Mehrlagen-Bildanzeigevorrichtung und -verfahren
Die Erfindung betrifft eine Mehrlagen-Bildanzeigevorrichtung. Sie betrifft weiterhin ein Verfahren zum Herstellen und ein Verfahren zum Betreiben einer derartigen Bildanzeigevorrichtung.
Derartige Bildanzeigevorrichtungen, die auch als Multilayer-Displays bekannt sind, kommen bevorzugt bei Videospielkonsolen für sogenannte Arcade-Spiele (auch als Arcade-Automaten bezeichnet) zum Einsatz und tragen dort durch ihre 3D-artige Mehrebenen-Bilddarstellung zur Steigerung des Spielspaßes bei. Selbstverständlich sind auch andere, ernsthaftere Anwendungen denkbar.
Bei der Entwicklung und Herstellung derartiger Bildanzeigevorrichtungen besteht ein möglicher Ansatz darin, das jeweilige Gerät„von Grund auf zu designen" und die einzelnen Komponenten entsprechend dem Anwendungszweck zu optimieren und ggf. neu zu entwickeln. Ein alternativer Ansatz zielt darauf ab, möglichst nur handelsübliche Komponenten zu verwenden und miteinander zu kombinieren, um auf diese Weise Kostenvorteile zu realisieren. Dennoch werden natürlich auch in diesem Fall eine möglichst hohe Bildqualität, eine hohe Leuchtstärke und eine lange Lebensdauer angestrebt.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Bildanzeigevorrichtung der genannten Art bereitzustellen, die unter weitgehendem Rückgriff auf handelsübliche Standard-Bauteile verwirklicht werden kann, und die eine möglichst hohe Bildqualität, eine hohe Leuchtstärke und eine lange Lebensdauer besitzt. Des Weiteren sollen ein entsprechendes Herstellungsverfahren und ein zugehöriges Betriebsverfahren angegeben werden.
Die auf die Vorrichtung bezogene Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst.
Weitere, für sich genommen erfinderische Lösungen der genannten Aufgabe sind durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche 2 und 1 5 spezifiziert. Verfahrensbezogene Lösungen sind weiterhin in den Ansprüchen 1 6 bis 21 angegeben.
Vorteilhafte Ausgestaltungen, die in verschiedener Weise mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche und untereinander kombinierbar sind, und die zum Teil ebenfalls für sich genommen einen erfinderischen Gehalt besitzen, sind in den Unteransprüchen angegeben.
Mit der vorliegenden Lösung wird eine wesentlich leistungsfähigere Mehrebenen- Displaylösung aufgezeigt, die im Vergleich zum Stand der Technik folgende Vorteile aufweist:
1 . Wesentlich geringere elektrische Leistungsaufnahme durch wesentlich verbesserte Gesamt-Transmissivität, da nicht wie üblich die vorhandene Polarisierung des Lichts zwischen den unterschiedlichen Flüssigkristallbildschirmen mittels optischer Folien depolarisiert wird, um anschließend mit etwa 50% Verlust am ersten Polarisationsfilter des folgenden Flüssigkristallbildschirms wieder neu polarisiert zu werden.
2. Wesentlich verbesserte Ablesbarkeit und größere Blickwinkel ohne störende Artefakte durch lichtabsorbierende und erneute Polarisation benötigende Depolarisations-Filme oder Folien.
3. Wesentlich verbesserte Ablesbarkeit und größere Blickwinkelbereiche ohne störende Artefakte bei der Bildwiedergabe.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche und gehen im Übrigen aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung hervor.
Verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nunmehr anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen in jeweils stark vereinfachter und schematisierter Darstellung:
FIG. 1 ein Zweilagen-Display herkömmlicher Bauart im Schnitt, FIG. 2 ein in seiner Lichtstärke gegenüber der Variante in FIG. 1 deutlich verbessertes Zweilagen-Display,
FIG. 3 einen in teils perspektivischer Darstellung angedeuteten Fertigungsschritt bei der Herstellung eines derartigen Zweilagen-Displays,
FIG.4 eine weitere, besonders bevorzugte Variante eines gemäß FIG. 3 hergestellten Zweilagen-Displays mitsamt zugehöriger elektronischer Ansteu- erungseinheit,
FIG. 5 eine weitere Variante eines erfindungsgemäßen Zweilagen-Displays,
FIG. 6 eine illustrative Skizze zu möglichen Blickwinkelbereichen bei Flüssigkristallbildschirmen, und
FIG. 7 eine Prinzipskizze betreffend die Korrektur von vom Betrachtungswinkel und anderen Einflüssen abhängigen Bildartefakten bei einem Flüssigkristallbildschirm.
In FIG. 1 ist eine auch als Doppelschicht-Display oder Zweilagen-Display oder Zweiebenen-Display bezeichnete zweischichtige bzw. zweilagige Bildanzeigevor-
richtung 2 bekannter Bauart schematisch im Schnitt dargestellt, die einen hinteren Flüssigkristallbildschirm 4 (engl. Liquid Crystal Display, kurz LCD) mit rechteckför- miger Bildfläche und einen gleichartig ausgerichteten vorderen Flüssigkristallbildschirm 6 mit ebenfalls rechteckförmiger, im Wesentlichen gleiche Abmessungen aufweisender Bildfläche umfasst, die derart hintereinander angeordnet sind, dass das vom hinteren Flüssigkristallbildschirm 4 erzeugte Bild durch den vorderen Flüssigkristallbildschirm 6 hindurch scheint und so insgesamt beim Betrachter 8 den Eindruck einer zwei Bildebenen umfassenden 3D-Darstellung mit echtem Parallaxeneffekt zwischen Hintergrundbild und Vordergrundbild erzeugt.
Für die folgende Beschreibung wird vereinfachend angenommen, dass die beiden Flüssigkristallbildschirme 4, 6 jeweils aufrecht stehend auf einer horizontalen Grundfläche hintereinander angeordnet sind, wobei die jeweilige Bildfläche die Form eines Rechtecks besitzt, dessen im Allgemeinen längere Kante parallel zur Grundfläche, sprich horizontal und dessen kürzere Kante senkrecht dazu, sprich vertikal ausgerichtet ist, und dass der Betrachter im Wesentlichen in horizontaler Richtung von vorne auf den vorderen Flüssigkristallbildschirm 6 schaut (Bilddarstellung im Querformat ähnlich wie bei einem Fernsehgerät in üblicher Aufstellung). Demgemäß bedeuteten die Angaben„horizontal verlaufend" und„vertikal verlau- fend" eine Ausrichtung parallel zur längeren Außenkante (Rand) und parallel zur kürzeren Kante der Bildfläche. In diesem Sinne sind die Angaben auch zu verstehen, wenn die Bildanzeigevorrichtung 2 in anderer Weise im Raum aufgestellt wird, was selbstverständlich möglich und für gewisse Anwendungen möglicherweise sogar sinnvoll ist.
Der hintere Flüssigkristallbildschirm 4 ist als Farbbildschirm konzipiert und in konventioneller Weise nach Art einer Matrix bzw. eines Arrays von einzeln elektrisch ansteuerbaren Flüssigkristallzellen, beispielsweise vom Typ TN-Zelle (TN = Twisted Nematic), aufgebaut. Zur zeichnerischen Vereinfachung ist hier nur eine einzelne Zelle vom Typ TN dargestellt. Jede einzelne Zelle umfasst in diesem Fall einen zwi-
sehen einem hinteren Polarisationsfilter 10 (kurz: Polarisator) und einem vorderen Polarisationsfilter 12 (kurz: Analysator) angeordneten Flüssigkristall 14, dessen Flüssigkristallmoleküle im spannungsfreien Zustand eine kontinuierliche Verschraubung (engl. Twist) von etwa 90° ausbilden. Die Polarisationsfilter 10 und 12 können als flache Folien ausgebildet sein, die nicht nur eine einzelne Zelle, sondern das gesamte Array der Flüssigkristalle 14 überdecken.
Es sei bereits an dieser Stelle angemerkt, dass die TN-Zelle hier nur für eine besonders einfache und anschauliche Beschreibung herangezogen wird, und dass die weiter unten beschriebenen Varianten der Erfindung auch mit anderen Zelltypen realisiert werden können.
Die Polarisationsebenen der beiden Polarisationsfilter 10 und 12 sind entsprechend um 90° gegeneinander verdreht, so dass im spannungsfreien Zustand das von der Lichtquelle 16 nach Art einer Hintergrundbeleuchtung ausgestrahlte und beim
Durchtritt durch den hinteren Polarisationsfilter 10 linear polarisierte Licht den Flüssigkristall 14 unter Drehung der Polarisationsrichtung durchquert und anschließend ungehindert durch den vorderen Polarisationsfilter 12 tritt. Beispielsweise ist die Polarisationsebene des hinteren Polarisationsfilters 10 vertikal (v) ausgerichtet und die Polarisationsebene des vorderen Polarisationsfilters 12 horizontal (h). Durch Anlegen einer elektrischen Spannung U an die transparenten Elektroden 18 der Zelle richten sich die Flüssigkristallmoleküle der hier beispielhaft gewählten TN-Zelle zunehmend parallel zum elektrischen Feld aus, und es erfolgt eine zunehmende Absorption des Lichts im vorderen Polarisationsfilter 12. Damit nimmt die optische Transparenz der Zelle mit zunehmender Spannung U kontinuierlich ab; die Zelle wird also mit zunehmender Spannung dunkler (Normally White Mode).
Alternativ könnte natürlich auch das umgekehrte Funktionsprinzip verwirklicht sein. Üblicherweise ordnet man dabei die Polarisationsfilter parallel zueinander an;
dann ist die Zelle ohne Spannung dunkel und wird erst mit zunehmender Spannung transparent (Normally Black Mode).
Durch einzeln ansteuerbare Subpixel, die mit entsprechenden Farbfiltern - etwa in den Grundfarben Rot, Grün, Blau - versehen sind, wird in üblicher Weise eine Farbdarstellung ermöglicht.
Bei der Bildanzeigevorrichtung 2 gemäß FIG. 1 ist der vordere Flüssigkristallbildschirm 6 gleich aufgebaut wie der hintere Flüssigkristallbildschirm 4, besitzt also ebenfalls einen hinteren Polarisationsfilter 20, einen vorderen Polarisationsfilter 22 und ein dazwischen liegendes Array von Flüssigkristallen 24 mit transparenten E- lektroden 28, die mit der jeweils für jedes Subpixel getrennt steuerbaren Zellenspannung V beaufschlagt werden können. Die Polarisationsebenen der Polarisationsfilter 20 und 22 entsprechen denjenigen der Polarisationsfilter 10 und 12 beim hinteren Flüssigkristallbildschirm 4. Durch einen zwischen dem hinteren Flüssigkristallbildschirm 4 und dem vorderen Flüssigkristallbildschirm 6 angeordneten, als dünne Folie ausgestalteten Depolarisationsfilter 26, der einfallendes polarisiertes Licht in unpolarisiertes Licht umwandelt, wird der vordere Flüssigkristallbildschirm 6 - ebenso wie der direkt von der Lichtquelle 16 beleuchtete hintere Flüssigkristall- bildschirm 4 - mit unpolarisiertem Licht beleuchtet. Diese Bauweise hat den Vorteil, dass problemlos handelsübliche Flüssigkristallbildschirme 4 und 6 ohne jegliche Modifikation eingesetzt werden könnten. Der Nachteil besteht jedoch darin, dass durch die optisch hintereinander angeordneten Polarisationsfilter 12 und 20 und den dazwischen liegenden Depolarisationsfilter 26 vergleichsweise viel Licht absor- biert wird, mithin die die Bildanzeigevorrichtung 2 für den Betrachter ziemlich lichtschwach ist. Versucht man dies durch eine Lichtquelle 1 6 mit entsprechend hoher Leuchtkraft zu kompensieren, so führt dies zu starker Wärmebelastung der einzelnen optischen Komponenten und damit auch zu einer relativ geringen Lebensdauer der Bildanzeigevorrichtung 2.
Die genannten Nachteile gelten auch dann, wenn anstelle einer ausdrücklich als Depolarisationsfilter 26 vorgesehenen oder ausgelegten optischen Komponente ein optischer Diffusor, etwa eine optisch diffusive Folie, zwischen den beiden Flüssigkristallbildschirmen angeordnet ist, die zwangsläufig und technisch/physikalisch unvermeidbar eine Depolarisationswirkung besitzt.
Zur Vermeidung derartiger Nachteile ist bei der Bildanzeigevorrichtung gemäß FIG. 2 der vordere Flüssigkristallbildschirm 6 ein Farbbildschirm von grundsätzlich gleicher Bauart wie der hintere Flüssigkristallbildschirm 4, jedoch mit dem Unterschied, dass kein hinterer Polarisationsfilter und auch kein Depolarisationsfilter vorgesehen ist. Es kann sich insbesondere um einen zum hinteren Flüssigkristallbildschirm 4 baugleichen Flüssigkristallbildschirm 6 handeln, bei dem der hintere Polarisationsfilter entfernt wurde. Die Ausrichtung der Zeilen und Spalten von Flüssigkristallzellen und die spannungslose Ausrichtung der Flüssigkristallmoleküle im Flüssigkristall 24 zwischen den Substratplatten der jeweiligen Zelle sind demnach grundsätzlich gleich gewählt wie beim hinteren Flüssigkristallbildschirm 4, der analog zu demjenigen gemäß FIG. 1 aufgebaut ist. Die Ausrichtung des vorderen Polarisationsfilters 22 ist hierbei bezüglich seiner Polarisationsebene um 90° zum vorderen Polarisationsfilter 12 des hinteren Flüssigkristallbildschirms 4 verdreht, hier im Beispiel also vertikal (v) gewählt. Dies bedeutet, dass das aus dem vorderen Polarisationsfilter 12 im hinteren Flüssigkristallbildschirm 4 austretende Licht bereits polarisiert ist - hier im Beispiel mit horizontaler (h) Polarisationsebene - und in diesem Zustand direkt in den jeweiligen Flüssigkristall 24 des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 eintritt, ohne zuvor nochmals einen Polarisationsfilter und/oder Depolarisationsfilter durch- laufen zu müssen. Das in den Flüssigkristall 24 des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 eintretende polarisierte Licht wird dort in Bezug auf seine Polarisationsrichtung entsprechend der an der Zelle anliegenden Spannung V weitergedreht, und sein in Durchlassrichtung befindlicher Polarisationsanteil verlässt den vorderen Flüssigkristallbildschirm 6 durch den als Analysator wirksamen vorderen Polarisationsfil- ter 22 in Richtung zum Betrachter 8.
Um bei gleicher Einbaulage von vorderem Flüssigkristallbildschirm 6 und hinterem Flüssigkristallbildschirm 4 eine nicht invertierte oder farblich verzerrte Bilddarstellung zu erhalten, ist also die Polarisationsebene des vorderen Polarisationsfilters 22 des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 um 90° zum vorderen Polarisationsfilter 12 des hinteren Flüssigkristallbildschirms 4 verdreht angeordnet. Dies könnte bei handelsüblichen, baugleichen Flüssigkristallbildschirmen, die als montagefertige und betriebsbereite Einheiten erhältlich sind, beispielsweise dadurch geschehen, dass der ursprünglich in„falscher" Ausrichtung angebrachte vordere Polarisationsfilter 22 von der Matrix der Flüssigkristalle 24 des vorderen Flüssigkristallbildschirm 6 abgelöst wird und anschließend ein Polarisationsfilter von passender Abmessung und mit um 90° verdrehter Polarisationsebene wieder aufgebracht wird. Dies wäre allerdings relativ aufwendig, zumal auch noch - wie oben beschrieben - der hintere Polarisationsfilter entfernt werden müsste.
Zur Vereinfachung des Aufbaus kommt daher das in FIG. 3 illustrierte Herstellungsverfahren zum Einsatz: In einem ersten Schritt werden zwei im Wesentlichen baugleiche, handelsübliche Flüssigkristallbildschirme 4 und 6 mit im Allgemeinen rechteckförmiger Bildfläche und mit identischer Konfiguration von Polarisationsfil- tern 10, 12 und 20, 22 sowie Flüssigkristallen 14, 24 bereitgestellt. Jeder der beiden Flüssigkristallbildschirme 4 und 6 weist also einen hinteren, sprich rückseitigen Polarisationsfilter 10 bzw. 20 mit zum Beispiel vertikaler (v) Polarisationsebene und einen vorderen, sprich frontseitigen Polarisationsfilter 12 bzw. 22 mit um 90° gedrehter, hier im Beispiel also horizontaler (h) Polarisationsebene auf, zwischen de- nen jeweils eine Matrix von Flüssigkristallen 14 bzw. 24 angeordnet ist, die in gleichartiger Weise über eine jeweils zugehörige Schnittstelle 30 bzw. 32 angesteuert werden bzw. mit einem zugehörigen Bildrechner verbindbar sind. Jede der beiden Schnittstellen 30 und 32 ist also für eine Bilddarstellung ausgelegt, bei der die Beleuchtung des Flüssigkristallbildschirms 4 bzw. 6 von der Rückseite 34 bzw. 36 erfolgt und das erzeugte Bild von der Vorderseite 38 bzw. 40 betrachtet wird.
Der in der zu fertigenden Bildanzeigevorrichtung 2 vordere Flüssigkristallbildschirm 6 wird nun in einem zweiten Schritt derart ausgerichtet, dass der hintere Polarisationsfilter 20 zum vorderen Polarisationsfilter 22' wird und umgekehrt der vordere Polarisationsfilter 22 zum hinteren Polarisationsfilter 20' wird (vgl. FIG. 4). Gegenüber der in FIG. 3 dargestellten Ausrichtung wird der komplette vordere Flüssigkristallbildschirm 6 also beispielsweise um 180° um seine vertikale Achse A gedreht. Alternativ könnte auch eine 180°-Drehung um die horizontale Achse B erfolgen. Damit besitzt der nunmehr vordere Polarisationsfilter 22' des vorderen Flüssigkeits- bildschirms 6 die gleiche, hier im Beispiel vertikale (v) Polarisationsebene wie der hintere Polarisationsfilter 10 des hinteren Flüssigkeitsbildschirms 4, während der nunmehr hintere Polarisationsfilter 20' des vorderen Flüssigkeitsbildschirms 6 die gleiche, hier im Beispiel horizontale (h) Polarisationsebene wie der ihm unmittelbar gegenüberliegende vordere Polarisationsfilter 12 des hinteren Flüssigkeitsbild- schirms 4 besitzt. Insgesamt ergibt sich die in FIG. 4 dargestellte Konfiguration.
Die beiden genannten Schritte können natürlich in einem einzigen Durchgang verwirklicht werden; die hier vorgenommene gedankliche Unterteilung ist insofern von rein illustrativer Natur.
Anschließend oder auch schon vorher könnte der nunmehr hintere, hier im Beispiel mit horizontaler Polarisationsebene ausgestattete Polarisationsfilter 20' des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 entfernt werden, so dass sich - abgesehen von der Polarität der Elektroden 28 - unmittelbar die aus FIG. 2 bekannte Konfiguration ergibt. Andererseits ist dies nicht notwendig, da das auf den Polarisationsfilter 20' fallende Licht durch den gleich ausgerichteten vorgeschalteten Polarisationsfilter 12 bereits geeignet in Durchgangsrichtung ausgerichtet bzw. polarisiert ist und daher seine Intensität beim Durchqueren des Polarisationsfilters 20' praktisch nicht weiter geschwächt wird. Man könnte insofern - funktionell gesehen - die beiden Polarisati- onsfilter 12 und 20' auch als einen einzigen Polarisationsfilter betrachten. In ferti-
gungstechnischer Hinsicht ist es natürlich von Vorteil, wenn der Polarisationsfilter 20' nicht entfernt wird, da der Aufbau der Bildanzeigevorrichtung 2 dann unter alleinigem Rückgriff auf unmodifizierte, handelsübliche Displays erfolgen kann. Alternativ kann er bei Bedarf dennoch entfernt werden (oder von vornherein nicht vorhanden sein), um die beim Filterdurchgang in der Realität unvermeidlichen Transmissionsverluste und Abbildungsartefakte, die selbst bei„passender" Ausrichtung in Bezug auf die Polarisationsebene des ankommenden Lichts auftreten, zu minimieren. Allerdings sind nun durch das Vertauschen von Vorderseite und Rückseite die Positionen der jeweiligen Bildinformationen auf dem vorderen Flüssigkristallbildschirm 6 relativ zur Position auf dem hinteren Flüssigkristallbildschirm 4 gespiegelt, da der vordere Flüssigkristallbildschirm 6 ja eigentlich dafür vorgesehen und ansteuerseitig dafür ausgelegt ist, von der ursprünglichen vorderen Seite 40 gemäß FIG. 3 betrach- tet zu werden, die jetzt jedoch gemäß FIG. 4 zur rückwärtigen Seite geworden ist. Die Bildinformationen müssen daher mittels geeigneter Ansteuerelektronik ebenfalls gespiegelt dargestellt werden, um eine entsprechende unverfälschte Darstellung zu erhalten. Dies wird durch eine elektronische Spiegelungseinheit 42 erreicht, die als spezialisierte Hardware, ggf. aber auch in Form von auf einem Universal- oder Spe- zialrechner ablaufender Software implementiert sein kann, und die eine Spiegelung des darzustellenden Bildinhaltes des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 je nach dessen Einbaulage entweder an der vertikalen oder an der horizontalen Bildmittellinie 44 vornimmt (d.h. Achsspiegelung an der Mittelsenkrechten auf der entsprechenden äußeren Bildkante). Die Spiegelungseinheit 42 kann dazu beispielsweise Bestandteil eines separaten Bildrechners oder eines Vorschaltmoduls sein, welcher / welches über die handelsübliche, nicht modifizierte Schnittstelle 32 datenseitig mit dem vorderen Flüssigkristallbildschirm 6 verbunden ist. Alternativ könnte natürlich auch eine der Schnittstelle 32 nachgeschaltete, in den Flüssigkristallbildschirm 6 integrierte Ansteuerelektronik mit entsprechender Spiegelungsroutine angesprochen werden, sofern bereits werksseitig vorhanden.
Bei der Ausführungsvariante gemäß FIG. 4 ist beispielsweise ein gemeinsamer Bildrechner 46 vorgesehen, der sowohl das auf dem hinteren Flüssigkristallbildschirm 4 darzustellende Hintergrundbild 48 (hier etwa eine Gebirgslandschaft) als auch das auf dem vorderen Flüssigkristallbildschirm 6 darzustellende Vordergrundgrundbild 50 (hier etwa ein Flugzeug) pixelgenau berechnet. Zu diesem Zweck können natürlich auch zwei getrennte Bildrechner vorgesehen sein. Während das Hintergrundbild 48 direkt, sprich lagerichtig der Schnittstelle 30 des hinteren Flüssigkristallbildschirms 4 zugeführt und auf diesem ohne Änderung der Darstellung angezeigt wird, wird das Vordergrundbild 50 zuvor in der Spiegelungseinheit 42 an der vertikalen Bildmittellinie 44, alternativ an der horizontalen Bildmittellinie (entsprechend der vertikalen oder horizontalen Bildschirmmittellinie des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6) gespiegelt, um im Ergebnis die für den Betrachter 8 gewünschte unverfälschte, lagerichtige Darstellung beider Bildebenen zu ermöglichen.
Die Spiegelungseinheit 42 kann Bestandteil der verkaufsfertig montierten Bildanzeigevorrichtung 2 sein, welche vom Benutzer dann über die Standard-Schnittstelle 30 und die um die Spiegelungsfunktion erweiterte Schnittstelle 52 angesprochen wird. Der beschriebene Aufbau lässt sich auf mehr als zwei Lagen von Flüssigkristallbildschirmen verallgemeinern, indem ausgehend von dem in FIG. 4 dargestellten Grundaufbau sukzessive vor dem vorderen Flüssigkristallbildschirm 6, also in Richtung zum Betrachter 8 hin, weitere Flüssigkristallbildschirme passend ausgerichtet und montiert werden. Eine dritter, vor dem in FIG. 4 vorderen Flüssigkristallbild- schirm 6 zu montierender Flüssigkristallbildschirm wäre dann beispielsweise wieder so auszurichten wie der hintere Flüssigkristallbildschirm 4, so dass für diese dritte Lage bzw. Bildebene keine Bildspiegelung notwendig wäre. Für eine vierte Lage wäre sie wiederum notwendig etc. Das Grundprinzip einer derartigen Mehrlagen- Bildanzeigevorrichtung (Multilayer-Display) besteht also darin, dass die einander zugewandten Polarisationsfilter unmittelbar aufeinander folgender Flüssigkristall-
bildschirme in Bezug auf ihre Polarisationsebene gleichartig ausgerichtet werden, und dass die Polarisationsebenen der auf der jeweils anderen Seite liegenden Polarisationsfilter demgegenüber um 90° verdreht sind. Für die zweite, vierte usw. Bildebene ist dann jeweils eine Bildspieglung der oben beschriebenen Art notwendig, während sie bei der ersten, dritten usw. Bildebene entfällt.
Die bisherige Beschreibung hat sich zwar beispielhaft auf Flüssigkristallbildschirme vom Typ„Normaiiy White" mit entsprechender Konfiguration und Ausrichtung von Flüssigkristallen und Polarisationsfiltern bezogen. Die beschriebenen Prinzipien las- sen sich sinngemäß aber auch auf andere Konfigurationen übertragen, etwa wenn Fiüssigkristallbildschirme vom Typ„Normaiiy Black" zum Einsatz kommen. Generell kann dann ein Bildrechner der beschriebenen Art verwendet werden, um bei gegenüber der ansteuerseitigen Auslegung„falscher" Einbaulage eines Flüssigkristallbildschirms eine Invertierung bzw. Spiegelung des Bildinhaltes und damit im Ergebnis eine unverfälschte und lagerichtige Bildwiedergabe zu erreichen.
Bei dem hier verwirklichten Konzept eines Mehrlagen-Displays ist zu beachten, dass ein mit einem bestimmten Farbfilter versehenes Subpixel des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 in überwiegend diffuser Weise durch den gesamten hinteren Flüs- sigkristallbildschirm 4 beleuchtet wird, also von jedem Subpixel des hinteren Flüssigkristallbildschirms 4 Beleuchtungsbeiträge erhält, die entsprechend dem geometrischen Strahlenverlauf mehr oder weniger stark abgeschwächt sind. Durch die unterschiedlich starke Dispersion der unter verschiedenen Winkeln auf das jeweilige Subpixel des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 auftreffenden Lichtstrahlen ist im Normalfall sichergestellt, dass dort hinreichend„weißes" Licht mit der gewünschten Spektralkomponente ankommt, selbst wenn auf dem hinteren Flüssigkristallbildschirm 4 ein überwiegend einheitliches Hintergrundbild einer bestimmten Grundfarbe dargestellt wird.
Derartige Effekte lassen sich in vergleichsweise einfacher Weise physikalisch modellieren und bei der Farbansteuerung der beiden Bildschirme berücksichtigen: Insbesondere können dabei auf dem hinteren Flüssigkristallbildschirm 4 dargestellte Objekte oder Strukturen gewissermaßen in Falschfarbendarstellung oder Negativdar- Stellung wiedergegeben werden, die für den Betrachter 8 durch eine komplementäre Grundfärbung des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 kompensiert wird. Für eine derartige Optimierung, bei der beispielsweise eine besonders große Gesamthelligkeit oder ein möglichst hoher Kontrast für eine oder beide Bildebenen angestrebt sein kann, kann wiederum ein geeignet konfigurierter Bildrechner oder dergleichen vorgesehen sein.
Gleichwohl ist es sinnvoll, durch weiter unten beschriebene Zusatzmaßnahmen die spektrale Mischung des am vorderen Flüssigkristallbildschirm 6 ankommenden Lichtes zu verbessern.
Im Zusammenspiel von zwei oder mehr Pixel- oder Bildpunkt-orientierten Flüssigkristallbildschirmen 4 und 6 kann es durch die geometrische Pixel- oder Rasterstruktur zu optischen Artefakten und Verzerrungen wie Moire oder ähnlichem kommen. Da sich diese Artefakte hier in und mit vorpolarisiertem Licht ausbilden, können die Auswirkungen dieser Erscheinungen einfacher reduziert oder unterdrückt werden, als wenn sich diese mit unpolarisierten Licht ausbilden würden. Die genannten Erscheinungen stellen optisch maßgeblich räumlich und/oder flächig verteilte Intensitätsmuster oder spektral aufgefächerte Brechungs- und/oder Beugungsmuster dar. Diese Erscheinungen addieren sich normalerweise zu der gewünschten optischen Darstellung hinzu und verfälschen diese. Da sie sich hier aber in und/oder mit polarisiertem Licht entwickeln und im weiteren optischen Pfad auch wieder nur polarisiertes Licht bestimmter Schwingungsebenen genutzt werden kann, und dieses weiter zu nutzende Licht eine möglichst vollständige spektrale Zusammensetzung zur Darstellung aller Farben haben und zudem möglichst wenig Licht im gesamten opti- sehen Pfad verloren gehen soll, ist es vorteilhaft, die aufgeführten Erscheinungen
dergestalt zu behandeln, dass die Auswirkungen der räumlich und/oder flächig verteilten Färb- und Intensitätsmuster in geeigneter Weise kombiniert, summiert und dann selektiv sortiert werden. Dies geschieht durch den Einsatz eines aktiven, reflektiven Polarisators 60 zwischen dem hinteren Flüssigkristallbildschirm 4 und dem vorderen Flüssigkristallbildschirm 6, wie in FIG. 5 beispielhaft dargestellt. Ein derartiger aktiver, reflektiver (nicht absorbierender) Polarisator ist beispielsweise bekannt aus dem US-Patent 5 422 756, dessen Offenbarungsgehalt hiermit zum Bestandteil dieser Unterlagen erklärt wird. Alternativ oder zusätzlich können durch geeignete Ausbildung und Materialwahl für die optischen Grenzflächen der beiden hintereinander angeordneten Flüssigkristallbildschirme 4, 6 ähnlich vorteilhafte, auf Mehrfachreflektionen von Lichtstrahlen im Brewster-Winkel relativ zur Grenzschicht beruhende Effekte erzielt werden, wie nachfolgend für die reflektiven Polarisatoren vom kompakten Folientyp beschrieben.
Der Aufbau dieser aktiven, reflektiven Polarisatoren 60 bewirkt, dass nur Licht in der vorgegebenen Polarisationsrichtung relativ zum vorderen Polarisationsfilter 22 des Flüssigkristallbildschirms 6, abhängig vom verwendeten Darstellungsmodus„Nor- mally Black Mode" oder„Normally White Mode" weitergeleitet werden kann. Für den„Normally Black Mode" haben vorzugsweise beide, der aktive reflektive Polarisator 60 und der vordere Polarisationsfilter 22 des Flüssigkeitsbildschirms 6 die gleiche Polarisationsausrichtung. Für den„Normally White Mode" haben zweckmäßigerweise beide eine ungleiche, typischerweise um 90 Grad verdrehte Polarisationsausrichtung. Der Aufbau des eingesetzten aktiven, reflektiven Polarisators 60 lässt zunächst Licht der durch die entsprechende Positionierung dieses Bauteils vorgegebenen Polarisationsebene passieren und reflektiert gleichzeitig in verschiedenen Lagen dieses Bauteils Licht, das die vorgegebene Polarisationsebene nicht direkt passieren kann, zurück. Die Rückreflektion erfolgt je nach gegebener bereits existierender Polarisation an verschieden Grenzschichten innerhalb des eingesetzten akti- ven, reflektiven Polarisators 60. Zusätzlich erhält jeder reflektierte Lichtanteil, ab-
hängig davon auf welcher Ebene er reflektiert wurde, zusätzlich eine weitere inkre- mentelle optische Drehung der Polarisationsebene je durchlaufener Ebene.
Daraus ergeben sich folgende Effekte:
Durch die vielfache Rückreflektion„unpassend" polarisierten Lichtes an verschiedenen Schichten im Volumen des aktiven, reflektiven Polarisators 60 mit entsprechender Dispersion und Diffusion an diesen Grenzflächen und der damit verbundene Verteilung in unterschiedliche Raumwinkel und wieder zurück in den Zwischen- räum zwischen hinterem Flüssigkristallbildschirm 4 und vorderem Fiüssigkristall- bildschirm 6 und der dortigen Kombination und Aufsummierung aller Anteile, bevor dieses Licht dann einen nächsten„Anlauf" durch den aktiven, reflektiven Polarisator 60 nimmt, wird eine Homogenisierung der oben beschriebenen optischen Erscheinungen und eine Eliminierung oder zumindest Reduzierung der räumlich und/oder flächig verteilten Intensitätsmuster und/oder spektral aufgefächerten Brechungsund/oder Beugungsmuster erreicht.
Durch die beschriebenen Vielfach-Rückreflektionen samt der damit zwingend verbundenen Dispersion und Diffusion ergibt sich für die Betrachtung des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 eine deutliche verbesserte Hinterleuchtung und in Bezug auf die lokale spektrale Verteilung eine bessere spektrale Vollständigkeit, das heißt „gemischteres" und damit„weißeres" Licht. Des Weiteren ergibt sich eine höhere lokale Helligkeit und damit eine höhere Gesamthelligkeit und bessere Farbdarstellung auf der Oberfläche des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6, denn letzten En- des erhält jedes Subpixel des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 von jedem Subpi- xel des hinteren Flüssigkristallbildschirms 4 Beleuchtungsbeiträge, die entsprechend dem geometrischen Strahlenverlauf mehr oder weniger stark ausgeprägt sind.
Das oben beschriebene Konzept ist beispielhaft in FIG. 5 veranschaulicht: Der akti- ve, reflektive Polarisator 60 ist im optischen Pfad zwischen dem hinteren Flüssigkris-
tallbildschirm 4 und dem vorderen Flüssigkristallbildschirm 6 angeordnet. Der hintere Flüssigkristallbildschirm 4 besitzt einen hinteren Polarisationsfilter 10 und einen vorderen Polarisationsfilter 12. Der vordere Flüssigkristallbildschirm 6 besitzt ggf. einen hinteren Polarisationsfilter 20, der aber auch entfernt bzw. von vornherein nicht vorhanden sein kann und daher in FIG. 5 gestrichelt gezeichnet ist, und einen vorderen Polarisationsfilter 22. Die Spannungsversorgung der den Flüssigkristallen 14 und 24 zugeordneten Elektroden ist hier zur Vereinfachung nicht eingezeichnet. Der vordere Polarisationsfilter 12 des hinteren Flüssigkristallbildschirms 4, der aktive Polarisator 60 und ggf. der hintere Polarisationsfilter 20 des vorderen Flüssigkristall- bildschirms 6 sind bezüglich ihrer Polarisationsebenen derart aufeinander abgestimmt, das heißt in der Regel gleich ausgerichtet, dass von hinten auf den vorderen Polarisationsfilter 12 des hinteren Flüssigkristallbildschirms 4 auftreffendes, polarisationsmäßig in Durchlassausrichtung befindliches und den Polarisationsfilter 12 somit ohne wesentliche Schwächung passierendes Licht auch den nachfolgenden ak- tiven, reflektiven Polarisator 60 und ggf. den hinteren Polarisationsfilter 20 des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 ohne wesentliche Schwächung passieren kann.
Zum Verständnis der oben beschriebenen Effekte und Vorteile des aktiven, reflektiven Polarisators 60 ist dabei allerdings zu beachten, dass in der Realität kein Polari- sationsfilter ideale optische Eigenschaften hat. Vielmehr hat je nach Güte des jeweiligen Polarisationsfilters ein mehr oder weniger großer Anteil des ihn verlassenden Lichtes eine von der gewünschten (Vorzugs-) Polarisationsebene mehr oder weniger stark abweichende Polarisationsebene. Das heißt insbesondere, dass den vorderen Polarisationsfilter 12 des hinteren Flüssigkristallbildschirms 4 verlassendes Licht in der Praxis durchaus nennenswerte Anteile aufweist, deren Polarisationsebene gegenüber der eigentlich eingestellten Polarisationsebene mehr oder weniger stark verdreht ist. Gerade diese im Normalfall eigentlich unerwünschten und letztlich verworfenen Anteile sind es, die in der oben beschriebenen Weise mit Hilfe des aktiven, reflektiven Polarisators 60 in nutzbares Licht für die Hinterleuchtung des vorderen Flüssigkristallbildschirms 6 umgewandelt werden.
In einer nicht dargestellten Abwandlung von FIG. 5 können zusätzlich oder alternativ zu dem zwischen den Flüssigkristallbildschirmen 4 und 6 angeordneten aktiven, reflektiven Polarisator 60 einer oder mehrere der normalerweise herkömmlichen Polarisationsfilter 10, 12, 20, 22 als aktive, reflektive Polarisatoren der zuvor beschriebenen Art ausgestaltet sein.
Ein weiterer Aspekt, der darauf abzielt, käufliche Standardkomponenten zur Herstellung eines hochwertigen Mehrlagen-Displays nutzbar zu machen, und der sich mit den zuvor erläuterten Aspekten kombinieren lässt, wird nachfolgend beschrieben:
Bedingt durch typische Anwendung käuflicher Flüssigkristallbildschirme beispielsweise als Anzeigegeräte portabler Computer wie Notebooks und Netbooks sind diese Flüssigkristallbildschirme in ihrer Zellenspannung-Transmission-Kennlinie
(Gamma-Kennlinie) so angepasst, dass der beste Kontrast mit geringster Farbverschiebung nicht als Winkelhalbierende des nutzbaren Blickwinkelbereiches orthogonal zentrisch zur Display-Oberfläche ausgerichtet ist. Vielmehr ist bedingt durch die Vorzugs-Betrachtungsrichtung von schräg unten die Gamma-Kennlinie entsprechend verschoben eingestellt.
Der geometrische Sachverhalt ist in FIG. 6 veranschaulicht. In der linken Bildhälfte ist ein symmetrisch ausgelegtes LCD-Display 70 dargestellt. Eine zufriedenstellende Bildqualität wird bei Betrachtung mit einem Blickwinkel innerhalb des markierten Bereiches erreicht. Außerhalb dieses Bereiches machen sich Farbverschiebungen, reduzierter Kontrast und reduzierte Helligkeit stark störend bemerkbar. Der beste Blickwinkel ergibt sich bei Betrachtung in Richtung der Winkelhalbierenden des definierten Winkelbereiches, sprich in Richtung senkrecht zur (ebenen) Bildschirmoberfläche. Bei den üblicherweise zur Verwendung in Notebooks vorgesehenen, aufgrund der Fertigung in besonders großen Stückzahlen vergleichsweise kosten- günstig verfügbaren LDC-Displays ist der beste Blickwinkel hingegen in einem Win-
kel von beispielsweise 20 bis 50 Grad gegenüber der Orthogonalen geneigt, was in der rechten Bildhälfte dargestellt ist. Dies wird wie bereits erwähnt unter anderem durch eine gegenüber der symmetrischen Auslegung verschobene Gamma- Kennlinie, die in der Ansteuerungshardware implementiert ist, erreicht.
Für die Anwendung in 3D-tauglichen Mehrlagen-Displays ist diese verschobene Gamma-Kennlinie aber extrem störend, da durch die unterschiedlichen Positionen, Polarisationsebenen und vom Blickwinkel abhängigen Transfer-Funktionen in den beteiligten Flüssigkristallzellen, Polarisatoren und den sich in Summe ausbildenden maximal verfügbaren bzw. nutzbaren Blickwinkeln die Funktionalität in Bezug auf Kontrast, Farbdarstellung, optische Artefakte und Gesamthelligkeit das Gesamtsystem damit massiv eingeschränkt wird.
Um dies zu vermeiden, ist erfindungsgemäß vorgesehen, die resultierende Gamma- Kennlinie wieder so einzustellen, dass die für die ursprüngliche Funktion in Notebooks benötigte Verschiebung kompensiert oder rückgängig gemacht wird. Dies ist prinzipiell über zumindest zwei Wege erreichbar: Nämlich erstens über eine Modifikation der einzelnen verwendeten Flüssigkristallbildschirme individuell, was entsprechend aufwendig und kosten intensiv ist. Oder zweitens mittels einer geeigneten Manipulation der Display-Ansteuerungsdaten - ähnlich einer gesteuerten Vorverzerrung, die man aus der Audiodaten-Übertragung kennt, um Übertragungskennlinien zu egalisieren - ohne individuelle Modifikation der einzelnen verwendeten Flüssigkristallbildschirme. Da die verwendeten Flüssigkristallbildschirme digitale Baugruppen sind, deren Anzeige-Informationen mittels zeit-sequenzieller Datenströme zuge- führt werden, die dann nacheinander jeden einzelnen Bildpunkt steuern, lässt sich damit auch eine Bildpunkt-genaue Manipulation der Anzeigedaten darstellen und damit auch eine Bildpunkt-genau zugeordnete Korrektur der Gamma-Kennlinie durchführen. Damit lässt sich nicht nur die Korrektur der Gamma-Kennlinie realisieren, sondern auch eine Kompensation aller im optischen Pfad befindlichen Kompo- nenten - wie etwa die Polarisatoren - und der durch sie hervorgerufenen optischen
Artefakte bewerkstelligen oder zumindest deutlich vereinfachen. Diese hier beschriebene Korrektur ist besonders für Mehrlagen-Displays mit mehr als zwei Ebenen und den Einsatz oben genannter frei verfügbarer, kostengünstiger Notebook- Flüssigkristallbildschirme vorteilhaft, um akzeptable optische Ergebnisse erzielen zu können.
Der Sachverhalt ist in FIG. 7 veranschaulicht: In der oberen Bildhälfte ist ein LCD- Display 70 dargestellt, das über eine Schnittstelle 72 mit einem zugehörigen Bildrechner 74 verbunden ist und von diesem angesteuert wird. Ein in dem Bildrechner 74 in digitaler Form gespeichertes Ursprungsbild S wird auf dem LCD-Display 70 derart angezeigt, dass ein Betrachter 8 bei Betrachtung der Display-Oberfläche unter einem Neigungswinkel gegenüber der Orthogonalen ein im Hinblick auf seine physiologische Wahrnehmung optimiertes Abbild f(S) sieht. Bei Betrachtung in Richtung der Orthogonalen hingegen nimmt der Betrachter gewissermaßen ein hinsicht- lieh Farbe, Helligkeit, Kontrast und ggf. weiterer optischer Parameter„verzerrtes" Abbild f*(S) wahr. Um diesen störenden Einfluss zu eliminieren und eine unverfälschte Betrachtung aus senkrechter Richtung zu ermöglichen, ist bei der in der unteren Bildhälfte dargestellten Erweiterung der Bildrechner 74 mit einem Korrekturmodul 76 ausgestattet, welches das Ursprungsbild S zunächst unter Anwendung einer geeigneten Abbildungsvorschrift auf ein Bild g(S) abbildet, das dann über die Schnittstelle 72 dem LCD-Display zur Anzeige zugeführt wird. Die Abbildungsvorschrift S - *g(S) ist derart beschaffen, dass das vom Betrachter 8 bei Betrachtung aus senkrechter Blickrichtung wahrgenommene Bild f*(g(S)) hinsichtlich Farbe, Helligkeit und Kontrast möglichst gut mit dem ursprünglich - ohne Einbeziehung des Kor- rekturmoduls 76 - unter dem Blickwinkel α sichtbaren Abbild f(S) übereinstimmt, das heißt f*(g(S)) = f(S).
Damit wird quasi durch geeignete„Vorverzerrung" bei der elektronischen Bildaufbereitung der späteren„Verzerrung" bei der Bildwiedergabe entgegengewirkt. Die dazu notwendige, vom Neigungswinkel α abhängige Abbildungsvorschrift S—► g(S)
kann beispielsweise durch Bestimmung und Invertierung der Funktion f(S) und/oder f*(S) und ggf. weiterer funktionaler Zusammenhänge erhalten werden. Dies kann beispielsweise unter Zuhilfenahme physikalisch-mathematischer Modelle näherungsweise analytisch oder auch empirisch durch Vergleich entsprechender Mess- daten bei unterschiedlichen Neigungswinkeln α erfolgen. Darüber hinaus lassen sich auf diese Weise, wie oben bereits erwähnt, auch andere Bildartefakte, die auf die verschiedenen Komponenten im optischen Pfad (etwa die Polarisationsfilter) zurückgehen, kompensieren. Die zur Vorverzerrung oder allgemeiner Vorbearbeitung eingesetzte Abbildungsvorschrift kann dabei in dem Korrekturmodul 76 in üb- licher Weise nach Art eines lokalen oder globalen digitalen Filters bzw. als Verknüpfung mehrerer solcher Filter implementiert sein. Vorteilhafterweise wird diese Technik für jeden der hintereinander angeordneten Flüssigkristallbildschirme eines Mehrlagen-Displays angewendet. Weitere vorteilhafte Aspekte der Erfindung betreffen die Verwendung von selbstleuchtenden, emissiven Bildschirmen in Mehrlagen-Konfigurationen, unter anderem in Kombination mit den bislang beschriebenen rein transmissiven Bildschirmen, z. B. vom Typ LCD. Eine spezielle Ausführungsform und Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung richtet sich in diesem Zusammenhang auf die Verwendung von O- LEDs (Organic Light Emitting Diode) in Bildschirmen zur Verbesserung des SD- Effekts.
Eine Kombination der nachfolgend beschriebenen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung mit allen oder bestimmten Merkmalen der zuvor beschriebenen Aus- führungsformen führt zu einer Verstärkung der Einzeleffekte und des Gesamteffekts und ist ausdrücklich Bestandteil der vorliegenden Erfindung. Besonders vorteilhaft ist es, wenn auch die emissiven Bildschirmlagen in der Weise eingesetzt und ggf. mit anderen Lagen kombiniert werden, dass möglichst im gesamten optischen Weg der 3 D-Bildanzeigevorrichtung polarisiertes Licht„verarbeitet" wird und eine Depo- larisation, etwa durch optische Diffusion, möglichst vermieden wird.
Wenn der vordere Bildschirm selbst Licht emittiert, d.h. nicht auf eine Hintergrundbeleuchtung zur Bilderzeugung angewiesen ist, aber dennoch - insbesondere im
Wellenlängenbereich sichtbaren Lichtes - derart optisch transparent (d.h. durchsichtig) ist, dass er das vom hinteren Bildschirm erzeugt Bild in wahrnehmbarer Weise durchscheinen lässt, ergeben sich völlig neue Möglichkeiten der Zwei- oder Mehrlagen-Bilddarstellung und der zugehörigen elektronischen Ansteuerung. Insbesonde- re ist es dann möglich, ein helles Vordergrundobjekt auf der vorderen Bildschirmebene darzustellen, selbst wenn das Hintergrundbild auf der hinteren Bildschirmebene über die gesamte Bildschirmausdehnung hinweg vollkommen dunkel ist. Entsprechendes gilt für die Farbdarstellung, wenn der vordere Bildschirm in der Lage ist, farbiges Licht zu emittieren, also beispielsweise bei der Wiedergabe eines inten- siv grün leuchtenden Vordergrundobjektes vor einem intensiv roten Hintergrundbild.
In besonders vorteilhafter Ausgestaltung ist der vordere Bildschirm ein OLED- Bildschirm, beruht also auf der Technik organischer Leuchtdioden (OLEDs), die insbesondere als Dünnschichtelemente unter Verwendung organischer halbleitender Materialien gefertigt sind, und die matrixartig zu einem Bildschirm mit einzeln ansteuerbaren Pixeln zusammengefasst sind. Derartige Bildschirme haben vergleichsweise geringe Reaktionszeiten und erzeugen aufgrund ihrer hohen Energieeffizienz im Betrieb nur relativ wenig Abwärme.
Mit zunehmend besser werdender Kapselung der elementaren Bildzellen ist künftig auch eine hohe Lebensdauer der OLEDs mit geringen Alterungserscheinungen zu erwarten. Vor allem aber ist es mittlerweile möglich, hochgradig transparente O- LED-Schichten und dementsprechend auch Bildschirme zu fertigen, die - zumindest im nicht emittierenden Zustand - von hinten durchscheinendes Licht nur wenig in seiner Intensität abschwächen. Gerade diese Eigenschaft, die in anderen Zusammenhängen störend sein kann, erweist sich bei den vorderen Lagen eines Multilay- er-Displays als vorteilhaft, da das Hintergrundbild eine nur vergleichsweise geringe Helligkeit besitzen muss und trotzdem gut durch den vorderen Bildschirm hindurch wahrnehmbar ist.
Als mögliche erfindungsgemäße Alternativen zu OLED-Bildschirmen seien LED- Bildschirme, Plasmabildschirme (PDPs), Feldemissionsbildschirme (FEDs), Elektro- lumineszenz-Bildschirme (ELs) und oberflächenleitende Elektronen-Emitter- Bildschirme (SEDs) genannt, sofern diese entsprechend transparent ausgelegt und gefertigt sind.
Selbst wenn die emittierenden Elementarzellen dieser Bildschirmtypen nicht die gewünschte optische Transparenz aufweisen sollten, so kann man - unter Inkaufnahme einer entsprechend geringeren Pixeldichte und einer dementsprechend ge- ringeren Auflösung - vergleichsweise hoch transparente Zwischenräume von geeigneter Ausdehnung zwischen den Elementarzellen vorsehen, so dass insgesamt doch noch relativ viel Licht aus der hinteren Bildschirmlage durch die derartig gestaltete vordere Bildschirmlage hindurchtreten kann und das Hintergrundbild als solches wahrnehmbar bleibt. Zusätzlich oder alternativ können auch geeignet gestaltete A- perturen (freie Öffnungen) in dem jeweiligen Bildschirm der vorderen Lagen vorhanden sein, etwa in Form flächig ausgedehnter pixelfreier Bereiche oder dergleichen.
Weiterhin kann mit Hilfe geeigneter optischer Vorrichtungen wie z.B. Linsen, Pris- men-, und/oder Spiegelsystemen eine Lichtumlenkung um optisch undurchlässige Bildschirmbereiche der vorderen Bildschirmlage(n) herum vorgesehen sein, so dass die ohne derartige Maßnahmen blockierten Lichtanteile dennoch genutzt werden können. In einer möglichen Variante der vorliegenden Erfindung ist der hintere Bildschirm ein nicht-emissiver Bildschirm, der im Betrieb von einer hinter ihm angeordneten Lichtquelle durchleuchtet wird. Insbesondere kann es sich dabei um einen Flüssigkristallbildschirm (LCD) oder Dünnschichttransistorbildschirm (TFT) mit LED- Hintergrundbeleuchtung (LED-Backlight) handeln. Vorteilhafterweise wird jedoch eine Plasma-basierende Lichtquelle auf der Grundlage von Exciplex-Anregung verwendet, um entsprechende Lichtverteilung, Leuchtdichte, spektrale Vollständigkeit und Effizienz zu erreichen. Unter Exciplexen versteht man insbesondere metastabile Aggregate oder Komplexe aus zwei oder mehr Atomen oder Molekülen, insbesondere mit ungleichen Partnern. Alternativ können beispielsweise Kaltkathoden röhren, Elektrolumineszenz-Folien oder sonstige Leuchtmittel zur Hintergrundbeleuchtung verwendet werden. Eine weitere Variante der vorliegenden Erfindung ist die als Edge-Light bekannt gewordene Beleuchtung, die vom Bildschirmrand ausgeht und gegebenenfalls über Lichtwellenleiter in die Fläche verteilt wird.
In einer alternativen Variante ist der hintere Bildschirm ebenfalls ein emissiver Bildschirm, insbesondere ein OLED-Bildschirm oder ein Plasma-Bildschirm oder ein EL- Bildschirm. Es ist im Sinne der Erfindung und vom Anspruchswortlaut umfasst, eine Bildanzeigevorrichtung mit drei oder mehr Lagen von hintereinander angeordneten Bildschirmen bereitzustellen, wobei zumindest einer der vor dem hintersten Bildschirm angeordneten Bildschirme ein emissiver Bildschirm im oben genannten Sinne ist. Vorteilhafterweise gilt dies für alle vor dem hintersten Bildschirm angeordneten Bildschirme und gegebenenfalls auch für den hintersten Bildschirm. Es ist aber beispielsweise auch möglich, emissive und nicht-emissive Bildschirme abwechselnd (alternierend) anzuordnen oder andere Kombinationen und Abfolgen zu wählen. In einer Abwandlung der Grundidee könnte einer der weiter hinten liegenden Bildschirme anstelle von / neben sichtbarem Licht auch Licht in einem Wellenlängenbereich außerhalb des sichtbaren Spektrums emittieren, welches von einem vor ihm liegenden Bildschirm zumindest teilweise durchgelassen und dabei in sichtbares Licht umgewandelt wird.
Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass durch die selbstleuchtende und zugleich überwiegend durchsichtige Ausgestaltung zumindest eines der vorderen Bildschirme in einem Multilayer-Display grundlegende Limitierungen bestehender LCD-Systeme aufgehoben werden und neuartige Möglichkeiten für ausgesprochen leuchtkräftige, kontrastreiche und farbintensive 3 D-Darstellungen mit Parallaxeneffekt geschaffen werden, ohne dass es dazu besonders heller separater Lichtquellen zur Hintergrundbeleuchtung bedarf.
Gemeinsam ist den Bildschirmen solcher Technologien, dass sie beim Einsatz als vordere Bildschirme zumindest teilweise für die Bildinformationen der hinteren
Bildschirme zumindest anteilig durchlässig sein müssen - etwa durch entsprechende Transparenz, anteilige Apertur oder Apertur-Muster, oder mittels geeigneter optischer Vorrichtungen wie z. B. Linsen-, Prismen-, und/oder Spiegelsystemen. Beim Einsatz von mehr als zwei Lagen ist damit eine tatsächlich volumetrische Bilddar- Stellung erreichbar, bei der jeder Betrachter aus unterschiedlichen Winkeln unterschiedliche Bildinformationen abhängig vom Betrachtungswinkel zeitgleich ohne
weitere Hilfsmittel wie optische Barrieren, (Shutter-) Brillen, Polarisationsfilter, Eye- Tracking oder dergleichen erhält, deren Tiefenauflösung maßgeblich von der Anzahl der verwendeten Bildschirmlagen abhängt.
Verschiedene weitere Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen in jeweils schematischer und stark vereinfachter Darstellung:
FIG. 8 eine Zweilagen-Bildanzeigevorrichtung gemäß einer ersten Variante der Erfindung,
FIG. 9 eine Zweilagen-Bildanzeigevorrichtung gemäß einer zweiten Variante der Erfindung, und
FIG. 10 eine Dreilagen-Bildanzeigevorrichtung als ein Beispiel für eine weitere
Variante der Erfindung.
Die in FIG. 8 in einem Querschnitt dargestellte Zweilagen-Bildanzeigevorrichtung 102 weist in Blickrichtung des Betrachters 104 gesehen einen vorderen Bildschirm 106 und einen hinteren Bildschirm 108 mit im Wesentlichen gleichen Abmessungen auf, die in einem Abstand d hintereinander angeordnet sind. Die beiden Bildschirme 106, 108 sind derart fluchtend hintereinander angeordnet, dass das vom hinteren Bildschirm 108 erzeugte Hintergrundbild durch den vorderen Bildschirm 106 hindurch für den Betrachter 104 sichtbar ist. Dabei legen sich auf dem vorderen Bildschirm 106 dargestellte Vordergrundbilder bzw. Vordergrundobjekte gewissermaßen über bzw. vor das Hintergrundbild, so dass - jedenfalls bei sich bewegenden Motiven - der Eindruck einer 3 D-Darstellung mit räumlicher Tiefe und mit Parallaxeneffekt entsteht. Bei der in FIG. 8 dargestellten Variante ist der hintere Bildschirm 108 ein LCD- Bildschirm, der durch eine hinter ihm angeordnete Lichtquelle 1 10, etwa in Gestalt eines LED-Panels, vorzugsweise jedoch über eine auf Exciplex-Anregung beruhende Plasmalichtquelle beleuchtet wird. Der hintere Bildschirm ist 108 also nicht selbstleuchtend, sondern stellt gewissermaßen ein Array von einzeln ansteuerbaren Farb- filtern dar, die mehr oder weniger viel Licht entsprechender Farbe von der Lichtquelle 1 10 in Richtung zum Betrachter 104 hin durchlassen, wodurch bei hinrei-
chendem Beobachtungsabstand in bekannter Weise der gewünschte Bildeindruck entsteht. Der vordere Bildschirm 106 hingegen ist als selbstleuchtender, optisch transparenter OLED-Bildschirm mit einem Array von einzeln ansteuerbaren organischen Leuchtdioden mit geeigneter Emissionswellenlänge, sprich Farbe ausgelegt. Für die Erzeugung des Vordergrundbildes ist es daher nicht erforderlich, dass der hintere Bildschirm 108 Licht von der Lichtquelle 1 10 hindurchlässt. Vielmehr kann das Hintergrundbild auch vollkommen dunkel sein. Wenn jedoch ein Hintergrundbild von entsprechender Helligkeit vorhanden ist, dann scheint es aufgrund der optischen Transparenz des vorderen Bildschirms 106 durch diesen hindurch, und ist umso mehr wahrnehmbar, je geringer die dortige lokale Emissionsleistung ist. Durch geeignete Aufbereitung des Vordergrundbildes und des Hintergrundbildes in einem den beiden Bildschirmen 1 06, 108 vorgeschalteten Bildrechner 1 12, der Teil der Bildanzeigevorrichtung 102 oder auch von ihr separiert sein kann, lassen sich damit komplexe 3 D-Szenarien darstellen.
Die in FIG. 9 dargestellte Variante unterscheidet sich von derjenigen in FIG. 8 dadurch, dass der hintere Bildschirm 108 selbst ein emissiver Bildschirm ist, beispielsweise ein OLED-Bildschirm oder ein Plasmabildschirm. Eine separate Lichtquelle zur Hinterleuchtung wird daher nicht benötigt. Der Bildrechner 1 12 ist in dieser Darstellung weggelassen worden.
In FIG. 10 schließlich ist als weiteres Beispiel eine Dreilagen- Bildanzeigevorrichtung 102 mit einem hinteren Bildschirm 108 und zwei davor liegenden Bildschirmen 106, 106' dargestellt, wobei zumindest einer der beiden vor- deren Bildschirme 106, 106' ein optisch transparenter, selbstleuchtender Bildschirm im oben genannten Sinne ist. Insbesondere können beide vorderen Bildschirme 106, 106' transparent und selbstleuchtend sein.
Selbstverständlich können auch noch weitere Display-Lagen vorgesehen sein.
Eine Kombination der nachfolgend beschriebenen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung mit allen oder bestimmten Merkmalen der zuvor beschriebenen Ausführungsformen führt zu einer Verstärkung der Einzeleffekte und des Gesamteffekts und ist ausdrücklich Bestandteil der vorliegenden Erfindung. Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung hat die erfindungsgemäße Mehrlagen-Bildanzeigevorrichtung zumindest folgende entlang
einer Längserstreckungsrichtung von hinten nach vorne in dieser Reihenfolge angeordneten Komponenten: eine Lichtquelle, eine erste Flüssigkristallschicht, eine zweite Flüssigkristallschicht, wobei der ersten Flüssigkristallschicht mindestens ein Polarisationsfilter beigeordnet ist und die zweite Flüssigkristallschicht mindestens ein Polarisationsfilter beigeordnet ist, wobei das Licht der Lichtquelle ferner durch mindestens ein optisches und/oder elektro-optisches Retardationselement geleitet wird, bevor es einen Betrachter 8 erreicht.
Vorteilhafterweise ist das mindestens eine optische und/oder elektro-optische Retar- dationselement mindestens einem Polarisationsfilter beigeordnet und genügt einer Retardationsfunktion f(x), die die notwendige Bedingung erfüllt, dass die Laufzeitdifferenz entweder gleich null ist oder einem ganzzahligen Vielfachen n der Wellenlänge λ, d.h. η*λ entspricht. Vorteilhafterweise besteht das Retardationselement aus einem flächigen, forminstabilen und transparenten Element, beispielsweise einer Folie.
Vorteilhafterweise besteht das Retardationselement aus einem Signal verarbeitenden elektronischen Bauteil.
Vorteilhafterweise besteht das Retardationselement aus einer elektronischen Steuerung, die eine Verzögern der Laufzeit durch das Retardationselement ermöglicht.
Vorteilhafterweise ist zwischen dem ersten und zweiten Flüssigkristallbildschirm eine Luftschicht vorgesehen ist, die zwischen 1 und 10.000 pm beträgt.
Vier bevorzugte Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung werden näher erläutert.
Figur 1 1 zeigt eine Darstellung einer erfindungsgemäßen Bildanzeigevorrichtung, in der die jeweiligen Funktionsschichten schematisch dargestellt sind.
Bei einer ersten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist der erste Flüssigkristallschirm 214 auf seinen beiden flächigen Seiten ein Polarisationsfilter 210, 212 auf. Die Effizienz dieser vorderen Polarisationsfilter 210, 212 beträgt mindestens 40% und bevorzugter Weise 50%. Die Dicke der Polarisationsfilter 210, 212 liegt zwischen 100 μιτι und 350 μιη. Einer der beiden Polarisationsfilter 210, 212, vorzugsweise der in Durchstrahlungsrichtung 54 zweite Polarisationsfilter 212 weist ferner ein Retardationselement 230 auf, das vorzugsweise aus einem folienartigen Material besteht. Die Dicke dieses Retardationseiements 230, das auch als Laufzeitfolie bezeichnet wird, liegt vorzugsweise zwischen 5 pm und 500 μητι. Die Laufzeitdifferenz dieses Retardationseiements 230 beträgt vorzugsweise λ/4. Die zweite Flüssigkristallschicht dieser ersten bevorzugten Ausführungsform ist durch einen Luftspalt 250, der vorzugsweise zwischen 1 m und 10.000 μιη liegt getrennt. Die zweite Flüssigkristallbildschicht weist lediglich am Ende der Durchstrahlungsrichtung 54 einen Polarisationsfilter 222 auf, der ebenfalls mit einem Retardationselement 260 versehen ist. Die Dicke der Polarisationsfilter 222 beträgt zwischen 100μιη und 350 μηη. Die Laufzeitdifferenz dieses zirkulären Polarisationsfilters 260 genügt der Retardationsfunktion f(x) und hat die resultierte Wellenlänger λ χ, zur Folge. Der Nenner x, ist so zu bemessen, dass die Laufzeitdifferenz aller optischer Schichten entweder 0 ist oder einem Vielfachen n von λ entspricht. Die Dicke der beiden Flüssigkristallschichten liegt jeweils zwischen 600μιη und
2.500μιη. Die gesamte Mehrlagen-Bildanzeigevorrichtung dieser Ausführungsform umfasst somit drei Polarisationsfilter 210, 212, 222, zwei Bildschirme und zwei Re- tardationselemente 230 und 260. Die Dicke der gesamten Anordnung liegt zwischen 1.505μιη und 17.050μηη.
Bei einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist die erste Flüssigkristallbildschirm den selben Aufbau auf, wie im ersten Ausführungsbeispiel. Der zweite Flüssigkristallbildschirm weist nunmehr auf seinen beiden flächigen Seiten jeweils einen Polarisationsfilter 220 und ein Retardationselement 221 auf. Das erste Retardationselement 221 in Durchstrahlungsrichtung 54 weist eine Laufzeitdifferenz von λ/4 auf und das zweite Retardationselement weist eine Laufzeitdifferenz von λ/χ2 auf. Der Nenner x2 ist dabei so zu bemessen, dass die Laufzeitdifferenz aller optischer Schichten entweder 0 ist oder einem Vielfachen n von λ entspricht.
Bei einer dritten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist der erste Flüssigkristallbildschirm auf seinen beiden flächigen Seiten einen Polarisationsfilter 210, 212 auf. Zwischen dem ersten und zweiten Flüssigkristallbildschirm ist eine Retardationsschicht 230 angeordnet, die eine Verzögerung bzw. Differenz von λ/2 aufweist. Der zweite Flüssigkristallbildschirm weist auf seinen beiden flächigen Seiten einen Polarisationsfilter 220, 222 und an der dem ersten Flüssigkristallbildschirm abgewandten Seite ein Retardationselement 260 mit einer Laufzeitdifferenz von A/x3 auf. Der Nenner x3 ist dabei so zu bemessen, dass die Kompensation aller optischer Schichten entweder 0 ist oder einem Vielfachen n von λ entspricht.
Bei einer vierten bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung weist der erste Flüssigkristallbiidschirm auf seinen beiden flächigen Seiten einen Polarisationsfilter auf. Zwischen dem ersten und zweiten Flüssigkristallbiidschirm ist eine Retardationsschicht angeordnet, die eine Verzögerung bzw. Differenz von λ/2 aufweist. Der zweite Flüssigkristallbiidschirm weist lediglich auf der dem ersten Flüssigkristallbiidschirm abgewandten Seite einen Polarisationsfilter mit Retardationselement und Laufzeitdifferenz von X/x4 auf. Der Nenner x4 ist dabei so zu bemessen, dass die Kompensation aller optischer Schichten entweder 0 ist oder einem Vielfa- chen n von λ entspricht.
Der Frequenzbereich für den linearen Polarisationsfilter 210, 212, 220, 222 und zirkulären Polarisationsfilter 212, 230; 220, 221 ; 222, 260 liegt jeweils zwischen 400 und 700 μηη.
Die unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten der obigen vier bevorzugten Ausführungsformen sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst. Die oberste Zeile gibt die Bezugsziffern der einzelnen Schichten 1 bis 4 wieder. Zeile 2 liest sich beispielsweise wie folgt: Es wird ein Polarisationsfilter 210 neben der Flüssig- kristallschicht 214 verwendet. Ferner schließt sich auf der anderen Seite der Flüssigkristallschicht 214 ein Polarisationsfilter 212 und ein Retardationselement 230 an. Nach der Luftschicht 250 folgt ein weiteres Polarisationsfilter 220 mit einem Retardationselement 221 . Schließlich folgt der Flüssigkristallschicht 224 ein Polarisationsfilter 222 mit einem Retardationselement 260.
Zeile 5 enthält die jeweiligen Dicken der einzelnen Schichten in μητι.
210 214 212 230 250 220 221 224 222 260
1 Pol. LCD Pol. λ/4 Luft ./. ./. LCD Pol. λ/χ,
2 Pol. LCD Pol. λ/4 Luft Pol. λ/4 LCD Pol. λ/χ2
3 Pol. LCD Pol. Luft Pol. ./. LCD Pol. λ/χ3
4 Pol. LCD Pol. Luft ./. ./. LCD Pol. λ/χ4
Dicke 100- 600- 100- 5- 0- 100- 5- 600- 100- 0- [μπτι] 350 2500 350 500 1000 350 500 2500 350 500
Bezugszeichen liste
2 Bildanzeigevorrichtung
4 hinterer Flüssigkristallbildschirm
6 vorderer Flüssigkristallbildschirm
8 Betrachter
10 hinterer Polarisationsfilter
12 vorderer Polarisationsfilter
14 Flüssigkristall
16 Lichtquelle
18 Elektrode
20, 20' hinterer Polarisationsfilter
22, 22' vorderer Polarisationsfilter
24 Flüssigkristall
26 Depolarisationsfilter
28 Elektrode
30 Schnittstelle
32 Schnittstelle
34 Rückseite
36 Rückseite
38 Vorderseite
40 Vorderseite
42 Spiegelungseinheit
44 Bildmittellinie
46 Bildrechner
48 Hintergrundbild
50 Vordergrundbild
52 Schnittstelle
Längserstreckungsrichtung reflektiver Polarisator
70 LCD-Display
72 Schnittstelle
74 Bildrechner
76 Korrekturmodul
102 Bildanzeigevorrichtu
104 Betrachter
106, 106'vorderer Bildschirm
108 hinterer Bildschirm
1 10 Lichtquelle
1 12 Bildrechner
210 Polarisationsfilter
212 Polarisationsfilter
214 Flüssigkristallschicht
220 Polarisationsfilter
221 Retardationselement
222 Polarisationsfilter
224 Flüssigkristallschicht
230 Retardationselement
250 Gas (Luft)
260 Retardationselement d Abstand
A Achse
B Achse
U Zellspannung
V Zellspannung