Beschreibung
ORGANISCHES HALBLEITERBAUELEMENT MIT DOTIERTER LOCHLEITERSCHICHT Die vorliegende Erfindung betrifft organische Halbleiterbau¬ elemente und deren Herstellung.
Im Bereich der organischen Halbleiter ist bekannt, dass zum Transport von Elektronen als Ladungsträger Elektronentrans- portschichten und zum Transport von Löchern als Ladungsträger Lochtransportschichten eingesetzt werden müssen.
Eine organische Leuchtdiode ist nur ein Beispiel aus dem Stand der Technik in dem zur Erhöhung der Leitfähigkeit von Ladungstransportschichten und sogenannten „Charge-Generation- Layers" eine Dotierung eingesetzt wird. Auch in organischen Feldeffekttransistoren, Solarzellen oder Fotodetektoren stellt sich das Problem der Dotierung, beispielsweise für Inektionsschichten zur Verringerung des Kontaktwiderstandes, beispielsweise an Source- und Drain-Elektroden oder Elektroden allgemein.
Grundsätzlich ist für die Dotierung organischer Materialien bekannt, z.B. Dotiermoleküle oder Dotierionen in eine Matrix aus einer organischen Substanz einzubringen. Für die p-Dotie- rung von Lochleiterschichten werden Elektronenakzeptoren eingebracht. Als derartige zur p-Dotierung geeigneten Elektrone¬ nakzeptoren sind beispielsweise Metallkomplexe bekannt. Die bereits bekannten eingesetzten Dotierstoffe haben zumeist Nachteile entweder in der Verarbeitung oder auch in ihrer
Auswirkung auf Eigenschaften des Halbleiterbauteils außerhalb des Bereichs der Leitfähigkeitserhöhung. Derartige Bereiche sind z.B. die Effizienz und Lebensdauer. In den meisten organischen Halbleiterbauteilen hängen Effizienz und Lebensdauer stark von der Ladungsträgerdichte an verschiedenen Grenzflä¬ chen ab. Insbesondere in organischen Leuchtdioden bestimmt die Exitonendichte in der lichtemittierenden Schicht die Lichtausbeute und Effizienz des Bauteils.
Was die Verarbeitung der Dotierstoffe zur Herstellung des Bauelements angeht, existiert im Stand der Technik häufig das Problem, dass die Dotierstoffe auf eine Depositionsmethode beschränkt sind und dementsprechend ausschließlich aus der Gasphase oder ausschließlich aus der Flüssigphase verarbeitet werden können. Demnach sind diese Dotierstoffklassen auch auf jeweils eine Materialklasse für die Halbleitermatrix be¬ schränkt. D.h. ein Dotierstoff, der nur aus der Flüssigphase abgeschieden werden kann, kann nur in eine Polymermatrix eingebracht werden. Ein Dotierstoff, der ausschließlich aus der Gasphase abgeschieden werden kann, kann nur in eine "Small- Molecule-Matrix" eingebracht werden. Bei der Eignung für die Abscheidung aus der Gasphase kommt noch hinzu, dass der Do¬ tierstoff auf eine gewisse Temperatur erhitzt werden können muss, ohne dass sich dieser zersetzt. Nur wenn der Dotierstoff geeignet ist in einer Kondensationsreaktion zusammen mit dem Matrixmaterial eine dotierte Lochleiterschicht auszu¬ bilden, ist er für den Einsatz in der Bauteilherstellung zu berücksichtigen .
Neben diesen zusätzlichen Anforderungen an Dotierstoffe wird primär angestrebt, deren Dotierwirkung weiter zu verbessern und dadurch die Leitfähigkeit von organischen Halbleiterschichten weiter zu erhöhen.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Bauelement anzugeben, welches eine Lochleitschicht mit verbesserter Dotie¬ rung aufweist. Darüber hinaus ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Herstellungsverfahren für ein derartiges Bauelement anzugeben.
Die Aufgabe ist durch eine Vorrichtung gemäß dem Patentanspruch 1 gelöst. Ein zugehöriges Herstellungsverfahren wird in Patentanspruch 10 angegeben. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist ein Halbleiterbauelement mit wenigstens einer organischen Lochleiterschicht. Diese Lochleiterschicht weist eine p-Dotierung mit einem Supersäu¬ rensalz auf. Als Supersäurensalz im Sinne der Erfindung wer- den Supersäuren, aber auch sehr starke Säuren bezeichnet. Diese können mineralisch oder organisch sein.
Die Substanzklasse der Supersäurensalze erweist sich über¬ raschenderweise als sehr guter p-Dopant in Lochleiterschich- ten. Vorteil der Erfindung ist eine stark erhöhte Leit¬ fähigkeit der Lochleiterschicht durch Einbringung der Dotie¬ rung bei sehr geringen Konzentrationen des Dotierstoffes.
Das Halbleiterbauelement weist insbesondere eine p-Dotierung mit einem Supersäurensalz auf, wobei die Supersäure eine Säu¬ re mit einem Säurekonstantewert pKs < 0 ist. Besonders bevor¬ zugt werden Supersäuren mit einem Säurekonstantewert
pKs < - 4. Derartige Supersäurensalze haben den Vorteil, dass deren Säureanionen sehr schwach koordinierend sind und somit in Metallkomplexen nur schwach gebunden sind. Sind dann Metallatome in diesen Komplexen koordinativ ungesättigt, können die freien Koordinationsstellen durch Lochleitermoleküle des Matrixmaterials besetzt werden. Nur bei einer sehr schwachen Bindung der Säureanionen an die Metallatome ist es möglich, dass die Lochleitermoleküle der Lochleitermatrix diese Säure¬ anionen verdrängen.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist das Halbleiterbauelement eine Lochleiterschicht auf, die eine spezifische Leitfähigkeit von mindestens 2,5 x 10~5 S/m auf¬ weist, und dabei die Dotierkonzentration bei höchstens
20 Vol.-% liegt. Im Gegensatz zu bisher bekannten Dotierstoffklassen haben die Supersäurensalze den Vorteil bei ge¬ ringen Konzentrationen in der Lochleitmatrix hohe Leitfähig- keiten zu erwirken.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung zeigt das Halbleiterbauelement eine Lochleiterschicht auf,
deren Absorptionsvermögen im Wellenlängenbereich zwischen 400 nm und 700 nm durch die p-Dotierung mit dem Supersäurensalz im Wesentlichen nicht erhöht wird. Im Wesentlichen nicht erhöht bedeutet, dass der Farbeindruck für das menschliche Auge unverändert bleibt, ob eine Dotierung in die Matrix ein¬ gebracht ist oder nicht. Dies hat den Vorteil, dass die Do¬ tierung den Farbeindruck insbesondere im ausgeschalteten Zustand des Bauelements nicht verändert. Der Farbeindruck ist insbesondere bei organischen Leuchtdioden von Bedeutung. Da- her ist die erfindungsgemäße Dotierung für den Einsatz in organischen Leuchtdioden besonders bevorzugt.
Insbesondere ist das Supersäurensalz ein Metallsalz einer Su- persäure. D.h., dass das Supersäurenanion an ein Metallkation oder Metallkomplexkation anbindet. Dies hat den Vorteil, dass über ein derartiges Supersäurensalz Metallkationen oder Metallkomplexkationen als Dotierstoffe in die Lochleitmatrix eingebracht werden können. Der überwiegende Teil der Vertre¬ ter der Klasse der Supersäurensalze ist für beide Depositi- onsvarianten aus der Gasphase sowie aus der Flüssigphase ge¬ eignet. Demnach können über ein Supersäurensalz Metallkationen und Metallkomplexkationen sehr einfach in die Lochleitermatrix eingebracht werden. Als Metallkationen haben sich Kationen von Übergangsmetallen als besonders vorteilhaft erwiesen, davon besonders Silber und Kupfer. Von den geeigneten Supersäuren gemäß dem Verständnis der Erfindung hat sich die Trifluoromethylsulfonsäu¬ re als besonders geeignet erwiesen. Die Metallsalze der
Trifluoromethylsulfonsäure werden Triflate genannt und sind besonders geeignete Vertreter der Dotierstoffklasse der Su¬ persäurensalze. Besonders hervorzuhebende Beispiele für Su¬ persäurensalze aus der Gruppe der Triflate sind das Sil¬ ber ( I ) trifluormethansulfonat und das Kupfer ( II ) rifluormethan- sulfonat. Das Silber ( I ) trifluormethansulfonat hat dabei den Vorteil, die Leitfähigkeit auf bis zu über 7 x 10~5 S/m zu erhöhen, bei einer Dotierkonzentration von 10 % oder weniger. Dies entspricht einer Erhöhung der Stromdichte bei IV Bau-
teilspannung und 200 nm Schichtdicke um 6 Größenordnungen. Der besondere Vorteil von Silber ( I ) trifluormethansulfonat liegt in der geringen Absorption im sichtbaren Wellenlängenbereich, welche bewirkt, dass die so dotierte Lochleiter¬ schicht für das menschliche Auge farblich neutral erscheint. Das Kupfer ( II ) trifluormethansulfat zeichnet sich als p-Dopant besonders dadurch aus, dass es die Leitfähigkeit der Lochlei¬ terschicht auf bis zu über 5 x 10~2 S/m bei einer Konzentra¬ tion von 10 % erhöhen kann.
In dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren für ein Halbleiterbauelement wird in einem Schritt die organische Loch¬ leiterschicht mit einem Supersäurensalz abgeschieden. Insbesondere wird dabei das Matrixmaterial zusammen mit dem Super¬ säurensalz in einem gemeinsamen Schritt abgeschieden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird in dem Herstellungsverfahren das Matrixmaterial und das Supersäurensalz aus der Gasphase abgeschieden, insbesondere durch thermisches Verdampfen.
In einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung wird in dem Herstellungsverfahren das Matrixmaterial und das Supersäurensalz aus Lösung abgeschieden.
Bei der Abscheidung der Lochleiterschicht aus der Gasphase wird insbesondere die Dotierkonzentration der Lochleiterschicht über die Verdampfungsrate des Supersäurensalzes und des Matrixmaterials eingestellt. Beide Materialien werden da¬ bei z.B. in einer Ko-Verdampfung auf ein Substrat aufgebracht. Die über die Verdampfungsrate eingestellte Volumen¬ konzentration des p-Dopanten im Matrixmaterial kann von der tatsächlichen Volumenkonzentration in der fertig abgeschiedenen Lochleiterschicht abweichen.
Bei der Abscheidung der Lochleiterschicht aus Lösung wird insbesondere die Dotierkonzentration über den Massenanteil des Supersäurensalzes und den Massenantei 1 des Matrixmateri-
als in der Lösung vor der Abscheidung eingestellt. Die Volumenkonzentration des p-Dopanten in der fertig abgeschiedenen Lochleiterschicht kann von dieser Konzentration abweichen.
Beide Abscheidemethoden sind mit der erfindungsgemäßen Materialklasse der Supersäurensalze möglich. Somit wird eine An¬ passung der Methode auf den Herstellungsprozess des gesamten organischen Halbleiterbauteils ermöglicht. Die erfindungsge¬ mäße p-Dotierung mit Supersäurensalzen hat also den Vorteil, über die Wahl von Kation und Säureanion, den Dotierstoff sehr gut an das Matrixmaterial anpassen zu können.
Besonders die optischen Eigenschaften für den Einsatz des p-Dotierstoffes in organischen Leuchtdioden können durch diese neue Materialklasse für p-Dotierung stark verbessert wer¬ den. Eine hohe Leitfähigkeit wird schon bei geringen Dotier¬ konzentrationen erreicht. Im Bereich der organischen Displays oder Beleuchtungseinrichtungen kann über die erfindungsgemäße p-Dotierung ein Kompromiss zwischen optischen und elektrischen Eigenschaften erwirkt werden. Denn neben dem Dotiereffekt sind auch das optische Erscheinungsbild der dotierten Schichten von Bedeutung für die Qualität eines organischen Halbleiterbauteils, besonders für Displayanwendungen oder Be¬ leuchtungszwecke .
Nicht einschränkende Beispiele für Supersäuren im Rahmen des oben definierten Begriffs sind:
Anorganisch :
- Fluorsulfonsäure ( HS O3 F )
- Fluor-Antimonsäure (HSbFö)
- Tetrafluoroborsäure ( HB F4 )
- Hexafluorophosphorsäure (HP FÖ )
- Trifluoromethylsulfonsäure ( HS O3CF3 )
Organisch :
- Pentacyanocyclopentadien (HC5(CN)5)
- Teilweise oder ganz fluorierte Derivate des Pentaphenyl- cyclopentadiens
- Penta-trifluoromethyl-pentadiens bzw. analoger Derviate
- Teilweise oder ganz fluorierte Derivate der Tetraphenyl- borsäure bzw. deren Cyanoderivate
- Teilweise oder ganz fluorierte Derivate der Arylsulfonsäu- ren bzw. deren Cyanoderivate
- Teilweise oder ganz fluorierte Derivate der Arylphosphon- säuren bzw. deren Cyanoderivate
- Anionen der Carborane wie beispielsweise [C2BioHio]2~ oder [ CiBuHio ]
Die Trifluoromethylsulfonsäure (HSO3CF3) ist davon ein beson¬ ders geeigneter Vertreter.
Die Metallsalze von Supersäuren können mit vielen Kationen erhalten werden, welche beispielsweise aber nicht einschränkend sind:
- Kationen der Alkalimetalle
- Kationen der Erdalkalimetalle
- Kationen der Lanthanoiden (Seltene Erden: La, Ce, Pr, Nd, Sm, Eu, Gd, Tb, Dy, Ho, Er, Tm, Yb, Lu, Y)
- Kationen der Übergangsmetalle
- Aluminium-Kationen
- Kationische Metallkomplexe
Neben den klassischen Salzen der Alkali- und Erdalkalimetalle sind die Salze der seltenen Erden sowie von Scandium und Aluminium von Bedeutung in der organischen Synthese. Als beson- ders geeignet haben sich experimentell die Triflate, das heißt die Salze, insbesondere Metallsalze der Supersäure Trifluormethansulfonsäure (TFMS) erwiesen. Diese sehen in allgemeiner Form aus:
(MLn)x+- [ 03S-CF3 ~ ] x
Dabei steht M für ein Metall, Ln für einen (n=l) oder mehrere (n=2,3,4,...) Liganden und x für die Ladung des Metallkomple¬ xes. Als Kationen sind also insbesondere alle Kationen kom-
plexer Natur oder Kationen ohne zusätzliche Liganden geeignet .
Die aufgeführten Kationen sind aber auch geeignet mit Anionen anderer Supersäuren Salze zu bilden, die als p-Dotierstoff eingesetzt werden können. Ganz besonders zu bevorzugen sind dabei die Triflate der Übergangsmetalle, insbesondere von Silber und von Kupfer.
Davon besonders geeignet haben sich:
- Kupfer (II) trifluormethansulfonat (Cu(II)TFMS, CAS-Nr.
34946-82-2, Verdampfungstemperatur : 350°C - 370°C @ 10~5
Silber (I) trifluormethansulfonat (Ag(I)TFMS, CAS-Nr. 2923 28-6, Verdampfungstemperatur: 370°C - 380°C @ 10-5 mbar 1CT6 mbar)
o
-S-OAg
O Überraschenderweise sind viele der so gebildeten Supersäuren¬ salze flüchtig und können insbesondere im Rahmen einer Kokon- densationsreaktion zusammen mit einem Lochleiter eine dotierte Lochleiterschicht ausbilden. Die Supersäurensalze sind be¬ sonders in wasserfreier Form auch sehr stabil und können so- gar weit über 400°C erhitzt werden.
Kupfer ( I ) trifluormethansulfonat ist ausschließlich für Lö- sungsprozessierung geeignet, da es sich nicht unzersetzt ver
¬ dampfen lässt. Dazu kann Kupfer ( I ) trifluormethansulfonat bei- spielsweise im Solvat mit Benzol {Ceüe) , Toluol (C7H8) oder Acetonitril (C
2H
3N) verarbeitet werden:
Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung liegt in der Kostenersparnis. Die Verwendung von Salzen von Supersäuren als p-Do- ierstoffe für Lochleiterschichten in OLEDs birgt neben dem hohen Dotiervermögen gleichzeitig den Vorteil äußerst geringer Kosten. Die Kosten des derzeit eingesetzter p-Dotier- stoffe liegen bei 2000 bis 7000€ /g je nach Abnahmemenge. Ag(I)CF3S03 und Cu(II) [CF3S03] 2 hingegen liegen bei weniger als 10€/g im normalen Feinchemikalienhandel. Darüber hinaus sind viele Vertreter dieser Klasse kommerziell erhältlich oder zumindest sind deren Herstellverfahren bekannt, gut aus¬ gearbeitet und kostengünstig.
Organische Lochleiter sind im Allgemeinen aber nicht aus- schließlich Abkömmlinge von Triarylaminen .
Als Lochtransporter, die aus der Gasphase abgeschieden werden können, kommen hierbei insbesondere aber nicht einschränkend in Frage :
- N, N ' -Bis (naphthalen- 1-yl ) -N, N ' -bis (phenyl ) - 9 , 9-dimethyl- fluorene
- N, N' -Bis (3-methylphenyl) -Ν,Ν' -bis (phenyl) -9, 9-diphenyl- fluorene
- N, N' -Bis (naphthalen-l-yl) -Ν,Ν' -bis (phenyl) -9, 9-diphenyl- fluorene
- N, N' -Bis (naphthalen-l-yl) -Ν,Ν' -bis (phenyl) -2, 2- dimethylbenzidine
- N, N' -Bis (3-methylphenyl) -Ν,Ν' -bis (phenyl) -9, 9- spirobifluorene
- 2, 2 ' , 7, 7 ' -Tetrakis (N, N-diphenylamino) -9, 9 ' - spirobifluorene
- N, N ' -Bis (naphthalen-l-yl ) -N, N ' -bis (phenyl ) -benzidine
- N, N ' -Bis (naphthalen-2-yl ) -N, N ' -bis (phenyl ) -benzidine
- N, N ' -Bis ( 3-methylphenyl ) -N, N ' -bis (phenyl ) -benzidine
- N, N' -Bis (3-methylphenyl) -Ν,Ν' -bis (phenyl) -9, 9-dimethyl- fluorene
- N, N' -Bis (naphthalen-l-yl) -Ν,Ν' -bis (phenyl) -9, 9- spirobifluorene
- Di- [4- (N, N-ditolyl-amino ) -phenyl] cyclohexane
- 2 , 2 ' , 7 , 7 ' -tetra (N, N-di-tolyl ) amino-spiro-bifluorene
9,9-Bis[4-(N, N-bis-biphenyl-4-yl-amino ) phenyl ] -9H-fluorene - 2, 2 ' , 7, 7 ' -Tetrakis [N-naphthalenyl (phenyl) -amino] -9, 9- spirobifluorene
- 2, 7-Bis [N,N-bis (9, 9-spiro-bifluorene-2-yl ) -amino] -9, 9- spirobifluorene
- 2 , 2 ' -Bis [N, N-bis (biphenyl-4-yl ) amino ] -9, 9-spirobifluorene - N, N ' -bis (phenanthren-9-yl ) -N, N ' -bis (phenyl ) -benzidine
- N, N, N ' , N ' -tetra-naphthalen-2-yl-benzidine
- 2, 2 ' -Bis (N, N-di-phenyl-amino ) -9, 9-spirobifluorene
- 9, 9-Bis [4- (N, N-bis-naphthalen-2-yl-amino) phenyl] -9H- fluorene
- 9, 9-Bis [4- (N, N ' -bis-naphthalen-2-yl-N, N ' -bis-phenyl- amino) -phenyl] -9H-fluorene
- Titanium oxide phthalocyanine
- Copper phthalocyanine
- 2, 3, 5, 6-Tetrafluoro-7 , 7,8,8, -tetracyano-quinodimethane - 4, 4 ',4" -Tris (Ν-3-methylphenyl-N-phenyl- amino) triphenylamine
- 4, 4 ',4" -Tris (N- ( 2-naphthyl ) -N-phenyl-amino ) triphenylamine
- 4, 4 ',4" -Tris (N- ( 1-naphthyl ) -N-phenyl-amino ) triphenylamine
- 4, 4 ',4" -Tris (N, N-diphenyl-amino ) triphenylamine
- Pyrazino [2, 3-f ] [ 1 , 10 ] phenanthroline-2 , 3-dicarbonitrile
- N, Ν,Ν' ,Ν' -Tetrakis ( 4-methoxyphenyl ) benzidine
- 2, 7-Bis [N, N-bis (4-methoxy-phenyl) amino] -9, 9- spirobifluorene
- 2 , 2 ' -Bis [N, N-bis (4-methoxy-phenyl ) amino ] -9, 9- spirobifluorene
- N, N ' -di (naphthalen-2-yl ) -N, N ' -diphenylbenzene-1 , 4-diamine
- N, N ' -di-phenyl-N, N ' -di- [ 4- (N, N-di-tolyl- amino ) phenyl ] benzidine
- N,N'-di-phenyl-N,N'-di- [4- (N, N-di-phenyl- amino ) phenyl ] benzidine
- NPB (N, N ' -Di- [ ( 1-naphthyl ) -N, N ' -diphenyl ] -1 , 1 ' -biphenyl ) - 4,4' -diamine )
Diese monomolekularen Lochtransportmaterialien können auch aus der Flüssigphase abgeschieden werden oder zu den unten genannten polymeren Materialien in Lösung hinzugemischt werden. Wenn niedermolekulare und polymere Materialien gemischt werden, können über das Mischungsverhältnis (zwischen 0 und 100 %) die Filmbildungseigenschaften beeinflusst und verbessert werden.
Polymere Lochtransporter, die vornehmlich aus der Flüssigphase abgeschieden werden, sind insbesondere aber nicht einschränkend :
PEDOT = Poly(3,4-ethylenedioxythiophene)
- PEDOT (Poly(3,4 CAS: 126213-51 -2
ethylenedioxythiophene ) )
PVK = Poly(9-vinylcarbazole)
- PVK (poly ( 9-vinylcarbazole ) ) CAS: 25067-59-8
L Jn
PTPD = Poly(N,N'-bis(4-butylphenyl)-
- PTPD (poly (Ν,Ν' -bis (4- N.N'-bis(phenyl) benzidine
butylphenyl ) -N, N' -bis (phenyl ) - benzidine) ) -tO rx^il t
Im Sinne der Erfindung sind auch Mischungen aus den genannten polymeren Lochtransportmaterialien .
Als Lösungsmittel kommen bevorzugt organische Lösungsmittel zum Einsatz, wie zum Beispiel:
- Benzol,
- Chlorbenzol,
- Chloroform,
- Toluol,
- THF,
- Methoxypropylacetat ,
- Anisol,
- Acetonitril,
- Phenetol oder
- Dioxan.
Ein weiterer besonderer Vorteil der Erfindung besteht darin, dass die für die p-Dotierung geeignete Materialklasse der Su¬ persäurensalze mit der Lochleiter-Matrix aus dem gleichen Lö- sungsmittel abscheidbar ist. Dies stellt eine signifikante
Vereinfachung der Abscheideverfahren für die Bauteilherstellung dar.
Neben der besonderen Eignung der Substanzklasse der Supersäu- rensalze nach Definition der Erfindung für die Abscheidung dotierter Lochleiterschichten aus der Gas- und aus der Flüssigphase haben diese den weiteren besonderen Vorteil, dass
über die Dotierung das Erscheinungsbild einer OLED im ausge¬ schalteten Zustand je nach Metallkation und Konzentration einstellbar ist.
Aus führungs formen der vorliegenden Erfindung werden in exemplarischer Weise mit Bezug auf die Figuren 1 bis 12 der ange¬ hängten Zeichnung beschrieben:
Fig. 1 Schematischer Aufbau einer organischen Leuchtdiode Fig. 2 Koordination von NPB in die axialen Positionen des
Cu ( I I ) -Komplexes
Fig. 3 IV-Kennlinien von HTM-014 sowie HTM-014 dotiert mit
Cu (II) TFMS
Fig. 4 Leitfähigkeiten über der Dotierstoffkonzentration für HTM-014 dotiert mit Cu (II) TFMS
Fig. 5 Absorptionsspektra von HTM-014 sowie HTM-014
dotiert mit Cu (II) TFMS
Fig. 6 PL-Spektren von HTM-014 und HTM-014 dotiert mit
Cu (II) TFMS
Fig. 7 Reflexionsspektra von HTM-014 dotiert mit
Cu (II) TFMS
Fig. 8 IV-Kennlinien von HTM-014 sowie HTM-014 dotiert mit
Ag (I) TFMS
Fig. 9 Leitfähigkeiten über der Dotierstoffkonzentration für HTM-014 dotiert mit Ag ( I ) TFMS
Fig. 10 Absorptionsspektra von HTM-014 sowie HTM-014
dotiert mit Ag ( I ) TFMS
Fig. 11 PL-Spektren von HTM-014 und HTM-014 dotiert mit
Ag (I) TFMS
Fig. 12 Reflexionsspektra von HTM-014 dotiert mit
Ag (I) TFMS .
Die Figur 1 zeigt schematisch den Aufbau eines organischen Halbleiterbauelements. Dieser Aufbau wird insbesondere für organische Leuchtdioden verwendet. Dabei werden auf ein Glas¬ substrat 11 eine untere Elektrode 12 und eine obere Elektrode 13 und dazwischen eine Vielzahl organischer Halbleiterschich-
ten 20, 30, 40 abgeschieden. In der Figur 1 ist ein Querschnitt durch die horizontal angeordneten Schichten gezeigt.
An die untere 12 und obere 13 Elektrode kann die Bauteilspan- nung Ud angelegt werden. In dem gezeigten Fall ist die obere Elektrode 13 die Kathode der Leuchtdiode und die untere
Elektrode 12 ist die Anode der Leuchtdiode. Die Lichtauskopp¬ lung L geschieht durch das Glassubstrat 11. Dafür ist die Anode 12 transparent, insbesondere aus Indiumzinnoxid (ITO) . An die Anode 12 schließen zunächst die Lochleitschichten 20 an. Dabei können diese für unterschiedliche Schwerpunktsfunktionen ausgestaltet sein. Z.B. stellt die erste Schicht 21 auf der Anode eine Lochin ektionsschicht dar. Die daran an¬ schließende Lochleiterschicht 22 eine Lochtransportschicht und die daran weiter anschließende dritte Lochleiterschicht
23 fungiert als elektronblockende Schicht, um die Elektronen, die von der Kathoden-Seite her kommen, daran zu hindern in den Lochleitbereich 20 einzudringen. Von der Gegenseite, der Kathodenseite her, schließt sich der Elektronentransportbereich 40 an. Dieser kann ebenso mehrere Elektronleitschichten umfassen. Beispielsweise schließt sich an die Kathode 13 eine erste Elektronenleitschicht 43 an, welche als Elektronenin ektionsschicht wirkt. Daran an- schließend ist eine zweite Elektronentransportschicht 42 ge¬ zeigt und eine dritte Elektronentransportschicht 41 kann wie¬ derum als lochblockende Schicht eingesetzt sein.
Zwischen dem Elektronentransportbereich 40 und dem Loch- transportbereich 20 befindet sich der Emissionsbereich 30. Dieser kann wiederum aus mehreren Schichten bestehen. Beispielsweise weist der Emissionsbereich 30 drei Emissions¬ schichten unterschiedlicher Farbe auf: Eine rote Emissions¬ schicht 31 schließt an den Lochtransportbereich 20 an, darauf folgt eine grüne Emissionsschicht 32 und eine blaue Emissi¬ onsschicht 33 schließt an den Elektrontransportbereich 40 an.
Für die Stapelung solcher OLED kann die erfindungsgemäße Schicht auch in einer Charge-Generation-Layer verbaut sein.
Formal kann die Dotierung durch Koordination von ein bis zwei Lochleitermolekülen, wie z.B. NPB, in die axialen Positionen des Cu ( I I ) -Komplexes vorgenommen werden, wie schematisch in Figur 2 gezeigt.
Die Figur 2 zeigt schematisch die verschiedenen Darstellungen der mesomeren Grenzstrukturen des Komplexes: Im Zustand A ist der Dotierstoff, in diesem Beispiel ein Cu ( I I ) -Komplex, nahe an ein Molekül der Lochleitmatrix, in diesem Fall ein NPB- Molekül gebracht. Im Zustand B erfolgt rein formal ein La¬ dungsübertrag in Form eines Elektrons vom NPB-Molekül auf den Cu ( I I ) -Komplex, d.h. ein Formal-/Partialladungsübertrag einer positiven Ladung auf das NPB-Molekül. Das Kupferatom ist dann nur noch einwertig. Im Zustand C ist gezeigt, dass sich die positive Ladung, auch als Loch bezeichnet, über das NPS- Molekül bewegen kann und im Zustand D auch an ein zweites be¬ nachbartes NPB-Molekül übertragen werden kann, was letzt¬ endlich dem Hoppingtransport in organischen Halbleitern entspricht .
Diese Koordination kann so stark sein, dass sogar Mate¬ rialien, die im nicht-koordinierten Zustand bevorzugt elek- tronenleitend sind, umgepolt werden und zum Lochleiter wer- den .
In einem Beispiel kann kommerziell verfügbares
Kupfer (II) trifluormethansulfonate (Cu(II)TFMS) mittels Zonen¬ sublimation bei einem Basisdruck von 2-1CT6 mbar aufgereinigt werden. Hierzu kann das Material insbesondere zweimal subli- miert werden, wodurch vorhandene Rückstände und Verunreini¬ gungen entfernt werden. Dazu können Sublimationsschritte bei unterschiedlicher Temperatur vorgenommen werden.
Für die in den Diagrammen der Figuren 3 bis 7 gezeigten Proben erfolgte die erste Sublimation des Cu(II)TFMS bei
350°C - 370 °C und erbrachte eine Ausbeute von 79%. Die zwei¬ te Sublimation wurde bei 330°C - 345 °C durchgeführt und er¬ gab eine Ausbeute von 89%. Die Gesamtausbeute dieser Aufrei¬ nigung betrug damit gut 70%.
Mit diesem Material wurden auf einer ITO-Elektrode (indiumdo¬ tiertes Zinnoxid) durch thermisches Verdampfen eine 200 nm dicke dotierte Lochleiterschicht mit dem Lochleiter-Matrix¬ material HTM-014 abgeschieden. Der Lochleiter wird im Fol- genden mit HTM-014 bezeichnet. Dieser kann beispielsweise für Bis-N, N, N' , N' - (naphthyl-phenyl ) benzidin stehen. Als Gegenelektrode wurde eine 150 nm dicke Aluminiumschicht abgeschie¬ den . Figur 3 zeigt ein Stromspannungsdiagramm dieses organischen Halbleiterbauelements aus einer Lochleitschicht mit der
Cu(II)TFMS p-Dotierung in unterschiedlichen Konzentrationen von 2%, 5% und 10%. Dabei hat das Bauelement eine Grundfläche von 4 mm2. Eine Referenzmessung der Strom-Spannungs-Kennlinie des undotierten Lochleiters, im Diagramm als „HTM-014" bezeichnet, verdeutlicht den starken Dotiereffekt des
Cu (II) TFMS .
Für alle Konzentrationen kann demnach gezeigt werden, dass die Dotierung einen Effekt auf die Strom-Spannungs-Kennlinie hat. Es zeigt sich für alle Konzentrationen ein deutlicher Anstieg der Stromdichten im Vergleich zum undotierten Referenz-Bauteil aus reinem HTM-014. Der Dotiereffekt ist insbesondere abhängig von der Dotier¬ stoffkonzentration, was auch durch das Beispiel Cu (II) TFMS in der Figur 3 gezeigt ist. Die Stromdichte steigt mit steigen¬ der Konzentration. Dabei stellen die waagerechten Bereiche der Kennlinien keine Strombegrenzung des Bauteils dar, son- dern eine Messgrenze des Messaufbaus. Je kleiner die Spannung Ud , bei der im Bauteil die maximal messbare Stromdichte ge¬ messen wurde, desto besser ist der Dotiereffekt.
Das symmetrische Verhalten der Strom-Spannungs-Kennlinie für positive und negative Betriebsspannungen Ud , zumindest bei Konzentrationen von 5% und 10% zeigt, dass die Lochin ektion unabhängig ist von der Austrittsarbeit der Elektroden und daher für die Aluminium- sowie die ITO-Elektrode gleich gut funktioniert. Die 2%-Probe zeigt kein vollständig symmetri¬ sches Verhalten, da das Matrixmaterial ein Lochtransporter ist. Die Dotierkonzentration von 2% ist noch nicht ausreichend um eine zur ITO-Elektrode vergleichbare Injektion aus der Aluminium-Elektrode zu erreichen.
Figur 4 zeigt ein Diagramm, in dem die Leitfähigkeit der dotierten Lochtransportschicht in Siemens/m in Abhängigkeit von der Konzentration des p-Dopanten in der Lochleiterschicht aufgetragen ist. Dazu wurden gleichzeitig mit den Proben für die Messung der Strom-Spannungs-Kennlinien Substrate beschichtet, auf denen die Leitfähigkeit der dotierten Schich¬ ten gemessen werden kann. Dazu wurden verschieden dimensionierte Bauteile erzeugt um für die Bestimmung der Leitfähigkeit auszuschließen, dass die gemessenen Effekte von Dicke und Fläche der Bauelemente abhängen. Daraus ergeben sich für die gewählten Dotierkonzentrationen folgende spezifische Werte:
2% Cu(II)TFMS HTM-014 1, 99· 10~3 S/m
5% Cu(II)TFMS HTM-014 1,24·10~2 S/m
10% Cu(II)TFMS HTM-014 5,25·10~2 S/m
Das Diagramm in Figur 4 zeigt die Leitfähigkeiten in Abhän- gigkeit von der Dotierstoffkonzentration . Der gezeigte Verlauf bestätigt die Figur 3 gezeigten Strom-Spannungs-Kennlinien. Die Leitfähigkeit steigt der Dotierstoffkonzentration genau wie die Stromdichte. Die Leitfähigkeit ist über noch höhere Dotierstoffkonzen- trationen nur bis zu materialspezifischen Grenzwerten steigerbar, da es sich ab einer gewissen Konzentration nicht mehr um einen Dotierung handelt.
Die Figuren 5, 6 und 7 zeigen die Absorptions- , Emissions- und Reflexionsspektren der mit Cu(II)TFMS dotierten organischen Lochleiterschichten. Dazu wurden diese auf Quarzglas- Substraten abgeschieden. Diese Substrate besitzen keine
Elektroden-Kontakte und dienen nur zur optischen Messung.
Die Absorptionsspektren in Figur 5 zeigen, dass die absolute Absorption im Absorptionsmaximum bei 384 nm Wellenlänge mit steigender Dotierstoffkonzentration abfällt. Die Absorption des HTM-014 unterhalb von 400 nm wird also durch die Dotie¬ rung gesenkt, was an der Bildung eines Charge-Transfer Komplexes liegt. Gleichzeitig kommt es zu einem Anstieg der Absorption zwi¬ schen 410 nm und 550 nm. Auch in diesem Bereich steigt die Absorption mit steigender Dotierstoffkonzentration . Für den sichtbaren Wellenlängenbereich von circa 400nm bis 700 nm steigt also die Absorption im blauen bis grünen Wellenlängen- bereich wodurch die Schichten für das menschliche Auge rötlich erscheinen.
Figur 6 zeigt die Fotolumineszenzspektren der Lochleiterschichten mit der Cu ( I I ) TFMS-Dotierung im Vergleich mit dem Spektrum von undotiertem HTM-014. Die Emission bei einer Wellenlänge von 432 nm wird durch die Dotierung auf 409 nm verschoben. Außerdem bildet sich bei 430 nm eine deutliche
Schulter für die dotierten Schichten aus. Verschiebung und Schulterbildung können auf die Bildung eines Charge-Transfer Komplexes zurück geführt werden.
Figur 7 zeigt die Reflexionsspektren der dotierten Lochleiterschichten: Mit steigender Dotierstoffkonzentration fällt die Reflexion im blau-grünen Wellenlängenbereich und bleibt im roten Bereich erhalten. Daher besitzen die erzeugten Schichten einen für das menschliche Auge roten Stich. Auch optisch ist die Abhängigkeit von der Dotierstoffkonzentration zu sehen: Der Farbton der beschichteten Substrate
wird für das menschliche Auge mit steigender Konzentration immer dunkler und roter.
In einem weiteren Beispiel wurde kommerziell verfügbares Sil- ber ( I ) trifluormethansulfonate (Ag(I)TFMS) verwendet. Für die in den Diagrammen der Figuren 8 bis 12 gezeigten Proben erfolgte auch eine Aufreinigung des Materials: Die Zonensub¬ limation bei einem Basisdruck von 2-1CT6 mbar erfolgte bei 370°C - 380°C und erbrachte eine Ausbeute von 47%. Analog Beispiel Cu(II)TFMS wurde das aufgereinigte Ag ( I ) TFMS zur Do¬ tierung in die Lochleiter-Matrix HTM-014 eingebracht. Substrate, Elektroden, Schichtdicken und Bauteilgröße sind hierbei identisch zu den Cu ( I I ) TFMS-Proben . Figur 8 zeigt ein Stromspannungsdiagramm eines organischen Halbleiterbauelements mit einer Lochleitschicht und einer p-Dotierung mit Ag(I)TFMS in unterschiedlichen Konzentrationen. Durch die Variation der Konzentration kann gezeigt werden, dass die Dotierung einen Effekt auf die Strom-Spannungs- Kennlinie hat: Bei 5% Dotier-Konzentration ist eine Erhöhung der Stromdichte für negative sowie für kleine positive Span¬ nungen (<2V) zu sehen. Die Kennlinie bei 5% und 10% Kon¬ zentration sind annähernd symmetrisch und zeigen deutlich die erfolgreiche Dotierung und die verbesserte Stromleitfähig- keit. Das symmetrische Verhalten zeigt wiederum, dass die Lochin ektion unabhängig ist von der Austrittsarbeit der Elektroden. Bei 10% Dotier-Konzentration erreicht die Kennlinie wieder die Strombegrenzung des Messgerätes, wie bereits beschrieben .
Figur 9 zeigt ein Diagramm, in dem die Leitfähigkeit der Lochtransportschicht in Siemens/m in Abhängigkeit von der Konzentration des p-Probanden in der Lochleiterschicht aufgetragen ist. Die Proben wurden analog zu den Cu ( I I ) TFMS-Proben hergestellt. Die Bauelemente mit den Ag ( I ) TFMS-dotierten
Lochleitschichten weisen folgende spezifische Leitfähigkeiten in Abhängigkeit von der Dotierkonzentration auf:
2% Ag ( I ) TFMS in HTM-014 2,76·10~5 S/m
5% Ag ( I ) TFMS in HTM-014 7, 66· 10~5 S/m
10% Ag ( I ) TFMS in HTM-014 7, 86· 10~5 S/m Die Figuren 10, 11 und 12 zeigen die Absorptions- , Emissions¬ und Reflexionsspektren der mit Ag(I)TFMS dotierten organischen Lochleiterschichten. Dazu wurden diese wiederum auf QuarzglasSubstraten abgeschieden . Die Absorptionsspektren in Figur 10 zeigen, dass die absolute Absorption im Absorptionsmaximum bei 384 nm Wellenlänge mit steigender Dotierstoffkonzentration abfällt. Gleichzeitig kommt es zu einem Anstieg der Absorption zwischen 410 m und 550 m mit steigender Dotierstoffkonzentration . Für den sicht- baren Wellenlängenbereich von circa 400 nm bis 700 m steigt die Absorption zwar leicht an, aber im Gegensatz zu den
Cu ( I I ) TFMS-Proben sind die Schichten für das menschliche Auge farblich weiterhin neutral. Figur 11 zeigt die Fotolumineszenzspektren der Lochleiterschichten mit Ag ( I ) -TFMS-Dotierung . Deren Vergleich dem
Spektrum von undotiertem HTM-014 zeigt, dass sich die vom HTM-014 übliche Emission bei einer Wellenlänge von 432 m durch die Dotierung auf 410 nm verschiebt. Außerdem bildet sich bei 430 m eine deutliche Schulter für die dotierten Schichten aus. Diese Verschiebung und Schulterbildung ist wiederum auf die Bildung eines Charge-Transfer Komplexes zurück zu führen. Figur 12 zeigt die Reflexionsspektren der dotierten Lochleiterschichten. Mit steigender Dotierstoffkonzentration fällt die Reflexion im blau-grünen Wellenlängenbereich sehr leicht ab und bleibt im roten Wellenlängenbereich erhalten, abhängig von der Dotierstoffkonzentration . Für das menschli- che Auge weisen die Schichten einen neutralen Farbton auf.