Vorrichtung und Verfahren zur kalorimetrischen
Vermessung von Sorptionsvorgängen
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur kalorimetrischen Vermessung von Sorptionsvorgängen.
Zur energetischen Charakterisierung von Adsorbentien an einer Gas-Feststoff- Grenzfläche ist es hilfreich neben den Sorptionsisothermen zusätzlich die integralen bzw. differentiellen Sorptionsenthalpien der eingesetzten Gas-Feststoff-Systeme zu kennen. Besonders bei technischen Sorptions-Prozessen, die in der Gasphase fast ausnahmslos nicht-isotherm ablaufen, ist diese Kenntnis der Sorptionswärmen wertvoll, da technische Adsorber aufgrund des relativ kleinen Oberfläche-zu-Volumen-Verhältnisses quasi-adiabate Systeme darstellen.
Kalorimeter können im Wesentlichen auf zwei verschiedenen Messverfahren basieren. Zum einen können diese nach dem Kompensationsprinzip arbeiten, bei dem die zu messende Wärmetönung durch eine aktive Beheizung bzw. Kühlung kompensiert und die dazu notwendige Leistung detektiert wird. Zum anderen kann das Austauschprinzip zugrunde liegen, bei dem der durch die Wärmetönung erzeugte Wärmefluss zu einer Temperaturänderung zwischen Probe und Umgebung führt, welche detektiert wird.
Kommerziell verfügbar sind bisher zum einen Mikrokalorimeter, die typischerweise mit einer einzelnen Probenzelle ausgestattet sind, und zum anderen dynamische Differenzkalorimeter (DSC), die mit einer Proben- und einer parallel angeordneten Referenzzelle betrieben werden. Beide Arten von Kalorimetern sind aus technischen und wirtschaftlichen Gründen nicht für die simultane Vermessung von Sorptionsisothermen und Sorptionsenthalpie verwendbar.
In der Fachliteratur finden sich vereinzelt Sorptionskalorimeter wissenschaftlicher Arbeitsgruppen, bei denen es sich ausnahmslos um hochschulintern selbst entwickelte und aufgebaute Apparaturen für Laborversuche in der universitären Forschung handelt. Ge-
nerell unterscheiden lassen sich dabei Apparaturen für die Grundlagenforschung, z.B. zur Untersuchung von Bindungsenthalpien bei ausgesprochen geringer Oberflächenbelegung im Hochvakuum, und Apparaturen zur Messung von Sorption und Sorptionsenthalpie in verfahrenstechnisch relevanten Druck- und Temperaturbereichen. Der Aufbau letztgenannter Apparaturen ist hochgradig experimentell, ausgesprochen komplex und damit sehr teuer. Die Durchführung der Messungen mit diesen Apparaturen verläuft aufgrund des Aufbaus und des Funktionsprinzips dieser Apparaturen weitestgehend manuell, ist sehr umständlich und entsprechend arbeitsaufwändig. Eine der größten Schwächen der gegenwärtig existierenden Apparaturen zur Messung von Sorption und Sorptionsenthalpie in verfahrenstechnisch relevanten Druck- und Temperaturbereichen ist, dass während des Messbetriebs Änderungen durch äußere Einflüsse, gerätespezifische Veränderungen sowie Wärmeeffekte, die durch die Änderung der Atmosphäre in den Messzellen hervorgerufen werden, nicht berücksichtigt werden können. Diese Wärmeeffekte können unter Anderem der Wärmeeintrag durch eine eventuell von der Messzelle verschiedene Temperatur der zugeführten gasförmigen Substanz oder die bei der Entspannung bzw. Komprimierung der gasförmigen Substanz in der Messzelle aufgenommene bzw. abgegebene Wärme sein. Auch basiert die Auswertung der mit diesen Messgeräten erhaltenen Daten auf vereinfachten Modellen und es müssen verschiedene Annahmen zu Änderungen der Atmosphäre im Inneren der Messzellen gemacht werden, was zu starken Beschränkungen bezüglich der Genauigkeit der erhaltenen Ergebnisse führt.
Des Weiteren mangelt es diesen Messgeräten an einer Möglichkeit einer zuverlässigen, schnellen und allgemein gültigen Kalibrierung, da bisher nur eine manuelle Kalibrierung möglich ist, wobei diese vor jeder einzelnen Messung durchgeführt werden muss. Diese Kalibrierung ist aufwändig und es können nur unter großem Aufwand reproduzierbare Werte mittels dieser Messgeräte erhalten werden, die allerdings selbst dann verglichen mit herkömmlichen Kalorimetrie-Messungen deutlich ungenauer und stark fehlerbehaf- tet sind.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine kommerziell nutzbare und kostengünstige Vorrichtung sowie ein Verfahren bereit zu stellen, um in einfacher Weise eine Messung einer Sorptionsenthalpien durchführen zu können. Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Vorrichtung nach Anspruch l und durch ein Verfahren nach Anspruch 12 gelöst. Abhängige Ansprüche beziehen sich auf vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
Erfindungsgemäß umfasst die Vorrichtung zur kalorimetrischen Messung von Sorptions- Vorgängen eine Messzelle zur Aufnahme einer Probe, hier bezeichnet als Sorptionszelle, wobei die Sorptionszelle ein Volumen zur Füllung mit einem Sorptionsgas aufweist und eine weitere Messzelle, hier bezeichnet als Referenzzelle, ebenfalls mit einem Volumen zur Füllung mit dem Sorptionsgas. Um die Sorptionszelle herum angeordnet ist ein Mess-Gasvolumen, das zur Aufnahme eines Referenzgases, beispielsweise Stickstoff, Luft, Kohlenstoffdioxid oder eines der Edelgase, vorgesehen ist. Ferner ist ein um die Referenzzelle herum angeordnetes Referenz-Gasvolumen ebenfalls zur Aufnahme des Referenzgases vorgesehen.
Des Weiteren umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung eine Gasverbindung zwischen der Sorptionszelle und der Referenzzelle, um Sorptionsgas in die Sorptionszelle und die Referenzzelle zu leiten, so dass sich in der Sorptionszelle eine Sorptionsreaktion mit der Probe ergeben kann. Weiterhin schließt die erfindungsgemäße Vorrichtung zur kalorimetrischen Messung eine Vorrichtung zur Differenzdruck-Messung zwischen dem Mess- Gasvolumen und dem Referenz-Gasvolumen ein, um während des Messvorgangs aus einer Volumenänderung des Referenzgases im Mess-Gasvolumen eine kalorimetrische Messung des Sorptionsvorgangs an der Probe in der Sorptionszelle durchzuführen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur kalorimetrischen Vermessung von Sorptionsvorgängen wird dazu zunächst eine Probe in eine Sorptionszelle gefüllt. Anschließend wird ein Sorptionsgas, dessen Sorption auf die Probe kalorimetrisch untersucht werden soll, in die Sorptionszelle und in eine mit dieser verbundene Referenzzelle geleitet, so dass sich in der Sorptionszelle eine Sorptionsreaktion mit der Probe ergibt, worauf eine kalorimetrische Messung des Sorptionsvorgangs durchgeführt wird.
Wird während der Messung in der Sorptionszelle nun in Folge einer Sorption an die Probe Wärme frei, so fließt diese in ein die Sorptionszelle umgebendes Mess-Gasvolumen und führt dort zu einer vorübergehenden Erwärmung des Gases. Die draus resultierende Druckerhöhung wird mittels einer Vorrichtung zur Differenzdruck-Messung im Vergleich zum Druck im Referenz-Gasvolumen gemessen. Die so ermittelte Druckdifferenz ist proportional zu der freiwerdenden Wärme während des Sorptionsvorgangs. Da sämtliche der Sorption nicht zugrunde liegenden Wärmeflüsse und Atmosphärenveränderungen nicht nur in der Sorptionszelle, sondern auch in der Referenzzelle auftreten, sind solche Effekte bei dem auf dem Differenzdruck beider Messzellen basierenden Verfahren intrinsisch vom erhaltenen Ergebnis ausgenommen.
Vorteilhaft gegenüber dem Stand der Technik ist die durch den Aufbau mit einer Sorptionszelle und einer Referenzzelle erreichbare vollständige Kompensation der die Messung überlagernden Effekte der Atmosphäre bzw. der Änderungen der Atmosphäre während der Messung, was zu einer deutlich erhöhten Messgenauigkeit führt. Dabei ist der Aufwand für die Messung vergleichbar zu einer herkömmlichen kalorimetrischen Messung.
Weiterhin vorteilhaft ist, dass das Messverfahren auf der Erfassung von Druckdifferenzen zwischen den Gasvolumina beruht und nicht wie im Stand der Technik auf der Messung von Temperaturen, Temperaturdifferenzen oder Heizleistungen basiert, wodurch eine weitere signifikante Steigerung der Messgenauigkeit erreicht wird.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur kalorimetrischen Messung von Sorptionsvorgängen umfasst zwei Messzellen, eine Sorptionszelle und eine Referenzzelle. Sowohl die Messzellen als auch die Gasverbindung zwischen den Messzellen sind aus einem gasdichten Material aufgebaut, das in einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sich chemisch inert gegenüber dem eingeleiteten Sorptionsgas sowie gegenüber der Probe verhält, um chemische Reaktionen des Referenzgases zu verhindern, was zu einer Atmosphärenänderung, zu weiteren Wärmeflüssen und zur Veränderung der chemischen Zusammensetzung des Sorptionsgases führen würde.
Dabei ist für beide Messzellen ein Innenvolumen von einigen Mikrolitern bis hin zu mehreren Litern möglich, bevorzugt 10 μΐ bis 0,11, besonders bevorzugt 0,5 bis 5 cm3.
Bei der Probe im Inneren der Sorptionszelle kann es sich um einen beliebigen Feststoff, ein Gel oder eine Flüssigkeit handeln in dessen Volumen oder an dessen Oberfläche eine Reaktion erfolgt bzw. das eingeleitete Sorptionsgas sorbiert wird. Bei dem Sorptionsgas kann es sich um eine beliebige gasförmige Substanz handeln. Auch Aerosole, also flüssige oder feste Substanzen dispergiert in einem gasförmigen Medium, sind denkbar. Die Referenzzelle ist zur Füllung mit dem Sorptionsgas über die Gasverbindung mit der Sorptionszelle verbunden. Bei der Messung kann die Referenzzelle nur das Sorptionsgas enthalten oder es besteht die Möglichkeit der zusätzlichen Befüllung mit einer Probe, wie es für die Sorptionszelle vorgesehen ist. Um beide Messzellen ist jeweils ein Gasvolumen angeordnet, wobei bevorzugt große Teile der Sorptionszelle von dem Mess-Gasvolumen und große Teile der Referenzzelle von dem Referenz-Gasvolumen umgeben sind und besonders bevorzugt beide Messzellen von dem jeweiligen Gasvolumen - ggf. bis auf Zuleitungen - vollständig und allseitig umschlossen sind. Eine größtmögliche Umhüllung der Messzellen durch die Gasvolumina ist vorteilhaft, da so eine möglichst vollständige Übertragung der Wärme aus den Messzellen in die Gasvolumina gewährleistet ist.
In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Vorrichtung weichen die orthogonal zwischen allen Punkten der Oberfläche der jeweiligen Messzelle und der inneren Wand des entsprechenden Gasvolumens gemessenen Abstände um nicht mehr als 20 % voneinander ab, bevorzugt nicht mehr als 10%, besonders bevorzugt sind die Abstände zwischen den Wänden der Messzelle und des diese umgebenden Gasvolumens an allen Punkten gleich groß, sodass im Inneren des Gasvolumens es zu einem möglichst gleichmäßigen Wärmefluss kommt.
Erfindungsgemäß ist zwischen der Sorptionszelle und der Referenzzelle eine Gasverbindung vorgesehen. Dabei kann es sich um eine einfache Leitung aus einem beliebigen Material oder auch um ein weiteres Bauteil der Vorrichtung, das die Innenräume der
beiden Messzellen direkt oder indirekt miteinander verbindet, handeln.
Des Weiteren umfasst die erfindungsgemäße Vorrichtung zwischen dem Mess- Gasvolumen und dem Referenz-Gasvolumen eine Vorrichtung zur Differenzdruck- Messung. Die Differenzdruck-Messung kann zum Beispiel mittels eines Differenzdrucksensors, etwa mit einer Trennmembran, oder mittels mehrerer Sensoren, etwa piezore- sistiven, piezoelektrischen oder kapazitiven Drucksensoren, erfolgen.
Die Anordnung der Vorrichtung zur Differenzdruck-Messung an dem Mess-Gasvolumen und dem Referenz-Gasvolumen kann direkt oder über weitere Bauteile der Vorrichtung erfolgen. So kann beispielsweise diese auch mit einem Teil einer Vorrichtung zur Befüllung mit dem Referenzgas verbunden sein.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind die beiden Messzellen, die Sorp- tionszelle und die Referenzzelle, sowie die damit verbundenen Bauteile möglichst symmetrisch, bevorzugt spiegelsymmetrisch, zu einer Linie, die parallel zu einer Hauptachse der Messzellen und/oder mittig zwischen den beiden Messzellen verläuft und besonders bevorzugt zusätzlich durch den Mittelpunkt der Apparatur geht, angeordnet, wodurch die durch den zweizeiligen Aufbau der Vorrichtung bedingte intrinsische Kompensation aller die Messung störender oder verfälschender Effekte durch ein ähnliches Umfeld der beiden Messzellen begünstig wird.
Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist je ein Heizelement mit Wirkungsbereich im Inneren der Sorptionszelle und der Referenzzelle vorgesehen. Bei dem Heizelement kann es sich um eine beliebige Vorrichtung zur gezielten Beheizung handeln, bevorzugt umfasst es ein elektrisches Widerstandselement wie ein PTC- oder NTC-Widerstand, besonders bevorzugt um ein metallisches Widerstandselement aus Platin, wie zum Beispiel einem PTioo-Widerstandselement. Der Einbau von elektrischen Widerstandselementen in beiden Messzellen ist vorteilhaft aufgrund der Möglich- keit der in-situ-Kalibrierung des Kalorimeters während des Messvorgangs durch geregelte elektrische Beheizung der Widerstandselemente.
Gemäß dieser Ausgestaltung der Erfindung kann das Heizelement in die Wand der
Messzellen integriert sein oder sich teilweise oder vollständig in das Innere der jeweiligen Messzelle erstrecken. In einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist das Heizelement thermisch gegenüber der Wand der jeweiligen Messzelle isoliert, so dass der Wärmeeintrag durch das Heizelement nur in das Innere der Messzelle, nicht aber direkt auf die Zellenwand erfolgt.
Bevorzugt befindet sich in jeder der beiden Messzellen, der Sorptionszelle und der Referenzzelle, ein baugleiches Heizelement. Vorzugsweise ist das Heizelement zusätzlich auch zur Erfassung der Temperatur jeweils des Inneren der Sorptionszelle und der Referenzzelle verwendbar. Dies kann in einer möglichen Ausgestaltung der Erfindung ebenfalls über ein elektrisches und/ oder metallisches Widerstandselement, wie zum Beispiel einem PTioo Widerstandselement erfolgen.
Weiterhin vorteilhaft ist, wenn die Heizelemente je in der Sorptionszelle und in der Referenzzelle über eine Steuereinheit getrennt voneinander regelbar sind, so dass ein geregelter kurzzeitiger Wärmeeintrag in jede der beiden Messzellen unabhängig voneinander erfolgen kann. Bevorzugt kann mittels der Steuereinheit ebenfalls die Temperatur in den Messzellen getrennt voneinander mittels des jeweiligen Heizelements gemessen werden, wodurch auch die Temperaturen zentral erfasst und sowohl in die Auswertung des Messsignals einbezogen werden kann, als auch Teil der vom Nutzer abrufbaren Daten darstellt. Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass mittels der Steuereinheit eine Kalibrierung der Vorrichtung vor, während und/oder nach der kalorimetrischen Messung durchgeführt werden kann und dies besonders bevorzugt vollautomatisch erfolgt. In einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens werden während der kalorimetrischen Vermessung einmalig, wiederholt oder kontinuierlich in-situ Kalibrierungen vorgenommen, wobei unter einer in-situ Kalibrierung eine Kalibrierung zumindest unter Messbedingungen, bevorzugt während des Messvorgangs, verstanden wird. Dabei erfolgt
mittels einem der Heizelemente entweder in der Sorptionszelle oder in der Referenzzelle ein kurzzeitiger geregelter Wärmeeintrag, wodurch eine zusätzliche Druckdifferenz zwischen den die Messzellen umgebenden Gasvolumina beobachtet werden kann, die proportional zur eingebrachten Wärmemenge ist. Ein Vorteil dieser Kalibrierungen ist, dass so die aufgezeichnete Druckerhöhung nach der Messung direkt in eine absolute Wärmemenge umgerechnet werden kann. Dies ermöglicht eine direkte Bestimmung der Sorptionsenthalpien aus dem Wärmeumsatz, so dass Beschränkungen durch Modelle und Annahmen entfallen. Da diese Kalibrierung unter Messbedingung (u. a. Temperatur, Gasdruck, Atmosphäre) mit der Probe in der Sorptionszelle durchgeführt wird und während der Messung beliebig oft wiederholt werden kann, werden hierbei vorteilhaft alle die Messung störenden oder verfälschenden Effekte, ggf. auch in ihrer zeitlichen Entwicklung während der Messung, berücksichtigt, so zum Beispiel die (zeitliche) Änderung der Wärmekapazität der Atmosphäre in der Sorptionszelle. In einer weiteren möglichen Weiterbildung des Verfahrens erfolgt vor oder während der kalorimetrischen Messung eine Kreuzkalibrierung zur Bestimmung gerätespezifischer Größen, wobei mittels jeweils eines Heizelementes abwechselnd eine kurzzeitige geregelte Beheizung der Sorptionszelle und der Referenzzelle durchgeführt wird, wodurch jeweils eine Druckdifferenz der die Messzellen umgebenden Gasvolumina auftritt, die proportional zur eingebrachten Wärmemenge ist und bei völliger Symmetrie der Vorrichtung für beiden Messzellen einen identischen Proportionalitätsfaktor aufweist. Ist die Vorrichtung nicht vollkommen symmetrisch, was zum einen apparativ bedingte Gründe basierend auf dem generellen Aufbau der Vorrichtung haben kann, aber auch in spezifischen Parametern der jeweiligen Messung, zum Beispiel durch Unterschiede in der Wärmekapazität des Inhalts beider Messzellen, begründet sein kann, so kann mittels der vorgenannten Weiterentwicklung des Verfahrens leicht und, falls gewünscht, automatisch ein jeweiliger Korrekturfaktor berechnet werden, dessen Berücksichtigung in der Auswertung des Messsignals zu deutlich genaueren und reproduzierbaren Ergebnissen führt. Bei bekanntem Symmetriefaktor reicht u. U. auch eine einfache Kalibrierung mit Wärmeeintrag in nur einer der Messzellen aus.
Des Weiteren besteht die Möglichkeit vor oder während der Messung mittels der Heizelemente zeitgleich in die Sorptionszelle und in die Referenzzelle ein kurzzeitiger gere-
gelter gleichgroßer Wärmeeintrag einzubringen, der bei völliger Symmetrie des Kalori- meteraufbaus zu keiner Druckdifferenz der beiden Gasvolumina führen sollte. Eine dennoch auftretende Druckdifferenz kann ebenfalls zur Berechnung eines Korrekturfaktors in der Auswertung der kalorimetrischen Messung herangezogen werden, was zu genaue- ren Ergebnissen bei der Auswertung des erhaltenen Messsignals führt.
Alternativ oder zusätzlich zu einer Kalibrierung kann ein Heizelement, insbesondere ein in der Referenzzelle angeordnetes Heizelement, auch direkt zur Messung eingesetzt werden. Dies kann bspw. erfolgen, indem möglichst zeitgleich zur stattfindenden Sorpti- onsreaktion in der Messzelle ein Wärmeeintrag über das Heizelement in der Referenzzelle vorgegeben wird und mittels der Differenzdruck-Messung ein Vergleich der von den Messzellen in die Gasvolumina eingetragenen Wärmemengen erfolgt.
Insbesondere beim Erreichen eines Gleichgewichts, bspw. einem Differenzdruck von Null, d. h. gleichem Wärmeeintrag in beiden Gasvolumina, kann so die Wärmemenge in der Messzelle anhand der dem Heizelement vorgegebenen Wärmemenge bestimmt werden. In einer konkreten Ausgestaltung ist es bspw. möglich, einen Regler für die dem Heizelement zugeführte Wärmemenge vorzusehen, wobei der Differenzdruck auf Null geregelt wird. Die elektrisch zugeführte Heizleistung ist leicht ermittelbar und entspricht - direkt oder bei eventueller Asymmetrie ggf. modifiziert mit einem Faktor - dem Wärmebetrag der Sorptionsreaktion.
Bei einer möglichen Ausführungsform der Erfindung ist die Referenzzelle von im Wesentlichen gleicher Geometrie wie die Sorptionszelle und/oder das Referenz- Gasvolumen von im Wesentlichen gleicher Geometrie wie das Mess-Gasvolumen. Darunter ist zu verstehen, dass die Sorptionszelle und die Referenzzelle und/oder das Referenz-Gasvolumen und das Mess-Gasvolumen bevorzugt von vergleichbarer geometrische Gestalt sind und sich die Oberfläche beider Messzellen und/oder beider Gasvolumina nicht mehr als 100% voneinander unterscheiden, bevorzugt nicht mehr als 25%, beson- ders bevorzugt nicht mehr als 5%.
In einer ganz besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung sind die Sorptionszelle und die Referenzzelle und/oder das Referenz-Gasvolumen und das Mess-
Gasvolumen in ihrer Form, Dimension und ihrem Material mindestens im Wesentlichen identisch, was eine größtmögliche Vergleichbarkeit der erhaltenen Daten und eine Minimierung notwendiger Korrekturen sicherstellt. In einer möglichen Weiterbildung der Erfindung ist mindestens für die Sorptionszelle eine absperrbare Einlassvorrichtung vorgesehen, um die Sorptionszelle mit der Probe und/oder auch mit Sorptionsgas zu befüllen. Die Referenzzelle kann ebenfalls eine absperrbare Einlassvorrichtung besitzen, um zusätzlich oder gesondert zur Sorptionszelle Sorptionsgas oder in einer weiteren möglichen Weiterbildung der Erfindung auch eine Probe einbringen zu können. Die Absperrung der Einlassvorrichtung kann zum Beispiel über ein oder mehrere Ventile oder Schieber erfolgen, die manuell, elektrisch, pneumatisch oder anderweitig betrieben werden können, oder über einen verschraubbaren oder anderweitig verschließbaren Verschluss. Weiterhin sind verschiedene Ausführungsformen der Erfindung möglich, bei denen eine Vorrichtung zur Messung des Sorptionsgas-Druckes zur Messung von Sorptionsisothermen vorgesehen ist. Dies kann über einen beliebigen Drucksensor erfolgen, zum Beispiel über einen piezoresistiven, piezoelektrischen, kapazitiven oder induktiven Drucksensor. Die Vorrichtung zur Messung des Sorptionsgas-Druckes kann sich an einem beliebigen, Sorptionsgas-gefüllten Bauteil der Vorrichtung zur kalorimetrischen Messung befinden, bevorzugt an der Gasverbindung zwischen der Sorptionszelle und der Referenzzelle oder an einer absperrbaren Einlassvorrichtung der Sorptionszelle oder der Referenzzelle. Durch eine solche Kopplung von volumetrisch arbeitenden Messverfahren mit der Kalo- rimetrie können die Sorptionsisotherme und die beladungsabhängigen Sorptionsenthal- pien simultan in einem Gerät gemessen werden. Ein weitreichender Vorteil dieser Kopplung ist die direkte Bestimmung der Sorptionsenthalpien aus dem Wärmeumsatz während der Messung, so dass Beschränkungen durch Modelle und Annahmen entfallen.
Bei einer möglichen Ausführungsform der Erfindung ist eine absperrbare Leitung zur Verbindung des Inneren des Mess-Gasvolumens und des Referenz-Gasvolumens zum Herstellen eines Druckausgleichs zwischen den beiden Volumen vorgesehen. Die absperrbare Leitung kann dabei ein eigenständiges Bauteil der Vorrichtung sein oder über weitere in der Vorrichtung befindliche Bauteile realisiert sein, so etwa als Teil der
Vorrichtung zur Differenzdruck-Messung oder als Teil der Vorrichtung zur Befüllung mit Referenzgas. Die Absperrung der Leitung kann zum Beispiel über ein oder mehrere Ventile oder Schieber erfolgen, die manuell, elektrisch, pneumatisch oder anderweitig betrieben werden können.
In einer vorteilhaften Ausführung des Verfahrens erfolgt während der kalorimetrischen Vermessung eine simultane Messung eine Sorptionsisotherme mittels einer in der Apparatur befindlichen Vorrichtung zur Messung des Sorptionsgas-Druckes oder einer extern angebrachten und mit der Sorptionszelle verbundenen Messvorrichtung, wodurch der zeitabhängige Verlauf des Sorptionsgas-Druckes verfolgt werden kann und somit unter Anderem Informationen zum zugrundeliegenden Sorptionsmechanismus erhalten werden. Des Weiteren wirkt sich bei dieser Ausführung vorteilhaft aus, dass die kalorimetrische Messung und die Aufnahme der Sorptionsisotherme mit nur einer Apparatur gleichzeitig durchgeführt werden können: Es ergibt sich eine Verringerung des zeitlichen und finanziellen Aufwandes, eine Reduzierung der Anzahl notwendiger Messgeräte was sowohl Platz als auch Wartungskosten spart sowie als größten Vorteil, dass die kalorimetrische Messung und die aufgenommene Sorptionsisotherme von demselben Prozess stammen und nicht von einer Reproduktion des gleichen Prozesses in einem weiteren Messgerät, wobei beide Messungen jeweils eigenen gerätespezifischen Parametern un- terworfen wären.
Verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend mit Bezug auf die Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen: Fig. 1 eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform der Erfindung; Fig. 2 eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform der Erfindung und
Fig. 3 eine schematische Darstellung einer dritten Ausführungsform der Erfindung. Die in Figur 1 gezeigte erste Ausführungsform einer Vorrichtung 1 zur kalorimetrischen Vermessung von Sorptionsvorgängen weist eine Sorptionszelle 2 zur Aufnahme einer Probe 3 sowie eine Referenzzelle 4 auf, wobei die Sorptionszelle 2 und die Referenzzelle 4 zueinander symmetrisch im Inneren der Vorrichtung 1 angeordnet sind.
Am oberen Ende der Sorptionszelle 2 und der Referenzzelle 4 ist jeweils eine Gasverbindung 10 angeordnet, die die Innenräume beider Messzellen 2, 4 verbindet, so dass in beide Messzellen 2, 4 zugleich Sorptionsgas eingeleitet werden kann und ein Druckausgleich der beiden Messzellen 2, 4 gegeben ist.
Die Einleitung des Sorptionsgases erfolgt über eine Zuleitung mit Absperrventil 20, die entlang der Hauptachse der Sorptionszelle 2 vom Inneren der Vorrichtung 1 nach Außen führt und oberhalb der Sorptionszelle 2 mit der Gasverbindung 10 verbunden ist. Das am oberen Ende der Zuleitung mit Absperrventil 20 angeordnete Ventil verschließt die Apparatur gasdicht und dient zur Befüllung der Sorptionszelle 2 und der Referenzzelle 4 mit Sorptionsgas. In der schematischen Darstellung von Fig. 1 nicht dargestellt ist ein Zugang, bspw. eine lösbare Rohrverbindung, durch die eine Probe 3 in die Sorptionszelle 2 eingebracht werden kann.
Der Druck des Sorptionsgases im Inneren der Sorptionszelle 2 und der Referenzzelle 4 wird mittels eines Präzisionsdruckaufnehmers 22 gemessen, der sich oberhalb der Sorptionszelle 2 verbunden mit der Zuleitung mit Absperrventil 20 im Inneren der Vorrichtung 1 befindet.
Die Sorptionszelle 2 ist - bis auf die Zuleitung - vollständig von einem Mess-Gasvolumen 6 umgeben, welches mit einem Referenzgas, z.B. Argon, gefüllt ist. Die Referenzzelle 4 ist von einem Referenz-Gasvolumen 8 umgeben, das ebenfalls mit dem Referenzgas gefüllt ist und in seiner Form identisch zum Mess-Gasvolumen 6 gestaltet ist. Im oberen Bereich beider Gasvolumina 6, 8 sind Leitungen angeordnet, die je zu einer Seite zu einem zwischen dem Mess-Gasvolumen 6 und dem Referenz-Gasvolumen 8 angeordneten Differenzdruck-Sensor 12 führen.
Verbunden mit den von den beiden Gasvolumina 6, 8 zu dem Differenzdruck-Sensor 12 führenden Leitungen und parallel zu dem Differenzdruck-Sensor 12 angeordnet befindet sich eine weitere Leitung 24 mit zwei gasdichten Ventilen. Mittig zwischen diesen beiden Ventilen, direkt mit der Leitung 24 verbunden, ist eine Vorrichtung zur Befüllung mit Referenzgas 26 angeordnet, die in der in Fig. 1 skizzierten Ausführungsform der Vorrich-
tung 1 aus einer einfachen Leitung mit einem Ventil besteht. Mit Hilfe der Ventile der Vorrichtung zur Befüllung mit Referenzgas 26 sowie der an der Leitung 24 angeordneten zwei Ventile kann sowohl in eines oder beide der Gasvolumina 6, 8 Referenzgas eingeleitet werden, als auch ein Druckausgleich zwischen dem Mess-Gasvolumen 6 und dem Referenz-Gasvolumen 8 realisiert werden.
Jeweils mittig im Inneren der Sorptionszelle 2 und der Referenzzelle 4 befindet sich je ein Heizelement 14, 16 zur kurzfristigen Einbringung einer definierten Wärmemenge in das Innere der jeweiligen Messzelle 2, 4. Bei den hier dargestellten Heizelementen 14, 16 handelt es sich um elektrische Widerstandselemente, die jeweils mit einem Kabel verbunden sind, dass aus der Messzelle 2, 4 heraus durch das um diese herum angeordneten Gasvolumen 6, 8 zu einer außerhalb der Vorrichtung 1 befindlichen Steuereinheit 18 führt. Die Steuereinheit 18 regelt sowohl die Beheizung als auch die Erfassung der Temperatur des Inneren der Sorptionszelle 2 und der Referenzzelle 4 jeweils getrennt von- einander mittels der elektrischen Widerstandselemente 14, 16.
Sämtliche in Fig. 1 gezeigten Bauelemente der Vorrichtung 1 zur kalorimetrischen Vermessung von Sorptionsvorgängen, abgesehen von der Steuereinheit 18, befinden sich im Inneren eines isolierten, thermostatisierten Gefäßes 28, das die in seinem Inneren ange- ordneten Bauelemente der Vorrichtung 1 gegenüber der Umgebung thermisch isoliert.
Das Gefäß 28 kann zum Beispiel eine evakuiertes Vakuumgehäuse, ein flüssigkeitsgefülltes Gefäß, das mittels eines intern oder extern angeordneten Thermostaten geregelt temperiert wird, oder ein geeignetes Thermoisolationsgefäß sein.
Zur Durchführung einer kalorimetrischen Vermessung eines Sorptionsvorgangs wird zunächst eine Probe 3 in die Sorptionszelle 2 gefüllt.
Die Probe 3 wird zunächst für die Messung vorbereitet und dabei ggf. vorbehandelt. Dann wird das Volumen der Messzelle 2 und damit ebenfalls das Volumen der Referenzzelle 4 entweder mit einem definierten Gas bei festgelegtem Druck beaufschlagt oder - bevorzugt - evakuiert.
Anschließend erfolgt automatisch eine Kalibrierung. Diese kann bei bekanntem Asynch- ronitätsfaktor als einfache Kalibrierung erfolgen, bevorzugt ist aber eine Kreuzkalibrierung zur Bestimmung gerätespezifischer Größen, wobei mittels jeweils eines elektrischen Widerstandsheizelementes 14, 16 abwechselnd eine kurzzeitige geregelte Beheizung der Sorptionszelle 2 und der Referenzzelle 4 erfolgt, wodurch jeweils eine Druckdifferenz der die Messzellen 2, 4 umgebenden Gasvolumina 6, 8 auftritt, die proportional zur eingebrachten Wärmemenge ist und bei völliger Symmetrie der Vorrichtung für beiden Messzellen 2, 4 einen identischen Proportionalitätsfaktor aufweist. Ist die Vorrichtung 1 nicht vollkommen symmetrisch, was zum einen apparativ bedingte Gründe basierend auf dem generellen Aufbau der Vorrichtung 1 haben kann, aber auch in spezifischen Parametern der jeweiligen Messung, zum Beispiel durch Unterschiede in der Wärmekapazität des Inhalts beider Messzellen 2, 4, begründet sein kann, so kann mittels der Kreuzkalibrierung automatisch ein Korrekturfaktor berechnet werden, der bei der späteren Auswertung des Messsignals berücksichtigt wird.
Anschließend wird ein Sorptionsgas, dessen Sorption auf die Probe 3 kalorimetrisch untersucht werden soll, in die Sorptionszelle 2 und in eine mit dieser verbundene Referenzzelle 4 geleitet, so dass sich in der Sorptionszelle 2 eine Sorptionsreaktion mit der Probe 3 ergibt, worauf eine kalorimetrische Messung des Sorptionsvorgangs durchgeführt wird. Gegebenenfalls wird zu Beginn oder während der kalorimetrischen Messung eine weitere Kreuzkalibrierung gemäß dem zuvor beschriebenen Verfahren durchgeführt
Wird während der Messung in der Sorptionszelle 2 nun in Folge einer Sorption an die Probe 3 Wärme frei, so fließt diese in ein die Sorptionszelle 2 umgebendes Mess- Gasvolumen 6, wohingegen in der Referenzzelle 4 es zu keiner Sorption des Sorptionsgases kommt und folglich auch zu keinem sorptionsbedingten Wärmefluss in ein die Referenzzelle 4 umgebende Referenz-Gasvolumen 8. Der zusätzliche Wärmefluss in das Mess-Gasvolumen 6 führt zu einer vorübergehenden Erwärmung des Gases darin und damit zu einer Druckerhöhung, die im zeitlichen Verlauf zunächst steil ansteigt und da- nach langsam wieder abfällt bis schließlich das thermische Gleichgewicht im Gesamtsystem wieder erreicht ist und keine Druckdifferenz beider Gasvolumina 6, 8 mehr registriert wird. Im Referenz-Gasvolumen 8 kommt es während des gesamten Prozesses zu keiner Druckerhöhung aufgrund des Sorptionsvorgangs. Die Druckerhöhung im Mess-
Gasvolumen 6 wird mittels des Differenzdrucksensors 12 im Vergleich zum Druck im Referenz-Gasvolumen 8 gemessen. Die so ermittelte Druckdifferenz ist proportional zu der freiwerdenden Wärme während des Sorptionsvorgangs. Da sämtliche der Sorption nicht zugrunde liegenden Wärmeflüsse und Atmosphärenveränderungen nicht nur in der Sorptionszelle 2, sondern auch in der Referenzzelle 8 auftreten, sind solche Effekte bei dem auf dem Differenzdruck beider Zellen basierenden Verfahren intrinsisch vom erhaltenen Ergebnis ausgenommen.
Die Messung der Wärmemenge erfolgt anhand der Beobachtung des Peaks des sich er- gebenden zeitlichen Verlaufs des Differenzdrucks, unter Verwendung der vorherigen oder nachträglichen Kalibrierung, aus der der Zusammenhang zwischen Differenzdruck und Wärmeeintrag bekannt ist. Dabei können während der kalorimetrischen Vermessung wiederholt oder kontinuierlich in-situ Kalibrierungen vorgenommen werden, wobei mittels einem der elektrischen Widerstandsheizelemente 14, 16 entweder in der Sorpti- onszelle 2 oder in der Referenzzelle 4 ein kurzzeitiger geregelter Wärmeeintrag erfolgt, wodurch eine zusätzliche Druckdifferenz zwischen den die Messzellen 2, 4 umgebenden Gasvolumina 6, 8 beobachtet werden kann, die proportional zur eingebrachten Wärmemenge ist, wodurch die aufgezeichnete Druckerhöhung nach der Messung direkt in eine absolute Wärmemenge umgerechnet werden kann.
Besonders bevorzugt ist eine mehrschrittige Messung mit aufeinanderfolgenden Messschritten bei jeweils schrittweise ansteigendem Druck des Sorptionsgases. Hierbei werden zunächst die Messzelle und die Referenzzelle evakuiert und dann eine erste Kalibrierung als Kreuzkalibrierung oder einfache Kalibrierung durchgeführt. Anschließend wird das Sorptionsgas in die Messzellen 2, 4, auf einem definierten, niedrigen Druckniveau eingelassen und die beschriebene kalorimetrische Messung durch Beobachtung der Druckdifferenz durchgeführt. Wird nun abgewartet, bis sich nach Abklingen des anfänglichen Peaks wieder ein thermisch stabiler Zustand einstellt, so kann anschließend in diesem stabilen Zustand eine erneute in-situ Kalibrierung erfolgen. Die Besonderheit besteht dann darin, dass die Kalibrierung bei den exakten Messbedingungen möglich ist und so Fehlereinflüsse wie bspw. sich ändernde Wärmekapazitäten in der Kalibrierung berücksichtigt sind.
Anschließend wird in einem weiteren Messschritt weiteres Sorptionsgas zugeführt und die Messung auf einem zweiten, höheren Druckniveau wiederholt, inklusive der anschließenden Kalibrierung. Eine Fortführung mit weiteren Messschritten bei jeweils ansteigendem Druck ist möglich.
In Figur 2 ist eine weitere mögliche Ausführungsform einer Vorrichtung 1 zur kalorimetrischen Vermessung von Sorptionsvorgängen schematisch dargestellt. In den Grundelementen entspricht diese der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform, erweitert diese allerdings um eine Reihe von Bauelementen.
Gegenüber der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform ist die Vorrichtung 1 in Fig. 2 ergänzt durch einen Gasspeicherbehälter 30, der im oberen Teil der Vorrichtung 1 mit der Zuleitung mit Absperrventil 20 sowie der Vorrichtung zur Befüllung mit Referenzgas 26 verbunden ist. Der Druck im Inneren des Gasspeicherbehälters 30 ist über den mit diesem über eine Leitung verbundenen Präzisionsdruckaufnehmer 22 messbar.
Direkt an dem Gasspeicherbehälter 30 angeordnet befindet sich ein absperrbarer Zugang 32 mittels dem der Gasspeicherbehälter 30 sowohl evakuiert als auch befüllt werden kann. Der Gasspeicherbehälter kann sowohl über die Vorrichtung zur Befüllung mit Referenzgas 26 mit Referenzgas als auch über die Zuleitung mit Absperrventil 20 mit Sorptionsgas befüllt werden.
Sowohl die Leitung von dem Gasspeicherbehälter 30 zu der Sorptionszelle 2 als auch die Leitung von dem Gasspeicherbehälter 30 zu dem Mess-Gasvolumen 6 und dem Refe- renz-Gasvolumen 8 sind über Ventile absperrbar, wobei im zweiten Fall die Ventile Teil der absperrbaren Leitung 24 sind.
Der Gasspeicherbehälter 30 stellt in dieser Ausführungsform der Erfindung ein zentrales Bauteil dar mit dem alle drei Einlassvorrichtungen, die Vorrichtung zur Befüllung mit Referenzgas 26, die Zuleitung mit Absperrventil 20 und der absperrbarer Zugang 32, verbunden sind.
Weiterhin besitzt das in Fig. 2 gezeigte Ausführungsbeispiel eine Temperaturmessvor-
richtung 34 im Inneren des adiabatischen Gefäßes 28 zur Erfassung der Temperatur eines darin befindlichen flüssigen oder gasförmigen Mediums.
Des Weiteren ist im Ausführungsbeispiel der Vorrichtung 1 in Fig. 2 mit jedem der bei- den Heizelemente 14, 16, die im Inneren der Sorptionszelle 2 und der Referenzzelle 4 angeordnet sind, je eine Temperaturmessvorrichtung 36, 38 verbunden zur direkten Erfassung und Wiedergabe der Temperatur während des Messvorgangs.
In Figur 3 ist eine dritte Ausführungsform der Erfindung dargestellt. In der nachfolgen- den Beschreibung wird nur auf die Unterschiede zu der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform der Vorrichtung 1 eingegangen.
Die hier dargestellte Vorrichtung 1 zur kalorimetrischen Vermessung von Sorptionsvorgängen weist einen Gasspeicherbehälter 30 auf, der gegenüber dem Rest der Vorrich- tung 1 mittels einer Leitung mit einem Ventil absperrbar verbunden ist. An dem Gasspeicherbehälter 30 angeordnet befinden sich eine Druckmessvorrichtung 40 und eine Temperaturmessvorrichtung 42 des Gasspeicherbehälters.
Über eine Leitung sind absperrbar mit dem Gasspeicherbehälter 30 die Zuleitung mit Absperrventil 20, die Vorrichtung zur Befüllung mit Referenzgas 26 und der absperrbarer Zugang 32 verbunden. Ausgehend von dieser Leitung führen zwei weitere absperrbare Leitungen zu der Sorptionszelle 2 und zu dem Mess-Gasvolumen 6 sowie zu dem Referenz-Gasvolumen 8. Ein weiterer Unterschied zu den zuvor dargestellten Ausführungsformen bildet der Umfang des adiabatischen Gefäßes 28. Dieses umschließt in dieser Ausführungsform der Erfindung nicht mehr die gesamte Vorrichtung 1, sondern nur noch die Sorptionszelle 2 mit dem diese umgebenden Mess-Gasvolumen 6 sowie die Referenzzelle 4 mit dem diese umschließenden Referenz-Gasvolumen 8. Die Gasverbindung 10 zwischen den Gasvolumina 6, 8, der Diffe- renzdruck-Sensor 12, der Präzisionsdruckaufnehmer 22 und die absperrbare Leitung 24, sowie der Gasspeicherbehälter 30 befinden sich außerhalb des adiabatischen Gefäßes 28.