Titel: Wirbelsäulenimplantat
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein veterinärmedizinisches oder humanmedizinisches Wirbelsäulenimplantat, zur Stabilisierung (auch dynamisch) von Wirbelsäulensegmenten, mit . einem im Wesentlichen U-förmigen Bügel, der zwischen zwei Dornfortsätze einbringbar ist, dessen freie Enden in Richtung der Dornfortsätze verlaufen, mit Mitteln an den freien Enden, die zur Anlagerung an den Dornfortsätzen dienen.
Es sind humanrnedizinische Implantate bekannt, welche zwischen zwei benachbarte Dornfortsätze der Wirbelsäule eingebracht werden, um die Wirbelkörper z.B. bei degenerativen Veränderungen der Bandscheibe zu stabilisieren und um einer Hypermobilität der Wirbelkörper entgegenzuwirken. Ahnliche veterinärmedizinisch einsetzbare Implantate sind nicht bekannt.
Eine weitere Indikation für ein derartiges Implantat ist das "Kissing Spine Syndrom", welches bei Pferden auftreten kann. In diesem Fall berühren sich die Dornfortsätze und werden unter Schmerzen gegenseitig abgeschliffen, was zu einem Verlust der Reitbarkeit des Pferdes führen kann.
Das "Kissing Spine Syndrom" ist eine häufige Erkrankung des Pferdes, bei der es einige Therapieansätze gibt, wobei bislang die operativen Eingriffe auf eine Resektion der Dornfortsätze beschränkt blieben
Die Spondylarthrose ist eine häufige Erkrankung bei Hunden. Für die Entstehung der Erkrankung sind dynamische und mechanische Faktoren entscheidend. Die Spondylarthrose ist eine primär degenerative Erkrankung, bei der es durch Kompression, Zug- und Scherbewegungen auf den Stütz- und Bandapparat zu partiellen Rupturen im Gewebe, besonders im Bereich der Intervertebralbänder kommt. Diese Mikrotraumen führen zu einer Faservermehrung im Periost der ventralen Wirbelsäule und des vorderen Längsbandes. Im Faserverlauf entstehen Exostosen, die sich vergrößern und aufeinander zuwachsen können. Diese können zu einer massiven Knochenplatte verschmelzen (Bambuswirbelsäule). Die Knochenzubildung greift teilweise auf die seitlichen Aspekte der Wirbelkörper über und kann zu einer knöchernen Einengung der Nervenaustrittsstellen führen, welche mit starken Schmerzen und Lähmungserscheinungen einhergeht.
Implantate zur Stabilisierung und/oder Distraktion von Wirbelkörpern im humanmedizinischen Bereich sind bekannt (z.B. US 5,645,599, US 5,860,977, US 5,496,318). Das Anwendungsgebiet dieser Implantate erstreckt sich auf die Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule beim Menschen, z.B. von degenerierten Bandscheiben oder von Spinalkanalverengungen (Stenosen). Diese Implantate werden dazu entweder seitlich oder von posterior zwischen die Dornfortsätze eingebracht.
Posterior einzubringende Implantate erfordern die Entfernung des Dornspitzenbandes sowie die komplette Resektion des Zwischendornfortsatzbandes, wohingegen Implantate mit seitlicher Einbringung nur die weniger traumatische Entfernung eines Teils des Zwischendornfortsatzbandes erfordern. Implantate beider Gruppen werden entweder mit seitlichen Fortsätzen gegen eine seitliche Migration gesichert, oder aber mit synthetischen Zügeln, die die Dornfortsätze umschließen.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal neben der Einbringung und Fixierung ist die Elastizität der bekannten Implantate, wobei diese in Winkelelastizität und axialer Komprimierbarkeit unter-
gliedert wird. Während die Mehrzahl der seitlich implantierbaren Implantate keine signifikante Komprimierbarkeit aufweisen, sind einige Implantate mit posteriorer Einbringung mit einem federelastischen Element ausgestattet (US 5,645,599, EP-A-I 054 638). Es ist davon auszugehen, dass ein federelastisches Implantat grundsätzlich deutlich physiologischere Bewegungen erlaubt als ein rigider Abstandshalter. Betrachtet man die Winkelelastizität und Komprimierbarkeit, so sind sehr steife Implantate ohne Winkelelastizität (z.B. US 5,860,977), mittelsteife Implantate mit physiologischer Winkelsteifigkeit (z.B. US 5,645,599) und relativ weiche Implantate mit geringer Steifigkeit gegen Kompression oder gegen Winkelveränderungen bekannt (z.B. DE 699 13 659).
Für die erfolgreiche Behandlung vorgenannter Erkrankungen muss ein interspinös wirkendes Implantat seitlich eingebracht werden können. Es sollte eine zur Distraktion angepasste Steifigkeit in axiale Richtung haben, sowie eine physiologisch wirksame Winkelsteifigkeit, um im behandelten Segment einer Hypermobilität entgegenzuwirken. Eine Behinderung von Flexionsbewegungen durch das Implantat ist dagegen in der Regel nicht wünschenswert, da dadurch der physiologische Bewegungsumfang deutlich gestört wird und es zu Überlastungen der posterioren Strukturen kommen kann.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, hypermobile Wirbelsäulensegmente durch ein elastisches Implantat zu stabilisieren, ohne den physiologischen Bewegungsumfang der Wirbelkörper deutlich einzuschränken. Dabei ist beim Hund entscheidend, dass der Bandapparat durch die Operation möglichst wenig beeinträchtigt wird, um einer weiteren Destabilisierung entgegenzuwirken. Beim Pferd ist entscheidend, dass eine Berührung der Dornfortsätze dauerhaft verhindert wird, indem das Implantat als Abstandshalter dient. Ahnlich wie beim Hund ist eine Minimierung des Bandapparat-Traumas bei gleichzeitig kleinem Operationszugang für eine schnelle Heilung und Wiedereinsetzbarkeit von großem Vorteil, da die Erkrankung beim Pferd hauptsächlich in der Sattellage vorkommt, und Pferde zu überschießender Narbenbildung neigen.
Das heißt zusammenfassend, die physiologischen Vorteile der von posterior einzubringenden, federelastischen Implantate sollen mit den Vorteilen der seitlich einzubringenden, weniger traumatischen Implantatkonzepte kombiniert werden.
Diese Aufgabe wird mit einem Implantat der eingangs genannten Art erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass mindestens eines der Mittel zur Abstützung am Dornfortsatz als sattelförmige Auflage ausgebildet ist. Weitere Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein winkelelastisches Implantat mit mindestens einer anatomisch ausgeformten, sattelförmigen Auflagefläche auf den Dornfortsätzen. Das im Wesentlichen U-förmige Implantat erlaubt durch den Verzicht auf ein zweites Flügelpaar (wie z.B. in US 5,645,599 beschrieben) die ungehinderte Flexionsbewegung der Wirbelsäule und ermöglicht gleichzeitig eine seitliche Einbringung.
Eine Implantatvariante erlaubt zusätzlich im physiologischen Maße Rotationsbewegungen, wobei das durch das Implantat definierte Drehzentrum mit dem Drehzentrum des Wirbelsegments übereinstimmt.
Eine Instabilität der Wirbelsäule kann eine im Krankheitsverlauf schmerzhafte Spondylarthrose bei Hunden auslösen, welche durch ein erfindungsgemäßes Implantat behandelt werden kann.
Die Wiederherstellung eines Abstands der vom „Kissing Spine Syndrom" betroffenen Dornfortsätze mittels des erfindungsgemäßen Implantats erscheint als alternativer Therapieansatz bei Pferden vielversprechend.
Ferner eignet sich das der Erfindung zugrundeliegende Implantat zur Stabilisierung der Wirbelsäule im humanmedizinischen Bereich.
Die Anbringung von Aufnahmen für ein Insertionsinstrument, welches das Implantat in einer komprimierten Stellung halten kann, vereinfacht die seitliche Einbringung in den Raum zwischen den Dornfortsätzen. Durch die hohe Winkelflexibilität erlaubt das Implantat eine signifikante Höhenreduzierung, so dass das Implantat seitlich eingebracht werden kann. Durch entsprechende konstruktive Ausgestaltung (Verbreiterung, Aufdickung der Wandstärke, Einbringung einer zusätzlichen Verstärkungsklammer) des ventralen Aspekts des Implantats kann darüber hinaus eine große Spreizwirkung erreicht werden, ohne die Winkelflexibilität wesentlich einzuschränken. Bei einer alternativen Implantatvariante gelingt die seitliche Einbringung durch ein Einschieben des unteren Implantatteils in den oberen, welcher aus zwei
Schalen besteht. Durch das nachträgliche Einbringen eines elastischen Strangs in den Zwischenraum der oberen Schalen wird eine Bewegungsdämpfung erreicht, gleichzeitig kann dadurch die nötige Spreizwirkung eingestellt werden.
Eine Fixierung zwischen den Dornfortsätzen kann entweder durch eine klammerartige Halterung erfolgen, welche an einem Schenkel des Implantats angebracht ist, oder mittels einer Schlaufe oder eines Haltezügels, z.B. aus synthetischem Material. Die Schlaufen oder Haltezügel können hierbei um den Dornfortsatz geführt werden oder lateral an ihm vorbei um den Wirbelbogen (sublaminär). Die Befestigung des Implantats am Wirbelbogen kann ebenso mit Klammern erfolgen, welche den Wirbelbogen von dorsal umschließen.
Für die Behandlung der Hypermobilität im Bereich des letzten Lendenwirbels und ersten Kreuzbeinwirbels (Sakralwirbels) erfordern die anatomischen Verhältnisse besondere Befestigungsmöglichkeiten. Da der Dornfortsatz des ersten Kreuzbeinwirbels in seiner Größe einer großen, individuellen Varianz unterliegt, kann dieser nur im Einzelfall zur Befestigung des Implantats herangezogen werden. Das Implantat kann aber mit am unteren Schenkel befindlichen, seitlichen Ausläufern über Schlaufen oder Haltezügel durch die Forr. sacralia dorsalia befestigt werden oder mit Hilfe von Klammern, die ebenfalls die Forr. sacralia dorsalia als Verankerung nutzen. Eine weitere Verankerungsmöglichkeit bilden seitliche Ausläufer des Implantats, welche nach vorangegangener Präparation zwischen das Kreuzbein und die auf ihm ansetzenden Sehnen geschoben werden.
Hierdurch kann eine gute Verankerung erzielt werden und gleichzeitig durch den Reiz der Ausläufer auf die anatomischen Strukturen eine bindegewebige Versteifung dieser erreicht werden. Die Fibrosierung kann sogar soweit reichen, dass eine geringgradige Verkürzung der Strukturen eintritt und sie somit das Wirbelsegment dorsal zusammenziehen und damit ventral aufrichten.
Das Implantat wird zweckmäßigerweise aus einem Werkstoff hergestellt, welcher eine große elastische Deformation des Implantats während der Implantation ermöglicht. Als Beispiel dienend, jedoch nicht beschränkt auf, kommt z.B. Nitinol, Titan bzw. Titanlegierungen, Federbzw. Implantatstahl, Kunststoffe wie z.B. Polyethylen, Polycarbonaturethan, PEEK, PEK,
PEKK, PSU, PPS, oder Silikon, sowie Faserverbundwerkstoffe oder eine Kombination mehrerer dieser Werkstoffe in Betracht.
Durch eine physiologisch angepasste Steifigkeit des Implantats ist eine Reduktion der Hypermobilität eines damit behandelten Segments möglich, und eine positive Beeinflussung des durch eine Spondylarthrose bedingten Krankheitsverlaufs bei Hunden damit wahrscheinlich.
Bei Pferden ermöglicht die seitliche Einbringung des Implantats zwischen den Dornfortsätzen den weitgehenden Erhalt des Bandapparates. Der durch das Implantat mögliche, vergleichsweise kleine chirurgische Zugang minimiert die sonst bekannten Probleme der überschiessenden Narbenbildung im Bereich der Sattellage.
Anwendungen im humanmedizinischen Bereich werden durch die weniger traumatische Implantationstechnik des erfindungsgemäßen Implantats verbessert.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter Bezugnahme auf die Zeichnung mehrere Ausführungsbeispiele im Einzelnen beschrieben sind. Dabei können die in der Zeichnung gezeigten sowie in den Ansprüchen oder in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein.
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1: eine seitliche Darstellung des eingebrachten Implantats;
Fig. 2: eine Dorsalansicht des eingebrachten Implantats;
Fig. 3: eine perspektivische Darstellung der Implantation;
Fig. 4: eine perspektivische Ansicht das eingebrachten Implantats;
Fig. 5: eine Detailansicht des Implantats;
Fig. 5A eine erste Variation des Implantats gemäß Fig. 5;
Fig. 5B eine zweite Variation des Implantats gemäß Fig. 5;
Fig. 6: das durch eine Zange komprimierte Implantat;
Fig. 6A das durch eine Implantierhilfe (Hülse) implantierbare Implantat;
Fig. 6B das durch eine Implantierhilfe (Hülse) implantierbare Implantat mit
Kompressionsspange;
Fig. 7: eine Darstellung des Implantats mit ventraler Verstärkungsklammer;
Fig. 7A eine Detailansicht einer ersten Ausführungsform der Verstärkungsklammer gemäß
Fig. 7; Fig. 7B: eine Detailansicht einer zweiten Ausführungsform der Verstärkungsklammer gemäß Fig. 7;
Fig. 8: eine Variante des Implantats mit optimierter Halterung an einem Dornfortsatz;
Fig. 9: eine aus zwei unterschiedlichen Materialien zusammengesetzte Implantatvariante gemäß Fig. 8;
Fig. 10: eine weitere, zweiteilige Variante des Implantats in Dorsalansicht;
Fig. 10A: das Implantat gemäß Fig. 10 in Explosionsansicht; Fig. 11 : eine weitere dreiteilige Implantatvariante in Dorsalansicht;
Fig. 12: eine weitere Implantatvariante mit Haltezügel zur Befestigung am Dornfortsatz;
Fig. 13: das Implantat gemäß Fig. 12 in Dorsalansicht;
Fig. 13 A eine erste B efestigungs Variante des Haltezügels am Implantat; Fig. 13B eine zweite Befestigungsvariante des Haltezügels am Implantat; Fig. 13C eine dritte B efestigungs Variante des Haltezügels am Implantat; Fig. 14 Varianten a) bis e) für die Form der sattelförmigen Auflage;
Fig. 15 eine weitere Implantatvariante in perspektivischer Darstellung mit
Befestigungsmöglichkeit eines Haltezügels;
Fig. 15a Darstellung des Implantats gemäß Fig. 15 nach Implantation mit Haltezügel um den Dornfortsatz; Fig. 16 Befestigungsvariante zu Fig. 15a: Dorsalansicht des Implantats mit Haltezügel und Hülse für den Dornfortsatz; Fig. 16a Darstellung des Implantats gemäß Fig. 16 nach Implantation und Einbringen der
Hülse in den Dornfortsatz; Fig. 17 Implantatvariante in Dorsalansicht mit Befestigungsmöglichkeit für
Schlaufen/Haltezügel;
Fig. 17a perspektivische Darstellung des Implantats gemäß Fig. 17; Fig. 17b Dorsalansicht des Implantats gemäß Fig. 17 nach Implantation und Fixierung mit
Haltezügeln um den Wirbelbogen;
Fig. 18 weitere Implantatvariante mit seitlichen Vorsprüngen in Dorsalansicht;
Fig. 18a perspektivische Darstellung des Implantats gemäß Fig. 18; Fig. 18b Implantatvariante gemäß Fig. 18 nach Implantation und Fixierung mit Klammern am Wirbelbogen; Fig. 19 weitere Implantatvariante mit gepolsterten Auflageflächen für die Lamina in perspektivischer Darstellung; Fig. 20 weitere Implantatvariante in Dorsalansicht mit dreifach gebogenem ventralen
Aspekt;
Fig. 20a die Implantatvariante gemäß Fig. 20 in perspektivischer Darstellung;
Fig. 20b eine Modifikation des Implantats gemäß Fig. 20 ohne seitliche
Befestigungsmöglichkeiten für Schlaufen, Zügel oder Klammern; Fig. 20c eine weitere Modifikation des Implantats gemäß Fig. 20 mit seitlichen Flügeln zur
Befestigung am Wirbelbogen mit Hilfe von Klammern; Fig. 21 eine weitere Implantatvariante für den Bereich letzter Lendenwirbel-erster
Sakralwirbel mit Ausläufern; Fig. 21a das Implantat gemäß Fig. 21 in perspektivischer
Explosionsansicht mit nachträglich montierbaren Ausläufern; Fig. 21b das Implantat gemäß Fig. 21 nach Implantation; Fig. 22 eine weitere Implantatvariante für den Bereich letzter Lendenwirbel-erster
Sakralwirbel in Dorsalansicht; Fig. 22a das Implantat gemäß Fig. 22 in perspektivischer Darstellung;
Fig. 22b das Implantat gemäß Fig. 22 mit Befestigungsmöglichkeiten/Schlaufen am
Kreuzbein;
Fig. 22c das Implantat gemäß Fig. 22 nach Implantation in Dorsalansicht mit Klammern fixiert;
Fig. 23 eine weitere Implantatvariante in Dorsalansicht;
Fig. 23 a das Implantat gemäß Fig. 23 in perspektivischer Darstellung;
Fig. 24 eine weitere Implantatvariante in Dorsalansicht,
Fig. 24a das Implantat gemäß Fig. 24 in perspektivischer Darstellung;
Fig. 24b das Implantat gemäß Fig. 24 von der Seite mit Detailausschnitt;
Fig. 25 eine weitere Implantatvariante in Dorsalansicht;
Fig. 25a das Implantat gemäß Fig. 25 in perspektivischer Darstellung;
Fig. 25b das Implantat gemäß Fig. 25 von der Seite;
Fig. 25c das Implantat gemäß Fig. 25 von oben;
Fig. 26a eine Variante des Implantats gemäß Fig. 25 von der Seite;
Fig. 26b das Implantat gemäß Fig. 26a in perspektivischer Darstellung;
Fig. 26c das Implantat gemäß Fig. 26a nach Implantation in Dorsalansicht;
Fig.26d das Implantat gemäß Fig. 26a nach Implantation in perspektivischer Darstellung;
Fig. 26e das Implantat gemäß Fig. 26a nach Implantation in seitlicher Darstellung.
Die Fig. 1 zeigt das in ein Wirbelsäulensegment 1 eingesetzte Wirbelsäulenimplantat 20, welches zwischen zwei benachbarte Wirbelkörper 2, insbesondere zwischen zwei Dornfortsätze 4 und 5 eingebracht ist. Oberhalb und zwischen den Dornfortsätzen 4 und 5 erstrecken sich das Dornspitzenband 7 und das Zwischendornfortsatzband 6, welche durch die seitliche Implantation weitgehend geschont werden. Das im Wesentlichen als Bügel 10 ausgebildete Implantat 20 liegt an den Dornfortsätzen 4 und 5 an.
Die Fig. 2 zeigt das eingebrachte Implantat 20 von dorsal, wobei zwei an den Dornfortsätzen 4 und 5 anliegende Mittel 11 und 12 erkennbar sind, die am ventralen Aspekt 50 miteinander verbunden sind. In Fig. 1 ist außerdem erkennbar, dass das Implantat 20 an einem Domfortsatz 4 mittels eines U-förmigen Schuhs 58 und am anderen Dornfortsatz 5 mittels einer sattelartigen Auflage 56 anliegt. Der Querschnitt des Schuhs 58 und der Auflage 56 sind aus der Fig. 2 erkennbar.
Die Fig. 3 zeigt die Einbringung des Implantats 20 zwischen die Dornfortsätze 4 und 5 einer Wirbelsäule, z.B. eines Hundes. Das Implantat 20 weist zwei Schenkel 52 und 54 auf, die mit einem zangenartigen Kompressionsinstrument 30 komprimiert werden, so dass die maximale Breite B des Implantats 20, gemessen von der sattelförmigen Auflage 56 bis zur Umrisskante des Schuhs 58 deutlich reduziert wird und eine seitliche Einbringung (nach vorhergehender Entfernung eines Teils des Zwischendornfortsatzbandes 6) möglich wird. Das Kompressionsinstrument 30 verfügt über zwei seitlich an den Zangenarmen 31 angebrachte Werkzeuge 32, insbesondere parallel zur Richtung der Achse 15 des Instruments 30 abragende Stifte, Haken oder Vorsprünge, die an geeigneter Stelle am Implantat 20 angreifen und die Komprimierung und das seitliche Einbringen des Implantats 20 zwischen die Dornfortsätze 4 und 5 ermöglichen.
Nach Aufhebung der Kompression und Entfernung des Kompressionsinstruments 30, was in Fig. 4 dargestellt ist, liegt das Implantat 20 aufgrund der Rückstellkräfte der federelastischen Verbindung 50 und der ebenfalls federelastischen Schenkel 52 und 54 an den Dornfortsätzen 4 und 5 an.
Die Fig. 5 zeigt eine erste konkrete Ausgestaltung 100 des erfmdungsgemäßen Implantats 20, mit einer elastischen Verbindung 50 am ventralen Aspekt des Implantats, welcher den ersten elastischen Schenkel 152 mit dem zweiten elastischen Schenkel 154 verbindet.
Die Schenkel 152 und 154 bilden mit der elastischen Verbindung 50 den U-förmigen Bügel 10. Zur Auflage auf dem Dornfortsatz 5 besitzt das Implantat 20 eine sattelförmige Auflage 156.
Diese sattelförmige Auflage 156 ermöglicht bei extremer Flexion der Wirbelsäule 1 ein Abheben des Implantats 20 vom Dornfortsatz 5 und erlaubt somit die ungehinderte Flexionsbewegung. Zur Aufnahme des Kompressionsinstruments 30 dienen geeignete Implantataussparungen 170 und 172. Zur Fixierung des Implantats 20 in dorsoventraler Richtung dienen geeignete Zähne oder Oberflächenmodifikationen 162 und 164, die auch in Form einer Aufrauung oder einer Beschichtung ausgebildet sein können.
Zur Befestigung am Dornfortsatz 4 dient ein klammerartiger Schuh 158, welcher an den Innenflächen geeignete Oberflächenmodifikationen 160, insbesondere Zähne aufweist.
Die Fig. 5 A zeigt eine erste Variante 180 des Implantats 20, die im ventralen Aspekt 50 in der Dicke D variieren kann. So kann der mittlere Teil 182 dicker sein als der Übergang zu den Schenkeln 152, 154 des Implantats 20 (D1>D2), um eine höhere Steifigkeit im ventralen Aspekt 50 des Implantats 20 zu erreichen.
Die Fig. 5B zeigt eine zweite Variante 190 des Implantats 20, bei der die Breite b des ventralen Aspekts 50 variiert. So kann der mittlere Bereich 192 des Aspekts 50 breiter sein als der Übergang zu den Schenkeln 152, 154 des Implantats (bl>b2).
Außerdem ist in Fig. 5B der Winkel α zwischen den Anlageschenkeln 13 und 14 der sattelförmigen Auflage 156 bezeichnet. Dieser Winkel α kann je nach Ausgestaltung des Sattels auf die anatomischen Gegebenheiten der jeweiligen Spezies angepasst werden, und Werte zwischen 0° und 150°, vorzugsweise zwischen 10° und 90° annehmen. Dies ist noch detaillierter in den Dorsalansichten erkennbar, die weiter unten beschrieben werden. Der Winkel kann auch auf die Anatomie abgestimmt sein. Die Anlageschenkel 13 und 14 sind mitunter nicht eben, sondern der anatomischen Form von Lamina und Dornfortsatz angepasst, indem sie leicht gekrümmt oder U-förmig beginnen und im Verlauf in einen ersten Winkel V-förmig übergehen, welcher dann in einen anderen, zweiten Winkel übergeht. Um die seitliche Einbringung zu erleichtern besteht auch die Möglichkeit, dass ein Anlageschenkel 14 kürzer ist, als der andere Schenkel 13.
Der Winkel α hängt bei bevorzugten Ausführungsbeispielen von der Spezies und Rasse des Tieres ab. Dabei ist der Sattel i.d.R. nur im weitesten Sinne V-förmig und besitzt eine relativ weiche, verrundete Form an Stelle eines glatten, scharfkantigen Winkels. An Stelle einer weichen V-Form für die Auflage ist auch eine U-Form möglich, wobei die Schenkel nahe ihrer Verbindung zwischen 0° und 30° geöffnet sind, zum Ende der Schenkel hin dann bis auf 90° divergieren, z.B. durch einen zweiten, weichen Knick oder eine gekrümmte Form.
Die Fig. 6 zeigt eine Detailansicht des mittels des Kompressionsinstruments 30 komprimierten Implantats 20. Hierbei wird durch die seitlich an den Zangenarmen 31 angebrachten Werkzeuge 32 das Implantat 20 im Bereich der flexiblen Schenkel 52, 54 derart komprimiert, dass eine deutliche Breitenreduktion erfolgt. Dies ermöglicht die seitliche Implantation, da die Breite des Implantats 20 in etwa um die Ausmaße des Schuhs 58 und der Auflage 56 auf die nominelle Implantatbreite B reduziert wird.
Fig. 6 A und 6B zeigen das Implantat 20 jeweils in komprimiertem Zustand innerhalb einer Implantierhülse 33. Die Implantierhülse 33 erlaubt einen minimal-invasiven Zugang zum Implantationsort und dessen Vorbereitung. Die Kompression des Implantats wird entweder direkt durch Vorsprünge 34 an der Innenkontur der Hülse oder durch eine Kompressionsspange 35 aufrecht erhalten. Nachdem das Implantat an seine optimale Position zwischen den Dornfortsätzen gebracht ist, entfaltet sich das Implantat durch Abziehen der Hülse 33 bzw. der Kompressionsspange 35 auf seine bestimmungsgemäße Breite.
In Fig. 7 wird eine Variante 200 des Implantats 20 mit ventraler Verstärkungsklammer 220 dargestellt. Zur Befestigung am ventralen Aspekt 250 des Implantats 20 dienen geeignete Vorsprünge 211, bzw. Vertiefungen 212 am Übergang zu den Implantatschenkeln 252, 254.
Die Verstärkungsklammer 220 kann in ihrer Dicke D variieren. So kann der mittlere Teil dicker (Dl) als die Enden (D2) sein. Die Breite b der Verstärkungsklammer 220 kann in deren Längsrichtung ebenso variieren. Die genannten Varianten der Verstärkungsklammer 220 verfolgen das Ziel, den ventralen Aspekt 250 des Implantats 20 zu verstärken ohne jedoch die Winkelsteifigkeit, d.h. die Steifigkeit im Bereich der Enden wesentlich zu erhöhen.
Die Fig. 7A zeigt axiale Ausläufer 222 an den axialen Enden der Verstärkungsklammer 220, um ein seitliches Verrutschen oder Wandern der Klammer 220 zu verhindern. Die Ausläufer 222 greifen in entsprechende Aufnahmen innerhalb der Vertiefung 212 ein, oder ragen an den Außenflächen des Implantats über die Vertiefungen 212 hinaus.
Die Fig. 7B zeigt eine alternative Möglichkeit zur Sicherung der Verstärkungsklammer 220 vor lateraler Migration. Dabei verfugt die Verstärkungsklammer 220 über Verzahnungsaussparungen
224, in die dann entsprechende, innerhalb der Implantatvertiefungen 212 vorgesehene Verzahnungsvorsprünge 226 greifen.
Die Fig. 8 zeigt eine weitere Variante 300 des Implantats 20, bei der der klammerartige Schuh 358 einen quer zur Längsachse des Schenkels 354 sich erstreckenden Bogen 340 bildet und dessen beide Enden 360 jeweils radial nach innen umgeformt sind, wodurch Zähne gebildet werden. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung an den Dornfortsatz 4 und durch die umgeformten Enden 360 eine Fixierung an diesem.
Um die Anpassung an die Oberfläche eines in der Breite variierendenden Dornfortsatzes 4 weiter zu optimieren, können die Seiten des klammerartigen Schuhs 358 durch Schlitzung 320 zungenartig ausgeformt sein. Die Zungen 330 können sich somit einzeln an den Dornfortsatz 4 anlegen.
Die Fig. 9 zeigt eine Variante 400 des Implantats 20 gemäß Fig. 8 , bei der der klammerartige Schuh 458 im Herstellungsprozess erst später mit dem übrigen Implantat zusammengeführt wird. Dies ermöglicht eine Kombination zweier Materialien, die für die jeweiligen Ansprüche die besten Eigenschaften besitzen. So kann der ventrale Aspekt 410 aus einem federelastischen Material bestehen, während der klammerartige Schuh 458 z.B. aus einem verformbaren Material oder aus einem Memory-Metall (Nitinol) bestehen kann. Dadurch wird das Anbiegen und Eindringen der Enden 460 in den Dornfortsatz 4 (z.B. mit Hilfe einer Zange) ermöglicht. Bei Verwendung eines Memory-Metalls kann der klammerartige Schuh 460 derart gestaltet sein, dass er während der Implantation weit geöffnet ist, nach erfolgter Implantation wird der Schuh 460 erwärmt. Dabei biegen sich die Wangen 440 bogenartig zum Dornfortsatz 4 hin und fixieren das Implantat 20 mit den Enden 458 am Dornfortsatz 4.
Um die seitliche Einbringung zu erleichtern, kann darüber hinaus auch der Sattel an sich aus einem der oben genannten Materialien bestehen. Besteht er aus einem Memory-Metall, wäre der Öffnungswinkel des Sattels bei Einbringung etwa 150° - 180° (also nahezu flach), und nach leichter Erwärmung würde er sich auf die vorher beschriebenen Werte (oder die gewünschte Form) für die sattelförmige Auflage einstellen.
Der U-förmige Bügel 410 ist mit dem klammerartigen Schuh 458 z.B. durch eine Schweißnaht, eine Klebe-, Schraub-, Niet- oder Rastverbindung 450 dauerhaft verbunden.
Sinngemäß kann auch die sattelförmige Auflage 156 separat hergestellt und mit dem U-förmigen Bügel vor oder während der Operation verbunden werden. Auf diese Weise kann der Bügel z.B. aus einem einfachen, gebogenen Metallstreifen oder aus einem Faserverbundwerkstoff hergestellt werden, und die jeweiligen Auflagen und Schuhe würden - ggf. nach Auswahl der passenden anatomischen Form und Breite, eingerastet oder auf andere Weise mit den Schenkelenden verbunden werden.
In Fig. 10 wird eine weitere, zweiteilige Variante 500 des Implantats 20 in Dorsalansicht zusammengesteckt dargestellt. Bei dieser Variante 500, die man in Fig. 10A in Explosionsansicht sieht, ist der klammerartige Schuh 558 losgelöst vom Bügel 510. Am Implantat 20 befinden sich an einem Schenkel 554 seitliche Aussparungen 540, die den klammerartigen Schuh 558 von innen aufnehmen, bzw. von diesem übergriffen werden. Dadurch kann das Implantat 20 ohne oder mit nur geringer Kompression seitlich zwischen die Dornfortsätze 4 und 5 eingebracht werden. Dort eingebracht, wird der Schuh 558 zur Fixierung am Dornfortsatz 4 ebenfalls seitlich eingebracht und dann über den Implantatschenkel 554 auf den Dornfortsatz 4 geschoben. Zur Fixierung am Implantatschenkel 554 dienen geeignete Einrastmechanismen, z.B. aus den Seitenteilen des Schuhs 558 nach innen ausgeklinkte Zungen 530. Die Seiten des klammerartigen Schuhs 558 sind entweder federelastisch, so dass sie sich optimal am Dornfortsatz 4 anlegen, oder werden nachträglich auf die Breite des Dornfortsatzes zugebogen. An den Innenflächen der Seitenteile des Schuhs 558 befinden sich zur Fixierung am Dornfortsatz 4 geeignete Oberflächenmodifikationen 560, z.B. Zähne.
Die Fig. 11 zeigt eine dreiteilige Variante 600 des Implantats 20 in Dorsalansicht. Das Implantat 20 weist einen gebogenen Schuh 658 auf, dessen Enden 660 spitz zulaufen und sich am Dornfortsatz 4 anlegen, bzw. in diesem verankern. Außerdem ist die sattelartige Auflage 656 für den Dornfortsatz 5 erkennbar, die an der gegenüber liegenden Seite des Implantats 20 vorgesehen ist. Der Schuh 658 verfügt über eine Auflage 640, die mit mindestens einem Schnappverschluss 642 versehen ist, welcher durch entsprechende Aussparungen des Schuhs 658 und des entsprechenden Schenkels des Bügels 610 durchgesteckt wird. Die widerhakenähnliche
Ausgestaltung des Schnappverschlusses 642 verbindet nach erfolgter Einrastung den Schuh 658 mit dem U-förmigen Bügel 610. Bei der Implantation wird zunächst der gebogene Schuh 658 eingebracht und zusammen mit der Auflage 640 am Dornfortsatz 4 befestigt. Dann wird der Bügel 610 seitlich leicht komprimiert eingebracht, positioniert und schließlich an der klammerartigen Halterung der Auflage 640 über die Einrastzungen 642 eingerastet.
In Fig. 12 ist eine weitere Variante 700 des Implantats 20 dargestellt, die zur Fixierung am Dornfortsatz 4 über einen Haltezügel 730 verfügt. Der Implantatschenkel 754 ist sattelartig ausgeformt 755, um am Dornfortsatz 4 optimal anzuliegen. Am Schenkel 754 ist eine ■ Arretiervorkehrung 720 befestigt, an der auf der einen Seite der Anfang 732 des Haltezügels 730 fixiert ist und sich auf der anderen Seite ein Befestigungsmechanismus 760 befindet, der den Haltezügel 730 nach Führung um den Dornfortsatz 4 aufnimmt. Diese Arretiervorkehrung 720 kann separat ausgestaltet, oder aber fest in den Schenkel 754 integriert sein. Um das Einfädeln des Endes 734 des Zügels 730 in die Arretiervorkehrung 720 zu erleichtern, ist der Haltezügel 730 am Ende 734 bevorzugt versteift ausgeführt. Das überstehende Ende 734 kann nach erfolgter Positionierung, Anziehen und Verriegelung durch den Befestigungsmechanismus 760, abgeschnitten werden.
An den Schenkeln 752 und 754 befinden sich jeweils innerhalb der Auflageflächen geeignete Oberflächenmodifikationen 762 und 764, z.B. Verzahnungen, die eine Migration des Implantats 20 verhindern und damit das Wirbelsäulensegment 1 in dorsoventraler Richtung stabilisieren.
Die Fig. 13 zeigt die Variante 700 des Implantats 20 gemäß Fig. 12 in Dorsalansicht. Die Fig. 13A, 13B und 13C zeigen exemplarisch B efestigungs Varianten des Haltezügels 730 in dorsaler Schnittansicht.
In Fig. 13 A verfügt die Variante 770 des Befestigungsmechanismus 760 über einen Keil 774, der nach Einfädeln und Spannen des Haltezügels 730 diesen fixiert. Der Keil 774 ist mit einem Stift 772 mit der Arretiervorkehrung 720 verbunden, um ein Herausfallen zu verhindern. Beim Spannen des Haltezügels 730 wird das freie Ende 734 mit einem Instrument (z.B. einem Nadelhalter) in einer Drehbewegung aufgewickelt, wobei dieser bei geeigneter Ausgestaltung des
Keils 774 gleichzeitig diesen in die Vorkehrung 720 drückt und somit den Haltezügel 730 gegen Herausrutschen sichert.
Die Fig. 13B zeigt einen exzentrischen Befestigungsmechanismus 780, der ebenfalls eine Fixierung des Haltezügels 730 ermöglicht. Der Befestigungsmechanismus 780 weist eine Scheibe 784 auf, die rund oder ovoid ausgeführt sein kann und bevorzugt exzentrisch 782 an der Arretiervorkehrung 720 befestigt ist. Die Scheibe 784 kann zusätzlich durch eine Feder in Spannposition (Pfeil) gehalten werden, welche das Durchziehen des Haltezügels 730 in nur einer Richtung zulässt. Die exzentrische Scheibe 782 kann aber auch durch eine Drehbewegung von außerhalb in Spannposition fixiert werden (zum Bespiel mit einem Schraubendreher).
Die Fig. 13C zeigt einen Befestigungsmechanismus 790, der durch eine Rastklinke 794, ähnlich dem eines Kabelbinders, das Durchziehen des Haltezügels 730, der hierfür mit einer Verzahnung versehen ist, in nur einer Richtung zulässt und diesen somit nach dem Spannen in dieser Position direkt fixiert. Die von einer Blattfeder gebildete Rastklinge 794 kann beim Durchziehen des Haltezügels 730 in einen Freiraum 793 elastisch ausweichen, wohingegen sie in umgekehrte Richtung nur einen geringen Spielraum gegen einen Anschlag 792 aufweist. Durch die Schrägstellung zum Haltezügel 730 wird die Rastklinke 794 bei einem Rückzug des Haltezügels 730 gegen diesen gedrückt bis der Anschlag 792 den Weg der Rastklinke 794 begrenzt.
Bei Wirbelsäulensegmenten 1 die bereits eine hohe Hypermobilität aufweisen, ist eine Abwandlung des in Fig. 12 und 13 dargestellten Implantats 20 sinnvoll, um auch die Flexionsbewegung einzuschränken. Dazu wird das Abheben der sattelförmigen Auflage 752 vom Dornfortsatz 5 verhindert, indem eine zweite Vorkehrung 720 mit dem Implantatschenkel 752 verbunden wird, so dass zwei benachbarte Dornfortsätze 4 und 5 über je einen Haltezügel 730 mit dem federelastischen Bügel 710 verbunden werden.
In der Fig. 14 sind Varianten a) bis e) für die Form der pferdesattelförmigen Auflage 156 dargestellt. Dabei kann die sattelförmige Auflage 156 als separates Bauteil hergestellt oder in die Formgebung des Bügels 10 integriert sein. Wie weiter vorne beschrieben, richtet sich die Sattelfoπn nach der Form des Dornfortsatzes 5, mit dem Ziel einer möglichst flächigen Auflage. Die dargestellten Implantatvarianten, die ein Abheben der sattelförmigen Auflage erlauben, sind
bevorzugt mit einer Sattelform 14a) bis d) versehen. Andere Varianten, bei denen eine Fixierung am Dornfortsatz 5 erfolgen soll, werden bevorzugt mit einer Sattelform gemäß Fig 14e) ausgeführt.
In der Fig. 15 ist eine weitere Variante 800 des Implantats 20 mit unter dem oberen Schuh 158 angebrachtem Vorsprung 855 zu sehen, welcher, wie in Fig. 15A dargestellt, verhindert, dass die Schlaufe/der Haltezügel um den Dornfortsatz 4 am Implantat verrutscht.
Fig. 16 zeigt eine Befestigungsvariante des Implantats 800, bei der der Haltezügel 860 durch eine Hülse 870 geführt wird.
Fig. 16A zeigt das Implantat nach Einbringen zwischen die Dornfortsätze 4 und 5, wobei die Hülse 870 zuvor in den Dornfortsatz implantiert wurde. Diese Verankerung im Dornfortsatz ermöglicht eine sichere Fixierung und die Hülse verhindert, dass der Haltezügel in den Knochen einschneidet.
In Fig. 17 und 17A ist eine weitere Befestigungsmöglichkeit 955 der Schlaufen/Haltezügel an der Variante 900 zum Implantat 20 dargestellt. Unterhalb des oberen Schuhs 158 befindet sich ein Vorsprung 955, an welchem die Schlaufen/Haltezügel zur Fixierung des Implantats am Dornfortsatz oder Wirbelbogens befestigt werden können.
Um eine Migration des Implantats nach ventral zu verhindern, sind zusätzlich hinter dem Schuh 158 Vorsprünge 959 angebracht, welche nach Implantation am Wirbelbogen anliegen.
Fig. 17B zeigt das Implantat 900 nach Einbringen zwischen die Dornfortsätze 4 und 5 und Befestigung mit Schlaufen 960, die sublaminär um den Wirbelbogen geführt werden.
Eine weitere Variante 1000 zum Implantat 20 ist in Fig. 18, 18A und 18B zu sehen. Seitlich am Schuh 158 befindliche Flügel 1055 liegen am Wirbelbogen an, und können mit Klammern 1060 oder Schlaufen fixiert werden.
In Fig. 18B ist eine mögliche Ausformung der Klammern 1060 zu sehen. Sie umgreifen den Wirbelbogen jeweils seitlich von dem Dornfortsatz 4 und sind in ihrer Länge einstellbar. In gespanntem Zustand fixieren sie die Flügel fest an dem Wirbelbogen.
Fig 19 zeigt Modifikationen 1151 und 1152 einer Variante 1100 des Implantats 20 an den Auflageflächen auf der Lamina des jeweiligen Wirbelbogens. An diesen Stellen wird ein weicheres Material aufgebracht, z.B. Silikon oder PCU, um einer Reizung der Lamina entgegenzuwirken. Die Auflagemodifikation kann wie dargestellt nur den Bereich der Lamina betreffen, sich wahlweise aber auch im Bereich des Schuhs 158 bzw. der sattelförmigen Auflage 156 befinden.
In den Fig. 20, 20A, 2OB und 2OC sind weitere Implantatvarianten 1200 zum Implantat 20 zu sehen, bei denen der ventrale Aspekt des Implantats 50 dreifach gebogen ist. Hierdurch kann die Steifigkeit des Implantats optimiert und das zur seitlichen Einbringung notwendige Kompressionsverhalten des Implantats verbessert werden. Fig. 20 und 20A zeigen seitlich am Schuh 158 befindliche Vorsprünge 1255, die zum Fixieren des Implantats mittels Schlaufen dienen.
Fig. 2OB zeigt die Implantatvariante ohne die Vorsprünge 1255.
In Fig. 2OC sind die Vorsprünge 1295 flügelartig und liegen an dem Wirbelbogen nach Implantation an. Sie können über Klammern oder Schlaufen/Haltezügel am Wirbelbogen fixiert werden.
In Fig. 21 ist eine weitere Variante 1300 des Implantats 20 dargestellt, die im Bereich letzter Lendewirbel-erster Sakralwirbel eingesetzt werden kann und über paddelartige Ausläufer 1355 verfügt. Die Ausläufer 1355 können Oberflächenmodifikationen 1364 in Form von Spitzen, Löchern, Beschichtungen oder Rillen haben, die eine bessere Verankerung ermöglichen. Sie werden zur Fixierung des Implantats laterocaudal des Dornfortsatzes des letzten Lendenwirbels zwischen die dort verlaufenden Sehnen, bzw. zwischen Sehnen und Kreuzbein geschoben.
Wie in Fig. 21A zu sehen, ist der obere Schuh 1358 sattelartig ausgebildet und die sattelartige Auflage 1356 derart modifiziert, dass sie optimal am Dornfortsatz des ersten Sakralwirbels anliegen kann. Die Ausläufer 1355 können in ihrer Form und Zahl variieren und auch erst bei oder nach Implantation mit dem Implantat an einer geeigneten Vorrichtung 1357 verbunden werden.
Fig. 2 IB zeigt das Implantat 1300 nach Einbringen zwischen den Dornfortsatz 1304 des letzten Lendenwirbels und den Dornfortsatz 1305 des ersten Sakralwirbels. Die paddelartigen Ausläufer 1355 sind zwischen das Kreuzbein 1307 und die auf ihm ansetzenden Sehnen 1306 geschoben.
In Fig. 22 ist eine weitere Variante 1400 des Implantats 20 für den Bereich letzter Lendenwirbel- erster Sakralwirbel dargestellt. Der obere Schuh 1458 zur Aufnahme des Dornfortsatzes ist sattelartig ausgebildet, der untere Schuh 1456 hat einen tieferen Einschnitt, um den Dornfortsatz des ersten Sakralwirbels besser aufzunehmen und den unterschiedlichen anatomischen Verhältnissen Rechnung zu tragen.
Fig. 22A zeigt das Implantat 1400 mit einer M-formigen Einziehung 1455 am unteren Implantatschenkel 1452, welche die Auflage auf der Lamina des ersten Sakralwirbels verbessern soll. Um das Implantat mit Hilfe von Schlaufen/Haltezügeln oder Klammern am Kreuzbein fixieren zu können, ist es mit einer Aussparung 1451 versehen, durch die die Schlaufen geführt oder die Klammern eingehakt werden können.
Fig. 22B zeigt die durch die Aussparung 1451 geführten Schlaufen 1460.
In Fig. 22C ist das Implantat zwischen den Dornfortsätzen des letzten Lendenwirbels 1404 und des ersten Sakralwirbels 1405 eingebracht. Mit Hilfe von Klammern 1470, welche jeweils am Foramen sacrale dorsale 1407 einhaken, ist das Implantat am Kreuzbein 1406 fixiert.
Fig. 23 zeigt eine Variante 1500 des Implantats 20 für den Bereich letzter Lendenwirbel-erster Sakralwirbel. Das Implantat verfügt über seitliche Vorsprünge 1555 und 1545, welche eine Befestigung des Implantats sowohl am letzten Lendenwirbel als auch am Kreuzbein erlauben.
Wie in Fig. 23A sichtbar, ist der obere Schuh 1558 doppelt paddelartig ausgebildet, um am Dornfortsatz anzuliegen. Hinter den Paddeln befinden sich weitere Vorsprünge 1559, die am Wirbelbogen anliegen und ein Migrieren nach ventral verhindern.
In Fig. 24 ist eine weitere Variante 1600 des Implantats 20 dargestellt. Der ventrale Aspekt 50 ist hierbei blockförmig verdickt, um bei Verwendung weicherer Materialien die nötige Steifigkeit für die Einschränkung der Extensionsbewegung des Wirbelsegments zu erzielen. Zum Erhalt der Beweglichkeit in Flexion ist der ventrale Aspekt 50 über biegeweiche Schenkel 1654 und 1652 mit den Auflagen 1656 und 1658 verbunden. Diese können über Schlaufen/Haltezügel oder Klammern mit den Dornfortsätzen verbunden werden. Um im Bereich letzter Lendenwirbel- erster Sakralwirbel eingesetzt werden zu können, kann die sattelförmige Auflage 1656 verbreitert und der Schenkel 1652 verlängert sein, ebenso der Winkel zwischen dem ventralen Aspekt 1650 und dem Schenkel 1652 angepasst sein.
Fig. 24A zeigt das Implantat 1600 in perspektivischer Darstellung. Hinter dem Schuh 1658 befinden sich Ausläufer 1659, welche nach Implantation dem Wirbelbogen anliegen. Der ventrale Aspekt 50 kann zur Auflage auf der Lamina eine Stufe 1649 aufweisen.
Fig. 24B zeigt eine Modifikation 1670 im Bereich des Implantatschenkels 1652 in Form einer Einschnürung zur Erhöhung der Biegeweichheit. Das Implantat kann somit der Flexionsbewegung des Wirbelsegments besser folgen. Dieser Einschnitt kann sich an einem oder beiden Implantatschenkeln befinden.
In Fig. 25 und 25A ist eine weitere Implantatvariante 1700 zu sehen. Das Implantat besteht aus einem zweigeteilten Schalenkörper 1750, welcher mit den Auflageflächen 1758 und 1756 für die Dornfortsätze verbunden ist. Der Aspekt 1750 besteht aus einer Doppelschale 1741, in der eine Schale 1740 gleitet. Die Doppelschale 1741 besitzt hierzu einander zugewandte Gleitflächen 1751 und 1752. Innerhalb dieser Gleitflächen gleitet die Schale 1740, welche zur Doppelschale 1741 hin ebenfalls über Gleitflächen 1753 verfügt. Durch Modifikation der Schalenränder kann eine vollständige Trennung der beiden Implantatteile verhindert werden oder die Gleitbewegung auf ein gewünschtes Maß begrenzt werden.
Fig 25B zeigt die Krümmung der Schalen in der sagittalen Ebene. Die Radien sämtlicher Gleitflächen sind konzentrisch zueinander und treffen sich im physiologischen Drehzentram des Wirbelsegments, welches mit dem Radius 1755 von der jeweiligen Schale entfernt ist.
Fig. 25C zeigt die Schalenkrümmung des Schalenkörpers 1750 in der Transversalebene. Die Radien sämtlicher Gleitflächen sind konzentrisch zueinander und treffen sich im physiologischen Drehzentrum des Wirbelsegments, welches mit dem Radius 1754 von der jeweiligen Schale entfernt ist.
Fig.26A und 26B zeigen eine Erweiterung des in Fig.25 beschriebenen Implantats 1700, indem ein Strang aus elastischem Material 1710 (z.B. Silikon, PCU) zwischen die Doppelschalen 1741 eingezogen wird. Zum seitlichen Einbringen kann es vorteilhaft sein, den Strang erst nach Implantation des zweiteiligen Implantats 1700 einzuziehen, und damit den Extensionsweg des Wirbelsegments einzuschränken.
Fig. 26C, 26D und 26E zeigen jeweils das Implantat 1700 nach Implantation in verschiedenen Ansichten. Fig. 26C zeigt die Ansicht von dorsal, 26D eine perspektivische Ansicht, und Fig. 26E eine laterale Ansicht mit eingezeichnetem Drehzentrum Dz.