Sicherheitsmerkmal für ein Wert- und Sicherheitsdokument und entsprechendes Dokument
Die Erfindung betrifft ein Sicherheitsmerkmal für ein Wert- und Sicherheitsdoku- ment und ein entsprechendes Wert- und Sicherheitsdokument.
Es sind bereits Sicherheitsmerkmale für ein Wert- und Sicherheitsdokument und entsprechende Dokumente mit einem Sicherheitsmerkmal bekannt, welche mit einer Farbe bedruckt sind, welche Farbteilchen einer Farbe aufweisen. Hierbei entspricht die Farbe, welche bei der Betrachtung im Auflicht erscheint, der Farbe, die auch bei der Betrachtung im Durchlicht wahrgenommen wird. Diese Aufdrucke können als Bilder und/oder Formen und/oder Ziffern- und/oder Buch¬ stabenfolgen gestaltet sein, die Informationen für den Betrachter beinhalten.
Als (Farb-)Teilchen wird nachfolgend ein Kristallit oder ein Kristallitagglomerat bezeichnet, welches bei der visuellen Betrachtung einen Farbton im Auflicht und einen Farbton im Durchlicht aufweist. Die dem Betrachter oder einer maschinel¬ len Messeinrichtung erscheinenden Farbtöne, im Folgenden Farben genannt, entstehen durch Absorptions- und Reflexionsvorgänge des sichtbaren Bereichs des Spektrums der einfallenden oder durchgehenden elektromagnetischen Strahlung in den Kristalliten des Teilchens. Die in einer Farbe oder einer anderen Beschichtung enthaltenen Teilchen bestimmen somit die dem Betrachter oder einer maschinellen Messeinrichtung erscheinende „Farbe" einer Farbe oder der Beschichtung , also den Bereich des sichtbaren elektromagnetischen Spekt- rums, der vom Dokument in Richtung Betrachter oder maschinelle Messeinrich¬ tung ausgesendet wird. Die Teilchen werden auch als Farbpigmente bezeichnet. Ein Teilchen hat in der Regel einen Durchmesser zwischen 2 μm und 50 μm, je nach dem verwendeten Druckverfahren.
Aus der Druckschrift US 4,941 ,687 ist ein Sicherheitsdokument mit einem metal¬ lisierten Kunststoffstreifen als Sicherheitsmerkmal bekannt. Die Metallisierungen sind in der Form von Zeichen auf die Sicherheitsfarbe aufgebracht und von Farben bedeckt, welche den Farben des Sicherheitsdokuments entsprechen. An den metallisierten Stellen ist der Sicherheitsfaden, wenn er in das Papier des Sicherheitsdokuments eingebracht ist, im Durchlicht nicht transparent. Die Herstellung eines derartigen Sicherheitsmerkmals ist aufwändig. Ein ebenso
aufwändig herzustellendes Sicherheitsmerkmal ist aus der Druckschrift DE 692 08 945 T4 bekannt, welches aus einem Sicherheitsfaden besteht, der die gleiche Farbe wie die umgebenden Bereiche des Dokuments aufweist. Der Kunststofffaden wird durch Beschichtung oder Druck mit einer Farbschicht versehen, die in einer Menge aufgebracht wird, so dass die Opazität des Fadens höher ist als diejenige des Blattes, in das der Faden eingezogen ist. Der Faden weist die gleiche oder eine ähnliche Farbe wie das Dokument auf, das den Faden enthält, und ist somit im Auflicht nicht sichtbar. Im Durchlicht ist der Faden bedingt durch die höhere Opazität jedoch sichtbar.
Aus der DE 100 21 896 T2 ist ein bahnförmiges Aufzeichnungsmaterial mit einem Sicherheitsmerkmal bekannt. Das Sicherheitsmerkmal ist als eine pigmentierte Markierung gestaltet, welche zwischen Substrat und Aufzeichnungsschicht angeordnet ist. Die Markierung enthält eine Zwischenschicht, die eine lokal unterschiedliche Dicke aufweist. Das Sicherheitsmerkmal zeigt so im Auflicht die gleiche Farbe und unterschiedliche Transparenz im Durchlicht. Die Herstellung einer derartigen Zwischenschicht führt nur zu befriedigenden Resultaten, wenn die Schichtdickenunterschiede groß sind und die Übergänge zwischen den Bereichen mit unterschiedlicher Schichtdicke steil verlaufen.
Aus der Druckschrift DE 690 01 677 T2 ist ein Wert- und Sicherheitsdokument bekannt, welches ein einfarbiges, im reflektierten Licht nicht sichtbares und im Durchlicht sichtbares Druckmuster aufweist. Dieses Druckmuster ist zusammen¬ gesetzt aus einer ersten Schicht, welche die Opazität des Kunststoffsubstrates modifiziert. Die darüber angeordnete zweite Schicht ist farbig und deckt die erste Schicht ab, so dass die erste Schicht im Auflicht nicht gesehen wird. Der mehr¬ schichtige Aufbau ist jedoch aufgrund des hohen Herstellungs- und Materialauf¬ wands von Nachteil und stellt eine fehleranfällige Lösung dar. Beispielsweise bestehen, da die unterschiedlichen Farbeindrücke durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Schichten hervorgerufen werden, hohe Genauigkeitsanforde¬ rungen bei der Herstellung. Zudem sind die gestalterischen Möglichkeiten für derartige Dokumente eingeschränkt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Sicherheitsmerkmal zu schaffen, welches visuell einfach identifizierbar ist und wenig Kosten und Aufwand in der
Herstellung benötigt und die vorgenannten Nachteile beseitigt. Weiterhin besteht
diθ Aufgabe darin, ein entsprechendes Wert- und Sicherheitsdokument zu schaffen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das erfindungsgemäße Sicherheitsmerkmal ersten Teilchen aufweist, die bei der visuellen Betrachtung im Auflicht wenigstens eine beliebige erste Farbe und im Durchlicht eine von der wenigstens einen ersten Farbe abweichende zweite Farbe aufweisen. Die Aufgabe wird außerdem von einem Wert- und Sicherheitsdokument mit einem entsprechenden Sicherheitsmerkmal gelöst.
Das erfindungsgemäße Sicherheitsmerkmal und das erfindungsgemäße Wert- und Sicherheitsdokument haben den Vorteil, dass die Echtheit einfach durch Betrachtung im Wechsel zwischen Durchlicht und Auflicht, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von wenigen, für jedermann zugänglichen Mitteln, z.B. einer im sichtbaren elektromagnetischen Spektrum emittierenden Lampe, nachweisbar ist. Das Sicherheitsmerkmal und das entsprechende Wert- und Sicherheitsdo¬ kument lassen sich außerdem einfach und kostengünstig herstellen.
Ein besonders einfach zu verifizierendes Sicherheitsmerkmal wird erzeugt, wenn das erfindungsgemäße Sicherheitsmerkmal erste und zweite Teilchen aufweist, die bei der visuellen Betrachtung im Auflicht wenigstens eine beliebige erste Farbe zeigen, wobei die ersten Teilchen bei der visuellen Betrachtung im Durch¬ licht mittels subtraktiver Farbmischung eine andere Farbe zeigen als die zweiten Teilchen, wobei mindestens die Farbe der ersten Teilchen im Durchlicht verschieden von ihrer ersten Farbe im Auflicht ist. Hierbei ist es von besonderem Vorteil, wenn die ersten Teilchen und die zweiten Teilchen im Auflicht die gleiche Farbe zeigen. Der farbliche Unterschied der zwischen ersten und zweiten Teilchen erscheint besonders kontrastreich, wenn die ersten Teilchen im Durch¬ licht schwarz oder grau erscheinen. Vorteilhaft für die sichere Identifizierung von echten und unechten Wert- und Sicherheitsdokumenten ist, wenn die ersten und die zweiten Teilchen auf der Oberfläche eines Trägers angeordnet sind, welcher transparent ist. Ebenso ist es vorteilhaft, die Schicht mit den ersten und den zweiten Teilchen durch eine transparente Schutzschicht abzudecken, so dass diese bei längerem Gebrauch des Wert- und Sicherheitsdokuments nicht abge- tragen oder beschädigt wird. Vorteilhaft einfach lassen sich die im Durchlicht schwarz oder grau erscheinenden ersten Teilchen herstellen, indem für diese ein
opaker Kern vorgesehen wird, welcher eine Ummantelung mit einer Buntfarbe aufweist. Dieser kann in vorteilhafter Weise aus Ruß bestehen, so dass die Mate¬ rialkosten vergleichsweise gering sind. Zur eindeutigen Identifizierung der Sicherheitsmerkmale ist von Vorteil, wenn durch eine durch die ersten Teilchen und/oder die zweiten Teilchen ausgebildete Fläche des erfindungsgemäßen Sicherheitsmerkmals bei der visuellen Betrachtung im Durchlicht eine Information in Form von Ziffern- und/oder Buchstabenfolgen und/oder einer Form und/oder eines Bildes dargestellt wird.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert, das anhand von Zeichnungen dargestellt ist. Es zeigen
Figur 1 ein erfindungsgemäßes Wert- und Sicherheitsdokument mit einem erfindungsgemäßen Sicherheitsmerkmal bei der Betrachtung im Auflicht (schematisch),
Figur 2 das in Figur 1 dargestellte Wert- und Sicherheitsdokument im
Durchlicht (schematisch),
Figur 3 einen Querschnitt des in den Figuren 1 und 2 dargestellten Wert- und Sicherheitsdokuments (schematisch) und
Figur 4 ein erstes Teilchen des in den vorangegangenen Figuren dargestellten erfindungsgemäßen Sicherheitsmerkmals.
Figur 1 zeigt ein Wert- und Sicherheitsdokument mit verschiedenen Sicherheits¬ merkmalen. Mit der Bezeichnung Wert- und Sicherheitsdokument werden Pässe, Ausweise, Scheckkarten, Versicherungskarten, Banknoten, Briefmarken oder andere zusammengefasst. Vorliegend wird die Erfindung anhand einer Banknote 1 erläutert. Die Banknote 1 enthält beispielsweise als Sicherheitsmerkmal 3 den Wert der Banknote in Form eines mit fluoreszierenden und/oder irisierenden Farben ausgeführten Aufdrucks. Als weiteres Sicherheitsmerkmal 4 ist ein Bild einer berühmten Persönlichkeit vorgesehen, welches mittels Stichtiefdruck erzeugt wurde.
Das erfindungsgemäße Sicherheitsmerkmal 10 ist als farbiges Rechteck ausge¬ führt, welches im Auflicht in einer einheitlichen ersten Farbe erscheint, obwohl dieses aus Bereichen mit zweiten Teilchen 12 und ersten Teilchen 14 (siehe nachfolgende Erläuterung der Figur 2) besteht. Die zweiten Teilchen 12 und die ersten Teilchen 14 haben in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel also die gleiche erste Farbe im Auflicht. Die erste Farbe kann eine beliebige Buntfarbe, beispielsweise rot oder blau sein. Ein Farbunterschied ist zwischen beiden Bereichen im Auflicht nicht erkennbar, die Fläche wirkt einheitlich. Ein Farbunter¬ schied wird durch das menschliche Auge nicht wahrgenommen oder eine maschinelle Messeinrichtung nicht detektiert.
In einem weiteren, nicht dargestellten Ausführungsbeispiel können die zweiten Teilchen 12 und die ersten Teilchen 14 im Auflicht unterschiedliche Farben, vorzugsweise unterschiedliche Buntfarben aufweisen.
Die in Figur 1 dargestellte Banknote 1 ist in Figur 2 noch einmal so dargestellt, wie sie bei der Betrachtung im Durchlicht erscheinen würde. Im Unterschied zur Betrachtung im Auflicht, die in Figur 1 dargestellt ist, kann der menschliche Betrachter oder die maschinelle Messeinrichtung im Bereich des erfindungsge- mäßen Sicherheitsmerkmals 10 nun einen ersten Bereich, der zweite Teilchen 12 enthält, sowie einen zweiten Bereich, der erste Teilchen 14 enthält, unterschei¬ den. Im Durchlicht weisen die zweiten Teilchen 12 eine andere Farbe als die ersten Teilchen 14 auf. Vorzugsweise behalten die zweiten Teilchen 12 im Durch¬ licht ihre erste Farbe bei und erscheinen beispielsweise rot oder blau. Die ersten Teilchen 14 zeigen im Durchlicht aufgrund ihres opaken Kerns (siehe die Erläu¬ terungen anhand der nachfolgenden Figur 4) die Farbe dunkelgrau oder schwarz. Durch die farblich unterschiedlichen Bereiche aus zweiten Teilchen 12 und ersten Teilchen 14 wird eine Information dargestellt, welche in dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel die Zahl „50" ist. Die Zahl „50" tritt, da in diesem Bereich die ersten Teilchen 14 angeordnet sind, mit deutlichem Kontrast aus der noch mit den zweiten Teilchen 12 versehenen Fläche hervor, während sie im Auflicht verborgen war. Die Zahl kennzeichnet in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel den Wert der Banknote 1 und wiederholt eine Information, welche bereits in einem anderen Bereich des Wertdokuments angegeben war, hier einen Teil des bereits mittels einer fluoreszierenden und/oder irisierenden Farbe hergestellten Aufdrucks 3. Die durch die zweiten Teilchen 12 und die
ersten Teilchen 14 im Durchlicht dargestellte Information kann durch beliebige andere Zahlen- und/oder Buchstabenfolgen und/oder Bilder und/oder Formen wie Kreisform, Rechteckform, Quadratform oder Sternform realisiert werden.
Figur 3 zeigt einen Querschnitt durch die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Banknote 1 entlang der Linie A-A. Die Banknote weist einen in einem Bereich mindestens teiltransparenten Träger 20 auf, welcher einen mindestens teiltrans¬ parenten Bereich 21 , ein sogenanntes Fenster, und nicht transparente Bereiche 22 enthält. In einem weiteren Ausführungsbeispiel kann die Banknote 1 auch einen Träger 20 aufweisen, welcher vollständig mindestens teiltransparent ist. Der Träger kann aus Kunststoff und/oder Papier bestehen, wobei die mindestens teiltransparenten Bereiche 21 vorzugsweise aus Kunststoff bestehen. Auf der Oberfläche des Trägers 20 ist im Bereich des mindestens teiltransparenten Bereichs 21 das erfindungsgemäße Sicherheitsmerkmal 10 angeordnet, welches zweite Teilchen 12 und erste Teilchen 14 enthält. Das Sicherheitsmerkmal 10 kann mittels Hoch- oder Tiefdruck, Offsetdruck oder anderer Druckverfahren aufgedruckt, aufgespritzt, aufgestrichen oder mittels eines anderen bekannten Beschichtungsverfahrens aufgetragen werden. Neben dem Sicherheitsmerkmal 10 sind weitere Elemente 15 auf dem Träger 20 angeordnet, welche beispiels- weise die anhand von Figur 1 erläuterten Sicherheitsmerkmale 3 und 4 enthalten. Die Elemente 15 können ebenfalls aufgedruckt oder mittels eines anderen bekannten Beschichtungsverfahrens aufgebracht worden sein. Die Teile des erfindungsgemäßen Sicherheitsmerkmals 10 mit den zweiten Teilchen 12 und den ersten Teilchen 14 werden vorzugsweise nacheinander aufgetragen. Hierbei wird zunächst in den hierfür vorgesehenen Bereichen die Substanz, z.B. Farbe, mit den zweiten Teilchen 12 in den hierfür vorgesehenen Bereichen aufgebracht und anschließend in den übrigen Bereichen die Substanz mit den ersten Teilchen 14, beispielsweise ebenfalls mittels einer Farbe, aufgetragen. Oberhalb der Schicht aus dem Sicherheitsmerkmal 10 und den Elementen 15 ist eine Schutz- Schicht 17 angeordnet, welche das darunter liegende Sicherheitsmerkmal 10 und/oder die Elemente 15 abdecken und vor Zerstörung im Gebrauch schützen soll. Die Schutzschicht besteht vorzugsweise aus Kunststoff.
Anhand von Figur 4 soll der Aufbau eines ersten Teilchens erläutert werden. Das erste Teilchen 14 ist in Figur 4 im Querschnitt dargestellt. Es enthält einen opaken Kern 34, welcher von einer farbigen Hülle 32 umgeben ist. Als Kern wird
hierbei ein Volumen bezeichnet, das sich vollständig innerhalb des Teilchens befindet. Der Kern 34 kann beispielsweise aus Ruß oder anderen opaken Parti¬ keln bestehen. Dieser beispielsweise rußhaltige Kern absorbiert das durchge¬ hende Licht und lässt so die Bereiche des erfindungsgemäßen Sicherheitsmerk- mals 10, welche die ersten Teilchen 14 enthalten, im Durchlicht schwarz oder grau erscheinen. Im Auflicht ist dieses erste Teilchen 14 jedoch aufgrund der farbigen Hülle farbig. Demgegenüber weisen die zweiten Teilchen 12 keinen opaken Kern auf, so dass diese im Auflicht und im Durchlicht farbig erscheinen.
Werden mit den ersten Teilchen in einem weiteren Ausführungsbeispiel Raster¬ drucke hergestellt, wobei erste Teilchen mit gelber Ummantelung und opakem Kern, erste Teilchen mit blauer Ummantelung und opakem Kern sowie erste Teil¬ chen mit magentafarbener Ummantelung und opakem Kern anstelle der herkömmlichen Pigmente Yellow, Cyan und Magenta Verwendung finden, so entsteht ein im Auflicht farbiges Bild, welches bei Durchlichtbetrachtung als Schwarz-Weiß-Graustufenbild erscheint.
In einem weiteren Ausführungsbeispiel kann der anhand der Figuren 1 und 2 dargestellte Effekt umgekehrt werden. Im Auflicht wird dann ein Schwarzweißbild wahrgenommen, während im Durchlicht ein Farbeindruck entsteht. Dies kann dadurch realisiert werden, dass die ersten oder die zweiten Teilchen mit einer Licht absorbierenden Oberfläche versehen sind.