Vorrichtung zur Anstellung einer Bürste an eine Rolle
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Anstellung einer Bürste an eine Rolle, z.B. in Walzgerüsten oder Strangführungseinrichtungen insbesonde- re an die Arbeits- und/oder Stützwalze eines Walzgerüstes zum Warmwalzen von Aluminium, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Grundsätzlich besteht bei Vorrichtungen zur Anstellung einer Bürste an Rollen in Walzgerüsten ein Bedarf, unabhängig von den eingesetzten Walzen- bzw. Rollendurchmessem und deren Arbeitspositionen, sowie auch unabhängig von der Abnutzung der Bürsten, eine im Wesentlichen konstante Anstellkraft einstellen zu können. Es sind dazu aus dem Stand der Technik zum einen solche Ausführungsformen von Vorrichtungen zur Anstellung einer Bürste an Walzen oder Rollen in Walzgerüsten bekannt, bei denen auf eine automatische Korrektur der Bürstenabnutzung verzichtet wird. Zum anderen sind solche Ausführungsformen bekannt, bei denen z.B. eine manuelle Verstellung eines Anschlages erfolgt. Die letztgenannten Ausführungsformen weisen dabei insbesondere den Nachteil auf, dass eine manuelle Einstellung von Anschlägen für die Einstellung einer im Wesentlichen konstanten Anstellkraft bei verschiedenen Walzen- bzw. Rollendurchmessem und deren Arbeitspositionen nicht geeignet sind. Weiterhin bekannt sind aus dem Stand der Technik solche Ausführungsformen, bei denen ein Zylinder verwendet wird, um die Arbeitspositionen zu erreichen, sowie ein zusätzlicher Pneumatikzylinder, der über Drucksteuerung eine konstante Anstellkraft herstellen soll. Es erfordern dabei derartige Lösungen ein zusätzliches Medium, reibungsarme Dichtungen etc. Es sei dazu zum Stand der Technik auf folgende Druckschriften verwiesen:
Aus dem EP 0 0605 833 B1 ist eine Vorrichtung zur Anstellung einer Bürstenwalze, insbesondere an die Arbeitswalze eines Walzgerüstes zum Warmwalzen von Aluminium bekannt, bei der die Bürstenwalze entgegen der Arbeitswalzenposition drehbar und parallel zur Arbeitswalze translatorisch verschiebbar ist
und in schwenkbaren Halterungen beidseitig gelagert ist. Das Schwenklager jeder Bürstenwalzen- Halterung ist dabei am Arbeitswalzeneinbaustück geordnet, weiterhin weist die Halterung einen Schwenkhebel auf, der sich zwischen einem steuerbaren Betätigungselement und einem rückstellenden Stützelement befindet, wobei das Betätigungselement im im Ausbalancierungsblock bzw. Biegeblock für die Arbeitswalzen und das Stützelement am Arbeitswalzeneinbaustück angeordnet sind. Es ist dabei bei einer Ausführungsform vorgesehen, dass das Betätigungselement eine hydraulisch doppelt beaufschlagbare Kolben- Zylinder- Einheit ist, deren Kolbenschaft an dem Schwenkhebel anliegt. Weiterhin ist vorgesehen, dass das Stützelement aus am Schwenkhebel anlie- gender Stützstange und aus einem Stützzylinder besteht, wobei die Stützstange gegen eine Federanordnung in den Stützzylinder eintauchbar ist und der Stützzylinder schwenkbar (Lagerbock) am Arbeitswalzeneinbaustück angeordnet ist. Es kann dabei vorgesehen sein, dass das Betätigungselement für den Schwenkhebel im mit mindestens einem hydraulischen Zylinder versehenen Ausbalancierungsblock für die Arbeitswalzen angeordnet ist, bei einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Betätigungselement für den Schwenkhebel im mit mindestens einem hydraulischen Zylinder versehenen festen oder verschiebbaren Biegeblock für die Arbeitswalzen angeordnet ist. Es sollen mit einer derart ausgebildeten Vorrichtung zur Anstellung einer Bürsten- walze die zuvor eingesetzten Bürstenanstellsysteme verbessert werden und zwar insbesondere an solchen Gerüsten, wo die Einbau- und Umbauverhältnisse äußerst beengt sind.
Mit der hier beschriebenen schwenkbaren Bürstenhalterung soii insbesondere der Vorteil erreicht werden, dass keine Relativbewegung in der Vertikalebene zwischen der Bürstenhalterung und dem Einbaustück vorhanden sei. Es sei auch keine Relativbewegung zwischen der Halterung, dem Betätigungselement und dem Abstützelement vorhanden. Gegenüber den zuvor bekannten Lösungen zeige sich auch keine Änderung der Hebelverhältnisse und folglich auch keine Änderung der Anpreßkräfte der Bürstenwalze an die Arbeitswalze bei Veränderung des Gerüstaufgangs. Darüber hinaus werde eine äußerst platz-
sparende Konstruktion erzielt, die sich in vorhandene Konstruktionselemente des Walzgerüstes integrieren ließe. Bei einem Arbeitswalzenwechsel seien keine aufwendigen Montage- oder Demontagemaßnahmen oder zusätzliche Verstellungen erforderlich. Die Wirkungsweise der beschriebenen Ausführungsform ist dabei derart, dass in einer Anstellposition für die Bürstenwalze diese Bürs- tenwalze und die Arbeitswalze auf ein Mindestabstandsmaß voreingestellt sind. Oberflächliches Anliegen der beiden Teile kann durch Betätigung der Kolben- Zylinder- Einheit bewirkt werden. Zu diesem Zweck wird ein hydraulisches Druckmedium in den Zylinderraum dieses Betätigungselementes gedrückt, wodurch der Kolben und der Kolbenschaft nach unten in Richtung auf das WaI- zeneinbaustück abgesenkt wird. Demzufolge drückt der Kopf der Kolbenstange den Schwenkhebel der Halterung an der Kontaktfläche gegen die Federkraft des Stützelementes nach unten, wodurch die Bürstenwalze auf die Arbeitswalze zu bewegt wird, bis sie an dieser anliegt. Wird die Kolben- Zylinder- Einheit hydraulisch entlastet, bewegt sich der Kolbenschaft dieser Einheit nach oben und die federbelastete Stützstange bewegt sich in gleichem Maße nach oben und wirkt auf den Schwenkhebel derart, dass die Halterung der Bürstenwalze und damit die Bürstenwalze selbst um das Schwenklager nach unten wegschwenkt, bis ein vorgegebener Abstand zwischen den beiden Walzen entsteht. Dieser Abstand wird durch entsprechende Einstellung eines Begrenzungsele- mentes an der Stützstange einstellbar vorgegeben.
Die DE-OS 21 50 781 bezieht sich auf eine Anstellvorrichtung für eine rotierende Bürste zum Reinigen der Arbeitswalzen eines Quartogerüstes. Dabei ist vorgesehen, dass die Lager der Bürsten an Ringen befestigt sind, weiche drehbar auf den walzenseitigen Lagerdeckeln der Stützwalzeneinbaustücke gelagert sind. Bei einer Ausführungsform sind dabei die Ringe mit einer Außenverzahnung versehen, in welche an der der Arbeitswalze abgewandten Seite ein Antriebsritzel eingreift. Weiterhin ist vorgesehen, dass das Ritzel auf einer im Einbaustück gelagerten Welle befestigt ist, auf deren an der Außenseite des Stän- ders heraustretendem Ende ein Verstellhebel drehfest angeordnet ist, an welchem die Kolbenstange eines am Einbaustück gelagerten Druckmittelzylinders
befestigt ist. Mit einer derartigen Anstellvorrichtung soll es möglich sein, den Bereich zwischen Arbeitswalzen- und Stützwalzenlager von einem Gestänge frei zu halten. Die Bürstenlager sollen dabei durch die Ringe exakt geführt werden, wobei wie erwähnt die Ringe mit einer Außenverzahnung versehen sein können, in welchen an der der Arbeitswalze abgewandten Seite ein Antriebsrit- zel eingreift. Es sind dabei als Antrieb der Ritzel Druckmittelzylinder an den Einbaustücken befestigt, deren Kolbenstangen an je einem Verstellhebel angreifen, der auf den an der Außenseite aus den Einbaustücken austretenden Enden der Wellen verankert ist. Durch Beaufschlagung der Zylinder werden die Lagerringe verdreht und die Walzenbürsten entweder zur Arbeitswalze hin oder von dieser weggeschwenkt. Um eine gleichmäßige Anstellung der Walzenbürsten über die beiden Zylinder zu gewährleisten, sind beide Ritzel über eine Welle drehfest miteinander verbunden.
Bei diesen bekannten Anstellvorichtungen für rotierende Bürstenwalzen od. dgl. ist insbesondere nachteilig, dass für die Bereitstellung einer konstanten Anstellkraft eine Vielzahl von Parametern, wie z.B. eine Änderung der eingesetzten Walzen- bzw. Rollendurchmesser und deren Arbeitspositionen, sowie auch eine Abnutzung der Bürsten zu überwachen ist. Dabei ist bei einer mechanischen Anstellung mittels Zylinder insbesondere nachteilig, dass infolge unterschiedli- eher Hübe bzw. Bewegungen die Kraftrichtungen und Hebelarme und damit die resultierenden Anstellkräfte auf die Bürste verändert werden. Über die Kraft am Zylinder ist somit eine gewünschte konstante Anstellkraft an der Bürste nicht einstellbar.
Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die bekannten Vorrichtungen zur Anstellung einer Bürste unter Beibehaltung der bisherigen Vorteile in der Weise zu verbessern bzw. weiterzuentwickeln, dass mit einfachen Mitteln unabhängig von den eingesetzten Rollendurchmessern und deren Arbeitspositonen sowie auch unabhängig von der Abnutzung der Bürste eine konstante Anstellkraft eingestellt werden kann.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Anstelleinrichtung für die Bürste wenigstens ein drehbar in Bezug auf den Schwenkhebel angeordnetes Verstellelement und ein Kraftübertragungselement zum Ausbilden einer Wirkverbindung zwischen dem Schwenkhebel und dem Verstellelement umfasst; eine Überwachugseinrichtung vorgesehen ist zum Überwachen des Verdrehwinkels des Vestellelementes in Bezug auf den Schwenkhebel; und ein Regelkreis vorgesehen ist zum Konstanthalten der Anstellkraft der Bürste gegen die Rolle auf eine vorgegebene Sollkraft F0 durch Ausregeln bzw. Konstanthalten des von der Überwachungseinrichtung überwachten Verdrehwinkels über wenigstens ein Stellglied.
Auf diese Weise wird erstmalig mit einfachen Mitteln eine Vorrichtung zur Anstellung einer Bürste geschaffen, bei der unabhängig von den eingesetzten Rollendurchmessern und deren Arbeitspositonen sowie auch unabhängig von der Abnutzung der Bürste eine konstante Anstellkraft eingestellt werden kann. Bei der erfindungsgemäßen Anordnung braucht vorteilhafterweise nur noch ein Parameter, nämlich der Verdrehwinkel, überwacht zu werden, um die Anstellkraft konstant zu halten. Es erfolgt dabei über den Verdrehwinkel ein Rückschluss auf die Kraft an der Bürste. Die sich während z.B. des Walzens ändernden Parameter, wie Walzenverschleiss (kleinerer Durchmesser), Bürstenverschleiss oder eine veränderte Position der Rollen, haben dabei keinen Einfluss auf den Betrag der Anstellkraft, weil deren Veränderungen durch die erfindungsgemäße Konstruktion automatisch ausgeglichen werden. Dies gilt auch für sich ändernde Durchmesser oder Arbeitspositionen bei einem Rollenwechseln. Mit der erfindungsgemäßen Anordnung wird insgesamt eine sehr einfache und funktions- gerechte Steuerung der Anstellkraft bei Verwendung nur weniger Zusatzkomponenten erreicht, es werden dabei insbesondere keine zusätzlichen Komponenten wie eine zusätzliche Pneumatik oder Hydrauliksteuerung benötigt. Die Bürsten dienen insbesondere zum Reinigen der Rollen.
Bei der bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Kraftübertragungselement zwischen Verstellelement und Schwenkhebel als Druckfeder ausgebildet. Dies ist eine konstruktiv einfache Ausführungsform.
Nach einem weiteren Ausgestaltungsmerkmal der vorliegenden Erfindung ist vorgesehen, dass das drehbar in Bezug auf den Schwenkhebel angeordnete
Verstellelement als um die Schwenkachse drehbar gelagerter Verstellhebel ausgebildet ist. Eine derartige Ausbildung ermöglicht eine besonders einfache
Erfassung des Verdrehwinkels. Dabei empfiehlt es sich, dass die rotierende
Bürstenvorrichtung an einem Ende eines Schwenkhebels gelagert ist, dessen diametral gegenüberliegendes Ende ebenfalls in der Schwenkachse gelagert ist.
Es empfiehlt sich nach einem weiteren Ausgestaltungsmerkmal der vorliegenden Erfindung, dass das Stellglied für die konstante Regelung der Anstellkraft als Hydraulikzvlinder ausgebildet ist. Über diesen Hydraulikzylinder ist eine konstante Regelung der Anstellkraft problemlos möglich. Dabei ist in bevorzugter Ausgestaltung vorgesehen, dass das Stellglied für die konstante Regelung der Anstellkraft als an dem Verstellhebel angreifender Hydraulikzvlinder ausgebildet ist.
Zweckmäßig ist es nach einem weiteren Ausgestaltungsmerkmal der vorliegenden Erfindung, dass die Überwachungseinrichtung für den Verdrehwinkel als Drehwinkelgeber ausgebildet ist. Mit diesem Drehwinkelgeber wird auf einfache Weise die Kraftänderung in eine Winkeländerung zur Bestimmung des aktuellen Ist- Wertes für den Verdrehwinkel umgesetzt.
Es empfiehlt sich nach einem weiteren Ausgestaltungsmerkmal der vorliegenden Erfindung, dass die Vorgabe für die Sollkraft F0 für den Regelkreis vom Bürstentyp abhängig ausgebildet ist. Dabei ist weiterhin vorgesehen, dass die Vorgabe für die Sollkraft F0 für den Regelkreis von der Walzenbreite abhängig ausgebildet ist.
Nach einem weiteren Merkmal der vorliegenden Erfindung kann optional vorgesehen sein, dass die Vorgabe für die Sollkraft F0 für den Regelkreis vom Rollenmaterial abhängig ausgebildet ist, weiterhin kann nach einem letzten Merkmal der vorliegenden Erfindung optional vorgesehen sein, dass die Vorgabe für die Sollkraft F0 für den Regelkreis vom Bandmaterial abhängig ausgebildet ist.
Die Erfindung ist in den Figuren der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Anstellung einer rotierenden Bürstenvorrichtung mit der Bürstenvorrichtung in ihrer Nullage,
Fig. 2 die schematische Seitenansicht gemäß der Fig. 1 der Zeichnung mit der Bürstenvorrichtung in ihrer wirksamen, an der Rolle befindlichen Lage,
Fig. 3 eine schematische Darstellung des Regelkreises der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Anstellung einer Bürste.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Anstellung einer vorzugsweise rotierenden, generell mit 1 bezeichneten Bürste ist vorgesehen für eine Verwendung an Rollen z.B. in Walzgerüsten, insbesondere an einer Arbeits- und/oder Stützwalze eines Walzgerüstes zum Warmwalzen von Aluminium. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann aber beispielsweise auch vorgesehen sein für eine Verwendung für Rollen in einer Strangführung. Es ist dazu in der Fig. 1 der Zeichnung die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Anstellung einer rotierenden Bürs- te 1 in ihrer Nullage und in der Fig. 2 in ihrer wirksamen, an der mit 2 bezeichneten Rolle befindlichen Lage dargestellt. Es sind dabei in diesen beiden Figu-
ren unterschiedliche Arbeitspositionen dieser Walze 2 schematisch angedeutet. Die hauptsächlichen Konstruktionsmerkmale eines Walzgerüstes sind dabei dem einschlägigen Fachmann bekannt und deshalb im Einzelnen nicht zeichnerisch dargestellt. Die Bürsten dienen zum Reinigen der Rollen.
Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die vorzugsweise rotierende Bürste 1 entgegen der Rollenrotation drehbar und parallel zur Rolle 2 gelagert und translatorisch verschiebbar. Durch die translatorische Verschiebung ist die rotierende Bürste über eine eine Anstellkraft ausübende Anstelleinrichtung 3 an die Rollen 2 in Anlage bringbar, siehe die Fig. 1 oder 2. Es ist dabei erfindungsge- maß vorgesehen, dass diese Anstelleinrichtung 3 ein drehbar in Bezug auf einen Schwenkhebel 12 mit der Bürste 1 angeordnetes Verstellelement 5 um- fasst, welches über ein Kraftübertragungselement 4 mit dem Schwenkhebel in Wirkverbindung steht. Ein Regelkreis 6 ist ausgehend von einer Sollkraft F0 zur konstanten Regelung der Anstellkraft derart ausgebildet, dass über eine Über- wachungseinrichtung 7 für den Verdrehwinkel des Verstellelementes 5 in Bezug auf die Bürste 1 die Anstellkraft über ein Stellglied 8 konstant regelbar ist. Es ist dazu in der Fig. 3 dieser Regelkreis 6 zur Anstellung der rotierenden Bürste 1 schematisch dargestellt.
Mit diesen Mitteln wird erstmalig eine Vorrichtung zur Anstellung einer rotierenden Bürstenvorrichtung 1 geschaffen, bei der unabhängig von den eingesetzten Rollendurchmessern und deren Arbeitspositonen sowie auch unabhängig von der Abnutzung der Bürsten eine konstante Anstellkraft eingestellt werden kann, wobei bei der erfindungsgemäßen Anordnung nur noch ein Parameter, nämlich der Verdrehwinkel, überwacht zu werden braucht, um die Anstellkraft konstant zu halten. Es erfolgt dabei durch Verdrehung des Vestellelementes 5 in Bezug auf die rotierende Bürste 1 über den Verdrehwinkel ein Rückschluss auf die Kraft auf die Bürste. Sich während z.B. des Walzens ändernde Parameter, wie Rollenverschleiss (kleinerer Durchmesser), Bürstenverschleiss oder eine ver- änderte Position der Rollen, haben dabei keinen Einfluss auf die Anstellkraft, weil diese Veränderungen ausgeglichen werden. Dies gilt auch für sich ändern-
de Durchmesser oder Arbeitspositionen beim Rollenwechseln. Mit der erfindungsgemäßen Anordnung wird insgesamt eine sehr einfache und funktionsgerechte Steuerung der Anstellkraft bei Verwendung nur weniger Zusatzkomponenten erreicht, es werden dabei insbesondere keine zusätzlichen Komponenten wie eine zusätzliche Pneumatik oder Hydrauliksteuerung benötigt.
Bei der in den Figuren dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anordnung ist das Kraftübertragungselement 4 zwischen Verstellelement 5 und rotierender Bürstenvorrichtung 1 als Druckfeder 9 ausgebildet. Über diese Druckfeder 9 kann ein Verdrehwinkel des Verstellelementes 5 in Bezug auf die Bürste 1 bzw. den Schwenkhebel in linearer Abhängigkeit in eine Änderung der Anstellkraft umgesetzt werden. Dabei ist, siehe wieder die Fig. 1 oder 2, das drehbar in Bezug auf die Bürste 1 angeordnete Verstellelement 5 als um die Schwenkachse 10 drehbar gelagerter Verstellhebel 11 ausgebildet. Die rotierende Bürste 1 selbst ist an einem Schwenkhebel 12 gelagert, dessen diametral gegenüberliegendes Ende in der Schwenkachse 10 gelagert ist. Mit einer derartigen Ausbildung wird eine besonders einfache Erfassung des Verdrehwinkels ermöglicht.
Das Stellglied 8 für die konstante Regelung der Anstellkraft ist bei dem darge- stellten Ausführungsbeispiel, siehe wieder die Fig. 1 und 2 der Zeichnung, als an dem Verstellhebel 11 über ein hier nicht bezeichnetes Gelenk angreifender Hydraulikzylinder 13 ausgebildet. Über diesen an dem Verstellhebel 11 angreifenden Hydraulikzylinder 13 ist eine konstante Regelung der Anstellkraft problemlos möglich. Die Überwachungseinrichtung 7 für den Verdrehwinkel ist dabei als Drehwinkelgeber 14 ausgebildet, siehe dazu zunächst die Fig. 1 und 2 der Zeichnung. Mit diesem Drehwinkelgeber 14 wird auf einfache Weise die Kraftänderung in eine Winkeländerung zur Bestimmung des aktuellen Ist- Wertes für den Verdrehwinkel umgesetzt.
Bei der erfindungsgemäßen Anordnung ist außerdem vorgesehen, dass die Vorgabe für die Sollkraft F0 für den Regelkreis 6 vom Bürstentyp (z.B. Art der
Bürstenhaare) und von der Walzenbreite abhängig ausgebildet ist. Optional kann weiterhin vorgesehen sein, dass die Vorgabe für die Sollkraft F0 für den Regelkreis 6 vom Walzenmaterial und/oder vom Walzgut (z.B. Stahl, Kupfer od. dgl.) abhängig ausgebildet ist.
Mit der erfindungsgemäßen Anordnung kann unabhängig von den eingesetzten Rollendurchmessern und deren Arbeitspositonen sowie auch unabhängig von der Abnutzung der Bürsten eine konstante Anstellkraft eingestellt werden. Dazu wird, siehe die Fig. 3 der Zeichnung, die eine schematische Darstellung des Regelkreises 6 der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeigt, in einer Umrech- nungseinheit 15 die vorgegebene Sollkraft Fson in einen Sollwinkel αSOιι für den Verdrehwinkel umgerechnet, der einem Soll- Ist- Wert- Vergleicher 16 zugeführt wird. Mit diesem Soll- Ist- Wert- Vergleicher 16 wird dann durch Vergleich mit dem aktuellen Ist- Wertes α.jSt die Regelabweichung e des Verdrehwinkels bestimmt, die einem Regler 17 zugeführt wird. Dieser Regler 17 ermittelt in Ab- hängigkeit der Regelabweichung e die Stellgröße für das als Hydraulikzylinder 13 ausgebildete Stellglied 8. Die Ausgangsgröße des Stellgliedes 8 bzw. des Hydraulikzylinders 13 wird dann der als Drehwinkelgeber 14 ausgebildeten LJ- berwachungseinrichtung 7 für den Verdrehwinkel zugeführt, wobei die Überwachungseinrichtung 7 schließlich den Verdrehwinkel so ändert, dass die Re- gelabweichung möglichst zu Null und die Sollkraft eingestellt wird. Der aktuelle Ist- Wert (Xjst wird dann nachfolgend weiterhin überwacht und wieder an den Soll- Ist- Wert- Vergleicher 16 zurückgeführt und eine neue Regelabweichung e zur Wiederholung des Vorganges bestimmt.
Wie bereits erwähnt, sind die dargestellten Ausführungsformen nur als Beispiel zur Verwirklichung der Erfindung zu werten, Abänderungen sind möglich. So können insbesondere das Verstellement 5, das Kraftübertragungselement 4 sowie das Stellglied 8 eine von den dargestellten Ausführungsformen abweichende Ausbildung aufweisen, weiterhin denkbar ist insbesondere auch eine andere Lagerung für die rotierende Bürstenvorrichtung 1.
Bezugszeichenliste
1 (rotierende) Bürste
2 (Arbeits-) Rolle
3 Anstelleinrichtung (für 1 an 2)
4 Kraftübertragungslemement
5 Verstellelement
6 Regelkreis
7 Überwachungseinrichtung
8 Stellglied
9 Druckfeder
10 Schwenkachse (von 1 )
11 Verstellhebel
12 Schwenkhebel
13 Hydraulikzylinder
14 Drehwinkelgeber
15 Umrechnungs- Einheit FSOιι/α.soiι
16 Soll- Ist- Wert- Vergleicher
17 Regler
e Regelabweichung