmesser D. Durch einen Ringkanal 7 ist das Engnis mit einem Heizraum 1 1 verbunden. Mit dem Heizraum durch ein Ventil 12 verbunden ist ein Kompressionsraum 10. Das Volumen des Heizraumes ist mittels eines Kolbens 1 5, der vorteilhaft feststehend ausgebildet ist, veränderbar."
Während eines Ausschaltvorganges zum Unterbrechen eines durch den Hochleistungsschalter fliessenden Stromes bewegt sich zunächst das erste Lichtbogenkontaktstück 1 sowie die Isolierdüse 5, die Hilfsdüse 1 3 und das Ventil 12 in Richtung zl . Mit einer optionalen Verzögerung bewegt sich das zweite Kontaktstück 2 in Richtung z2. Die durch den Antrieb direkt zu bewegende Masse ist gross gegenüber der durch das Getriebe 3 zu bewegenden Masse. Bis kurz vor Erreichen der maximalen Geschwindigkeit vi kann darum mit der Beschleunigung des zweiten Kontaktstücks 2 gewartet werden. Das erste Kontaktstück 1 verbleibt nach Erreichen seiner maximalen Geschwindigkeit bis zu einem Abbrems-Vorgang am Ende des Ausschaltvorganges im wesentlichen auf dieser Geschwindigkeit.
Durch den feststehenden Kolben 15 wird das Volumen des Kompressionsraum reduziert, und das Ventil 12 lässt Löschgas in den Heizraum 10 fliessen. Dann findet während einer Phase hoher oder maximaler Relativgeschwindigkeit vi 2 die Kontakttrennung unter Zündung
eines Lichtbogens 4 statt. Es ist möglich, dass die Kontakttrennung kurz (einige Millisekunden) vor oder nach dem Erreichen der maximalen Relativgeschwindigkeiten stattfindet.
Der Lichtbogen 4 führt zur Erhitzung von zunächst auf Raumtemperatur (300 K) befindlichem Löschgas und löst im Engnis 6 Abbrandmaterial aus der Isolierdüse 5 heraus. Unmittelbar am Lichtbogen werden Löschgastemperaturen bis zu der Grössenordnung von etwa 30000 K erreicht. Vermittelst des Ringkanals 7 wird auf diese Weise ein Überdruck im Heizraum 1 1 erzeugt, welcher typischerweise zwischen 10 bar und 60 bar liegt. Die Löschgastemperatur im Heizraum 1 1 hat zunächst typischerweise die Grössenordnung von 2000 K (im Tl OOa-FaIIe). Ab einer durch das Ventil 12 vorgebbaren Druckdifferenz zwischen dem Heizraum 1 1 und dem Kompressionsraum 10, beispielsweise wenn im Heizraum 1 1 ein grosserer Druck herrscht als im Kompressionsraum 10, schliesst das Ventil 12. Das später aus dem Heizraum 1 1 und gegebenenfalls auch aus dem Kompressionsraum 10 durch den Heizraum 1 1 dann durch den Kanal 7 in die zwischen den beiden Kontaktstücken 1 ,2 angeordnete Schaltstrecke fliessende Löschgas hat eine Temperatur von typischerweise immer noch 1000 K bis 2000 K und dient dann der Löschung des Lichtbogens 4.
Nachdem das dem ersten Lichtbogenkontaktstück 1 zugewandte Ende des zweiten Lichtbogenkontaktstücks 2 den grössten Teil der Länge des Engnisses 6 mit maximaler Geschwindigkeit v2 durchfahren hat, verringert sich v2 wieder. Das zweite Kontaktstück 2 kommt zum Stillstand und bewegt sich, nachdem es das Engnis 6 freigegeben hat, in Richtung zl und somit parallel zu (gleichgerichtet mit) dem ersten Kontaktstück 1 . Nach dieser Bewegungsrichtungsumkehr erreicht das zweite Kontaktstück 2 bald die gleiche Geschwindigkeit wie das erste Kontaktstück 1 .
Sobald das Engnis 6 vom zweiten Kontaktstück 2 nicht mehr zumindest teilweise verdämmt ist, kann Löschgas durch den Kanal 7 nicht nur durch das tulpenförmige erste Kontaktstück 1 (in Richtung zl ), sondern auch durch das Engnis 6 und am stiftförmigen zweiten Kontaktstück 2 vorbei (in Richtung z2) abströmen.
Fig. 1 kann aufgefasst werden als eine Darstellung der Strömungsverhältnisse in einem Hochleistungsschalter gemäss Fig. 2 zu diesem Zeitpunkt.
Durch das Ceschwindigkeitsverhältnis vi /v2 von im wesentlichen 1 :1 bei gleichsinniger Bewegungsrichtung von zweitem Kontaktstück und Isolierdüse kann der Abstand d zwischen dem zweiten, stiftartig ausgebildeten Kontaktstück 2 und dem Engnis 6 im wesentlichen konstant gehalten werden. Dieser Abstand d ist derart gewählt, dass bei einer Löschgasströmung durch das Engnis 6 zum Verdämm-Kontaktstück 2 (in Richtung z2) die maximale Strömungsgeschwindigkeit seitlich neben dem Verdämm-Kontaktstück 2 liegt, oder zumindest nicht auf der Strecke zwischen den beiden Lichtbogenkontaktstücken 1 und 2 (oder neben dieser Strecke). Dadurch wird eine besonders effiziente Lichtbogenbeblasung erreicht, und ein Rückzünden des Lichtbogens wird effektiv unterbunden. Der Abstand d wird als d « (0.7+0.2)xD gewählt, wobei D der Durchmesser des Engnisses 6 (an seinem z2-seitigen Ende) ist.
Wenn durch das Getriebe 3 ein Geschwindigkeitsverhältnis vi /v2 von 1 :1 vorgegeben ist, kann der Abstand d und damit auch die entsprechenden Strömungsverhältnisse auch dann eingehalten werden, wenn der Schalter in die Dämpfung geht, also die Kontaktstücke 1 ,2 durch einen Dämpfungsmechanismus abgebremst werden. Gegen Ende eines Ausschaltvorganges kommt es oft auch zu einem durch die
Druckverhältnisse in dem Heizraum 1 1 und/oder dem Kompressionsraum 10 hervorgerufenen Rücklauf (Bewegungsrichtungsumkehr) des ersten Kontaktstücks 1 . Auch durch einen derartigen Rücklauf kann bei der Wahl eines Geschwindigkeitsverhältnisses vl /v2 von 1 :1 der Abstand d nicht verändert werden. Insofern können optimale Strömungsverhältnisse bis ans Ende der Ausschaltbewegung beibehalten und dadurch eine sichere Lichtbogenlöschung ohne Rückzünden sichergestellt werden. Durch das Geschwindigkeitsverhältnis vi /v2 von 1 :1 ist auch der Abstand zwischen den beiden Kontaktstücken 1 und 2 konstant, so dass die elektrische Feldverteilung konstanthaltbar ist.
Durch ein Geschwindigkeitsverhältnis vi /v2 nach der Bewegungsrichtungsumkehr ist es möglich, die Belastung einer die Bewegung der Kontaktstücke abbremsenden Dämpfungseinrichtung zu verringern oder eine weniger aufwendige Dämpfungseinrichtung einzusetzen, da ein längerer Dämpfungshub (längere Strecke, während der die Bewegungen abgebremst werden) vorgesehen werden kann. Denn nach einem frühen Erreichen eines ausreichenden (typischerweise nahezu maximalen) Abstandes zwischen den Lichtbogenkontaktstücken kann das Abbremsen der Kontaktstücke bereits beginnen, da der Kontaktstück- Abstand durch die 1 :1 -Übersetzung konstantgehalten wird. Für ein Geschwindigkeitsverhältnis vi /v2, das nahe bei eins liegt, gilt im Prinzip das gleiche, wobei jedoch kleine Veränderungen des Kontaktstück-Abstandes vorkommen.
Durch eine Reduktion der Geschwindigkeit v2 des zweiten Kontaktstücks 2 am Ende der Ausschaltbewegung kann die Belastung der Dämpfungseinrichtung verringert werden, da eine geringere Bewegungsenergie absorbiert werden muss.
Man kann auch die Hilfsdüse 13 als eine Isolierdüse mit einem Engnis auffassen (wenn die Hilfsdüse 13 entsprechend ausgebildet ist), wobei dann der Abstand zwischen dem ersten Kontaktstück 1 und diesem Hilfsdüsen- Engnis erfindungsgemäss derart gewählt werden kann, dass die Löschgasdichte der in Richtung zl verlaufenden Löschgasströmung in einem Bereich minimal ist oder die Strömungsgeschwindigkeit der in Richtung zl verlaufenden Löschgasströmung in einem Bereich maximal ist, der bezüglich der Achse A neben dem ersten Lichtbogenkontaktstück 1 oder innerhalb des ersten Lichtbogenkontaktstücks 1 angeordnet ist.
Wie dem rechten Teil vom Fig. 2 zu entnehmen ist (in Aufsicht), ist ein Hebel 8 an einem ersten Ende mittels eines Bolzens 16 an dem zweiten Kontaktstück 2 drehbar gelagert. An dem zweiten Ende des Hebels 8 ist der Hebel 8 mittels eines Bolzens 17 an einem Schenkel eines Winkelhebels 9 drehbar gelagert. Der zweite Schenkel des Winkelhebels 9 ist mittels eines Bolzens 18 in einer Kulissenscheibe 14 geführt. Der Winkelhebel 9 ist mittels eines ortsfesten, beispielsweise am Gehäuse des Hochleistungsschalters befestigten Bolzens 19 drehbar gelagert. Wie mittels einer Wirklinie W symbolisiert, ist die Bewegung der Kulissenscheibe 14 (vorzugsweise starr) an die Bewegung des ersten Kontaktstücks 1 gekoppelt.
Durch die mit dem Antrieb verbundene Kulissenscheibe 14 wird also über einen Hebelmechanismus die Bewegung des zweiten Kontaktstücks 2 gesteuert. Das Getriebe 3 kann eine lineare Bewegung (des Antriebes) mit konstanter Geschwindigkeit umsetzen in eine Bewegung mit Bewegungsrichtungsumkehr. Durch geeignete Wahl der Hebellängen und -Winkel ist ein gewünschtes Geschwindigkeitsprofil für das zweite Kontaktstück 2 wählbar.
Das Getriebe 3 kann, wie in Fig. 1 dargestellt, symmetrisch aufgebaut sein, was zu einer günstigeren Kräfteverteilung und grosserer Stabilität führt.
Die Geschwindigkeit vi der Isolierdüse 5 und des ersten Kontaktstücks 1 kann nach der anfänglichen Bescheunigung typischerweise zwischen 3 m/s und 10 m/s betragen, beispielsweise 5 m/s. Die Geschwindigkeit v2 des zweiten Kontaktstücks 1 kann im Maximum typischerweise 12 m/s bis 20 m/s betragen, beispielsweise 1 5 m/s. Das maximale Geschwindigkeitsverhältnis vi /v2 (bei entgegengesetzter Bewegung) kann zwischen 1 :2.4 und 1 : 3.5 betragen, beispielsweise 1 :3. Dadurch können entsprechend grosse Relativgeschwindigkeiten vi 2 von typischerweise 13 m/s, 1 5 m/s, 1 7 m/s, 19 m/s und mehr erreicht werden, die eine rasche Freigabe des Engnisses 6 und eine effiziente Lichtbogenbeblasung durch Bereitstellung eines grossen Löschgasdruckes innerhalb kurzer Zeit ermöglichen. Wenn das Engnis eine grosse Länge (axiale Erstreckung) aufweist, kann auf diese Weise eine sehr grosse Oberfläche der Isolierdüse dem Lichtbogen ausgesetzt werden, wodurch grosse Mengen Materials aus der Isolierdüse verdampft werden können, so dass eine effiziente Lichtbogenbeblasung erreicht wird. Insbesondere können Engnis-Längen von mehr als 40 mm, vorteilhaft mehr als 50 mm und mehr als 60 mm eingesetzt werden. Auch kann ein grosser Abstand zwischen den Kontaktstücken 1 und 2 (Isolierstrecke) innerhalb sehr kurzer Zeit erreicht werden.
Ein entsprechender Hochleistungsschalter kann für Nennkurschlussströme von über über 40 kA oder über 50 kA bei Nennspannungen von über 1 70 kV oder über 200 kV ausgelegt sein.
Fig. 3 zeigt eine graphische Veranschaulichung der Gleichung d = D x ( (1 +b ' - cosoO'/2 - 1 ) / (2 • sinot • cosα) ,
wobei d / D gegen den Öffnungswinkel α (alpha) aufgetragen ist. Für Parameter b ' = l , b ' = 2, b ' = 3, b ' = 4 und b ' = 5 sind die entsprechenden Kurven aufgetragen. Der Graphik können geeignete (strömungsoptimierende) Verhältnisse d / D für ungefähr zylindrische Engnisse mit Durchmesser D (vergleiche auch Fig. 1) entnommen werden. Diese liegen im Bereich von etwa b = 1 .4 bis b = 4.5, wobei b ' = b - F' /F gilt und F' der Flächeninhalt der zu der Achse senkrechten Querschnittsfläche einer gegebenenfalls in dem zweiten Kontaktstück 2 vorgesehenen Öffnung zum Abströmen von Löschgas ist. F ist der Flächeninhalt der zu der Achse senkrechten Querschnittsfläche des Engnisses 6 nahe dem während der Löschphase dem zweiten Lichtbogenkontaktstück 2 zugewandten Ende des Engnisses 6 (vergleiche Figs. 1 und 2). Für ein zweites Kontaktstück 2 ohne eine Abströmöffnung, wie in den Figs. 1 und 2 dargestellt, ist F ' = 0 und b' = b. Der Graphik ist auch der Wert von d/D « 0.7 für oc « 45° entnehmbar, der in der Fig. 1 dargestellt ist.
Die maximale Relativgeschwindigkeit Vi2,max der Kontaktstücke 1 ,2 kann bei einem solchen Schalter vorteilhaft um mindestens 40 %, insbesondere mindestens 60 % und sogar um mindestens 80 % grösser gewählt werden, als dies zum kapazitiven Schalten notwendig wäre. Vorteilhaft ist die Schaltkammer derart ausgelegt, dass, wenn sie in einem einkammerigen Hochleistungsschalter eingebaut ist, für die maximale Relativgeschwindigkeit Vi2,max der beiden Lichtbogenkontaktstücke (1 ,2) zueinander während eines Ausschaltvorgangs gilt: Vi2,max > k ' x UN - p * f / (Ekrir po) , wobei UN die Nennspannung des Hochleistungsschalters in kV, p der Polfaktor des Hochleistungsschalters (dimensionslos), Ekrit die Einsatzfeldstärke für Entladungen des Löschgases in kV/(bar m), und po der Fülldruck des Löschgases in bar ist (typischerweise 4 bar oder 6 bar, im allgemeinen stets zwischen 1 bar und 10 bar), und f die Hochspannungsnetzfrequenz in Hz
ist, für die der Hochleistungsschalter ausgelegt ist. vu.max ergibt sich in m/s. Der Faktor k' beträgt 23, vorteilhaft 27 oder bevorzugt 31. Im Falle eines Hochleistungsschalters mit mehr als einer Schaltkammer muss noch ein weiterer Faktor hinzumultipliziert werden, der die Versteuerung des Hochleistungsschalters berücksichtigt.
Dadurch wird es möglich, innerhalb sehr kurzer Zeit eine sehr grosse Lichtbogenstrecke zu erzeugen. Eine grosse Oberfläche, insbesondere die gesamte Engnis-Innenfläche, kann während einer relativ langen Zeitdauer zur Erzeugung (Verdampfung) von lichtbogenlöschendem Material genutzt werden. Dadurch wird eine grosse Menge lichtbogenlöschenden Materials erzeugt, so dass eine effiziente Lichtbogenbeblasung erreicht wird. Aufgrund der sehr schnellen Relativbewegung kann diese grosse Menge lichtbogenlöschenden Materials bereits innerhalb einer sehr kurzen Zeit erzeugt werden, so dass ein sehr grosser Löschgasdruck erzeugbar ist, und die Druckerzeugung kann sehr rasch nach der Kontakttrennung stattfinden. Dadurch kann eine sehr starke Lichtbogenbeblasung und somit ein sehr sicheres Schalten, auch grosser Kurzschlussströme, erreicht werden.
Figs. 4 bis 8 zeigen graphische Darstellungen von Simulationsrechnungen für Löschgasströmungen bei verschiedenen Abständen d. Den Simulationsrechnungen unterliegt die Theorie der vollkompressiblen Gasströmung. Es sind Isobaren, also Linien gleichen Drucks, dargestellt. Es ist nur ein Schnitt durch die obere Hälfte des rotationssymmetrischen Problems (Rotationsachse A) dargestellt. Gemeinsame Parameter für alle Simulationen sind: Das Löschgas ist SFδ, bei Raumtemperatur (300 K); der Fülldruck (statischer Druck) beträgt po = 6 bar; der Druck am Anfang des Engnisses (etwa dem Druck PH im Heizraum entsprechend) beträgt 20 bar. Somit beträgt das Druckverhältnis PO/PH = 6/20 = 0.3. Dies ist deutlich weniger als das Laval-Druckverhältnis für SFε, welches etwa 0.59 beträgt.
Somit liegt, zumindest lokal, eine Überschallströmung vor. Der Parameter, in dem sich die Simulationen von Figs. 4 bis 8 unterscheiden, ist der Abstand d.
In allen Figs. 4-8 sind die Stosswellen („shock bottles") zu sehen, besonders deutlich sind sie in Figs. 6-8.
Das zweite Kontaktstück 2 ist in den Figs. 4-8 unten links angeordnet; es ist vollstift-artig ausgebildet mit abgerundetem Ende. Das Engnis 6 ist unten rechts angeordnet. Die durch einen offenen Pfeil symbolisierte Löschgasströmung s3 strömt durch das längliche Engnis 6. Die gerechnete Düsengeometrie in dem erweiterten Bereich 21 ist nicht ganz realistisch, da sie einen Öffnungswinkel von 90° auf weist. Typischerweise würde der Öffnungswinkel oc zwischen 30° und 60° liegen. D ist der Engnis- Durchmesser, welcher als 20 mm gewählt wurde. Der Abstand d zwischen dem zweiten Kontaktstück und dem während der Löschphase dem zweiten Kontaktstück zugewandten Ende des Engnisses 6.
Mit pi, pl , Ml sind die minimale Löschgasdichte, der minimale Löschgasdruck beziehungsweise die maximale Strömungsgeschwindigkeit zwischen dem zweiten Kontaktstück und dem Engnis oder in dem Engnis bezeichnet. Mit p2, p2, M2 sind die minimale Löschgasdichte, der minimale Löschgasdruck beziehungsweise die maximale Strömungsgeschwindigkeit neben dem zweiten Kontaktstück bezeichnet. Als Abgrenzung zwischen dem Bereich „neben dem zweiten Kontaktstück" und dem Bereich „zwischen dem zweiten Kontaktstück und dem Engnis oder in dem Engnis" kann die in den Figs. 4-8 zur Anzeige des Abstandes d eingezeichnete gestrichelte Linie angesehen werden.
Fig. 4 zeigt den Fall d = 0.2xD. In diesem Fall gibt es einen Bereich 20 seitlich des zweiten Kontaktstückes, in welchem der Druck p2 (p2 = 1 bar)
deutlich kleiner ist als der minimale Druck pl in der Schaltstrecke (pl = 19 bar). Die entsprechenden lokalen Strömungsgeschwindigkeiten betragen M2 = 2.3 Mach und Ml = 0.9 Mach. Die maximale Strömungs¬ geschwindigkeit M2 neben dem Kontaktstück ist somit deutlich grösser als die maximale Strömungsgeschwindigkeit Ml vor dem Kontaktstück.
Also ist d ausreichend klein, um eine erfindungsgemäss gute Durchschlagsfestigkeit zu erzielen. Aber da d nur 0.2xD beträgt, ist die der Löschgasströmung zur Verfügung stehende Querschnittsfläche im erweiterten Bereich nur ähnlich gross wie die im Engnis vorliegende Querschnittsfläche (F = πD2/4). Vergleiche dazu Fig. 3, Kurve für b' = 1 bei α K 90°: Demgemäss würden gleichgrosse Flächeninhalte bei d « 0.25 vorliegen, dies aber nur für ein nicht-abgerundetes zylinderförmiges Kontakstück.
Zum Erreichen einer stärkeren Beblasung wäre somit ein grosserer Abstand d wünschenswert.
Fig. 5 zeigt den Fall d = 0.6xD. Auch in diesem Fall gibt es einen Bereich 20 seitlich des zweiten Kontaktstückes, in welchem der Druck p2 (p2 = 1 .3 bar) deutlich kleiner ist als der minimale Druck pl in der Schaltstrecke (pl « 4.2 bar; auf der Achse A ist pl = 8.8 bar). Die entsprechenden lokalen Strömungsgeschwindigkeiten betragen M2 = 2.2 Mach und Ml = 1.5 Mach (auf der Achse A). Die maximale Strömungsgeschwindigkeit M2 neben dem Kontaktstück ist somit deutlich grosser als die maximale Strömungs¬ geschwindigkeit Ml vor dem Kontaktstück.
Also ist d ausreichend klein, um eine erfindungsgemäss gute Durchschlagsfestigkeit zu erzielen. Da ausserdem d = 0.6xD beträgt, ist bei der vorhandenen Düsengeometrie die der Löschgasströmung zur Verfügung
stehende Querschnittsfläche im erweiterten Bereich deutlich grösser als die im Engnis vorliegende Querschnittsfläche, so dass eine intensive Löschbogenbeblasung sichergestellt ist.
Fig. 6 zeigt den Fall d = 0.9xD. Auch in diesem Fall gibt es einen Bereich 20 seitlich des zweiten Kontaktstückes, in welchem der Druck p2 (p2 = 2.1 bar) deutlich kleiner ist als der minimale Druck pi in der Schaltstrecke (pl w 3.3 bar; auf der Achse A ist pl = 4.3 bar). Die entsprechenden lokalen Strömungsgeschwindigkeiten betragen M2 = 1 .9 Mach « 245 m/s und Ml = 1 .9 Mach « 240 m/s (auf der Achse A). Die Temperatur im Bereich 20, also bei p2 und M2, ist grösser als die Temperatur in der Region mit pl , Ml ; und die lokalen Schallgeschwindigkeiten, angegeben in der Einheit Mach sind temperaturabhängig. Die maximale Strömungsgeschwindigkeit M2 neben dem Kontaktstück ist somit noch etwas grösser als die maximale Strömungsgeschwindigkeit Ml vor dem Kontaktstück.
Also ist d ausreichend klein, um eine erfindungsgemäss gute Durchschlagsfestigkeit zu erzielen. Da ausserdem d = 0.9xD beträgt, ist die der Löschgasströmung zur Verfügung stehende Querschnittsfläche im erweiterten Bereich deutlich grösser als die im Engnis vorliegende Querschnittsfläche, so dass eine intensive Löschbogenbeblasung sichergestellt ist.
Fig. 7 zeigt den Fall d = 1.5xD. In diesem Fall gibt es keinen Bereich seitlich des zweiten Kontaktstückes mehr, in welchem der Druck p2 (p2 = 2.0 bar) kleiner wäre als der minimale Druck pl in der Schaltstrecke (pl = 1.9 bar). Die entsprechenden lokalen Strömungsgeschwindigkeiten betragen M2 = 1 .9 Mach und Ml = 2.2 Mach. Die maximale Strömungsgeschwindigkeit M2 neben dem Kontaktstück ist somit kleiner als die maximale Strömungs¬ geschwindigkeit Ml vor dem Kontaktstück.
Zwar ist mit d = 1.5xD die der Löschgasströmung zur Verfügung stehende Querschnittsfläche im erweiterten Bereich deutlich grösser als die im Engnis vorliegende Querschnittsfläche, so dass eine intensive Löschbogenbeblasung sichergestellt ist. Aber der Abstand d ist zu gross, um die erfindungsgemässe gute Durchschlagsfestigkeit zu erzielen.
Fig. 8 zeigt den Fall d = 2.OxD. In diesem Fall gibt es auch keinen Bereich seitlich des zweiten Kontaktstückes mehr, in welchem der Druck p2 (p2 = 2.1 bar) kleiner wäre als der minimale Druck pl in der Schaltstrecke (pl = 1.6 bar). Die entsprechenden lokalen Strömungsgeschwindigkeiten betragen M2 = 1 .8 Mach und Ml = 2.4 Mach. Die maximale Strömungs¬ geschwindigkeit M2 neben dem Kontaktstück ist somit kleiner als die maximale Strömungsgeschwindigkeit Ml vor dem Kontaktstück.
Zwar ist mit d = 2.OxD die der Löschgasströmung zur Verfügung stehende Querschnittsfläche im erweiterten Bereich deutlich grösser als die im Engnis vorliegende Querschnittsfläche, so dass eine intensive Löschbogenbeblasung sichergestellt ist. Aber der Abstand d ist zu gross, um die erfindungsgemässe gute Durchschlagsfestigkeit zu erzielen.
Zusammengefasst zeigen also die Figs. 4-6 (d = 0.2xD, d = 0.6xD, d = 0.9xD) Fälle, in denen der Abstand d kleiner ist als die obere Grenze eines Abstandsintervalls, wobei diese obere Grenze dadurch gegeben ist, dass das Minimum pl des im Engnis 6 oder zwischen dem Engnis 6 und dem zweiten Kontaktstück 2 auftretenden Löschgasdrucks grösser ist als das
Minimum p2 des im oder neben dem zweiten Kontaktstück 2 auftretenden
Löschgasdrucks.
In einer Formulierung mit den entsprechenden Löschgasdichten:
Die Figs. 4-6 (d = 0.2xD, d = 0.6xD, d = 0.9xD) zeigen Fälle, in denen der Abstand d kleiner ist als die obere Grenze eines Abstandsintervalls, wobei diese obere Grenze dadurch gegeben ist, dass das Minimum pi der im Engnis 6 oder zwischen dem Engnis 6 und dem zweiten Kontaktstück 2 auftretenden Löschgasdichte grösser ist als das Minimum p2 der im oder neben dem zweiten Kontaktstück 2 auftretenden Löschgasdichte.
In einer Formulierung mit den entsprechenden Löschgasströmungsgeschwindigkeiten:
Die Figs. 4-6 (d = 0.2xD, d = 0.6xD, d = 0.9xD) zeigen Fälle, in denen der Abstand d kleiner ist als die obere Grenze eines Abstandsintervalls, wobei diese obere Grenze dadurch gegeben ist, dass das Maximum MI der im Engnis 6 oder zwischen dem Engnis 6 und dem zweiten Kontaktstück 2 auftretenden Strömungsgeschwindigkeit des Löschgases kleiner ist als das Maximum M2 der im oder neben dem zweiten Kontaktstück 2 auftretenden Strömungsgeschwindigkeit des Löschgases.
Andererseits zeigen die Figs. 5-8 (d = 0.6xD, d = 0.9xD, d = 1 .5xD, d = 2.OxD) Fälle, in denen der Abstand d grösser ist als die untere Grenze eines Abstandsintervalls, wobei diese untere Grenze dadurch gegeben ist, dass die der Löschgasströmung in dem erweiterten Bereich 21 zum Durchströmen zur Verfügung stehende Querschnittsfläche mindestens einen so grossen Flächeninhalt hat wie die Querschnittsfläche des Engnisses (nahe dem erweiterten Bereich).
Somit ist der Abstand d in den Fällen d - 0.6xD (Fig. 5) und d = 0.9xD (Fig. 6) erfindungsgemäss gewählt und hat die erfindungsgemässen Vorteile, sofern der Abstand d während eines geeigneten Zeitfensters innerhalb des Abstandsintervalles verbleibt. Der Fall d = 0.2xD (Fig. 4) hingegen erlaubt kein ausreichend starkes Abströmen des Löschgases und zeigt somit eine
Position des zweiten Kontaktstückes, die während eines für das Rückzünden kritischen Zeitfensters gemäss der Erfindung nicht eingenommen wird. In den Fällen d = 1.5xD (Fig. 7) und d = 2.OxD (Fig. 8) wiederum ist die Dichte und der Löschgasdruck auf der Schaltstrecke geringer als neben dem Kontaktstück, so dass auch diese Positionen während eines für das Rückzünden kritischen Zeitfensters gemäss der Erfindung nicht eingenommen werden, da sonst die Gefahr einer Rückzündung besteht.
Im Falle von für die Erfindung geeigneten Abständen d ist der Bereich 20, in welchem die minimale lokale Löschgasdichte (oder der minimale lokale Löschgasdruck, oder die maximale Strömungsgeschwindigkeit des Löschgases), die (oder der) im Engnis 6 oder im erweiterten Bereich 21 vorkommt, neben dem zweiten Kontaktstück angeordnet.
Bezugszeichenliste
1 Kontaktstück, erstes Lichtbogenkontaktstück
2 Kontaktstück, zweites Lichtbogenkontaktstück, Verdämm- Kontaktstück
3 zweiter Antrieb, Getriebe
4 Lichtbogen
5 Düse, Isolierdüse
6 Engnis
7 Kanal, Ringkanal
8 Hebel
9 Winkelhebel
1 0 Kompressionsraum
1 1 Heizraum
1 2 Ventil
1 3 Hilfsdüse
14 Kulisse, Kulissenscheibe
1 5 Kolben
16,1 7,18 Bolzen, drehbare Lagerung
1 9 fixierter Bolzen, drehbare Lagerung
20 Bereich, Bereich minimalen Löschgasdruckes, Bereich minimaler Löschgasdichte, Bereich maximaler Strömungsgeschwindigkeit
21 Bereich , erweiterter Bereich, im Radius erweiterter Bereich
A Achse, Symmetrieachse b,b ' Parameter d Abstand
D Durchmesser, radiale Abmessung
F Fläche, Flächeninhalt
Ml Strömungsgeschwindigkeit
M2 Strömungsgeschwindigkeit p Druck
Po Fülldruck, statischer Druck, Hintergrundsdruck pl Druck, Minimum des im Engnis oder zwischen dem Engnis und dem zweiten Kontaktstück auftretenden Löschgasdruckes; minimaler im Engnis oder zwischen dem Engnis und dem zweiten
Kontaktstück vorliegender Löschgasdruck p2 Druck, Minimum des im oder neben dem zweiten Kontaktstück auftretenden Löschgasdruckes; minimaler in oder neben dem zweiten Kontaktstück vorliegender Löschgasdruck PH Füllgasdruck im Heizraum sl ,s2,s3,s4,s5 Löschgas-Teilströmung vi Geschwindigkeit der Isolierdüse v2 Geschwindigkeit des zweiten Kontaktstücks vi 2 Relativgeschwindigkeit
W Wirklinie zl Richtung z2 Richtung
a Öffnungswinkel
(x ' Winkel
Pi Dichte, Minimum der im Engnis oder zwischen dem Engnis und dem zweiten Kontaktstück auftretenden Löschgasdichte; minimale im Engnis oder zwischen dem Engnis und dem zweiten
Kontaktstück vorliegende Löschgasdichte P2 Dichte, Minimum der im oder neben dem zweiten Kontaktstück auftretenden Löschgasdichte; minimale in oder neben dem zweiten
Kontaktstück vorliegende Löschgasdichte