Beschreibung
Verfahren zum Betreiben einer rangiertechnischen Ablaufanlage sowie Steuereinrichtung für eine rangiertechnische Ablaufan- läge
In rangiertechnischen Ablaufanlagen werden Wagen oder Wagengruppen, die auch als Abläufe bezeichnet werden, unter Nut¬ zung der auf die Abläufe wirkenden Schwerkraft aus einem Berggleis in unterschiedliche Richtungsgleise sortiert. Im
Sinne der Effizienz und Zuverlässigkeit erfolgt hierbei übli¬ cherweise eine weitgehende Automatisierung des Betriebs der Ablaufanläge . Ein zu diesem Zwecke geeignetes automatisches Steuerungssystem ist beispielsweise aus der Firmenveröffent- lichung „Automatisierungssystem für Zugbildungsanlagen MSR32 - Mehr Effizienz und Sicherheit im Güterverkehr", Bestell- Nr. : A19100-V100-B898-V1, Siemens AG 2010 bekannt. Dabei erfolgt eine automatische Geschwindigkeitsbeeinflussung der Abläufe durch eine entsprechende Steuerung einer Talbremse der- art, dass die Einlaufgeschwindigkeit der Abläufe in die nächste Bremsstaffel in Form einer Richtungsgleisbremse einen ersten Schwellenwert nicht überschreitet, der beispielsweise bei ca. 4 m/s liegen kann. Hierdurch wird sichergestellt, dass durch die am Anfang des jeweiligen Richtungsgleises an- geordnete Richtungsgleisbremse unter allen in der Praxis üb¬ licherweise auftretenden Umständen ein ausreichendes Abbremsen der Abläufe möglich ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betreiben einer rangiertechnischen Ablaufanlage anzugeben, das eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit der je¬ weiligen Ablaufanläge ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum Betreiben einer rangiertechnischen Ablaufanläge, wobei für die jeweiligen Abläufe in Form von ablaufenden Wagen oder Wagengruppen für eine erste Gleisbremse ausgehend von einer Soll-Auslaufgeschwindigkeit aus der ersten Gleisbremse zumin¬ dest ein Wert für eine Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleisbremse ermittelt wird, für eine bezogen auf die erste Gleisbremse bergwärts gelegene zweite Gleisbremse ausgehend von dem ermittelten zumindest einen Wert für die Einlaufge- schwindigkeit in die erste Gleisbremse zumindest ein Wert für eine Auslaufgeschwindigkeit aus der zweiten Gleisbremse be¬ stimmt wird und die zweite Gleisbremse unter Berücksichtigung des bestimmten zumindest einen Wertes für die Auslaufge¬ schwindigkeit gesteuert wird.
Gemäß dem ersten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens wird für die jeweiligen Abläufe in Form von ablaufenden Wagen oder Wagengruppen für eine erste Gleisbremse ausgehend von einer Soll-Auslaufgeschwindigkeit aus der ersten Gleisbremse zumindest ein Wert für eine Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleisbremse ermittelt. Hierbei kann die Soll-Auslauf- geschwindigkeit aus der ersten Gleisbremse einerseits für al¬ le Abläufe fest vorgegeben oder vorgebbar sein. Andererseits ist es auch denkbar, dass bereits die Soll-Auslaufgeschwin- digkeit aus der ersten Gleisbremse spezifisch für den jewei¬ ligen Ablauf ermittelt wird.
Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es sich bei dem ermittelten zumindest einen Wert für die Einlaufgeschwin digkeit in die erste Gleisbremse einerseits um einen einzel¬ nen Wert, beispielsweise in Form einer maximalen Einlaufge¬ schwindigkeit, bei der ein Abbremsen des jeweiligen Ablaufs auf die Soll-Auslaufgeschwindigkeit durch die erste Gleis¬ bremse noch gewährleistet ist, handeln. Anderseits kann der
zumindest eine Wert für die Einlaufgeschwindigkeit beispiels¬ weise auch aus einer Mehrzahl diskreter Geschwindigkeitswerte oder einem durch eine obere sowie eine untere Einlaufge¬ schwindigkeit begrenzten Geschwindigkeitsbereich bestehen.
Gemäß dem zweiten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens wird nun für eine bezogen auf die erste Gleisbremse bergwärts gelegene zweite Gleisbremse ausgehend von dem ermittelten zu¬ mindest einen Wert für die Einlaufgeschwindigkeit in die ers- te Gleisbremse zumindest ein Wert für die Auslaufgeschwindig¬ keit aus der zweiten Gleisbremse bestimmt. Dies bedeutet, dass der zumindest eine Wert für die Auslaufgeschwindigkeit aus der zweiten Gleisbremse entlang des Laufweges „von unten nach oben", d.h. von den Richtungsgleisen in Richtung des Ab- laufberges berechnet beziehungsweise bestimmt wird. Dabei wird der zumindest eine Wert für die Auslaufgeschwindigkeit aus der zweiten Gleisbremse im Unterschied zu dem bekannten Verfahren zum Steuern von Gleisbremsen, bei dem von einer für alle Abläufe identischen Soll-Einlaufgeschwindigkeit ausge- gangen wird, ausgehend von dem zuvor ermittelten zumindest einen Wert für die Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleis¬ bremse, d.h. ausgehend von zumindest einem für den jeweiligen Ablauf spezifischen Wert der Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleisbremse, bestimmt.
Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es sich bei dem zumindest einen bestimmten Wert für die Auslaufgeschwindigkeit aus der zweiten Gleisbremse analog zu dem zumindest einen Wert für die Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleis- bremse um einen einzelnen Geschwindigkeitswert, mehrere dis¬ krete Werte oder auch einen Geschwindigkeitsbereich beziehungsweise ein Geschwindigkeitsband handeln.
Gemäß dem dritten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die zweite Gleisbremse unter Berücksichtigung des be¬ stimmten zumindest einen Wertes für die Auslaufgeschwindig- keit gesteuert. Dies bedeutet, dass die zweite Gleisbremse derart betätigt wird, dass der jeweilige Ablauf im Normalfall am Ende der zweiten Gleisbremse eine maximal zulässige Aus¬ laufgeschwindigkeit nicht überschreitet, so dass letztlich durch die erste Gleisbremse ein Einhalten der Soll-Auslaufge- schwindigkeit aus der ersten Gleisbremse gewährleistet werden kann.
Von dem bekannten Verfahren, bei dem die Soll-Auslaufges- chwindigkeit jeweils separat von Bremse zu Bremse bestimmt wird, unterscheidet sich das erfindungsgemäße Verfahren somit insbesondere dahingehend grundlegend, das es eine bremsüber¬ greifende Bestimmung der Auslaufgeschwindigkeit aus der zwei¬ ten Gleisbremse vorsieht. Hierdurch kann vorteilhafterweise eine Gesamtoptimierung des Betriebs und damit verbunden der Leistungsfähigkeit der Ablaufanlage erfolgen. Dabei ist es im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens beispielsweise mög¬ lich, eine Optimierung in Bezug auf die Laufzeit des jeweili¬ gen Ablaufs vorzunehmen. So wird es dadurch, dass die Abbrem- sung auf ein niedriges Geschwindigkeitsniveau, wie es für die Richtungsgleise üblich ist, so weit talwärts wie möglich er- folgen kann, beispielsweise ermöglicht, leichte Abläufe mit hoher Geschwindigkeit aus der Talbremse auslaufen zu lassen, da bekannt ist, dass nur eine vergleichsweise geringe kineti¬ sche Energie in der Richtungsgleisbremse abgebaut werden muss. Hierdurch können geringere Folgezeiten zwischen aufein- anderfolgenden Abläufen erzielt werden, wodurch im Ergebnis eine höhere Bergleistung ermöglicht wird. Dies gilt insbeson¬ dere für Ablaufanlagen mit asymmetrischen Verteilzonen, d.h. beispielsweise mit in Abhängigkeit von dem jeweiligen Laufweg
stark unterschiedlichen Abständen zwischen Tal- und Richtungsgleisbremsen .
Es sei darauf hingewiesen, dass bei der Steuerung der Gleis- bremsen darüber hinaus für die jeweilige Ablaufanlage spezi¬ fische Randbedingungen, etwa in Form von maximalen Befah- rungsgeschwindigkeiten im Laufweg, berücksichtigt werden können .
Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße Verfahren derart wei¬ tergebildet, dass der zumindest eine Wert für die Einlaufge¬ schwindigkeit in die erste Gleisbremse unter Berücksichtigung des Arbeitsvermögens der ersten Gleisbremse sowie unter Be¬ rücksichtigung von Eigenschaften des jeweiligen Ablaufs ermittelt wird. Dies ist vorteilhaft, da hierdurch eine die je¬ weiligen Gegebenheiten in Bezug auf die erste Gleisbremse so¬ wie den jeweiligen Ablauf berücksichtigende bestmögliche Steuerung der Gleisbremsen der rangiertechnischen Ablaufanlage ermöglicht wird. Hinsichtlich des Arbeitsvermögens der ersten Gleisbremse können hierbei vorteilhafterweise für die betreffende Gleisbremse spezifische Aspekte, wie beispiels¬ weise das Alter der Bremse oder ein defektes Ventil, berück¬ sichtigt werden. Vorzugsweise kann das erfindungsgemäße Verfahren hierbei wei¬ terhin derart fortgebildet sein, dass als Eigenschaften des jeweiligen Ablaufs die Masse, die Achszahl, die Verteilung der Masse auf die Achsen und/oder der Laufwiderstand berücksichtigt werden. Dies ist vorteilhaft, da es sich bei den ge- nannten Größen um solche handelt, welche das Laufverhalten des jeweiligen Ablaufs sowie die gegebenenfalls für ein Ab¬ bremsen erforderliche Bremskraft maßgeblich beeinflussen.
Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bezogen auf die jewei¬ ligen Abläufe jeweils zumindest ein Messwert erfasst und das bei der Ermittlung des zumindest einen Wertes für die Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleisbremse berücksichtigte Arbeitsvermögen der ersten Gleisbremse anhand des zumindest einen erfassten Messwertes adaptiv nachgeführt. Dabei werden vorzugsweise insbesondere die tatsächlichen Ein- und Auslauf¬ geschwindigkeiten in beziehungsweise aus der jeweiligen
Gleisbremse als Messwerte erfasst und anhand eines Vergleichs mit protokollierten Bremsstufen beziehungsweise Zuständen der Gleisbremse für eine Anpassung des Arbeitsvermögens der je¬ weiligen Gleisbremse verwendet. Dies bietet den Vorteil, dass Änderungen des Arbeitsvermögens der Gleisbremsen, wie sie sich beispielsweise aufgrund Verschleiß ergeben können, auto¬ matisch bei der Steuerung der Gleisbremsen berücksichtigt werden und somit eine gleichbleibende Zuverlässigkeit der Ab¬ laufanlage erzielt wird. Vorzugsweise kann das erfindungsgemäße Verfahren darüber hin¬ aus auch derart ausgestaltet sein, dass bei der Ermittlung des zumindest einen Wertes für die Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleisbremse ein im Vergleich zum maximalen Arbeits¬ vermögen der ersten Gleisbremse reduziertes Arbeitsvermögen berücksichtigt wird. Dies ist vorteilhaft, da hierdurch bei¬ spielsweise eine systematische Überlastung der ersten Gleis¬ bremse, d.h. der talwärts gelegenen Gleisbremse, vermieden werden kann. Hierbei ist es beispielsweise denkbar, dass die maximal zur Verfügung stehende Bremsstufe und damit die wirk- sam werdende Bremsarbeit beziehungsweise das jeweilige Ar¬ beitsvermögen der ersten Gleisbremse gemäß einem Faktor reduziert wird.
Gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung ist das erfindungsgemäße Verfahren derart ausgeführt, dass ausgehend von dem bestimmten zumindest einen Wert für die Auslaufge¬ schwindigkeit aus der zweiten Gleisbremse zumindest ein Wert für eine Einlaufgeschwindigkeit in die zweite Gleisbremse er¬ mittelt wird, für eine bezogen auf die zweite Gleisbremse bergwärts gelegene dritte Gleisbremse ausgehend von dem er¬ mittelten zumindest einen Wert für die Einlaufgeschwindigkeit in die zweite Gleisbremse zumindest ein Wert für eine Aus¬ laufgeschwindigkeit aus der dritten Gleisbremse bestimmt wird und die dritte Gleisbremse unter Berücksichtigung des be¬ stimmten zumindest einen Wertes für die Auslaufgeschwindig¬ keit aus der dritten Gleisbremse gesteuert wird. Das erfin¬ dungsgemäße Verfahren ist somit vorteilhafterweise auf eine beliebige Anzahl von in dem jeweiligen Laufweg des jeweiligen Ablaufs liegenden Gleisbremsen anwendbar. Hierbei wird jeweils beginnend mit der am weitesten talwärts gelegenen
Gleisbremse ausgehend von der vorgegebenen beziehungsweise bestimmten Auslaufgeschwindigkeit aus der jeweiligen Gleis¬ bremse beziehungsweise den jeweiligen Werten für diese Aus¬ laufgeschwindigkeit zumindest ein Wert für die Einlaufge¬ schwindigkeit in die betreffende Gleisbremse ermittelt und bezogen auf die in Richtung des Ablaufbergs nächstgelegene Gleisbremse ausgehend von diesem ermittelten zumindest einen Wert der Einlaufgeschwindigkeit zumindest ein Wert für die Auslaufgeschwindigkeit aus dieser Gleisbremse bestimmt.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist grundsätzlich zum Steuern beliebiger Gleisbremsen rangiertechnischer Ablaufanlagen geeignet .
Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bei einer ersten Gleisbremse in Form einer Richtungsgleisbremse eine zweite Gleis-
bremse in Form einer Talbremse gesteuert. Dies ist vorteil¬ haft, da Ablaufanlagen häufig zwei entsprechende Bremsenstaf¬ feln aufweisen. Bei einer dritten Gleisbremse kann es sich in diesem Fall beispielsweise um eine auch als Rampenbremse be- zeichnete Bergbremse handeln. Des Weiteren können auch Gefäl¬ leausgleichsbremsen, die in Abhängigkeit von der jeweiligen Ausführungsform der Ablaufanlage im Bereich der Richtungsgleise angeordnet sein können, im Rahmen des Verfahrens be¬ rücksichtigt werden.
Vorzugsweise ist das erfindungsgemäße Verfahren weiterhin derart ausgestaltet, dass bei der Steuerung der zweiten
Gleisbremse ein dem jeweiligen Ablauf vorhergehender und/oder ein dem jeweiligen Ablauf nachfolgender Ablauf berücksichtigt wird. So kann die zweite Gleisbremse unter Berücksichtigung des bestimmten zumindest einen Wertes für die Auslaufge¬ schwindigkeit vorteilhafterweise insbesondere derart gesteu¬ ert werden, dass solche Abläufe, bei denen es auf dem Laufweg zwischen der zweiten Gleisbremse und der ersten Gleisbremse zu einem zeitlichen Konflikt mit einem vorhergehenden Ablauf kommt beziehungsweise kommen könnte, in der zweiten Gleis¬ bremse derart abgebremst werden, dass sie die erste Gleis¬ bremse zum Erreichen der Soll-Auslaufgeschwindigkeit im Ex¬ tremfall ungebremst durchlaufen. Dies ermöglicht es, den er- kannten zeitlichen Konflikt zu entschärfen oder gar ganz aufzulösen, wobei die Auslaufgeschwindigkeit aus der zweiten Gleisbremse erforderlichenfalls vorteilhafterweise dahinge¬ hend korrigiert beziehungsweise optimiert wird, dass ein zur Vermeidung von Stößen von aufeinander folgenden Abläufen so- wie zum Stellen der Weichen erforderliche Abstand zwischen den Abläufen gewährleistet ist. Im Ergebnis besteht somit auch in diesem Fall die Möglichkeit, die Folgezeit aufeinan¬ derfolgender Abläufe zu reduzieren und damit eine höhere Bergleistung der Ablaufanläge zu ermöglichen.
Hinsichtlich der Steuereinrichtung für die rangiertechnische Ablaufanlage liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Steuereinrichtung anzugeben, die eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Ablaufanlage ermög- licht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Steuer¬ einrichtung für eine rangiertechnische Ablaufanläge, wobei die Steuereinrichtung ausgebildet ist, für die jeweiligen Ab- läufe in Form von ablaufenden Wagen oder Wagengruppen für eine erste Gleisbremse ausgehend von einer Soll-Auslaufge- schwindigkeit aus der ersten Gleisbremse zumindest einen Wert für eine Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleisbremse zu ermitteln, für eine bezogen auf die erste Gleisbremse berg- wärts gelegene zweite Gleisbremse ausgehend von dem ermittel¬ ten zumindest einen Wert für die Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleisbremse zumindest einen Wert für eine Auslauf¬ geschwindigkeit aus der zweiten Gleisbremse zu bestimmen und die zweite Gleisbremse unter Berücksichtigung des bestimmten zumindest einen Wertes für die Auslaufgeschwindigkeit zu steuern .
Die Vorteile der erfindungsgemäßen Steuereinrichtung entsprechen denjenigen des erfindungsgemäßen Verfahrens, so dass diesbezüglich auf die entsprechenden vorstehenden Ausführungen verwiesen wird. Gleiches gilt hinsichtlich der im Folgenden genannten bevorzugten Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Steuereinrichtung in Bezug auf die entsprechenden bevorzugten Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens, so dass auch diesbezüglich auf die entsprechenden vorstehenden Erläuterungen verwiesen wird.
Vorzugsweise ist die erfindungsgemäße Steuereinrichtung aus¬ gebildet, den zumindest einen Wert für die Einlaufgeschwin-
digkeit in die erste Gleisbremse unter Berücksichtigung des Arbeitsvermögens der ersten Gleisbremse sowie unter Berück¬ sichtigung von Eigenschaften des jeweiligen Ablaufs zu ermitteln .
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist die erfindungsgemäße Steuereinrichtung ausgebildet, als Eigenschaften des jeweiligen Ablaufs die Masse, die Achszahl, die Verteilung der Masse auf die Achsen und/oder den Laufwiderstand zu be- rücksichtigen.
Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Weiterbildung ist die erfindungsgemäße Steuereinrichtung ausgebildet, bezogen auf die jeweiligen Abläufe jeweils zumindest einen Messwert zu erfassen und das bei der Ermittlung des zumindest einen
Wertes für die Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleisbrem¬ se berücksichtigte Arbeitsvermögen der ersten Gleisbremse an¬ hand des zumindest einen erfassten Messwertes adaptiv nachzu¬ führen .
Vorzugsweise kann die erfindungsgemäße Steuereinrichtung auch ausgestaltet sein, bei der Ermittlung des zumindest einen Wertes für die Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleisbrem¬ se ein im Vergleich zum maximalen Arbeitsvermögen der ersten Gleisbremse reduziertes Arbeitsvermögen zu berücksichtigen.
Gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung ist die erfindungsgemäße Steuereinrichtung ausgebildet, ausgehend von dem bestimmten zumindest einen Wert für die Auslaufgeschwin- digkeit aus der zweiten Gleisbremse zumindest einen Wert für eine Einlaufgeschwindigkeit in die zweite Gleisbremse zu er¬ mitteln, für eine bezogen auf die zweite Gleisbremse berg- wärts gelegene dritte Gleisbremse ausgehend von dem ermittel¬ ten zumindest einen Wert für die Einlaufgeschwindigkeit in
die zweite Gleisbremse zumindest einen Wert für eine Auslauf¬ geschwindigkeit aus der dritten Gleisbremse zu bestimmen und die dritte Gleisbremse unter Berücksichtigung des bestimmten zumindest einen Wertes für die Auslaufgeschwindigkeit aus der dritten Gleisbremse zu steuern.
Vorteilhafterweise kann die erfindungsgemäße Steuereinrich¬ tung auch derart ausgeführt sein, dass die Steuereinrichtung ausgebildet ist, bei der Steuerung der zweiten Gleisbremse einen dem jeweiligen Ablauf vorhergehenden und/oder einen dem jeweiligen Ablauf nachfolgenden Ablauf zu berücksichtigen.
Vorzugsweise ist die erfindungsgemäße Steuereinrichtung wei¬ terhin derart weitergebildet, dass die erste Gleisbremse eine Richtungsgleisbremse und die zweite Gleisbremse eine Talbrem¬ se ist.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbei¬ spielen näher erläutert. Hierzu zeigt
Figur 1 in einer schematischen Skizze ein Ausführungsbeispiel einer Ablaufanlage mit einem Ausfüh¬ rungsbeispiel der erfindungsgemäßen Steuereinrichtung,
Figur 2 in einem exemplarischen Geschwindigkeits-Zeit-
Diagramm einen Vergleich der sich für einen
Ablauf mit beziehungsweise ohne eine Steuerung der Gleisbremsen einer Ablaufanlage gemäß ei- nem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Verfahrens ergebenden Kurven und
Figur 3 in einem exemplarischen Zeit-Weg-Diagramm einen Vergleich der sich für einen Ablauf mit
beziehungsweise ohne eine Steuerung der Gleis¬ bremsen einer Ablaufanlage gemäß einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens ergebenden Kurven.
Figur 1 zeigt in einer schematischen Skizze ein Ausführungsbeispiel einer Ablaufanlage 10 mit einem Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Steuereinrichtung. Dabei stellt der obere Teil der Figur 1 das Gleisbild der Ablaufanlage 10 und der untere Teil der Figur das Profil beziehungsweise einen Längsschnitt der Ablaufanläge 10 dar.
Entsprechend der Darstellung der Figur 1 weist die Ablaufanlage 10, die Bestandteil einer rangiertechnischen Anlage des schienengebundenen Verkehrs ist, eine Ablauframpe 20 auf, an die sich eine Zwischenneigung 30, eine Verteilweichen 80 bis 86 aufweisende Verteilzone 40 sowie Richtungsgleise 50 bis 57 anschließen. Darüber hinaus sind in der Figur Gleisbremsen in Form von Talbremsen 60, 61 und Richtungsgleisbremsen 70 bis 77 erkennbar.
Neben den genannten Komponenten der Ablaufanlage 10 sind in der Figur exemplarisch Abläufe 100 und 101 dargestellt, die von einer Abdrücklokomotive 110 über den Ablaufberg geschoben beziehungsweise abgedrückt worden sind und sich in der Folge angetrieben durch die einwirkende Schwerkraft entlang der Ab¬ laufanlage 10 bewegen.
Zur Steuerung der Gleisbremsen in Form der Talbremsen 60 und 61 ist in Figur 1 des Weiteren eine Talbremsensteuerung 200 angedeutet, die über Kommunikationsverbindungen 210 und 211, die drahtgebunden oder auch drahtlos ausgeführt sein können, an die Talbremsen 60, 61 angebunden ist. In entsprechender Weise sind die Richtungsgleisbremsen 70 bis 77 kommunikati-
onstechnisch an eine Richtungsgleisbremsensteuerung 220 angebunden. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist hierbei in Fi¬ gur 1 lediglich exemplarisch eine entsprechende Kommunikati¬ onsverbindung 221 zwischen der Richtungsgleisbremse 77 und der Richtungsgleisbremsensteuerung 220 gezeigt. Die Talbremsensteuerung 200 sowie die Richtungsgleisbremsensteuerung 220 sind jeweils über Kommunikationsverbindungen 231 beziehungsweise 232 mit einer zentralen Steuervorrichtung 230 der Ablaufanlage 10 verbunden. Dies bedeutet, dass durch die Kompo- nenten 200, 220 und 230 insgesamt eine Steuereinrichtung zum Steuern der Gleisbremsen in Form der Talbremsen 60 und 61 sowie die Richtungsgleisbremsen 70 bis 77 in Form eines verteilten Steuerungssystems gebildet wird. Alternativ hierzu wäre es selbstverständlich beispielsweise auch möglich, dass die Talbremsen 60, 61 sowie die Richtungsgleisbremsen 70 bis 77 unmittelbar mit der zentralen Steuervorrichtung 230 verbunden sind.
Die Steuerung der Gleisbremsen in Form der Talbremsen 60, 61 sowie der Richtungsgleisbremsen 70 bis 77 der Ablaufanlage 10 erfolgt nun gemäß einem Ausführungsbeispiel des erfindungsge¬ mäßen Verfahrens derart, dass eine bremsübergreifende Be¬ trachtung beziehungsweise Optimierung der jeweiligen Geschwindigkeiten der Abläufe 100, 101 vorgenommen wird. Im Rahmen des beschriebenen Ausführungsbeispiels sei hierbei an¬ genommen, dass der Ablauf 100 für das Richtungsgleis 50 be¬ stimmt ist und daher auf seinem Laufweg zunächst die Talbrem¬ se 60 und anschließend die Richtungsgleisbremse 70 passiert beziehungsweise passieren wird.
Beginnend von der im vorgesehenen Laufweg des Ablaufs 100 am weitesten talwärts gelegenen Gleisbremse, d.h. der Richtungs¬ gleisbremse 70, wird nun für diese ausgehend von einer Soll- Auslaufgeschwindigkeit aus der Richtungsgleisbremse 70 zumin-
dest ein Wert für eine Einlaufgeschwindigkeit in die Rich¬ tungsgleisbremse 70 ermittelt. Dabei sei angenommen, dass die Soll-Auslaufgeschwindigkeit aus den Richtungsgleisbremsen 70 bis 77 auf einen einheitlichen Wert von beispielsweise 1,5 m/s festgelegt beziehungsweise vorgegeben ist. Ausgehend von dieser Soll-Auslaufgeschwindigkeit aus der ersten Gleisbremse in Form der Richtungsgleisbremse 70 wird nun - und zwar bevor der Ablauf 100 die Talbremse 60 erreicht hat - unter Berück¬ sichtigung des Arbeitsvermögens der ersten Gleisbremse in Form der Richtungsgleisbremse 70 sowie unter Berücksichtigung von Eigenschaften des Ablaufs 100 zumindest ein Wert für die Einlaufgeschwindigkeit in die Richtungsgleisbremse 70 ermit¬ telt beziehungsweise prognostiziert. Bei den derart ermittel¬ ten Werten für die Einlaufgeschwindigkeit handelt es sich vorzugsweise um eine Schar von Geschwindigkeitswerten beziehungsweise einen durch einen unteren sowie einen oberen Wert begrenzten Wertebereich für die Einlaufgeschwindigkeit . Dabei ist der zumindest eine ermittelte Wert für die Einlaufge¬ schwindigkeit in die Richtungsgleisbremse 70 vorzugsweise spezifisch für den Ablauf 100, d.h. unter Berücksichtigung beispielsweise der Masse, der Achszahl, der Verteilung der Masse auf die Achsen und des LaufWiderstands des Ablaufs 100, gerade derart gewählt, dass er zwischen einem unteren und ei¬ nem oberen Grenzwert liegt. Hierbei ist der untere Grenzwert vorteilhafterweise durch eine Minimalgeschwindigkeit be¬ stimmt, bei welcher der Ablauf 100 die Richtungsgleisbremse 70 ohne von dieser geleistete Bremsarbeit mit der Soll-Aus¬ laufgeschwindigkeit verlässt. Hingegen entspricht der obere Grenzwert einer Maximalgeschwindigkeit, bei der ein Abbremsen des Ablaufs 100 auf die Soll-Auslaufgeschwindigkeit durch die Richtungsgleisbremse 70 gerade noch zuverlässig möglich ist. Um hierbei eine systematische Überlastung der Richtungsgleis¬ bremse 70, d.h. einen dauerhaften Betrieb der Richtungsgleis¬ bremse 70 im Bereich ihrer maximalen Leistungsfähigkeit, zu
verhindern, kann bei der Ermittlung der Einlaufgeschwindig- keit in die Richtungsgleisbremse 70 ein im Vergleich zum ma¬ ximalen Arbeitsvermögen der Richtungsgleisbremse 70 reduziertes Arbeitsvermögen angesetzt beziehungsweise berücksichtigt werden. Darüber hinaus kann zwecks Berücksichtigung von beispielsweise Alterungserscheinungen oder Defekten der Richtungsgleisbremse 70 eine Erfassung von Messwerten, etwa in Form der Einlaufgeschwindigkeit sowie der Auslaufgeschwindig- keit aus der Gleisbremse in Form der Richtungsgleisbremse 70 erfolgen. Dies ermöglicht es, beispielsweise basierend auf einer statistischen Betrachtung unter Berücksichtigung im zeitlichen Verlauf protokollierter Bremsstufen für eine Vielzahl von Abläufen ein adaptives Nachführen des bei der Ermittlung der Einlaufgeschwindigkeit in die Richtungsgleis- bremse 70 berücksichtigten Arbeitsvermögens der Richtungs¬ gleisbremse 70 vorzunehmen.
Ausgehend von dem derart ermittelten zumindest einen Wert für die Einlaufgeschwindigkeit in die erste Gleisbremse in Form der Richtungsgleisbremse 70 wird nun für die bezogen auf die Richtungsgleisbremse 70 bergwärts gelegene zweite Gleisbremse in Form der Talbremse 60 zumindest ein Wert für eine Auslauf¬ geschwindigkeit aus der zweiten Gleisbremse bestimmt. Dies bedeutet, dass vorzugsweise wiederum unter Berücksichtigung von Eigenschaften des betreffenden Ablaufs 100 solche Werte für die Auslaufgeschwindigkeit aus der Talbremse 60 bestimmt werden, bei denen sichergestellt ist, dass die Einlaufge¬ schwindigkeit in die Richtungsgleisbremse 70 im Bereich des ermittelten zumindest einen Wertes für die Einlaufgeschwin- digkeit liegt beziehungsweise im Falles eines ermittelten Ma¬ ximalwertes für die Einlaufgeschwindigkeit dieser nicht über¬ schritten wird.
Im Ergebnis des Verfahrens kann somit durch eine bremsüber¬ greifende Betrachtung eine Steuerung der Talbremse 60 unter Berücksichtigung des zumindest einen Wertes für die Auslauf¬ geschwindigkeit aus der Talbremse erfolgen.
Es sei darauf hingewiesen, dass die Eigenschaften des jewei¬ ligen Ablaufs, die im Rahmen des Verfahrens berücksichtigt werden, vorzugsweise im Bereich des Ablaufberges gemessen be¬ ziehungsweise aus entsprechenden Messgrößen ermittelt werden.
Zwecks Durchführung des Verfahrens weist die durch die zent¬ rale Steuervorrichtung 230, die Talbremsensteuerung 200 sowie die Richtungsgleisbremsensteuerung 220 gebildete Steuereinrichtung neben hardwaretechnischen Komponenten, etwa in Form entsprechender Prozessoren und Speichermittel, weiterhin softwaretechnische Komponenten, etwa in Form von Programmcode zur Simulation des LaufVerhaltens der Abläufe 100, 101, auf. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass bei der Steuerung der Talbremsen 60, 61 sowie der Richtungsgleisbrem- sen 70 bis 77 vorzugsweise der dem Ablauf 100 nachfolgende
Ablauf 101 sowie ein gegebenenfalls dem Ablauf 100 vorherge¬ hender beziehungsweise vorauslaufender Ablauf berücksichtigt werden. Hierbei ist insbesondere der jeweilige gemeinsame Laufweg der Abläufe 100, 101 zu betrachten, um Einholvorgänge zu vermeiden und ein sicheres Umstellen der Verteilweichen 80 bis 86 in der Verteilzone 40 zu ermöglichen. Darüber hinaus können im Rahmen des Verfahrens auch weitere Randbedingungen, wie beispielsweise maximale Befahrungsgeschwindigkeiten im Laufweg, berücksichtigt werden.
Figur 2 zeigt in einem exemplarischen Geschwindigkeits-Zeit- Diagramm einen Vergleich der sich für einen Ablauf mit beziehungsweise ohne eine Steuerung der Gleisbremsen einer Ablaufanlage gemäß einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Verfahrens ergebenden Kurven. Im Detail ist die Geschwindig¬ keit v als Funktion des Ortes s in Form von Kurven Kl und K2 dargestellt, wobei die Kurve K2 aus einer Anwendung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens resul- tiert und die Kurve Kl eine Vergleichskurve darstellt, bei der die Steuerung der Gleisbremsen jeweils ausschließlich nur von Bremse zu Bremse, d.h. nicht in der zuvor beschriebenen bremsübergreifenden Weise, erfolgt ist. In der schematischen Darstellung der Figur 2, die das Ergebnis einer entsprechenden Simulation zeigt, wird deutlich, dass sich mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens in dem Be¬ reich zwischen der Talbremse und der Richtungsgleisbremse, deren Position jeweils durch eine starke Geschwindigkeitsän- derung gekennzeichnet ist, eine höhere Geschwindigkeit des Ablaufs 100 ergibt. So können insbesondere leichte Abläufe mit einer höheren Geschwindigkeit aus der Talbremse auslaufen gelassen werden, da bekannt ist, dass für sie nur eine vergleichsweise geringe kinetische Energie in der jeweiligen Richtungsgleisbremse abzubauen ist. Hierdurch wird ein schnelleres Durchlaufen der Verteilzone und bei einem passen¬ den vorhergehenden Ablauf 100 eine Reduzierung der Folgezeit zwischen den aufeinanderfolgenden Abläufen 100 und 101 erreicht, wodurch sich eine Erhöhung der Bergleistung der Ab- laufanläge ergibt.
Es sei darauf hingewiesen, dass die Vorteile des erfindungs¬ gemäßen Verfahrens insbesondere bei asymmetrischen Ablaufanlagen, bei denen die Summe der Laufwiderstände über unter- schiedliche Laufwege stark voneinander abweichen, zur Geltung kommen .
Figur 3 zeigt in einem exemplarischen Zeit-Weg-Diagramm einen Vergleich der sich für einen Ablauf mit beziehungsweise ohne
eine Steuerung der Gleisbremsen einer Ablaufanlage gemäß einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens er¬ gebenden Kurven. Im Detail ist die Zeit t als Funktion des Ortes s in Form von Kurven K3 und K4 dargestellt, wobei die Kurve K4 aus einer Anwendung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens resultiert und die Kurve K3 wie¬ derum eine Vergleichskurve darstellt, bei der eine Steuerung der Gleisbremsen jeweils ausschließlich nur von Bremse zu Bremse, d.h. nicht bremsübergreifend, zugrunde gelegt wurde. Der zeitliche Abstand zwischen den Kurven K3 und K4 an dem jeweiligen Ort s stellt den jeweiligen durch das erfindungsgemäße Verfahren erzielten Zeitgewinn dar. Auch hieraus wird somit überaus deutlich, dass das erfindungsgemäße Verfahren beziehungsweise das beschriebene Ausführungsbeispiel dessel¬ ben ein beschleunigtes Durchlaufen der Ablaufanlage durch die jeweiligen Abläufe ermöglicht.
Es sei darauf hingewiesen, dass abweichend von den in den Figuren 2 und 3 veranschaulichten Ausführungsbeispielen auch eine Steuerung der Talbremse 60 in der Form möglich ist, dass ein jeweiliger Ablauf mit einer im Vergleich zur Kurve Kl geringeren Auslaufgeschwindigkeit aus der Talbremse 60 entlas¬ sen wird. Hierdurch ist es insbesondere möglich, sich ande¬ renfalls in Bezug auf einen vorauslaufenden Ablauf abzeichnende zeitliche Konflikte, d.h. insbesondere drohende Einhol¬ vorgänge oder unzureichende Zeitspannen zum Stellen von Verteilweichen, zu vermeiden. Durch eine hierdurch bewirkte An- gleichung der Kurven von Vorläufer 100 und Nachläufer 101 auf ihrem gemeinsamen Laufweg bis zum letzten gemeinsamen Grenzzeichen kann letztlich ebenfalls die Folgezeit aufeinanderfolgender Abläufe reduziert und damit die Bergleistung der Ablaufanläge erhöht werden.
Zusammenfassend ist somit festzustellen, dass das zuvor be¬ schriebene Verfahren sowie die entsprechende Steuereinrich¬ tung zum Steuern von Gleisbremsen einer Ablaufanlage durch die bremsübergreifende Betrachtung der jeweiligen Einlaufge- schwindigkeiten und Soll-Auslaufgeschwindigkeiten eine Gesamtoptimierung der Folgezeiten der Abläufe ermöglicht. Dabei kann im Vergleich zum Falle einer Steuerung in Bezug auf eine feste Einlaufgeschwindigkeit in die folgende Gleisbremse in Abhängigkeit von den jeweiligen Gegebenheiten, insbesondere unter Berücksichtigung vorhergehender und/oder nachlaufender Abläufe, bezogen auf den jeweiligen Ablauf eine Optimierung in Bezug auf ein beschleunigtes oder ein verlangsamtes Durch¬ laufen der Ablaufanlage durch den jeweiligen Ablauf erfolgen. Dies führt letztlich dazu, dass die Leistungsfähigkeit der jeweiligen Ablaufanläge, d.h. insbesondere die Bergleistung der Anlage, erhöht wird.