Beschreibung
Verfahren zum Erzeugen eines Fehlersignals, das einen unzulässigen Belastungszustand eines Elektromotors angibt, und elektrisches Mo- torschutzgerät zur Durchführung des Verfahrens
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen eines Fehlersignals, das einen unzulässigen Belastungszustand eines Elektromotors angibt, bei dem ein Anlaufstrom-Messwert erfasst wird, der einen durch den Rotor des Elektromotors fließenden Anlaufström angibt, eine Anlaufzeit erfasst wird, während der der Anlaufstrom durch den Rotor des Elektromotors fließt, ein Anlaufzeit-Schwellenwert unter Verwendung des Anlaufstrom-Messwertes ermittelt wird und das Fehlersignals erzeugt wird, wenn die Anlaufzeit den Anlaufzeit- Schwellenwert überschreitet. Die Erfindung betrifft auch ein elektrisches Motorschutzgerät .
Aus dem Gerätehandbuch „SIPROTEC - Multifunktionaler Maschinenschutz 7UM62, V4.6" der Siemens AG, Bestellnr. C53000-G1100-C149- 6, 2005 ist ein elektrisches Schutzgerät bekannt, das als Motorschutzgerät verwendet werden kann. Aus dem Kapitel 2.36 „Anlauf- Zeitüberwachung", Seiten 254 - 258, des Gerätehandbuchs geht das eingangs genannte Verfahren zum Erzeugen eines Fehlersignals hervor. Hierdurch wird der Motor vor zu langen AnlaufVorgängen ge- schützt. Üblicherweise wird bei Vorliegen des Fehlersignals ein zum Elektromotor gehörender Schalter geöffnet und der Anfahrvorgang auf diese Weise unterbrochen, um den Elektromotor vor thermischer Überlastung oder sogar Zerstörung zu schützen. Bei der Ermittlung des Anlaufzeit-Schwellenwertes nach dem bekannten Verfah- ren wird auf für den Elektromotor spezifische Kennwerte zurückgegriffen. Diese Kennwerte sind sehr konservativ gewählt, so dass der Anlaufvorgang bei einem Schweranlauf des Elektromotors manchmal unterbrochen wird, obwohl noch keine Gefahr einer thermischen Zerstörung besteht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein gattungsgemäßes Verfahren und ein entsprechendes Motorschutzgerät anzugeben, bei dem
der Anlaufvorgang noch selektiver nur dann abgeschaltet wird, wenn tatsächlich eine Gefahr für den Elektromotor besteht.
Hinsichtlich des Verfahrens wird diese Aufgabe durch ein Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, bei dem erfindungsgemäß vorgesehen ist, dass zur Ermittlung des Anlaufzeit-Schwellenwertes ein thermischer Zustand der Elektromotors derart herangezogen wird, dass bei einem als kalt eingestuften thermischen Zustand des Elektromotors ein erster Anlaufzeit-Schwellenwert ermittelt wird und bei einem als warm eingestuften thermischen Zustand des
Elektromotors ein zweiter Anlaufzeit-Schwellenwert ermittelt wird, der von dem ersten Anlaufzeit-Schwellenwert verschieden ist.
Hierbei wird der Effekt ausgenutzt, dass bei einem „thermisch kal- ten" Elektromotor ein höherer Anlaufzeit-Schwellenwert verwendet werden kann als bei einem „thermisch warmen" Elektromotor. Der kalte Elektromotor verfügt sozusagen noch über thermische Reserven, die durch Einstellung des passenden Anlaufzeit-Schwellenwertes ausgenutzt werden. Auf diese Weise wird ein aus dem kalten Zu- stand anlaufender Elektromotor nicht bereits durch Verwendung eines konservativen Anlaufzeit-Schwellenwertes zu früh abgeschaltet; seine Verfügbarkeit für den Motorbetreiber, beispielsweise für einen Produktionsprozess, steigt entsprechend an.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sieht vor, dass zur Bestimmung des thermischen Zustandes des Elektromotors die Motortemperatur des Elektromotors ermittelt wird, wobei bei einer Motortemperatur, die über einen ersten Temperatur-Schwellenwert steigt, der thermische Zustand des Elektro- motors als warm eingestuft wird und bei einer Motortemperatur, die unter einen zweiten Temperatur-Schwellenwert sinkt, der thermische Zustand des Elektromotors als kalt eingestuft wird. Hierdurch kann auf einfache Weise eine Aussage darüber getroffen werden, ob der Elektromotor als „warm" oder als „kalt" einzustufen ist und ent- sprechend kürzer oder länger anlaufen kann.
Der erste und der zweite Temperatur-Schwellenwert können beispielsweise denselben Wert annehmen. Als besonders vorteilhaft wird es jedoch angesehen, wenn der erste und der zweite Tempera- tur-Schwellenwert voneinander verschieden sind, wobei der erste Temperatur-Schwellenwert größer ist als der zweite Temperatur- Schwellenwert . Hierdurch kann nämlich ein zu häufiges Umschalten (ein so genanntes „Klappern") bei einer Motortemperatur in der Nähe der Umschaltschwelle vermieden werden.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch angegeben, dass der erste und der zweite Anlaufzeit-Schwellenwert jeweils unter Verwendung eines zum Anlaufen des Elektromotors zulässigen maximalen Anlaufstromes und einer zu dem maximalen Anlaufstrom passenden maximal zulässigen Anlauf- zeit ermittelt werden, wobei die maximal zulässige Anlaufzeit von dem thermischen Zustand des Elektromotors derart abhängt, dass die für einen als kalt eingestuften thermischen Zustand des Elektromotors erste maximal zulässige Anlaufzeit länger ist als die für einen als warm eingestuften thermischen Zustand des Elektromotors zweite maximal zulässige Anlaufzeit. Dies ist daher von Vorteil, weil die Größen „maximaler Anlaufstrom" und dazu passend die „maximal zulässige Anlaufzeit" von den meisten Motorherstellern bereits für den jeweiligen Motor angegeben werden.
In diesem Zusammenhang kann konkreter vorgesehen sein, dass der erste Anlaufzeit-Schwellenwert gemäß der Gleichung
ermittelt wird und der zweite Anlaufzeit-Schwellenwert gemäß der Gleichung
ermittelt wird, wobei
IA: maximaler Anlaufström zum Anlaufen des Elektromotors;
I : Anlaufstrom-Messwert ; tA(k: bei IA maximal zulässige Anlaufzeit für den kalten thermischen Zustand; tA/W: bei IR maximal zulässige Anlaufzeit für den warmen thermischen Zustand
bedeuten .
Der thermische Zustand des Elektromotors kann auf verschiedene Weisen bestimmt werden. Beispielsweise kann hierzu gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen sein, dass zur Ermittlung des thermischen Zustandes des Elektromotors zumindest ein Temperatursensor verwendet wird, mit dem eine Temperatur des Elektromotors gemessen wird.
Häufig ist die direkte Bestimmung einer Temperatur eines Elektromotors mit einem Temperatursensor jedoch zu aufwändig, so dass gemäß einer alternativen vorteilhaften Ausführungsform vorgeschlagen wird, zur Ermittlung des thermischen Zustandes des Elektromotors ein thermisches Beschreibungsmodell des Elektromotors zu verwenden, das eine Temperatur des Elektromotors in Abhängigkeit der Höhe der durch den Elektromotor bisher geflossenen Ströme angibt . Hierdurch wird der Elektromotor sozusagen als thermischer Speicher simuliert, der sich in Abhängigkeit vom fließenden Strom füllt
(der Elektromotor erwärmt sich) oder leert (der Elektromotor kühlt sich ab) .
Hinsichtlich des elektrischen Motorschutzgerätes wird die oben ge- nannte Aufgabe durch ein Motorschutzgerät mit einer Datenverarbeitungseinrichtung gelöst, die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens oder einer seiner Weiterbildungen eingerichtet ist.
Zur näheren Erläuterung soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher dargestellt werden. Hierzu zeigt die Figur ein schematisches Verfahrensfließbild eines Verfahrens zum Erzeu-
gen eines Fehlersignals, das einen unzulässigen Betriebszustand eines Elektromotors angibt .
In der Figur ist schematisch ein elektrisches Motorschutzgerät 10 gezeigt. Es umfasst unter anderem eine Datenverarbeitungseinrichtung, die dazu eingerichtet ist, das im Folgenden erläuterte Verfahren auszuführen. Hierzu sind in der Figur einzelne Funktionsblöcke der Datenverarbeitungseinrichtung angegeben. Obwohl die Funktionsblöcke in der Figur gegenständlich dargestellt sind, wer- den diese üblicherweise nicht als separate Schaltungseinheiten ausgeführt sein, sondern mit einer auf der Datenverarbeitungseinrichtung ablaufenden Gerätesoftware implementiert werden.
Die Datenverarbeitungseinrichtung weist Eingänge IIa und IIb auf, über die Einganggrößen erfasst werden. Dem Eingang IIa der Datenverarbeitungseinrichtung ist einerseits ein Rechenbaustein 15 zum Berechnen eines Schwellenwertes Sk bzw. Sw nachgeordnet. Dieser Rechenbaustein 15 ist ausgangsseitig mit einem Einstelleingang E12 einer Sσhwellenwertstufe 12 verbunden. Dem Eingang IIa ist ferner eine zweite Schwellenwertstufe 16 nachgeordnet, die ausgangsseitig mit einem Eingang eines Zeitgeber-Bausteins 13 verbunden ist. Der Zeitgeber-Baustein 13 seinerseits ausgangsseitig mit einem Eingang der Schwellenwertstufe 12 verbunden. Der Schwellenwertstufe 12 ist ein Baustein 14 zum Erzeugen eines Fehlersignals F nachgeschaltet, das einen unzulässigen Zustand eines von dem Motorschutzgerät 10 überwachten Elektromotors angibt .
Ein zweiter Eingang IIb der Datenverarbeitungseinrichtung ist ausgangsseitig mit einer dritten Schwellenwertstufe 17 verbunden, die ausgangsseitig ein Steuersignal U an einen Umschalter 18 abgeben kann. Der Umschalter 18 ist derart eingerichtet, dass er als Reaktion auf das Steuersignal U der dritten Schwellenwertstufe 17 einen Parametereingang E15 des Rechenbausteins 15 entweder mit einem ersten Wert tA(k oder einem zweiten Wert tAiW einer maximal zulässigen Anlaufzeit beaufschlagt. Diese Werte tA/k und tA,w sind in Speicherbereichen 20a, 20b eines Datenspeichers der Datenverarbeitungseinrichtung abgelegt .
Die Funktionsweise des Motorschutzgerätes 10 soll im Folgenden erläutert werden. Wird der von dem Motorschutzgerät 10 überwachte Elektromotor gestartet, so wird er kurzzeitig mit einem höheren Strom als dem für den Dauerbetrieb vorgesehenen Nennstrom belastet. Beispielsweise kann ein fünffacher Nennstrom während der Anlaufphase fließen. Das Motorschutzgerät 10 überwacht die Einhaltung einer für diesen erhöhten Anlaufström erlaubten Anlaufzeit, um eine thermische Überlastung des Elektromotors zu vermeiden.
Hierzu wird über den Eingang IIa der durch den Rotor des Elektromotors fließende Strom überwacht. Überschreitet dieser eine in der zweiten Schwellenwertstufe 16 vorgegebene Mindeststromschwelle, so wird ein Anlaufvorgang des Elektromotors erkannt. Mit anderen Wor- ten überwacht die zweite Schwellenwertstufe 16 einen Einsσhaltvor- gang des Elektromotors . Sobald der durch den Rotor des Elektromotors fließende Strom die in der zweiten Schwellenwertstufe 16 vorgegebene Mindeststromschwelle überschreitet - und damit ein Start des Anlaufvorgangs des Elektromotors erkannt wird - wird ein Sig- nal an den Zeitgeber 13 übermittelt, der daraufhin startet, um die die Anlaufzeit t, während der der Anlaufvorgang durchgeführt wird, zu ermitteln.
Die von dem Zeitgeber 13 angegebene Anlaufzeit t wird in der Schwellenwertstufe 12 mit einem dynamisch festgelegten Anlaufzeit- Schwellenwert Sk oder Sw verglichen. Überschreitet die Anlaufzeit t den Anlaufzeit-Schwellenwert Sk oder Sw, so wird ein Signal an den Baustein 14 zum Erzeugen des Fehlersignals F abgegeben; das Fehlersignal F wird erzeugt. Üblichweise wird bei Vorliegen des Feh- lersignals F der AnlaufVorgang des Elektromotors durch Öffnen eines Schalters abgebrochen, um eine thermische Überlastung des Elektromotors zu verhindern.
Zum Festlegen des Anlaufzeit-Schwellenwertes Sk oder Sw wird einer- seits der durch den Rotor des Elektromotors während des AnlaufVorganges fließende Strom in Form eines Anlaufstrom-Messwertes I er- fasst. Diese Erfassung erfolgt kontinuierlich, so dass der Anlauf-
zeit-Schwellenwert Sk oder Sw dem tatsächlich fließenden Anlaufstrom angepasst werden kann. Üblichweise wird sich als Anlaufström allerdings ein relativ konstanter Wert einstellen, so dass keine stärkeren Veränderungen im Wert des Anlaufzeit-Schwellenwertes Sk oder Sw aufgrund schwankender Anlaufströme zu erwarten sind.
Aus dem erfassten Anlaufstrom-Messwert I wird im Rechenbaustein 15 der Anlaufzeit-Schwellenwert Sk oder Sw, beispielsweise gemäß folgender Gleichungen (1) bzw. (2) gebildet.
Falls sich der Elektromotor in einem thermisch kalten Zustand befindet (die Motortemperatur liegt unterhalb eines bestimmten Temperatur-Schwellenwertes) , wird der erste Anlaufzeit-Schwellenwert S
K verwendet gemäß:
Falls sich der Elektromotor in einem thermisch warmen Zustand befindet (die Motortemperatur liegt oberhalb eines bestimmten Temperatur-Schwellenwertes) , wird der zweite Anlaufzeit-Schwellenwert S„ verwendet gemäß:
Hierbei bedeuten
IA: maximaler Anlaufström zum Anlaufen des Elektromotors,-
I: Anlaufstrom-Messwert; tA(k: bei IA maximal zulässige Anlaufzeit für den kalten thermischen Zustand; tA,w: bei IA maximal zulässige Anlaufzeit für den warmen thermischen Zustand.
Der jeweilige Anlaufzeit-Schwellenwert Sk oder Sw wird also unter Verwendung von spezifischen Größen des Elektromotors (IA, tA#k bzw.
tA/W) und dem gemessenen tatsächlich durch den Rotor fließenden Strom I gebildet.
Das Vorhandensein zweier Schwellenwerte Sk bzw. sw bedeutet, dass abhängig von dem jeweiligen thermischen Zustand des Elektromotors ein anderer Anlaufzeit-Schwellenwert Sk oder Sw Verwendung findet. Dieser Umstand liegt darin begründet, dass der kalte Elektromotor sozusagen noch „thermische Reserven" aufweist, die die Verwendung eines höheren Anlaufzeit-Schwellenwertes Sk erlauben (der Anlauf- Vorgang kann bei einem kalten Elektromotor eine längere Zeit dauern, bis eine Gefährdung des Elektromotors eintritt) . Ein warmer Elektromotor verfügt nicht über solche thermische Reserven, da seine Temperatur schon vergleichsweise hoch ist, so dass der Anlaufvorgang bei dem warmen Elektromotor nach einer kürzeren Zeit- dauer abgeschlossen sein muss, um eine Überlastung des Elektromotors zu verhindern.
Die Entscheidung, welcher der beiden Anlaufzeit-Schwellenwerte Sk oder Sw zum Einsatz kommen soll, trifft das elektrische Motor- schutzgerät 10 anhand einer Temperaturüberwachung des Elektromotors. Hierzu können dem zweiten Eingang IIb der Datenverarbeitungseinrichtung beispielsweise über einen oder mehrere Temperatursensoren (nicht dargestellt) erfasste Temperaturmesswerte des Elektromotors zur Verfügung gestellt werden. Anhand dieser Tempe- raturmesswerte kann die Datenverarbeitungseinrichtung durch einen Temperatur-Schwellenwertvergleich in der Schwellenwertstufe 17 eine Entscheidung darüber treffen, ob sich der Elektromotor in einem kalten oder einem warmen Zustand befindet .
Häufig wird eine direkte Messung der Temperatur in einem Elektromotor jedoch wegen der beweglichen Teile und der starken elektromagnetischen Felder nur mit großem Aufwand - wenn überhaupt - möglich sein. Daher wird die Verwendung eines so genannten thermischen Modells des Elektromotors vorgeschlagen. Ein solches thermi- sches Modell bildet den Temperaturzustand des Elektromotors abhängig von Messwerten, wie dem bisher durch den Motor geflossenen Strom und der Zeitdauer, während der dieser Strom geflossen ist,
ab. Der Elektromotor wird quasi als ein Wärmespeicher nachgebildet, in den während Phasen hoher Belastung (hoher fließender Strom) Wärme eintritt, d.h., die Temperatur in dem Speicher steigt, bzw. aus dem während Phasen geringer Belastung (niedriger fließender Strom) oder in Stillstandphasen (kein Stromfluss) Wärme abgegeben wird, d.h., die Temperatur in dem Speicher sinkt. Damit wird der thermische Zustand des Elektromotors hinreichend genau nachgebildet, um eine Entscheidung darüber treffen zu können, ob der Elektromotor als kalt oder warm einzustufen ist.
In der Figur ist beispielhaft als Quelle der Temperaturinformation ein thermischer Speicher 19 als Symbol für ein thermisches Modell des Elektromotors dargestellt. Obwohl der thermische Speicher 19 der Übersichtlichkeit halber außerhalb des Motorschutzgerätes 10 dargestellt ist, ist er dennoch Bestandteil der auf der Datenverarbeitungseinrichtung des Motorschutzgerätes 10 ablaufenden Gerätessoftware. Das thermische Modell wird beispielsweise durch entsprechende auf den jeweiligen Elektromotor angepasste Diffe- renzialgleichungen, die den Stromfluss in dem Elektromotor berück- sichtigen, gebildet.
Wie bereits erwähnt, wird in der dritten Schwellenwertstufe 17 der am zweiten Eingang IIb erfasste Temperaturwert mit einem Temperaturschwellenwert verglichen, um festzustellen, ob der Elektromotor als warm (die Temperatur liegt über einem Temperaturschwellenwert) oder kalt (die Temperatur liegt unter einem Temperaturschwellenwert) einzustufen ist. Hierbei bietet sich die Verwendung zweier Temperaturschwellenwerte an. Steigt die Motortemperatur (der Füllstand des thermischen Speichers) über einen ersten Temperatur- Schwellenwert an, so wird der Elektromotor als warm eingestuft. Sinkt die Motortemperatur (der Füllstand des thermischen Speichers) unter einen zweiten Temperaturschwellenwert, der unterhalb des ersten Temperaturschwellenwertes liegt, so wird der Elektromotor als kalt eingestuft. Über diese versetzten Schwellenwerte wird ein häufiges Umspringen der „warm"///kaltXλ-Entscheidung, ein so genanntes „Klappern", vermieden. Die Werte der Temperaturschwellenwerte können als Parameter in dem elektrischen Motorschutzgerät 10
festgelegt werden, es ist lediglich darauf zu achten, dass der erste Temperaturschwellenwert über dem zweiten Temperaturschwellenwert liegt .
Wenn in der Schwellenwertstufe 17 ein kalter Zustand des Elektromotors erkannt worden ist, so wird der Umschalter 18 über ein Steuersignal U derart angesteuert, dass er den Parametereingang E15 des Rechenbausteins 15 mit dem Wert tA,k für die maximale Anlaufzeit für den kalten Elektromotor beaufschlagt. In diesem Fall wird der Anlaufzeitschwellenwert Sk mit der maximalen Anlaufzeit tA/k für den kalten Elektromotor gemäß obiger Gleichung (1) berechnet. Erkennt die Schwellenwertstufe 17 einen warmen Zustand des Elektromotors, so bewirkt das Steuersignal U ein Umschalten des Umschalters 18 , so dass in diesem Fall der Parametereingang E15 des Rechenbausteins 15 mit dem Wert tA,w für die maximale Anlaufzeit für den warmen Elektromotor beaufschlagt wird. In diesem Fall wird der Anlaufzeitschwellenwert Sw mit der maximalen Anlaufzeit tA#w für den kalten Elektromotor gemäß obiger Gleichung (2) berechnet.
Der auf diese Weise abhängig vom thermischen Zustand des Elektromotors bestimmt Anlaufzeit-Schwellenwert Sk oder Sw wird von dem Rechenbaustein 15 dem Einstelleingang E12 der Schwellenwertstufe 12 zugeführt. Diese Schwellenwertstufe 12 verwendet den einge- stellten Anlaufzeit-Schwellenwert Sk oder Sw zum Vergleich mit der erfassten Anlaufzeit t.
Durch die Verwendung zweier unterschiedlicher Anlaufzeit-Schwellenwerte Sk oder S„ kann erreicht werden, dass bei einem schweren Anlaufen des Elektromotors bei hohem Stromfluss ein kalter
Elektromotor entsprechend seiner (im Vergleich zum warmen Elektromotor) verlängerten maximalen Anlaufzeit behandelt wird; ein Fehlersignal F und damit ein Abschalten des Elektromotors wird in diesem Fall erst nach Ablauf einer entsprechend längeren Anlauf- zeit veranlasst, wenn der Elektromotor dann noch nicht in seinen Normalbetrieb übergegangen ist .