RÜCKHALTESYSTEM FÜR FAHRZEUGE IM BEREICH VON STRASSEN
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Rückhaltesystem gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Stand der Technik
Bei einem bekannten derartigen Rückhaltesystem (siehe
EP 1910622 B ) sind Sicht- und/oder Schallschutzelemente mit einem einstückig angeformten Fuß versehen, der sich nach beiden Seiten des Schutzelementes erstreckt und auf dem zumindest an einer Seite Abweiselemente aufgestellt sind.
Bei dieser bekannten Lösung ergibt sich der Nachteil, dass die Herstellung der Schutzelemente einen hohen Aufwand erfordert, insbesondere aufgrund der erforderlichen Schalung zur Herstellung der Elemente aus einer erhärtenden plastischen Masse, wie z.B. Beton. Außerdem ist es bei diesem System erforderlich, die Schutzelemente und die Abweiselemente über eingearbeitete Zugelemente zu verbinden, um über eine längere Strecke ein derartiges System aufbauen zu können.
Weiters ist aus der
AT 502935 B ein System bekannt, bei dem die Sicht- und/oder Schallschutzelemente an der Oberseite der Abweiselemente befestigt sind.
Bei dieser Lösung ergibt sich das Problem, dass sich aufgrund der Windkräfte im Bereich des Anschlusses der Schutzelemente an den Abweiselementen große Biegekräfte ergeben und die Montage vor Ort einen hohen Arbeitsaufwand erfordert. Auch bei diesem System ist es erforderlich, die Abweiselemente und die Schutzelemente zugfest miteinander zu verbinden, um im Falle eines Aufpralls eines Fahrzeugs ein Ausscheren eines einzelnen Elementes aus dem Verband der Elemente zu verhindern.
Ein Rückhaltesystem der eingangs genannten Art ist aus der
US 7220077 B bekannt. Es werden dort an die Flachseiten der Abweiselemente Schallschutzelemente geschraubt. Nachteilig ist dabei, dass die Abweiselemente sehr stabil im Boden verankert werden müssen, denn sonst könnte die gesamte Konstruktion im Falle eines heftigen Anpralls (z.B. durch einen LKW) umkippen.
Darstellung der Erfindung
Ziel der Erfindung ist es, diesen Nachteil zu vermeiden und ein Rückhaltesystem der eingangs erwähnten Art vorzuschlagen, dessen einzelne Teile sich einfach herstellen lassen und die sich einfach zu einer fortlaufend verbundenen Wand montieren lassen, wobei die Gefahr des Umkippens deutlich verringert sein soll.
Erfindungsgemäß wird dies bei einem Rückhaltesystem der eingangs erwähnten Art durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 erreicht.
Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen können die Sicht- und/oder Schallschutzelemente, die im Folgenden als Schutzelemente bezeichnet werden, von den Abweiselementen und deren Abstützungen gehalten werden. Die Kippachse liegt dadurch an der hinteren Kante der Abstützung, sodass im Fall eines Unfalls nicht nur ‑ wie bei der
US 7220077 B ‑ das Abweiselement, sondern auch die gesamte Schutzwand (und in geringerem Ausmaß auch die Abstützung) gehoben werden müsste. Somit wird das Gewicht der Schutzwand zur Erhöhung der Stabilität gegen Kippen ausgenützt.
Dennoch lassen sich die Schutzelemente und die Abweiselemente mit einfachen Formen bzw. Schalungen aus einer erhärtenden Masse, wie Beton, herstellen.
Durch die Merkmale des Anspruchs 2 ergeben sich zwei Vorteile: Einerseits handelt es sich um eine sehr einfach zu realisierende Verbindung zwischen den Abweiselementen und den Abstützungen, andererseits wird durch diese Verbindung ein Verschieben der Schutzwand in Längsrichtung verhindert.
Besonders vorteilhaft ist es, die Merkmale des Anspruchs 3 vorzusehen. Dadurch ergibt sich ständig (nicht nur im Falle eines Unfalls) eine statisch bestimmte Auflage der Schutzelemente, wobei deren Gewicht den Verschiebewiderstand der Abweiselemente im Falle eines Aufpralls eines Fahrzeuges erhöht.
Um plötzliche Belastungen der Abweiselemente durch die Schutzelemente in deren Einspannbereich, z.B. aufgrund von Windkräften, und damit ein Ausschlagen der entsprechenden Flächen zu vermeiden, ist es vorteilhaft, die Merkmale des Anspruchs 4 vorzusehen. Auf diese Weise wird bei einem Windangriff ein im Wesentlichen verlaufender Anstieg der Belastung des Abweiselementes bzw. dessen Abstützung sichergestellt, und es können Toleranzen ausgeglichen werden.
Um eine einfache Montage der Schutzelemente zu ermöglichen, ist es zweckmäßig, die Merkmale des Anspruchs 5 vorzusehen. So wird aufgrund der Verjüngung der Dicke der Schutzelemente ein Einsetzen der Schutzelemente zwischen die einander zugekehrten Flächen der Abweiselemente und deren Abstützungen wesentlich erleichtert.
Dabei ergibt sich bei einer durchgehend ebenen Ausführung einer Seite der Schutzelemente eine Vereinfachung der erforderlichen Schalungen, wodurch die Herstellungskosten der Elemente gesenkt werden.
In einer alternativen Ausführungsform der Erfindung sind zur Lösung der Aufgabe die Merkmale des Anspruchs 6 vorzusehen. Um beim Aufstellen des Rückhaltesystems möglichst wenig Einzelteile zu benötigen, ist es vorteilhaft die Merkmale des Anspruchs 7 vorzusehen.
Nach einer weiteren alternativen Ausführungsform kann auch vorgesehen sein, dass die Abweiselemente direkt (also nicht über die Schutzwand) durch Zugelemente mit den Abstützungen verbunden sind, welche die Schutzwand durchsetzten.
Durch die Merkmale des Anspruchs 9 ergibt sich der Vorteil, dass auf einfache Weise das erfindungsgemäße Rückhaltesystem auch als Fahrbahnteiler eingesetzt werden kann. Die Herstellung solcher Abweiselemente kann dabei einfach in im Wesentlichen trogförmigen Formen erfolgen, in die entsprechende Kerne eingesetzt werden, wobei zwischen den einzelnen Kernen Abstände zur Ausbildung der Verbindungsstege frei gelassen werden.
Bei einem erfindungsgemäßen Rückhaltesystem nach Anspruch 10 kann auf eine zugfeste Verbindung der einzelnen Elemente in Längsrichtung zur Sicherung gegen einen Durchbruch im Falle eines Aufpralls verzichtet werden, wodurch sich eine wesentliche Kostenreduktion ergibt. Dabei wird durch die Versetzung der Trennfugen zwischen den Abweiselementen einerseits und den Schutzelementen andererseits ein sehr fester Verbund der Elemente erreicht, wodurch einzelne Elemente erst nach einem vollständigen Bruch entweder eines Schutzelementes oder eines Abweiselementes aus dem Verbund derselben ausgeschoben werden können.
Um ein besonderes hohes Maß an Aufprallenergie absorbieren zu können und eine niedrige Insassenbelastung bei einem Aufprall eines leichten Fahrzeugs sicherzustellen, ist es vorteilhaft, die Merkmale des Anspruches 11 vorzusehen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird nun anhand der Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen:
Fig. 1 schematisch eine Schnittansicht der Rückseite eines erfindungsgemäßen Rückhaltesystems,
Fig. 2 eine Draufsicht auf das Rückhaltesystem gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine Querschnittsansicht des Rückhaltesystems gemäß den Fig. 1 und 2,
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung eines Abweiselementes von hinten,
Fig. 5 eine schematische, teilweise geschnittene Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Rückhaltesystems,
Fig. 6 eine Seitenansicht einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Rückhaltesystems mit über Distanzhalter befestigten Anprallelementen,
Fig. 7 eine Draufsicht auf ein Rückhaltesystem gemäß Fig. 5
Fig. 8 eine Draufsicht auf eine alternative Ausführungsform der Erfindung, und
Fig. 9 eine Draufsicht auf eine weitere alternative Ausführungsform der Erfindung.
Weg(e) zur Ausführung der Erfindung
Bei dem Rückhaltesystem gemäß den Fig. 1 und 2 sind Sicht- und bzw. oder Schallschutzelemente 1 (im weiteren kurz Schutzelemente 1 genannt) von Abweiselementen 2 gehalten. Dabei weisen die Abweiselemente 2 Abstützungen 4 auf, die über Verbindungsstege 3 mit diesen verbunden sind. Diese Verbindungsstege 3 erstrecken sich im Wesentlichen von der Aufstandsfläche bis zur Oberseite der Abweiselemente 2.
Die Verbindungsstege 3 sind schmäler als die Abstützungen 4, wobei sich die Verbindungsstege 3 von Verstärkungsrippen 5, die sich gegen das Innere der Abweiselemente 2 erstrecken, weg erstrecken (Fig. 4)
An den Enden eines jeden Abweiselementes 2 sind Verstärkungsrippen 5’ und Verbindungsstege 3’ sowie die Abstützungen 4’ mit jeweils vorzugsweise der halben Breite der übrigen Verstärkungsrippen 5 bzw. Verbindungsstege 3 bzw. Abstützungen 4 vorgesehen. Dabei bilden diese halben Verstärkungsrippen 5’ ebene Stirnseiten der Abweiselemente 2, sodass eine gute Anlage benachbarter Abweiselemente 2 aneinander beim Aufbau eines Rückhaltesystems sichergestellt ist.
Die Schutzelemente 1 weisen an deren Unterkante offene Schlitze 6 auf, deren Breite im Wesentlichen der Breite der Verbindungsstege 3 zuzüglich erforderlicher Montagetoleranzen entspricht. Durch unterschiedliche Spaltausbildung zwischen den Stegen der Abweiselemente und der Sicht- und/oder Schallschutzelemente kann erreicht werden, dass durch die im Falle eines Anpralls entstehende Verschiebung des Systems eine verlaufende Energieabsorbierung erfolgt. Im montierten Zustand der Schutzelemente 1 greifen die Verbindungsstege 3 in die Schlitze 6 der Schutzelemente 1 ein. Dabei ist die Tiefe der Schlitze 6 etwas geringer als die Höhe der Abweiselemente 2, sodass die Schutzelemente auf den Verbindungsstegen 3, 3’ aufsitzen und zwischen der Unterkante der Schutzelemente 1 und der Aufstandsfläche der Abweiselemente 2 ein kleiner Spalt 7 verbleibt. Damit ist sichergestellt, dass das gesamte Gewicht der Schutzelemente 1 auf den Abweiselementen 2 lastet und diese einen entsprechend hohe Kippsicherheit bei Windbelastung oder einem Aufprall aufweisen.
Wie aus Fig. 3 zu ersehen ist, verjüngt sich die Dicke der Schutzelemente 1 in ihrem unteren, in die Abweiselemente 2 eingreifenden Abschnitt 8 gegen die Unterkante der Schutzelemente 1 zu. Dabei ist eine den Abweiselementen 2 zugekehrte durchgehend ebene Fläche 9 vorgesehen. Die einander zugekehrten Flächen der Verstärkungsrippen 5, 5’ und der Abstützungen 4, 4’ sind im Wesentlichen gegengleich zu den Flächen 9 und den schräg verlaufenden Flächen 10 der Abschnitte 8 der Schutzelemente 1 ausgebildet.
In den Endbereichen der Schutzelemente sind Ausnehmungen 6’ vorgesehen, die vorzugsweise den halben Schlitzen 6 entsprechen (Fig. 1).
Grundsätzlich können die Verstärkungsrippen 6’ und die Verbindungsstege 3’ wie auch die Abstützungen 4’ in den Endbereichen der Abweiselemente 2 auch die volle Breite der übrigen Verstärkungsrippen 6, Verbindungsstege 3 und Abstützungen 4 aufweisen, jedoch müssen dann die Ausnehmungen 6’ in den Endbereichen der Schutzelemente entsprechend ausgebildet sein.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 5 ist die Abstützung 4 durch ein zum Abweiselement 2 im Wesentlichen spiegelbildlich ausgeführtes Abweiselement 41 ersetzt. Dabei sind zwischen den Abweiselementen 4, 41 Verbindungsstege 3 vorgesehen, auf denen die Schutzelemente 1 aufsitzen.
Wie aus Fig. 6 ersichtlich ist, können zwischen den Flächen 9 der Schutzelemente 1 und den dieser zugekehrten Flächen der Verstärkungsrippen 5 der Abweiselemente 2 sowie den schräg verlaufenden Flächen 10 der Schutzelemente 1 und den diesen zugekehrten Flächen der Abstützungen 4, 41 elastische Zwischenlagen 12 eingefügt werden.
Weiters können an den der Fahrbahn zugekehrten Seiten der Abweiselemente 2 Anprallelemente 13 vorgesehen werden, die über Abstandhalter 14 an den Abweiselementen 2 bzw. den Abstützungen 41 befestigt sind.
Beim Aufbau eines erfindungsgemäßen Rückhaltesystems werden, wie aus Fig. 7 zu ersehen ist, die Trennfugen 15 zwischen den Abweiselementen 2 einerseits und die Trennfugen 16 zwischen den Schutzelementen 2 anderseits gegeneinander versetzt angeordnet. Dabei entspricht die Versetzung vorteilhafter Weise der halben Länge dieser Elemente 2, 1. Dadurch kann auf eine Verbindung dieser Elemente 2, 1 mittels Zugbänder verzichtet werden.
Die Fig. 8 und 9 zeigen jeweils alternative Ausführungsformen der Erfindung, bei welchen die Schutzelemente 1' mittels Zugelementen 21 mit den Abweiselementen 2' bzw. den Abstützungen 2'' verbunden sind. Die Zugelemente ragen dabei durch Bohrungen 22 in den Seitenflächen der Schutzelemente 1', wobei die Bohrungen 22 im Bereich von Distanzelementen 20 angeordnet sind. Die Distanzelemente 20 können einstückig an die Abweiselemente 2' (Fig. 8) oder an die Schutzelemente 1' (Fig. 9) angeformt sein.