Beschreibung
Strahlung emittierendes Bauelement, transparentes Material und Füllstoffpartikel sowie deren Herstellungsverfahren
Die Erfindung betrifft ein Strahlung emittierendes
Bauelement, das ein transparentes Material enthält, sowie das transparente Material selbst, vernetzbare Füllstoffpartikel für das transparente Material und Verfahren zur Herstellung des Strahlung emittierenden Bauelements, des transparenten Materials und der Füllstoffpartikel .
In Strahlung emittierenden Bauelementen, zum Beispiel in LEDs, wird häufig die Strahlungsquelle mit einem trans- parenten Kunststoffverguss umhüllt, um diese vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen und die Strahlung homogen auszukoppeln. Als Kunststoff werden häufig Silikone
eingesetzt, da sich diese leicht verarbeiten lassen.
Allerdings weisen diese Kunststoffe in der Regel nur eine geringe Wärmeleitfähigkeit (ca. 0,15 bis 0,20 W/mK) auf, sodass es in dem Bauelement zu einer Überhitzung oder einem Wärmestau kommen kann, beispielsweise wenn das Bauelement bei hohen Strömen betrieben wird. Eine solche Überhitzung kann zu einer vorzeitigen Alterung des Kunststoffes führen, die sich beispielsweise durch Vergilbung oder Risse äußert, was zur vorzeitigen Alterung bis hin zum Ausfall des Bauelements führen kann. Mitunter werden dem transparenten Kunststoff Füllstoffe zugesetzt, um die Wärmeleitfähigkeit oder die optischen Eigenschaften des Vergusses zu modifizieren. Diese herkömmlichen Füllstoffe neigen jedoch dazu, bei der Fertigung des Kunststoffvergusses zu sedimentieren beziehungsweise zu agglomerieren, sodass diese in dem Kunststoff nicht
gleichmäßig verteilt sind. Dies kann zu einer nachteiligen Abstrahlcharakteristik des Bauelementes führen.
Eine zu lösende Aufgabe besteht daher darin, ein Strahlung emittierendes Bauelement anzugeben, das die oben genannten Nachteile vermindert und ein verbessertes transparentes Material mit FüllstoffPartikeln aufweist. Weitere Aufgaben bestehen darin, das transparente Material selbst, Füllstoff¬ partikel für das transparente Material sowie je Verfahren zur Herstellung des Strahlung emittierenden Bauelements, des transparenten Materials und der Füllstoffpartikel anzugeben.
Zumindest eine dieser Aufgaben wird durch das Strahlung emittierende Bauelement, das transparente Material, den
FüllstoffPartikeln sowie den Verfahren zur Herstellung des Strahlung emittierenden Bauelements, des transparenten
Materials und der Füllstoffpartikel gemäß den unabhängigen Ansprüchen gelöst. Unteransprüche geben vorteilhafte
Ausgestaltungen an.
Es wird ein Strahlung emittierendes Bauelement angegeben. Nach zumindest einer Ausführungsform der Erfindung umfasst das Strahlung emittierende Bauelement
eine Strahlungsquelle;
- ein im Strahlengang des Bauelements angeordnetes
transparentes Material, das ein Polymermaterial und
Füllstoffpartikel umfasst;
wobei die Füllstoffpartikel ein anorganisches Füllstoff¬ material und ein auf ihrer Oberfläche angebundenes
Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat umfassen, über das die Füllstoffpartikel mit dem Polymermaterial vernetzt sind .
Das Strahlung emittierende Bauelement wird im Folgenden auch als "Bauelement" bezeichnet. Im Betrieb kann das Bauelement elektromagnetische Strahlung, insbesondere Licht im sicht¬ baren Bereich des Spektrums (ca. 400 bis 800 nm Wellenlänge), emittieren. Die emittierte Strahlung kann einen beliebigen Farbort im CIE-Diagramm, zum Beispiel weiß, aufweisen.
Es wird anmeldungsgemäß, zum Beispiel zu Illustrations¬ zwecken, für das Polymermaterial die Abkürzung "PM" und für das anorganische Füllstoffmaterial die Abkürzung "F"
verwendet. Das anorganische Füllstoffmaterial wird auch als "Füllstoffmaterial " bezeichnet .
Als "Strahlengang des Bauelements" werden mögliche Pfade verstanden, über die Strahlung von der Strahlungsquelle aus dem Bauelement hinaus gelangen beziehungsweise ausgekoppelt werden können. Anmeldungsgemäß werden die Begriffe "Strahlengang" und "Strahlengang des Bauelements" synonym verwendet. Anmeldungsgemäß wird unter "angebunden" und "vernetzt" verstanden, dass ein erstes Material, ein erstes Molekül, ein erster Molekülteil oder ein erstes Atom über kovalente
Bindungen mit einem zweiten Material, einem zweiten Molekül, einem zweiten Molekülteil oder einem zweiten Atom verbunden ist. Synonyme für kovalente Bindung sind Atombindung oder
Elektronenpaarbindung . Synonyme für Molekülteil können Motiv, Fragment oder Atomgruppe sein. Nicht kovalente Wechselwir¬ kungen wie beispielweise van-der-Waals-Wechselwirkungen, Wasserstoffbrücken, ionische oder dipolare Wechselwirkungen reichen anmeldungsgemäß nicht für eine "Anbindung" bezie¬ hungsweise "Vernetzung" aus. Nicht kovalente Wechselwirkungen sind in der Regel schwächer als eine kovalente Bindung. Es
können jedoch neben der kovalenten Bindung zusätzlich eine oder mehrere nicht kovalente Wechselwirkungen vorliegen.
Im transparenten Material beziehungsweise in einem Füllstoff- partikel ist ein Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäure¬ derivat somit anmeldungsgemäß über mindestens eine kovalente Bindung an einen Füllstoffpartikel angebunden. Ebenso ist in dem transparenten Material das Polymermaterial mit dem Füll¬ stoffpartikel über mindestens eine kovalente Bindung über das Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat vernetzt. Es kann insbesondere ein Phosphonsäurederivat an den Füllstoff¬ partikeln angebunden sein, da dieses stabiler gegenüber
Zersetzung als ein entsprechendes Phosphorsäurederivat sein kann. Es können mehrere Phosphonsäurederivate und/oder Phos- phorsäurederivate an einem Füllstoffpartikel angebunden sein.
Das transparente Material ist für die vom Bauelement
emittierte Strahlung zumindest teilweise transparent. Die relative Transmission kann mindestens 50%, insbesondere mindestens 70%, betragen. In der Regel ist die Transmission des transparenten Materials größer als 80%. Das transparente Material kann ein Teil eines optischen Elementes sein, oder dieses ganz ausbilden. Ein solches optisches Element
beziehungsweise das transparente Material kann zum Beispiel als Linse geformt sein.
Durch die Vernetzung der Füllstoffpartikel mit dem Polymermaterial sind die Füllstoffpartikel in dem transparenten Material (relativ) fixiert. Vorteilhafterweise kann eine ausgesprochen homogene Verteilung der Füllstoffpartikel im transparenten Material erzielt werden. Dies kann
beispielsweise dadurch geschehen, dass die Füllstoffpartikel während der Erzeugung des transparenten Materials mit dem
Polymermaterial vernetzt werden. Eine Sedimentation oder Agglomeration der Füllstoffpartikel wird somit im
transparenten Material signifikant reduziert beziehungsweise vermieden. Mit Vorteil kann dieser Effekt unabhängig von der Größe der Füllstoffpartikel sein, da diese mit zunehmender Größe auch mehr angebundene Phosphonsäurederivate oder
Phosphorsäurederivate aufweisen können. Das heißt, dass sowohl ausgesprochen kleine Füllstoffpartikel (zum Beispiel im Nanometerbereich) als auch große Füllstoffpartikel (zum Beispiel im Mikrometerbereich) im transparenten Material homogen verteilt vorliegen können. Die spezifischen
Eigenschaften des FüllstoffPartikels , zum Beispiel eine Licht streuende und/oder Wärme ableitende Wirkung, wird somit auch besonders homogen über das gesamte transparente Material verteilt. Bei Licht streuenden FüllstoffPartikeln kann somit eine besonders homogene Abstrahlcharakteristik für die vom Bauelement emittierte Strahlung erzielt werden. Es kann zudem ein stabiler Farbort im CIE-Diagramm erhalten werden. Mit Wärme leitenden FüllstoffPartikeln kann Wärme homogener verteilt und abgeführt werden, sodass eine Überhitzung beziehungsweise ein Wärmestau reduziert oder vermieden wird. Hierdurch werden insbesondere die Beständigkeit und die
Lebensdauer des Bauelements verbessert. Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Bauelement eine Licht emittierende Diode (LED) oder eine organische Licht emittierende Diode (OLED) sein oder diese umfassen. Das Bauelement ist oder umfasst insbesondere eine LED. Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist das Bauelement ein Gehäuse auf, in dem die Strahlungsquelle angeordnet ist. Das Gehäuse kann beispielsweise ein flaches Substrat sein oder auch eine Ausnehmung, die optional abgeschrägte, reflek-
tierende Seitenwände aufweist, umfassen. Das Gehäuse kann mit einem Trägersubstrat verbunden sein beziehungsweise dieses umfassen. Des Weiteren kann das Bauelement elektrisch
leitende Anschlüsse wie zum Beispiel Leiterrahmen, Bondpad, Bonddraht oder Elektroden umfassen, um die Strahlungsquelle zu kontaktieren. Die Strahlungsquelle kann insbesondere in einer Ausnehmung des Gehäuses angeordnet sein.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die
Strahlungsquelle einen Halbleitermaterialien enthaltenden Chip oder sie besteht daraus. Ein solcher Chip kann zum
Beispiel ein Dünnfilm-Leuchtdiodenchip sein. Beispiele für Dünnfilm-Leuchtdiodenchips sind in EP 0905797 A2 und in
WO 02/13281 AI beschrieben, deren Offenbarungsgehalte
insofern hiermit durch Rückbezug aufgenommen werden. Ein Dünnfilm-Leuchtdiodenchip ist in guter Näherung ein
Lambert ' scher Oberflächenstrahler und eignet sich von daher beispielsweise gut zur Beleuchtung oder für die Anwendung in einem Scheinwerfer, etwa einem Kraftfahrzeugscheinwerfer.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das transparente Material ein Verguss, der die Strahlungsquelle zumindest teilweise umhüllt. Die Strahlungsquelle kann also teilweise oder vollständig unmittelbar von dem transparenten Material umgeben sein. Sofern die Strahlungsquelle in der Ausnehmung eines Gehäuses angeordnet ist, kann die Ausnehmung mit dem transparenten Material teilweise oder vollständig ausgefüllt sein . Gemäß einer Weiterbildung dieser Ausführungsform steht das transparente Material in einem thermisch leitenden Kontakt mit der Strahlungsquelle. Somit kann Wärme, die beim Betrieb der Strahlungsquelle entsteht, über das transparente Material
abgeführt werden. Durch die Vernetzung, also die direkte Anbindung der Füllstoffpartikel an das Polymermaterial, kann die Wärmeleitfähigkeit des transparenten Materials im
Vergleich zu einem herkömmlichen Kunststoffmaterial , in der nur ein entsprechendes Füllstoffmaterial ohne eine solche Anbindung dispergiert ist, erhöht sein, da über die direkte Anbindung ein besserer Wärmetransport möglich ist. In der Regel weist das anorganische Füllstoffmaterial eine höhere Wärmeleitfähigkeit als das Polymermaterial auf.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das transparente Material durch Vernetzung der Füllstoffpartikel mit dem
Polymermaterial erhältlich, indem eine Reaktion des Polymermaterials mit einem Phosphonsäurederivat oder einem
Phosphorsäurederivat erfolgt, das eine Struktur aufweist, die durch Formel Ia und/oder Ib repräsentiert wird
Ia Ib
wobei
n = 0 oder 1 ist,
X eine Spacer-Gruppe ist,
R = H, Alkyl, Aryl, Arylalkyl oder Silyl ist, und
FG eine vernetzbare Gruppe oder eine Abgangsgruppe ist.
Es können auch Kombinationen, die mehrere Derivate nach
Formel Ia und/oder Ib enthalten, vorhanden sein. Das
Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat kann
insbesondere eine Struktur der Formel Ia aufweisen.
Phosphonsäurederivate oder Phosphorsäurederivate, die eine Struktur aufweisen, die durch Formel Ia beziehungsweise Ib repräsentiert werden, können dabei an unterschiedliche
Füllstoffpartikel oder auf demselben Füllstoffpartikel angebunden sein. Es ist zum Beispiel möglich, das
Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat durch eine Kondensationsreaktion mit dem Füllstoffmaterial anzubinden. Dabei kann das Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat gemäß Formel Ia durch vollständige und das nach Formel Ib durch teilweise Kondensation gebildet werden. Es kann
insbesondere eine vollständige Kondensation erfolgt sein, wodurch das stabilere Phosphonsäurederivat oder Phosphor¬ säurederivat gemäß Formel Ia gebildet wird. Ein Derivat nach Formel Ib kann zum Beispiel auch durch teilweise Hydrolyse eines Derivates nach Formel Ia ausgebildet werden.
Unter einer "Spacer-Gruppe" wird anmeldungsgemäß ein Atom und insbesondere eine Gruppe von Atomen (Atomgruppe) bezeichnet, über die das Phosphoratom mit der funktionellen Gruppe FG verbunden ist. Dabei gehen von der Spacer-Gruppe sowohl eine kovalente Bindung zum Phosphoratom als auch eine kovalente Bindung zu FG aus. Die Spacer-Gruppe kann die Funktion eines Abstandshalters übernehmen, um den Übergang vom Polymermaterial zum anorganischen Füllstoffmaterial zu harmon- isieren. Hierdurch können die Homogenität im transparenten
Material erhöht und Spannungen im Material vermindert werden.
Die funktionelle Gruppe FG wird für die Vernetzung des
Polymermaterials mit dem Füllstoffpartikel benötigt. Dabei bedeutet anmeldungsgemäß "vernetzbare Gruppe", dass die funktionelle Gruppe durch Reaktion mit dem Polymaterial im erzeugten transparenten Material zum Beispiel in modifizierter Form erhalten bleibt. Die Vernetzung kann beispielsweise
gleichzeitig mit der Herstellung des transparenten Materials erfolgen. Die Bezeichnung "Abgangsgruppe" bedeutet, dass diese Gruppe im transparenten Material nicht mehr am
Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat angebunden ist, sondern sie wird bei der Reaktion mit dem Polymaterial verdrängt. Dies kann beispielsweise über eine Substitutions¬ reaktion geschehen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist in Formel Ia und Ib in dem P— [X]„-Fragment X aus einer Gruppe ausgewählt, die
Alkylen, Arylalkylen, Alkylarylen, Arylen, Alkylen-O-Alkylen, O-Alkylen, O-Arylalkylen, O-Alkylarylen, O-Arylen und
O-Alkylen-O-Alkylen umfasst. Die Bezeichnung "Fragment" gibt dabei an, dass es sich um einen Teil des Phosphonsäurederivats oder Phosphorsäure¬ derivats nach Formel Ia und/oder Ib handelt. Alternative Ausdrücke für Fragment sind Motiv, Molekülteil, Gruppe oder Atomgruppe. X ist in der Anordnung angegeben, wie es im
P- [X]„-Fragment eingebunden ist. Das heißt, dass zum Beispiel mit X = O-Alkylen die Anordnung P—O-Alkylen für P—X gemeint ist. In analoger Form wird diese Schreibweise nachfolgend auch für andere Atome beziehungsweise Atomgruppen verwendet. Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist in Formel Ia und Ib in dem P— [X]„-Fragment X aus einer Gruppe gewählt, die
Cl-C12-Alkylen, Phenylen,
und umfasst
In den vorstehenden Strukturformeln sind Anbindungsstellen zum Phosphoratom beziehungsweise zu FG durch unbeschriftete Bindungsstriche angedeutet. Diese Schreibweise wird im
Folgenden in analoger Form auch für andere Atomgruppen verwendet .
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist in Formel Ia und Ib in dem P— [X]„-Fragment X aus einer Gruppe gewählt, die
O-Alkylen, O-Arylen und Kombinationen hiervon umfasst. In dem P— [X]„-Fragment kann X insbesondere aus der Gruppe, umfassend
und Kombinationen davon,
ausgewählt sein. Die Verbindungen dieser Ausführungsform sind insbesondere einfach herzustellen. Über die Alkylen- und/oder Arylen-Gruppen können die Eigenschaften des transparenten Materials beeinflusst werden und sich sterische Vorteile für die Vernetzung mit dem Polymer ergeben.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist in Formel Ia und Ib in dem P— [X]„-Fragment X aus einer Gruppe gewählt, die
Cl-C12-Alkylen, Phenylen,
umfasst. Es kann also insbesondere ein Phosphonsäurederivat
an dem Füllstoffpartikel angebunden sein, da dieses stabiler gegenüber Zersetzung als ein entsprechendes Phosphorsäure¬ derivat sein kann. Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist in Formel Ia und Ib in dem P— [X] n—FG-Fragment FG aus einer Gruppe ausgewählt, die Vinyl, Epoxyethyl, Gycidyl, O-Vinyl, O-Allyl, O-Alkenyl, O-Epoxyalkyl, O-Glycidyl, O-Alkyl, O-Aryl, S-Alkyl, S-Aryl und Halogen umfasst. Halogen ist hier aus F, Cl, Br und I ausgewählt, wobei das Halogen insbesondere Cl sein kann. Es kann FG = Cl sein, da dies eine gute Abgangsgruppe ist.
Elemente der vorstehenden Gruppe, die eine olefinische C—C- Doppelbindung oder eine Epoxidfunktion enthalten, können vernetzbare Gruppen sein, während die Elemente O-Alkyl, O-Aryl, S-Alkyl, S-Aryl und Halogen in der Regel Abgangsgruppen sind. Dies steht im Einklang mit der oben angegebenen Definition für "vernetzbare Gruppe" und "Abgangsgruppe". Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist in Formel Ia und Ib in dem P— [X]
n—FG-Fragment FG aus einer Gruppe ausgewählt, die Vinyl, Epoxyethyl, Glycidyl, O-Vinyl, O-Allyl, O-Glycidyl,
O-Phenyl und umfasst
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist m Formel Ia und in dem P— [X] n—FG-Fragment [X]n —FG aus einer Gruppe ausge¬ wählt, die Vinyl, Allyl, Epoxyethyl, Glycidyl, O-Vinyl,
umfasst
Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist in Formel Ia und Ib in dem P— [X] n—FG-Fragment [X]n —FG aus einer Gruppe ausge¬ wählt, die Vinyl, Allyl, Epoxyethyl, Glycidyl,
umfasst. Es kann also insbesondere ein Phosphonsäurederivat an dem Füllstoffpartikel angebunden sein.
Die Elemente der vorstehenden Gruppe enthalten allesamt eine funktionelle Gruppe FG, die eine vernetzbare Gruppe ist. Zur Erläuterung der verwendeten Schreibweise sei beispielsweise angemerkt, dass n = 0 ist für [X]n—FG = Vinyl und somit keine Spacer-Gruppe vorhanden ist. Für zum Beispiel [X]n —FG = Allyl ist n = 1 und X = Methylen, also ein Aklylen.
Über die Atomgruppen [X]n—FG kann das Polymermaterial
besonders gut mit dem Füllstoffpartikel vernetzt werden. Dies kann beispielsweise durch eine Additionsreaktion an eine olefinische C—C-Doppelbindung beziehungsweise an eine
Epoxidfunktion geschehen. Vorteilhafterweise kann eine
Vernetzung mit dem Polymermaterial gleichzeitig mit der
Erzeugung des transparenten Materials, beispielsweise in einem gemeinsamen Härtungsschritt, erfolgen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das Polymermaterial ein Silikon, ein Epoxidharz, ein Silikon-Epoxid-Hybrid- material oder eine Kombination hiervon umfassen oder daraus bestehen. Silikon-Epoxid-Copolymere beziehungsweise Silikon- Epoxid-Blockcopolymere werden anmeldungsgemäß zu den Silikon- Epoxid-Hybridmaterialien gezählt. Mit dem Polymermaterial kann ein transparentes Material erhalten werden, das sich insbesondere für einen Verguss eines LED-Chips eignet. Das Polymermaterial kann insbesondere ein Silikon sein.
Gemäß einer Weiterbildung dieser Ausführungsform ist das transparente Material durch Vernetzung der Füllstoffpartikel mit dem Polymermaterial erhältlich, indem eine funktionelle Gruppe Y des Polymermaterials, die aus einer Gruppe
ausgewählt ist, die Si—H, Si—OH oder Alkylen-OH umfasst, mit einer vernetzbaren Gruppe oder einer Abgangsgruppe FG des Phosphonsäurederivats oder Phosphorsäurederivats reagiert und das Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat eine
Struktur aufweist, die durch Formel Ia und/oder Ib
repräsentiert wird. Die funktionelle Gruppe Y ist insbesondere auf die
funktionelle Gruppe FG des Phosphonsäurederivats oder
Phosphorsäurederivats abgestimmt. Eine Vernetzung mit FG, die eine olefinische C-C-Doppelbindung enthält, kann beispiels¬ weise mit einer funktionellen Gruppe Y = Si—H in einer
Hydrosilylierung erfolgen. Für Hydrosilylierungen können
Platin-Katalysatoren verwendet werden, die dem Fachmann an sich bekannt sind. Eine Si—OH-Gruppe oder Alkylen-OH-Gruppe als funktionelle Gruppe Y eignet sich beispielsweise für eine
Vernetzung mit einer funktionellen Gruppe FG, die eine
Epoxidfunktion enthält. Des Weiteren eignen sich diese funktionellen Gruppe Y auch für Substitutionsreaktionen, in denen eine Abgangsgruppe aus dem Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat verdrängt wird.
Die funktionelle Gruppe Y sowie die funktionelle Gruppe FG sind insbesondere derart gewählt, dass sie gut mit den sons¬ tigen Eigenschaften des Polymermaterials in Einklang stehen, sodass eine effektive Vernetzung und eine besonders homogene Verteilung der Füllstoffpartikel im Polymermaterial erfolgt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist in dem
transparenten Material das Phosphonsäurederivat oder
Phosphorsäurederivat, über welches das Polymermaterial mit dem Füllstoffpartikel vernetzt ist, eine Struktur auf, die durch Formel IIa und/oder IIb repräsentiert wird
IIb
wobei
n = 0 oder 1 ist,
X eine Spacer-Gruppe ist,
R = H, Alkyl, Aryl, Arylalkyl oder Silyl ist, und FG ' ein Atom oder eine Atomgruppe ist, über die das Polymer¬ material mit dem [X] n—P-Fragment des Phosphonsäurederivats oder Phosphorsäurederivats vernetzt ist. FG ' kann
insbesondere durch Reaktion von einer vernetzbaren Gruppe oder einer Abgangsgruppe FG des Phosphonsäurederivats oder Phosphorsäurederivats, das eine Struktur aufweist, die durch Formel Ia und/oder Ib repräsentiert wird, und einer
funktionellen Gruppe Y des Polymermaterials gebildet werden. Die Spacer-Gruppe X kann wie in anderen anmeldungsgemäßen Ausführungsformen gewählt werden. Das Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat kann insbesondere eine Struktur der Formel IIa aufweisen. Gemäß einer Weiterbildung dieser Ausführungsform ist in
Formel IIa und IIb in dem P— [X] n—FG ' -Fragment FG ' aus einer Gruppe ausgewählt, die Alkylen, O-Alyklen,
,R ,R
O' O'
CH2- -CH—CH2—O— —O- CH2- -CH—CH2—O-
0-1 und 0 mit R' = H oder Polymermaterial umfasst. Wenn R' = Polymermaterial ist, so bedeutet dies, dass FG ' an einer weiteren Stelle über das Sauerstoffatom mit dem Polymermaterial verbunden ist. Die Atomgruppe FG' kann also auch an zwei Stellen mit dem
Polymermaterial verbunden sein. In FG ' können hier nur Teile einer funktionellen Gruppe Y enthalten sein. Weitere Teile von Y werden weiterhin zum Polymermaterial gezählt oder wurden im Zuge der Reaktion abgespalten. Beispielsweise kann in einer Hydrosilylierung eine Si—H-Funktion an eine Vinyl- Gruppe addiert und ein Alkylen, genauer Ethylen, als FG ' gebildet werden, wobei das Si-Atom weiterhin zum Polymer- material gezählt wird. Analoges gilt für Reaktionen mit
Epoxidgruppen . FG ' kann insbesondere Ethylen sein.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann das anorganische Füllstoffmaterial ein Diffusor, ein Wärme leitendes
Metalloxid, ein Konvertermaterial oder eine Kombination hiervon, insbesondere ein Diffusor und/oder ein Wärme
leitendes Metalloxid, umfassen oder daraus bestehen. Ein Diffusor beziehungsweise ein Konvertermaterial kann insbe¬ sondere sauerstoffhaltig sein, sodass das Phosphonsäure¬ derivat oder Phosphorsäurederivat, wie zum Beispiel in Formel Ia oder Ib illustriert, an der Oberfläche des Füllstoff- materials angebunden werden kann. Das Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat hat vorteilhafterweise eine hohe Affinität zu den Füllstoffmaterialien, insbesondere zu
Metalloxiden . Als Wärme leitende Metalloxide werden Metalloxide verstanden, die eine Wärmeleitfähigkeit von mindestens 1,5 W/mK,
insbesondere von mindestens 10 W/mK, aufweisen. Die Wärme leitende Metalloxide können beispielsweise aus einer Gruppe ausgewählt sein, die kristallines ZrÜ2, kristallines S1O2 (Cristobalit ) , kristallines T1O2 (Rutil, Anatas) und
kristallines AI2O3 umfasst. Diese Modifikationen können gegebenenfalls auch als Diffusoren eingesetzt werden. Der Brechungsindex des Polymermaterials kann auf diese Füllstoffe abgestimmt sein, sodass sowohl ein sehr transparentes als auch gut Wärme leitendes transparentes Material erhalten werden kann.
Durch ein Konvertermaterial kann die von der Strahlungsquelle emittierte Strahlung zumindest teilweise zu längeren
Wellenlängen hin konvertiert werden. Die Wahl der Konverter- materialen ist anmeldungsgemäß nicht begrenzt, wobei für die Anbindung an das Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäure¬ derivat insbesondere sauerstoffhaltige Konvertermaterialien
verwendet werden können. Geeignete Konvertermaterialien sind zum Beispiel in der WO 98/12757 AI beschrieben, deren Inhalt insofern hiermit durch Rückbezug aufgenommen wird. Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das anorganische Füllstoffmaterial aus einer Gruppe ausgewählt, die Ti02, ZrÜ2, AI2O3 , S 1O2 und eine Kombination hiervon umfasst.
Hierbei kann Kombination beispielsweise bedeuten, dass unterschiedliche Füllstoffmaterialien in unterschiedlichen FüllstoffPartikeln oder aber in derselben Sorte Füllstoffpartikel enthalten sind. Beispielsweise kann ein Partikel einen Kern aus T 1O2 umfassen, der mit AI2O3 umhüllt ist, wodurch zum Beispiel eine Titan-katalysierte Zersetzung des Polymermaterials vermieden werden kann.
Diese Füllstoffmaterialien sind zum einen gute Diffusoren und weisen im Vergleich zum Polymermaterial auch eine hohe Wärme¬ leitfähigkeit auf. Somit kann durch das anmeldungsgemäße transparente Material, das in einem Strahlengang des
Bauelements angeordnet ist, die emittierte Strahlung des
Bauelementes effizient gestreut werden, da das anorganischen Füllstoffmaterial besonders homogen in dem transparenten Material verteilt ist. Agglomeration oder eine ungewollte Sedimentation der Füllstoffpartikel kann durch die Vernetzung mit dem Polymermaterial in dem anmeldungsgemäßen trans¬ parenten Material mit Vorteil reduziert oder vermieden werden. Durch die homogene Verteilung der Füllstoffpartikel kann auch überschüssige Wärmeenergie durch das transparente Material gut und insbesondere gleichmäßig abgeführt werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform enthält das transparente Material Konvertermaterialien, die nicht über Phosphonsäure- derivate oder Phosphorsäurederivate mit dem Polymermaterial
vernetzt sind. Diese Konvertermaterialien können in dem transparenten Material dispergiert vorliegen. Ein solches transparentes Material kann beispielsweise zur Volumenkon¬ version verwendet werden. Dabei kann die Konversionswärme, die bei der Konversion von kurzwelliger Strahlung in längerwellige Strahlung entsteht, über das transparente Material, das mit FüllstoffPartikeln vernetzt ist, abgeführt werden. Hierdurch wird eine verbesserte Effizienz des Konvertermaterials beziehungsweise des Strahlung emittierenden
Bauelementes erzielt. Eine Überhitzung beziehungsweise ein
Wärmestau im Bauelement kann mit Vorteil aufgrund der in der Regel gut Wärme leitenden Füllstoffpartikel reduziert oder vermieden werden. Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das Bauelement ein Konversionselement. Ein solches Konversionselement kann beispielsweise in Form eines Plättchens auf der Strahlungs¬ quelle, beispielsweise ein LED-Chip, angeordnet vorliegen. In der Regel ist das Konvertermaterial in einem Konversions- element nicht mit einem Phosphonsäurederivat oder Phosphor¬ säurederivat vernetzt.
Die Wahl der nicht mit Phosphonsäurederivaten oder
Phosphorsäurederivaten vernetzten Konvertermaterialien ist anmeldungsgemäß nicht begrenzt. Beispiele hierfür sind in der WO 98/12757 AI verwiesen, deren Inhalt insofern hiermit durch Rückbezug aufgenommen wird.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das transparente Material bis zu 40 Vol-%, insbesondere 5 bis 35 Vol-%,
Füllstoffpartikel (Vol-% = Volumenprozent) . Das transparente Material kann zum Beispiel 20 bis 35 Vol-% Füllstoffpartikel enthalten. Ein hoher Füllstoffpartikelgehalt wird insbe-
sondere zur Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit verwendet. Das transparente Material kann auch 5 bis 20 Vol-% Füllstoff¬ partikel enthalten. Ein solcher Füllstoffpartikelgehalt wird insbesondere zur Einstellung der Abstrahlcharakteristik, zum Beispiel mit Diffusoren, verwendet.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfassen die Füllstoffpartikel bis zu 30 Gew-% an angebundenem Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat (Gew-% = Gewichtsprozent) . Die Füllstoffpartikel können insbesondere 5 bis 25 Gew-%, beispielsweise 20 Gew-%, Phosphonsäurederivat oder Phosphor¬ säurederivat umfassen. Diese Angabe bezieht sich auf das gesamte Gewicht der Füllstoffpartikel . Gemäß einer weiteren Ausführungsform weisen die Füllstoffpartikel einen durchschnittlichen Durchmesser von 1 nm bis 30 ym auf. Die Durchmesser werden über ein Siebverfahren
bestimmt . Gemäß einer Weiterbildung dieser Ausführungsform weisen die Füllstoffpartikel einen durchschnittlichen Durchmesser von 1 bis 200 nm auf. Die Füllstoffpartikel können einen durch¬ schnittlichen Durchmesser von 10 bis 100 nm, insbesondere von 10 bis 40 nm, aufweisen. Füllstoffpartikel dieser Größe streuen kaum oder gar nicht sichtbares Licht. Sie können insbesondere zur Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit eingesetzt werden .
Gemäß einer anderen Weiterbildung dieser Ausführungsform weisen die Füllstoffpartikel einen durchschnittlichen
Durchmesser von 200 nm bis 30 ym, insbesondere 300 nm bis 5 ym, auf. Füllstoffpartikel dieser Größe können insbesondere zum Streuen von Licht eingesetzt werden. Das Polymer kann so
auf den Brechungsindex des Füllstoffmaterials abgestimmt sein, dass bei Betriebstemperatur des Bauelements nur ein kleiner oder gar kein messbarer Brechungsindexunterschied resultiert. Der transparente Körper kann selbst bei einem hohen Gehalt an Füllstoffpartikel eine hohe Transparenz sowie eine verbesserte Wärmeleitfähigkeit aufweisen.
Der Brechungsindex des Polymermaterials richtet sich zunächst nach der Art des Polymermaterials, da Epoxidharze beispiels- weise in der Regel einen höheren Brechungsindex als Silikone aufweisen. Bei Silikonen kann der Brechungsindex über die Wahl der Substituenten eingestellt werden. Poly (dimethyl- siloxan) weist zum Beispiel einen Brechungsindex von 1,41 auf. Mit steigendem Anteil höherer Alkyl-Gruppen und Phenyl- Gruppen als Substituenten steigt auch der Brechungsindex des Silikons. Poly (dicyclohexylsiloxan) weist einen Brechungsindex von ca. 1,48 auf; Poly (diphenylsiloxan) einen von etwa 1,54. Durch Mischungen von Polymermaterialien oder
Kombinationen von Substituenten kann der Brechungsindex des Polymermaterials relativ genau eingestellt werden.
Als weiterer Aspekt der Anmeldung wird ein Verfahren zur Herstellung eines transparenten Materials angegeben. Nach zumindest einer Ausführungsform umfasst das Verfahren die Schritte:
A) Bereitstellen eines Polymermaterials;
B) Bereistellen von FüllstoffPartikeln, die ein anorganisches Füllstoffmaterial und ein auf ihrer Oberfläche
angebundenes Phosphonsäurederivat oder
Phosphorsäurederivat umfassen;
C) Erzeugen einer Mischung, die das Polymermaterial und die Füllstoffpartikel umfasst;
D) Härten der Mischung, wobei das Polymermaterial mit den FüllstoffPartikeln über das angebundene Phosphonsäure¬ derivat oder Phosphorsäurederivat vernetzt wird, wodurch das transparente Material erhalten wird.
Die Verfahrensschritte A) bis D) können, müssen aber nicht, in der hier angegebenen Reihenfolge durchgeführt werden.
Einige der Verfahrensschritte können auch zeitgleich erfolgen oder in ihrer Reihenfolge getauscht werden. Beispielsweise können die Schritte A) und B) in beliebiger Reihenfolge erfolgen. Mitunter können zum Beispiel die Schritte C) und D) zumindest teilweise zeitgleich erfolgen.
Das Polymermaterial und/oder die Füllstoffpartikel können pur oder in einem Medium, insbesondere in einem Lösungsmittel, bereitgestellt werden. Zum Erzeugen der Mischung können das Polymermaterial und die Füllstoffpartikel in einem gleichen Medium, also einem gleichen oder zumindest ähnlichen
Lösungsmittel vorliegen, was die Durchmischung und die
Vernetzung fördert. Es kann gegebenenfalls im Schritt C) ein Lösungsmittel zugesetzt werden. Des Weiteren kann zum
Erzeugen der Mischung im Schritt C) , zum Beispiel mittels eines sogenannten Speedmixers, also einem Hochgeschwindig- keitsrührers , durchmischt werden. Ein vorhandenes
Lösungsmittel kann im Schritt D) entfernt werden.
Das transparente Material, das Polymermaterial, die Füll¬ stoffpartikel , das Füllstoffmaterial und/oder das auf der Oberfläche angebundene Phosphonsäurederivat oder Phosphor- säurederivat beziehen sich auf die gleichen Materialien und Elemente, wie sie vorstehend oder nachstehend auch für
Ausführungsformen anderer Aspekte der Anmeldung beschrieben werden. Dies gilt auch für die entsprechenden Eigenschaften.
Diese Ausführungsformen der Beschreibung haben somit auch für das Verfahren zur Herstellung des transparenten Materials Geltung. Analoges gilt auch für die anderen Verfahren
beziehungsweise Aspekte der Anmeldung. Als Polymermaterialien können herkömmliche, dem Fachmann bekannte Verbindungen eingesetzt werden. Für ein Silikon kann zum Beispiel ein Zweikomponentensilikon verwendet werden.
Zum Härten im Verfahrensschritt D) kann beispielsweise erhitzt und/oder mit einer Strahlung bestrahlt werden. Als Strahlung kann dabei beispielsweise UV-Strahlung verwendet werden. Beim Härten können zum Beispiel Moleküle des
Polymermaterials untereinander sowie mit den Füllstoff¬ partikeln über das angebundene Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat vernetzt werden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens wird zum Härten auf eine Temperatur von mindestens 80°C, insbesondere mindestens 100°C, erhitzt.
Vorteilhafterweise kann eine Vernetzung der Moleküle des Polymermaterials untereinander sowie die Vernetzung des Polymermaterials mit den FüllstoffPartikeln im gleichen
Verfahrensschritt erfolgen. Die Vernetzung des Polymer- materials mit den FüllstoffPartikeln kann also unter den gleichen Reaktionsbedingungen erfolgen wie die Vernetzung der Moleküle des Polymermaterials untereinander. Dies kann zum Beispiel dadurch ermöglicht werden, dass das an den
FüllstoffPartikeln angebundene Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat gleiche oder ähnliche funktionelle
Gruppen wie ein Teil der Polymermaterialmoleküle aufweist.
Die Vernetzung des Polymermaterials mit den Füllstoff¬ partikeln kann innerhalb einer kurzen Zeitspanne erfolgen. Meist genügt es, dass ein Füllstoffpartikel über einen Teil seiner angebundenen Phosphonsäurederivate oder Phosphor- säurederivate mit dem Polymermaterial vernetzt wird, sodass dieser nicht mehr ungewollt absinken oder agglomerieren kann. Eine vollständige oder weitgehend vollständige Vernetzung (mindestens 80%) kann dann gegebenenfalls durch ein länger währendes Härten, zum Beispiel einige Stunden bei
Temperaturen von oberhalb 120 °C, insbesondere von oberhalb 140°C, erhalten werden.
Das Härten kann in mehreren Temperaturstufen erfolgen, um zum Beispiel Spannungen und Blasenbildung im transparenten
Material zu vermeiden.
Durch das anmeldungsgemäße Verfahren können mit Vorteil insbesondere langwierige separate Abmischungsprozesse, wie sie für die Herstellung von herkömmlichen transparenten
Kunststoffen mit dispergierten Füllstoffen benötigt werden, vermieden werden. In konventionellen Herstellungsverfahren, müssen die Füllstoffpartikel, welche eben nicht über
Phosphonsäurederivate oder Phosphorsäurederivate mit einem Polymer vernetzt werden können, intensiv mit einem Kunst- Stoffmaterial durchmischt werden, damit diese möglichst gut in dem Kunststoffmaterial verteilt vorliegen. Dennoch kann in der Regel bei einem herkömmlichen Prozess ein ungewolltes Absinken beziehungsweise eine Agglomeration nicht vermieden werden. Diese Nachteile werden durch das anmeldungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines transparenten Materials zumindest teilweise überwunden.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens zur Herstellung eines transparenten Materials, können der
Mischung weitere Additive zugesetzt werden. Diese Additive können beispielsweise aus einer Gruppe gewählt werden, die Vernetzungsadditive, Entlüfter, Haftungsvermittler,
Thixotropiermittel und Kombinationen hiervon umfasst. Diese Additive können aus herkömmlichen Verbindungen gewählt werden, die dem Fachmann an sich bekannt sind. Als Thixotropiermittel können zum Beispiel amorphe Si02~Par- tikel, zum Beispiel mit einem Durchmesser von 30 bis 40 nm verwendet werden. Geeignete Haftungsvermittler für Silikone sind zum Beispiel Silane. Als Vernetzungsadditive können beispielsweise Divinylsiloxane dienen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform enthält die Mischung Konvertermaterialien. Diesen müssen keine vernetzbaren Phosphonsäurederivate oder Phosphorsäurederivate umfassen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfassen im Schritt B) die Füllstoffpartikel ein auf ihrer Oberfläche angebundenes Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat, das eine Struktur aufweist, die durch die Formel Ia und/oder Ib repräsentiert wird
Ia Ib wobei
n = 0 oder 1 ist,
X eine Spacer-Gruppe ist,
R = H, Alkyl, Aryl, Arylalkyl oder Silyl ist, und
FG eine vernetzbare Gruppe oder eine Abgangsgruppe ist. Das Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat kann
insbesondere eine Struktur der Formel Ia aufweisen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird im Schritt D) ein transparentes Material erzeugt, in dem das Polymermaterial über ein Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat, das eine Struktur aufweist, die durch Formel IIa und/oder IIb repräsentiert wird, mit den FüllstoffPartikeln vernetzt ist. Das Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat kann insbesondere eine Struktur der Formel IIa aufweisen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das
Bereitstellen der Füllstoffpartikel im Schritt B) die folgenden Unterschritte:
Bl) Bereitstellen des anorganischen Füllstoffmaterials ;
B2) Aufbringen einer Zusammensetzung auf das anorganische
Füllstoffmaterial , wobei die Zusammensetzung ein
Lösungsmittel sowie ein Phosphonsäurederivat oder ein Phosphorsäurederivat umfasst und das Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat eine Struktur aufweist, die durch die Formel III repräsentiert wird
III
wobei
n = 0 oder 1 ist,
X eine Spacer-Gruppe ist,
FG eine vernetzbare Gruppe oder eine Abgangsgruppe ist, und
Z = 0—R oder Halogen ist, wobei R unabhängig voneinander ausgewählt ist aus H, Alkyl, Aryl, Arylalkyl, Silyl oder einem Kation ausgewählt ist;
B3) Entfernen des Lösungsmittels, wobei Füllstoffpartikel mit einem auf ihrer Oberfläche angebundenen Phosphonsäure- derivat oder Phosphorsäurederivat, das eine Struktur aufweist, die durch Formel Ia und/oder Ib repräsentiert wird, gebildet werden.
Halogen ist hier aus F, Cl, Br und I ausgewählt, wobei das Halogen insbesondere Cl sein kann. Die Spacer-Gruppe X kann, wie zu anderen Aspekten oder Ausführungsformen beschrieben, ausgewählt werden.
Die Unterschritte Bl) bis B3) können insbesondere in der angegebenen Reihenfolge durchgeführt werden. Es können sich beispielsweise B2) und B3) auch zeitlich überlagern.
Prinzipiell können die Schritte B2) und/oder B3) auch
mehrfach, zum Beispiel hintereinander, durchgeführt werden, um die Füllstoffpartikel mit den angebundenen Phosphon- säurederivat oder Phosphorsäurederivat bereitzustellen. Es kann während der Schritte B2) und B3) beispielsweise mittels eines sogenannten Speedmixers durchmischt werden. Des
Weiteren kann im Schritt B3) auch Energie, zum Beispiel in Form von Wärme und/oder Ultraschall, zugeführt werden, wodurch die Anbindung erleichtert wird. Das Bereitstellen der Füllstoffpartikel mit den angebundenen Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat ist mit
Vorteil sehr einfach durchzuführen. Die Füllstoffpartikel können auch separat hergestellt werden und über einen
längeren Zeitraum gelagert werden. Beispielsweise können die bereitgestellten Füllstoffpartikel mehrere Wochen trocken gelagert werden, ohne dass es zu einer nennenswerten
Abspaltung von Phosphonsäurederivaten oder Phosphorsäurederivaten beziehungsweise zu einer Vernetzung der
funktionellen Gruppe FG kommt.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform umfasst das
Bereitstellen der Füllstoffpartikel im Schritt B) die folgenden Unterschritte:
Bl) Bereitstellen des anorganischen Füllstoffmaterials ;
B2) Aufbringen einer Zusammensetzung auf das anorganische Füllstoffmaterial , wobei die Zusammensetzung ein
Lösungsmittel sowie ein Phosphonsäurederivat oder ein Phosphorsäurederivat umfasst und das Phosphonsäure¬ derivat oder Phosphorsäurederivat eine Struktur
aufweist, die durch die Formel III repräsentiert wird
III
wobei
n = 0 oder 1 ist,
X eine Spacer-Gruppe ist,
FG eine vernetzbare Gruppe oder eine Abgangsgruppe ist, und
Z = 0—R oder Halogen ist, wobei R unabhängig voneinander ausgewählt ist aus H, Alkyl, Aryl, Arylalkyl, Silyl oder einem Kation ausgewählt ist;
B3 ' ) Zuführen von Energie, wobei Füllstoffpartikel mit einem auf ihrer Oberfläche angebundenen Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat, das eine Struktur aufweist,
die durch Formel Ia oder Ib repräsentiert wird, gebildet werden .
Das Lösungsmittel kann im Schritt B3 ' ) nicht oder nur
teilweise entfernt werden, sodass die Füllstoffpartikel zusammen mit dem Lösungsmittel vorliegen.
An den Schritt B3 ' ) kann sich unmittelbar der Schritt C) anschließen. Es muss also der Füllstoffpartikel nicht
isoliert werden, er kann auch zusammen mit einem Lösungsmittel bereitgestellt werden. Es kann als Schritt C)
beispielsweise einfach ein reines Polymermaterial, eine
Lösung oder eine Dispersion des Polymermaterials in einem Lösungsmittel zugegeben und die Mischung im Anschluss
gehärtet werden. Das Lösungsmittel kann dabei dem
Lösungsmittel aus Schritt B2) entsprechen. Es ist in der Regel zumindest aus der gleichen Gruppe von Lösungsmitteln ausgewählt . Während einem oder mehreren der Schritte, beispielsweise B2), B3) , B3 ' ) oder C) kann durchmischt werden. Dies kann zum Beispiel mittels eines sogenannten Speedmixers geschehen. Im Schritt B3 ' ) kann Energie in Form von Wärme und/oder
Ultraschall zugeführt werden. Wärme fördert die Anbindung; Ultraschall verhindert die Bildung von Aggregaten.
Das anorganische Füllstoffmaterial kann eine Hydroxygruppe und/oder ein verfügbares Sauerstoffatom an seiner Oberfläche aufweisen, wie es beispielsweise bei den meisten oxidischen, anorganischen Materialien der Fall ist, und damit an dem
Phosphoratom des Phosphonsäurederivats oder Phosphorsäure¬ derivats nach Formel III im Verfahrensschritt B3) oder B3 ' ) reagieren. Dies ist beispielsweise im Wege einer Kondensa-
tionsreaktion möglich. Hierbei können formal ein oder auch zwei Moleküle ROH und/oder Halogenwasserstoff abgespalten werden, was einer teilweisen beziehungsweise einer vollständigen Kondensation entspricht. Es kann insbesondere eine vollständige Kondensation erfolgen. Dementsprechend kann hierdurch ein angebundenes Phosphonsäurederivat oder
Phosphorsäurederivat nach Formel Ia beziehungsweise Ib, insbesondere nach Formel Ia, gebildet werden. Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist das Lösungsmittel aus einer Gruppe gewählt, die Wasser, einen Alkohol, einen Ether, einen Ester, ein halogeniertes Alkan, ein Alkan, DMF, DMSO, einen aromatischen Kohlenwasserstoff und eine Kombina¬ tion hiervon umfasst. Das Lösungsmittel wird insbesondere so gewählt, dass es das Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäure¬ derivat gemäß Formel III gut zu lösen vermag. Das Lösungs¬ mittel kann insbesondere ein Alkohol, eine Gemisch von
Alkoholen oder Toluol sein. Ein Beispiel für einen Alkohol ist Isopropanol.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird im Unterschritt B2) die Zusammensetzung durch Eintauchen, Besprühen oder Übergießen auf das anorganische Füllstoffmaterial aufgebracht. Ein Beispiel für Besprühen ist das sogenanntes Spray-Coating, was eine sehr genaue, dünnschichtige Benetzung des Füllstoff¬ materials ermöglicht. Mit Vorteil ist es daher auch sehr wirtschaftlich .
Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird im Unterschritt B3) zum Entfernen des Lösungsmittels auf mindestens 40°C,
insbesondere auf mindestens 60°C, erhitzt. Durch das Erhitzen kann der Unterschritt B3) beschleunigt werden, indem das Lösungsmittel rascher entfernt und die Anbindung des
Phosphonsäurederivats oder Phosphorsäurederivats auf der Oberfläche des Füllstoffmaterials beschleunigt wird. Ebenso kann gebildetes ROH oder Halogenwasserstoff besser entfernt werden. Es kann auch in einem Schritt B3 ' ) auf eine dieser Temperaturen erhitzt werden, wobei das Lösungsmittel nicht vollständig entfernt wird.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform wird im Unterschritt B3) zum Entfernen des Lösungsmittels ein Unterdruck verwendet. Als Unterdruck wird anmeldungsgemäß ein Druck von weniger als 1,0 bar verstanden. Der verwendete Unterdruck kann zwischen 1 und 900 mbar, insbesondere zwischen 10 und 500 mbar, liegen. Durch den Unterdruck wird das Entfernen des Lösungsmittels beziehungsweise des gebildeten ROH oder Halogenwasserstoffs vereinfacht beziehungsweise beschleunigt.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst das
Bereitstellen der Füllstoffpartikel im Schritt B) einen weiteren Unterschritt B4), in dem die Füllstoffpartikel in einem Waschschritt gereinigt werden. Der Unterschritt B4) kann sich insbesondere an einen Schritt B3) anschließen. Zum Waschen kann dabei beispielsweise eines der Lösungsmittel, wie sie oben bereits beschrieben wurden, verwendet werden. Hierdurch können mit Vorteil Rückstände oder Nebenprodukte, die zum Beispiel bei dem Anbinden des Phosphonsäurederivats oder Phosphorsäurederivats auf der Oberfläche der
Füllstoffpartikel entstehen, entfernt werden. Solche
Rückstände können zum Beispiel Salze oder schwerflüchtige Lösungsmittel sein. Der Schritt B4) kann ein Entfernen des zum Waschen verwendeten Lösungsmittels, zum Beispiel gemäß B3) , beinhalten, der Schritt B4) kann, gegebenenfalls auch mehrfach, während und/oder am Ende des Schritts B) erfolgen.
Ein Beispiel für ein Verfahren zur Herstellung eines transparenten Materials nach einer anmeldungsgemäßen Ausführungsform wird im Folgenden angeben. Zunächst wird eine Dispersion eines Phosphonsäurederivats oder ein Phosphorsäurederivats nach Formel III und von Si02-Partikeln (Cristobalit ) als anorganisches Füllstoffmaterial in Isopropanol erzeugt
(Schritte Bl) und B2)) . Es kann mittels eines Speedmixers durchmischt und Energie in Form von Ultraschall eingetragen werden, sodass keine Aggregate gebildet werden (Schritt B3 ' ) ) . Hierbei erfolgt zumindest eine teilweise Anbindung an das anorganische Füllstoffmaterial , wodurch Phosphonsäure- derivate oder Phosphorsäurederivate nach Formel Ia und/oder Ib gebildet werden. Sodann wird das Polymermaterial, zum Beispiel ein Zweikomponentensilikon, eingetragen und eine Mischung erzeugt, wozu ebenfalls durchmischt wird (Schritt C) . Anschließend wird in mehreren unterschiedlichen
Temperaturstufen insbesondere blasenfrei gehärtet. Dabei wird auch das Lösungsmittel entfernt und es erfolgt die Vernetzung der Füllstoffpartikel mit dem Polymermaterial (Schritt D) ) , sodass das transparente Material erhalten wird.
Als weiterer Aspekt der Anmeldung wird ein Verfahren zur
Herstellung eines Strahlung emittierenden Bauelements angegeben, umfassend die Schritte,
A0) Bereitstellen einer Strahlungsquelle, und
B0) Erzeugen eines transparenten Materials in einem
Strahlengang des Bauelements,
wobei das transparente Material gemäß zumindest einer
Ausführungsform des anmeldungsgemäßen Verfahrens zur
Herstellung des transparenten Materials erzeugt wird. Der
Schritt B0) umfasst daher die bereits oben genannten Schritte
A) bis D) .
Durch das Verfahren zur Herstellung eines Strahlung emittierenden Bauelements, kann insbesondere ein Bauelement nach zumindest einer der hierin beschriebenen Ausführungsformen erhalten werden. Vorteilhafterweise weist es insbesondere ein transparentes Material auf, in dem die Füllstoffpartikel besonders homogen verteilt sind. Ein ungewolltes Absinken oder Agglomerieren der Füllstoffpartikel kann weitgehend oder vollständig vermieden werden. Die vorteilhaften Eigenschaften können sich unmittelbar aus dem Herstellungsverfahren
ergeben. Es wird daher als weiterer Aspekt der Anmeldung ein Strahlung emittierendes Bauelement angegeben, das durch das vorstehend beschriebene Verfahren herstellbar ist.
Als weiterer Aspekt der Anmeldung werden Füllstoffpartikel angegeben. Gemäß zumindest einer Ausführungsform umfassen die Füllstoffpartikel ein anorganisches Füllstoffmaterial und ein auf ihrer Oberfläche angebundenes Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat, das eine Struktur aufweist, die durch die Formel Ia und/oder Ib repräsentiert wird
Ia Ib
wobei
n = 0 oder 1 ist,
X eine Spacer-Gruppe ist,
R = H, Alkyl, Aryl, Arylalkyl oder Silyl ist, und
FG eine vernetzbare Gruppe oder eine Abgangsgruppe ist.
Die Füllstoffpartikel können zur Herstellung eines transparenten Materials beziehungsweise eines Bauelements nach zumindest einer anmeldungsgemäßen Ausführungsform verwendet werden.
Als weiterer Aspekt der Anmeldung wird ein Verfahren zum Herstellen von FüllstoffPartikeln angegeben, umfassend die Schritte Bl) bis B3) nach zumindest einer anmeldungsgemäßen Ausführungsform. Durch das Verfahren werden Füllstoffpartikel erhalten, wie sie in einem Schritt B) bereitgestellt werden können .
Gemäß einer Weiterbildung dieser Ausführungsform umfasst das Verfahren einen zusätzlichen Schritt B4).
Als weiterer Aspekt der Anmeldung werden Füllstoffpartikel angegeben, die nach zumindest einer Ausführungsform des vorstehenden Verfahrens herstellbar sind. Als weiterer Aspekt der Anmeldung wird ein transparentes Material angegeben, das ein Polymermaterial und
Füllstoffpartikel umfasst, wobei die Füllstoffpartikel ein anorganisches Füllstoffmaterial und ein auf ihrer Oberfläche angebundenes Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat umfassen, über das die Füllstoffpartikel mit dem
Polymermaterial vernetzt sind.
Des Weiteren wird ein transparentes Material angeben, das durch ein Verfahren zur Herstellung eines transparenten
Materials nach zumindest einer anmeldungsgemäßen Ausführungs¬ form erhältlich ist.
Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die
Zeichnungen insbesondere anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Dabei sind gleiche, gleichartige oder gleich wirkende Elemente mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Die Figuren und die Größenverhältnisse der in den Figuren dargestellten Elemente untereinander sind nicht als
maßstäblich zu betrachten. Vielmehr können einzelne Elemente zur besseren Darstellbarkeit und/oder für eine bessere
Verständlichkeit übertrieben groß und/oder vereinfacht dargestellt sein.
Es zeigen
Figur 1 einen schematischen Querschnitt durch ein Bauelement nach zumindest einer Ausführungsform,
Figur 2 einen schematischen Querschnitt durch ein Bauelement nach einer weiteren Ausführungsform, und
Figur 3 einen Ausschnitt aus einem transparenten Material nach zumindest einer Ausführungsform.
In Figur 1 ist ein Strahlung emittierendes Bauelement nach zumindest einer Ausführungsform der Anmeldung am Beispiel einer LED gezeigt. Das Bauelement umfasst ein Trägersubstrat 15 und ein Gehäuse 20 aus insbesondere hitze- und strahlungs¬ beständigem Kunststoff, in dessen Ausnehmung 25 eine
Strahlungsquelle 10, beispielsweise ein Dünnfilm-Leucht¬ diodenchip, angeordnet ist, der im Betrieb des Bauelements Strahlung emittiert. Die Seitenwände der Ausnehmung 25 sind hier abgeschrägt und können ein reflektierendes Material aufweisen. Die Strahlungsquelle 10 kann über elektrisch leitende Anschlüsse 30, 31 und einen Bonddraht 32 bestromt
werden. Die Strahlungsquelle 10 ist von einem transparenten Material 50 nach zumindest einer anmeldungsgemäßen
Ausführungsform umhüllt, das hier als Verguss die Ausnehmung 25 ausfüllt und somit in einem Strahlengang des Bauelements angeordnet ist. Der Strahlengang ist hier der Übersicht¬ lichkeit halber nicht eingezeichnet. Das transparente
Material 50 kann zudem als Linse ausgeformt sein (nicht gezeigt) . Es kann auch eine separate Linse aus einem anderen Material oder einem zweiten anmeldungsgemäßen transparenten Material auf dem Bauelement erzeugt beziehungsweise
angeordnet sein (nicht gezeigt) .
Das transparente Material 50 umfasst ein Polymermaterial PM, das aus einem Silikon, einem Epoxidharz, einem Silikon- Epoxid-Hybridmaterial oder einer Kombination hiervon
ausgewählt ist. Das Polymermaterial PM kann insbesondere ein Silikon sein, zum Beispiel Poly (dimethylsiloxan) . Des
Weiteren umfasst das Polymermaterial PM Füllstoffpartikel 60, wobei die Füllstoffpartikel 60 ein anorganisches Füllstoff- material und ein auf ihrer Oberfläche angebundenes
Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäurederivat umfassen, über das die Füllstoffpartikel 60 mit dem Polymermaterial PM vernetzt sind (nicht gezeigt) . Ein solches Phosphonsäure¬ derivat oder Phosphorsäurederivat kann durch Formel IIa und/oder IIb repräsentiert werden. Die Füllstoffpartikel 60 sind homogen in dem transparenten Material 50 verteilt, das kaum beziehungsweise gar keine ungewollte Sedimentationen und Agglomerationen von FüllstoffPartikeln 60 enthält. Das anorganische Füllstoffmaterial kann beispielsweise ein Diffusor oder ein Wärme leitendes Metalloxid sein und ist insbesondere aus Ti02, ZrÜ2, AI2O3, S1O2 oder einer
Kombination hiervon ausgewählt. Aufgrund der homogenen
Verteilung im transparenten Material 50 weist das Bauelement eine sehr vorteilhafte Abstrahlcharakteristik auf. Mit
Vorteil kann zudem die Wärmeleitfähigkeit des transparenten Materials 50 im Vergleich zu einem herkömmlichen Verguss erhöht sein, sodass das Bauelement effizienter,
alterungsbeständiger beziehungsweise langlebiger ist.
Das transparente Material 50 kann dabei bis zu 40 Vol-% Füll¬ stoffpartikel 60 enthalten. Die Füllstoffpartikel 60 können bis zu 30 Gew-% an angebundenem Phosphonsäurederivat oder
Phosphorsäurederivat enthalten und einen durchschnittlichen Durchmesser von 1 nm bis 30 ym aufweisen.
Im Strahlengang des Bauelements kann optional ein Konver- sionselement angeordnet sein (nicht gezeigt) , sodass das Bauelement Licht mit einem beliebigen Farbeindruck, zum
Beispiel weiß, emittieren kann. Ein solches Konversions¬ element kann zum Beispiel in Form eines Plättchens auf der Strahlungsquelle 10 angeordnet sein. Die Wahl des Konver- sionsmaterials ist dabei nicht beschränkt. Es muss nicht mit dem Polymermaterial vernetzt sein.
In Figur 2 ist ein Bauelement nach einer weiteren
Ausführungsform gezeigt. Die Elemente und Bestandteile können denen aus Figur 1 entsprechen, sodass in analoger Form ähnliche Vorteile erhalten werden. Zudem sind hier Partikel von Konvertermaterial 70 von dem transparenten Material 50 umgeben beziehungsweise darin dispergiert. Das Konverter¬ material 70 muss in diesem Fall nicht über Phosphonsäure- derivate oder Phosphorsäurederivate mit dem Polymermaterial PM vernetzt sein. Mit Vorteil kann die im Betrieb des
Bauelements durch Konversion erzeugte Wärme von dem
Konvertermaterial 70 über das transparente Material 50 gut
abgeführt werden, sodass die Konversionseffizienz erhöht wird und ein Wärmestau oder eine Überhitzung in dem Bauelement weitgehend vermieden werden kann. In Figur 3 ist ein schematischer Ausschnitt aus einem
transparenten Material 50 nach zumindest einer Ausführungs¬ form gezeigt. Darin sind Moleküle des Polymermaterials PM mit FüllstoffPartikeln 60 über Phosphonsäurederivate oder
Phosphorsäurederivate 65 vernetzt. Die Vernetzung beziehungs- weise ein solches Phosphonsäurederivat oder Phosphorsäure¬ derivat 65 kann durch eine Struktur, die durch Formel IIa und/oder Formel IIb repräsentiert wird, beschrieben werden. Das Füllstoffmaterial F kann insbesondere aus Ti02, ZrÜ2, AI2O3, S1O2 oder einer Kombination hiervon ausgewählt sein. Die Vernetzung kann durch Reaktion einer funktionellen Gruppe Y des Polymermaterials PM mit der Gruppe FG eines
Phosphonsäurederivats oder Phosphorsäurederivats, das eine Struktur aufweist, die durch Formel Ia und/oder Ib
repräsentiert wird, unter Ausbildung von FG ' erhältlich sein.
Die Erfindung ist nicht durch die Beschreibung anhand der Ausführungsbeispiele auf diese beschränkt. Vielmehr umfasst die Erfindung jedes neue Merkmal sowie jede Kombination von Merkmalen, was insbesondere jede Kombination von Merkmalen in den Patentansprüchen und jede Kombination in den Ausführungsbeispielen beinhaltet, auch wenn dieses Merkmal oder diese Kombination selbst nicht explizit in den Patentansprüchen oder Ausführungsbeispielen angegeben ist. Diese Patentanmeldung beansprucht die Priorität der deutschen Patentanmeldung 10 2012 103159.2, deren Offenbarungsgehalt hiermit durch Rückbezug aufgenommen wird.