"Möbel und Vorrichtung zum Abbremsen einer Bewegung eines relativ zu einem Korpus bewegbaren Möbelteils durch Dämpfung"
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung nach Anspruch 1 und ein Möbel nach Anspruch 11.
Stand der Technik:
In der Möbelbranche sind zur Bewegungsdämpfung von bewegbar aufgenommenen Möbelteilen unterschiedliche Dämpfer mit einem in einem Dämpfergehäuse untergebrachten Fluid bekannt. Beispielsweise kann mit einem Luftdämpfer gearbeitet werden, in dessen Dämpfergehäuse Volumenbereiche durch einen im Dämpfergehäuse bewegbaren Verschiebeteil getrennt sind. Bei der Dämpfung z.B. unter Einfahren des Verschiebeteils wird in einem sich vergrößernden Volumenbereich der Druck erniedrigt und in einem sich verkleinernden Volumenbereich erhöht. Bei diesem Vorgang wird die Bewegung des bewegbaren Möbelteils auf einer vorbestimmten Strecke gedämpft. Das Verschiebeteil und/oder das Dämpfergehäuse können so ausgestaltet sein, dass ein Überströmen des Gases von einem Volumenbereich in den anderen möglich ist, um eine gewünschte Dämpfung zu ermöglichen. Derartige Dämpfer sind vergleichsweise aufwändig zu fertigen. Außerdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass in regelmäßig auftretenden Betriebszuständen nach dem Dämpfvorgang es aufgrund der Dämpferanordnung zu einem
Rückstoßen des abgedämpften Möbelteils kommt.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung:
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Möbel mit verbesserter Bewegungsdämpfung eines bewegbaren Möbelteils bzw. eine Dämpfvorrichtung, welche einfacher herstellbar ist und zuverlässiger arbeitet, bereitzustellen.
Diese Aufgabe wird durch die Ansprüche 1 und 11 gelöst. In den abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung aufgezeigt.
Die Erfindung geht aus von einer Vorrichtung zum Abbremsen einer Bewegung eines relativ zu einem Korpus bewegbaren Möbelteils durch Dämpfung, umfassend ein Gehäuse, das einen Verschieberaum für darin verschieblich geführte Kolbenmittel umfasst, die mit dem Möbelteil koppelbar sind, wobei durch das Verschieben der Kolbenmittel im Verschieberaum eine Dämpfungswirkung erzielbar ist. Der Kern der Erfindung liegt darin, dass die Vorrichtung derart ausgebildet ist, dass bei bestimmungsgemäßer Regelbenutzung beim Abbremsvorgang eine Umkehr der Bewegungsrichtung des abgebremsten Möbelteils aufgrund eines beim Abbremsvorgang sich ergebenden elastischen Abbremsanteils durch Vermeidung eines rückfedernden Fluidpolsters in einem Überdruckraum nicht auftritt.
Bei bekannten Fluiddämpfern mit einem kompressiblen Dämpffluid, insbesondere einem Gas wie z.B. Luft, erhöht sich während des Dämpfungsvorgangs der Gasdruck in dem sich verkleinernden Volumenbereich im Fluiddämpfer . Denn dabei wird durch die Bewegung der Kolben- bzw. Verschiebemittel aufgrund der Kompressibilität des Gases dieses zusammengedrückt, insbesondere bei einer vergleichsweise
schnellen Verschiebebewegung der Kolbenmittel. Dabei sind die Kolbenmittel direkt oder indirekt mit dem sich bewegenden bzw. zu dämpfenden Möbelteil verbunden bzw. bewegungsgekoppelt .
Unter einer bestimmungsgemäßen Regelbenutzung sind die Benutzungsvorgänge zu verstehen, welche bei einem üblichen Nutzung des Möbels auftreten, insbesondere Bewegungen des bewegbaren Möbelteils bei sachgemäßer Benutzung. Insbesondere kommen solche Anordnungen in Betracht, bei welchen eine Einzugsvorrichtung für das bewegbare Möbelteil vorhanden ist, wobei die Bewegung des bewegbaren Möbelteils durch Dämpfung mit der vorgeschlagenen Abbremsvorrichtung erfolgt. Mit einer Einzugsvorrichtung soll ein kontrolliertes Schließverhalten des bewegbaren Möbelteils ermöglicht werden bzw. das bewegbare Möbelteil in eine komplett geschlossene Position gegenüber dem Korpus gebracht werden. Die Einzugsvorrichtung kann zum Beispiel mit einer Einzugsfeder oder schwerkraftbetätigt funktionieren. Eine theoretisch mögliche Verwendung bisheriger Fluiddämpfer, die jedoch in der Praxis nicht auftritt, bei welcher das bewegbare Möbelteil z.B. nur extrem langsam bewegt wird, sozusagen zeitlupenartig, ist keine bestimmungsgemäße Regelbenutzung im Sinne der Erfindung. Denn bei einem solchen zeitlich sich dann vergleichsweise lang dahinziehenden Dämpfungsvorgang z.B. im Minutenbereich, könnte es möglich sein, dass es zu keinem rückfedernden Fluidpolsters in einem Überdruckraum kommt.
Bei sachgemäßer Nutzung bzw. bestimmungsgemäßer Regelbenutzung kommt es bei entsprechenden bekannten Fluiddämpfern zum Aufbau eines für die Bewegung des Möbelteils maßgeblichen Überdrucks in einem Überdruckbereich des Dämpfers, was zu einem Rückstoß des bewegbaren Möbelteils führt. Denn während des DämpfVorgangs wird eine sich steigernde Druckkraft durch das immer weiter komprimierte Gas auf der volumenmäßig sich verringernden Überdruckseite
erzeugt, wobei die Druckkraft auf die Kolbenmittel wirkt und gegen die Bewegungsrichtung des bewegbaren Möbelteils gerichtet ist. Wenn am Ende der Bewegung der Kolbenmittel zum einen diese Druckkraft am größten wird und zum anderen auch die entgegenwirkende Kraft aufgrund der stark reduzierten kinetischen Energie des bewegbaren Möbelteils abfällt, dann kann es zu einem Rückstoß bzw. einer Bewegungsumkehr der Kolbenmittel bzw. des bewegbaren Möbelteils kommen, was ebenso unerwünscht ist, wie der denkbare Fall, dass das bewegbare Möbelteil ggf. seine vollständig geschlossene Position nicht erreicht und so ein Verletzungspotential darstellt. Außerdem kann bei offenstehendem bewegbaren Möbelteil das Innere des bewegbaren Möbelteils leichter verschmutzen. Bei Anordnungen mit einer Einzugsvorrichtung z.B. mit einer Einzugsautomatik, welche in der Regel vorhanden ist, kann es beim Schließen zunächst zu einem nach vorne Bewegen des bewegbaren Möbelteils kommen und erst danach zum vollständigen Schließen des Möbelteils, was ebenfalls nachteilig ist. Unter bewegbaren Möbelteilen sind insbesondere Ausschübe, Schubladen, Türen, Klappen, Tablare, Drehtüren, Drehkarusselle und dergleichen zu verstehen.
Mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann eine wie oben beschriebene Rückfederung bzw. ein sogenannter "Reboundeffekt" bei der Regelbenutzung nicht auftreten.
Vorteilhafterweise kann aufgrund der Erfindung unter Umständen auf Überströmabschnitte z.B. Längsrillen an einer Außenseite der Kolbenmittel z.B. eines in dem Dämpfergehäuse verschieblichen Kolbens verzichtet werden. Denn durch das Vermeiden des Aufbauens eines Überdrucks auf der vorlaufenden Seite des Kolbens muss auch keine Überströmmöglichkeit von Fluid bzw. Gas an den Kolbenmitteln bzw. ggf. auch an Gegenabschnitten wie z.B. Gehäuseinnenwandungen ausgebildet werden. Insgesamt kann damit der Dämpfer wirtschaftlicher hergestellt werden.
Weiter wird vorgeschlagen, dass die Vorrichtung so ausgestaltet ist, dass die Dämpfwirkung nur durch einen Niederdruck, insbesondere im Wesentlichen gleichbleibenden Niederdruck in einem durch das Verschieben der Kolbenmittel gebildeten ersten sich vergrößernden Volumenbereich des Verschieberaums bestimmt wird. Mit der erfindungsgemäßen Dämpfvorrichtung wird zwar eine bisher vorhandene Überdruckseite vermieden bzw. wird der DämpfVorgang nicht von der Seite im Dämpfergehäuse bestimmt, welche in Bewegungsrichtung der Kolbenmittel beim Dämpfvorgang vor diesen liegt, also bisher die Überdruckseite bildet, es kann aber der DämpfVorgang nun unterdruckseitig gesteuert werden. Eine Unterdruckseite kann insbesondere wie bisher gestaltet sein. Die Unterdruckseite ist insbesondere auf der zur Überdruckseite gegenüberliegenden Seite der Kolbenmittel vorhanden, die in Bewegungsrichtung der Kolbenmittel beim Dämpfvorgang hinter den Kolbenmitteln liegt. Durch Entlangbzw. Wegbewegen der Kolbenmittel von festen Wandungen der Unterdruckseite wird das Volumen der Unterdruckseite vergrößert, wobei die Kolbenmittel ebenfalls Wandungen der Unterdruckseite bilden. Bei nach außen nahezu gasdichter Trennung des Unterdruckbereichs wird mit der Volumenvergrößerung der Unterdruckseite dort der Gasdruck abfallen. Dieser Druckabfall des Gases kann Grundlage der Brems- bzw. Dämpfungssteuerung bilden.
Dabei kann es eingerichtet werden, dass ein gleichbleibender bzw. im Wesentlichen gleichbleibender Niederdruck auf der Unter- bzw. Niederdruckseite der DämpfVorrichtung über die wesentliche Bewegungsstrecke der Kolbenmittel beim DämpfVorgang herrscht. Es können z.B. kleinste Öffnungen vorhanden sein, über welche ein geringer Gasstrom, also Gasmenge pro Zeit, zur Unterdruckseite hin realisierbar ist.
Es ist überdies von Vorteil, dass ein an den Kolbenmitteln
vorhandener Reibabschnitt durch den Niederdruck im ersten Volumenbereich derart versetzbar ist, dass der Reibabschnitt mit einem Wandungsabschnitt des Verschieberaums in Reibkontakt gelangt. Ein rückstellbares Versetzen des Reibabschnitts kann dabei auf unterschiedlichste Weise erfolgen, z.B. durch eine translatorische oder andere Bewegung von den Kolbenmitteln weg und hin zum Wandungsabschnitt des Verschieberaums, z.B. durch ein Ausrücken, Aufklappen oder Aufblähen. Der Reibabschnitt kann insbesondere außen an einem Grundkörper der Kolbenmittel vorgesehen sein, z.B. aus einem gummielastischen Material das sich bei Nieder- oder Unterdruck im ersten Volumenbereich elastisch aufwölbt bzw. vom Grundkörper abhebt und bei Wegfall des Nieder- oder Unterdrucks selbsttätig wieder einrückt bzw. sich zusammenzieht und ggf. sich an den Grundkörper anlegt. Im zusammengezogenen Zustand, zum Beispiel beim Zurückschieben der Kolbenmittel in deren Startposition, wenn kein Niederdruck mehr im ersten Volumenbereich herrscht, kommt der Reibabschnitt nicht oder nicht bremswirkend mit dem Wandungsabschnitt des Verschieberaums z.B. einer Gehäuseinnenwand in Kontakt. Vorteilhafterweise stellt sich bereits gleich zu Beginn der Verschiebung der Kolbenmittel bzw. nach einem geringen Verschiebeweg aus der Startposition, von z.B. ca. 10 Prozent des gesamten Verschiebewegs, ein relativ starker Nieder- bzw. Unterdruck ein. Mit dem Niederdruck wird eine Wirkung auf den Reibabschnitt erzielt, so dass zum Beispiel eine gummielastische Membran sich aufwölbt und stabil gegen den Wandungsabschnitt angedrückt wird und beim Verschieben der Kolbenmittel daran reibt und die Kolbenmittel und damit auch das bewegbare Möbelteil abgebremst wird. In der Regel sind Dichtmittel an den Kolbenmitteln derart vorgesehen, um getrennt zum zweiten Volumenbereich im ersten Volumenbereich den Nieder- bzw. Unterdruck für den DämpfVorgang realisieren zu können.
Vorteilhafterweise ist die Vorrichtung ausgestaltet, dass beim Abbremsvorgang im Wesentlichen keine Druckerhöhung in einem zweiten Volumenbereich stattfindet. Damit wird ein sich auf das bewegbare Möbelteil auswirkender Rückfeder- bzw. Reboundeffekt vermieden. Bei der erfindungsgemäßen Anordnung erfolgt das Abbremsen durch den Reibabschnitt schon von Beginn der Verschiebebewegung der Kolbenmittel an, wobei dann nicht, wie es bei bekannten Dämpfern der Fall ist, auf einer letzten Teilstrecke der Verschiebebewegung der Kolbenmittel der Druckanstieg im zweiten Volumenbereich im Gehäuse zum Tragen kommt und der Druck so stark ansteigt, dass der Reboundeffekt ausgelöst wird. Der dafür ursächliche Druckanstieg im zweiten Volumenbereich wird erfindungsgemäß nicht zugelassen.
Es ist außerdem von Vorteil, dass die Vorrichtung ausgebildet ist, nur eine Druckerhöhung im zweiten Volumenbereich in einem vorgebbaren Wertebereich zuzulassen. Denn auch vergleichsweise geringe Druckerhöhungen im zweiten Volumenbereich, ausgehend von einem Druckniveau vor einem DämpfVorgang, die ggf. kurzzeitig auftreten können, z.B. im Bereich von ca. 0,1 bis 0,3 bar, wirken sich nicht bzw. nicht merklich auf das vorteilhafte Dämpfverhalten des vorgeschlagenen Dämpfers aus. Als geeignete Maßnahmen sind beispielsweise Stellorgane bzw. -ventile und/oder entsprechend ausgestaltete Überströmbereiche bzw. ein Durchlass denkbar, um bei Druckanstieg zumindest einen Gasstrom aus dem zweiten Volumenbereich heraus zu ermöglichen. Auch eine flexibel nachgiebige bzw. bei Druckerhöhung dehnbare und selbsttätig rückstellbare Wandung des zweiten Volumenbereichs ist eine mögliche Variante, z.B. in Form einer Gummihaut.
Der zweite Volumenbereich ist in der Dämpfvorrichtung insbesondere dort ausgebildet, wo bei gattungsgemäßen Vorrichtungen der Überdruckbereich sich befindet, aber mit
dem wesentlichen Unterschied der erfindungsgemäßen Ausbildung. Demgegenüber kann der erste Volumenbereich analog zum Unterdruckbereich von gattungsgemäßen Dämpfvorrichtungen gesehen werden.
Außerdem ist die Vorrichtung vorteilhafterweise derart ausgestaltet, dass beim Abbremsvorgang der zweite Volumenbereich zumindest annähernd unter Umgebungsdruck steht, insbesondere unter Atmosphärendruck. Damit kann über der Dämpfer vergleichsweise einfach und unkompliziert aufgebaut werden. Es muss lediglich sichergestellt werden, dass im zweiten Volumenbereich immer der Umgebungsdruck herrschen kann bzw. Atmosphärendruck herrscht. Insbesondere kann damit auf entsprechende Anordnungen zur dichten Umschließung des zweiten Volumenbereichs verzichtet werden.
Weiter wird vorgeschlagen, dass das Gehäuse ausgebildet ist, den ersten Volumenbereich nach Außen im Wesentlichen dicht abzugrenzen. Damit kann sicher gestellt werden, dass der erste Volumenbereich durch die Bewegung der Kolbenmittel beim Dämpfvorgang einen vergleichsweise niedrigen Druck zu anderen Bereichen, insbesondere dem zweiten Volumenbereich des Dämpfers, ausbilden kann. Durch die hohe Dichtigkeit des ersten Volumenbereichs in allen Bewegungsphasen der Kolbenmittel kann dieser sicher in einem Niederdruckbereich bei der Bewegung der Kolbenmittel gehalten werden. Zum Beispiel kann im ersten Volumenbereich ein Druck von ca. 0,1 bar herrschen, im zweiten Volumenbereich insbesondere ca. 1 bar bzw. Atmosphärendruck. Die Druckdifferenz beträgt in diesem Fall daher immer etwa 0,9 bar.
Weiter ist es vorteilhaft, dass ein Durchlass vorhanden ist, mittels dem beim Abbremsvorgang zwischen dem Verschieberaum und einem Außenbereich eine Überströmung von Fluid erfolgen kann. Damit lassen sich unerwünschte Druckbereiche vermeiden bzw. gewünschte Druckbereiche schneller und dauerhaft
erreichen .
Insbesondere können z.B. gegen Ende des DämpfVorgangs hohe Drücke im zweiten Volumenbereich verhindert werden. Der Durchlass ist dann insbesondere für den Nichtdruckanstieg im zweiten Volumenbereich verantwortlich. Grundsätzlich kann auch der erste Volumenbereich einen Durchlass nach außen aufweisen bzw. ist dieser nie absolut dicht. Dabei wird nur ein sehr geringer Gasaustausch ermöglicht, so dass im ersten Volumenbereich ein nahezu gleicher Niederdruck erhalten bleibt, insbesondere bei etwa 0,1 bar liegt und während des DämpfVorgangs etwa auf diesem Level verbleibt. Die Öffnung darf aber nicht einem anfängliche Druckabfall auf ca. 0,1 bar merklich entgegenwirken.
Es ist außerdem bevorzugt, dass der Durchlass ausgestaltet ist, ein Überströmen von Fluid vom zweiten Volumenbereich nach außen zu ermöglichen. Damit kann im zweiten Volumenbereich auch bei einer schnellen bzw. schlagartigen Kolbenmittel- bzw. Kolbenbewegung ein schneller Anstieg auf ein relativ hohes Druckniveau im zweiten Volumenbereich und ein damit verbundener Rückfeder- bzw. Reboundeffekt bei der Bewegungsdämpfung des Möbelteils vermieden werden. Eine schnelle bzw. schlagartige Kolbenmittel- bzw. Kolbenbewegung tritt insbesondere dann auf, wenn das bewegbare Möbelteil kräftig bzw. mit einem hohen Impuls aus einer Offenstellung in Schließrichtung beschleunigt wird. Der Durchlass muss so gestaltet sein, dass auch dann eine nachteilige Druckerhöhung im zweiten Volumenbereich ausgeschlossen werden kann.
Außerdem wird vorgeschlagen, dass die Vorrichtung derart ausgestaltet ist, dass der erste und der zweite Volumenbereich durch die Kolbenmittel voneinander zumindest nahezu gasdicht getrennt sind. Damit kann im zweiten Volumenbereich ein nahezu gleichbleibendes Druckniveau erreicht werden, wohingegen im ersten Volumenbereich ein nach
außen dichtes Abschließen, also auch gegenüber dem zweiten Volumenbereich, möglich ist. Damit können in dem ersten und dem zweiten Volumenbereich unterschiedliche Druckbereiche sicher erreicht und diese Druckdifferenz gehalten werden.
Die Erfindung betrifft außerdem ein Möbel mit einem relativ zu einem feststehenden Korpus bewegbaren Möbelteil, wobei das Möbel eine der oben genannten Vorrichtungen aufweist. Damit lässt sich das Möbel mit einem Möbelkorpus und z.B. einer bewegbaren Türe bzw. Drehtüre, Klappe, Schublade, einem Ausschub, Tablar oder Drehkarussell vorteilhaft ausgestalten.
Figurenbeschreibung :
In den stark schematisiert dargestellten Figuren werden Fluiddämpfer nach dem Stand der Technik und erfindungsgemäße Fluiddämpfer erläutert.
Im Einzelnen zeigt:
Figur 1 und Figur 2 ein bekannter stark vereinfacht gezeigter Dämpfer mit Gehäuse und einem darin verschiebbaren Kolben mit Kolbenstange geschnitten in zwei unterschiedlichen Zuständen,
Figur 3 und Figur 4 eine ebenfalls stark vereinfachte erfindungsgemäße DämpfVorrichtung geschnitten in zwei unterschiedlichen Zuständen,
Figur 5 bis Figur 8 ein weiterer bekannter stark vereinfacht gezeigter Dämpfer mit Gehäuse und einem darin verschiebbaren Kolben mit
Kolbenstange geschnitten in unterschiedlichen Zuständen und
Figur 9 eine weitere erfindungsgemäße
Dämpfvorrichtung geschnitten dargestellt.
In Figur 1 und Figur 2 ist ein stark schematisiert dargestellter bekannter Luft- bzw. Fluiddämpfer 1 im Schnitt gezeigt, der als Kolben-Zylindereinheit ausgebildet ist und der ein zylindrisches Dämpfergehäuse 2 umfasst, in welchem verschieblich geführt ein Kolben 3 hin- und herbewegbar ist. Der insbesondere walzenförmige Kolben 3 gleitet bei der Bewegung im Dämpfergehäuse 2 mit seiner umfänglichen Außenseite 6 bzw. Abschnitten davon an einer Innenwandung des Dämpfergehäuses 2. Am Kolben 3 ist zentrisch zur Walzenlängsachse eine Kolbenstange 4 fest angeordnet, welche durch eine Öffnung 5 in einem stirnseitigen Teil des Dämpfergehäuses 2 nach außen geführt ist. Die Öffnung 5 ist auf die Außenseite der Kolbenstange 4 abgestimmt ausgestaltet. Mit der Bewegung der Kolbenstange 4 gekoppelt ist die Bewegung des bewegbaren Möbelteils (nicht dargestellt) .
Ein Dämpferfluid ist in einem Gehäuseinneren 8 untergebracht und kann beispielsweise Luft- bzw. ein anderes Gasgemisch oder ein Reingas sein.
Die Außenseite 6 des Kolbens 3 weist hier Längsrillen 7 (in der Schnittebene liegend) mit einer vergleichsweise geringen Rillentiefe auf. Der Kolben 3 trennt einen ersten Volumenbereich 8a bzw. Unterdruckbereich von einem zweiten Volumenbereich 8b bzw. Überdruckbereich des Gehäuseinneren 8. Bei der Hinbewegung des Kolbens 3 im Dämpfergehäuse 2 von der in Figur 1 gezeigten nahezu vollständig zurückgezogenen Stellung zu der in Figur 2 gezeigten weit eingefahrenen
Stellung im Dämpfergehäuse 2, also beim DämpfVorgang, wird damit zwar ein im Volumenbereich 8b vorhandenes Gas komprimiert, es kann aber ein gewisses geringfügiges Überströmen des Gases von der Überdruckseite 8b zur Unterdruckseite 8a erfolgen.
Figur 3 und Figur 4 zeigen einen erfindungsgemäßen Luftdämpfer 9 in den zu den Figuren 1 und 2 entsprechenden Stellungen. Der Luftdämpfer 9 umfasst einen Kolben 10 mit Kolbenstange 11, wobei der Kolben 10 hin- bzw. herschiebbar ist in einem Gehäuse 12. Als wesentlicher Unterschied zum Fluiddämpfer gemäß Figur 1 und 2 weist das Gehäuse 12 eine stirnseitige Öffnung 14 auf, welche einen zweiten Volumenbereich 13b eines Gehäuseinneren 13 nach außen öffnet. Ein erster Volumenbereich 13b des Gehäuseinneren 13 ist entsprechend der in den Figuren 1 und 2 gezeigten Anordnung ausgebildet .
Bei dem Dämpfungsvorgang mit dem Verschieben des Kolbens 10 von der Stellung gemäß Figur 3 zur Stellung gemäß Figur 4 kann durch die Öffnung 14 auch bei einem ggf. sehr schnellen Verschieben des Kolbens 10 im Gehäuse 12 in Richtung zur Öffnung 14 kein erhöhter Druck sich im zweiten Volumenbereich 13b aufbauen, wodurch ein Rückstoßeffekt auf den Kolben 10 und damit auf das betreffende damit gekoppelte Möbelteil vermieden wird. Denn es kann eine genügend große Menge bzw. ausreichend schnell Luft vom zweiten Volumenbereich 13b nach außen treten. Gleichzeitig wird im ersten Volumenbereich 13a ein nahezu gleichbleibender Unterdruck von z.B. ca. 0,1 bar erhalten. Im zweiten Volumenbereich 13b herrscht der gleiche Druck wie außerhalb des Gehäuses 12 also in der Regel Umgebungs- bzw. Atmosphärendruck.
In den Figuren 5 bis 8 ist ein bekannter Fluiddämpfer 15 dargestellt, wobei Figur 5 eine Ausgangssituation vor einem DämpfVorgang mit dem Fluiddämpfer 15 zeigt. In einem zum
Beispiel hohlzylindrischen Gehäuse 16 des Fluiddämpfers 15 ist ein Kolben 17 mit daran angebrachter Kolbenstange 18 verschiebbar. Am Kolben 17 ist außen z.B. umfänglich umlaufend ausgebildet eine Kolbenmanschette 19 vorhanden, die insbesondere aus einem elastischen, beispielsweise gummielastischem Material besteht. Die Kolbenmanschette 19 ist so an dem Kolben fixiert, dass abhängig vom außenseitig bzw. innenseitig an der Kolbenmanschette 19 anliegendem Druck, die Kolbenmanschette 19 eine entsprechende Form annimmt, z.B. sich nach außen aufbläht bzw. aufwölbt oder in Richtung des Kolbens 17 gedrückt wird.
Das Gehäuse 16 ist zumindest im Wesentlichen fluiddicht nach außen dicht geschlossen ausgebildet, wobei über eine Öffnung 31 die Kolbenstange 18 gelagert und aus dem Inneren des Gehäuses 16 nach außen durchgreift. Mit der Kolbenstange 18 gekoppelt bzw. verbunden ist ein bewegbares über eine Einziehautomatik in eine geschlossene Position bringbares Möbelteil (nicht gezeigt) .
Vor der Kolbenbewegung zum Dämpfen des letzten Teilwegs der Möbelteileinschiebung (Figur 5) herrscht insbesondere ein ausgeglichenes Druckverhältnis im Inneren des Gehäuses 16, wobei die Kolbenmanschette 19 am Kolben 17 anliegt und insbesondere nicht in einem Reibkontakt mit einer Innenwandung 16a des Gehäuses 16 ist. Im Inneren des Gehäuses 16 bzw. beidseitig des Kolbens 17 herrscht beispielsweise ein Druck von einem Bar bzw. Atmosphärendruck.
Figur 6 bis Figur 8 zeigt jeweils den Fluiddämpfer 15 mit im Gehäuse 16 unterschiedlich weit beim Abbremsvorgang des bewegbaren Möbelteils eingeschobenem Kolben 17, wobei Figur 6 den Zustand kurz nach Beginn der Verschiebebewegung andeutet, was der letzten Teilstrecke der Einschiebbewegung des bewegbaren Möbelteils entspricht.
In Figur 6 ist der Kolben 17 in Bezug zur Position gemäß Figur 5 nur geringfügig in das Gehäuse 16 eingeschoben zum Beispiel um wenige Millimeter. Hierdurch ergibt sich in einem in Bewegungsrichtung des Kolbens 17 rückwärtigen Volumenbereich 20 im Gehäuse 16 bereits ein Nieder- bzw. Unterdruck pl von beispielsweise 0,9 bar. Dies wird erreicht, indem durch stark schematisiert dargestellte Dichtmittel 22 am Kolben 17 der Volumenbereich 20 von einem in Bewegungsrichtung des Kolbens 17 vor dem Kolben 17 liegenden Volumenbereich 21 dicht getrennt wird. Im Volumenbereich 20 fällt durch weiteres Verschieben des Kolbens 17 in Bewegungsrichtung wie in Figur 7 und 8 gezeigt, der Druck von 0,9 bar nur noch auf einen Druck p2 von z.B. ca. 0,85 bar gemäß Figur 7 und Figur 8.
Im gleichzeitig kleiner werdenden Volumenbereich 21 vor dem Kolben 17 wird im Zustand gemäß Figur 6 und Figur 7 der Druck nahezu gleich bleiben bzw. nur minimal über ca. 1 bar ansteigen. Erst auf der letzten Teilstrecke des Einschiebewegs gemäß Figur 8 wird im Volumenbereich 21 ein starker Druckanstieg auf beispielsweise bis über 4 bar erfolgen. Hierdurch wird bei dem bekannten Fluiddämpfer gemäß der Figuren 6 bis 8 in der Einschubposition gemäß Figur 8 kurz vor Erreichen einer vollständig geschlossenen Position des bewegbaren Möbelteils ein Rebound-Effekt ausgelöst. Dadurch wird das bewegbare Möbelteil kurzzeitig entgegen der Einschubbewegungsrichtung nach vorne bewegt und erst anschließend wieder entgegengesetzt durch beispielsweise eine Einziehautomatik in die vollständig geschlossene Position gezogen. Dieser Teilvorgang mit Bewegungsumkehr ist unerwünscht .
Die Abbremswirkung des bewegbaren Möbelteils bei der Bewegung des Kolbens 17 im Gehäuse 16 erfolgt gemäß Figur 6 bis Figur 8 durch Reibung zwischen der nach außen gewölbten Kolbenmanschette 19 an der Innenwandung 16a des Gehäuses 16.
Durch den Niederdruck pl von ca. 0,9 bar im Volumenbereich 20 wird die Kolbenmanschette 19 nach außen aufgewölbt und gegen die Innenwandung 16a gedrückt, so dass der Abbremsvorgang unmittelbar nach dem Beginn der Einschiebbewegung des Kolbens 17 ins Gehäuse 16 beginnt.
Figur 9 zeigt einen erfindungsgemäßen stark schematisiert dargestellten Fluiddämpfer 23 mit einem stirnseitig offenen Gehäuse 24, einem darin verschieblichen Kolben 25 mit Kolbenstange und Kolbenmanschette 26 und Dichtmittel 27. Durch die Öffnung 28, welche ausreichend groß dimensioniert sein muss, kann sich auf dem letzten Streckenabschnitt der Einschiebbewegung des Kolbens 25 in einem vorlaufenden Volumenbereich 29 kein bzw. kein auswirkender Überdruck ausbilden, wodurch ein Rebound-Effekt vermieden wird. Im rückwärtigen Volumenbereich 30 im Gehäuse 24 wird jedoch wie beim Fluiddämpfer 15 gemäß der Figuren 5 bis 8 ein Unterdruck unmittelbar nach Beginn einer Einschubbewegung des Kolbens 25 im Gehäuse 24 realisiert und damit das Aufwölben der Kolbenmanschette 26 erreicht, wodurch die abbremsende bzw. dämpfende Wirkung des Fluiddämpfers 23 unverändert effektiv wirkt .
Bezugszeichenliste
1 Fluiddämpfer
2 Dämpfergehäuse
3 Kolben
4 Kolbenstange
5 Öffnung
6 Außenseite
7 Längsrillen
8 Gehäuseinneres
8a Volumenbereich
8b Volumenbereich
9 Luftdämpfer
10 Kolben
11 Kolbenstange
12 Gehäuse
13 Gehäuseinneres
13a Volumenbereich
13b Volumenbereich
14 Öffnung
15 Fluiddämpfer
16 Gehäuse
16a Innenwandung
17 Kolben
18 Kolbenstange
19 Kolbenmanschette
20 Volumenbereich
21 Volumenbereich
22 Dichtmittel
23 Fluiddämpfer
24 Gehäuse
25 Kolben
26 Kolbenmanschette
27 Dichtmittel
28 Öffnung
Volumenbereich Volumenbereich Öffnung