Mikrofonsystem
Die Erfindung betrifft ein drahtloses Mikrofonsystem. Ein solches Mikrofonsystem (hierunter ist auch ein Mikrofontaschensender zu verstehen) besteht aus einem Mikrofon mit integrierter Sendeeinrichtung und einem dieser Sendeeinrichtung zugeordnetem Mikrofonempfänger, über den die vom Mikrofonwandler erzeugten elektrischen Signale an den Empfänger übertragen werden. Dabei ist es auch mög¬ lich, dass bereits im Mikrofon selbst das elektrische Signal digitalisiert wird und dann über eine Hochfrequenz-Strecke an den Mikrofonempfänger übertragen wird und dort wiederum in ein analoges Signal zurückgewandelt werden kann.
Mikrofone dieser Art kommen bereits sehr vielfältig zum Einsatz, insbesondere auch in Fernsehstudios, im Bühnenbereich usw.
Es ist schon häufig vorgekommen, dass bei Gesangsdarbietungen im Fernsehstudio oder auch im Bühnenbereich oder bei vergleichbaren Anlässen von Dritten uner¬ laubte Mitschnitte aufgenommen und später rechtswidrig verwendet wurden. Hierbei machen sich die unautorisierten Kopierer die Tatsache zunutze, dass man mittels
eines entsprechend auf die Sendefrequenz des Drahtlos-Mikrofons abgestimmten Empfängers die Mikrofonsignale auch selbst empfangen und dann mittels einer Aufnahmeeinrichtung entsprechend aufnehmen kann.
DE 100 29 893 A1 zeigt eine Vorrichtung zum Einfügen eines Wasserzeichens für Schallsignale. Das Wasserzeichensignal wird direkt im Schallsignal codiert und anschließend in einer Empfangseinrichtung decodiert.
DE 35 36 384 A1 zeigt ein FM-Funksystem mit einem Sender zum verschleierten Übertragen von Sprachsignalen. Das Sprachfrequenzband wird in mehrere gleich¬ breite Teilbänder aufgeteilt, und die Teilbänder werden miteinander vertauscht bzw. verwürfelt. Dies wird bei dem Empfänger wieder entschlüsselt.
US 5,197,098 zeigt ein Audiosystem zum Durchführen von vertraulichen Konferen¬ zen.
US 4,179,658 zeigt ein Signalisierungssystem, bei dem ein Sprachsignal mittels einer Streuspektrummodulation in dem Sender moduliert und beim Empfänger demoduliert wird.
US 3,624,297 zeigt ein Sprachcodierungssystem, bei dem ein Sprachsignal unter Verwendung eines invertierten Signals verändert wird.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, wenigstens eine Maßnahme anzugeben, mittels der ein illegales Mithören verhindert oder zumindest erheblich erschwert wird, so dass es mit einfachen Mitteln nicht mehr möglich ist, unautorisierte Mit¬ schnitte anzufertigen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Mikrofonsystem mit den Merkmalen nach Anspruch 1 oder 2 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteran¬ sprüchen beschrieben.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, dass bereits im Drahtlos-Mikrofon - oder im drahtgebundenen Mikrofon eine Verfälschung des Übertragungssignals stattfindet, wobei in dem dem Mikrofon zugeordneten Mikrofon-Empfänger oder einer diesem nachgeordneten Baugruppe die Verfälschung aus dem Signal wieder herausge- nommen wird.
Wenn bereits das elektrische Signal im Drahtlos-Mikrofon digitalisiert wird, so bietet sich für die Verfälschung an, bereits im Drahtlos-Mikrofon eine Verschlüsselung oder Verschachtelung der digitalen Audiodaten oder eine vergleichbare Maßnahme durchzuführen, wobei dann in dem Empfänger oder einer dem Empfänger nachge- ordneten Baugruppe eine entsprechende Entschlüsselung bzw. Entschachtelung durchgeführt wird, um dann das eigentliche Mikrofon-Tondatensignal weiterzuverar- beiten, z. B. in einer Speichereinrichtung (RAM, Band, CD). zu speichern.
Da sowohl der Mikrofonsender als auch der Mikrofonempfänger regelmäßig vom gleichen Hersteller stammen, ist die Verwendung einer nicht normierten Verfäl- schung, also einer nicht normierten Verschlüsselung oder einer nicht normierten Verschachtelung und dergl. besonders vorteilhaft, weil dann Dritte, die sich einen illegalen Mitschnitt anfertigen möchten, sich nicht einer bereits auf dem Markt be¬ findlichen Entschlüsselungs- bzw. Entschachtelungseinrichtung bedienen können.
Während bei einer Digitalisierung des Mikrofonsignals bereits im Mikrofon im Sig- nalweg ein Verschlüsseier eingesetzt werden kann, so kann dann im Empfänger ein digitaler Entschlüsseier in den Signalweg geschaltet werden.
Bei analogen Mikrofon-Hochfrequenz-Systemen, die z. B. nach dem FM-Verfahren (Frequenz-Modulation) oder einer Frequenztransformation arbeiten, kann man durch die zusätzlich "auf die Modulation aufgeprägten Signale, (Phasensprünge, Störmodulation in Form von zusätzlichen Frequenzen etc.) oder durch eine Fre¬ quenztransformation das übertragene Mikrofonsignal für "normale" Empfänger unbrauchbar machen. Im zum Mikrofon gehörenden Mikrofonempfänger wird diese "Störmodulation" dann wieder aufgehoben, so dass empfängerausgangsseitig ein normales Mikrofonsignal abgegriffen werden kann.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausfüh¬ rungsbeispiels näher erläutert.
Die Figur zeigt ein Drahtlos-Mikrofonsystem 1 , bestehend aus einem Mikrofonsen¬ der 2 und einem Empfänger 3. Der Mikrofonsender 2 enthält das eigentliche Mikro- fon mit dem Mikrofonwandler 4 sowie einer Sendeeinrichtung 5 zur Übertragung der von dem Wandler gelieferten elektrischen Signale an den Empfänger 3.
Wenn bereits im Mikrofon eine Digitalisierung des vom Mikrofonwandler aufgenom¬ menen Audiosignals durchgeführt werden soll, ist regelmäßig auch ein A/D-Wandler 6 im Mikrofon ausgebildet.
Das Mikrofon weist darüber hinaus eine Sendeantenne 7 auf, welche per Hochfre¬ quenz-Übertragung die Mikrofonsignale an die Empfangsantenne 8 des Empfängers 3 sendet.
Die vorbeschriebene Struktur ist bereits in vielen Mikrofonsystemen bekannt.
Ferner weist das Mikrofon eine Einrichtung 9 zur Verfälschung des Mikrofonsignals auf.
Diese Einrichtung zur Verfälschung des Mikrofonsignals kann ein Verschlüsse¬ lungsglied sein, mittels dem digitalisierte Tondaten verschlüsselt werden und/oder auch ein Verschachtelungsglied sein, mittels dem digitalisierte Tondaten nach ei¬ nem bestimmten Muster ineinander verschachtelt werden. Auch andere Maßnah- men zur Verfälschung des digitalisierten Signals sind denkbar, so dass das ausge¬ sendete Mikrofonsignal nur dann als ein qualitativ hochwertiges Mikrofonsignal empfangbar ist, wenn nach dem Empfang die Verfälschung zurückgeführt wird.
Dafür ist in dem Empfänger 3 eine entsprechende Einrichtung 10 ausgebildet, wel¬ che die durch die Verfälschungseinrichtung 9 vorgenommene Verfälschung kom- plementär zurückführt, so dass ausgangsseitig von der Einrichtung 10 das dann unverfälschte Mikrofonsignal ausgegeben und im Empfänger unter den nachgeord-
neten Einrichtungen (Verstärker, Aufnahmeeinrichtung etc.) weiterverarbeitet wer¬ den kann.
Wenn innerhalb des Mikrofons keine Digitalisierung, also kein A/D-Wandler, im Signalweg ausgebildet ist, so wird die Verfälschung durch die Einrichtung 9 dadurch vorgenommen, dass diese auf das analoge Signal ein entsprechendes Störsigna! aufmoduliert und in der zugehörigen komplementären Einrichtung 10 im Empfänger wird dieses Störsignal dann wieder aus dem übertragenen und empfangenen Mikro¬ fonsignal 11 entfernt.
Es ist auch möglich, durch eine entsprechende Schalteinrichtung im Mikrofon 2 vorzusehen, dass innerhalb des Mikrofons eine von mehreren vorgegebenen Möglichkeiten zur Verfälschung des Mikrofonsignals ausgewählt wird, wobei dann an den Empfänger ein entsprechendes Signal mitgeschickt wird, damit dort auch die entsprechende Richtigstellung des Mikrofonsignals erfolgen kann. Wenn beispiels¬ weise mit dem Audiosignal auch ein entsprechendes Code-Signal an den Empfän- ger mitgeschickt wird, so kann dort über das entsprechende Code-Signal und einer Zuordnung auch innerhalb der Einrichtung 10 die richtige Maßnahme durchgeführt werden, damit das Signal wiederum unverfälscht am Ausgang der Einrichtung 10 erscheint.
Schließlich wird in Ergänzung oder alternativ zu Vorstehendem auch vorgeschlagen, ein digitales Wasserzeichen in das übertragene Nutzsignal einzubetten, wobei dieses Wasserzeichen im Empfänger oder einer dem Empfänger nachgeordneten Einrichtung entsprechend herausgefiltert wird, so dass dann durch Analyse des Mikrofonnutzsignals auch die Echtheit des Nutzsignals nachgewiesen werden kann. Neben einem digitalen Wasserzeichen kann aber auch das Mikrofon selbst einen Datumsgeber oder einen Uhrzeitgeber enthalten und das entsprechende Datum bzw. die Uhrzeit kann digital verschlüsselt ebenfalls übertragen werden. Auch ande¬ re Informationen können mit der Verschlüsselungseinrichtung mit übertragen und empfangsseitig entsprechend decodiert werden.
Soweit in der vorliegenden Anmeldung die Frequenztransformation des Mikrofon¬ signals erwähnt ist, ist darunter auch zu verstehen, dass mit einem bestimmten Muster die Frequenz des Mikrofonsignals transformiert wird, d. h. dass das Mikro¬ fonsignal nicht einheitlich auf eine bestimmte Frequenz transformiert werden muss, sondern auch zu bestimmten Zeitpunkten zu unterschiedlichen Frequenzen trans¬ formiert werden kann. Ist dieses Frequenztransformationsmuster im Empfänger bekannt, kann die entsprechende Rücktransformation durchgeführt werden.