Beschreibung
Titel
Verfahren zum Bestimmen einer Nickbewegung einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera und Verfahren zur Steuerung einer Lichtaussendung zumindest ei- nes Frontscheinwerfers eines Fahrzeugs
Stand der Technik
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Bestimmen einer Nickbewegung einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera, auf ein Verfahren zur
Steuerung einer Lichtaussendung zumindest eines Frontscheinwerfers eines Fahrzeugs, auf eine Vorrichtung das ausgebildet ist, um die Schritte eines solchen Verfahrens durchzuführen, sowie auf ein Computerprogrammprodukt mit Programmcode, der auf einem maschinenlesbaren Träger gespeichert ist, zur Durchführung eines solchen Verfahrens, wenn das Programm auf einer Vorrichtung ausgeführt wird.
Eine der wichtigsten Sicherheitsfunktionen, die in einem modernen videobasierten Fahrerassistenzsystem zur Verfügung steht, ist die Verfolgung bzw. Tracking und Positionsschätzung der vorausfahrenden Fahrzeuge bzw. Hindernisse in
Fahrtrichtung, um im Fall von gefährlich geringen bzw. schrumpfenden Abständen die automatische Vollbremsung des Fahrzeugs einzuleiten. Die Genauigkeit der Verfolgung sowie des Abstandes zu dem Fahrzeug bzw. Hindernis hängt hauptsächlich von der Eigenbewegung, d. h. den Bewegungsparametern, der Kamera zu diesem speziellen Zeitpunkt ab. Die Nickbewegung der Kamera be- einflusst die Schätzung des Abstandes zu dem Objekt stark. Auch lässt sich beobachten, dass die Empfindlichkeit für den Nickwinkel bzw. Pitch-Winkel sehr hoch ist und eine geringe Veränderung des Nickwinkels einen großen Fehler bei der Abstandsschätzung hervorrufen kann. Die meisten bekannten Systeme zur Bestimmung einer Nickbewegung einer fahrzeuginternen Kamera stützen sich für gewöhnlich auf am Chassis montierte Nickwinkelgeschwindigkeitssensoren.
In der DE 10 2007 041 781 B4 ist eine Fahrzeugerkennungsvorrichtung zur Erkennung von Fahrzeugen offenbart, wobei die Fahrzeuge mit eingeschaltetem Licht auf einer Fahrbahn fahren.
Offenbarung der Erfindung
Vor diesem Hintergrund werden mit der vorliegenden Erfindung ein verbessertes Verfahren zum Bestimmen einer Nickbewegung einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera, ein verbessertes Verfahren zur Steuerung einer Lichtaussendung zumindest eines Frontscheinwerfers eines Fahrzeugs, eine verbesserte Vorrichtung, das ausgebildet ist, um die Schritte eines solchen Verfahrens durchzuführen, sowie ein verbessertes Computerprogrammprodukt mit Programmcode, der auf einem maschinenlesbaren Träger gespeichert ist, zur Durchführung eines solchen Verfahrens, wenn das Programm auf einer Vorrichtung ausgeführt wird, gemäß den unabhängigen und nebengeordneten Patentansprüchen vorgestellt. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den jeweiligen Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung.
Die vorliegende Erfindung schafft ein Verfahren zum Bestimmen einer Nickbewegung einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera, wobei das Verfahren folgende Schritte aufweist:
Erzeugen erster Bildgradientendaten aus einem ersten Kamerabild, wobei die ersten Bildgradientendaten eine Helligkeitsveränderung benachbarter Bildpunkte des ersten Kamerabildes entlang einer vertikalen Achse des ersten Kamerabildes repräsentieren, und Erzeugen zweiter Bildgradientendaten aus einem bezüglich des ersten Kamerabildes nachfolgend aufgenommenen, zweiten Kamerabild, wobei die zweiten Bildgradientendaten eine Helligkeitsveränderung benachbarter Bildpunkte des zweiten Kamerabildes entlang einer vertikalen Achse des zweiten Kamerabildes repräsentieren;
Generieren zumindest eines Bildverschiebungswertes, der eine Verschiebung eines Bildpunktes des zweiten Kamerabildes relativ zu einem entsprechenden Bildpunkt des ersten Kamerabildes repräsentiert, wobei das Generieren unter
Verwendung der ersten Bildgradientendaten und der zweiten
Bildgradientendaten erfolgt; und
Ermitteln einer Nickbewegung basierend auf dem zumindest einen Bildverschie- bungswert, um die Nickbewegung der Kamera zu bestimmen.
Bei dem Fahrzeug kann es sich um ein Kraftfahrzeug, beispielsweise einen Personenkraftwagen, Lastkraftwagen oder ein sonstiges Nutzfahrzeug handeln. Die Kamera ist in dem Fahrzeug so angebracht, dass ein Blickwinkel der Kamera in Vorwärtsfahrtrichtung oder in Rückwärtsfahrtrichtung des Fahrzeugs gerichtet ist.
Auch können eine erste Kamera mit einem Blickwinkel in Vorwärtsfahrtrichtung und eine zweite Kamera mit einem Blickwinkel in Rückwärtsfahrtrichtung des Fahrzeugs vorgesehen sein. Mittels der Kamera kann ein Bereich, der in Vorwärtsfahrtrichtung vor dem Fahrzeug liegt, aufgenommen werden. Die Kamera kann beispielsweise der Überwachung und/oder Verfolgung vorausfahrender
Fahrzeuge bzw. vor dem Fahrzeug befindlicher Objekte dienen. Die Kamera kann mit ihrer optischen Achse entlang einer Längsachse des Fahrzeugs ausgerichtet sein. Die Nickbewegung, auch Pitch-Bewegung genannt, betrifft eine rotatorische Bewegung bzw. Verschwenkung der Kamera um eine Querachse des Fahrzeugs. Die Nickbewegung bewirkt, dass die optische Achse der Kamera bezüglich der Längsachse des Fahrzeugs um die Querachse verschwenkt wird. Da die Kamera mechanisch mit dem Fahrzeug verbunden ist, resultiert die Nickbewegung der Kamera aus einer entsprechenden Bewegung des Fahrzeugs. Somit lassen sich aus der Nickbewegung der Kamera auch Rückschlüsse auf ein Bewegungsverhalten des Fahrzeugs ziehen. Eine translatorische Bewegung der
Kamera entlang einer Hochachse des Fahrzeugs kann ebenfalls eine Bildverschiebung bewirken, kann jedoch einen vernachlässigbaren Betrag aufweisen. Das erste Kamerabild und das zweite Kamerabild können direkt aufeinanderfolgende Kamerabilder sein oder es kann zwischen dem ersten Kamerabild und dem zweiten Kamerabild zumindest ein Zwischenbild von der Kamera aufgenommen werden. Die Bildgradientendaten repräsentieren eine Helligkeitsveränderung entlang zumindest einer vertikalen Reihe bzw. Spalte von Bildpunkten. Bei den Bildpunkten kann es sich um so genannte Pixel oder Bildpixel handeln. Die ersten Bildgradientendaten können durch ein erstes Signal repräsentiert sein. Die zweiten Bildgradientendaten können durch ein zweites Signal repräsentiert sein. Der Bildverschiebungswert gibt an, ob zwischen einem Aufnahmezeitpunkt
des ersten Kamerabildes und einem Aufnahmezeitpunkt des zweiten Kamerabildes eine Nickbewegung der Kamera stattgefunden hat und wie groß die Nickbewegung ist. Die vorliegende Erfindung schafft ferner ein Verfahren zur Steuerung einer Lichtaussendung zumindest eines Frontscheinwerfers eines Fahrzeugs, wobei in dem Fahrzeug eine Kamera verbaut ist, wobei das Verfahren folgende Schritte aufweist:
Bestimmen einer Nickbewegung einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera nach dem oben genannten Verfahren; und
Einstellen eines Leuchtwinkels des zumindest eines Frontscheinwerfers in Abhängigkeit von der Nickbewegung der Kamera, um die Lichtaussendung des zu mindest eines Frontscheinwerfers zu steuern.
In Verbindung mit dem Verfahren zur Steuerung kann das oben genannte Verfahren zum Bestimmen vorteilhaft eingesetzt werden. Dabei kann die mittels des Verfahrens zum Bestimmen bestimmte Nickbewegung der Kamera, die auf einer entsprechenden Bewegung des Fahrzeugs beruht, bei dem Verfahren zur Steuerung eingesetzt werden, um den Leuchtwinkel einzustellen. Dabei kann der Leuchtwinkel um die Nickbewegung korrigiert werden. So kann beispielsweise eine Blendung von vorausfahrenden Fahrzeugen oder Gegenverkehr durch den zumindest einen Frontscheinwerfer des Fahrzeugs verringert oder vermieden werden.
Die vorliegende Erfindung schafft ferner eine Vorrichtung, die ausgebildet ist, um die Schritte eines der oben genannten Verfahren durchzuführen bzw. umzusetzen. Insbesondere kann die Vorrichtung Einrichtungen aufweisen, die ausgebil- det sind, um je einen Schritt eines des Verfahrens auszuführen. Auch durch diese Ausführungsvariante der Erfindung in Form einer Vorrichtung kann die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe vorteilhaft und effizient gelöst werden.
Unter einer Vorrichtung kann vorliegend ein elektrisches Gerät verstanden wer- den, das Sensorsignale verarbeitet und in Abhängigkeit davon Steuer- oder Datensignale ausgibt. Die Vorrichtung kann eine Schnittstelle aufweisen, die hard-
und/oder softwaremäßig ausgebildet sein kann. Bei einer hardwaremäßigen Ausbildung können die Schnittstellen beispielsweise Teil eines sogenannten Sys- tem-ASICs sein, der verschiedenste Funktionen der Vorrichtung beinhaltet. Es ist jedoch auch möglich, dass die Schnittstellen eigene, integrierte Schaltkreise sind oder zumindest teilweise aus diskreten Bauelementen bestehen. Bei einer softwaremäßigen Ausbildung können die Schnittstellen Softwaremodule sein, die beispielsweise auf einem Mikrocontroller neben anderen Softwaremodulen vorhanden sind. Von Vorteil ist auch ein Computerprogrammprodukt mit Programmcode, der auf einem maschinenlesbaren Träger wie einem Halbleiterspeicher, einem Festplattenspeicher oder einem optischen Speicher gespeichert ist und zur Durchführung eines der oben genannten Verfahren verwendet wird, wenn das Programm auf einer Vorrichtung oder einem Steuergerät ausgeführt wird.
Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass eine Bestimmung der Nickbewegung einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera basierend auf Kamerabildern erfolgen kann. Wenn beispielsweise zwischen Aufnahmezeitpunkten zweier Kamerabilder eine Nickbewegung der Kamera erfolgt, so hat die Nickbewegung ei- ne Verschiebung von Bildpunkten zur Folge. Diese Verschiebung von Bildpunkten wiederum kann beispielsweise gemäß Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung ermittelt bzw. Präzise geschätzt werden.
Vorteilhafterweise kann gemäß der vorliegenden Erfindung eine reine Kamera- nickbewegung bestimmt bzw. geschätzt werden, was bei sensorbasierter Bestimmung bzw. Schätzung nicht der Fall ist. Gemäß der vorliegenden Erfindung kann somit beispielsweise auf Nickwinkelgeschwindigkeitssensoren zur Bestimmung der Nickbewegung der Kamera verzichtet werden. Dies spart Teile, Kosten und Gewicht und vermeidet eine Situation, bei der Kamera und Nickwinkelge- schwindigkeitssensoren an unterschiedlichen Stellen und relativ zu unterschiedlichen Koordinatensystemen montiert sind. Daher kann gemäß der vorliegenden Erfindung eine Fehleranfälligkeit aufgrund von elektromagnetischer Interferenz oder Temperatur, insbesondere Drift oder Versatz, beseitigt oder deutlich reduziert werden. Aufgrund der nicht erforderlichen, störungsanfälligen Sensorik ist die Bestimmung des Nickwinkels gemäß der vorliegenden Erfindung frei von solchen Störungen. Ferner können Kamerabildaufnahme und Nickwinkelbestim-
mung synchronisiert sein, da die Bestimmung auf den aktuell bestehenden Bildern beruht. Durch die Verwendung von Bildgradientensummendaten anstelle der gesamten Bilddaten eines Kamerabildes ergeben sich zudem eine Verringerung redundanter Informationen und somit auch erforderlicher Rechenressourcen sowie eine Steigerung der Recheneffizienz. Somit kann eine von der Kamera zu erfüllende Aufgabe, beispielsweise eine Objektverfolgung, verbessert werden. Durch eine Kompensation der Kameranickbewegung bzw. Kameranickwinkelgeschwindigkeit ergeben sich die Verbesserung der Objektverfolgung, z. B. der Bewegtobjektverfolgung, sowie eine Verbesserung der Objektverfolgungsgenau- igkeit. Dies weist auch zum Beispiel in Verbindung mit Spurerkennungsalgorithmen mit der Zielfunktion Spurverlassenswarnung und Spurhalteunterstützung, und/oder Objekterkennung, bzw. der Erkennung von Fahrzeugen, Personen, Verkehrsschildern und dergleichen, vorteilhafte Auswirkungen auf. In Verbindung mit einer Rückfahrkamera beispielsweise kann eine Spurverlassenswarnung und/oder Spurhalteunterstützung verbessert werden.
Dabei können im Schritt des Erzeugens die ersten und/oder zweiten
Bildgradientendaten mittels einer Radon-Transformation erzeugt werden, insbesondere einer Radon-Transformation in horizontaler Richtung in Bezug auf das betreffende Kamerabild. Bei der Radon-Transformation handelt es sich um eine
Integraltransformation. Hierbei kann die Radon-Transformation eine Helligkeitsveränderung benachbarter Bildpunkte aus mehreren Spalten von Bildpunkten berücksichtigen. Hierbei können die Helligkeitsveränderungen in den mehreren Spalten von Bildpunkten nacheinander auf integriert werden, wobei in horizonta- ler Richtung die Spalten nacheinander abgearbeitet werden. Diese Ausführungsform bietet den Vorteil, dass mittels der Radon-Transformation aussagekräftige Bildgradientendaten auf Basis nicht nur einer Spalte von Bildpunkten bei günstigem Ressourcenaufwand erzeugt werden können. Basierend auf denen mittels Radon-Transformation erzeugten Bildgradientendaten kann ein Bildverschie- bungswert effizient generiert werden.
Günstig ist es ferner, wenn im Schritt des Erzeugens die ersten
Bildgradientendaten aus einem Teilbereich des ersten Kamerabildes und die zweiten Bildgradientendaten aus einem entsprechenden Teilbereich des zweiten Kamerabild erzeugt werden. Eine derartige Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung bietet den Vorteil einer deutlich reduzierten erforderlichen Datenverar-
beitungskapazitat für die Erzeugung der ersten und zweiten Bildgradientendaten, da lediglich ein kleiner Teil des ersten und zweiten Bildes ausgewertet werden braucht.
Auch kann im Schritt des Generierens der zumindest ein Bildverschiebungswert mittels einer Kreuzkorrelation aus den ersten Bildgradientendaten und den zweiten Bildgradientendaten generiert werden. Hierbei kann der Schritt des Generierens eine Schätzung aufweisen, und insbesondere eine subpixelgenaue Schätzung. Die Schätzung auf Basis der Kreuzkorrelation ist hochgenau mit hoher Auflösung von beispielsweise weniger als einem Bildpunkt (Subpixel).
Es kann im Schritt des Ermitteins eine Nickwinkelgeschwindigkeit ermittelt werden, um die Nickbewegung der Kamera zu bestimmen. Diese Ausführungsform bietet den Vorteil, dass die Nickbewegung in Form der Nickwinkelgeschwindigkeit auf unkomplizierte Weise bestimmt werden kann.
Hierbei kann im Schritt des Ermitteins eine Nickwinkelgeschwindigkeit basierend auf dem zumindest einen Bildverschiebungswert, auf einer Zeitdifferenz zwischen dem ersten Kamerabild und dem zweiten Kamerabild und auf einer Brennweite der Kamera ermittelt werden, um die Nickbewegung der Kamera zu bestimmen. Diese Ausführungsform bietet den Vorteil, dass basierend auf den oben genannten Eingangsgrößen die Nickwinkelgeschwindigkeit auf einfache und genaue Weise ermittelt werden kann.
Insbesondere kann im Schritt des Ermitteins eine Nickwinkelgeschwindigkeit gemäß der Formel
Ay
δθ
Atfy
ermittelt werden, um die Nickbewegung der Kamera zu bestimmen. Dabei kann δθ die Nickwinkelgeschwindigkeit als Ableitung einer Nickwinkeländerung δθ bezeichnen, Ay den zumindest einen Bildverschiebungswert bezeichnen, At eine Zeitdifferenz zwischen dem ersten Kamerabild und dem zweiten Kamerabild bezeichnen und fy eine Brennweite der Kamera bezeichnen. Diese Ausführungsform bietet den Vorteil, dass die Nickwinkelgeschwindigkeit mittels der obigen Formel zuverlässig und berechnungseffizient ermittelt werden kann.
Günstig ist es auch, wenn im Schritt des Erzeugens die ersten Bildgradientendaten aus einem Teilabschnitt des ersten Kamerabildes erzeugt werden und die zweiten Bildgradientendaten aus einem Teilabschnitt des zweiten Kamerabildes erzeugt werden. Hierbei können der Teilabschnitt des ersten Kamerabildes und der Teilabschnitt des zweiten Kamerabildes auf einem einzigen Teilbereich eines Kamerasensors basieren. Somit können die Zeilenpositionen und Spaltenpositionen der Teilabschnitte bezüglich eines unveränderlichen Bildpunkterasters in den Kamerabildern gleich sein. Die Zeilenpositionen und Spaltenpositionen der Teilabschnitte verändern sich bezüglich des unveränderlichen Bildpunkterasters von dem ersten Kamerabild zu dem zweiten Kamerabild nicht. Die Teilabschnitte können in einer Bildbreite und einer Bildhöhe anpassbar sein. Diese Ausführungsform bietet den Vorteil, dass der Ressourcenaufwand für die Bestimmung der Nickbewegung der Kamera verringert wird, da die Eingangsdatenmenge reduziert wird, indem lediglich Teilabschnitte der Kamerabilder und nicht ganze Kamerabilder im Schritt des Erzeugers herangezogen werden. Zudem können die Teilabschnitte der Kamerabilder so gewählt sein, dass die Teilabschnitte hinsichtlich der Nickbewegung der Kamera aussagekräftig auswertbare Bereiche der Kamerabilder aufweisen.
Das Verfahren kann auch einen Schritt des Auswählens eines Teilabschnitts aus dem ersten Kamerabild und eines Teilabschnitts aus dem zweiten Kamerabild aufweisen. Der Schritt des Auswählens kann basierend auf einer Fortbewegung des Fahrzeugs und zusätzlich oder alternativ basierend auf einer möglichst geringen Beeinflussung des Teilabschnitts durch die Fortbewegung des Fahrzeugs erfolgen.
Beispielhaft kann eine Spur- und/oder Objekterkennung einen Schritt des Durchführens einer Spur- und/oder Objektdetektion, einen Schritt des Ausführens von Spur- und/oder Objekttracking und Positionierung mit Hilfe der Kamerabeweung bzw. Nickwinkelgeschwindigkeit und einen Schritt des Ansteuerns einer Aktorik, um eine Information an z. B. einen Fahrer des Fahrzeugs auszugeben oder aktiv und korrigierend einzugreifen, aufweisen.
Die Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnungen beispielhaft näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Fahrzeug mit einem Steuergerät gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
Fig. 2 Kamerabilder und einen Teilabschnitt eines Kamerabildes gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung;
Fig. 3 einen Teilabschnitt eines Kamerabildes sowie Bildgradientendaten gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung; Fig. 4 ein Diagramm eines mittels Sensorik auf herkömmliche Weise gewonnenen Nickwinkelgeschwindigkeitsverlaufs und eines gemäß Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung bestimmten Nickwinkelge- schwindigkeitsverlaufs; und Figuren 5 und 6 Ablaufdiagramme von Verfahren gemäß Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung.
Gleiche oder ähnliche Elemente können in den Figuren durch gleiche oder ähnliche Bezugszeichen versehen sein, wobei auf eine wiederholte Beschreibung verzichtet wird. Ferner enthalten die Figuren der Zeichnungen, deren Beschreibung sowie die Ansprüche zahlreiche Merkmale in Kombination. Einem Fachmann ist dabei klar, dass diese Merkmale auch einzeln betrachtet werden oder sie zu weiteren, hier nicht explizit beschriebenen Kombinationen zusammenge- fasst werden können. Weiterhin ist die Erfindung in der nachfolgenden Beschrei- bung eventuell unter Verwendung von unterschiedlichen Maßen und Dimensionen erläutert, wobei die Erfindung nicht auf diese Maße und Dimensionen eingeschränkt zu verstehen ist. Ferner können erfindungsgemäße Verfahrensschritte wiederholt sowie in einer anderen als in der beschriebenen Reihenfolge ausgeführt werden. Umfasst ein Ausführungsbeispiel eine„und/oder"-Verknüpfung zwi- sehen einem ersten Merkmal/Schritt und einem zweiten Merkmal/Schritt, so kann dies so gelesen werden, dass das Ausführungsbeispiel gemäß einer Ausführungsform sowohl das erste Merkmal / den ersten Schritt als auch das zweite Merkmal /den zweiten Schritt und gemäß einer weiteren Ausführungsform entweder nur das erste Merkmal /Schritt oder nur das zweite Merkmal /Schritt auf- weist.
Fig. 1 zeigt ein Fahrzeug mit einem Steuergerät gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Gezeigt sind ein Fahrzeug 100, eine Kamera 1 10, ein Steuergerät 120, eine Bestimmungseinrichtung 130, eine Generierungs- einrichtung 140 und eine Ermittlungseinrichtung 150. Steuergerät 120 weist die Bestimmungseinrichtung 130, die Generierungseinrichtung 140 und die Ermittlungseinrichtung 150 auf. Die Kamera 1 10 und das Steuergerät 120 sind in dem Fahrzeug 100 angeordnet. Die Kamera 1 10 ist mit dem Steuergerät 120 kommunikativ verbunden. Die Bestimmungseinrichtung 130 ist mit der Generierungseinrichtung 140 des Steuergeräts 120 kommunikativ verbunden. Die Generierungs- einrichtung 140 ist mit der Ermittlungseinrichtung 150 des Steuergeräts 120 kommunikativ verbunden.
Die Kamera 1 10 ist in dem Fahrzeug 100 so angeordnet, dass mittels optischer Einrichtungen der Kamera 1 10 Kamerabilder in Vorwärtsfahrtrichtung des Fahr- zeugs 100 aufnehmbar sind, auch wenn die Anordnung der Kamera 1 10 in dem
Fahrzeug 100 aus Fig. 1 nicht explizit hervorgeht. Auf die Kamerabilder wird unter Bezugnahme auf Fig. 2 noch weiter eingegangen. Die Kamera 1 10 ist beispielsweise über eine Signalleitung oder dergleichen mit dem Steuergerät 120 verbunden. Die Kamera 1 10 ist ausgebildet, um an das Steuergerät 120 Bildda- ten zu übermitteln, welche die Kamerabilder repräsentieren.
Das Steuergerät 120 empfängt die Kamerabilder in Gestalt der Bilddaten von der Kamera 1 10. Das Steuergerät 120 ist zum Bestimmen einer Nickbewegung der in einem Fahrzeug verbauten Kamera 1 10 ausgebildet. Dazu werden beispiels- weise Paare aufeinanderfolgender Kamerabilder von den Einrichtungen 130, 140 und 150 bis Steuergerät 120 verarbeitet. Anders ausgedrückt wird zumindest ein Paar nachfolgender oder aufeinanderfolgender Kamerabilder in dem Steuergerät 120 verarbeitet. Im Folgenden wird ein Ablauf der Verarbeitung in dem Steuergerät 120 lediglich für ein paar solcher Kamerabilder erläutert. Es ist jedoch ersicht- lieh, dass sich der Ablauf für weitere Paare solcher Kamerabilder wiederholen kann.
Die Erzeugungseinrichtung 130 ist ausgebildet, um erste Bildgradientendaten aus einem ersten Kamerabild zu erzeugen. Die ersten Bildgradientendaten re- präsentieren dabei eine Helligkeitsveränderung benachbarter Bildpunkte des ersten Kamerabildes entlang einer vertikalen Achse des ersten Kamerabildes. Die
Erzeugungseinrichtung 130 ist auch ausgebildet, um zweite Bildgradientendaten aus einem bezüglich des ersten Kamerabildes nachfolgend aufgenommenen, zweiten Kamerabild zu erzeugen. Die zweiten Bildgradientendaten repräsentieren eine Helligkeitsveränderung benachbarter Bildpunkte des zweiten Kamera- bildes entlang einer vertikalen Achse des zweiten Kamerabildes. Die ersten
Bildgradientendaten und die zweiten Bildgradientendaten werden von der Erzeugungseinrichtung 130 an die Generierungseinrichtung 140 übertragen. Die ersten Bildgradientendaten können hierbei als ein erstes Bildgradientensignal übertragen werden. Die zweiten Bildgradientendaten können als ein zweites
Bildgradientensignal übertragen werden.
Die Generierungseinrichtung 140 empfängt die ersten Bildgradientendaten und die zweiten Bildgradientendaten von der Erzeugungseinrichtung 130. Die Generierungseinrichtung 140 ist ausgebildet, um unter Verwendung der ersten Bildgradientendaten und der zweiten Bildgradientendaten einen Bildverschiebungswert zu generieren. Der Bildverschiebungswert repräsentiert eine Verschiebung eines Bildpunktes des zweiten Kamerabildes relativ zu einem entsprechenden Bildpunkt des ersten Kamerabildes. Mit anderen Worten analysiert die Generierungseinrichtung 140 das erste und das zweite Bildgradientensignal, welche die ersten und die zweiten Bildgradientendaten repräsentieren, um den Bildverschiebungswert zu generieren. Der Bildverschiebungswert wird von der Generierungseinrichtung 140 an die Ermittlungseinrichtung 150 übertragen.
Die Ermittlungseinrichtung 150 empfängt den Bildverschiebungswert von der Generierungseinrichtung 140. Die Ermittlungseinrichtung 150 ist ausgebildet, um eine Nickbewegung basierend auf dem Bildverschiebungswert zu ermitteln, um die Nickbewegung der Kamera zu bestimmen. Insbesondere kann die Ermittlungseinrichtung 150 hierbei aus dem Bildverschiebungswert und weiteren Daten eine Nickwinkelgeschwindigkeit berechnen, wie es unten noch weiter erläutert wird.
Fig. 2 zeigt Kamerabilder und einen Teilabschnitt eines Kamerabildes gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Gezeigt sind ein erstes Kamerabild 212, ein zweites Kamerabild 214 und ein Teilabschnitt 215. Die Kamerabilder 212, 214 können mittels einer Kamera wie der Kamera aus Fig. 1 aufgenommen sein. Die Kamera, mit der die Kamerabilder 212, 214 aufgenom-
men sind, kann in einem Fahrzeug verbaut sein, wie dem Fahrzeug aus Fig. 1. In Fig. 2 ist das zweite Kamerabild 214 das erste Kamerabild 212 teilweise verdeckend bzw. überlagernd gezeigt. Es ist jedoch aus Fig. 2 zu erkennen, dass das erste Kamerabild 212 und das zweite Kamerabild 214 eine ähnliche Szenerie zeigen. In dem zweiten Kamerabild 214 ist die Szenerie vollständig zu erkennen.
Das zweite Kamerabild 214 zeigt eine Straßenszenerie aus der Perspektive von einem Fahrzeuginnenraum durch eine Frontscheibe des Fahrzeugs hindurch in Fahrtrichtung nach vorne. Gezeigt sind ein Straßenverlauf mit Fahrbahnmarkierungen, ein vorausfahrendes Fahrzeug, eine die Fahrbahn überspannende Brü- cke sowie Bebauung und Vegetation.
Das erste Kamerabild 212 ist beispielsweise zeitlich vor dem zweiten Kamerabild 214 aufgenommen. Zwischen einem Aufnahmezeitpunkt des ersten Kamerabildes 212 und einem Aufnahmezeitpunkt des zweiten Kamerabildes 214 kann sich das Fahrzeug, in dem die Kamera montiert ist, um eine bestimmte Strecke fortbewegt haben und es kann zu einer Nickbewegung des Fahrzeugs und/oder der Kamera gekommen sein. Daher können sich Bilddaten der Kamerabilder 212, 214 und somit auch die in den Kamerabildern 212, 214 sichtbaren Objekte aufgrund einer Fortbewegungsstrecke des Fahrzeugs und zusätzlich oder alternativ einer Nickbewegung des Fahrzeugs und/oder der Kamera unterscheiden.
Der Teilabschnitt 215 umfasst einen Teilbereich des zweiten Kamerabildes 214. Genau gesagt umfasst der Teilabschnitt 215 einen Teilbereich des zweiten Kamerabildes 214, in dem das vorausfahrende Fahrzeug abgebildet ist. Der Teilab- schnitt 215 erstreckt sich gemäß dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel von einem oberen Bildrand bis zu einem unteren Bildrand des zweiten Kamerabildes 214. Eine Höhe des Teilabschnitts 215 entspricht somit hier einer Höhe des zweiten Kamerabildes 214. Eine Breite des Teilabschnitts 215 kann beispielsweise einen Bruchteil einer Breite des zweiten Kamerabildes 214 betragen, wie es in Fig. 2 gezeigt ist, oder kann bis hin zu der Breite des zweiten Kamerabildes 214 betragen, abhängig von Erfordernissen einer speziellen Anwendung. Eine Höhe des Teilabschnitts 215 kann beispielsweise einen Bruchteil einer Höhe des zweiten Kamerabildes 214 betragen, wie es in Fig. 2 gezeigt ist, oder kann bis hin zu der Höhe des zweiten Kamerabildes 214 betragen, abhängig von Erfordernissen einer speziellen Anwendung. Der Teilabschnitt 215 kann hierbei mittels einer Einrichtung eines Steuergeräts, wie beispielsweise der Erzeugungs-
einrichtung oder einer der Erzeugungseinrichtung vorgeschalteten Einrichtung des Steuergeräts aus Fig. 1 , bestimmt sein.
Fig. 3 zeigt einen Teilabschnitt eines Kamerabildes sowie Bildgradientendaten gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Gezeigt sind ein
Teilabschnitt 215 eines Kamerabildes und Bildgradientendaten 330 in Gestalt eines Graphen von Helligkeitswerten bzw. eines Bildgradientensignals. Bei dem Teilabschnitt 215 kann es sich um den Teilabschnitt des zweiten Kamerabildes aus Fig. 2 handeln. Der Teilabschnitt 215 in Fig. 3 kann jedoch basierend auf dem Teilabschnitt des zweiten Kamerabildes aus Fig. 2 beispielsweise hinsichtlich eines Bildkontrastes und dergleichen verändert sein, so dass die
Bildgradientendaten 330 vorteilhaft erzeugt werden können. Aus dem Teilabschnitt 215 können mittels einer geeigneten Einrichtung, wie beispielsweise der Erzeugungseinrichtung des Steuergeräts aus Fig. 1 , die Bildgradientendaten 330 erzeugt sein. In Fig. 3 sind Bildgradientendaten 330 rechts neben dem Teilabschnitt 215 dargestellt. Die Bildgradientendaten 330 repräsentieren Helligkeitswerte bzw. Helligkeitsveränderungen von einer oder mehreren Spalten von Bildpunkten des Teilabschnitts 215 von einem oberen bis zu einem unteren Rand des Teilabschnitts 215. Die Bildgradientendaten 330 sind in Fig. 3 als ein vertikal neben dem Teilabschnitt 215 verlaufender Graph von Helligkeitswerten gezeigt.
Dabei repräsentieren Ausschläge des Graphen nach links und rechts Helligkeitsveränderungen zwischen Bildpunkten des Teilabschnitts 215. Die
Bildgradientendaten 330 bzw. der Graph von Helligkeitswerten können in Gestalt eines Bildgradientensignals vorliegen.
Fig. 4 zeigt ein Diagramm 400 eines mittels Sensorik auf herkömmliche Weise gewonnenen Verlaufs 410 einer Nickwinkelgeschwindigkeit δθ einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera über der Zeit t und eines gemäß Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung bestimmten Verlaufs 420 einer Nickwinkelge- schwindigkeit δθ einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera über der Zeit t. Der
Graph des mittels Sensorik auf herkömmliche Weise gewonnenen Verlaufs 410 ist beispielsweise mit Ground-Truth-Daten erzeugt, gemessen durch einen hochauflösenden Nickwinkelgeschwindigkeitssensor oder dergleichen. Der Graph des gemäß Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung bestimmten Verlaufs 420 der Nickwinkelgeschwindigkeit δθ kann mit dem Steuergerät aus Fig. 1 bestimmt sein. Hier ist zu erkennen, dass der gemäß Ausführungsbeispielen der
vorliegenden Erfindung bestimmte Verlauf 420 dem mittels hochauflösender Sensorik auf herkömmliche Weise gewonnenen Verlauf 410 beinahe exakt folgt.
Fig. 5 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 500 zum Bestimmen einer Nickbewegung einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera, gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Das Verfahren 500 weist einen Schritt des Erzeugens 510 erster Bildgradientendaten aus einem ersten Kamerabild und zweiter Bildgradientendaten aus einem bezüglich des ersten Kamerabildes nachfolgend aufgenommenen, zweiten Kamerabild auf. Dabei repräsentieren die ersten Bildgradientendaten eine Helligkeitsveränderung benachbarter Bildpunkte des ersten Kamerabildes entlang einer vertikalen Achse des ersten Kamerabildes. Die zweiten Bildgradientendaten repräsentieren eine Helligkeitsveränderung benachbarter Bildpunkte des zweiten Kamerabildes entlang einer vertikalen Achse des zweiten Kamerabildes. Das Verfahren 500 weist auch einen Schritt des Generierens 520 zumindest eines Bildverschiebungswertes auf, der eine Verschiebung eines Bildpunktes des zweiten Kamerabildes relativ zu einem entsprechenden Bildpunkt des ersten Kamerabildes repräsentiert. Dabei erfolgt der Schritt des Generierens 520 unter Verwendung der ersten
Bildgradientendaten und der zweiten Bildgradientendaten. Das Verfahren 500 weist auch einen Schritt des Ermitteins 530 einer Nickbewegung basierend auf dem zumindest einen Bildverschiebungswert auf, um die Nickbewegung der Kamera zu bestimmen. Die Schritte 510, 520 und 530 des Verfahrens 500 können wiederholt ausgeführt werden, um eine Nickbewegung der Kamera kontinuierlich basierend auf einer Mehrzahl von ersten Kamerabildern und zweiten Kamerabildern zu bestimmen.
Fig. 6 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 600 zur Steuerung einer Lichtaussendung zumindest eines Frontscheinwerfers eines Fahrzeugs, wobei in dem Fahrzeug eine Kamera verbaut ist, gemäß einem Ausführungsbeispiel der vorlie- genden Erfindung. Das Verfahren 600 weist einen Schritt des Bestimmens 610 einer Nickbewegung einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera nach dem Verfahren zum Bestimmen einer Nickbewegung einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera gemäß dem in Fig. 5 dargestellten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung auf. Somit kann der Schritt des Bestimmens 610 Teilschritte aufwei- sen, die den Schritten des Verfahrens zum Bestimmen einer Nickbewegung einer in einem Fahrzeug verbauten Kamera gemäß dem in Fig. 5 dargestellten Ausfüh-
rungsbeispiel der vorliegenden Erfindung entsprechen. Das Verfahren 600 weist auch einen Schritt des Einstellens 620 eines Leuchtwinkels des zumindest eines Frontscheinwerfers in Abhängigkeit von der Nickbewegung der Kamera auf, um die Lichtaussendung des zumindest eines Frontscheinwerfers zu steuern.
Unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 6 werden im Folgenden verschiedene Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung zusammenfassend erläutert. Fig. 2 zeigt eine typische Straßenszene mit einem vorausfahrenden Fahrzeug. Um die Kamerabewegung bzw Bildverschiebung zu bestimmen, werden zwei solche aufeinanderfolgenden Kamerabilder 212, 214 betrachtet. Auch wird lediglich der durch den Kasten abgegrenzte Bildbereich berücksichtigt, beispielsweise der Teilabschnitt 215. Eine weitere Verringerung redundante Informationen erfolgt über den eindimensionalen Gradienten in vertikaler Richtung des jeweiligen Kamerabildes. Darin werden die horizontalen Kanteninformationen verstärkt und die vertikalen Informationen herausgefiltert. Ferner erfolgt die Dimensionsreduzierung über die eindimensionale Radon-Transformation in horizontaler Richtung des Teilabschnitts des Kamerabildes. Man erhält im Ergebnis ein eindimensionales bzw. 1 D-Signal, wie es in der Fig. 3 in Gestalt der Bildgradientendaten 330 gezeigt ist. Dieser Prozess wird für die zwei aufeinanderfolgenden Kamerabilder 212, 214 zu Zeitpunkten (t-1 ) und (t) ausgeführt. Wenn man zwei aufeinanderfolgende 1 D-Signale bzw. Bildgradientendaten 330 beobachtet, ist zu erkennen, dass diese zwei Signale relativ zueinander leicht verschoben sind. Diese Verschiebung kann beispielsweise durch das Kreuzkorrelationsverfahren mit Nach- kommastellengenauigkeit geschätzt werden. So kann der Verschiebungswert generiert werden. Gemäß der folgenden Methode wird vorgegangen, um die
Nickwinkelgeschwindigkeit zu bestimmen. Die geschätzte bzw. generierte Verschiebung des Bildes mittels Kreuzkorrelationsverfahren sei y, eine Kamerabrennweite sei fy, eine Nickwinkeländerung sei δθ, eine Bildzeitdifferenz zwischen zwei aufeinanderfolgenden Bildern sei Δί. So ergibt sich die Nickwinkelge- schwindigkeit gemäß der folgenden Formel: δθ = *- .
Atfy
Das vorgeschlagene Verfahren 500 zum Bestimmen der Nickbewegung der Kamera 1 10 ist auf videobasierte Fahrassistenzfunktionen anwendbar, die z. B.
Einblick- (monokulare) und Stereosicht-Algorithmen nutzen. Die Ermittlung der Nickwinkelgeschwindigkeit erfolgt hierbei zum Beispiel in sehr hoher Auflösung mit hoher Recheneffizienz. Normalerweise wird aufgrund der Nickbewegung der Kamera 1 10 das gesamte Kamerabild 212, 214 vertikal nach oben oder nach unten bewegt. Dies wird als eine Verschiebung in der Kamerabildern 212, 214 betrachtet, wenn zwei aufeinanderfolgende Kamerabilder 212, 214 betroffen sind. Wird die Bildverschiebung beispielsweise mit Subpixelgenauigkeit geschätzt, so kann die Änderung des Nickwinkels mit der gleichen Genauigkeit berechnet werden. Die redundanten Informationen der Kamerabilder 212, 214 werden vorgefiltert, und die 2D-Verschiebung wird somit weiter in eine 1 D-Verschiebung des Bildes aufgelöst, um eine Berechnung in Echtzeit zu ermöglichen.
Gemäß Ausführungsbeispielen der vorliegenden Erfindung werden eine Echtzeitschätzung der Nickbewegung bzw. Nickwinkelgeschwindigkeit der Kamera 1 10 und schließlich eine Kompensation dieser Bewegung ermöglicht. So kann beispielsweise auch eine Verfolgungsgenauigkeit und Schätzung des Abstandes zu einem Objekt verbessert werden. Die Bestimmung der Nickwinkelgeschwindigkeit wird dabei beispielsweise anhand visueller Merkmale und ohne Sensorunterstützung ausgeführt. Somit kann eine Verbesserung einer
Bewegtobjektverfolgung durch eine Kompensation der Kameranickwinkelgeschwindigkeit erreicht werden. Über die Kompensation der Kameranickbewegung wird die Verbesserung der Objektverfolgungsgenauigkeit ermöglicht.