Verbindungen für organische Eiektrolumineszenzvorrichtungen
Die vorliegende Erfindung betrifft Materialien für die Verwendung in elektronischen Vorrichtungen, Verfahren zur Herstellung dieser Materialien sowie elektronische Vorrichtunen, insbesondere organische Elektrolumi- neszenzvorrichtungen, enthaltend diese Materialien.
Der Aufbau organischer Elektrolumineszenzvorrichtungen (OLEDs), in denen organische Halbleiter als funktionelle Materialien eingesetzt werden, ist beispielsweise in US 4539507, US 5151629, EP 0676461 und
WO 98/27 36 beschrieben. Als emittierende Materialien werden hierbei zunehmend metallorganische Komplexe eingesetzt, die Phosphoreszenz statt Fluoreszenz zeigen (M. A. Baldo et al., Appl. Phys. Lett. 1999, 75, 4- 6). Aus quantenmechanischen Gründen ist unter Verwendung metallorganischer Verbindungen als Phosphoreszenzemitter eine bis zu vierfache Energie- und Leistungseffizienz möglich. Generell gibt es bei
OLEDs, insbesondere auch bei OLEDs, die Triplettemission zeigen, jedoch immer noch Verbesserungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf Effizienz, Betriebsspannung und Lebensdauer. Dies gilt insbesondere für OLEDs, welche im kürzerwelligen Bereich, also grün oder blau, emittieren.
Die Eigenschaften phosphoreszierender OLEDs werden nicht nur von den eingesetzten Triplettemittern bestimmt. Hier sind insbesondere auch die anderen verwendeten Materialien, wie Matrixmaterialien, Lochblockiermaterialien, Elektronentransportmaterialien, Lochtransportmaterialien und Elektronen- bzw. Exzitonenblockiermaterialien von besonderer Bedeutung. Verbesserungen dieser Materialien können somit auch zu deutlichen Verbesserungen der OLED-Eigenschaften führen. Auch für fluoreszierende OLEDs gibt es bei diesen Materialien noch Verbesserungsbedarf.
Gemäß dem Stand der Technik werden unter anderem Ketone (z. B.
gemäß WO 2004/093207 oder WO 2010/006680) als Matrixmaterialien für phosphoreszierende Emitter verwendet. Weiterhin sind als Matrixmaterialien für phosphoreszierende Emitter Boronsäurederivate (z. B.
gemäß WO 2006/1 17052) oder Diazaphospholderivate (z. B. gemäß WO 2010/054730) bekannt.
Allerdings besteht bei Verwendung all dieser Matrixmaterialien ebenso wie bei anderen Matrixmaterialien noch Verbesserungsbedarf, insbesondere in Bezug auf die Effizienz und die Lebensdauer der Vorrichtung.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Bereitstellung von Verbindungen, welche sich für den Einsatz in einer fluoreszierenden oder phosphoreszierenden OLED, insbesondere einer phosphoreszierenden OLED, eignen, beispielsweise als Matrixmaterial oder als Lochtransport-/
Elektronenblockiermaterial bzw. Exzitonenblockiermaterial oder als Elektronentransport- bzw. Lochblockiermaterial. Insbesondere ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, Matrixmaterialien bereitzustellen, welche sich potenziell auch für blau und grün phosphoreszierende OLEDs eignen.
Überraschend wurde gefunden, dass die unten näher beschriebenen Verbindungen diese Aufgabe lösen und zu Verbesserungen der organischen Elektrolumineszenzvorrichtung führen, insbesondere hinsichtlich der Lebensdauer, der Effizienz und/oder der Betriebsspannung. Dies gilt insbesondere bei Einsatz der erfindungsgemäßen Verbindungen als Matrixmaterial. Dabei wurde insbesondere gefunden, dass die erfindungsgemäßen Verbindungen bessere Ergebnisse ergeben als die in WO 2006/117052 beschriebenen Boronsäurederivate. Diese Verbindungen sowie organische Elektrolumineszenzvorrichtungen, welche derartige Verbindungen enthalten, sind daher der Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Verbindung gemäß der folgenden Formel (1),
Formel (1),
wobei für die verwendeten Symbole und Indizes gilt:
A-A ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten eine Einheit der folgenden Formel (2), (3), (4), (5), (6), (7) oder (8),
Formel 2) Formel 3) Formel (4)
Formel (8) wobei die gestrichelte Bindung jeweils die Verknüpfung mit N bzw. Y darstellt;
Y ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten N-R2, O oder S;
Ar1, Ar2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 5 bis 18 aromatischen Ringatomen, welche durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann;
ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 5 bis 14 aromatischen Ringatomen, welche durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann; ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden eine Einfachbindung oder ein bivalentes aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, das durch einen oder mehrere Reste R substituiert sein kann; ist eine Einfachbindung oder eine bivalente, trivalente oder tetra- valente Gruppe; ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, F, Cl, Br, I, CN, NO2> N(R3)2, C(=0)R3, einer geradkettigen Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkylgruppe mit 1 bis 40 C-Atomen oder einer verzweigten oder cyclischen Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkylgruppe mit 3 bis 40 C-Atomen oder einer Alkenyl- oder Alkinylgruppe mit 2 bis 40 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht-benachbarte CH2-Gruppen durch R3C=CR3, C=C, Si(R3)2, Ge(R3)2, Sn(R3)2> C=0, C=S, C=Se, C=NR3, P(=0)(R3), SO, SO2, NR3, O, S oder CONR3 ersetzt sein können und wobei ein oder mehrere H-Atome durch D, F, Cl, Br, I, CN oder NO2 ersetzt sein können, einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 60 aromatischen Ringatomen, das jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, einer Aryloxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 60 aromatischen Ringatomen, die mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, oder einer Kombination dieser Systeme, wobei optional zwei oder mehr benachbarte Substituenten R ein monocyclisches oder polycyclisches, aliphatisches, aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem bilden können, das mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann; ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 40
C-Atomen oder einer verzweigten oder cyclischen Alkylgruppe mit 3 bis 40 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht-benachbarte CH2-Gruppen durch R3C=CR3, C^C oder C=0 ersetzt sein können und wobei ein oder mehrere H-Atome durch D, F, Cl, Br, I, CN oder NO2 ersetzt sein können, einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 60 aromatischen Ringatomen, das jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, oder einer Kombination dieser Systeme; dabei können optional solche R1 und R2, die in 1 ,2-Position zueinander benachbart stehen, ein monocyclisches oder polycyclisches, aliphatisches, aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem bilden, das mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein;
R3 ist ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, F, CN, aliphatischem Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 20 C-Atomen, aromatischem oder heteroaromatischem Ringsystem mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, in dem ein oder mehrere H-Atome durch D, F, Cl, Br, I oder CN ersetzt sein können, wobei zwei oder mehr benachbarte Substituenten R3 miteinander ein mono- oder polycyclisches, aliphatisches, aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem bilden können; n ist 1 , 2, 3, 4, 5 oder 6; m ist 1 , wenn L3 eine Einfachbindung oder eine bivalente Gruppe ist, oder ist 2, wenn L3 eine trivalente Gruppe ist, oder ist 3, wenn L3 eine tetravalente Gruppe ist; dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Gruppe Ar1 vorhanden ist, die für eine Heteroarylgruppe mit 5 bis 18 aromatischen Ringatomen steht, welche auch durch einen oder mehrere Reste R substituiert sein kann, oder dass mindestens eine Gruppe Ar2 vorhanden ist, die für eine elektronenarme Heteroarylgruppe mit 5 bis 18 aromatischen Ringatomen steht.
Eine Arylgruppe im Sinne dieser Erfindung enthält 6 bis 60 C-Atome; eine Heteroarylgruppe im Sinne dieser Erfindung enthält 2 bis 60 C-Atome und mindestens ein Heteroatom, mit der Maßgabe, dass die Summe aus C-Atomen und Heteroatomen mindestens 5 ergibt. Die Heteroatome sind bevorzugt ausgewählt aus N, O und/oder S. Dabei wird unter einer Arylgruppe bzw. Heteroarylgruppe entweder ein einfacher aromatischer Cyclus, also Benzol, bzw. ein einfacher heteroaromatischer Cyclus, beispielsweise Pyridin, Pyrimidin, Thiophen, etc., oder eine kondensierte (anellierte) Aryl- oder Heteroarylgruppe, beispielsweise Naphthalin, Anthracen, Phenanthren, Chinolin, Isochinolin, etc., verstanden. Miteinander durch Einfachbindung verknüpfte Aromaten, wie zum Beispiel Biphenyl, werden dagegen nicht als Aryl- oder Heteroarylgruppe, sondern als aromatisches Ringsystem bezeichnet.
Eine elektronenarme Heteroarylgruppe im Sinne der vorliegenden
Erfindung ist definiert als 5-Ring-Heteroarylgruppe mit mindestens zwei Heteroatomen, beispielsweise Imidazol, Oxazol, Oxadiazol, etc., oder als 6-Ring-Heteroarylgruppe mit mindestens einem Heteroatom, beispielsweise Pyridin, Pyrimidin, Pyrazin, Triazin, etc.. Dabei können an diese Gruppen auch noch weitere 6-Ring-Aryl- oder 6-Ring-Heteroarylgruppen ankondensiert sein, wie dies beispielsweise in Benzimidazol, Chinolin oder Phenanthrolin der Fall ist.
Ein aromatisches Ringsystem im Sinne dieser Erfindung enthält 6 bis 60 C-Atome im Ringsystem. Ein heteroaromatisches Ringsystem im Sinne dieser Erfindung enthält 2 bis 60 C-Atome und mindestens ein Heteroatom im Ringsystem, mit der Maßgabe, dass die Summe aus C-Atomen und Heteroatomen mindestens 5 ergibt. Die Heteroatome sind bevorzugt ausgewählt aus N, O und/oder S. Unter einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem im Sinne dieser Erfindung soll ein System verstanden werden, das nicht notwendigerweise nur Aryl- oder Heteroaryl- gruppen enthält, sondern in dem auch mehrere Aryl- oder Heteroaryl- gruppen durch eine nicht-aromatische Einheit (bevorzugt weniger als 10 % der von H verschiedenen Atome), wie z. B. ein sp3-hybridisiertes C-, N- oder O-Atom, unterbrochen sein können. So sollen beispielsweise auch Systeme wie Fluoren, 9,9'-Spirobifluoren, 9,9-Diarylfluoren, Triarylamin,
Diarylether, Stilben, etc. als aromatische Ringsysteme im Sinne dieser Erfindung verstanden werden, und ebenso Systeme, in denen zwei oder mehrere Arylgruppen beispielsweise durch eine kurze Alkylgruppe unterbrochen sind.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung werden unter einem aliphatischen Kohlenwasserstoffrest bzw. einer Alkylgruppe bzw. einer Alkenyl- oder Alkinylgruppe, die typischerweise 1 bis 40 oder auch 1 bis 20 C-Atome enthalten kann, und in der auch einzelne H-Atome oder CH2-Gruppen durch die oben genannten Gruppen substituiert sein können, bevorzugt die Reste Methyl, Ethyl, n-Propyl, i-Propyl, n-Butyl, i-Butyl, s-Butyl, t-Butyl, 2- Methylbutyl, n-Pentyl, s-Pentyl, Cyclopentyl, n-Hexyl, Cyclohexyl, n-Heptyl, Cycloheptyl, n-Octyl, Cyclooctyl, 2-Ethylhexyl, Trifluormethyl, Pentafluor- ethyl, 2,2,2-Trifluorethyl, Ethenyl, Propenyl, Butenyl, Pentenyl, Cyclo- pentenyl, Hexenyl, Cyclohexenyl, Heptenyl, Cycloheptenyl, Octenyl, Cyclo- octenyl, Ethinyl, Propinyl, Butinyl, Pentinyl, Hexinyl, Heptinyl oder Octinyl verstanden. Unter einer Alkoxygruppe mit 1 bis 40 C-Atomen werden bevorzugt Methoxy, Trifluormethoxy, Ethoxy, n-Propoxy, i-Propoxy, n-Butoxy, i-Butoxy, s-Butoxy, t-Butoxy, n-Pentoxy, s-Pentoxy, 2-Methyl- butoxy, n-Hexoxy, Cyclohexyloxy, n-Heptoxy, Cycloheptyloxy, n-Octyloxy, Cyclooctyloxy, 2-Ethylhexyloxy, Pentafluorethoxy und 2,2,2-Trifluorethoxy verstanden. Unter einer Thioalkylgruppe mit 1 bis 40 C-Atomen werden insbesondere Methylthio, Ethylthio, n-Propylthio, i-Propylthio, n-Butylthio,
1- Butylthio, s-Butylthio, t-Butylthio, n-Pentylthio, s-Pentylthio, n-Hexylthio, Cyclohexylthio, n-Heptylthio, Cycloheptylthio, n-Octylthio, Cyclooctylthio,
2- Ethylhexylthio, Trifluormethylthio, Pentafluorethylthio, 2,2,2-Trifluorethyl- thio, Ethenylthio, Propenylthio, Butenylthio, Pentenylthio, Cyclopentenyl- thio, Hexenylthio, Cyclohexenylthio, Heptenylthio, Cycloheptenylthio, Octenylthio, Cyclooctenylthio, Ethinylthio, Propinylthio, Butinylthio,
Pentinylthio, Hexinylthio, Heptinylthio oder Octinylthio verstanden.
Allgemein können Alkyl-, Alkoxy- oder Thioalkylgruppen gemäß der vorliegenden Erfindung geradkettig, verzweigt oder cyclisch sein, wobei eine oder mehrere nicht-benachbarte CH2-Gruppen durch R3C=CR3, C C , Si(R3)2l Ge(R3)2, Sn(R3)2, C=O, C=S, C=Se, C=NR3, P(=O)(R3), SO, SO2, NR3, O, S oder CONR3 ersetzt sein können; weiterhin können auch ein oder mehrere H-Atome durch D, F, Cl, Br, I, CN oder NO2, bevorzugt F, Cl
oder CN, weiter bevorzugt F oder CN, besonders bevorzugt CN ersetzt sein.
Unter einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 - 60 aromatischen Ringatomen, welches noch jeweils mit den oben genannten Resten R3 oder einem Kohlenwasserstoffrest substituiert sein kann und welches über beliebige Positionen am Aromaten bzw. Heteroaromaten verknüpft sein kann, werden insbesondere Gruppen verstanden, die abgeleitet sind von Benzol, Naphthalin, Anthracen, Benzanthracen, Phenanthren, Pyren, Chrysen, Perylen, Fluoranthen, Naphthacen,
Pentacen, Benzpyren, Biphenyl, Biphenylen, Terphenyl, Triphenylen, Fluoren, Spirobifluoren, Dihydrophenanthren, Dihydropyren, Tetrahydro- pyren, eis- oder trans-lndenofluoren, eis- oder trans-lndenocarbazol, cis- oder trans-lndolocarbazol, Truxen, Isotruxen, Spirotruxen, Spiroisotruxen, Furan, Benzofuran, Isobenzofuran, Dibenzofuran, Thiophen, Benzo- thiophen, Isobenzothiophen, Dibenzothiophen, Pyrrol, Indol, Isoindol, Carbazol, Pyridin, Chinolin, Isochinolin, Acridin, Phenanthridin, Benzo-5,6- chinolin, Benzo-6,7-chinolin, Benzo-7,8-chinolin, Phenothiazin,
Phenoxazin, Pyrazol, Indazol, Imidazol, Benzimidazol, Naphthimidazol, Phenanthrimidazol, Pyridimidazol, Pyrazinimidazol, Chinoxalinimidazol, Oxazol, Benzoxazol, Naphthoxazol, Anthroxazol, Phenanthroxazol, Isoxazol, 1 ,2-Thiazol, 1 ,3-Thiazol, Benzothiazol, Pyridazin, Hexaazatri- phenylen, Benzopyridazin, Pyrimidin, Benzpyrimidin, Chinoxalin, 1 ,5- Diazaanthracen, 2,7-Diazapyren, 2,3-Diazapyren, 1 ,6-Diazapyren, 1 ,8- Diazapyren, 4,5-Diazapyren, 4,5,9, 10-Tetraazaperylen, Pyrazin, Phenazin, Phenoxazin, Phenothiazin, Fluorubin, Naphthyridin, Azacarbazol, Benzo- carbolin, Phenanthrolin, 1 ,2,3-Triazol, 1 ,2,4-Triazol, Benzotriazol, 1 ,2,3- Oxadiazol, 1 ,2,4-Oxadiazol, 1 ,2,5-Oxadiazol, 1 ,3,4-Oxadiazol, 1 ,2,3- Thiadiazol, 1 ,2,4-Thiadiazol, 1 ,2,5-Thiadiazol, 1 ,3,4-Thiadiazol, 1 ,3,5- Triazin, 1 ,2,4-Triazin, 1 ,2,3-Triazin, Tetrazol, 1 ,2,4,5-Tetrazin, 1 ,2,3,4- Tetrazin, 1 ,2,3,5-Tetrazin, Purin, Pteridin, Indolizin und Benzothiadiazol.
Wenn die Verbindung der Formel (1) eine Einheit gemäß einer oder mehrerer der Formeln (2) oder (4) bis (8) enthält, so steht Ar3 bevorzugt gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für eine Aryl- oder Hetero- arylgruppe mit 5 bis 10 aromatischen Ringatomen, besonders bevorzugt
mit 5 oder 6 aromatischen Ringatomen. Bevorzugte Aryl- und Heteroaryl- gruppen Ar3 sind gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Benzol, Pyridin, Pyrimidin, Pyridazin, Pyrazin, Furan, Thiophen, Pyrrol, Naphthalin, Phenanthren, Chinolin, Iso- chinolin, Chinoxalin, Indol, Benzofuran und Benzothiophen. Dabei enthält die Aryl- oder Heteroarylgruppe bevorzugt keine direkt aneinander kondensierten Sechsringe. Besonders bevorzugte Aryl- und Heteroarylgruppen Ar3 sind gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Benzol, Pyridin, Pyrimidin und Pyrazin, insbesondere Benzol.
Bevorzugte Ausführungsformen der Verbindungen gemäß der oben aufgeführten Formel (1) sind die Verbindungen der Formeln (9) bis (18),
Formel (13) Formel (14)
Formel (15)
wobei X bei jedem Auftreten gleich oder verschieden CR
1 oder N ist und die weiteren die verwendeten Symbole und Indizes die oben genannten Bedeutungen aufweisen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Verbindungen gemäß Formel (1) bzw. Formel (9) bis (18) steht das Symbol Y gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für N-R2. Entsprechend steht auch bevorzugt das Symbol Y in den Untereinheiten gemäß den Formeln (4) bis (8) gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für N-R2.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung steht L1 bzw. L2 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für eine Einfach-
bindung oder eine bivalente Arylen- oder Heteroarylengruppe mit 5 bis 10 aromatischen Ringatomen, die jeweils durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann. Besonders bevorzugt steht L1 bzw. L2 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für eine bivalente Arylen- oder Heteroarylengruppe mit 6 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist, insbesondere für 1 ,2-, 1 ,3- oder 1 ,4-Phenylen, Pyridin, Pyrimidin oder Triazin, ganz besonders bevorzugt für Phenylen oder Pyridin.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Verbindungen gemäß Formel (1) bzw. Formel (18) steht L3 für eine Einfachbindung, O, S, NR2, eine Alkylengruppe mit 1 bis 10 C-Atomen, welche mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, welches mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung stehen maximal zwei Symbole X in jedem Cyclus für N und die anderen Symbole X stehen gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für CR1. Besonders bevorzugt steht maximal ein Symbol X in jedem Cyclus für N und die anderen Symbole X stehen gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für CR1. Ganz besonders bevorzugt stehen alle Symbole X gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für CR1.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung steht die Gruppe Ar1 bzw. Ar2 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, besonders bevorzugt mit 5 bis 18 aromatischen Ringatomen, wobei das aromatische oder heteroaromatische Ringsystem jeweils auch durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann. Besonders bevorzugt handelt es sich bei Ar1 bzw. Ar2 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten um eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 5 bis 13 aromatischen Ringatomen, die jeweils auch durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann. Dabei enthält Ar1 bzw. Ar2 bevorzugt keine Aryl- oder Heteroarylgruppen mit mehr als zwei direkt aneinander kondensierten Sechsringen und enthält besonders bevorzugt
W
- 12 - überhaupt keine direkt aneinander kondensierte Sechsringe. Bevorzugte Gruppen Ar1 bzw. Ar2 sind daher aufgebaut aus jeweils einer oder mehreren der Gruppen Benzol, Pyridin, Pyrimidin, Pyridazin, Pyrazin, Triazin, Pyrrol, Thiophen, Furan, Imidazol, Indol, Benzothiophen, Benzofuran, Benzimidazol, Carbazol, Dibenzofuran oder Dibenzothiophen.
Besonders bevorzugte Gruppen Ar sind aufgebaut aus jeweils einer oder mehreren Gruppen Benzol, Pyridin, Pyrimidin, Pyridazin, Pyrazin, Triazin oder Benzimidazol.
Wie oben beschrieben, sind die erfindungsgemäßen Verbindungen der Formel (1) dadurch charakterisiert, dass mindestens eine Gruppe Ar1 eine Heteroarylgruppe darstellt oder dass mindestens eine Gruppe Ar2 eine elektronenarme Heteroarylgruppe darstellt. In einer bevorzugten Ausführungsform handelt es sich auch bei Ar1, wenn diese Gruppe für eine Heteroarylgruppe steht, um eine elektronenarme Heteroarylgruppe.
Bevorzugte elektronenarme Heteroarylgruppen Ar1 bzw. Ar2 sind ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Pyridin, Pyrimidin, Pyrazin, Pyridazin, Imidazol, Triazol, Oxadiazol oder Benzimidazol, welche über eine beliebige Position an L1 bzw. L2 gebunden ist und welche durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann. Besonders bevorzugt elektronenarme Heteroarylgruppen Ar1 bzw. Ar2 sind ausgewählt aus der Gruppe
bestehend aus Pyridin, Pyrimidin, Triazin oder Benzimidazol, welches jeweils über eine beliebige Position an L1 bzw. L2 gebunden ist und welche durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Einheit A-A ausgewählt aus den Strukturen gemäß Formel (2) oder (3), insbesondere gemäß Formel (2).
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Index n = 1 , 2, 3 oder 4, besonders bevorzugt 1 , 2 oder 3, ganz besonders bevorzugt 1 oder 2.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Rest R1 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ausgewählt aus der
W
- 13 -
Gruppe bestehend aus H, D, F, CN, N(R3)2, einer geradkettigen Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 1 bis 20 C-Atomen oder einer verzweigten oder cyclischen Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 3 bis 20 C-Atomen oder einer Alkenylgruppe mit 2 bis 20 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht-benachbarte CH2-Gruppen durch R3C=CR3 oder O ersetzt sein können und wobei ein oder mehrere H-Atome durch D oder F ersetzt sein können, einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, das jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, einer Aryloxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, die mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein können, oder einer Kombination dieser Systeme, wobei optional zwei oder mehr benachbarte Substituenten R1 ein monocyclisches oder polycyclisches, aliphatisches, aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem bilden können, das mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann. Besonders bevorzugt ist der Rest R1 gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, CN, F, einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 10 C-Atomen, besonders bevorzugt mit 1 bis 4 C-Atomen, oder einer verzweigten oder cyclischen Alkylgruppe mit 3 bis 10 C-Atomen, besonders bevorzugt mit 3 bis 6 C-Atomen, oder einer Alkenylgruppe mit 2 bis 10 C-Atomen, besonders bevorzugt mit 2 bis 4 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, wobei ein oder mehrere H- Atome durch D ersetzt sein können, einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 12 aromatischen Ringatomen, das jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, oder einer Kombination dieser Systeme, wobei optional zwei oder mehr benachbarte Substituenten R1 ein monocyclisches oder polycyclisches, aliphatisches, aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem bilden können, das mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Rest R2 bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, das jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann; dabei können optional
solche R und R2, die in 1 ,2-Position zueinander benachbart stehen, ein monocyclisches oder polycyclisches, aliphatisches, aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem bilden, das mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung steht R2 für Phenyl, Naphthyl, Biphenyl, Ter- phenyl oder Quaterphenyl, welches jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, insbesondere für Phenyl oder Biphenyl, welches jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, jedoch bevorzugt unsubstituiert ist.
Besonders bevorzugt sind Verbindungen der oben aufgeführten Formeln (1) bzw. (8) bis (18), in denen die oben genannten Bevorzugungen gleichzeitig gelten. Besonders bevorzugt sind daher Verbindungen, in denen R3 wie vorne definiert ist und weiterhin gilt:
Y ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für N-R2;
L1, L2 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten eine Einfachbindung oder eine bivalente Arylen- oder Heteroarylengruppe mit 5 bis 10 aromatischen Ringatomen, die jeweils durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann.
L3 ist eine Einfachbindung, O, S, NR2, eine Alkylengruppe mit 1 bis 10 C-Atomen, welche mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches
Ringsystem mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, welches mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann;
X ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden CR1 oder N, wobei in jedem Cyclus maximal zwei Symbole X für N stehen und die anderen Symbole X gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für CR1 stehen;
Ar1, Ar2 steht gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für ein aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem mit 5 bis 24 aromatischen Ringatomen, besonders bevorzugt mit 5 bis 18 aromatischen
Ringatomen, wobei das aromatische oder heteroaromatische Ringsystem jeweils auch durch einen oder mehrere Reste R substituiert sein kann; dabei ist mindestens eine Gruppe Ar1 eine
Heteroarylgruppe bzw. mindestens eine Gruppe Ar2 eine elektronenarme Heteroarylgruppe, die durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann; n ist 1 , 2, 3 oder 4, bevorzugt 1 , 2 oder 3;
R1 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, F, CN, N(R3)2, einer geradkettigen Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 1 bis 20 C-Atomen oder einer verzweigten oder cyclischen Alkyl- oder Alkoxygruppe mit 3 bis 20 C-Atomen oder einer Alkenylgruppe mit 2 bis 20 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, wobei eine oder mehrere nicht-benachbarte CH2-Gruppen durch R3C=CR3 oder O ersetzt sein können und wobei ein oder mehrere H-Atome durch D oder F ersetzt sein können, einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, das jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, einer Aryloxy- oder Heteroaryloxygruppe mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, die mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein können, oder einer Kombination dieser Systeme, wobei optional zwei oder mehr benachbarte Substituenten R1 ein monocyclisches oder polycyclisches, aliphatisches, aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem bilden können, das mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann;
R2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, das jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann; dabei können optional solche R1 und R2, die in 1 ,2-Position zueinander benachbart stehen, ein monocyclisches oder polycyclisches, aliphatisches, aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem
bilden, das mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann.
Ganz besonders bevorzugt sind Verbindungen gemäß Formel (1) bzw. Formel (8) bis (18), in denen R3 wie vorne definiert ist und weiterhin gilt:
Y ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für N-R2;
L1, L2 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten eine bivalente
Arylen- oder Heteroarylengruppe mit 6 aromatischen Ringatomen, die durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann, bevorzugt aber unsubstituiert ist, insbesondere für 1 ,2-, 1 ,3- oder 1 ,4-Phenylen, Pyridin, Pyrimidin oder Triazin;
L3 ist eine Einfachbindung, O, S, NR2, eine Alkylengruppe mit 1 bis 10 C-Atomen, welche mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, oder ein aromatisches oder heteroaromatisches
Ringsystem mit 5 bis 30 aromatischen Ringatomen, welches mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann;
X ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden CR1 oder N, wobei in jedem Cyclus maximal ein Symbol X und bevorzugt überhaupt kein Symbol X für N stehen und die anderen Symbole X gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für CR1 stehen;
Ar1, Ar2 steht gleich oder verschieden bei jedem Auftreten für eine Aryl- oder Heteroarylgruppe mit 5 bis 13 aromatischen Ringatomen, die jeweils auch durch einen oder mehrere Reste R1 substituiert sein kann und die keine Aryl- oder Heteroarylgruppen mit mehr als zwei direkt aneinander kondensierten Sechsringen enthält, insbesondere ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus jeweils einer oder mehreren der Gruppen Benzol, Pyridin, Pyrimidin, Pyridazin, Pyrazin, Triazin, Pyrrol, Thiophen, Furan, Imidazol, Indol, Benzothiophen, Benzofuran, Benzimidazol, Carbazol, Dibenzofuran oder Dibenzo- thiophen; dabei ist mindestens eine Gruppe Ar1 oder Ar2 eine elektronenarme Heteroarylgruppe, die durch einen oder mehrere
Reste R1 substituiert sein kann, die ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Pyridin, Pyrimidin, Pyrazin, Pyridazin, Imidazol, Triazol, Oxadiazol oder Benzimidazol, welche über eine beliebige Position an L1 bzw. L2 gebunden ist und welche durch einen oder mehrere Reste R substituiert sein kann; ist 1 oder 2;
R1 ist gleich oder verschieden bei jedem Auftreten ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus H, D, CN, F, einer geradkettigen Alkylgruppe mit 1 bis 10 C-Atomen, besonders bevorzugt mit 1 bis 4 C-Atomen, oder einer verzweigten oder cyclischen Alkylgruppe mit 3 bis 10 C- Atomen, besonders bevorzugt mit 3 bis 6 C-Atomen, oder einer Aikenylgruppe mit 2 bis 10 C-Atomen, besonders bevorzugt mit 2 bis 4 C-Atomen, die jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, wobei ein oder mehrere H-Atome durch D ersetzt sein können, einem aromatischen oder heteroaromatischen Ringsystem mit 5 bis 12 aromatischen Ringatomen, das jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, oder einer Kombination dieser Systeme, wobei optional zwei oder mehr benachbarte Substituenten R1 ein monocyclisches oder polycyclisches, aliphatisches, aromatisches oder heteroaromatisches Ringsystem bilden können, das mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann; D2 ist bei jedem Auftreten gleich oder verschieden ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus Phenyl, Naphthyl, Biphenyl, Terphenyl oder Quaterphenyl, welches jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, insbesondere für Phenyl oder Biphenyl, welches jeweils mit einem oder mehreren Resten R3 substituiert sein kann, jedoch bevorzugt unsubstituiert ist.
Für Verbindungen, die aus Lösung verarbeitet werden, eignen sich als Substituenten insbesondere auch lange Alkylgruppen, beispielsweise mit 5 bis 10 C-Atomen, oder substituierte oder unsubstituierte Oligoarylen- gruppen. Geeignete Oligoarylengruppen sind zum Beispiel Terphenyl,
insbesondere meta-Terphenyl oder verzweigtes Terphenyl, meta-Quater- phenyl oder verzweigtes Quaterphenyl.
Beispiele für bevorzugte Verbindungen gemäß den oben aufgeführten Ausführungsformen bzw. Verbindungen, wie sie bevorzugt in organischen elektronischen Vorrichtungen eingesetzt werden können, sind die Verbindungen der folgenden Strukturen (1) bis (50).
Zur Herstellung der Verbindungen gemäß Formel (1) bzw. der erfmdungs gemäßen Verbindungen hat sich das im Folgenden beschriebene Verfahren als besonders gut geeignet herausgestellt. Die erfindungsgemäßen Verbindungen können durch bekannte organisch-chemische Syntheseverfahren hergestellt werden. Dazu zählen beispielsweise die Hartwig-Buchwald-Kupplung, die Suzuki-Kupplung sowie Cyclokonden- sationen mit Organoborverbindungen.
Das folgende Schema 1 zeigt die Synthese der erfindungsgemäßen Verbindungen A.
chema 1
Zur Synthese des Grundkörpers A wird an N-Phenylbenzol-1 ,2-diamin zunächst in einer Buchwald-Reaktion ein Bromaryl gekuppelt. Die Umsetzung der resultierenden Verbindung mit Bor-Verbindungen, beispielsweise Bordibrombenzol, ergibt die entsprechenden Diazaborolin-Verbin- dungen.
Schema 2 zeigt die Synthese des Grundkörpers B. Sie unterscheidet sich von der in Schema 1 gezeigten Synthese lediglich dadurch, dass statt Bordibromid-Verbindungen das 1 ,4-Bis(dibromborbenzol) in der Cyclokondensation mit zwei Äquivalenten des Diamins eingesetzt wird.
Für die Grundkörper C, D und E kann analog verfahren werden, wie in Schema 3 und 4 dargestellt.
Schema 4:
Die oben beschriebenen Synthesewege sollen lediglich als Beispiele dienen. Der Fachmann kann zur Synthese der erfindungsgemäßen Verbindungen auf alternative Syntheseverfahren zurückgreifen, wenn ihm dies unter den gegebenen Umständen vorteilhaft erscheint. Weiterhin kann er unter Heranziehung seines allgemeinen Fachwissens auf dem Gebiet der organischen Synthesechemie die gezeigten Synthesen erweitern und/oder modifizieren, um erfindungsgemäße Verbindungen herzustellen.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindungen durch Umsetzung einer aromatischen ortho-Diaminoverbindung mit einer Aryl- bzw. Heteroarylbor- verbindung, in der das Boratom mit zwei reaktiven Abgangsgruppen, insbesondere Chlor oder Brom, substituiert ist.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Mischungen enthaltend mindestens eine erfindungsgemäße Verbindung und mindestens eine weitere Verbindung. Die weitere Verbindung kann beispielsweise ein fluoreszierender oder phosphoreszierender Dotand sein, wenn die erfindungsgemäße Verbindung als Matrixmaterial verwendet wird, insbesondere ein phosphoreszierender Dotand. Geeignete Dotanden sind unten im Zusammenhang mit den organischen Elektrolumineszenzvor- richtungen aufgeführt und sind auch für die erfindungsgemäßen
Mischungen bevorzugt.
Für die Verarbeitung aus Lösung bzw. aus flüssiger Phase, beispielsweise durch Spin-Coating oder durch Druckverfahren, sind Lösungen bzw.
Formulierungen der erfindungsgemäßen Verbindungen bzw. Mischungen erforderlich. Es kann bevorzugt sein, Mischungen aus zwei oder mehr Lösemitteln zu verwenden. Geeignete und bevorzugte Lösemittel sind beispielsweise Toluol, Anisol, o-, m- oder p-Xylol, Methylbenzoat, Di- methylanisol, Mesitylen, Tetralin, Veratrol, THF, Methyl-THF, THP, Chlorbenzol, Dioxan oder Mischungen dieser Lösemittel.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher eine
Formulierung, insbesondere eine Lösung, eine Suspension oder eine Miniemulsion, enthaltend mindestens eine erfindungsgemäße Verbindung oder Mischung und ein oder mehrere Lösemittel, insbesondere organische Lösemittel. Wie solche Lösungen hergestellt werden können, ist dem Fachmann bekannt und beispielsweise in WO 2002/072714, WO
2003/019694 und der darin zitierten Literatur beschrieben.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen und Mischungen eignen sich für die Verwendung in einer elektronischen Vorrichtung. Dabei wird unter einer elektronischen Vorrichtung eine Vorrichtung verstanden, welche mindestens eine Schicht enthält, die mindestens eine organische Verbindung enthält. Das Bauteil kann dabei aber auch anorganische Materialien enthalten oder auch Schichten, welche vollständig aus anorganischen Materialien aufgebaut sind.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher die Verwendung der erfindungsgemäßen Verbindungen oder Mischungen in einer elektronischen Vorrichtung, insbesondere in einer organischen Elektro- lumineszenzvorrichtung.
Nochmals ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine elektronische Vorrichtung enthaltend mindestens eine der oben ausgeführten erfindungsgemäßen Verbindungen oder Mischungen. Dabei gelten die oben für die Verbindung ausgeführten Bevorzugungen auch für die elektronischen Vorrichtungen.
Die elektronische Vorrichtung ist bevorzugt ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus organischen Elektrolumineszenzvorrichtungen (OLEDs, PLEDs), organischen integrierten Schaltungen (O-ICs), organischen Feld- Effekt-Transistoren (O-FETs), organischen Dünnfilmtransistoren (O-TFTs), organischen lichtemittierenden Transistoren (O-LETs), organischen Solarzellen (O-SCs), organischen farbstoff-sensibilisierten Solarzellen, organischen optischen Detektoren, organischen Photorezeptoren, organischen Feld-Quench-Devices (O-FQDs), lichtemittierenden elektrochemischen Zellen (LECs), organischen Laserdioden (O-Laser) und„organic plasmon emitting devices" (D. M. Koller et al. , Nature Photonics 2008, 1-4), bevorzugt organischen Elektrolumineszenzvorrichtungen (OLEDs, PLEDs), insbesondere phosphoreszierenden OLEDs.
Die organische Elektrolumineszenzvorrichtung enthält Kathode, Anode und mindestens eine emittierende Schicht. Außer diesen Schichten kann sie noch weitere Schichten enthalten, beispielsweise jeweils eine oder mehrere Lochinjektionsschichten, Lochtransportschichten, Lochblockierschichten, Elektronentransportschichten, Elektroneninjektionsschichten, Exzitonenblockierschichten, Elektronenblockierschichten und/oder
Ladungserzeugungsschichten (Charge-Generation Layers). Ebenso können zwischen zwei emittierende Schichten Zwischenschichten (Inter- layer) eingebracht sein, welche beispielsweise eine exzitonenblockierende Funktion aufweisen. Es sei aber darauf hingewiesen, dass nicht notwendigerweise jede dieser Schichten vorhanden sein muss. Dabei kann die organische Elektrolumineszenzvorrichtung eine emittierende Schicht
enthalten, oder sie kann mehrere emittierende Schichten enthalten. Wenn mehrere Emissionsschichten vorhanden sind, weisen diese bevorzugt insgesamt mehrere Emissionsmaxima zwischen 380 nm und 750 nm auf, so dass insgesamt weiße Emission resultiert, d. h. in den emittierenden Schichten werden verschiedene emittierende Verbindungen verwendet, die fluoreszieren oder phosphoreszieren können. Insbesondere bevorzugt sind Systeme mit drei emittierenden Schichten, wobei die drei Schichten blaue, grüne und orange oder rote Emission zeigen (für den prinzipiellen Aufbau siehe z. B. WO 2005/011013). Es kann sich dabei um fluoreszierende oder um phosphoreszierende Emissionsschichten handeln oder um Hybrid-Systeme, bei denen fluoreszierende und phosphoreszierende Emissionsschichten miteinander kombiniert werden.
Die erfindungsgemäße Verbindung gemäß den oben aufgeführten
Ausführungsformen kann dabei in unterschiedlichen Schichten eingesetzt werden, je nach genauer Struktur. Bevorzugt ist eine organische Elektro- lumineszenzvorrichtung, enthaltend eine Verbindung gemäß Formel (1) oder gemäß den bevorzugten Ausführungsformen als Matrixmaterial für fluoreszierende oder phosphoreszierende Emitter, insbesondere für phosphoreszierende Emitter, und/oder in einer Elektronentransportschicht und/oder in einer elektronenblockierenden bzw. exzitonenblockierenden Schicht und/oder in einer Lochtransportschicht, je nach genauer Substitution. Dabei gelten die oben aufgeführten bevorzugten Ausführungsformen auch für die Verwendung der Materialien in organischen
elektronischen Vorrichtungen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird die Verbindung gemäß Formel (1) bzw. gemäß den bevorzugten Ausführungsformen als Matrixmaterial für eine fluoreszierende oder phosphoreszierende Verbindung, insbesondere für eine phosphoreszierende Verbindung, in einer emittierenden Schicht eingesetzt. Dabei kann die organische Elektrolumi- neszenzvorrichtung eine emittierende Schicht enthalten, oder sie kann mehrere emittierende Schichten enthalten, wobei mindestens eine emittierende Schicht mindestens eine erfindungsgemäße Verbindung als Matrixmaterial enthält.
Wenn die Verbindung gemäß Formel (1) bzw. gemäß den bevorzugten Ausführungsformen als Matrixmaterial für eine emittierende Verbindung in einer emittierenden Schicht eingesetzt wird, wird sie bevorzugt in Kombination mit einem oder mehreren phosphoreszierenden Materialien
(Triplettemitter) eingesetzt. Unter Phosphoreszenz im Sinne dieser Erfindung wird die Lumineszenz aus einem angeregten Zustand mit Spinmulti- plizität > 1 , insbesondere aus einem angeregten Triplettzustand verstanden. Im Sinne dieser Anmeldung sollen alle lumineszierenden Übergangsmetallkomplexe und lumineszierenden Lanthanidkomplexe, insbesondere alle Iridium-, Platin- und Kupferkomplexe als phosphoreszierende Verbindungen angesehen werden.
Die Mischung aus der Verbindung gemäß Formel (1) bzw. gemäß den bevorzugten Ausführungsformen und der emittierenden Verbindung enthält zwischen 99 und 1 Vol.-%, vorzugsweise zwischen 98 und 10 Vol.-%, besonders bevorzugt zwischen 97 und 60 Vol.-%, insbesondere zwischen 95 und 80 Vol.-% der Verbindung gemäß Formel (1) bzw. gemäß den bevorzugten Ausführungsformen bezogen auf die Gesamtmischung aus Emitter und Matrixmaterial. Entsprechend enthält die Mischung zwischen 1 und 99 Vol.-%, vorzugsweise zwischen 2 und 90 Vol.-%, besonders bevorzugt zwischen 3 und 40 Vol.-%, insbesondere zwischen 5 und 20 Vol.-% des Emitters bezogen auf die Gesamtmischung aus Emitter und Matrixmaterial.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der Einsatz der Verbindung gemäß Formel (1) bzw. gemäß den bevorzugten Ausführungsformen als Matrixmaterial für einen phosphoreszierenden Emitter in Kombination mit einem weiteren Matrixmaterial. Besonders geeignete Matrixmaterialien, welche in Kombination mit den Verbindungen gemäß Formel (1) bzw. gemäß den bevorzugten Ausführungsformen eingesetzt werden können, sind aromatische Ketone, aromatische Phosphin- oxide oder aromatische Sulfoxide oder Sulfone, z. B. gemäß WO
2004/013080, WO 2004/093207, WO 2006/005627 oder WO
2010/006680, Triarylamine, Carbazolderivate, z. B. CBP (N,N-Bis- carbazolylbiphenyl) oder die in WO 2005/039246, US 2005/0069729, JP 2004/288381 , EP 1205527 oder WO 2008/086851 offenbarten
Carbazolderivate, Indolocarbazolderivate, z. B. gemäß WO 2007/063754 oder WO 2008/056746, Indenocarbazolderivate, z. B. gemäß WO
2010/136109 und WO 2011/000455, Azacarbazolderivate, z. B. gemäß EP 1617710, EP 1617711 , EP 1731584, JP 2005/347160, bipolare Matrixmaterialien, z. B. gemäß WO 2007/137725, Silane, z. B. gemäß WO 005/111172, Azaborole oder Boronester, z. B. gemäß WO 2006/117052, Triazinderivate, z. B. gemäß WO 2010/015306, WO 2007/063754 oder WO 2008/056746, Zinkkomplexe, z. B. gemäß EP 652273 oder WO 2009/062578, Diazasilol- bzw. Tetraazasilol-Derivate, z. B. gemäß WO 2010/054729, Diazaphosphol-Derivate, z. B. gemäß WO 2010/054730, überbrückte Carbazol-Derivate, z. B. gemäß US 2009/0136779, WO 2010/050778, WO 2011/042107, WO 2011/088877 oder gemäß der nicht offen gelegten Anmeldung EP 11003232.3, Triphenylenderivaten, z. B. gemäß der nicht offen gelegten Anmeldung DE 102010048608.6, oder Lactame, z. B. gemäß den nicht offen gelegten Anmeldungen DE
102010012738.8 oder DE 102010019306.2. Ebenso kann ein weiterer phosphoreszierender Emitter, welcher kürzerwellig als der eigentliche Emitter emittiert, als Co-Host in der Mischung vorhanden sein.
Als phosphoreszierende Verbindungen (= Triplettemitter) eignen sich insbesondere Verbindungen, die bei geeigneter Anregung Licht, vorzugsweise im sichtbaren Bereich, emittieren und außerdem mindestens ein Atom der Ordnungszahl größer 20, bevorzugt größer 38 und kleiner 84, besonders bevorzugt größer 56 und kleiner 80 enthalten, insbesondere ein Metall mit dieser Ordnungszahl. Bevorzugt werden als Phosphoreszenzemitter Verbindungen, die Kupfer, Molybdän, Wolfram, Rhenium,
Ruthenium, Osmium, Rhodium, Iridium, Palladium, Platin, Silber, Gold oder Europium enthalten, verwendet, insbesondere Verbindungen, die Iridium oder Platin enthalten. Im Sinne der vorliegenden Erfindung werden alle lumineszierenden Verbindungen, die die oben genannten Metalle enthalten, als phosphoreszierende Verbindungen angesehen.
Beispiele der oben beschriebenen Emitter können den Anmeldungen WO 00/70655, WO 2001/41512, WO 2002/02714, WO 2002/15645, EP 1191613, EP 1191612, EP 1191614, WO 05/033244, WO 05/019373, US 2005/0258742, WO 2009/146770, WO 2010/015307, WO
2010/031485, WO 2010/054731 , WO 20 0/054728, WO 2010/086089, WO 2010/099852, WO 2010/102709, WO 2011/032626, WO
20 1/066898 entnommen werden. Weiterhin eignen sich die Komplexe gemäß den nicht offen gelegten Anmeldungen EP 10006208.2 und DE 102010027317.1. Generell eignen sich alle phosphoreszierenden
Komplexe, wie sie gemäß dem Stand der Technik für phosphoreszierende OLEDs verwendet werden und wie sie dem Fachmann auf dem Gebiet der organischen Elektrolumineszenz bekannt sind, und der Fachmann kann ohne erfinderisches Zutun weitere phosphoreszierende Komplexe verwenden.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung enthält die erfindungsgemäße organische Elektrolumineszenzvorrichtung keine separate Lochinjektionsschicht und/oder Lochtransportschicht und/oder Lochblockierschicht und/oder Elektronentransportschicht, d. h. die emittierende Schicht grenzt direkt an die Lochinjektionschicht oder die Anode an, und/ oder die emittierende Schicht grenzt direkt an die Elektronentransportschicht oder die Elektroneninjektionsschicht oder die Kathode an, wie zum Beispiel in WO 2005/053051 beschrieben. Weiterhin ist es möglich, einen Metallkomplex, der gleich oder ähnlich dem Metallkomplex in der emittierenden Schicht ist, direkt angrenzend an die emittierende Schicht als Lochtransport- bzw. Lochinjektionsmaterial zu verwenden, wie z. B. in WO
2009/030981 beschrieben.
Weiterhin ist es möglich, die erfindungsgemäßen Verbindungen in einer Elektronentransportschicht und/oder in einer Lochblockierschicht einzusetzen.
In den weiteren Schichten der erfindungsgemäßen organischen Elektrolumineszenzvorrichtung können alle Materialien verwendet werden, wie sie üblicherweise gemäß dem Stand der Technik eingesetzt werden. Der Fachmann kann daher ohne erfinderisches Zutun alle für organische Elektrolumineszenzvorrichtungen bekannten Materialien in Kombination mit den erfindungsgemäßen Verbindungen gemäß Formel (1) bzw. gemäß den bevorzugten Ausführungsformen.
Weiterhin bevorzugt ist eine organische Elektrolumineszenzvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Schichten mit einem Sublimationsverfahren beschichtet werden. Dabei werden die Materialien in Vakuum-Sublimationsanlagen bei einem Anfangsdruck kleiner
0~5 mbar, bevorzugt kleiner 10~6 mbar aufgedampft. Es ist aber auch möglich, dass der Anfangsdruck noch geringer oder höher ist, beispielsweise kleiner 10~7 mbar.
Bevorzugt ist ebenfalls eine organische Elektrolumineszenzvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Schichten mit dem OVPD (Organic Vapour Phase Deposition) Verfahren oder mit Hilfe einer Trägergassublimation beschichtet werden. Dabei werden die Materialien bei einem Druck zwischen 1fJ5 mbar und 1 bar aufgebracht. Ein Spezialfall dieses Verfahrens ist das OVJP (Organic Vapour Jet Printing) Verfahren, bei dem die Materialien direkt durch eine Düse aufgebracht und so strukturiert werden (z. B. M. S. Arnold et al., Appl. Phys. Lett. 2008, 92, 053301 ).
Weiterhin bevorzugt ist eine organische Elektrolumineszenzvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Schichten aus Lösung, wie z. B. durch Spincoating, oder mit einem beliebigen Druckverfahren, wie z. B. Ink-Jet Druck (Tintenstrahldruck), LITI (Light Induced Thermal Imaging, Thermotransferdruck), Siebdruck, Flexodruck, Offsetdruck oder Nozzle-Printing hergestellt werden. Hierfür sind lösliche Verbindungen nötig, welche beispielsweise durch geeignete Substitution erhalten werden. Diese Verfahren eignen sich insbesondere auch für Oligomere, Dendrimere und Polymere.
Weiterhin sind Hybridverfahren möglich, bei denen beispielsweise eine oder mehrere Schichten aus Lösung aufgebracht werden und eine oder mehrere weitere Schichten aufgedampft werden. So ist es beispielsweise möglich, die emittierende Schicht aus Lösung aufzubringen und die
Elektronentransportschicht aufzudampfen.
Diese Verfahren sind dem Fachmann generell bekannt und können von ihm ohne erfinderisches Zutun auf organische Elektrolumineszenzvor-
richtungen enthaltend die erfindungsgemäßen Verbindungen angewandt werden.
Die erfindungsgemäßen Verbindungen und die erfindungsgemäßen organischen Elektrolumineszenzvornchtungen zeichnen sich durch einen oder mehrere der folgenden überraschenden Vorteile gegenüber dem Stand der Technik aus:
1. Die erfindungsgemäßen Verbindungen, eingesetzt als Matrixmaterial für fluoreszierende oder phosphoreszierende Emitter führen zu sehr hohen Effizienzen und/oder zu langen Lebensdauern. Dies gilt insbesondere, wenn die Verbindungen als Matrixmaterial für einen phosphoreszierenden Emitter eingesetzt werden. Dabei werden wesentlich bessere Effizienzen, insbesondere Leistungseffizienzen, und Lebensdauern erhalten als bei Einsatz von strukturell ähnlichen Boronsäure- derivaten als Matrixmaterialien.
2. Die erfindungsgemäßen Verbindungen eignen sich nicht nur als Matrix für grün und rot phosphoreszierende Verbindungen, sondern je nach Struktur auch für blau phosphoreszierende Verbindungen.
3. Die erfindungsgemäßen Verbindungen weisen eine hohe thermische Stabilität auf.
4. Die erfindungsgemäßen Verbindungen, eingesetzt in organischen
Elektrolumineszenzvornchtungen, führen zu hohen Effizienzen und zu steilen Strom-Spannungs-Kurven mit niedrigen Einsatzspannungen.
Diese oben genannten Vorteile gehen nicht mit einer Verschlechterung der weiteren elektronischen Eigenschaften einher.
Die Erfindung wird durch die nachfolgenden Beispiele näher erläutert, ohne sie dadurch einschränken zu wollen. Der Fachmann kann aus den Schilderungen die Erfindung im gesamten offenbarten Bereich ausführen und ohne erfinderisches Zutun weitere erfindungsgemäße Komplexe
herstellen und diese in elektronischen Vorrichtungen verwenden bzw. das erfindungsgemäße Verfahren anwenden.
Beispiele:
Die nachfolgenden Synthesen werden, sofern nicht anders angegeben, unter einer Schutzgasatmosphäre in getrockneten Lösungsmitteln durchgeführt. Die Lösungsmittel und Reagenzien können von ALDRICH bzw. ABCR bezogen werden. Die Angaben in eckigen Klammern stellen jeweils die CAS-Nummer der literaturbekannten Edukte dar.
Beispiel 1 : 1-[4-(4,6-Diphenylpyrimidin-2-yl)-phenyl]-2,3-dipheny 1-2,3- dihydro-1 H-benzo[1 ,3,2]diazaborol nyl)-4,6-diphenyl-pyrimidin
10.0 g (53.8 mmol) 4-Brombenzonitril und 11.5 g (200 mmol) Hydroxyl- ammoniumchlorid werden unter Rühren bei Raumtemperatur in 400 mL Methanol gelöst. Anschließend werden 14.9 g (17.8 mmol) Natriumhydrogensulfat sowie 60 mL VE-Wasser zugegeben. Die Reaktionsmischung wird für 3 h unter Rückfluss gekocht. Die gelbe Reaktionslösung wird unter vermindertem Druck aufkonzentriert. Der verbleibende Rückstand wird aus Methanol umkristallisiert. Die Ausbeute beträgt 1.0 g von 4-Brom-N-hydroxy-benzamidin (76 % d. Th.).
53.2 g (0.3 mol) 4-Brom-N-hydroxy-benzamidin, 42.7g (0.2 mol)
Benzylidenacetophenon und 0.6 mL (10,0 mmol) Eisessig werden suspendiert und für 30 Min bei Raumtemperatur gerührt. Anschließend wird der Ansatz 24 h bei 150 °C gerührt. Der entstandene Rückstand wird mit Toluol gewaschen und mittels präparativer Kieselgel-Chromatographie aufgereinigt. Ausbeute: 35.0 g (42.4 % d. Th.).
yl-pyrimidin-2-yl)-phenyl]-N'-phenyl-1,2-diaminobenzol
20.0 g (108.5 mmol) N-Phenyl-1 ,2-diaminobenzol, 44.0 g (0.11 mol) 2-(4- Bromphenyl)-4,6-diphenylpyrimidin, 4.4 g (5.4 mmol) 1,1-Bis(diphenyl- phosphino)ferrocen-dichloropalladium(ll) Komplex mit Dichlormethan und 32.2 g (325 mmol) Natrium-tert-butylat werden in 300 mL Toluol 5 h unter Schutzatmosphäre zum Sieden erhitzt. Das Gemisch wird im Anschluss zwischen Toluol und Wasser verteilt, die organische Phase dreimal mit Wasser gewaschen und über Na2S04 getrocknet und einrotiert. Der verbleibende Rückstand wird aus Heptan/Toluol umkristallisiert. Die Ausbeute beträgt 25.0 g (42 % d. Th). c) 4-(4,6-Diphenylpyrimidin-2-yl)-phenyl]-2,3-diphenyl-2,3-dihydro-1H- aborol
9.3 g (61 mmol) Trimethyl-phenyl-silan werden in 250 mL Toluol unter Rühren bei Raumtemperatur gelöst. Anschließend werden langsam 11.4 mL (118 mmol) Bortribromid zugetropft und die bräunliche Lösung für 2 h unter Rückfluss erhitzt. Nach beendeter Reaktion werden 150 mL getrocknetes Toluol zugegeben und per Wasserabscheider ca. 300 mL Toluol abdestilliert, um die überschüssige Menge BBr3 zu entfernen. Dann
wird der Ansatz auf ca. 60 mL Toluol aufkonzentriert und unter Schutzgas gelagert.
27.0 g (55.0 mmol) (4,6-Diphenyl-pyrimidin-2-yl)-phenyl]-N'-phenyl-1 ,2- diaminobenzol werden in 500 mL Toluol gelöst, 31.0 mL (220.1 mmol) Triethylamin zugegeben und anschließend auf 0 °C gekühlt. Zu der Reaktionmischung werden 61 mL (61 mmol) einer 1 M Lösung Dibrom- (phenyl)boran in Toluol unter Rühren bei 0 °C langsam getropft. Die Reaktionsmischung wird über einen Zeitraum von 30 Min. auf Raumtemperatur erwärmt. Nach Abkühlen der Reakionsmischung werden 600 mL EtOH zugetropft. Der ausgefallene Feststoff wird aus Toluol umkristallisiert und anschließend sublimiert 28.4 g (89.6 % d. Th, Reinheit > 99.9 %)
Beispiel 2: 3-[4-(2,6-Diphenylpyrimidin-4-yl)phenyl]-1 ,2-diphenyl-1 ,3,2- benzodiazaborol henyl)-2,6-diphenylpyrimidin
107.7 g (0.5 mol) 4-Bromacetophenon und 50.0 mL (0.5 mol) Benzaldehyd werden vorgelegt und mit 815 mL Natronlauge (2 mol/L, 1.6 mol) sowie 850 mL VE-Wasser versetzt. Das Reaktionsgemisch wird für 24 h bei 40 °C gerührt. Der ausgefallene Feststoff wird abgesaugt und mit VE- Wasser nachgewaschen. Das so erhaltene Rohprodukt wird aus Ethanol umkristallisiert. Ausbeute 113 g (80 % d. Th.). 21.8 g (0,4 mol) KOH-Plätzchen werden in 500 mL EtOH gelöst. Anschließend werden 38.0 g (0.2 mol) Benzamidin-Hydrochlorid und 115.0 g (0.4 mol) (E)-1-(4-Bromphenyl)-3-phenylprop-2-en-1-on, jeweils in 250 mL Ethanol gelöst, zugegeben und das Gemisch für 3 h unter Rückfluss erhitzt. Nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wird der ausgefallene
Feststoff abgesaugt, mehrfach mit Ethanol gewaschen und getrocknet. Ausbeute: 76.0 g (81 % d. Th.). b) 3-[4-(2,6-Diphenylpyrimidin-4-yl)phenyl]-1,2-diphenyl-1 ,3,2-benzo- diazaborol
14.3 g N-Phenyl-1 ,2-diaminobenzol (77.5 mmol), 30.0 g (77.5 mol) 4-(4- Bromphenyl)-2,6-diphenylpyrimidin, 3.2 g (3.9 mmol) 1 ,1-Bis(diphenyl- phosphino)ferrocen-dichloropalladium(ll) Komplex mit Dichlormethan, und 23 g Natrium-tert-butylat (232 mmol) werden in 300 mL Toluol 5 h unter Schutzatmosphäre zum Sieden erhitzt. Das Gemisch wird im Anschluss zwischen Toluol und Wasser verteilt, die organische Phase dreimal mit Wasser gewaschen und über Na2S04 getrocknet und einrotiert. Der verbleibende Rückstand wird aus Heptan/Toluol umkristallisiert. Die Ausbeute beträgt 27.0 g (71 % d. Th).
23.6 g (48.0 mmol) des Diaminobenzol-Derivats werden in 500 mL Toluol gelöst, 27.1 mL (192 mmol) Triethylamin zugegeben und anschließend auf 0 °C gekühlt. Zu der Reaktionmischung werden 50 mL einer 1 M Lösung Dibrom-(phenyl)boran (50 mmol) in Toluol unter Rühren bei 0 °C langsam getropft. Die Reaktionsmischung wird über einen Zeitraum von 30 Min. auf Raumtemperatur erwärmt. Nach Abkühlung der Reakionsmischung werden 600 mL Ethanol zugetropft. Der ausgefallene Feststoff wird aus Toluol umkristallisiert und anschließend sublimiert. Ausbeute: 20.2 g (73 % d. Th., Reinheit > 99.9 %).
Beispiel 3: 2-Biphenyl-4-yl-3-[4-(4,6-diphenyl-pyrimidin-2-yl)-phenyl]- 2,3-dihydro-benzo[1,3,2]oxazaborol enyl-pyrim»din-2-yl)-phenylamino]-phenol
10.0 g 2-Aminophenol (137 mmol), 53 g (137 mmol) 2-(4-Bromphenyl)-4,6- diphenylpyrimidin, 5.3 g (27.4 mmol) Cul und 89 g (274 mmol) Cs2C03 werden in 300 ml_ DMF 5 h unter Schutzatmosphäre zum Sieden erhitzt. Das Gemisch wird im Anschluss zwischen Essigester und Wasser verteilt, die organische Phase dreimal mit Wasser gewaschen und über Na2S04 getrocknet und einrotiert. Der verbleibende Rückstand wird aus Heptan/ Toluol umkristallisiert. Die Ausbeute beträgt 39.9 g (70 % d. Th). b) 2-Biphenyl-4-yl-3-[4-(4,6-diphenyl-pyrimidin-2-yl)-phenyl]-2,3- ]oxazaborol
25.6 g (62.0 mmol) des Aminobenzol-Derivats werden in 500 ml_ Toluol gelöst, 26 ml_ (185 mmol) Triethylamin zugegeben und anschließend auf 0 °C gekühlt. Zu der Reaktionmischung werden 62 mL einer 1M Lösung Dibrom-(4-biphenyl)boran (62 mmol) in Toluol unter Rühren bei 0 °C langsam getropft. Die Reaktionsmischung wird über einen Zeitraum von 30 Min. auf Raumtemperatur erwärmt. Nach Abkühlung der Reakions- mischung werden 600 mL Ethanol zugetropft. Der ausgefallene Feststoff wird aus Toluol umkristallisiert und anschließend sublimiert. Ausbeute: 17.8 g (50 % d. Th., Reinheit > 99.9 %).
Beispiel 4: 3,3'-Bis-(1-phenyl-3-(4-pyrimidin-2-yl-phenyl)-2,3-dihydro- rol-2-yl)-biphenyl
40.0 g (217 mmol) N-Phenyl-1 ,2-diaminobenzol, 51 g (217 mmol) 2-(4- Bromphenyl)pyrimidin, 8.8 g (10.9 mmol) 1 ,1-Bis(diphenylphosphino)- ferrocen-dichloropalladium(ll) Komplex mit Dichlormethan, und 64.5 g
Natrium-tert-butylat (651 mmol) werden in 600 mL Toluoi 8 h unter Schutzatmosphäre zum Sieden erhitzt. Das Gemisch wird im Anschluss zwischen Toluoi und Wasser verteilt, die organische Phase dreimal mit Wasser gewaschen und über Na2S04 getrocknet und einrotiert. Der verbleibende Rückstand wird aus Heptan/Toluol umkristallisiert. Die Ausbeute beträgt
44.1 g (60 % d. Th).
30 g (89.0 mmol) (2-Pyrimidinyl)-phenyl]-N'-phenyl-1 ,2-diaminobenzol werden in 600 mL Toluoi gelöst, 62 mL (443 mmol) Triethylamin zuge- geben und anschließend auf 0 °C gekühlt. Zu der Reaktionmischung werden 45 mL einer 1M Lösung Bis(dibrom-(3,3'-diphenyl)boran)
(45 mmol) in Toluoi unter Rühren bei 0 °C langsam getropft. Die
Reaktionsmischung wird über einen Zeitraum von 30 Min. auf Raumtemperatur erwärmt. Nach Abkühlung der Reakionsmischung werden 600 mL Ethanol zugetropft. Der ausgefallene Feststoff wird aus Toluoi umkristallisiert und anschließend sublimiert. Ausbeute: 37 g (70 % d. Th, Reinheit > 99.9 %)
Beispiel 5: 1-[4-(4,6-Diphenyl-pyrimidin-2-yl)-phenyl]-2,3-dipheny 1-2,3- ,2]diazaborolo[4,5-b]pyridin
15.0 g (81 mmol) N-Phenylpyridin-2,3-diamin, 31.5 g (81 mmol) 2-(4-Brom- phenyl)pyrimidin, 3.3 g (4 mmol) 1 ,1-Bis(diphenylphosphino)ferrocen-di- chloropalladium(ll) Komplex mit Dichlomnethan, und 23.3 g Natrium-tert- butylat (243 mmol) werden in 400 mL Toluol 8 h unter Schutzatmosphäre zum Sieden erhitzt. Das Gemisch wird im Anschluss zwischen Toluol und Wasser verteilt, die organische Phase dreimal mit Wasser gewaschen und über Na2S04 getrocknet und einrotiert. Der verbleibende Rückstand wird aus Heptan/Toluol umkristallisiert. Die Ausbeute beträgt 17 g (45 % d. Th).
17 g (34.6 mmol) des Diaminopyridin-Derivats werden in 200 mL Toluol gelöst, 19.5 mL (138 mmol) Triethylamin zugegeben und anschließend auf 0 °C gekühlt. Zu der Reaktionmischung werden 38 mL einer 1 M Lösung Dibrom(phenyl)boran (38 mmol) in Toluol unter Rühren bei 0 °C langsam getropft. Die Reaktionsmischung wird über einen Zeitraum von 30 Min. auf Raumtemperatur erwärmt. Nach Abkühlung der Reakionsmischung werden 200 mL Etthanol zugetropft. Der ausgefallene Feststoff wird aus Toluol umkristallisiert und anschließend sublimiert. Ausbeute: 12 g (60 % d. Th., Reinheit > 99.9 %).
Beispiel 6: 2-[4-(2,6-Diphenyl-pyrimidin-4-yl)-phenyl]-1 ,3-diphenyl-2,3- dihydro-1 H-benzo[1 ,3,2]diazaborol 1 ,3-dipheny l-2,3-dihydro-1 H-benzo[1 ,3,2]diazaborol
20.0 g (77 mmol) N,N'-Diphenyl-benzol-1 ,2-diamin werden in 300 mL Toluol gelöst, 42 mL (307 mmol) Triethylamin zugegeben und anschließend auf 0 °C gekühlt. Zu der Reaktionmischung werden 8.14 mL (85 mmol) Bortribromid in 20 mL Toluol unter Rühren bei 0 °C langsam getropft. Die Reaktionsmischung wird über einen Zeitraum von 30 Min auf Raumtemperatur erwärmt. Nach beendeter Reaktion werden 200 mL getrocknetes Toluol zugegeben und per Wasserabscheider ca. 400 mL Toluol abdestilliert, um die überschüssige Menge BBr3 zu entfernen. Dann wird der Ansatz auf ca. 100 mL aufkonzentriert und unter Schutzgas gelagert. b) 2-[4-(2,6-Diphenyl-pyrimidin-4-yl)-phenyl]-1,3-diphenyl-2,3-dihydro- 1 H-benzo[1 ,3,2]diazaborol
1.9 g (34 mmol) 4-(4-Bromphenyl)-2,6-diphenylpyrimidin werden in 300 mL THF gelöst und anschließend auf -100 °C gekühlt. Zu der Reaktionsmischung werden 22 mL (38 mmol) einer 1.6M Lösung n-Butyllithium in Hexan unter Rühren langsam getropft. Die Reaktionsmischung wird 30 Min. gerührt. Anschließend werden 200 mL (34 mmol) einer Lösung von 2- Brom-1 ,3-diphenyl-2,3-dihydro-1 H-benzo[1 ,3,2]diazaborol in Toluol zugetropft. Die Reakionsmischung wird über einen Zeitraum von 4 h auf 0 °C erwärmt, dann werden 600 mL Ethanol zugetropft. Der ausgefallene
Feststoff wird aus Toluol umkristallisiert und anschließend sublimiert.
Ausbeute: 11 g (60 % d. Th, Reinheit > 99.9 %).
Beispiel 7: Herstellung der OLEDs
Die Herstellung von erfindungsgemäßen OLEDs sowie OLEDs nach dem Stand der Technik erfolgt nach einem allgemeinen Verfahren gemäß WO 2004/058911 , das auf die hier beschriebenen Gegebenheiten
(Schichtdickenvariation, Materialien) angepasst wird.
In den folgenden Beispielen V1 , E1-E12 (siehe Tabellen 1 und 2) werden die Daten verschiedener OLEDs vorgestellt. Glasplättchen, die mit strukturiertem ITO (Indium-Zinn-Oxid) der Dicke 50 nm beschichtet sind werden zur verbesserten Prozessierung mit 20 nm PEDOT:PSS beschichtet (Poly- (3,4-ethylendioxythiophen)poly(styrolsulfonat), bezogen als CLEVIOS™ P VP AI 4083 von Heraeus Precious Metals GmbH Deutschland, aus wässriger Lösung aufgeschleudert). Diese beschichteten Glasplättchen bilden die Substrate, auf weiche die OLEDs aufgebracht werden. Die OLEDs haben prinzipiell folgenden Schichtaufbau: Substrat / Lochtransportschicht (HTL) / Zwischenschicht (IL) / Elektronenblockerschicht (EBL) / Emissionsschicht (EML) / optionale Lochblockierschicht (HBL) / Elek- tronentransportschicht (ETL) / optionale Elektroneninjektionsschicht (EIL) und abschließend eine Kathode. Die Kathode wird durch eine 00 nm dicke Aluminiumschicht gebildet. Der genaue Aufbau der OLEDs ist Tabelle 1 zu entnehmen. Die zur Herstellung der OLEDs benötigten Materialien sind in Tabelle 3 gezeigt.
Alle Materialien werden in einer Vakuumkammer thermisch aufgedampft. Dabei besteht die Emissionsschicht immer aus mindestens einem Matrixmaterial (Hostmaterial, Wirtsmaterial) und einem emittierenden Dotierstoff (Dotand, Emitter), der dem Matrixmaterial bzw. den Matrixmaterialien durch Coverdampfung in einem bestimmten Volumenanteil beigemischt wird. Eine Angabe wie DAB1 :VCbz1 :TEG1 (65%:30%:5%) bedeutet hierbei, dass das Material DAB1 in einem Volumenanteil von 65%,
VCbzI in einem Anteil von 30% und TEG1 in einem Anteil von 5% in der Schicht vorliegt. Analog kann auch die Elektronentransportschicht aus einer Mischung von zwei Materialien bestehen.
Die OLEDs werden standardmäßig charakterisiert. Hierfür werden die Elektrolumineszenzspektren, die Stromeffizienz (gemessen in cd/A), die Leistungseffizienz (gemessen in Im/W) und die externe Quanteneffizienz (EQE, gemessen in Prozent) in Abhängigkeit der Leuchtdichte, berechnet aus Strom-Spannungs-Leuchtdichte-Kennlinien (IUL-Kennlinien) unter Annahme einer lambertschen Abstrahlcharakteristik bestimmt. Die Elektrolumineszenzspektren werden bei einer Leuchtdichte von 1000 cd/m2 bestimmt und daraus die CIE 1931 x und y Farbkoordinaten berechnet. Die Angabe U1000 in Tabelle 2 bezeichnet die Spannung, die für eine Leuchtdichte von 1000 cd/m2 benötigt wird. SE1000 und LE1000 bezeichnen die Strom- bzw. Leistungseffizienz, die bei 1000 cd/m2 erreicht werden. EQE1000 schließlich bezeichnet die externe Quanteneffizienz bei einer Betriebsleuchtdichte von 1000 cd/m2.
Die Daten der verschiedenen OLEDs sind in Tabelle 2 zusammengefasst. Im Folgenden werden einige der Beispiele näher erläutert, um die Vorteile der erfindungsgemäßen Verbindungen zu verdeutlichen. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass dies nur eine Auswahl der in Tabelle 2 gezeigten Daten darstellt.
Verwendung von erfindungsgemäßen Verbindungen als Matrixmaterialien in phosphoreszierenden OLEDs
Verwendet man erfindungsgemäße Materialien als Matrix für phosphoreszierende grüne Dotanden, so erhält man sehr gute Effizienzen. Mit der Verbindung DAB1 z. B. erreicht man eine externe Quanteneffizinz von 18.3% und eine Leistungseffizienz von 52 Im/W (Beispiel E1). In Mischung mit dem Dimer eines verbrückten Carbazols VCbzl erreicht man sogar 19.2% und 59 Im/W (Beispiel E3). Weiterhin erhält man mit erfindungsgemäßen Verbindungen gute Lebensdauern. Wird z. B. die OLED aus Beispiel E1 bei einer Stromdichte von 20 mA/cm2 betrieben, so fällt die Leuchtdichte innerhalb von 120 h auf 70% ihres Anfangswertes ab.
Verwendet man das Diazaborol DAB7, welches nicht mit einer heteroaromatischen Gruppe substituiert ist, so erhält man höhere Betriebs-
Spannungen sowie geringere Effizienzen als mit den vergleichbaren erfindungsgemäßen Verbindungen DAB1 und DAB2 (Beispiel V1).
Tabelle 1 : Aufbau der OLEDs
Tabelle 2: Da ten der OLEDs
Bsp. U1000 SE1000 LE1000 EQE CIE x/y bei
(V) (cd/A) (Im/W) 1000 1000 cd/m2
V1 4.9 37 24 9.8% 0.34/0.64
E1 3.9 66 52 18.3% 0.33/0.63
E2 3.6 58 51 16.5% 0.33/0.63
E3 3.7 70 59 19.2% 0.32/0.63
E4 4.3 62 45 17.1% 0.33/0.63
E5 4.1 59 45 16.4% 0.33/0.63
E6 3.8 64 52 17.6% 0.32/0.63
E7 3.5 61 55 17.0% 0.33/0.63
E8 4.2 60 44 16.6% 0.33/0.63
E9 3.8 63 52 17.4% 0.33/0.63
E10 4.1 60 46 16.8% 0.33/0.63
E11 3.9 64 52 17.9% 0.32/0.63
E12 4.0 59 46 16.3% 0.33/0.63