Abtastmikroskop und Verfahren zur lichtmikroskopischen Abbildung eines
Objektes
Die Erfindung betrifft ein Abtastmikroskop mit einer Beleuchtungseinheit zum Aussenden eines Beleuchtungslichtstrahls, einem Objektiv zum Erzeugen eines länglichen Beleuchtungsfokus in einem abzubildenden Objekt und eine Abtastvorrichtung zum Bewegen des Beleuchtungsfokus über einen zu beleuchtenden Zielbereich des Objektes durch Ändern der Einfallsrichtung, in der der Beleuchtungslichtstrahl in eine Eintrittspupille des Objektivs fallt. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur lichtmikroskopischen
Abbildung eines Objektes.
Aus dem Stand der Technik sind Abtast- oder Scanmikroskope bekannt, die beispielsweise in der Fluoreszenzmikroskopie eingesetzt werden, um mit Laserlicht Farbstoffe zur Emission von Fluoreszenzstrahlung anzuregen, die dann zur Abbildung des zu untersuchenden Objektes von einem Detektor erfasst wird. Auf diesem Gebiet der Mikroskopie kommen insbesondere konfokale Abtastmikroskope zum Einsatz, die im Unterschied zu
konventionellen Lichtmikroskopen zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht das
gesamte Objekt beleuchten, sondern einen in der Regel beugungsbegrenzten Lichtfleck erzeugen, mit dem das Objekt Punkt für Punkt abgetastet wird. Die von dem Detektor in den einzelnen Objektpunkten erfassten Lichtsignale werden dann zu einem Gesamtbild des Objektes zusammengesetzt.
Ein solches Konfokalmikroskop weist üblicherweise einen so genannten Punktscanner als Abtastvorrichtung auf, der den von der Beleuchtungseinheit abgegebenen Beleuchtungslichtstrahl in die Eintrittspupille des
Mikroskopobjektivs lenkt. Das Mikroskopobjektiv formt den in ihre
Eintrittspupille einfallenden Beleuchtungslichtstrahl in eine fokussierte Lichtverteilung um, die im Folgenden als Beleuchtungsfokus bezeichnet wird. Form und Größe des B eleuchtungs fokus hängen von den optischen
Eigenschaften, insbesondere der numerischen Apertur des Objektivs ab. Fällt der Beleuchtungslichtstrahl mittig und senkrecht, d.h. längs der optischen Achse in die Eintrittspupille des Objektivs, so erzeugt das Objektiv einen länglichen Beleuchtungsfokus, dessen Ausdehnung quer zur optischen Achse kleiner als längs der optischen Achse ist. Der Beleuchtungsfokus wird dann zum Abtasten des Objektes quer zur optischen Achse bewegt, indem der Punktscanner beispielsweise über eine bewegliche Spiegelanordnung den Einfallswinkel ändert, unter dem der Beleuchtungslichtstrahl in die
Eintrittspupille des Objektivs fällt.
Um mittels eines Konfokalmikroskops eine dreidimensionale Abbildung vorzunehmen, muss also das Objekt in oben beschriebener Weise punktweise abgetastet werden. Da dies vergleichsweise aufwändig ist, wurde in jüngerer Vergangenheit ein in der Literatur als SPIM (Selective Plane Illumination Microscopy) bezeichnetes Mikroskopierverfahren vorgeschlagen. Dieses Verfahren arbeitet mit einem Beleuchtungsobjektiv und einem
Detektionsobjektiv, die unter einem Winkel von 90 Grad zueinander
angeordnet sind. Das Beleuchtungsobjektiv erzeugt im Zusammenwirken mit einer ihm vorgeordneten Zylinderlinse eine näherungs weise ebene
Beleuchtungslichtverteilung, die das Objekt längs der optischen Achse des Beleuchtungsobjektivs durchsetzt. Eine solche Lichtverteilung wird häufig auch als Lichtblatt oder Lichtscheibe bezeichnet. Der durch dieses Lichtblatt beleuchtete Zielbereich des Objektes wird durch das Detektionsob j ekti v, dessen optische Achse senkrecht zu dem Lichtblatt verläuft, auf eine
Detektionsfläche, z.B. ein CCD, abgebildet. Wird nun das beleuchtende Lichtblatt innerhalb des abzubildenden Objektes bewegt, so können mit dieser Anordnung Schichtbilder des Objektes aufgenommen werden.
Um ein möglichst dünnes Lichtblatt zu erzeugen, muss das
Beleuchtungsobjektiv eine entsprechend hohe numerische Apertur aufweisen, wobei der freie Arbeitsabstand des Beleuchtungsobj ektivs entsprechend groß sein muss, um eine Kollision mit dem Detektionsobj ekti v zu vermeiden. Die numerische Apertur des Beleuchtungsobjektivs definiert demnach die Dicke des Lichtblattes und damit die optische Auflösung längs der optischen Achse des Detektionsobj ektivs.
Bei einem in der WO 2010/012980 AI beschriebenen abgewandelten SPIM- Verfahren erfolgen Beleuchtung und Detektion mit ein und demselben
Objektiv. Hierzu wird die Eintrittspupille des Objektivs dezentral
unterleuchtet, d.h. der Beleuchtungslichtstrahl tritt durch einen Teil der Eintrittspupille, der quer zur optischen Achse versetzt ist. Eine vor dem Objektiv angeordnete Zylinderlinse erzeugt in dem Objekt ein beleuchtendes Lichtblatt, das zur optischen Achse des Objektivs schräggestellt ist. Der durch dieses Lichtblatt beleuchtete Zielbereich des Objektes wird dann wiederum durch das Objektiv abgebildet.
Die vorstehend beschriebenen Einrichtungen arbeiten jeweils mit einer Zylinderlinse, um die gewünschte Schrägbeleuchtung des Objektes zu erzielen. Die Verwendung einer solchen Zylinderlinse hat jedoch Nachteile. So sind diese Einrichtungen ausschließlich auf eine Schrägbeleuchtung mittels eines Lichtblattes ausgelegt und ermöglichen keine davon abweichende Anwendung, z.B. eine punktweise konfokale Abtastung. Auch wäre es wünschenswert, die räumliche Verteilung der Lichtintensität des zur
Schrägbeleuchtung erzeugten Lichtblattes variieren zu können. Dies ist mit einer Zylinderlinse nicht möglich.
Aus der DE 10 2005 007 756 AI ist ein Abtastmikroskop bekannt, bei dem der Beleuchtungslichtstrahl zum Schrägstellen des Beleuchtungsfokus auf einen aus der Pupillenmitte versetzten Teilbereich der Eintrittspupille des Objektivs gerichtet wird.
In der DE 10 2007 045 897 AI ist ein Mikroskop offenbart, bei dem das Lichtblatt mittels eines Scanners erzeugt wird.
Zur weiterführenden Literatur wird ferner verwiesen auf A.H. Voie et al.:„Orthogonal-plane fluorescence optical sectioning: three-dimensional imaging of macroscopic biological specimens", Journal of Microscopy 170, 229-236 (1993); J. Huisken, J. Swoger, F. Del Bene, J. Wittbold, E. II. K. Stelzer:„Optical sectioning deep inside live embryos by selective plane Illumination microscopy", Science 305, 1007 (2004); F. Fahrbach, A. Rohrbach: "Microscopy with non diffracting beams", FOM 2009, Krakau; C. Dunsby: "Optically sec- tioned imaging by oblique plane mirror microscopy", Optics Express Vol. 16, 25 (2008); DE 10 2005 027 077 AI ; DE 44 16 558 C2; US 5 952 668; WO 2006/127692 A2; DE 10 2006 021 317 B3; WO 2007/128434 AI ; US
2009/01354342 AI ; DE 10 2008 024 568 AI ; US 2008/0032414 AI .
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Abtastmikroskop, insbesondere ein konfokales Abtastmikroskop, anzugeben, das in einfacher Weise eine flexible Beleuchtung des abzubildenden Objektes ermöglicht.
Die Erfindung löst diese Aufgabe bei einem Abtastmikroskop eingangs genannter Art dadurch, dass die Abtastvorrichtung den
Beleuchtungslichtstrahl zum Schrägstellen des Beleuchtungsfokus relativ zur optischen Achse des Objektivs auf einen aus der Pupillenmitte versetzten Teilbereich der Eintrittspupille richtet und zum Bewegen des
Beleuchtungsfokus über den zu beleuchtenden Zielbereich die Einfallsrichtung des Beleuchtungslichtstrahls innerhalb dieses Teilbereichs ändert.
Die Erfindung sieht zum einen vor, die Eintrittspupille des Objektivs mit dem Beleuchtungslichtstrahl dezentral zu unterleuchten, indem der
Beleuchtungslichtstrahl auf einen aus der Pupillenmitte versetzten Teilbereich der Eintrittspupille geleitet wird. Die Unterleuchtung der Eintrittspupille, d.h. die Maßnahme, den Beleuchtungslichtstrahl nicht die gesamte Fläche der Eintrittspupille durchsetzen zu lassen und damit nicht die volle Apertur zu nutzen, bewirkt eine Aufweitung des (von vorneherein länglichen)
Beleuchtungsfokus sowohl in Längs- als auch in Querrichtung. Da der Beleuchtungslichtstrahl zudem außermittig auf die Eintrittspupille fällt, wird der Beleuchtungsfokus relativ zur optischen Achse des Objektivs schräg gestellt.
Der in dieser Weise aufgeweitete und schräg gestellte Beleuchtungsfokus kann nun dazu genutzt werden, sequenziell ein den Zielbereich beleuchtendes Lichtblatt aufzubauen. Hierzu dient die Abtastvorrichtung, die für eine
entsprechende Abtastbewegung des Beleuchtungslichtstrahls in der
Eintrittspupille des Objektivs sorgt. Diese Abtastbewegung entspricht einem Verkippen des Beleuchtungslichtstrahls um einen Kipppunkt, der im Bereich der Eintrittspupille liegt. Dies bedeutet, dass der Beleuchtungslichtstrahl, der selbstredend kein Strahl im mathematischen Sinne, sondern vielmehr ein Bündel von Lichtstrahlen darstellt, im Bereich der Eintrittspupille (zumindest näherungsweise) ortsfest bleibt, während er in einem Abstand von der
Eintrittspupille (in Richtung der Abtastvorrichtung) gleichsam eine
Schwenkbewegung relativ zu einer parallel zur optischen Achse liegenden Referenzrichtung ausführt. Diese Kipp- oder Schwenkbewegung des
Beleuchtungslichtstrahls setzt das Objektiv in eine entsprechende Bewegung des schräg gestellten B eleuchtungs fokus quer zur optischen Achse um.. Die tatsächliche Größe der Bewegung des B eleuchtungs fokus in dem Objekt hängt vom konkreten Aufbau des Objektivs ab. Wesentlich ist jedoch, dass die durch die Abtastvorrichtung bewirkte Verkippung des Beleuchtungslichtstrahls erfindungsgemäß dazu genutzt wird, den B eleuchtungs fokus innerhalb des Zielbereichs des Objektes zu bewegen und damit gleichsam ein Lichtblatt aufzubauen, das den Zielbereich beleuchtet.
Im Unterschied zu den aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen, die zur Erzeugung eines Lichtblattes mit einer Zylinderlinse arbeiten, wird bei dem erfindungsgemäßen Abtastmikroskop das Lichtblatt mittels der
Abtastvorrichtung sequenziell aufgebaut, indem der Beleuchtungsfokus innerhalb einer Abtastperiode über den Zielbereich bewegt wird. Damit macht sich das erfindungsgemäße Abtastmikroskop zur Erzeugung des Lichtblattes den Umstand zunutze, dass die Abtastperioden, mit denen heutzutage
Abtastvorrichtungen betrieben werden können, so kurz sind, dass sie die Detektionszyklen üblicherweise eingesetzter Lichtdetektoren deutlich unterschreiten. Da im Falle der Lichtblatterzeugung nur eine Linie (in X- oder
Y-Richtung) erzeugt wird, ist die Gesamtdauer der Beleuchtung für das komplette Lichtblatt abhängig von der Scanrate des Beleuchtungsscanners, d.h. der Abtastvorrichtung. Je nach Scannertyp kann diese im Bereich von 1 Hz bis mehreren 10 KHz liegen. Der Lichtdetektor (vornehmlich ein Flächendetektor; CCD; CMOS, APD Array...)„sieht" demnach den bewegten
Beleuchtungsfokus zeitlich und damit räumlich nicht aufgelöst. Vielmehr sieht er eine zusammenhängende Lichtverteilung in Form des Lichtblattes.
Beispielhafte Werte für die Abtastperiode liegen in einem Bereich von einigen Hundertstel Millisekunden bis 1 Sekunde, während die Detektionszeit für die ganze Lichtblattebene (abhängig von der Detektorauflösung, z.B. 512x512 Pixel) z.B. zwischen einigen Millisekunden und Sekunden beträgt, sofern sichergestellt ist, dass die Abtastperiode kleiner als die Detektionszeit ist.
Da in einem herkömmlichen konfokalen Abtastmikroskop ohnehin eine den Beleuchtungslichtstrahl bewegende Abtastvorrichtung vorgesehen ist, ermöglicht die Erfindung eine besonders effiziente Erzeugung des
beleuchtenden Lichtblattes. Insbesondere ist es möglich, im Wesentlichen ein und denselben Mikroskopaufbau für unterschiedliche Applikationen
vorzusehen. So ist es zur Realisierung der erfindungsgemäßen Applikation, bei der eine Schrägbeleuchtung des Objektes mittels eines Lichtblattes vorgenommen wird, lediglich erforderlich, in einem an sich standardmäßig aufgebauten konfokalen Abtastmikroskop für eine dezentrale Unterleuchtung der Eintrittspupille des Objektivs zu sorgen. Dies kann beispielsweise mittels eines optischen Elementes erfolgen, das in den Lichtweg des
Beleuchtungslichtstrahls eingebracht wird. Soll das Abtastmikroskop anschließend wieder mit einer punktweisen Beleuchtung arbeiten, so muss das optische Element lediglich wieder aus dem Lichtweg des
Beleuchtungslichtstrahls entfernt werden.
Das erfindungsgemäße Abtastmikroskop ermöglicht es, hochaufgelöste Schnittbilder des Objektes aufzunehmen. Hierzu wird das Objekt schrittweise mit dem Lichtblatt abgetastet. Diese Abtastung erfolgt dadurch, dass das Objektiv und das Objekt längs der optischen Achse relativ zueinander bewegt werden.
Vorzugsweise ändert die Abtastvorrichtung die Einfallsrichtung des
Beleuchtungslichtstrahls zur Erzeugung eines durch den bewegten
Beleuchtungsfokus gebildeten Lichtblattes innerhalb einer Einfallsebene, die zur optischen Achse des Objektivs parallel versetzt ist. Unter der Annahme, dass die Eintrittspupille kreisrund ausgeführt ist, bildet die vorstehend genannte Einfallsebene in der Draufsicht auf die Eintrittspupille eine Gerade, die den durch den Pupillenrand definierten Kreis nach Art einer Sekante in zwei voneinander verschiedenen Punkten schneidet, ohne den Mittelpunkt dieses Kreises zu kreuzen. In der vorstehend definierten Draufsicht führt dann der Beleuchtungslichtstrahl eine Kippbewegung längs dieser Sekante aus. Das Objektiv setzt diese Kippbewegung in eine entsprechende Bewegung des Beleuchtungsfokus längs einer Geraden um, die parallel zu der vorstehend genannten Sekante verläuft [geprüft]. Auf diese Weise kann in einfacher Weise das gewünschte Lichtblatt zur Beleuchtung des Zielbereichs erzeugt werden.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weist die Abtastvorri chtung ein in dem Lichtweg des Beleuchtungslichtstrahls zwischen der
Beleuchtungseinheit und dem Objektiv angeordnetes optisches
Versatzelement auf, durch das die Einfallsebene des Beleuchtungslichtstrahls parallel zur optischen Achse des Objektivs versetzt ist. Dieses Versatzelement kann beispielsweise ein Glaskeil, eine planparallele Platte, ein optischer oder photonischer Kristall, ein räumlicher Lichtmodulator, kurz SLM, ein
Mikrospiegelaktor, kurz DMD, etc. sein. Alternativ ist es auch möglich, die Abtastvorrichtung relativ zur Eintrittspupille des Objektivs so anzuordnen, dass der Beleuchtungslichtstrahl in der gewünschten Weise dezentral in die Eintrittspupille fällt. Ebenso ist es möglich, den Beleuchtungslichtstrahl in seinem Lichtweg vor der Abtastvorrichtung beispielsweise durch eine Blende von einer Seite so zu beschneiden, dass die gewünschte dezentrale
Beleuchtung der Eintrittspupille erzielt wird. In einer weiteren alternativen Ausführungsform können optische Elemente, die in dem Abtastmikroskop ohnehin schon vorhanden sind, zur Erzeugung des gewünschten
Strahlversatzes genutzt werden. Beispielsweise kann ein in einem
Abtastmikroskop üblicherweise vorhandener Auskoppel strahltei 1er, der den Beleuchtungslichtstrahl in Richtung des Objektivs durchlässt, während er das von dem Objekt stammende Detektionslicht in Richtung des Lichtdetektors reflektiert, aus einem (z.B. entsprechend beschichteten) Glassubstrat gebildet sein, dessen Dicke so bemessen ist, dass der gewünschte Strahlversatz, der üblicherweise in einem Bereich von einigen Millimetern liegt, bewirkt wird.
Vorzugsweise weist die Abtastvorrichtung ein Stellelement zum Einbringen und Entfernen des optischen Versatzelementes in den bzw. aus dem Lichtweg des Beleuchtungslichtstrahls auf. Mittels eines solchen Stellelementes kann das Versatzelement nach Wunsch in den Beleuchtungslichtstrahlengang eingebracht und aus diesem entfernt werden, um so beispielsweise zwischen einer üblichen konfokalen Beleuchtung und der erfindungsgemäßen
Schrägbeleuchtung mittels eines Lichtblattes umzuschalten. Darüber hinaus ist es mit einem solchen Stellelement möglich, das beispielsweise keilförmig ausgebildete Versatzelement inkrementell in dem Lichtweg des Beleuchtungslichtstrahls zu verschieben, um so eine beliebige Dezentrierung des Beleuchtungslichtstrahls gegenüber dem Objektiv zu bewirken.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist die Abtastvorrichtung ein in dem Lichtweg des Beleuchtungslichtstrahls zwischen der
B eleuchtungseinheit und dem Objektiv angeordnetes optisches
Strahleinstellelement zum Verändern des Strahldurchmessers des von der Beleuchtungseinheit ausgesendeten Beleuchtungslichtstrahls auf. Das
Strahleinstellelement ermöglicht es, den Strahldurchmesser des
Beleuchtungslichtstrahls und damit die Unterleuchtung der Eintrittspupille des Objektivs nach Bedarf einzustellen, um die gewünschte Ausdehnung des Beleuchtungsfokus zu erzielen. Es sind jedoch auch alternative
Ausführungsformen denkbar. So weist ein konfokales Abtastmikroskop häufig eine Strahlaufweitoptik auf, um den von der B eleuchtungseinheit abgegebenen Beleuchtungslichtstrahl so aufzuweiten, dass die Eintrittspupille des Objektivs voll ausgeleuchtet und damit die volle Apertur genutzt wird. Ist eine solche Optik in dem Abtastmikroskop ohnehin vorhanden, so kann sie auch dazu genutzt werden, den Strahldurchmesser entsprechend zu verringern, um die erfindungsgemäße Unterleuchtung der Eintrittspupille zu bewirken.
Selbstverständlich sind die vorstehend genannten Ausführungsformen rein beispielhaft zu verstehen. So können auch Blenden oder andere optische Elemente zur Einstellung des gewünschten Strahldurchmessers verwendet werden.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist der Beleuchtungslichtstrahl aus einem Anregungslichtstrahl und einem Abregungslicht zusammengesetzt, die vor Eintritt in die Abtastvorrichtung einander überlagert sind.
Entsprechend erzeugt das Objektiv aus dem Anregungslichtstrahl einen Anregungsfokus und aus dem Abregungslichtstrahl einen Abregungsfokus , die einander zu dem Beleuchtungsfokus überlagert sind. Auf dem Gebiet der Fluoreszenzmikroskopie kann ein solcher Abregungslichtstrahl beispielsweise nach dem so genannten STED- Verfahren dazu genutzt werden, die räumliche
Auflösung über die Beugungsgrenze hinaus zu steigern. Bei dem STED- Verfahren werden durch den Abregungslichtstrahl Fluoreszenzfarbstoffe, die zum Markieren einzelner Bereiche des Objektes eingesetzt werden, in an sich bekannter Weise gezielt abgeregt und damit gleichsam ausgeschaltet, um das Auflösungsvermögen zu steigern. In dem erfindungsgemäßen
Abtastmikroskop kann durch Anwendung des STED- Verfahrens die
Wirksamkeit des Beleuchtungsfokus dadurch, dass dem Anregungslichtstrahl der Abregungslichtstrahl überlagert wird, zur Auflösungssteigerung eingeengt und damit das resultierende Lichtblatt dünner geformt werden. Indem der Abregungslichtstrahl dem Anregungslichtstrahl schon vor Erreichen der Abtastvorrichtung überlagert wird, werden die beiden einander überlagerten Lichtstrahlen durch die Abtastvorrichtung gemeinsam in der Eintrittspupille des Objektivs verkippt.
Vorzugsweise hat der Abregungsfokus eine räumliche
Lichtintensitätsvertei lung , die in einer Ebene, in welcher der aus dem
Anregungsfokus und dem Abregungsfokus zusammengesetzte
Beleuchtungsfokus zur Erzeugung eines Lichtblattes bewegt wird, ein
Minimum und beiderseits dieser Ebene jeweils ein Maximum aufweist.
Während bei der herkömmlichen Anwendung des STED- Verfahrens der Abregungsfokus im Querschnitt eine Ringform aufweist, sieht die vorstehend genannte Ausführungsform einen Abregungsfokus vor, der im Querschnitt (oberhalb und unterhalb der Ebene, in der der Beleuchtungsfokus zur
Erzeugung des Lichtblattes bewegt wird) zwei Intensitätsmaxima und zwischen diesen Maxima ein Minimum hat. Dabei ist dieses
Intensitätsquerschnittsprofil vorzugsweise symmetrisch mit zwei gleich großen Maxima und einer dazwischen liegenden Nullstelle als Minimum ausgebildet.
Diese vorteilhafte Ausgestaltung macht sich den Umstand zunutze, dass eine STED-Abregung in der Ebene, in der der Beleuchtungsfokus zur Erzeugung des Lichtblattes bewegt wird, nicht erforderlich, ja sogar unerwünscht ist. So soll bei der erfindungsgemäßen Lösung ein möglichst großflächiges und zugleich möglichst dünnes Lichtblatt erzeugt werden, um räumlich
hochaufgelöste optische Schnittbilder aufnehmen zu können. Dabei ist die Fläche des Lichtblattes durch die Länge des bewegten Beleuchtungsfokus definiert, während die Blattdicke durch die Ausdehnung des
Beleuchtungsfokus quer zu der Ebene, in der der Beleuchtungsfokus bewegt wird, festgelegt ist. Der vorstehend beschriebene Abregungsfokus ist nun gerade so geformt, dass er die Anregungswirksamkeit des Anregungsfokus lediglich in Richtung der F okusquerausdehnung, nicht jedoch in Richtung der Fokuslängsausdehnung herabsetzt.
Zur Erzeugung des dem Anregungsfokus überlagerten Abregungsfokus ist in dem Lichtweg des Abregungslichtstrahls beispielsweise eine Phascnplatte angeordnet, welche die räumliche Intensitätsverteilung des
Abregungslichtstrahls entsprechend der gewünschten Form des
Abregungsfokus einstellt. Diese gewünschte Form des Abregungsfokus ist mit einem geringeren technischen Aufwand in Form einer einfachen Phasenplatte erzeugbar, als dies in der üblichen Anwendung des STED-Verfahrens der Fall ist, in der der Abregungsfokus ringförmig ausgebildet werden muss. Die Phasenplatte ist in dem Lichtweg des Abregungslichtstrahls vorzugsweise vor der Abtastvorrichtung angeordnet. Sie kann jedoch auch unmittelbar vor der Eintrittspupille des Objektivs, z.B. an einem vor dem Objektiv angeordneten Auskoppelstrahlteiler ausgebildet sein. Ebenso ist möglich, die Phasenplatte direkt in dem Objektiv anzuordnen.
Vorzugsweise umfasst das erfindungsgemäße Abtastmikroskop ein Element zum Variieren der Intensität des Beleuchtungslichtstrahls innerhalb einer Abtastperiode, während der der Beleuchtungsfokus über den Zielbereich bewegt wird. Diese Ausgestaltung nutzt den Umstand, dass das den
Zielbereich beleuchtende Lichtblatt sequenziell durch den bewegten
Beleuchtungsfokus aufgespannt wird. Dadurch ist es möglich, eine modulierte bzw. strukturierte Beleuchtung des Zielbereichs zu realisieren. Hierzu wird innerhalb der Abtastperiode, in der der Beleuchtungsfokus den Zielbereich abtastet, die Intensität des Beleuchtungslichtstrahls variiert. So kann die Intensität des Beleuchtungslichtstrahls zu jedem beliebigen Zeitpunkt innerhalb der Abtastperiode und damit an jeder beliebigen Stelle des
Zielbereichs nach Wunsch eingestellt werden. Als Element, das die Intensität des Beleuchtungslichtstrahls innerhalb der Abtastperiode variiert, kann beispielsweise ein akusto-optisch abstimmbarer Filter (AOTF), ein akusto- optischer Modulator (AOM) oder ein elektro-optischer Modulator (EOM) verwendet werden.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst das Abtastmikroskop eine Detektionsoptik mit einer ersten Teiloptik zur Zwischenabbildung eines schräg zur optischen Achse der ersten Teiloptik angeordneten, von dem Objektiv erzeugten Bildes des mit dem schräg gestellten Beleuchtungsfokus beleuchteten Zielbereichs, und einer zweiten Teiloptik zur Abbildung des von der ersten Teiloptik erzeugten Zwischenbildes auf eine Detektionsfläche, die parallel zu dem Zwischenbild angeordnet ist. Die beiden Teiloptiken sorgen für eine Aufrichtung des unter der Schrägbeleuchtung durch das Objektiv abgebildeten Zielbereichs. Eine solche Bildaufrichtung ist jedoch auch in anderer Weise möglich, beispielsweise durch eine so genannte Scheimpflug- Anordnung. Als Detektionsfläche, auf der schließlich das aufgerichtete Bild
des Zielbereichs erzeugt wird, kann beispielsweise ein CCD, ein sCMOS oder andere flächige Detektoren wie ein APD-Array verwendet werden.
Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein Verfahren zur
lichtmikroskopischen Abbildung eines Objektes mit den Merkmalen des Anspruchs 14 vorgesehen.
In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Intensität des Beleuchtungslichtstrahls innerhalb einer Abtastperiode variiert, während der der Beleuchtungsfokus über den Zielbereich bewegt wird. Insbesondere ist es möglich, durch alternierende Zu- und Abschaltung des Anregungslichtstrahls und/oder des Abregungslichtstrahls unterschiedliche Beobachtungsvolumina aufzunehmen. Erfolgt die Zu- und Abschaltung des Anregungslichtstrahls und/oder des Abregungslichtstrahls im Mikrosekundenbe- trieb, so können durch geeignete Synchronisation mit dem Lichtdetektor z.B. spaltenweise unterschiedliche Volumenelemente delektiert werden (sofern angenommen wird, dass die Detektionsfläche des Lichtdetektor aus Zeilen und Spalten zusammengesetzt ist).
Das erfindungsgemäße Verfahren kann vorteilhaft in der
Lokalisationsmikroskopie eingesetzt werden. Als Fluoreszenzfarbstoffe eignen sich schaltbare fluoreszierende Proteine, Fluoreszenzfarbstoffe wie ATTO, Alexa, Rhodamin-Derivate, Fluoreszein-Derivate, Nanokristalle etc. Über die Schrägbeleuchtung können entweder die fluoreszierenden
Komponenten aktiviert oder in die Saturierung getrieben werden. Über eine dosierte Beleuchtung wird sichergestellt, dass eine Einzelmolekül-Detektion möglich ist. Über eine Schwerpunktbestimmung der delektierten Photonen können dann die Orte der Fluoreszenzfarbstoffe bestimmt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann besonders gewinnbringend in der Kleintierbildgebung, z.B. der Fluoreszenzbildgebung an Fischen, eingesetzt werden, da die hier verwendeten Objekte gut zugänglich sind.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Darin zeigen:
Figur 1 ein konfokales Abtastmikroskop als erstes Ausführungsbeispiel;
Figur 2 eine gegenüber dem Abtastmikroskop nach Figur 1
abgewandelte Ausführungsform als zweites
Ausführungsbeispiel;
Figur 3 eine gegenüber dem Abtastmikroskop nach Figur 2 abgewandelte Ausführungsform als drittes Ausführungsbeispiel;
Figur 4 eine schematische Darstellung, die die in der herkömmlichen konfokalen Abtastmikroskopie angewandte vollständige
Ausleuchtung der Eintrittspupille eines Objektivs mit dem Beleuchtungslichtstrahl veranschaulicht;
Figur 5 eine schematische Darstellung, die die in der herkömmlichen konfokalen Abtastmikroskopie angewandte Abtastung mit dem Beleuchtungslichtstrahl veranschaulicht;
Figur 6 eine schematische Darstellung, die die erfindungsgemäße
Unterleuchtung der Eintrittspupille mit dem
Beleuchtungslichtstrahl veranschaulicht;
Figur 7 eine schematische Darstellung, die die erfindungsgemäße Abtastung durch Verkippen des die Eintrittspupille unterleuchtenden Beleuchtungslichtstrahls veranschaulicht; und
Figur 8 eine schematische Darstellung, die die erfindungsgemäße
Überlagerung des Beleuchtungsfokus mit dem Anregungsfokus veranschaulicht.
Figur 1 zeigt ein konfokales Abtastmikroskop 10 als erstes
Ausführungsbeispiel in einer schematischen Darstellung. Es ist darauf hinzuweisen, dass in der Darstellung nach Figur 1 Komponenten des
Abtastmikroskops 10 weggelassen sind, die zur Verständnis des
Erfindungsgegenstandes nicht wesentlich sind.
Das Abtastmikroskop 10 bildet ein konfokales Fluoreszenzmikroskop, das darauf ausgelegt ist, unter Anwendung des an sich bekannten STED- Verfahrens eine über die Beugungsgrenze hinausgehende räumliche
Auflösung zu erzielen. Dementsprechend umfasst das Abtastmikroskop 10 eine erste Laserlichtquelle 12, im Folgenden als Anregungslichtquelle bezeichnet, sowie eine zweite Laserlichtquelle 15, im Folgenden als
Abregungslichtquelle bezeichnet. Die Anregungslichtquelle 12 sendet einen Anregungslichtstrahl 14 aus, dessen Wellenlänge so gewählt ist, dass die in dem angewandten Mikroskopierverfahren verwendete Fluoreszenzfarbstoffe zur Abgabe von Fluoreszenzabstrahlung angeregt. Dagegen sendet die Abregungslichtquelle 15 einen Abregungslichtstrahl 16 aus, der dem
Anregungslichtstrahl 14 in weiter unten beschriebener Weise überlagert wird und dessen Wellenlänge so gewählt ist, dass die durch den
Anregungslichtstrahl beleuchteten Fluoreszenzfarbstoffe durch stimulierte Emission abgeregt und damit gleichsam ausgeschaltet werden. Der von der
Abregungslichtquelle 15 emittierte Abregungslichtstrahl 16 tritt durch eine Phasenplatte 18, die dazu dient, ein gewünschtes Intensitätsprofil des
Abregungslichtstrahls 16 einzustellen.
Der Anregungslichtstrahl 14 fällt auf einen Spiegel 20 und wird an diesem in Richtung eines Strahlteilers 22 reflektiert. Der Strahlteiler 22 ist so
ausgebildet, dass er den Anregungslichtstrahl 14 durchlässt, während er den auf ihn fallenden Abregungslichtstrahl 16 reflektiert. Auf diese Weise werden der Anregungslichtstrahl 14 und der in seinem Intensitätsprofil durch die Phasenplatte 18 beeinflusste Abregungslichtstrahl 16 einander überlagert. Der aus den beiden einander überlagerten Lichtstrahlen 14 und 16 gebildete Strahl wird im Folgenden als Beleuchtungslichtstrahl 24 bezeichnet.
Der Beleuchtungslichtstrahl 24 trifft auf eine in Figur 1 rein schematisch dargestellte Galvanospiegelanordnung 26, die dazu dient, den
Beleuchtungslichtstrahl so umzulenken, dass dieser eine weiter unten näher beschriebene Abtastbewegung ausführt. Anschließend tritt der
Beleuchtungslichtstrahl 24 durch eine Abtastlinse 28, eine Tubus linse 30 sowie einen Strahlteiler 32 und trifft schließlich auf ein Objektiv 34.
Wie der in Figur 1 schematisch dargestellte Beleuchtungslichtstrahlengang zeigt, leuchtet der in das Objektiv 34 eintretende Beleuchtungslichtstrahl 24 eine in Figur 1 mit 36 bezeichnete Eintrittspupille des Objektivs 34 nicht vollständig aus. Dies bedeutet, dass der Beleuchtungslichtstrahl 24 nur einen Teilbereich der Eintrittspupille 36 durchsetzt und somit nicht die volle Apertur des Objektivs 34 nutzt. Zudem ist der in das Objektiv 34 eintretende
Beleuchtungslichtstrahl 24 gegenüber der in Figur 1 mit O bezeichneten optischen Achse versetzt. Der Beleuchtungslichtstrahl 24 ist demnach so auf
das Objektiv 34 gerichtet, dass er dessen Eintrittspupille 36 dezentral unterleuchtet.
Diese dezentrale Unterleuchtung der Eintrittspupille 36 mit dem
Beleuchtungslichtstrahl 24 wird im vorliegenden Ausfuhrungsbeispiel dadurch erreicht, dass der von der Galvanospiegelanordnung 26 reflektierte
Beleuchtungslichtstrahl 24 mit einem Parallelversatz relativ zur optischen Achse O auf einen Randbereich der Abtastlinse 28 fällt. Dieser Parallelversatz fuhrt dazu, dass der aus der Abtastlinse 28 austretende Beleuchtungslichtstrahl 24 zunächst die optische Achse O kreuzt und anschließend wiederum auf einen Randbereich der Tubuslinse 30 fällt, wobei sich dieser Randbereich auf der anderen Seite der optischen Achse O als der lichtdurchsetzte Randbereich der Abtastlinse 28 befindet. Aus der Tubuslinse 30 tritt dann der
Beleuchtungslichtstrahl 24 gegenüber der optischen Achse O parallel versetzt in die Eintrittspupille 36 des Objektivs 34 ein. Die Tubuslinse 30 lenkt den Beleuchtungslichtstrahl 24 so um, dass dieser mit einem Parallelversatz relativ zur optischen Achse O in die Eintrittspupille 36 des Objektivs 34 fällt.
In dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel sorgen schon der Spiegel 20 und der Strahlteiler 22 dafür, dass der aus dem Anregungslichtstrahl 14 und dem Abregungslichtstrahl 16 zusammengesetzte Beleuchtungslichtstrahl 24 mit einem Parallelversatz relativ zur optischen Achse O auf die
Galvanospiegelanordnung 26 fällt. Dieser Parallelversatz kann mittels eines Stellelementes 38 eingestellt werden. Hierzu verschiebt das Stellelement 38 den Spiegel 20 und den Strahlteiler 22 als Einheit quer zur optischen Achse O.
Die vorstehend erläuterten Komponenten 20, 22, 26, 28, 30 und 38 bilden eine Abtastvorrichtung, die dazu dient, den B eleuchtungsl ichtstrahl 24 in der Eintrittspupille 36 des Objektivs 34 zu verkippen, wie weiter unten in Detail
beschrieben wird. Das Objektiv 34 formt den in ihrer Eintrittspupille 36 eintretenden Beleuchtungslichtstrahl 24 zu einem in Figur 1 nicht gezeigten Beleuchtungsfokus um, der durch die Kippbewegung des
Beleuchtungslichtstrahles 24 innerhalb einer Abtastperiode der
Abtastvorrichtung über einen Zielbereich eines abzubildenden Objektes 40 bewegt wird. Durch die Bewegung des Beleuchtungsfokus wird ein Lichtblatt erzeugt, das durch den dezentralen Eintritt des Beleuchtungslichtstrahls 24 in die Eintrittspupille 36 des Objektivs 34 gegenüber der optischen Achse O schräg gestellt ist. Dieses Lichtblatt ist in der schematischen Darstellung nach Figur 1 mit 42 bezeichnet.
Die aus dem mit dem Lichtblatt 42 beleuchteten Zielbereich des Objektes 40 stammende Fluoreszenzstrahlung wird wiederum von dem Objektiv 34 erfasst. Die Fluoreszenzstrahlung wird an dem Strahlteiler 32 in Richtung einer in Figur 1 allgemein mit 44 bezeichneten Detektionsoptik reflektiert. Die
Detektionsoptik 44 umfasst ein erstes Detektionsobjektiv 46, das einem Tubuslinsensystem 47 nachgeordnet ist, das aus zwei Tubuslinsen 49, 51 besteht. Die Tubuslinse 49 ist dem Objektiv 34 zugeordnet, während die Tubuslinse 51 dem ersten Detektionsobjektiv 46 zugeordnet ist. Die Tubuslinse 49 erzeugt im Zusammenwirken mit dem Objektiv 34 ein erstes Zwischenbild 53. Die in Figur 1 mit O' bezeichnete optische Achse des ersten
Detektionsobjektivs 46 steht senkrecht zur optischen O des Objektivs 34. Da der mit dem Lichtblatt 42 beleuchtete Zielbereich schräg zur optischen Achse O des Objektivs 34 angeordnet ist, liegt auch das erste Zwischenbild 53 schräg zur optischen Achse O' des ersten Detektionsobjektivs 46. Das erste Detektionsobjektiv 46 bildet im Zusammenwirken mit der Tubuslinse 51 das erste Zwischenbild 53 in ein zweites Zwischenbild 48 ab, das ebenfalls schräg zur optischen Achse O' angeordnet ist.
Die Detektionsoptik 44 umfasst ferner ein zweites Detektionsobjektiv 50, welches das zweite Zwischenbild 48 über eine Tubuslinse 52 auf eine
Detektionsfläche 54 eines Lichtdetektors 55 abbildet. Die mit O" bezeichnete optische Achse des zweiten Detektionsobjektivs 50 steht senkrecht auf dem zweiten Zwischenbild 48 und senkrecht auf der Detektionsfläche 54. Durch das Zusammenwirken der beiden Detektionsobj ektive 46 und 50 kann so auf der Detektionsfläche 54 weitgehend abbildungsfehlerfrei ein geradegestelltes Bild des mit dem Lichtblatt 42 beleuchteten, schräg gestellten Zielbereichs des Objektes 40 erzeugt werden.
Um eine Reihe hochaufgelöster Schnittbilder des Objektes 40 aufzunehmen, wird in dem vorliegenden Ausführungsbei spiel ein Objektträger 56, auf dem das Objekt 40 angeordnet ist, sukzessive längs oder quer der optischen Achse O bewegt. Auf diese Weise kann eine hochaufgelöste, dreidimensionale Abbildung des Objektes 40 vorgenommen werden.
Figur 2 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform als zweites
Aus führungsbeispiel . In diesem zweiten Ausführungsbeispiel wird der Parallelversatz des Beleuchtungslichtstrahls 24 gegenüber der optischen Achse O des Objektivs 34 vor Eintritt in die Eintrittspupille 36 in anderer Weise als in dem ersten Ausführungsbeispiel bewirkt. So breitet sich der
Beleuchtungslichtstrahl 24 in der Ausführungsform nach Figur 2 bis zu einem Strahlteiler 58 auf der optischen Achse O aus. Der Strahlteiler 58 ist im Unterschied zu dem Strahlteiler 32 nach Figur 1 aus einem vergleichsweise dicken, planparallelen Substrat gebildet, das beim Durchgang des
Beleuchtungslichtstrahls 24 für den gewünschten Parallelversatz gegenüber der optischen Achse O sorgt. Über ein Stellelement 60 kann der Strahlteiler 59 quer zur optischen Achse O verstellt werden, um den Parallelversatz zu variieren.
In Figur 3 ist ein drittes Ausführungsbeispiel gezeigt. Das dritte Ausfuhrungsbeispiel unterscheidet sich von der in Figur 2 gezeigten Ausführungsform dadurch, dass der aus einem planparallelen Substrat gebildete Strahlteiler 58 durch einen keilförmigen Strahlteiler 59 ersetzt ist. Auch in diesem Ausführungsbeispiel ist der Strahlteiler 59 mittels des Stellelementes 60 verschiebbar, um den gewünschten Parallelversatz des Beleuchtungslichtstrahls 24 zu bewirken.
Im Folgenden wird unter Bezugnahme auf die Figuren 4 bis 8 die
erfindungsgemäße Erzeugung des Lichtblattes 42 im Einzelnen erläutert.
Dabei ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren 4 bis 8 rein schematische Darstellungen sind, die das Verständnis der Erfindung erleichtern sollen.
Ferner soll für die in den Figuren 4 bis 7 gezeigten Fälle zur Erleichterung des Verständnisses zunächst angenommen werden, dass der
Beleuchtungslichtstrahl 24 allein aus dem Anregungslichtstrahl 14 gebildet ist, d.h. noch keine Überlagerung mit dem Abregungslichtstrahl 16 erfolgt.
In Figur 4 ist zunächst der für eine herkömmliche konfokale, punktweise Abtastung typische Fall veranschaulicht, bei der das durch den
Beleuchtungslichtstrahl 24 gebildete Strahlenbündel die volle Objektivapertur nutzt, d.h. die gesamte Fläche der Eintrittspupille 36 des Objektivs 34 durchsetzt. In Figur 4 ist der Beleuchtungslichtstrahl 24 parallel zur optischen Achse O ausgerichtet. In diesem Fall erzeugt das Objektiv 36 eine fokussierte Lichterverteilung, deren Ausdehnung längs der optischen Achse O größer als quer zur optischen Achse O ist. Diese in der vorliegenden Anmeldung als Beleuchtungsfokus bezeichnete Lichtverteilung ist in Figur 4 mit 62
bezeichnet.
Für die nachstehenden Erläuterungen wird jeweils auf ein Koordinatensystem Bezug genommen, dessen x-Achse in der Zeichenebene horizontal und dessen z-Achse in der Zeichenebene vertikal ausgerichtet ist, während die y-Achse aus der Zeichenebene heraus weist. Bei dieser Festlegung ist die
Eintrittspupille 36 parallel zur x-y-Ebene angeordnet, während die optische Achse O parallel zur z-Achse verläuft. In Figur 4 ist ferner unter A eine Draufsicht auf den Beleuchtungsfokus 62 in Richtung der z-Achse dargestellt. In dieser konventionellen Anordnung ist der B eleuchtungs fokus 62 in der Draufsicht kreisförmig.
Figur 5 zeigt nun, wie sich die Lage des Beleuchtungsfokus 62 ändert, wenn der B eleuchtungslichtstrahl 24 in der Eintrittspupille 36 durch die weiter oben beschriebene Abtastvorrichtung verkippt wird. Dabei wird für den in Figur 5 gezeigten Fall angenommen, dass der Hauptstrahl des durch den
Beleuchtungslichtstrahl 24 gebildeten Strahlenbündels in einer Einfallsebene verkippt wird, die parallel zur x-z-Ebene liegt. Ferner soll der
Beleuchtungslichtstrahl 24 immer noch die gesamte Fläche der Eintrittspupille 36 durchsetzen, d.h. die Eintrittspupille 36 vollständig ausleuchten.
Der Beleuchtungslichtstrahl 24 wird in der Einfallsebene so verkippt, dass er seine Einfallsrichtung relativ zur optischen Achse O ändert . Diese Änderung der Einfallsrichtung wird durch das Objektiv 34 in eine Verschiebung des Beleuchtungsfokus 62 quer zur optischen Achse O umgesetzt. In dem in Figur 5 gezeigten Fall findet sich diese Bewegung längs der x-Achse statt. Da der Beleuchtungslichtstrahl 24 immer noch die gesamte Fläche der Eintrittspupille 36 durchsetzt, bleibt der Beleuchtungsfokus 62 mit seiner Längserstreckung parallel zur optischen Achse O ausgerichtet. Dies zeigt sich auch in den in Figur 5 unter B dargestellten Draufsichten, in denen der Beleuchtungsfokus 62 immer noch kreisrund ist.
In Figur 6 ist die erfindungsgemäße Unterleuchtung der Eintrittspupille 36 dargestellt. Wie in Figur 6 zu erkennen, durchsetzt der Beleuchtungslichtstrahl 24 lediglich einen Teilbereich der Eintrittspupille 36, wobei dieser Teilbereich dezentral angeordnet, d.h. quer zur optischen Achse O aus der Pupillenmitte versetzt ist. Diese Dezentrierung des Beleuchtungslichtstrahls 24 in der Eintrittspupille 36 führt dazu, dass der Beleuchtungsfokus 62 relativ zur optischen Achse O schräg gestellt wird. Dies ist auch in der unter C gezeigten Draufsicht zu erkennen, in der der Beleuchtungsfokus 62 nicht mehr kreisrund, sondern in Richtung der x-Achse länger als in Richtung der y- Achse ist. Durch die Unterleuchtung des Beleuchtungslichtstrahls 24 wird zudem eine Aufweitung des Beleuchtungsfokus 62 bewirkt, d.h. der
Beleuchtungsfokus 62 ist insgesamt größer als bei vollständiger Ausleuchtung der Eintrittspupille 36.
In Figur 7 ist nun der Fall gezeigt, in dem der die Eintrittspupille 36 dezentral unterleuchtende Beleuchtungslichtstrahl 24 in der Eintrittspupille 36 verkippt wird. Dabei soll für den in Figur 7 gezeigten Fall angenommen werden, dass der Hauptstrahl des den Beleuchtungslichtstrahl 24 bildenden Strahlenbündels in einer zur optischen Achse O parallelen Einfallsebene verkippt wird, die parallel zur y-z-Ebene liegt. Dies bedeutet, dass der Beleuchtungslichtstrahl 24 in Figur 7 aus der Zeichenebene heraus und diese hinein verkippt wird.
Diese Verkippung des Beleuchtungslichtstrahls 24 wird durch das Objektiv 34 in eine entsprechende Verschiebung des schräg gestellten Beleuchtungsfokus 62 längs der y-Achse umgesetzt. Demnach wird der Beleuchtungsfokus 62 in Figur 7 aus der Zeichenebene heraus und in diese hinein verschoben. Dies ist in Figur 7 unter D nochmals veranschaulicht.
Die in Figur 7 unter D gezeigte Bewegungssequenz des Beleuchtungsfokus 62 macht deutlich, wie durch Bewegen des Beleuchtungsfokus 62 innerhalb einer Abtastperiode das Lichtblatt 42 aufgebaut wird. Voraussetzung ist hierfür, dass die Abtastperiode, in der der Beleuchtungsfokus 62 über den gesamten Zielbereich bewegt wird, kürzer ist als die Detektionszeit, mit dem
Lichtdetektor 54 zur Bilderzeugung arbeitet. Dadurch erfasst der Lichtdetektor 54 den bewegten Beleuchtungsfokus 62 zeitlich und damit räumlich nicht aufgelöst. Vielmehr erfasst er eine zusammenhängende oder kontinuierliche Lichtverteilung in Form des Lichtblattes 42.
In Figur 8 ist nun der Fall gezeigt, in dem der Beleuchtungslichtstrahl 24 aus einer Überlagerung des Anregungslichtstrahls 14 und des
Abregungslichtstrahls 16 gebildet ist. Dementsprechend erzeugt das Objektiv 34 einen Anregungsfokus 64 sowie einen Abregungsfokus 66, die in ihrer Überlagerung den Beleuchtungsfokus 62 ergeben. Der Anregungsfokus 64 entspricht in seiner Form dem in den Figuren 5 und 6 gezeigten
Beleuchtungsfokus 62.
Der Abregungsfokus 66 ist in Figur 8 unter E nochmals in einem Schnitt parallel zur x-z-Ebene dargestellt. Wie insbesondere aus dieser Darstellung deutlich wird, hat der Abregungsfokus 66 eine räumliche
Lichtintensitätsverteilung, bei der die Lichtintensität in der Ebene, in welcher der aus dem Anregungsfokus 64 und dem Abregungsfokus 66
zusammengesetzte Beleuchtungsfokus 62 bewegt wird, gleich Null ist, während sie beiderseits dieser Ebene jeweils ein Maximum aufweist. Die vorstehend genannte Bewegungsebene ist in Figur 7 mit 68 bezeichnet. Sie liegt parallel zu einer Ebene, welche die y-Achse enthält und deren
Schnittgerade mit der x-z-Ebene mit der x-Achse einen Winkel bildet. Dieser Winkel ist abhängig von dem maximalen Öffnungswinkel des verwendeten
Objektivs 34 und der Aufweitung sowie der Dezentrierung des Beleuchtungslichtstrahls 24.
Indem der Anregungsfokus 64 oberhalb und unterhalb dieser
Bewegungsebene 68 von dem Abregungsfokus 66 überlagert ist, wird die Anregungswirksamkeit des Anregungsfokus 62 von oberhalb und unterhalb der Bewegungsebene 68 her herabgesetzt. Der anregungswirksame Teil des Anregungsfokus ist in Figur 8 unter E schraffiert angedeutet.
In Figur 8 ist die Richtung, in der der Anregungsfokus 62 gleichsam eingeengt wird, durch eine Linie 70 angedeutet. Diese Einengungsrichtung 70 steht senkrecht auf der Bewegungsebene 68. Die Überlagerung des Anregungsfokus 64 und des Abregungsfokus 66 bewirkt, dass das anregungswirksame
Lichtblatt 42 gleichsam dünner wird, wodurch die räumliche Auflösung erhöht wird.
Die vorstehende beschriebene Erzeugung des Lichtblattes 42 bietet die
Möglichkeit, eine modulierte bzw. strukturierte Beleuchtung des Zielbereichs des Objektes 40 vorzunehmen. So ist es möglich, die Lichtintensität des Anregungslichtstrahls 14 und/oder des Abregungslichtstrahls 16 innerhalb einer Abtastperiode beispielsweise mittels eines in den Figuren nicht gezeigten AOTFs nach Wunsch zu variieren. Durch alternierende Zu- und Abschaltung des Anregungslichtstrahls 14 und/oder Abregungslichtstrahls 16 können unterschiedliche Beobachtungsvolumina aufgenommen werden. Erfolgt die Zu- und Abschaltung des Anregungslichtstrahls 14 und/oder Abregungslichtstrahls 16 im Mikrosekundenbereich können durch geeignete Synchronisation mit dem Lichtdetektor 55 z.B. spaltenweise unterschiedliche Volumenelemente delektiert werden (sofern angenommen wird, dass sich die Detektionsfläche 55 des Lichtdetektors 54 aus Zeilen und Spalten zusammensetzt).
B ezugszeichenl iste
10 Abtastmikroskop
12 Anregungslichtquelle
14 Anregungslichtstrahl
15 Abregungslichtquelle
16 Abregungslichtstrahl
18 Phasenplatte
20 Spiegel
22 Strahlteiler
24 B eleuchtungslichtstrahl
26 Galvanospiegelanordnung
28 Abtastlinse
30 Tubuslinse
32 Strahlteiler
34 Objektiv
36 Eintrittspupille
38 Stellelement
40 Objekt
42 Lichtblatt
44 Detektionsoptik
46 erstes Detektionsobjektiv
47 Tubuslinsensystem
48 Zwischenbild
49 Tubuslinse
50 zweites Detektionsobj ektiv
51 Tubuslinse
52 Tubuslinse
53 Zwischenbild
54 Detektionsfläche
55 Lichtdetektor
56 Objektträger
58 Strahlteiler
60 Stellelement
62 Beleuchtungsfokus
64 Anregungsfokus
66 Abregungsfokus
68 Bewegungsebene
70 Einengungsrichtung
O, Ο', 02' optische Achsen