Verstellbare Vertikalaussteifung
fuer einen abstellbaren Schiebefluegel
Die Erfindung betrifft eine Vertikalaussteifung für den Flügel einer Schiebe-Tür oder eines Schiebefensters (als Verfahren und als Vorrichtung). Der untere, horizontale Flügelholm ist dabei mit mindestens einem auf einer Laufschiene am Blendrahmen mit seinen Rollen aufsitzenden Laufwagen über einen Ausstellarm verbunden. Beim Öffnen des Flügels entsteht ein entsprechendes Drehmoment, das mit der Last des Flügels in der Offenstellung (= die Parallelabstellung) eine erhebliche Torsionswirkung auf den unteren horizontalen Holm des Flügels erzeugt.
Eine Vertikalaussteifung erfordert eine Eckverstärkung im Laufwerkbereich des Flügels, welche der Torsion des unteren Flügelholms entgegenwirkt. Der Torsion, die den
Kraftaufwand beim Schließen des Flügels erheblich erhöht, wird dadurch entgegengewirkt.
Eckverstärkungen dieser Art sind bereits bekannt, z.B. aus EP-A 1 132 562 (HAUTAU) und EP-A 1 391 576 (HAUTAU). Diese bekannten Aussteifungen haben eine feste,
gleichbleibende Beziehung zum Flügel, wenn sie montiert sind. Das bedeutet, dass die entstehende Torsion bei verschiedenen Flügelmaterialien, wie Kunststoff, Holz und Metall, oder unterschiedlichen Flügelgewichten, z. B. aufgrund des Gewichtes der Scheibe, nicht gleichmäßig und vergleichbar aufgefangen werden kann.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vertikalaussteifung zu schaffen, welche verstellbar ist, so dass sie an verschiedenen Holmen mit sich anpassender Wirkung eingesetzt werden kann, unabhängig davon, wie die Holme des Fensterflügels konstruiert und aus welchem Material sie gefertigt sind.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 oder 10 gelöst; als Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 11 oder 12.
Das Stellmittel (als Stelleinrichtung) am oberen Ende der Vertikalaussteifung (seines Bolzens) wirkt auf dieses obere Ende ein und bewirkt, dank eines Abstandes vom
vertikalen Flügelholm, eine Veränderung des Winkels zwischen dem Bolzen der
Vertikalaussteifung und dem lotrechten Flügelholm. Wird der Winkel zum Beispiel auf einen negativen Wert eingestellt, hebt sich der untere horizontale Flügelholm mitsamt der ihm zugeordneten Laufwägen.
Die Parallellage von vertikalem Holm und Bolzen entspricht dem Winkel Null.
Die Parallellage ist nur bezogen auf den Flügel. Sie kann in einem kleinen Winkelbereich (Anspruch 13) variieren, wenn der Einsteckbereich (die Einstecköffnung) für den Bolzen geneigt ist, gegenüber der Ebene der Anlagefläche des Tragprofils für den horizontalen Flügelholm. Dies kann in einem Bereich von ± 5°, bevorzugt von ± 2° erfolgen. Die
"Parallellage" soll dies auch umschreiben.
Nicht senkrecht zu der Erstreckung des Bolzens ist aber die horizontale Ebene, die senkrecht zur Erstreckung des Blendrahmens verläuft. Hier ist im Laufwagen und besonders im Abstellarm für den Normalzustand der Nicht-Kompensation eine
Abweichung durch das Absacken des Flügels zu erkennen. Es ergibt sich eine Abweichung der Ebene, die umso größer ist, je größer das Gewicht des Flügels (ggf. einschließlich des Flügeleinsatzes, z. B. einer Scheibe aus Glas). Eine vollständig unkompensierte Situation kann so entstehen, dass der Bolzen in einem deutlich positiven Winkel geneigt gegenüber der Oberfläche des vertikalen Holmes steht, und eine Parallellage schon eine
Vorkompensation ist, welche die "abgesackte" horizontale Ebene in Richtung der realen, zum Blendrahmen senkrechten, hypothetisch besten horizontalen Ebene anhebt. Eine vollständige Kompensation ist dann erreicht, wenn die abgesackte Ebene so weit angehoben wurde (richtiger: verdreht wird), durch Einfluss eines Drehmoments im
Einsteckbereich des Tragprofils (Anspruch 12 oder 10), dass sie mit der zur Fläche des Blendrahmens senkrechten, horizontalen Ebene übereinstimmt.
Eine alternative Umschreibung der Änderung des Drucks am oberen Ende der
Vertikalaussteifung liegt darin, den Abstand des oberen Endes des Bolzens von der
Oberfläche des vertikalen Flügelholms zu verändern, so dass sich eine weg-gesteuerte Drehmomentenbildung im Einsteckbereich am Tragprofil ergibt, welche die Kompensation vornimmt. Diese Kompensation kann auch als "abstandsgesteuerte Absackkompensation" benannt werden, bezogen auf den Ausstellarm des Laufwagens.
Der Begriff des Bolzens, der verschiedene Querschnittsformen haben kann (Anspruch 4), ist funktionell zu verstehen. Er ist langgestreckt und steckt unten in dem Tragprofil. Er bringt ein Drehmoment in das Profil ein. Auch eine langgestreckte, dicke Platte erfüllt diese Aufgabe. Allgemeiner gesprochen, steht "der Bolzen" für einen langgestreckten
Drehmomenten-Hebel, der unten eingespannt ist und oben verstellt wird (in seiner Winkellage oder seinem Abstand gegenüber dem vertikalen Holm). An der Einspannstelle übt er sein Drehmoment aus (Anspruch 10), welche die Kompensation des "Absackens" des Flügels erreichen kann, und dies einstellbar.
Die Verbindung des Bolzens mit dem Tragprofil, an einer oder beiden Ecken, ist nach Anspruch 1 zumindest formschlüssig. Die Verbindung kann darüber hinaus auch stoffschlüssig oder kraftschlüssig geschaffen sein, was beinhaltet, dass sie für eine stoffschlüssige Verbindung auch formschlüssig ist. Eine einstückige Verbindung, also die unmittelbare Anbringung des Bolzens am Tragprofil (als ein Bauteil) ist auch als
"zumindest formschlüssig" zu verstehen. Das ist nicht exklusiv, sondern eine aufeinander aufbauende Art der Verbindung. Eine Einstückigkeit (Anspruch 4c) wird auch durch ein Schweißen oder Kleben erreicht. Ein Nietvorgang mag keine Einstückigkeit hervorbringen, ist aber kraftschlüssig. Alle diese Verbindungsarten sind möglich, allein das Einstecken in eine vertikale oder leicht geneigte Einstecköffnung im Tragprofil erlaubt das anschließende Herausnehmen des Bolzens. Für die Aussteifung ist ein solches Herausnehmen aber nicht zwingend erforderlich, vielmehr erfüllt auch das einstückige Bauteil im Eckbereich seine Aufgabe der veränderbaren Vertikalaussteifung.
Das Einstecken mag in der Lage sein, ein höheres Drehmoment auf einem größeren
Höhenabschnitt des Tragprofils aufzubringen. Vorstellbar ist aber auch eine anfangs formschlüssige Verbindung durch Einstecken mit einem anschließenden zusätzlichen Verbindungsvorgang aus beispielsweise Schweißen. Dieser kombiniert die Stabilität und Belastbarkeit der Verbindung. Statt Schweißen kann ein Kleben ebenso in Verbindung mit einem spielfreien Einstecken beide Funktionen erfüllen.
Die anderen abhängigen Ansprüche sind hier einbezogen.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der verstellbaren Vertikalaussteifung finden sich in anschließenden Beschreibung an Hand von entsprechenden Beispielen.
Figur 1 zeigt eine Vorderansicht des unteren Bereiches eines
Flügels 1 eines Abstellschiebefensters mit einer
schematischen Versteifung 7/8 links und rechts.
Figur 2 zeigt einen senkrechten Schnitt nahe der rechten Ecke des
Flügelrahmens, wo die Vertikalaussteifung im Bereich des senkrechten Flügelholms angebracht werden kann. Sie zeigt
die Vorrichtung in einer ersten Wirkstellung mit dem
Winkel ct.
Figur 3 zeigt in gleicher Darstellung, wie in Figur 2, die Vorrichtung
zur Vertikalaussteifung in einer Stellung, in der sie der
sichtbaren Torsion des unteren Flügelholms la nicht
entgegenwirkt.
Figur 4 zeigt in gleicher Darstellung, wie Figur 2, wie sich Dank der
Wirkung der Vorrichtung, der untere Flügelholm zusammen mit den daran angeordneten Armen 5 der Laufwagen 4
anhebt.
Figur 5 ist eine Abwandlung der verstellbaren Vertikalaussteifung,
bei der eine kräftige Platte 9 als Aussteifung mit dem
Bolzen 7' als Stellelement zusammenwirkt. Die Figur zeigt die Vorrichtung von der Vorderseite.
Figur 5a,
Figur 5b zeigen einen Längsschnitt entlang der lotrechten
Schnittebene A-A der Figur 5 in zwei Winkelstellungen des Stellelements als Bolzen 7'.
Figur 5c zeigt eine Aufsicht von oben auf die Vorrichtung nach
Figur 5.
Figur 5d zeigt die Vorrichtung nach Figur 5 von der
entgegengesetzten Seite (Unterseite bzw. Montageseite).
Zum besseren Verständnis ist die Vorrichtung nach den Beispielen der Erfindung in den Figuren 2 bis 4 in ihrem Einbauzustand am rechten unteren Eckbereich des Flügels 1 gezeigt, wo der horizontale Holm la und der vertikale Holm lb des Flügelrahmens miteinander verbunden sind. Dieser Einbauzustand gilt für das Beispiel der Figuren 5 entsprechend, ist dort aber nicht dargestellt.
In Figur 1 ist der Schiebeflügel 1 in seinem unteren Bereich gezeigt, wo sein horizontaler Holm la mit den beiden lotrechten Holmen lb verbunden ist. Am zugehörigen
Blendrahmen 2 ist eine Laufschiene 3 mit Bahn 3a fest verbunden, auf der die Laufwägen 4 aufsitzen, die über Ausstellarme 5 mit dem Schiebeflügel über je ein am horizontalen Holm la des Flügelrahmens fest (unverschieblich) angeordnetes Tragprofil 6 schwenkend (Schwenkachse 50) verbunden sind. Mit 7 und 8 sind Hilfsmittel zur vertikalen Aussteifung und zu ihrer Verstellung in Figur 1 angedeutet.
Die Figuren 2 bis 4 zeigen die verstellbare Aussteifung im senkrechten Schnitt, bei vom Blendrahmen 2 abgestelltem Flügel 1, jeweils in gleicher Darstellung, jedoch mit unterschiedlichen Winkeln et des Bolzens 7 gegenüber dem vertikalen Holm lb. Dies entspricht unterschiedlichen Drehmomenten im Einsteckbereich 6a jedes Tragprofils.
In Figur 2 ist der Laufwagen 4 mit ausgeschwenktem Ausstellarm 5 und dessen Anschluss am Flügel über das Tragprofil 6 gezeigt. Im letzteren ist in eine Stecköffnung 6a spielfrei der untere Abschnitt 7b des zur Aussteifung verwendbaren langgestreckten
Drehmomenten-Hebels 7 einsteckbar. Dieser Hebel ist ein längerer, kräftiger Bolzen 7 mit kreisförmigem oder mehreckigem Querschnitt.
Jedes der beiden Tragprofile 6 weist auf der dem unteren Holm la zugewandten Seite einen den unteren Holm untergreifenden plattenförmigen Steg 6' und ein Profil auf, das den Hebel 7 in einem vorbestimmten, bevorzugt zur Anlagefläche E des Tragprofils parallelen Abstand "e" fixiert. Da Figur 2 die Vorrichtung in einer ersten Stellung zeigt, die einer Teilkompensation entspricht, befindet sich der über das Tragprofil frei nach oben ragende Abschnitt des Hebels 7 (im Folgenden Bolzen 7) in einem von der Außenfläche des Flügelholms lb gleich bleibenden, parallelen Abstand X=e, der zu Vergleichszwecken mit den anderen, in den Figuren 3 und 4 dargestellten Situationen, im oberhalb des Endes des Bolzens 7 dargestellten Figurenabschnitt als Winkel et bezeichnet ist (et ist in Figur 2 Null).
Die parallele Situation von Figur 2 bezieht sich auf den Einsteckbereich 6a, in dem der Bolzen 7 eingesteckt ist. Der Einsteckbereich hat einen gleich bleibenden Abstand e, wenn er parallel zu der Fläche E des Tragprofils 6 verläuft. In weiteren, nicht dargestellten
Ausführungsformen kann der Einsteckbereich 6a auch leicht geneigt gegenüber der Fläche E verlaufen, bspw. in einem Winkelbereich von -5° bis +5°, bevorzugt ±2°, welcher sich auf die Orientierung und Achse des Einsteckbereiches 6a bezieht, bezogen auf die Anlagefläche E des Tragprofils, e verändert sich nicht entsprechend dem Winkel ct. Die Achse des Einsteckbereichs 6a ist ein Abschnitt der Achse 700 des Bolzens 7.
Am oberen Ende weist der Bolzen 7 einen (abgeflachten) stegförmigen Abschnitt 7a, im Wesentlichen parallel zur Außenfläche des Holms auf. In diesem Abschnitt ist eine
Bohrung 7c oder dgl. für den Durchgriff eines Stellglieds, wie einer in den Flügelholm lb eingreifenden Schraube 8, vorgesehen. Der Kopf 8' der Schraube 8 liegt an der Außenfläche des stegförmigen Abschnitts 7a an.
Ist der Einsteckbereich 6a leicht geneigt gegenüber der Fläche E des Tragprofils 6, ist auch der stegförmige Abschnitt 7a nicht vollständig parallel zur Fläche des vertikalen Holms lb. Aufgrund seiner kurzen Erstreckung in Vertikalrichtung kann auch bei einem geneigten Winkel des Einsteckbereichs 6a davon ausgegangen werden, dass dieser Stegabschnitt 7a im Wesentlichen parallel zur Oberfläche verläuft.
Eine Teilkompensation des Flügelgewichts, die in Figur 2 gezeigt ist, ergibt sich aus der Anlage des Kopfes 8' an dem stegförmigen Abschnitt 7a. Hier wird bereits ein Druck auf den stegförmigen Abschnitt aufgebracht, der durch Einschrauben der Schraube 8 in den vertikalen Flügelholm lb bewirkt wird, wodurch sich das untere Ende des Flügels anhebt (Drehmoment nach rechts gerichtet, mathematisch negativ).
Bezogen auf den Ausstellarm 5 des Laufwagens 4 kann diese Wirkung anhand der beiden eingezeichneten Ebenen 500 und 501 verdeutlicht werden, die nicht parallel verlaufen, sondern in einem Winkel > 0 gegeneinander orientiert sind. 500 ist die Ebene, die senkrecht auf der Vertikalebene des Blendrahmens 2 steht. Sie geht durch die Mitte des Ausstellarms und verläuft "ideal". Aufgrund des Flügelgewichts Fi hat der Flügel den Ausstellarm 5 in sich tordiert, wodurch das linkere äußere Ende des Flügelarms tiefer liegt, als die genannte Ebene 500. Die Mittelebene des belasteten Arms 5 ergibt sich zu 501, die den gezeigten Winkel, sprich: Fehlwinkel, einnimmt und in Figur 2 schon dadurch teilweise kompensiert ist, dass die Schraube 8 eingeschraubt ist und einen Druck auf den oberen Stegabschnitt 7a aufbringt, wodurch der Bolzen 7 nach rechts gedreht wird, mit der Folge eines entsprechenden Drehmoments im Einsteckbereich 6a des Tragprofils 6.
Deutlicher wird die Winkelabweichung in dem in Figur 3 gezeigten Belastungsfall, der im Wesentlichen derjenigen Situation entspricht, bei der keine Kompensation stattfindet, also
das Flügelgewicht Fi sich vollständig auf die Absacklage des Ausstellarms 5 des Laufwagens 4 auswirken kann (an sich beider Arme 5 und Wägen 4).
In der Figur 3, einer zu Figur 2 gleichartigen Darstellung, ist der untere Bereich des Flügels auf Grund seiner Stellung und seiner Last F=Fi in Richtung des Blendrahmens 2 geneigt und die Vertikalaussteifung ist in einer noch nicht entsprechend kompensierten Lage gezeigt, so dass die Flügelstellung und die Flügellast zu einem Winkel cti zwischen dem Bolzen 7 und der Außenfläche des lotrechten Flügelholms lb führen. Dies führt dazu, dass ein Schließen des Flügels aus seiner abgestellten Stellung einen wesentlich größeren Kraftaufwand erfordert. Das wird jedoch durch eine Verstellung der Vertikalaussteifung vermieden.
Den Vorteil der verstellbaren Aussteifung zeigt deutlich die Figur 4, die gleichartig zu Figur 2 und 3 dargestellt ist. In der Figur 4 ist die Versteilschraube 8 stärker angezogen und mit Hilfe des entsprechend unter Querdruck gesetzten oberen Abschnitts 7a des Bolzens 7 wird der untere Holm la des Flügels vom Blendrahmen 2 weg verdreht, was den Schließvorgang des Flügels wesentlich erleichtert.
Der Bolzen 7 wurde als Drehmomenten-Hebel benannt und ist in geometrischer Form langgestreckt, kann als Polygon-Bolzen oder Rundbolzen oder als langgestreckte Platte ausgebildet sein. In der teil-kompensierten Stellung, die in Figur 2 gezeigt ist, liegt er im Wesentlichen parallel zur Fläche des Flügels. Aufgrund der Neigung des Flügels, sich aufgrund seiner Gewichtskraft abzusenken, hält sich der Schraubenkopf 8' von selbst an der Abflachung 7a und steht insoweit unter Druck (Anpresskraft). Ein Anziehen der Schraube 8 führt dazu, dass der Winkel et negativ wird, also der Bolzen 7 näher zur Fläche bewegt wird. Der Abstand des Stegs 7a vom Holm 16 beträgt nur noch a2, gegenüber ai von Fig. 3.
Statt über Kräfte, die über das Versteilglied 8 aufgebracht werden, und über den
Hebelarm 7 als Drehmoment im Tragprofil 6 ihre Auswirkung haben, kann auch über Wege gesprochen werden. Der Abstand a der Abflachung 7a von der Fläche des Flügels beeinflusst das Drehmoment. Ist der Abstand größer, ergibt sich das Bild der Figur 3, ist der Abstand kleiner, ergibt sich das Bild der Figur 4. Mit anderen Worten ergibt dies ein abstandsgesteuertes Drehmoment, welches im Tragprofil 6 mündet und in seiner Größe verstellbar ist, zur Anpassung an unterschiedliche Flügel.
Der am oberen Ende des Bolzens als Hebel 7 (sinngemäß auch der gesamten
Vertikalaussteifung) anstehende Druck kann auch so verstanden werden, dass am oberen
Ende eine Weg-Verstellung oder Abstandsveränderung gegenüber dem Flügel geschieht, die zu einer Veränderung des Drehmoments und damit zu einer Veränderung der
Höhenlage des Flügels im Bereich des Tragprofils führt.
Figur 5 zeigt eine weiter entwickelte Form der Vertikalaussteifung. Diese ist in einer Frontansicht mit einem Bolzen 7' und seiner Achse 701 gezeigt.
Umfasst ist eine besonders stabile Montageplatte 9, die an ihrem unteren Ende zwei beabstandet angeordnete Ansätze 13, 13' aufweist, die bei der Montage in entsprechende Aufnahmen in dem Tragprofil 6 eingreifen, das in Anlage an dem unteren Flügelholm montiert ist (siehe Figur 1 und 4). Im oberen Endbereich weist die Montageplatte 9 Durchbrüche oder Bohrungen 10 für den Durchgriff von Schrauben zum Befestigen des oberen Bereiches am lotrechten Flügelholm auf, die paarweise im "gegenseitigen" Abstand vorgesehen sind. Im dargestellten Beispiel sind es zwei Paare, die einmal im horizontalen und zum anderen im vertikalen Abstand angeordnet sind.
Das obere Ende der Montageplatte 9 weist rückseitig eine Vertiefung 8a" für die Aufnahme des Kopfes 8a' eines kräftigen Schraubbolzens 8a auf. Diesem Bereich ist auf der gegenüberliegenden Seite der Platte 9 ein erhabener Bereich 9d der Platte vorgesehen, der in eine im Format und in der Dicke passend oder entsprechend ausgebildete Abflachung 12b am oberen Ende 7* des Bolzens 7' eingreift. Dieser Bolzen weist am Ort der Abflachung eine dem Gewinde des Schraubbolzens 8a entsprechende Gewindebohrung 8b auf.
Auf der dem Bolzen 7' gegenüberliegenden Seite weist die Platte 9 eine nach unten auslaufende Vertiefung 12a auf, deren Umriss in Figur 5 mit einer gestrichelten Linie angedeutet ist, und in deren oberem Bereich in der Platte 9 ein länglicher Durchbruch 11 vorgesehen ist. Dieser ist auch in den - dem senkrechten Schnitt A-A in Figur 5
entsprechenden - beiden Darstellungen in den Figuren 5a und 5b zu sehen, ebenso wie in Figur 5d, welche eine im Vergleich zu Figur 5 entgegengesetzte Ansicht der
Vertikalaussteifung mit zugehöriger Versteilvorrichtung zeigt.
Figur 5c zeigt die Anordnung gemäß Figur 5 in senkrechter Blickrichtung von oben mit seitlichen (herausgebogenen) Vorsprüngen 9a, 9b. Der Bolzen 7' ist oben angefast 7" und die gegenüberliegende Abflachung 12b ist sichtbar.
Figur 5a zeigt die Vorrichtung in einer neutralen (parallelen) Funktionsstellung, in der die Montageplatte 9 mit dem Bolzen 7' einen Winkel Null bildet (parallele Lage). Figur 5b zeigt die Vorrichtung in einer vorgespannten Stellung, in der der Schraubbolzen 8a vollständig in
die Gewindebohrung 8b des Bolzens 7' eingeschraubt ist und sich dieser zur Montageplatte 9 neigt. Bei der Neigung taucht ein oberer Abschnitt in die Vertiefung 12a und den Durchbruch 11 der Platte 9 ein. Der Abstand 'b' wird kleiner.
Im unteren Bereich der Platte 9 befindet sich eine Durchdrückung 9c, die als Anlagefläche für den Bolzen 7' ausgebildet ist. Der Bolzen 7' liegt lose auf, damit er verschwenken kann, wie das mit der Figur 5b verdeutlicht wurde. Das Aufliegen des Bolzens auf der
Durchdrückung (auf der rechten Seite von Figur 5a und 5b) führt dazu, dass der Bolzen schwenken kann, obwohl er kein Lager besitzt. Er ist als solches oben gehalten von dem Schraubbolzen 8a und steckt unten zumindest formschlüssig im Tragprofil 6 des Flügels.
Eine seitliche Führung des Bolzens ergibt sich aus den beiden Vorsprüngen 9a, 9b der Figur 5c (Blick von oben). Diese beiden umgebogenen Laschen, die aus der Platte 9 herausgebogen sind, haben einen Abstand voneinander und liegen beidseits am Bolzen 7' an. Dies etwa in der Mitte der Gesamthöhe der Grundplatte 9. Damit erhält der Bolzen die seitliche Führung, die ebenfalls Schwenkbewegungen erlaubt. Ein seitliches Ausscheren des Bolzens wird durch diese Halteelemente 9a, 9b gesperrt. Es können damit auch Querkräfte vom Bolzen 7' auf die Platte 9 übertragen werden.
Zu dem Schraubbolzen 8a sei angemerkt, dass sein Kopf 8a' von hinten, also
flügelrahmenseitig durch die Platte 9 eingesteckt wird und nach Montieren der Platte noch immer ausreichend Spiel hat, so dass der Schraubbolzen gedreht werden kann. Die
Drehung wird durch ein Eingreifen eines Werkzeugs in ein Öffnungsprofil 8d in
Achsrichtung des Schraubbolzens veranlasst, welches ein Mehrkant sein kann und den Schraubbolzen 8a bevorzugt vollständig durchdringt. Auch eine nur vorderseitige Öffnung ist möglich (nach Art eines profilierten Sacklochs).
Auch andere Arten des Eingriffs eines Werkzeugs in diesen Schraubbolzen, der eine Veränderung des Drehmoments am unteren Abschnitt 7b' des Drehmomenten-Hebels als Bolzen 7' verursacht, sind möglich.
Aufgrund des Spiels des Schraubbolzens 8a verändert sich der Abstand "b" des
Drehmomenten-Hebels zur Platte 9 im oberen Bereich und ergibt ein verändertes
Drehmoment im unteren Bereich des Drehmomenten-Hebels als Bolzen 7', wo dieser in dem Tragprofil 6 (seinem Einsteckbereich 6a) sitzt.
Beide in den Figuren 1 bis 4 und 5 gezeigten Ausführungsformen verdeutlichen, dass diese es ohne Schwierigkeiten ermöglichen, die Vorrichtung vor der Montage oder auch nach der
Montage in ihrer Aussteifungswirkung und damit ihrer Eckverstärkung auf die durch das Material und die Konstruktion des Flügelrahmens beeinflusste Torsion des unteren Holms des Flügels in seiner abgestellten Stellung einzustellen.
Damit gewährleistet die Vorrichtung bei jeder Anwendung eine angemessene
Eckverstärkung und damit eine Kompensation des höheren Kraftaufwandes beim
Schließen des abgestellten Flügels.
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