Beschreibung
Gasturbine mit Pyrometer Die Erfindung betrifft eine Gasturbine mit wenigstens einer stehenden Leitschaufel und wenigstens einer im Betrieb ro¬ tierbaren Laufschaufei .
An der Effizienz von modernen Gasturbinen wird ständig gear- beitet. Eine erhöhte Effizienz kann dabei stets durch eine erhöhte Betriebstemperatur erreicht werden. Dabei nähert sich die Betriebstemperatur stetig den Grenzen der Temperaturfestigkeit der verwendeten Materialien der Schaufeln. Um Überlastungen zu vermeiden, wird die Temperatur einzelner Kompo- nenten einer Gasturbine überwacht. Dazu werden beispielsweise Pyrometer eingesetzt, die die Wärmestrahlung einzelner Komponenten aufnehmen, zu einem Detektor leiten und dort auswerten und so die Temperatur der Komponente bestimmen. Um lokale Va¬ riationen der Temperatur messen zu können, wird eine Vielzahl von Temperaturmesspunkten und Temperaturmesseinrichtungen verwendet .
Die stehenden Schaufeln, Leitschaufeln genannt, haben aufgrund ihrer festen Position relativ zu den Brennern größere Inhomogenitäten in der Temperaturverteilung als die sich im Betrieb drehenden Laufschaufeln . Die Temperaturverteilung in den Leitschaufeln ist daher von großem Interesse. Bisher wird die Temperatur der Leitschaufeln punktuell mit einer begrenzten Zahl an stationären Thermoelementen gemessen.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Gasturbine anzugeben, bei der die Temperaturverteilung in den Leitschaufeln genauer erfasst werden kann. Diese Aufgabe wird durch eine Gasturbine mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Die abhängigen Ansprüche betreffen vorteilhafte Ausgestaltungen der Gasturbine.
Die erfindungsgemäße Gasturbine umfasst wenigstens eine ste¬ hende Leitschaufel und wenigstens eine im Betrieb rotierbare Laufschaufei . Weiterhin ist wenigstens ein in eine erste Laufschaufel eingebetteter Lichtwellenleiter vorhanden, der so ausgerichtet ist, dass Wärmestrahlung einer ersten Leit¬ schaufel vom Lichtwellenleiter aufnehmbar ist.
Die erfindungsgemäße Gasturbine umfasst weiterhin eine Aus¬ werteeinrichtung zur Auswertung von Wärmestrahlung. Die Aus- Werteeinrichtung ist ausgestaltet zur Ermittlung der Temperatur wenigstens der ersten Leitschaufel, wobei die Temperatur entlang eines Weges ermittelbar ist, von dem die Wärmestrahlung im Zuge der Rotation der ersten Laufschaufel und damit des Lichtwellenleiters aufgenommen wird.
Der Bereich der Leitschaufel, dessen Wärmestrahlung aufgenommen wird, hängt dabei vom Lichtwellenleiter und vom Abstand des Lichtwellenleiterendes von der Leitschaufel ab. Mit anderen Worten rotiert das Pyrometer, das durch den
Lichtwellenleiter repräsentiert wird, in der Erfindung mit einer Laufschaufel mit, und ist auf eine Leitschaufel gerich¬ tet. Damit kann vorteilhaft die Temperatur der Leitschaufel nicht mehr nur an festen Punkten ermittelt werden, an denen Thermoelemente vorgesehen sind, sondern an jedem Punkt einer Kreisbahn, die sich durch die Bewegung der Laufschaufel gegenüber der Leitschaufel ergibt. Die Temperaturverteilung der Leitschaufel kann also deutlich genauer als bisher erfasst werden .
In einer Ausgestaltung und Weiterbildung der Erfindung umfasst die erste Laufschaufel einen Photodetektor zur Wandlung der Wärmestrahlung in elektrische Signale. Der Photodetektor ist dabei zweckmäßig mit dem Lichtwellenleiter gekoppelt, um die Wärmestrahlung, die von der ersten Leitschaufel kommt, nach Durchlaufen des Lichtwellenleiters aufnehmen zu können. Der Photodetektor kann dabei beispielsweise durch eine draht¬ lose Energieübertragung gespeist sein. Alternativ kann der
Photodetektor mittels einer Batterie gespeist sein. Vorteil¬ haft ist damit das Pyrometer weitgehend in der Laufschaufel selbst realisiert. Die ermittelten Daten können dann per Telemetrie oder durch einen mitrotierenden Datenschreiber auf- genommen bzw. weitergeleitet werden.
In einer weiteren Ausgestaltung und Weiterbildung der Erfindung ist der Lichtwellenleiter in die Welle der ersten Laufschaufel geführt und endet dort. Durch diese Ausgestaltung kann die aufgenommene Wärmestrahlung in Richtung stehender
Teile der Gasturbine abgegeben werden. Sie kann dort vereinfacht aufgenommen und weiterverarbeitet werden. Vorteilhaft ist es dann, wenn das Ende des Lichtwellenleiters in der Wel¬ le mit einem Kollimator versehen ist. Hierdurch kann gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung die austretende Wärmestrahlung in einem axialen Parallelstrahl ausgesandt werden. Dadurch wird ermöglicht, die Strahlung so weit als möglich dämpfungsfrei nach Durchlaufen eines kurzen Luftspaltes aufzunehmen.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die vom Kollimator kommende Strahlung mit einer Aufnahmeeinrich- tung aufgenommen, wobei der Empfangsbereich der Aufnahmeeinrichtung derart großflächig gestaltet ist, dass im Wesentli- chen alle vom Kollimator kommende Strahlung aufnehmbar ist. Die vergleichsweise großflächige Ausgestaltung der Aufnahme¬ einrichtung ermöglicht es, die Wärmestrahlung dämpfungsfrei aufzunehmen und weiterzuverarbeiten . Dadurch wird die Genauigkeit der Messung bewahrt.
Um die Aufnahmeeinrichtung vom Umgebungslicht zu trennen und somit eine Aufnahme von Umgebungslicht zu verringern oder zu vermeiden, ist es vorteilhaft, eine Blende oder Hülse im Be¬ reich der Aufnahmeeinrichtung vorzusehen.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist die Aufnahmeeinrichtung ein Lichtwellenleiter, insbesondere ein Lichtwellenleiter mit vergleichsweise großem Querschnitt, oder ein Bündel
von Lichtwellenleitern. Der oder die Lichtwellenleiter dienen zur Weiterleitung der Strahlung in einem stehenden Teil der Gasturbine zu einem Photodetektor. Durch die Verwendung von Lichtwellenleitern als Aufnahmeeinrichtung ist es möglich, den Detektor in einem thermisch weniger beanspruchten Bereich der Gasturbine zu realisieren.
Alternativ kann die Aufnahmeeinrichtung auch direkt der Photodetektor sein. Dieser ist dann bevorzugt mit einer ausrei- chend großen Detektorfläche versehen, um wiederum möglichst für eine dämpfungsfreie Aufnahme der Wärmestrahlung zu sor¬ gen .
In einer vorteilhaften Ausgestaltung und Weiterbildung der Erfindung ist im Bereich des zur ersten Leitschaufel reichenden Endes des Lichtwellenleiters ein Linsenkollimator vorge¬ sehen. Alternativ kann der Lichtwellenleiter an seinem entsprechenden Ende getapert ausgestaltet sein. Dadurch wird der Bereich der Oberfläche der Leitschaufel, von dem Wärmestrah- lung aufgenommen wird, kontrollierbar.
Bevorzugte, jedoch keinesfalls einschränkende Ausführungsbei¬ spiele für die Erfindung werden nunmehr anhand der Figuren der Zeichnung näher erläutert. Dabei sind die Merkmale sche- matisiert dargestellt. Es zeigen
Figur 1 eine prinzipielle Anordnung des rotierenden Pyrome¬ ters,
Figur 2 Varianten des Empfangskollimators auf der Laufschau- fei.
Figur 1 zeigt einen Ausschnitt einer Gasturbine 10. Hierbei sind nur Teile der Komponenten schematisch dargestellt. Die Gasturbine 10 umfasst eine Laufschaufel 11 sowie Leitschau- fein 12. Die Laufschaufei 11 ist rotierbar an einer Welle 17 angeordnet. Die Leitschaufeln 12 sind fix zum Gehäuse ange¬ ordnet und drehen im Betrieb nicht.
Eine Glasfaser 13 ist in die Laufschaufel 11 eingebettet. Sie verläuft darin von einem an der Oberfläche der Laufschaufel
11 gelegenen Ende bis in die Welle 17 hinein. Das an der Oberfläche der Laufschaufel 11 gelegene Ende weist in Rich- tung der Leitschaufeln 12. Am Ende des Lichtwellenleiters 13 ist dort ein Linsenkollimator 14 vorgesehen.
Das andere Ende der Glasfaser 13 liegt an einer Oberfläche der Welle 17. Die Glasfaser 13 schließt dort mit einem zwei- ten Kollimator 18 ab. Der zweite Kollimator 18 ist dabei so gestaltet, dass die abgegebene Strahlung in einem axialen Pa¬ rallelstrahl austritt. Die so abgegebene Strahlung trifft in einen Photodetektor 20, dessen Empfangsfläche großflächig im Vergleich zum Querschnitt der Glasfaser 13 gestaltet ist.
Die Figur 2 zeigt Varianten für den Abschluss der Glasfaser 13, der in Richtung der Leitschaufeln 12 weist. So kann wie in diesem Ausführungsbeispiel angegeben, die Glasfaser 13 mit dem Linsenkollimator 14 abgeschlossen sein. Eine weitere Mög- lichkeit und Alternative besteht im Abschluss der Glasfaser
13 dergestalt, dass die Glasfaser ein getapertes Ende 22 auf¬ weist. Eine weitere Alternative besteht darin, dass eine Glasfaser 13 niederer Apertur verwendet wird. Dann ist dieses Ende 21 der Glasfaser 13 ohne besondere Ausgestaltung.
Im laufenden Betrieb sendet ein Bereich 16 einer Leitschaufel
12 Wärmestrahlung entsprechend seiner Temperatur aus. Der Bereich 16 ist dabei klein im Vergleich zur Größe der Leitschaufel 12. Die Wärmestrahlung tritt über den Linsenkollima- tor 14 in die Glasfaser 13 ein. Sie wird dort bis zu ihrem anderen Ende geleitet und tritt durch den zweiten Kollimator 18 und dem folgenden Luftspalt in den Photodetektor 20 ein. Die elektrischen Signale, die von der Strahlung 19 ausgelöst werden, werden ausgewertet und die Temperatur des Bereichs 16 somit bestimmt.
Im laufenden Betrieb dreht sich die Laufschaufei 11. Die Glasfaser 13 dreht hierbei selbstverständlich mit. Der be-
trachtete Bereich 16 der Leitschaufel 12 wandert dadurch auf einer kreisförmigen Bahn um die Welle 17 herum. Da diese Bewegung relativ schnell ist, kann praktisch zu jeder Zeit die Temperatur jedes Bereichs 16 der Leitschaufel 12, der auf der kreisförmigen Bahn liegt, betrachtet werden. Es muss hierzu lediglich das einmalige Überstreichen der Laufschaufel 11 über den gewünschten Bereich 16 abgewartet werden. Die zeitliche Auflösung der Auswertung bestimmt hierbei, welcher Winkelabschnitt der Kreisbahn letztlich als Bereich 16 betrach- tet wird.