Cvclohexandimethanol-basiertc hydrophile Polyurethanharnstoffe
Die vorliegende Erfindung betrifft neuartige Polyurethanharnstoffe, welche zur Herstellung von hydrophilen Beschichtungen auf verschiedensten Substraten verwendet werden können.
Insbesondere im medizinischen Bereich sind hydrophile Beschichtungen von Oberflächen medi- zintechnischer Geräte von Bedeutung, da ihre Benutzung dadurch stark verbessert werden kann. Das Einsetzen und Verschieben von Urin- oder Blutgefäßkathetern wird dadurch einfacher, dass hydrophile Oberflächen im Kontakt mit Blut oder Urin einen Wasserfilm adsorbieren. Hierdurch wird die Reibung der Katheteroberfläche gegenüber den Gefaßwänden verringert, so dass sich der Katheter leichter einsetzen und bewegen lässt. Auch eine direkte Wässerung der Geräte vor dem Eingriff kann vorgenommen werden, um durch die Bildung eines homogenen Wasserfilms die Reibung zu vermindern. Die betroffenen Patienten haben weniger Schmerzen, und das Risiko von Verletzungen der Gefäßwände wird dadurch reduziert. Darüber hinaus besteht bei der Anwendung von Kathetern immer die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden. In diesem Kontext werden im Allgemeinen hydrophile Beschichtungen als hilfreich für antithrombogene Beschichtungen ange- sehen.
Hydrophile Beschichtungen für medizinische Geräten müssen eine hohe mechanische Belastbarkeit aufweisen. Dies ist insbesondere notwendig, da bei deren Verwendung teils erhebliche mechanische Kräfte einwirken. Dies gilt beispielsweise für Katheter und Stents, wenn sie in Gefäße eingebracht werden. Ein Abplatzen der Beschichtung ist dabei schon unter physiologischen Ge- sichtspunkten unbedingt zu vermeiden. Zusätzlich muss die Beschichtung aber auch flexibel genug sein, um etwa die Komprimierung eines Stents oder Katheters zu ermöglichen.
Die US 5,589,563 offenbart Beschichtungen mit oberflächenmodifizierten Endgruppen, die auch zur Beschichtung von medizinischen Geräten verwendet werden können. Allerdings weisen diese Beschichtungen noch keine zufriedenstellenden physikalischen Eigenschaften. So ist einerseits deren Hydrophilie nicht ausreichend hoch. Zuletzt sind die Beschichtungen im Allgemeinen nicht ausreichend stabil ausgebildet, d.h. ihre mechanische Belastbarkeit ist zu gering.
Aus der nicht vorveröffentlichten Europäischen Anmeldung Nr. 08153055.2 sind hydrophile Beschichtungen aus Polyurethanharnstoffen bekannt, die auf eine speziellen Kombination von Poly- carbonatpolyolen als Aufbaukomponenten und Copolymeren aus Ethylen- und Propylenoxid als Endgruppen basieren. Auch diese Beschichtungen genügen in ihren mechanischen Eigenschaften noch nicht allen Anforderungen.
Es war daher Aufgabe der Erfindung, einen Beschichtungsgrundstoff bereit zu stellen, der zur Herstellung von hydrophilen, mechanisch hoch belastbaren Beschichtungen insbesondere auf medizinischen Geräten wie Stents oder Kathetern verwendet werden kann.
Diese Aufgabe ist durch einen Polyurethanharnstoff gelöst, der mit wenigstens einer Copolyme- reinheit aus Polyethylenoxid und Polypropylenoxid terminiert ist und der wenigstens eine Struktureinheit der Formel (1)
Formel (I) aufweist, die über wenigstens eine Bindung R mit der Polymerkette verknüpft ist.
Die mit Hilfe des erfindungsgemäßen Polyurethanharnstoffs erhältlichen Beschichtungen zeichnen sich durch eine hohe Hydrophilie und eine hohe mechanische Belastbarkeit aus.
Polyurethanharnstoffe im Sinne der vorliegenden Erfindung sind polymere Verbindungen, die
(a) mindestens zwei Urethangruppen enthaltende Wiederholungseinheiten der folgenden allgemeinen Struktur
O
N— O- H und
(b) mindestens eine Harnstoffgruppen enthaltende Wiederholungseinheit
O
— N— ^— N—
H H aufweisen.
Die erfindungsgemäßen Polyurethanharnstoffe weisen bevorzugt keine ionische oder ionogene Modifizierung auf. Hierunter wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung verstanden, dass sie im Wesentlichen keine ionischen Gruppen, wie insbesondere Sulfonat-, Carboxylat-, Phosphat- und Phosphonatgruppen aufweisen.
Unter dem Begriff„im Wesentlichen keine ionische Gruppen" wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung verstanden, dass die resultierenden Beschichtung des Polyurethanharnstoffs ionische Gruppen mit einem Anteil von im Allgemeinen höchstens 2,50 Gew.-%, insbesondere höchstens 2,00 Gew.-%, vorzugsweise höchstens 1 ,50 Gew.-%, besonders bevorzugt höchstens 1 ,00 Gew.-%, speziell höchstens 0,50 Gew.-%, noch spezieller keine ionische Gruppen aufweist. Damit ist insbesondere bevorzugt, dass der Polyurethanharnstoff keine ionischen Gruppen aufweist, da hohe Konzentration an Ionen in organischer Lösung dazu führen, dass das Polymer nicht mehr ausreichend löslich ist und somit keine stabilen Lösungen erhalten werden können. Falls der Polyurethanharnstoff ionische Gruppen aufweist, handelt es sich bevorzugt um Carboxylate und Sulfonate. Die Polyurethanharnstoffe sind bevorzugt im Wesentlichen lineare Moleküle, können jedoch auch verzweigt sein, was jedoch weniger bevorzugt ist. Unter im Wesentlichen linearen Molekülen versteht man im Rahmen der vorliegenden Erfindung leicht anvernetzte Systeme, wobei die zugrundeliegende Polycarbonatpolyolkomponente bevorzugt eine mittlere Hydroxylfunktionalität von bevorzugt 1 ,7 bis 2,3, besonders bevorzugt 1 ,8 bis 2,2, ganz besonders bevorzugt 1 ,9 bis 2, 1 , auf- weist.
Das zahlenmittlere Molekulargewicht der Polyurethanharnstoffe beträgt vorzugsweise 1000 bis 200000 g/mol, besonders bevorzugt von 3000 bis 100000 g/mol. Dabei wird das zahlenmittlere Molekulargewicht gegen Polystyrol als Standard in Dimethylacetamid bei 30 °C gemessen.
Die Polyurethanharnstoffe können durch Umsetzung von Aufbaukomponenten hergestellt werden, die mindestens eine Polycarbonatpolyolkomponente a), mindestens eine Polyisocyanatkomponente b), mindestens eine Polyoxyalkylenetherkomponente c), mindestens eine Diamin- und/oder Ami- noalkoholkomponente d) und gegebenenfalls eine weitere Polyolkomponente e) umfassen.
Daher ist ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Polyurethanharnstoffe ebenfalls ein Gegenstand der Erfindung, bei dem eine Polycarbonatpolyolkomponente a), mindestens eine Polyisocyanatkomponente b), mindestens eine Polyoxyalkylenetherkomponente c), mindestens eine Diamin- und/oder Aminoalkoholkomponente d) und gegebenenfalls eine weitere Polyolkomponente miteinander umgesetzt werden.
Komponente a) umfasst wenigstens ein Polycarbonatpolyol al ), welches durch Umsetzung von
Kohlensäurederivaten, wie Diphenylcarbonat, Dimethylcarbonat oder Phosgen mit difunktionellen Alkoholen der Formel (II)
Formel (II)
erhalten wird.
Zur Herstellung werden in einem Druckreaktor bei erhöhter Temperatur 1 ,4- Cyclohexandimethanol mit Diphenylcarbonat, Dimethylcarbonat oder Phosgen umgesetzt. Bevorzugt ist die Umsetzung mit Dimethylcarbonat. Im Falle der Verwendung von Dimethylcarbonat wird das Spaltprodukt Methanol im Gemisch mit überzähligem Dimethylcarbonat per Destillation entfernt.
Die Herstellung der Polycarbonatpolyole mittels Dimethylcarbonat erfolgt bei Temperaturen von bis zu 240 °C, vorzugsweise bis zu 220 °C und besonders bevorzugt bis zu 200 °C. Es kann sowohl drucklos, als auch unter einem Druck von bis zu 15 bar, vorzugsweise bis zu 10 bar und besonders bevorzugt bis zu 5 bar gearbeitet werden. Weiterhin findet die Herstellung der Polycarbonate in manchen Teilschritten (Entwässerung, Destillation) auch bei einem Vakuum von < 500 mbar, vorzugsweise < 100 mbar und besonders bevorzugt < 20 mbar statt.
Die Polycarbonatpolyole al ) auf Basis von Diolen der Formel (II) haben durch die OH-Zahl bestimmte Molekulargewicht von vorzugsweise 200 bis 10000 g/mol, besonders bevorzugt 300 und 8000 g/mol und ganz besonders bevorzugt 400 bis 6000 g/mol.
Bevorzugt ist Komponente a) eine Mischung aus vorgenannten Polycarbonatpolyolen al ) auf Basis von Diolen der Formel (II) und weiteren Polycarbonatpolyolen a2).
Solche weiteren Polycarbonatpolyole a2) haben bevorzugt mittlere Hydroxylfunktionalitäten von 1 ,7 bis 2,3, besonders bevorzugt von 1 ,8 bis 2,2, ganz besonders bevorzugt von 1 ,9 bis 2, 1. Ferner weisen die Polycarbonatpolyole a2) durch die OH-Zahl bestimmte Molekulargewichte von vorzugsweise 400 bis 6000 g mol, besonders bevorzugt von 500 bis 5000 g/mol, insbesondere von 600 bis 3000 g/mol auf, die beispielsweise durch Reaktion von Kohlensäurederivaten, wie Diphenylcarbonat, Dimethylcarbonat oder Phosgen, mit Polyolen, vorzugsweise Diolen, erhältlich sind. Als derartige Diole kommen beispielsweise Ethylenglykol, 1 ,2- und 1 ,3-Propandiol, 1 ,3- und 1 ,4- Butandiol, 1 ,6-Hexandiol, 1 ,8-Octandiol, Neopentylglykol, 1 ,4-Bishydroxymethylcyclohexan, 2- Methyl-l ,3-propandiol, 2,2,4-Trimethylpentan-l ,3-diol, Di-, Tri- oder Tetraethylenglykol, Dipro- pylenglykol, Polypropylenglykole, Dibutylenglykol, Polybutylenglykole, Bisphenol A, Tetrabrom- bisphenol A aber auch Lacton-modifizierte Diole in Frage.
Die Polycarbonatpolyole a2) enthalten bevorzugt 40 bis 100 Gew.-% Hexandiol, bevorzugt 1 ,6- Hexandiol und/oder Hexandiol-Derivate, vorzugsweise solche, die neben endständigen OH- Gruppen Ether- oder Estergruppen aufweisen, z.B. Produkte, die durch Umsetzung von 1 Mol Hexandiol mit mindestens 1 Mol, bevorzugt 1 bis 2 Mol Caproiacton oder durch Veretherung von
Hexandiol mit sich selbst zum Di- oder Trihexylenglykol erhalten wurden, als Aufbaukomponenten. Auch Polyether-Polycarbonatdiole können eingesetzt werden. Die Hydroxylpolycarbonate sollten im wesentlichen linear sein. Sie können jedoch gegebenenfalls durch den Einbau polyfunktioneller Komponenten, insbesondere niedermolekularer Polyole, leicht verzweigt werden. Hierzu eignen sich beispielsweise Glycerin, Trimethylolpropan, Hexantriol- 1 ,2,6, Butantriol- 1 ,2,4, Tri- methylolpropan, Pentaerythrit, Chinit, Mannit, Sorbit, Methylglykosid oder 1 ,3,4,6- Dianhydrohexite. Bevorzugt sind solche Polycarbonate a2) auf Basis von Hexandiol- 1 ,6, sowie modifizierend wirkenden Co-Diolen wie z. B. Butandiol- 1 ,4 oder auch von ε-Caprolacton. Weitere bevorzugte Polycarbonatdiole a2) sind solche auf Basis von Mischungen aus Hexandiol-1 ,6 und Butandiol- 1 ,4.
In einer bevorzugten Ausfuhrungsform wird in a) eine Mischung aus den Polycarbonatpolyolen al ) und solchen Polycarbonatpolyolen a2) auf Basis von Hexandiol- 1 ,6, Butandiol-1 ,4 oder deren Mischungen eingesetzt.
Im Fall von Mischungen der Bestandteile al ) und a2) beträgt der Anteil von al ) an der Mischung bevorzugt mindestens 5 mol%, besonders bevorzugt mindestens 10 mol%, bezogen auf die gesamte Molmenge an Polycarbonat.
Die Polyurethanharnstoffe weisen ferner Einheiten auf, welche auf mindestens ein Polyisocyanat als Aufbaukomponente b) zurückgehen.
Als Polyisocyanate b) können alle dem Fachmann bekannten aromatischen, araliphatischen, aliphatischen und cycloaliphatischen Isocyanate einer mittleren NCO-Funktionalität > 1 , bevorzugt > 2 einzeln oder in beliebigen Mischungen untereinander eingesetzt werden, wobei es unerheblich ist, ob diese nach Phosgen- oder phosgen-freien Verfahren hergestellt wurden. Sie können auch Iminooxadiazindion-, Isocyanurat-, Uretdion-, Urethan-, Allophanat-, Biuret-, Harnstoff-, Oxadia- zintrion, Oxazolidinon-, Acylharnstoff- und/oder Carbodiimid-Strukturen aufweisen. Die Polyiso- cyanate können einzeln oder in beliebigen Mischungen untereinander eingesetzt werden.
Bevorzugt werden Isocyanate aus der Reihe der aliphatischen oder cycloaliphatischen Vertreter eingesetzt, wobei diese ein Kohlenstoffgrundgerüst (ohne die enthaltenen NCO-Gruppen) von 3 bis 30, bevorzugt 4 bis 20 Kohlenstoffatomen aufweisen.
Besonders bevorzugte Verbindungen der Komponente b) entsprechen der vorstehend genannten Art mit aliphatisch und/oder cycloaliphatisch gebundene NCO-Gruppen wie beispielsweise Bis- (isocyanatoalkyl)ether, Bis- und Tris-(isocyanatoalkyl)benzole, -toluole, sowie -xylole, Propandii- socyanate, Butandiisocyanate, Pentandiisocyanate, Hexandiisocyanate (z.B. Hexamethylendiisocy-
anat, HDI), Heptandiisocyanate, Octandiisocyanate, Nonandiisocyanate (z.B. Trimethyl-HDI (TMDI) in der Regel als Gemisch der 2,4,4- und 2,2,4-Isomeren), Nonantriisocyanate (z.B. 4- Isocyanatomethyl- l ,8-octandiisocyanat), Dekandiisocyanate, Dekantriisocyanate, Undekandiisocy- anate, Undekantriisocyanate, Dodecandiisocyanate, Dodecantriisocyanate, 1 ,3- sowie 1 ,4-Bis- (isocyanatomethyl)cyclohexane (H6XDI), 3-Isocyanatomethyl-3,5,5-trimethylcyclohexylisocyanat (Isophorondiisocyanat, IPD1), Bis-(4-isocyanatocyclohexyl)methan (H]2MDI) oder Bis- (isocyanatomethyl)norbornan (NBDI).
Ganz besonders bevorzugte Verbindungen der Komponente b) sind Hexamethylendiisocyanat (HDI), Trimethyl-HDI (TMDI), 2-Methylpentan-l ,5-diisocyanat (MPDI), Isophorondiisocyanat (IPDI), 1 ,3- sowie l ,4-Bis(isocyanatomethyl)cyclohexan (H6XDI), Bis(isocyanatomethyl)nor- bornan (NBDI), 3(4)-Isocyanatomethyl-l -methyl-cyclohexylisocyanat (IMCI) und/oder 4,4'-Bis- (isocyanatocyclohexyl)methan (H^MDI) oder Gemische dieser Isocyanate. Weitere Beispiele sind Derivate aus den vorstehenden Diisocyanaten mit Uretdion-, Isocyanurat-, Urethan-, Allophanat-, Biuret-, Iminooxadiazindion- und/oder Oxadiazintrionstruktur mit mehr als zwei NCO-Gruppen. Die Menge an Bestandteil b) bei der Herstellung der Polyurethanharnstoffe beträgt vorzugsweise 1 ,0 bis 3,5 mol, besonders bevorzugt 1 ,0 bis 3,3 mol, insbesondere 1 ,0 bis 3,0 mol, jeweils bezogen auf die Menge der Verbindungen der Komponente a).
Die Polyurethanharnstoffe weisen Einheiten auf, welche auf ein Copolymer aus Polyethylenoxid und Polypropylenoxid als Aufbaukomponente c) zurückgehen. Diese Copolymereinheiten liegen als Endgruppen in dem Polyurethanharnstoff vor und bewirken eine besonders vorteilhafte Hydrophilierung.
Solche nichtionisch hydroph liierenden Verbindungen c) sind beispielsweise einwertige, im statistischen Mittel 5 bis 70, bevorzugt 7 bis 55 Ethylenoxideinheiten pro Molekül aufweisende Polyalky- lenoxidpolyetheralkohole, wie sie in an sich bekannter Weise durch Alkoxylierung geeigneter Star- termoleküle zugänglich sind (z.B. in Ullmanns Enzyklopädie der technischen Chemie, 4. Auflage, Band 19, Verlag Chemie, Weinheim S. 31-38).
Geeignete Startermoleküle sind beispielsweise gesättigte Monoalkohole wie Methanol, Ethanol, n- Propanol, Isopropanol, n-Butanol, Isobutanol, sec-Butanol, die Isomeren Pentanole, Hexanole, Octanole und Nonanole, n-Decanol, n-Dodecanol, n-Tetradecanol, n-Hexadecanol, n-Octadecanol, Cyclohexanol, die isomeren Methylcyclohexanole oder Hydroxymethylcyclohexan, 3-Ethyl-3- hydroxymethyloxetan oder Tetrahydrofurfurylalkohol, Diethylenglykol-monoalkylether, wie beispielsweise Diethylenglykolmonobutylether, ungesättigte Alkohole wie Allylalkohol, 1 , 1 - Dimethylallylalkohol oder Oleinalkohol, aromatische Alkohole wie Phenol, die isomeren Kresoie
oder Methoxyphenole, araliphatische Alkohole wie Benzylalkohol, Anisalkohol oder Zimtalkohol, sekundäre Monoamine wie Dimethylamin, Diethylamin, Dipropylamin, Diisopropylamin, Dibuty- lamin, Bis-(2-ethylhexyl)-amin, N-Methyl- und N-Ethylcyclohexylamin oder Dicyclohexylamin sowie heterocyclische sekundäre Amine wie Morpholin, Pyrrolidin, Piperidin oder l H-Pyrazol. Bevorzugte Startermoleküle sind gesättigte Monoalkohole. Besonders bevorzugt wird Diethy- lenglykolmonobutylether als Startermolekül verwendet.
Die Alkylenoxide Ethylenoxid und Propylenoxid können in beliebiger Reihenfolge oder auch im Gemisch bei der Alkoxylierungsreaktion eingesetzt werden können.
Bei den Polyalkylenoxidpolyetheralkoholen handelt es sich um gemischte Polyalkylenoxidpolye- ther aus Ethylenoxid und Propylenoxid, deren Alkylenoxideinheiten vorzugsweise zu mindestens 30 mol-%, besonders bevorzugt zu mindestens 40 mol-% aus Ethylenoxideinheiten bestehen. Bevorzugte nichtionische Verbindungen sind monofunktionelle gemischte Polyalkylenoxidpolyether, die mindestens 40 mol-% Ethylenoxid- und maximal 60 mol-% Propylenoxideinheiten bezogen auf den Gesamtanteil an Alkylenoxideinheiten aufweisen. Das zahlenmittlere Molgewicht des Polyoxyalkylenethers beträgt vorzugsweise 500 g mol bis 5000 g/mol, besonders bevorzugt 1000 g/mol bis 4000 g/mol, insbesondere 1000 bis 3000 g/mol.
Die Menge an Bestandteil c) bei der Herstellung der Polyurethanharnstoffe beträgt vorzugsweise 0,01 bis 0,5 mol, besonders bevorzugt 0,02 bis 0,4 mol, insbesondere 0,04 bis 0,3 mol, jeweils bezogen auf die Menge der Verbindungen der Komponente a). Es konnte gezeigt werden, dass sich die Polyurethanharnstoffe mit Endgruppen, die auf gemischten Polyoxyalkylenether aus Polyethylenoxid und Polypropylenoxid basieren, insbesondere dazu eignen, Beschichtungen mit einer hohen Hydrophilie zu erzeugen.
Die Polyurethanharnstoffe können Einheiten aufweisen, welche auf mindestens ein Diamin oder ein Aminoalkohol als Aufbaukomponente zurückgehen und als sogenannte Kettenverlängerer d) dienen.
Solche Kettenverlängerer sind beispielsweise Di- oder Polyamine sowie Hydrazide, z.B. Hydrazin, Ethylendiamin, 1 ,2- und 1 ,3-Diaminopropan, 1 ,4-Diaminobutan, 1 ,6-Diaminohexan, Isophoron- diamin, Isomerengemisch von 2,2,4- und 2,4,4-Trimethylhexamethylendiamin, 2-Methylpenta- methylendiamin, Diethylentriamin, 1 ,3- und 1 ,4-Xylylendiamin, a,a,a',a'-Tetramethyl-l ,3- und -1 ,4-xylylendiamin und 4,4'-Diaminodicyclohexylmethan, Dimethylethylendiamin, Hydrazin, A- dipinsäuredihydrazid, 1 ,4-Bis(aminomethyl)cyclohexan, 4,4'-Diamino-3,3 '-dimethyldicyclohexyl-
methan und andere (C| - C4)-Di- und Tetraalkyldicyclo-hexylmethane, z. B. 4,4'-Diamino-3,5- diethyl-3',5'-diisopropyldicyclohexylmethan.
Als Diamine oder Aminoalkohole kommen im Allgemeinen niedermolekulare Diamine oder Ami- noalkohole in Betracht, die aktiven Wasserstoff mit gegenüber NCO-Gruppen unterschiedlicher Reaktivität enthalten, wie Verbindungen, die neben einer primären Aminogruppe auch sekundäre Aminogruppen oder neben einer Aminogruppe (primär oder sekundär) auch OH-Gruppen aufweisen. Beispiele hierfür sind primäre und sekundäre Amine, wie 3-Amino-l -Methylaminopropan, 3- Amino-l -Ethylaminopropan, 3-Amino-l -cyclohexylaminopropan, 3-Amino-l - Methylaminobutan, weiterhin Aminoalkohole, wie N-Aminoethylethanolamin, Ethanolamin, 3-Aminopropanol, Neo- pentanolamin und besonders bevorzugt Diethanolamin.
Der Bestandteil d) der Polyurethanharnstoffe kann bei deren Herstellung als Kettenverlängerer eingesetzt werden.
Die Menge an Bestandteil d) bei der Herstellung der Polyurethanharnstoffe beträgt vorzugsweise 0, 1 bis 1 ,5 mol, besonders bevorzugt 0,2 bis 1 ,3 mol, insbesondere 0,3 bis 1,2 mol, jeweils bezogen auf die Menge der Verbindungen der Komponente a).
In einer weiteren Ausführungsform umfassen die Polyurethanharnstoffe zusätzliche Einheiten, welche auf mindestens ein weiteres Polyol als Aufbaukomponente zurückgehen.
Die zum Aufbau der Polyurethanharnstoffe eingesetzten weiteren niedermolekularen Polyole e) bewirken in der Regel eine Versteifung und/oder eine Verzweigung der Polymerkette. Das Mole- kulargewicht beträgt vorzugsweise 62 bis 500 g/mol, besonders bevorzugt 62 bis 400 g/mol, insbesondere 62 bis 200 g/mol.
Geeignete Polyole können aliphatische, alicyclische oder aromatische Gruppen enthalten. Genannt seien hier beispielsweise die niedermolekularen Polyole mit bis zu etwa 20 Kohlenstoffatomen je Molekül, wie z. B. Ethyenglykol, Diethylenglykol, Triethylenglykol, 1 ,2-Propandiol, 1 ,3- Propandiol, 1 ,4-Butandiol, 1 ,3-Butylenglykol, Cyclohexandiol, 1 ,4-Cyclohexandimethanol, 1 ,6- Hexandiol, Neopentylglykol, Hydrochinondihydroxyethylether, Bisphenol A (2,2-Bis(4- hydroxyphenyl)propan), hydriertes Bisphenol A (2,2-Bis(4-hydroxycyclohexyl)propan), sowie Trimethylolpropan, Glycerin oder Pentaerythrit und Mischungen dieser und gegebenenfalls auch weiterer niedermolekularer Polyole. Auch Esterdiole wie z.B. a-Hydroxybutyl-s-hydroxy- capronsäureester, co-Hydroxyhexyl-y-hydroxybuttersäure-ester, Adipinsäure-(ß-hydroxyethyl)ester oder Terephthalsäure-bis(ß-hydroxyethyl)-ester können verwendet werden.
Die Menge an Bestandteil e) bei der Herstellung der Polyurethanharnstoffe beträgt vorzugsweise 0,05 bis 1 ,0 mol, besonders bevorzugt 0,05 bis 0,5 mol, insbesondere 0, 1 bis 0,5 mol, jeweils bezogen auf die Menge der Verbindungen der Komponente a).
Die Umsetzung der isocyanathaltigen Komponente b) mit den hydroxy- oder aminfunktionellen Verbindungen a), c), d) und gegebenenfalls e) erfolgt üblicherweise unter Einhaltung eines leichten NCO-Überschusses gegenüber den reaktiven Hydroxy- oder Aminverbindungen. Am Endpunkt der Reaktion durch Erreichen einer Zielviskosität verbleiben immer noch Reste an aktivem Isocya- nat. Diese Reste müssen im Fall einer Lösungsmittelpolymerisation blockiert werden, damit nicht eine Reaktion mit großen Polymerketten stattfindet. Eine solche Reaktion führt zur dreidimensio- nalen Vernetzung und Vergelung des Ansatzes. Die Verarbeitung einer solchen Polyurethanharnstoff-Lösung ist nicht mehr möglich. Üblicherweise enthalten die Ansätze hohe Mengen an Alkoholen. Diese Alkohole blockieren innerhalb von mehreren Stunden Stehen oder Rühren des Ansatzes bei Raumtemperatur die noch verbliebenen Isocyanatgruppen. Im Fall der Herstellung einer wässrigen Polyurethandispersion werden die überschüssigen Isocananatgruppen üblicherwei- se durch das zugegebene Wasser hydrolysiert. Man kann aber die überschüssigen Isocanatgruppen auch vor der Zugabe des Wassers oder vor der Alkoholyse durch die Lösungsmittelalkohole auch durch gezielte Zugabe einer Komponente f) blockieren.
Wurde bei der Herstellung der Polyurethanharnstoffe in organischer Lösung oder in wässriger Dispersion der Restisocyanatgehalt blockiert, weisen diese auch Monomere f) als Aufbaukompo- nenten auf, die sich jeweils an den Kettenenden befinden und diese abschließen.
Diese Aufbaukomponenten leiten sich zum einen von monofunktionellen, mit NCO-Gruppen reaktiven Verbindungen ab, wie Monoaminen, insbesondere mono-sekundären Aminen oder Monoal- koholen. Genannt seien hier beispielsweise Ethanol, n-Butanol, Ethylenglykol-monobutylether, 2- Ethylhexanol, 1 -Octanol, 1 -Dodecanol, 1 -Hexadecanol, Methylamin, Ethylamin, Propylamin, Bu- tylamin, Octylamin, Laurylamin, Stearylamin, Isononyloxypropylamin, Dimethylamin, Diethyl- amin, Dipropylamin, Dibutylamin, N-Methylaminopropylamin, Diethyl(methyl)aminopropylamin, Morpholin, Piperidin und geeignete substituierte Derivate davon.
Da die Bausteine f) im Wesentlichen dazu verwendet werden, den NCO-Überschuss zu vernichten, hängt die erforderliche Menge im Wesentlichen von der Menge des NCO-Überschusses ab und kann nicht allgemein spezifiziert werden.
Bevorzugt wird während der Synthese auf diese Bausteine verzichtet. Noch nicht umgesetztes Iso- cyanat wird im Fall der organischen Polyurethanharnstofflösungen dabei vorzugsweise durch die in sehr großen Konzentrationen enthaltenen Lösungsmittelalkohole zu terminalen Urethanen um-
gesetzt. Im Fall der Herstellung einer wässrigen Dispersion werden die überschüssigen Isocya- natgruppen üblicherweise durch das zugegebene Dispergierwasser hydrolysiert.
Zur Herstellung der Polyurethanharnstoffe in organischer Lösung werden die Polycarbonatpolyol- komponente a), das Polyisocyanat, der monofunktionelle Polyetheralkohol und gegebenenfalls das Polyol in der Schmelze oder in Lösung miteinander umgesetzt, bis alle Hydroxylgruppen verbraucht sind.
Die dabei verwendete Stöchiometrie zwischen den einzelnen an der Umsetzung beteiligten Aufbaukomponenten ergibt sich aus den zuvor erwähnten Mengenverhältnissen.
Die Umsetzung erfolgt bei einer Temperatur von vorzugsweise 60 bis 1 10 °C, besonders bevorzugt von 75 bis 1 10 °C, insbesondere von 90 bis 1 10 °C, wobei Temperaturen um 1 10 °C aufgrund der Geschwindigkeit der Umsetzung bevorzugt sind. Höhere Temperaturen können ebenfalls angewendet werden, allerdings besteht dann im Einzelfall und in Abhängigkeit der einzelnen verwendeten Bestandteile das Risiko, dass Zersetzungsprozesse und Verfärbungen in dem entstehenden Polymer auftreten. Bei dem Prepolymer aus Isocyanat und allen Hydroxylgruppen aufweisenden Komponenten ist die Umsetzung in Schmelze bevorzugt, allerdings besteht die Gefahr, dass es zu hohen Viskositäten der ausreagierten Gemische kommt. In diesen Fällen empfiehlt es sich auch, Lösungsmittel hinzuzugeben. Es sollte aber möglichst nicht mehr als ungefähr 50 Gew.-% Lösungsmittel enthalten sein, da andernfalls die Verdünnung die Reaktionsgeschwindigkeit deutlich verlangsamt. Bei der Umsetzung von Isocyanat und den Hydroxylgruppen aufweisenden Komponenten kann die Reaktion in der Schmelze in einem Zeitraum von 1 Stunde bis 24 Stunden erfolgen. Geringe Zugabe von Lösungsmittelmengen führen zu einer Verlangsamung, wobei die Umsetzungszeiträume jedoch in den gleichen Zeiträumen liegen.
Die Reihenfolge der Zugabe bzw. Umsetzung der einzelnen Bestandteile kann von der zuvor ange- gebenen Reihenfolge abweichen. Dieses kann insbesondere dann von Vorteil sein, wenn die mechanischen Eigenschaften der resultierenden Beschichtungen verändert werden sollen. Wenn man beispielsweise alle Hydroxylgruppen aufweisenden Komponenten gleichzeitig umsetzt, entsteht ein Gemisch aus Hart- und Weichsegmenten. Wenn man beispielsweise das niedermolekulare Polyol nach der Polycarbonatpolyolkomponente zugibt, erhält man definierte Blöcke, was andere Eigenschaften der resultierenden Beschichtungen mit sich bringen kann. Die vorliegende Erfindung ist somit nicht auf eine bestimmte Reihenfolge der Zugabe bzw. Umsetzung der einzelnen Bestandteile der Polyurethanbeschichtung beschränkt.
Im Fall der Herstellung eines Polyurethanharnstoffes in organischer Lösung wird dann weiteres Lösungsmittel zugesetzt und das gegebenenfalls gelöste Kettenverlängerungsdiamin bzw. der gelöste ettenverlängerungsaminoalkohol (Aufbaukomponente (d)) zugegeben.
Die weitere Zugabe des Lösungsmittels erfolgt vorzugsweise schrittweise, um die Reaktion nicht unnötig zu verlangsamen, was bei einer vollständigen Zugabe der Lösungsmittelmenge beispielsweise am Anfang der Umsetzung passieren würde. Ferner ist man bei einem hohen Gehalt an Lösungsmittel zum Beginn der Reaktion an eine im Verhältnis niedrige Temperatur gebunden, welche von der Art des Lösungsmittels zumindest mitbestimmt wird. Auch dieses führt zu einer Verlangsamung der Reaktion. Nach Erreichen der Zielviskosität können die noch verbleibenden Reste an NCO durch ein monofunktionelles aliphatisches Amin blockiert werden. Bevorzugt blockiert man die noch verbliebenen Isocanatgruppen durch Umsetzung mit den im Lösungsmittelgemisch enthaltenen Alkoholen.
Als Lösungsmittel für die Herstellung und die Anwendung der erfindungsgemäßen Polyurethanharnstoff-Lösungen kommen alle denkbaren Lösungsmittel und Lösungsmittelgemische wie Dimethylformamid, N-Methylacetamid, Tetramethylharnstoff, N-Methylpyrrolidon, aromatische Lösungsmittel wie Toluol, lineare und cyclische Ester, Ether, Ketone und Alkohole in Frage. Beispiele für Ester und Ketone sind beispielsweise Ethylacetat, Butylacetat, Aceton, γ- Butyrolacton, Methylethylketon und Methylisobutylketon.
Bevorzugt sind Mischungen aus Alkoholen mit Toluol. Beispiele für die Alkohole, die gemeinsam mit dem Toluol verwendet werden, sind Ethanol, n-Propanol, iso-Propanol und 1 -Methoxy-2- propanol.
Im Allgemeinen wird in der Umsetzung so viel Lösungsmittel eingesetzt, dass man ungefähr 10 bis 50 gew.-%ige Lösungen, bevorzugt ungefähr 15 bis 45 gew.-%ige Lösungen und besonders bevorzugt ungefähr 20 bis 40 gew.-%ige Lösungen erhält. Der Feststoffgehalt der Polyurethanharnstofflösungen liegt im Allgemeinen im Bereich von 5 bis 60 Gew.-%, vorzugsweise von 10 bis 40 Gew.-%. Für Beschichtungsversuche können die Polyurethanlösungen beliebig mit Toluol/Alkohol-Gemischen verdünnt werden, um die Dicke der Be- schichtung variabel einstellen zu können. Alle Konzentrationen von 1 bis 60 Gew.-% sind möglich, bevorzugt sind Konzentrationen im Bereich von 1 bis 40 Gew.-%. Dabei können beliebige Schichtdicken wie beispielsweise einige 100 nm bis hinauf zu einigen 100 μιη erreicht werden, wobei im Rahmen der vorliegenden Erfindung auch höhere und geringere Dicken möglich sind.
Die erfindungsgemäßen Polyurethanharnstoffdispersionen werden dabei vorzugsweise nach dem sogenannten Aceton- Verfahren hergestellt. Für die Herstellung der Polyurethanharnstoffdispersion nach diesem Aceton-Verfahren werden üblicherweise die Bestandteile a), c) und e), die keine primären oder sekundären Aminogruppen aufweisen dürfen und die Polyisocyanatkomponente b) zur Herstellung eines isocyanatfunktionellen Polyurethan-Prepolymers ganz oder teilweise vorgelegt und gegebenenfalls mit einem mit Wasser mischbaren, aber gegenüber Isocyanatgruppen inerten Lösungsmittel verdünnt und auf Temperaturen im Bereich von 50 bis 120 °C aufgeheizt. Zur Beschleunigung der Isocyanatadditionsreaktion können die in der Polyurethan-Chemie bekannten Katalysatoren eingesetzt werden, beispielsweise Dibutylzinndilaurat. Bevorzugt ist die Synthese ohne Katalysator.
Geeignete Lösungsmittel sind die üblichen aliphatischen, ketofunktionellen Lösungsmittel wie z.B. Aceton, Butanon, die nicht nur zu Beginn der Herstellung, sondern gegebenenfalls in Teilen auch später zugegeben werden können. Bevorzugt sind Aceton und Butanon. Andere Lösungsmittel wie z.B. Xylol, Toluol, Cyclohexan, Butylacetat, Methoxypropylacetat, Lösungsmittel mit Ether- oder Estereinheiten können ebenfalls eingesetzt und ganz oder teilweise abdestilliert werden oder vollständig in der Dispersion verbleiben.
Anschließend werden die gegebenenfalls zu Beginn der Reaktion noch nicht zugegebenen Bestandteile von c) und e) zudosiert.
In einer bevorzugten Weise wird das Prepolymer ohne Lösungsmittelzusatz hergestellt und erst für die Kettenverlängerung mit einem geeigneten Lösungsmittel, vorzugsweise Aceton, verdünnt.
Die Umsetzung zum Prepolymer erfolgt teilweise oder vollständig, bevorzugt aber vollständig. Es werden so Polyurethan-Prepolymere, die freie Isocyanatgruppen enthalten, in Substanz oder in Lösung erhalten.
Im Anschluss wird in einem weiteren Verfahrensschritt, falls noch nicht oder nur teilweise gesche- hen, das erhaltene Prepolymer mit Hilfe von aliphatischen Ketonen wie Aceton oder Butanon gelöst.
Anschließend werden mögliche NH2-, NH-funktionelle und/oder OH-funktionelle Komponenten mit den noch verbliebenen Isocyanatgruppen umgesetzt. Diese Kettenverlängerung/-terminierung kann dabei entweder in Lösungsmittel vor dem Dispergieren, während des Dispergierens oder in Wasser nach dem Dispergieren durchgeführt werden. Bevorzugt wird die Kettenverlängerung vor der Dispergierung in Wasser durchgeführt.
Werden zur Kettenverlängerung Verbindungen entsprechend der Definition von d) mit NH2- oder NH-Gruppen eingesetzt, erfolgt die Kettenverlängerung der Prepolymere bevorzugt vor der Disper- gierung.
Der Kettenverlängerungsgrad, also das Äquivalentverhältnis von NCO-reaktiven Gruppen der zur Kettenverlängerung eingesetzten Verbindungen zu freien NCO-Gruppen des Prepolymers liegt vorzugsweise zwischen 40 bis 150 %, besonders bevorzugt zwischen 50 bis 120 %, insbesondere zwischen 60 bis 120 %.
Die aminischen Komponenten d) können gegebenenfalls in wasser- oder lösungsmittelverdünnter Form im erfindungsgemäßen Verfahren einzeln oder in Mischungen eingesetzt werden, wobei grundsätzlich jede Reihenfolge der Zugabe möglich ist.
Wenn die restlichen verbliebenen Isocyanatgruppen nicht durch das Dispergierwasser hydrolysiert werden sollen, kann man vor Zugabe des Dispergierwassers zur Blockierung der Isocyanatgruppen hier eine ausreichende Menge der Komponente f) zugeben.
Wenn Wasser oder organische Lösungsmittel als Verdünnungsmittel mitverwendet werden, so beträgt der Verdünnungsmittelgehalt bevorzugt 70 bis 95 Gew.-%.
Die Herstellung der Polyurethandispersion aus den Prepolymeren erfolgt im Anschluss an die Kettenverlängerung. Dazu wird das gelöste und kettenverlängerte Polyurethanpolymer gegebenenfalls unter starker Scherung, wie z.B. starkem Rühren, entweder in das Dispergierwasser eingetragen oder es wird umgekehrt das Dispergierwasser zu den Prepolymerlösungen gerührt. Bevorzugt wird das Wasser in das gelöste Prepolymer gegeben.
Das in den Dispersionen nach dem Dispergierschritt noch enthaltene Lösungsmittel wird üblicherweise anschließend destillativ entfernt. Eine Entfernung bereits während der Dispergierung ist ebenfalls möglich.
Der Feststoffgehalt der Polyurethandispersion nach der Synthese liegt im Bereich von 20 bis 70 Gew.-%, bevorzugt 20 bis 65 Gew.-%. Für Beschichtungsversuche können diese Dispersionen beliebig mit Wasser verdünnt werden, um die Dicke der Beschichtung variabel einstellen zu können. Alle Konzentrationen von 1 bis 60 Gew.-% sind möglich, bevorzugt sind Konzentrationen im Bereich 1 bis 40 Gew.-%.
Die Polyurethanharnstoffe können ferner für den jeweils angestrebten Einsatzzweck übliche Be- standteile und Additive enthalten.
Ein Beispiel hierfür sind pharmakologische Wirkstoffe, Arzneimittel und Additive, die die Freisetzung von pharmakologischen Wirkstoffen fördern („drug-eluting-Additive").
Pharmakologische Wirkstoffe bzw. Arzneimittel, die in den erfindungsgemäßen Beschichtungen auf den medizinischen Geräten verwendet werden können, sind beispielsweise thromboresistente Mittel, antibiotische Mittel, Antitumormittel, Wachtumshormone, Antivirusmittel, antiangiogene Mittel, angiogene Mittel, antimitotische Mittel, entzündungshemmende Mittel, Zellzyklus- regulierende Mittel, genetische Mittel, Hormone, sowie deren Homologe, Derivate, Fragmente, pharmazeutische Salze und Kombinationen davon.
Spezifische Beispiele solcher pharmakologischen Wirkstoffe bzw. Arzneimittel schließen somit thromboresistente (nichtthrombogene) Mittel bzw. andere Mittel zur Unterdrückung einer akuten Thrombose, Stenose oder späten Re-Stenose der Arterien wie beispielsweise Heparin, Streptokinase, Urokinase, Gewebe-Plasminogen-Aktivator, Anti-Thromboxan-B2-Mittel; Anti-B- Thromoboglobulin, Prostaglandin-E, Aspirin, Dipyridimol, Anti-Thromboxan-A2-Mittel, muriner monoklonaler Antikörper 7E3, Triazolopyrimidin, Ciprosten, Hirudin, Ticlopidin, Nicorandil usw ein.
Ein Wachstumsfaktor kann ebenfalls als ein Arzneimittel benutzt werden, um unterintimale fibromuskuläre Hyperplasie an der arteriellen Stenosestelle zu unterdrücken, bzw. es kann jeder beliebige andere Hemmstoff des Zellwachstums an der Stenosestelle benutzt werden.
Der pharmakologische Wirkstoff bzw. das Arzneimittel kann auch aus einem Vasodilatator beste- hen, um Vasospasmus entgegen zu wirken. Ein Beispiel ist hier ein Antispasmusmittel wie Papave- rin. Das Arzneimittel kann ein vasoaktives Mittel wie Calciumantagonisten an sich, oder a- und ß-adrenergische Agonisten oder Antagonisten sein. Zusätzlich kann das therapeutische Mittel ein biologisches Haftmittel wie Cyanoacrylat in medizinischer Qualität oder Fibrin, das beispielsweise für das Ankleben einer Gewebeklappe an die Wand einer Koronararterie verwendet wird, sein. Das therapeutische Mittel kann ferner ein antineoplastisches Mittel wie 5-Fluorouracil, vorzugsweise mit einem kontrollierenden freisetzenden Träger für das Mittel, sein (z.B. für die Anwendung eines fortdauernden kontrollierten freisetzenden antineoplastischen Mittels an einer Tumorstelle).
Das therapeutische Mittel kann ein Antibiotikum, vorzugsweise in Kombination mit einem kon- trollierenden freisetzenden Träger für die fortdauernde Freisetzung aus der Beschichtung eines medizinischen Geräts an einen lokalisierten Infektionsherd innerhalb des Körpers, sein. Ähnlich
kann das therapeutische Mittel Steroide für den Zweck des Unterdrückens einer Entzündung in lokalisiertem Gewebe oder aus anderen Gründen enthalten.
Spezifische Beispiele geeigneter Arzneimittel umfassen:
(a) Heparin, Heparinsulfat, Hirudin, Hyaluronsäure, Chondroitinsulfat, Dermatansulfat, Kera- tansulfat, lytische Mittel, einschließlich Urokinase und Streptokinase, deren Homologe, Analoge, Fragmente, Derivate und pharmazeutische Salze davon;
(b) antibiotische Mittel wie Penicilline, Cephalosporine, Vacomycine, Aminoglycoside, Qui- nolone, Polymyxine, Erythromycine; Tetracycline, Chloramphenicole, Clindamycine, Lin- comycine, Sulfonamide, deren Homologe, Analoge, Derivate, pharmazeutische Salze und Mischungen davon;
(c) Paclitaxel, Docetaxel, Immunsuppressiva wie Sirolimus oder Everolimus, Alkylierungsmit- tel einschließlich Mechlorethamin, Chlorambucil, Cyclophosphamid, Melphalan und Ifos- famid; Antimetaboliten einschließlich Methotrexat, 6-Mercaptopurin, 5-Fluorouracil und Cytarabin; Pflanzenalkoide einschließlich Vinblastin; Vincristin und Etoposid; Antibiotika einschließlich Doxorubicin, Daunomycin, Bleomycin und Mitomycin; Nitrosurea einschließlich Carmustin und Lomustin; anorganische Ionen einschließlich Cisplatin; biologische Reaktionsmodifikatoren einschließlich Interferon; angiostatinische Mittel und en- dostatinische Mittel; Enzyme einschließlich Asparaginase; und Hormone einschließlich Tamoxifen und Flutamid, deren Homologe, Analoge, Fragmente, Derivate, pharmazeutische Salze und Mischungen davon;
(d) antivrale Mittel wie Amantadin, Rimantadin, Rabavirin, Idoxuridin, Vidarabin, Trifluridin, Acyclovir, Ganciclocir, Zidovudin, Phosphonoformate, Interferone, deren Homologe, Analoge. Fragmente, Derivate, pharmazeutische Salze und Mischungen davon; und e) entzündungshemmende Mittel wie beispielsweise Ibuprofen, Dexamethason oder Me- thylprednisolon.
Zur Erzeugung von Oberflächen mit bewuchshemmenden Eigenschaften können die erfindungsgemäßen Beschichtungszusammensetzungen die aus dem Stand der Technik bekannten bewuchshemmenden Wirkstoffe enthalten. Deren Anwesenheit verstärkt in der Regel die bereits hervorragenden bewuchshemmenden Eigenschaften der mit den Beschichtungszusammensetzungen selbst erzeugten Oberflächen.
Weitere Zusätze wie beispielsweise Antioxidantien oder Pigmente können ebenfalls verwendet werden. Darüber hinaus können gegebenenfalls noch weitere Zusätze wie Griffhilfsmittel, Farbstoffe, Mattierungsmittel, UV-Stabilisatoren, Lichtstabilisatoren, Hydrophobierungsm ittel und/oder Verlaufshilfsmittel verwendet werden. Die erfindungsgemäßen Polyurethanharnstoffe können dazu verwendet werden, eine Beschichtung zum Beispiel auf einem medizinischen Gerät zu bilden.
Die Bezeichnung„medizinisches Gerät" ist im Rahmen der vorliegenden Erfindung breit zu verstehen. Geeignete, nicht einschränkende Beispiele für medizinische Geräte (einschließlich Instrumente) sind Kontaktlinsen; Kanülen; Kathetern, zum Beispiel urologische Kathetern wie Blasen- kathetern oder Harnleiterkathetern; zentralvenöse Katheter; venöse Kathetern oder Einlass- bzw. Auslass-Kathetern; Dilationsballons; Kathetern für die Angioplastie und die Biopsie; Kathetern, die für das Einbringen eines Stents, eines Propf- oder eines Kavafilters verwendet werden; Ballonkathetern oder andere dehnbare medizinische Geräte; Endoskope; Larnygoskope; Trachealgeräte wie Endotrachealschläuche, Atemgeräte und andere Trachealabsauggeräte; bronchoalveolare Spü- lungskathetern; Kathetern, die bei der Koronarangioplastie verwendet werden; Führungsstäbe, Einführer und Ähnliches; Gefäßpfropfen; Schrittmacherteile; Cochleaimplantate; Zahnimplantatschläuche für die Nahrungszufuhr, Dränageschläuche; und Führungsdrähte.
Darüber hinaus können die erfindungsgemäßen Polyurethanharnstoffe zur Herstellung von Schutz- beschichtungen, zum Beispiel für Handschuhe, Stents und andere Implantate; extrakorporale (au- ßerkörperliche) Blutschläuche (Blutführungsrohre); Membrane, zum Beispiel für die Dialyse; Blutfilter; Geräte für die Kreislaufunterstützung; Verbandsmaterial für die Wundpflege; Harnbeutel und Stomabeutel verwendet werden. Eingeschlossen sind auch Implantate, die ein medizinisch wirksames Mittel enthalten, wie medizinisch wirksame Mittel für Stents oder für Ballonoberflächen oder für Kontrazeptiva. Üblicherweise sind die medizinischen Geräte aus Kathetern, Endoskopen, Laryngoskopen, En- dotrachealschläuchen, Ernährungsschläuchen, Führungsstäben, Stents, und andere Implantate ausgewählt.
Zusätzlich zu den hydrophilen Eigenschaften der Verbesserung der Gleitfähigkeit zeichnen sich die erfindungsgemäß vorgesehenen Beschichtungszusammensetzungen auch durch eine hohe Blut- Verträglichkeit aus. Hierdurch ist auch ein Arbeiten mit diesen Beschichtungen besonders im Blutkontakt vorteilhaft. Die Materialien zeigen im Vergleich zu Polymeren des Standes der Technik eine reduzierte Gerinnungsneigung im Blutkontakt.
Wirkstofffreisetzende Systeme basierend auf den erfindungsgemäßen hydrophilen Beschichtungs- materialien sind auch außerhalb der Medizintechnik denkbar, beispielsweise für Anwendungen im Pflanzenschutz als Trägermaterial für Wirkstoffe. Die gesamte Beschichtung kann dann als wirkstofffreisetzendes System betrachtet werden und beispielsweise zur Beschichtung von Saatgut (Samenkörner) eingesetzt werden. Durch die hydrophilen Eigenschaften der Beschichtung kann der enthaltene Wirkstoff im feuchten Erdreich austreten und seine bestimmungsgemäße Wirkung entfalten ohne dass die Keimfähigkeit des Saatgutes beeinträchtigt wird. Im trockenen Zustand bindet das Besch ichtungsmittel den Wirkstoff jedoch sicher an das Saatgut, so dass beispielsweise beim Einschießen des Samenkorns mit der Ausbringmaschine in den Boden der Wirkstoff nicht abgelöst wird, wodurch er unerwünschte Wirkungen z.B. auf die vorhandene Fauna entfalten könnte (Bienengefährdung durch Insektizide, die an sich den Insektenbefall des Samenkorns im Boden verhindern sollen).
Über die Anwendung als Beschichtung für medizinische Geräte hinaus können die erfindungsgemäßen Polyurethanharnstoffe auch für weitere technische Anwendungen im nicht-medizinischen Bereich benutzt werden.
So dienen die erfindungsgemäße Polyurethanharnstoffe zu Herstellung von Beschichtungen als Schutz von Oberflächen vor Beschlagen mit Feuchtigkeit, zur Herstellung von leicht zu reinigenden oder von selbstreinigenden Oberflächen. Diese hydrophilen Beschichtungen verringern auch die Aufnahme von Schmutz und verhindern die Bildung von Wasserflecken. Denkbare Anwen- düngen im Außenbereich sind beispielsweise Fensterscheiben und Dachluken, Glasfassaden oder Plexiglasdächer. Im Innenbereich können solche Materialien für die Beschichtung von Oberflächen im Sanitärbereich benutzt werden. Weitere Anwendungen sind die Beschichtung von Brillengläsern oder von Verpackungsmaterialien wie Lebensmittelverpackungen zur Vermeidung von Feuchtigkeitsbeschlag oder Tropfenbildung durch kondensiertes Wasser. Die erfindungsgemäßen Polyurethanharnstoffe eignen sich ebenso zur Ausrüstung von Oberflächen im Kontakt mit Wasser zur Verminderung des Bewuchses. Diesen Effekt nennt man auch Antifoulingeffekt. Eine sehr wichtige Anwendung dieses Antifoulingeffektes ist im Bereich der Unterwasseranstriche von Schiffsrümpfen. Schiffsrümpfe ohne Antifoulingausrüstung werden sehr schnell von Meeresorganismen bewachsen, was durch erhöhte Reibung zu einer Verringerung der möglichen Geschwindigkeit und einem höheren Treibstoffverbrauch führt. Die erfindungsgemäßen Beschichtungsmaterialien reduzieren oder verhindern den Bewuchs mit Meeresorganismen und verhindern die oben beschriebenen Nachteile dieses Bewuchses. Weitere Anwendungen im Bereich der Antifoulingbeschichtungen sind Artikel für die Fischerei wie Fischernetze sowie alle metallischen Substrate im Unterwassereinsatz wie Rohrleitungen, Bohrinseln, Schleusenkammern
und -tore etc. Schiffsrümpfe, die mit den erfindungsgemäßen Beschichtungsmaterialien erzeugte Oberflächen insbesondere unterhalb der Wasserlinie aufweisen, besitzen auch einen reduzierten Reibungswiderstand, so dass derartig ausgerüstete Schiffe entweder einen reduzierten Brennstoff- Verbrauch aufweisen oder höhere Geschwindigkeiten erreichen. Dies ist insbesondere im Sport- bootbereich und Yachtbau von Interesse.
Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet der obengenannten hydrophilen Beschichtungsmaterialien ist die Druckindustrie. Hydrophobe Oberflächen können durch die erfindungsgemäßen Be- schichtungen hydrophilisiert werden und sind dadurch mit polaren Druckfarben bedruckbar bzw. können mittels Tintenstrahltechnik aufgebracht werden. Ein weiterer Anwendungsbereich der erfindungsgemäßen hydrophilen Beschichtungen sind Formulierungen für kosmetische Anwendungen.
Beschichtungen aus den erfindungsgemäßen Polyurethanharnstoffen können mittels verschiedener Verfahren aufgebracht werden. Geeignete Beschichtungstechniken sind hierfür beispielsweise Rakeln, Drucken, Transferbeschichten, Sprühen, Spincoating oder Tauchen. Beschichtet werden können vielerlei Substrate wie Metalle, Textilien, Keramiken und Kunststoffe. Bevorzugt ist die Beschichtung von medizinischen Geräten, die aus Kunststoff oder Metallen gefertigt sind. Als Metalle können beispielsweise genannt werden: Medizinischer Edelstahl und Nickel-Titan-Legierungen. Es sind viele Polymermaterialien denkbar, aus denen das medizinische Geräte aufgebaut sein kann, beispielsweise Polyamid; Polystyrol; Polycarbonat; Polyether; Polyes- ter; Polyvinylacetat; natürliche und synthetische Kautschuke; Blockcopolymere aus Styrol und ungesättigten Verbindungen wie Ethylen, Butylen und Isopren; Polyethylen oder Copolymeren aus Polyethylen und Polypropylen; Silikon; Polyvinylchlorid (PVC) und Polyurethanen. Zur besseren Haftung des hydrophilen Polyurethanharnstoffe auf dem medizinischen Gerät können als Untergrund vor dem Auftragen dieser hydrophilen Beschichtungsmaterialien noch weitere geeignete Beschichtungen aufgetragen werden.
Beispiele
Die Ermittlung des NCO-Gehaltes der in den Beispielen und Vergleichsbeispielen beschriebenen Harze erfolgte durch Titration gemäß DIN EN ISO 1 1909.
Die Bestimmung der Festkörpergehalte erfolgte nach D1N-EN ISO 3251 . Es wurden 1 g Polyu- rethanhamstoffdispersion oder -lösung bei 1 15 °C bis zur Gewichtskonstanz ( 15-20 min) mittels eines Infrarottrockners getrocknet.
Die Messung der mittleren Teilchengrößen der Polyurethanharnstoffdispersionen oder -lösung erfolgt mit Hilfe des High Performance Particle Sizer (HPPS 3.3) der Firma Malvern Instruments.
Die in % angegebenen Mengenangaben verstehen sich, wenn nicht anders vermerkt, als Gew.-% und beziehen sich auf die erhaltene Dispersion oder Lösung.
Die Zugfestigkeiten wurden nach DIN 53504 bestimmt.
Viskositätsmessungen wurden mit dem Physics MCR 51 Rheometer der Firma Anton Paar GmbH, Ostfildern, Deutschland, durchgeführt.
Verwendete Substanzen und Abkürzungen:
Desmophen® C2200: Polycarbonatpolyol, OH-Zahl 56 mg KOH/g, zahlenmittleres Molekulargewicht 2000 g/mol (Bayer MaterialScience AG, Leverkusen, DE)
Desmophen* C 1200: Polycarbonatpolyol, OH-Zahl 56 mg KOH/g, zahlenmittleres Molekulargewicht 2000 g/mol (Bayer MaterialScience AG, Leverkusen, DE)
Polyether LB 25: (monofunktioneller Polyether auf Ethylenoxid- /Propylenoxidbasis zahlenmittleres Molekulargewicht 2250 g/mol, OH-Zahl 25 mg KOH/g (Bayer MaterialScience AG, Leverkusen, DE) 1 ,4-Cyclohexandimethanol Produkt der Fa. Eastman, Kingsport, Tennessee,
USA
Polycarbonatdiole
Beispiel 1
Herstellung eines cycloaliphatischen Polycarbonatdiols auf Basis Cyclohexandimethanol mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von ca. 1000 g/mol In einem 16 I Druckreaktor mit Destillationsaufsatz, Rührer und Vorlage wurden 3042,4 g Cyclohexandimethanol unter Stickstoffathmosphäre vorgelegt und 2 Stunden bei 90 °C und einem Vakuum von 20 mbar entwässert. Dann wurde mit Stickstoff belüftet und ein Rückflusskühler montiert. Anschließend wurden 0,7 g Yttrium(III)acetylacetonat sowie 2377,9 g Dimethylcarbonat bei 90 °C zugegeben. Unter Stickstoffatmosphäre wurde das Reaktionsgemisch in 2 h auf 135 °C auf- geheizt und unter Rühren 24 h unter Rückfluss gehalten. Danach wurde die Temperatur auf 1 50 °C erhöht und 4 Stunden bei dieser Temperatur gerührt. Dann wurde die Temperatur auf 180 °C erhöht und weitere 4 Stunden bei dieser Temperatur gerührt. Anschließend wurde auf 130 °C abgekühlt und der Reaktionskessel für die anschließende Destillation umgebaut. Dann wurde das Spaltprodukt Methanol im Gemisch mit Dimethylcarbonat per Destillation entfernt, wobei die Tempera- tur schrittweise auf 180 °C erhöht wurde. Es wurde dann noch 6 Stunden bei 180 °C und einem Vakuum von 20 mbar. Dabei erfolgte die weitere Entfernung von Methanol im Gemisch mit Dimethylcarbonat aus dem Reaktionsgemisch.
Nach Belüftung und Abkühlung des Reaktionsansatzes auf Raumtemperatur, wurde ein gelbliches, festes Polycarbonatdiol mit folgenden Kennzahlen erhalten: Mn = 984 g/mol; OH-Zahl = 1 14 mg KOH/g;
Beispiel 2
Herstellung eines cycloaliphatischen Polycarbonatdiols auf Basis Cyclohexandimethanol mit einem zahlenmittleren Molekulargewicht von ca. 500 g/mol
Vorgehen wie in Beispiel 1 , wobei 31 19,5 g Cyclohexandimethanol, 0,7 g Yttri- um(III)acetylacetonat und 1977,3 g Dimethylcarbonat verwendet wurden.
Man erhielt ein gelbliches, festes Polycarbonatdiol mit folgenden Kennzahlen: Mn = 524 g/mol; OH-Zahl = 214 mg KOH g.
Polyurethanharnstofflösungen:
Beispiel 3a (Vergleich)
195,4 g Desmophen C 2200, 30,0 g LB 25 und 47,8 g 4,4'-Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) wurden bei 1 10 °C bis zu einem konstanten NCO-Gehalt von 2,4 % umgesetzt. Man ließ abkühlen und verdünnte mit 350,0 g Toluol und 200 g iso-Propanol. Bei Raumtemperatur wurden eine Lösung von 1 1 ,8 g Isophorondiamin in 94,0 g l -Methoxypropanol-2 zugegeben. Nach beendetem Aufbau des Molgewichtes und Erreichen des gewünschten Viskositätsbereiches rührte man weitere 5 Stunden bei Raumtemperatur, um den restlichen Isocyanatgehalt mit iso-Propanol zu blockieren. Man erhielt 929 g einer 31 ,9%igen Polyurethanhamstofflösung in Toluol/iso- Propanol/ l -Methoxypropanol-2 mit einer Viskosität von 37100 mPas bei 22 °C.
Beispiel 4a (erfindungsgemäß)
97,8 g Desmophen C 2200, 48,9 g Polycarbonatdiol des Beispiels 1 , 30,0 g LB 25 und 47,8 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H^MDI) wurden bei 1 10 °C bis zu einem konstanten NCO- Gehalt von 2,8 % umgesetzt. Man ließ abkühlen und verdünnte mit 320,0 g Toluol und 185 g iso- Propanol. Bei Raumtemperatur wurden eine Lösung von 12,3 g Isophorondiamin in 100 g 1 - Methoxypropanol-2 zugegeben. Nach beendetem Aufbau des Molgewichtes und Erreichen des gewünschten Viskositätsbereiches rührte man weitere 16 Stunden bei Raumtemperatur, um den restlichen Isocyanatgehalt mit iso-Propanol zu blockieren. Man erhielt 841 ,8 g einer 28,6%igen Polyurethanharnstofflösung in Toluol/iso-Propanol/l -Methoxypropanol-2 mit einer Viskosität von 14100 mPas bei 22 °C.
Beispiel 5a (erfindungsgemäß)
146,8 g Desmophen C 2200, 24,5 g Polycarbonatdiol des Beispiels 1 , 30,0 g LB 25 und 47,8 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) wurden bei 1 10 °C bis zu einem konstanten NCO- Gehalt von 2,6 % umgesetzt. Man ließ abkühlen und verdünnte mit 320,0 g Toluol und 185 g iso- Propanol. Bei Raumtemperatur wurden eine Lösung von 1 1 ,4 g Isophorondiamin in 90 g 1 - Methoxypropanol-2 zugegeben. Nach beendetem Aufbau des Molgewichtes und Erreichen des gewünschten Viskositätsbereiches rührte man weitere 22 Stunden bei Raumtemperatur, um den restlichen Isocyanatgehalt mit iso-Propanol zu blockieren. Man erhielt 855,5 g einer 30,9%igen Polyurethanharnstofflösung in Toluol/iso-Propanol/ l-Methoxypropanol-2 mit einer Viskosität von 24400 mPas bei 22 °C.
Beispiel 6a Kontaktwinkel und 100%-Module von Vergleichsbeispiel 3a gegen erfin- dungsgemäße Beispiele 4a und 5a
1. Herstellung der Beschichtungen für die Messung des statischen Kontaktwinkels
Die Beschichtungen zur Messung des statischen Kontaktwinkels wurden auf Glasobjektträger der Größe 25x75 mm mit Hilfe eines Spincoaters (RC5 Gyrset 5, Karl Süss, Garching, Deutschland) hergestellt. Ein Objektträger wurde hierzu auf dem Probenteller des Spincoaters eingespannt und mit ca. 2,5 - 3 g organischer 15%iger Polyurethan lösung homogen bedeckt Alle organischen Polyurethanlösungen wurden mit einem Lösungsmittelgemisch aus 65 Gew% Toluol und 35 Gew% iso-Propanol auf einen Polymergehalt von 15 Gew% verdünnt. Durch Rotation des Probentellers für 20 sec bei 1300 Umdrehungen pro Minute erhielt man eine homogene Beschichtung, die 1 h bei 100 °C und danach 24 h bei 50 °C getrocknet wurde. Die erhaltenen beschichteten Objektträger wurden direkt einer Kontaktwinkelmessung unterzogen.
Von den erhaltenen Beschichtungen auf den Objektträgern wurde eine statische Kontaktwinkelmessung durchgeführt. Mittels des Video- Randwinkelmessgerätes OCA20 der Firma Dataphysics mit rechnergesteuerten Spritzen wurde auf das Muster 10 Tropfen Milliporewasser aufgesetzt und deren statischer Benetzungsrandwinkel gemessen. Zuvor wurde mittels eines Antistatikföns die statische Aufladung (falls vorhanden) auf der Probenoberfläche entfernt.
2. Herstellung der Beschichtungen für die Messung des 100%-Moduls
Auf Trennpapier werden mit einem 200μm-Rakel Schichten hergestellt, die 15 min bei 100 °C getrocknet werden. Ausgestanzte Formkörper werden nach DIN 53504 untersucht.
3. Untersuchungsergebnisse
Tabelle 1 : Kontaktwinkel und 100%-Module der Filme aus Materialien der Beispiele 5a-l l a
Beispiel-Nr. Kontaktwinkel (°) 100%-Modul (N/mm2)
Vergleichsbeispiel 3a 21 2,3
Beispiel 4a 22 7,9
Beispiel 5a 26 4, 1
Die erfindungsgemäßen Beispiele 4a und 5a unterscheiden sich dadurch, dass im Vergleich zum Vergleichsbeispiel 3a ein Teil des Polycarbonatdiols Desmophen C2200 durch das erfindungswesentliche Polycarbonatdiol ersetzt wurde. Die Materialien zeigen als Beschichtung ähnlich hydrophile Eigenschaften wie das Vergleichsbeispiel 3a. Die 100%-Module sind alle höher als dasjenige des Vergleichsbeispiels 3a.
Beispiel 7a Vergleichsbeispiel
Dieses Beispiel beschreibt die Herstellung eines Vergleichsbeispiels einer Polyurethanharnstoff- Lösung.
195,4 g Desmophen C 2200, 40,0 g LB 25 und 47,8 g 4,4'-Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) wurden bei 1 10 °C bis zu einem konstanten NCO-Gehalt von 2,2 % umgesetzt. Man ließ abkühlen und verdünnte mit 350,0 g Toluol und 200 g iso-Propanol. Bei Raumtemperatur wurden eine Lösung von 12,0 g Isophorondiamin in 100,0 g 1 -Methoxypropanol-2 zugegeben. Nach beendetem Aufbau des Molgewichtes und Erreichen des gewünschten Viskositätsbereiches rührte man weitere 4 Stunden, um den restlichen Isocyanatgehalt mit iso-Propanol zu blockieren. Man erhielt 945 g einer 31 ,6%igen Polyurethanharnstofflösung in Toluol/iso-Propanol/1 -Methoxypropanol-2 mit einer Viskosität von 19300 mPas bei 22 °C.
Beispiel 8a (erfindungsgemäß)
97,5 g Desmophen C 2200, 48,9 g Polycarbonatdiol des Beispiels 1 , 40,0 g LB 25 und 47,8 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (Hi2MDI) wurden bei 1 10 °C bis zu einem konstanten NCO- Gehalt von 2,5 % umgesetzt. Man ließ abkühlen und verdünnte mit 320,0 g Toluol und 180 g iso- Propanol. Bei Raumtemperatur wurden eine Lösung von 1 1 ,2 g Isophorondiamin in 100 g 1 - Methoxypropanol-2 zugegeben. Nach beendetem Aufbau des Molgewichtes und Erreichen des gewünschten Viskositätsbereiches rührte man weitere 5 Stunden bei Raumtemperatur, um den restlichen Isocyanatgehalt mit iso-Propanol zu blockieren. Man erhielt 845,4 g einer 29,5%igen Polyurethanharnstofflösung in Toluol/iso-Propanol/1 -Methoxypropanol-2 mit einer Viskosität von 13100 mPas bei 22 °C.
Beispiel 9a (erfindungsgemäß)
146,8 g Desmophen C 2200, 24,5 g Polycarbonatdiol des Beispiels 1 , 40,0 g LB 25 und 47,8 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) wurden bei 1 10 °C bis zu einem konstanten NCO- Gehalt von 2,4 % umgesetzt. Man ließ abkühlen und verdünnte mit 320,0 g Toluol und 180 g iso- Propanol. Bei Raumtemperatur wurden eine Lösung von 1 1 ,5 g Isophorondiamin in 97,9 g 1- Methoxypropanol-2 zugegeben. Nach beendetem Aufbau des Molgewichtes und Erreichen des
gewünschten Viskositätsbereiches rührte man weitere 22 Stunden bei Raumtemperatur, um den restlichen Isocyanatgehalt mit iso-Propanol zu blockieren. Man erhielt 868,5 g einer 3 1 ,6%igen Polyurethanharnstofflösung in Toluol/iso-Propanol/l -Methoxypropanol-2 mit einer Viskosität von 32800 mPas bei 22 °C. Beispiel 10a (erfindungsgemäß)
97,5 g Desmophen C 2200, 25,6 g Polycarbonatdiol des Beispiels 2, 40,0 g LB 25 und 47,8 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) wurden bei 1 10 °C bis zu einem konstanten NCO- Gehalt von 3,0 % umgesetzt. Man ließ abkühlen und verdünnte mit 3 10,0 g Toluol und 170 g iso- Propanol. Bei Raumtemperatur wurden eine Lösung von 12,7 g Isophorondiamin in 100 g 1 - Methoxypropanol-2 zugegeben. Nach beendetem Aufbau des Molgewichtes und Erreichen des gewünschten Viskositätsbereiches rührte man weitere 22 Stunden bei Raumtemperatur, um den restlichen Isocyanatgehalt mit iso-Propanol zu blockieren. Man erhielt 803,6 g einer 28,2%igen Polyurethanharnstofflösung in Toluol/iso-Propanol/1 -Methoxypropanol-2 mit einer Viskosität von 8600 mPas bei 22 °C. Beispiel IIa (erfindungsgemäß)
1 6,8 g Desmophen C 2200, 12,8 g Polycarbonatdiol des Beispiels 2, 40,0 g LB 25 und 47,8 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H^MDI) wurden bei 1 10 °C bis zu einem konstanten NCO- Gehalt von 2,5 % umgesetzt. Man ließ abkühlen und verdünnte mit 330,0 g Toluol und 185 g iso- Propanol. Bei Raumtemperatur wurden eine Lösung von 1 1 ,7 g Isophorondiamin in 100 g 1 - Methoxypropanol-2 zugegeben. Nach beendetem Aufbau des Molgewichtes und Erreichen des gewünschten Viskositätsbereiches rührte man weitere 6 Stunden bei Raumtemperatur, um den restlichen Isocyanatgehalt mit iso-Propanol zu blockieren. Man erhielt 874, 1 g einer 30,0%igen Polyurethanharnstofflösung in Toluol/iso-Propanol/1 -Methoxypropanol-2 mit einer Viskosität von 1 1400 mPas bei 22 °C. Beispiel 12a Kontaktwinkel und 100%-Module von Vergleichsbeispiel 7a gegen erfindungsgemäße Beispiele 8a-l la
1. Herstellung der Beschichtungen für die Messung des statischen Kontaktwinkels
Die Beschichtungen zur Messung des statischen Kontaktwinkels wurden auf Glasobjektträger der Größe 25x75 mm mit Hilfe eines Spincoaters (RC5 Gyrset 5, Karl Süss, Garching, Deutschland) hergestellt. Ein Objektträger wurde hierzu auf dem Probenteller des Spincoaters eingespannt und mit ca. 2,5 - 3 g organischer 15%iger Polyurethanharnstofflösung homogen bedeckt. Alle organischen Polyurethanharnstofflösungen wurden mit einem Lösungsmittelgemisch aus 65 Gew% To-
luol und 35 Gew% iso-Propanol auf einen Polymergehalt von 15 Gew% verdünnt. Durch Rotation des Probentellers für 20 sec bei 1300 Umdrehungen pro Minute erhielt man eine homogene Be- schichtung, die 1 h bei 100 °C und danach 24 h bei 50 °C getrocknet wurde. Die erhaltenen beschichteten Objektträger wurden direkt einer Kontaktwinkelmessung unterzogen. Von den erhaltenen Beschichtungen auf den Objektträgern wurde eine statische Kontaktwinkelmessung durchgeführt. Mittels des Video- Randwinkelmessgerätes OCA20 der Firma Dataphysics mit rechnergesteuerten Spritzen wurde auf das Muster 10 Tropfen Milliporewasser aufgesetzt und deren statischer Benetzungsrandwinkei gemessen. Zuvor wurde mittels eines Antistatikf ns die statische Aufladung (falls vorhanden) auf der Probenoberfläche entfernt. 2. Herstellung der Beschichtungen für die Messung des 100%-Moduls
Auf Trennpapier werden mit einem 200μm-Rakel Schichten hergestellt, die 15 min bei 100 °C getrocknet werden. Ausgestanzte Formkörper werden nach DIN 53504 untersucht.
3. Untersuchungsergeb
Tabelle 2: Kontaktwinkel und 100%-Module der Filme aus Materialien der Beispiele 7a- 1 l a
Die erfindungsgemäßen Beispiele 8a bis I I a unterscheiden sich dadurch, dass im Vergleich zum Vergleichsbeispiel 7a ein Teil des Polycarbonatdiols Desmophen C2200 durch das erfindungswesentliche Polycarbonatdiol ersetzt wurde. Die Materialien zeigen als Beschichtung ähnlich hydrophile Eigenschaften wie das Vergleichsbeispiel 7a. Die 100%-Module sind alle höher als dasjenige des Vergleichsbeispiels 7a.
Polyurethanharnstoffdispersionen Beispiel 3b (Vergleich)
277,2 g Desmophen C 2200, 33, 1 g Polyether LB 25 und 6,7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C inner- halb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'-Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 16 h war der theoretische NCO Wert von 2,4% erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 71 1 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus 4,8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 590 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 40,7 % und einer mittleren Teilchengröße von 136 nm erhalten.
Beispiel 4b (erfindungsgemäß)
138,6 g Desmophen C 2200, 69,3 g Polycarbonatdiol des Beispiels 1 , 33, 1 g Polyether LB 25 und 6,7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H^MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 75 min war der theoretische NCO Wert von 2,9 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 700 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus 4,8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 530 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 38,4 % und einer mittleren Teilchengröße von 143 nm erhalten. Beispiel 5b (erfindungsgemäß)
208 g Desmophen C 2200, 34,7 g Polycarbonatdiol des Beispiels 1 , 33, 1 g Polyether LB 25 und
6.7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H,2MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man er- wärmte auf 1 10 °C. Nach 16 h war der theoretische NCO Wert von 2,6 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 700 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus
4.8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5
min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 550 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 43,0 % und einer mittleren Teilchengröße von 1 15 nm erhalten. Beispiel 6b (erfindungsgemäß)
138,6 g Desmophen C 2200, 36,2 g Polycarbonatdiol des Beispiels 2, 33, 1 g Polyether LB 25 und
6.7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man er- wärmte auf 1 10 °C. Nach 14,5 h war der theoretische NCO Wert von 3,3 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 670 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus
4.8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 500 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabi- le Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 38,6 % und einer mittleren Teilchengröße von 147 nm erhalten.
Beispiel 7b (erfindungsgemäß)
208 g Desmophen C 2200, 18, 1 g Polycarbonatdiol des Beispiels 2, 33, 1 g Polyether LB 25 und
6.7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'-
Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (Hi2MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 1 7 h war der theoretische NCO Wert von 2,7 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 700 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus
4.8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 550 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 39,7 % und einer mittleren Teilchengröße von 122 nm erhalten.
Beispiel 8b Kontaktwinkel und 100 %-Module von Vergleichsbeispiel 3b gegen erfin- dungsgemäße Beispiele 4b-7b
1. Herstellung der Bescbichtungen für die Messung des statischen Kontakfwinkels
Die Beschichtungen zur Messung des statischen Kontaktwinkels wurden auf Glasobjektträger der Größe 25x75 mm mit Hilfe eines Spincoaters (RC5 Gyrset 5, Karl Süss, Garching, Deutschland) hergestellt. Ein Objektträger wurde hierzu auf dem Probenteller des Spincoaters eingespannt und mit ca. 2,5 - 3 g wässriger unverdünnter Polyurethanharnstoffdispersion homogen bedeckt. Durch Rotation des Probentellers für 20 sec bei 1300 Umdrehungen pro Minute erhielt man eine homogene Beschichtung, die 1 5 min bei 100 °C und danach 24 h bei 50 °C getrocknet wurde. Die erhaltenen beschichteten Objektträger wurden direkt einer Kontaktwinkelmessung unterzogen.
Von den erhaltenen Beschichtungen auf den Objektträgern wird eine statische Kontaktwinkelmessung durchgeführt. Mittels des Video- Randwinkelmessgerätes OCA20 der Firma Dataphysics mit rechnergesteuerten Spritzen wird auf das Muster 10 Tropfen Milliporewasser aufgesetzt und deren statischer Benetzungsrandwinkel gemessen. Zuvor wird mittels eines Antistatikföns die statische Aufladung (falls vorhanden) auf der Probenoberfläche entfernt.
2. Herstellung der Beschichtungen für die Messung des 100%-Moduls
Die Beschichtungen wurden auf Trennpapier mit einem 200 μπι-Rakel aufgetragen. Vor der Film- Herstellung werden die wässrigen Dispersionen mit 2 Gew% eines Verdickers (Borchi Gel A LA, Fa. Borchers, Langenfeld, Deutschland) versetzt und 30 min bei RT durch Rühren homogenisiert. Die feuchten Filme wurden 15 min bei 100 °C getrocknet.
Ausgestanzte Formkörper wurden gemäß DIN 53504 untersucht.
3. Untersuchungsergebnisse Tabelle 1 : Kontaktwinkel und 100%-Module der Filme aus Materialien der Beispiele 3b-7b
Beispiel-Nr. Kontaktwinkel (°) 100%-Modul (N/mm2)
Vergleichsbeispiel 3b 10 2,6
Beispiel 4b 16 9,4
Beispiel 5b < 10 3,8
Beispiel 6b 22 8,2
Beispiel 7b 16 3,3
Die erfindungsgemäßen Beispiele 4b bis 7b unterscheiden sich dadurch, dass im Vergleich zum Vergleichsbeispiel 4b ein Teil des Polycarbonatdiols Desmophen C2200 durch ein neues erfindungsgemäßes Polycarbonatdiol ersetzt wurde. Die Materialien zeigen als Beschichtung ähnlich hydrophile Eigenschaften wie das Vergleichsbeispiel 3b, immer kleinere Kontaktwinkel als 30 °. Die 100%-Module sind alle höher als dasjenige des Vergleichsbeispiels 3b.
Beispiel 9b Vergleichsbeispiel
277,2 g Desmophen C 1200, 33, 1 g Poiyether LB 25 und 6,7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'-Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 75 min war der theoretische NCO-Wert von 2,4 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 71 1 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus 4,8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 590 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Va- kuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 39,9 % und einer mittleren Teilchengröße von 169 nm erhalten.
Beispiel 10b (erfindungsgemäß)
208,0 g Desmophen C 1200, 34,7 g Polycarbonatdiol des Beispiels 1 , 33, 1 g Poiyether LB 25 und 6,7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71,3 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 2 h 40 min war der theoretische NCO Wert von 2,6 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 700 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus 4,8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 530 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 40,8 % und einer mittleren Teilchengröße von 132 nm erhalten.
Beispiel IIb (erfindungsgemäß) 138,6 g Desmophen C 1200, 69,3 g Polycarbonatdiol des Beispiels 1 , 33, 1 g Poiyether LB 25 und 6,7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'-
Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 2,5 h war der theoretische NCO Wert von 2,9 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 700 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus 4,8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 530 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 40,2 % und einer mittleren Teilchengröße von 132 nm erhalten.
Beispiel 12b (erfindungsgemäß) 138,6 g Desmophen C 1200, 36,2 g Polycarbonatdiol des Beispiels 2, 33, 1 g Polyether LB 25 und
6.7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H^MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 2,5 h war der theoretische NCO Wert von 3,2 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 670 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus
4.8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 500 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 39,7 % und einer mittleren Teilchengröße von 151 nm erhalten.
Beispiel 13b Kontaktwinkel und 100 %-Module von Vergleichsbeispiel 9b gegen erfindungsgemäße Beispiele 10b-12b
1. Herstellung der Beschichtungen für die Messung des statischen Kontaktwinkels
Die Beschichtungen zur Messung des statischen Kontaktwinkels wurden auf Glasobjektträger der Größe 25x75 mm mit Hilfe eines Spincoaters (RC5 Gyrset 5, Karl Süss, Garching, Deutschland) hergestellt. Ein Objektträger wurde hierzu auf dem Probenteller des Spincoaters eingespannt und mit ca. 2,5 - 3 g wässriger unverdünnter Polyurethanharnstoffdispersion homogen bedeckt. Durch Rotation des Probentellers für 20 sec bei 1300 Umdrehungen pro Minute erhielt man eine homogene Beschichtung, die 15 min bei 100 °C und danach 24 h bei 50 °C getrocknet wurde. Die erhal- tenen beschichteten Objektträger wurden direkt einer Kontaktwinkelmessung unterzogen.
Von den erhaltenen Beschichtungen auf den Objektträgern wird eine statische Kontaktwinkelmessung durchgeführt. Mittels des Video- Randwinkelmessgerätes OCA20 der Firma Dataphysics mit
rechnergesteuerten Spritzen wird auf das Muster 10 Tropfen Milliporewasser aufgesetzt und deren statischer Benetzungsrandwinkel gemessen. Zuvor wird mittels eines Antistatikföns die statische Aufladung (falls vorhanden) auf der Probenoberfläche entfernt.
2. Herstellung der Beschichtungen für die Messung des 100%-Moduls Die Beschichtungen wurden auf Trennpapier mit einem 200 μηι-Rakel aufgetragen. Vor der Filmherstellung werden die wässrigen Dispersionen mit 2 Gew% eines Verdickers (Borchi Gel A LA, Fa. Borchers, Langenfeld, Deutschland) versetzt und 30 min bei RT durch Rühren homogenisiert. Die feuchten Filme wurden 15 min bei 100 °C getrocknet.
Ausgestanzte Formkörper wurden gemäß DIN 53504 untersucht.
3. Untersuchungsergeb
Tabelle 2: Kontaktwinkel und 100%-Module der Filme aus Materialien der Beispiele 9b-12b
Die erfindungsgemäßen Beispiele 10b bis 12b unterscheiden sich dadurch, dass im Vergleich zum Vergleichsbeispiel 9b ein Teil des Polycarbonatdiols Desmophen C1200 durch ein neues erfm- dungsgemäßes Polycarbonatdiol ersetzt wurde. Die Materialien zeigen als Beschichtung ähnlich hydrophile Eigenschaften wie das Vergleichsbeispiel 9b, immer kleinere Kontaktwinkel als 30 °. Die 100%-Module sind alle höher als dasjenige des Vergleichsbeispiels 9b.
Beispiel 14b Vergleichsbeispiel
269,8 g Desmophen C 2200, 49,7 g Polyether LB 25 und 6,7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'-Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (HnMDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 21 h war der theoretische NCO-Wert von
2,4 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 71 1 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus 4,8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 590 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 41 ,3 % und einer mittleren Teilchengröße von 109 nm erhalten.
Beispiel 15b (erfindungsgemäß)
135 g Desmophen C 2200, 67,5 g Polycarbonatdiol des Beispiels 1 , 49,7 g Polyether LB 25 und
6.7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'-
Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 17,5 h war der theoretische NCO Wert von 2,5 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 650 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus
4.8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 520 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 39,8 % und einer mittleren Teilchengröße von 80 nm erhalten.
Beispiel 16b (erfindungsgemäß) 202,4 g Desmophen C 2200, 33,7 g Polycarbonatdiol des Beispiels 1 , 49,7 g Polyether LB 25 und
6.7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H|2MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 17 h war der theoretische NCO Wert von 2,5 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 650 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus
4.8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 540 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 41 ,3 % und einer mittleren Teilchengröße von 85 nm erhalten.
Beispiel 17b (erfindungsgemäß)
202,6 g Desmophen C 2200, 17,7 g Polycarbonatdiol des Beispiels 2, 49,7 g Polyether LB 25 und
6.7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H^MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 17 h war der theoretische NCO Wert von 2,6 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 670 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus
4.8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 550 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 41 ,4 % und einer mittleren Teilchengröße von 85 nm erhalten.
Beispiel 18b (erfindungsgemäß)
135 g Desmophen C 2200, 35,3 g Polycarbonatdiol des Beispiels 2, 49,7 g Polyether LB 25 und 6,7 g Neopentylglykol wurden bei 65 °C vorgelegt und 5 min durch Rühren homogenisiert. Zu dieser Mischung gab man bei 65 °C innerhalb von 1 min zuerst 71 ,3 g 4,4'- Bis(isocyanatocyclohexyl)methan (H12MDI) und danach 1 1 ,9 g Isophorondiisocyanat. Man erwärmte auf 1 10 °C. Nach 17,5 h war der theoretische NCO Wert von 3, 1 % erreicht. Das fertige Prepolymer wurde bei 50 °C in 620 g Aceton gelöst und anschließend bei 40 °C eine Lösung aus 4,8 g Ethylendiamin in 16 g Wasser innerhalb von 10 min zudosiert. Die Nachrührzeit betrug 5 min. Anschließend wurde innerhalb von 15 min durch Zugabe von 490 g Wasser dispergiert. Es folgte die Entfernung des Lösungsmittels durch Destillation im Vakuum. Es wurde eine lagerstabile Polyurethanharnstoffdispersion mit einem Festkörpergehalt von 39,2 % und einer mittleren Teilchengröße von 79 nm erhalten. Beispiel 19b Kontaktwinkel und 100 %-Module von Vergleichsbeispiel 14b gegen erfindungsgemäße Beispiele 15b-18b
1. Herstellung der Beschichtungen für die Messung des statischen Kontaktwinkels
Die Beschichtungen zur Messung des statischen Kontaktwinkels wurden auf Glasobjektträger der Größe 25x75 mm mit Hilfe eines Spincoaters (RC5 Gyrset 5, Karl Süss, Garching, Deutschland) hergestellt. Ein Objektträger wurde hierzu auf dem Probenteller des Spincoaters eingespannt und mit ca. 2,5 - 3 g wässriger unverdünnter Polyurethandispersion homogen bedeckt. Durch Rotation des Probentellers für 20 sec bei 1300 Umdrehungen pro Minute erhielt man eine homogene Be-
schichtung, die 15 min bei 100 °C und danach 24 h bei 50 °C getrocknet wurde. Die erhaltenen beschichteten Objektträger wurden direkt einer Kontaktwinkelmessung unterzogen.
Von den erhaltenen Beschichtungen auf den Objektträgern wird eine statische Kontaktwinkelmessung durchgeführt. Mittels des Video- Randwinkelmessgerätes OCA20 der Firma Dataphysics mit rechnergesteuerten Spritzen wird auf das Muster 10 Tropfen Milliporewasser aufgesetzt und deren statischer Benetzungsrandwinkel gemessen. Zuvor wird mittels eines Antistatikföns die statische Aufladung (falls vorhanden) auf der Probenoberfläche entfernt.
2. Herstellung der Beschichtungen für die Messung des 100%-Moduls
Die Beschichtungen wurden auf Trennpapier mit einem 200 μηι-Rakel aufgetragen. Vor der Film- herstellung werden die wässrigen Dispersionen mit 2 Gew% eines Verdickers (Borchi Gel A LA, Fa. Borchers, Langenfeld, Deutschland) versetzt und 30 min bei RT durch Rühren homogenisiert. Die feuchten Filme wurden 15 min bei 100 °C getrocknet.
Ausgestanzte Formkörper wurden gemäß DIN 53504 untersucht.
3. Untersuchungsergebnisse Tabelle 3: Kontaktwinkel und 100%-Module der Filme aus Materialien der Beispiele 14b- 18b
Die erfindungsgemäßen Beispiele 15b bis 18b unterscheiden sich dadurch, dass im Vergleich zum Vergleichsbeispiel 14b ein Teil des Polycarbonatdiols Desmophen C2200 durch ein neues erfindungsgemäßes Polycarbonatdiol ersetzt wurde. Die Materialien zeigen als Beschichtung ähnlich hydrophile Eigenschaften wie das Vergleichsbeispiel 14b, immer kleinere Kontaktwinkel als 30 °. Die 100%-Module sind alle höher als dasjenige des Vergleichsbeispiels 14b.