Beschreibung
Titel
Magnetisches Material, seine Verwendung und Verfahren zu dessen Herstellung Stand der Technik
Die vorliegende Erfindung betrifft ein magnetisches Material, seine Verwendung, wie auch ein Verfahren zur Herstellung des magnetischen Materials.
Durch den in jüngster Zeit vermehrten Einsatz von Elektromotoren, nicht zuletzt im Kraftfahrzeugbau, ist der Bedarf an hoch leistungsfähigen magnetischen
Materialien, und insbesondere an Dauermagneten, in den letzten Jahren stark gestiegen. Geeignete magnetische Materialien umfassen hierbei solche mit hartmagnetischen Phasen, die sich durch eine hohe remanente Magnetisierung, ein großes Koerzitivfeld und ein großes Energieprodukt auszeichnen. Je besser die magnetischen Eigenschaften des magnetischen Materials sind, desto vorteilhafter ist ihr Einsatz gerade in bauraumreduzierten Vorrichtungen, und findet beispielsweise Anwendung bei der Elektrifizierung von Antriebssträngen von Kraftfahrzeugen. Hochleistungsfähige, dauerhaft stabile und dabei kostenextensive magnetische Materialien sind damit Schlüsselkomponenten der Elektromobilität. Als besonders leistungsfähig, also ein großes Energieprodukt aufweisend, haben sich magnetische Materialien erwiesen, die mindestens ein Seltenerdmetall wie Neodym (Nd), Praseodym (Pr) und Samarium (Sm), sowie mindestens ein Übergangsmetall wie Eisen (Fe) oder Cobalt (Co) umfassen. Oftmals werden solche Materialien zur Optimierung der Gefügestruktur und damit auch der intrinsischen Magneteigenschaften mit interstitiellen Additiven, wie beispielsweise Bor (B), Kohlenstoff (C), Stickstoff (N) oder Wasserstoff (H), versetzt. Als besonders leistungsstarkes magnetisches Material hat sich
Nd2Fe14B herausgestellt. Aufgrund seiner begrenzten chemischen,
mechanischen und thermischen Langzeitstabilität, ist jedoch ein vollständiger
Ersatz der herkömmlichen Ferrite durch Nd2Fe14B noch nicht erfolgt. Weiter nachteilig an Nd2Fe1 B sind seine hohen Rohstoff- und Herstellkosten. Darüber hinaus ist die Verfügbarkeit von Seltenerdmetallen in so hohem Maße stark begrenzt und wird insbesondere vom chinesischen Markt dominiert, wodurch die Herstellmengen von Magneten auf Basis von hoch Seltenerdmetallhaltigen magnetischen Materialien, wie eben Nd2Fe1 B, stark limitiert sind.
Offenbarung der Erfindung
Das erfindungsgemäße magnetische Material zeichnet sich durch
ausgezeichnete magnetische Eigenschaften, und damit eine hohe remanente
Magnetisierung, eine hohe Koerzitivfeldstärke, sowie ein großes Energieprodukt aus. Seine mechanische, magnetische, sowie thermische Stabilität ist hoch, was es für den Einsatz in stark beanspruchten, also beispielsweise beweglichen Vorrichtungen, wie Kraftfahrzeugen und mobilen elektronischen Geräten, prädestiniert. Durch die Verwendung mindestens eines Übergangsmetalls (TM), mindestens eines Seltenerdmetalls (RE) und Wolfram, wobei der Anteil an Übergangsmetall 60 bis 90 Masse%, der Anteil an Seltenerdmetall 10 bis 20 Masse% und der Anteil an Wolfram 5 bis 25 Masse%, jeweils bezogen auf die Gesamtmasse des magnetischen Materials, beträgt, wird ein hoch effizientes magnetisches Material erhalten, das sich durch besonders gute physikalische, chemische und auch mechanische Eigenschaften, und insbesondere durch hervorragende magnetische Eigenschaften, auszeichnet. Gerade die
Verwendung von Wolfram als erfindungswesentliches Metall trägt dabei entscheidend zur Stabilisierung des Gittergefüges des magnetischen Materials bei. Darüber hinaus unterstützt Wolfram die Ausprägung der Anisotropie der magnetischen Phasen und fördert somit die gewünschten magnetischen Eigenschaften. Durch den reduzierten Gehalt an Seltenerdmetallen bzw. die Flexibilität in der Auswahl der mit Wolfram zu kombinierenden Seltenerdmetalle und Übergangsmetalle, ist die Verfügbarkeit der Rohstoffe gesichert, wodurch Versorgungsengpässe effizient vermieden werden können und die
Herstellmengen keinen Limitierungen unterliegen. Auch sind dadurch die Rohstoffkosten des erfindungsgemäßen Materials deutlich gegenüber herkömmlichen, stark Seltenerdmetallhaltigen magnetischen Materialien, reduziert. Aufgrund der spezifischen erfindungsgemäßen Zusammensetzung
können somit auch die Herstellkosten des erfindungsgemäßen Materials gesenkt werden, was seine Marktakzeptanz stark erhöht. Durch Verwendung des erfindungsgemäßen magnetischen Materials eröffnen sich folglich vielfache Anwendungsmöglichkeiten auch in Niedrigpreisprodukten, ohne deren qualitative Eigenschaften nachteilig zu beeinflussen.
Die Unteransprüche zeigen bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist das
Übergangsmetall ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Eisen (Fe), Cobalt (Co), Nickel (Ni) und Mangan (Mn), und ist vorzugsweise Fe. Die hier genannten Übergangsmetalle bilden mit Seltenerdmetallen und Wolfram besonders stabile Gitterstrukturen und tragen verstärkt zur Ausprägung der gewünschten vorteilhaften magnetischen Eigenschaften, also insbesondere zur Sättigung und magnetischen Anisotropie des erfindungsgemäßen Materials, bei. Ferner ist ihre Verfügbarkeit am Markt hoch, ihre Rohstoffkosten niedrig, was die Herstellkosten des erfindungsgemäßen magnetischen Materials deutlich reduziert. Die unter diesen Metallen bevorzugte Verwendung von Fe ist auf seine gesundheitliche, sowie ökologische Unbedenklichkeit und darüber hinaus auch auf seine im Vergleich zu Co, Ni und Mn noch einmal deutlich reduzierten Rohstoffkosten zurückzuführen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist das Seltenerdmetall (RE) ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus:
Neodym (Nd), Lanthan (La), Cer (Ce), Dysprosium (Dy), Terbium (Tb),
Praseodym (Pr), Samarium (Sm), Promethium (Pm), Europium (Eu), Yttrium (Y), Scandium (Sc), Gadolinium (Gd), Holmium (Ho), Erbium (Er), Thulium (Tm),
Ytterbium (Yb) und Lutetium (Lu), und ist vorzugsweise Ce und/oder La. Die angeführten Seltenerdmetalle Nd, La, Ce, Dy, Tb, Pr, Sm, Pm, Eu, Y, Sc, Gd, Ho, Er, Tm, Yb und Lu haben sich als besonders gut kompatibel mit den weitere erfindungswesentlichen Komponenten, also dem mindestens einen
Übergangsmetall und Wolfram, erwiesen, und fördern ihrerseits die Bildung dauerhaft stabiler Kristallgitterstrukturen mit hoher Anisotropie, wodurch die magnetischen Eigenschaften des erfindungsgemäßen magnetischen Materials verbessert werden. Trotz ihrer teilweise höheren Rohstoffkosten sind die
Herstellkosten des erfindungsgemäßen magnetischen Materials aufgrund ihres gegenüber herkömmlichen magnetischen Materialien reduzierten Gehalts in der erfindungsgemäßen magnetischen Zusammensetzung, niedriger. Aufgrund der besonders hohen Verfügbarkeit und relativ niedrigen Rohstoffkosten ist die Verwendung insbesondere der Elemente La und Ce besonders vorteilhaft für die vorliegende Erfindung.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sieht vor, dass bezogen auf die Gesamtmasse des magnetischen Materials, der Anteil an Übergangsmetall 60 bis 70 Masse%, vorzugsweise 61 bis 67 Masse%, weiter vorzugsweise 63 bis 65 Masse% und/oder der Anteil an Seltenerdmetall 13 bis
19 Masse%, vorzugsweise 15 bis 17 Masse% und/oder der Anteil an Wolfram 10 bis 25 Masse%, vorzugsweise 14 bis 23 Masse% und weiter vorzugsweise 16 bis 21 Masse%, beträgt. Liegt der Anteil an Übergangsmetall bei mindestens 60 Masse% und bevorzugt bei mindestens 61 Masse% oder weiter bevorzugt bei 63 Masse% und/oder der Anteil an Wolfram bei mindestens 10 Masse% oder vorzugsweise bei mindestens 14 Masse% und insbesondere bei mindestens 16 Masse%, wird ein hoch leistungsfähiges und im mechanischen, chemischen wie auch thermischen Sinne stabiles magnetisches Material erhalten, das nur einen sehr geringen Gehalt an Seltenerdmetall aufweist, trotzdem hervorragende magnetische Eigenschaften und insbesondere ein großes Energieprodukt hat, und folglich auch hinsichtlich seiner Rohstoffkosten und damit auch im Hinblick auf seine Herstell kosten bevorzugt ist. Ab einem Gehalt des Übergangsmetalls von mehr als 65 Masse% und insbesondere von mehr als 67 Masse% und insbesondere von mehr als 70 Masse% nimmt jedoch die Stabilität der
Kristallgitterstruktur des magnetischen Materials ab. Dies trifft auch auf einen
Gehalt an Wolfram von mehr als 21 Masse% und insbesondere mehr als 23 Masse% und insbesondere von mehr als 25 Masse% zu. Beträgt der Anteil an Seltenerdmetall 13 bis 19 Masse% und vorzugsweise 15 bis 17 Masse%, kann die remanente Magnetisierung sowie Koerzitivfeldstärke des erfindungsgemäßen magnetischen Materials maximiert werden.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die Struktur des erfindungsgemäßen magnetischen Materials ausgewählt aus: einer RE(TM,W)12 Struktur, einer Th2Zn17 Struktur wie RE2(TM,W)17 und einer
RE3(TM,W)29 Struktur. Die hier angeführten Strukturen haben sich als besonders gut für die Ausbildung anisotroper Phasen des erfindungsgemäßen
magnetischen Materials herausgestellt. Dies ist auf seine vorteilhafte
Elektronenstruktur und Elektronenkonfiguration, sowie die Spin- und
Bahnmomente der Atome zurückzuführen.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht die Anwesenheit mindestens eines weiteren Elements ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Stickstoff (N), Kohlenstoff (C) und Wasserstoff (H), vor. Die hier genannten Elemente sind interstitielle Additive, besetzen also interstitielle Plätze der Kristallgitterstrukturen, wodurch das Kristallgitter des magnetischen Materials aufgeweitet und besonders gut stabilisiert wird. Dies trägt zur Verbesserung der magnetischen Eigenschaften des erfindungsgemäßen Materials bei und erhöht insbesondere die Magnetisierung, die Curie-Temperatur und Anisotropie des magnetischen Materials. Weiter bevorzugt enthält das erfindungsgemäße magnetische Material vorzugsweise mindestens ein weiteres Element ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus: Vanadium (V), Kupfer (Cu), Chrom (Cr), Zinn (Sn), Aluminium (AI), Silizium (Si), Molybdän (Mo), Gallium (Ga), Titan (Ti), Zink (Zn), Niob (Nb) und Zirkonium (Zr). Diese Elemente können die magnetischen wie auch physikalischen und chemischen Eigenschaften des Materials und dessen
Beständigkeit, also seine chemische bzw. elektrochemische Beständigkeit (z.B. Korrosionsbeständigkeit), positiv beeinflussen. Insbesondere die Elemente Cu, Ga und AI verbessern dabei die Benetzung der hartmagnetischen Körner durch die Korngrenzenphase bei gesinterten Magneten. Weiter erfindungsgemäß wird auch ein Dauermagnet beschrieben, der ein magnetisches Material wie oben stehend umfasst. Das erfindungsgemäße Material liegt in dem erfindungsgemäßen Dauermagneten vorzugsweise als hartmagnetische Phase vor. Der erfindungsgemäße Dauermagnet kann neben dem erfindungsgemäßen magnetischen Material weitere magnetische oder nichtmagnetische Phasen aufweisen, kann aber auch nur aus dem
erfindungsgemäßen magnetischen Material bestehen. Bevorzugt umfasst der Dauermagnet eine hartmagnetische Phase wie oben beschrieben aus
mindestens einem Übergangsmetall (TM), mindestens einem Seltenerdmetall
(RE) und Wolfram, wobei der Anteil an Übergangsmetall (TM) 60 bis 90 Masse%, der Anteil an Seltenerdmetall (RE) 10 bis 20 Masse% und der Anteil an Wolfram (W) 5 bis 25 Masse%, jeweils bezogen auf die Gesamtmasse des magnetischen Materials, beträgt, wobei der Dauermagnet beispielsweise in herkömmlichem Sinne gesintert oder kunststoffgebunden sein kann. Die für das
erfindungsgemäße magnetische Material beschriebenen vorteilhaften Effekte, Vorteile und Ausführungsformen finden auch Anwendung auf den
erfindungsgemäßen Dauermagneten.
Ebenfalls erfindungsgemäß wird auch ein Verfahren zum Herstellen eines magnetischen Materials beschrieben, wobei das Verfahren durch die Schritte des Mischens mindestens eines Übergangsmetalls (TM), mindestens eines
Seltenerdmetalls (RE) und Wolfram, wobei der Anteil an Übergangsmetall (TM) 60 bis 90 Masse%, der Anteil an Seltenerdmetall (RE) 10 bis 20 Masse% und der Anteil an Wolfram (W) 5 bis 25 Masse%, jeweils bezogen auf die Gesamtmasse des magnetischen Materials, beträgt und des Schmelzens der erhaltenen Mischung, gekennzeichnet ist. Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird auf einfache und kostengünstige Weise ein hoch leistungsfähiges magnetisches Material mit einer ausgezeichneten remanenten Magnetisierung und
Koerzitivfeldstärke, sowie großem Energieprodukt bereitgestellt, das ferner eine sehr gute mechanische, chemische und auch thermische Stabilität aufweist. Die für das erfindungsgemäße magnetische Material beschriebenen vorteilhaften Eigenschaften, Effekte und Ausführungsformen finden auch Anwendung auf das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen eines solchen magnetischen Materials. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt das Schmelzen der Mischung aus den erfindungswesentlichen Elementen im Lichtbogen oder im Vakuumofen. Durch diese Verfahrensführung wird gewährleistet, dass alle Elemente vollständig aufgeschmolzen werden, ohne dass es dabei zu Oxidation des Materials kommt, so dass sich im Anschluss daran ein homogenes Kristallgefüge des magnetischen Materials bildet, was nicht nur die mechanische Stabilität des sich bildenden magnetischen Materials vorteilhaft beeinflusst, sondern in erheblichem Maße auch die gewünschten magnetischen Eigenschaften prägt.
Entsprechend einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform erfolgt in einem sich an das Schmelzen anschließenden Schritt eine Wärmebehandlung bei einer Temperatur zwischen 500 °C und 1500 °C, vorzugsweise zwischen 700 °C und 1 100 °C, für eine Dauer von 10 min bis zu 2 Wochen und vorzugsweise für eine Stunde bis zu 25 Stunden. Durch diese Wärmebehandlung, die vorzugsweise unter Schutzgasatmosphäre, und insbesondere unter Argon, ausgeführt wird, wird die vollständige Ausbildung des magnetischen Materials vorzugsweise als hartmagnetische Phase begünstigt.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die erhaltene Mischung nach dem Schmelzen oder nach erfolgter Wärmebehandlung in einem sich anschließenden Schritt gemahlen und/oder einer Nitridierung unterzogen. Das Mahlen der erhaltenen Mischung fördert seine weitere Verarbeitbarkeit, beispielsweise zu einem
kunststoffgebundenen magnetischen Material. Durch eine Nitridierung können die magnetischen Eigenschaften des Materials, und insbesondere seine Anisotropie, verbessert werden. Besonders vorteilhaft wird die erhaltene Mischung zunächst gemahlen und anschließend nitridiert, da auf diese Weise eine gleichmäßige Nitridierung auch bis ins feinste Korn erzielt werden kann, wodurch die magnetischen Eigenschaften des resultierenden Materials besonders stark verbessert werden.
Weiter erfindungsgemäß wird auch die Verwendung eines wie oben
ausgeführten magnetischen Materials vorzugsweise in Windkraftanlagen, PKW, NKW, Startern, Elektromotoren, Lautsprechern und mikroelektromechanischen Systemen, beschrieben. Aufgrund der herausragenden magnetischen
Eigenschaften des erfindungsgemäßen magnetischen Materials, sowie seiner ausgezeichneten Stabilität, und damit auch seiner bauraumreduzierten
Einsatzfähigkeit, ist die Verwendung in den genannten Vorrichtungen von besonderem Vorteil.
Weiter erfindungsgemäß wird eine elektrische Maschine, insbesondere ein Generator, Kraftfahrzeug, Starter, Elektromotor, Lautsprecher oder
mikroeletromechanisches System beschrieben, die das erfindungsgemäße magnetische Material oder ein magnetisches Material, das nach dem
vorstehenden erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt wurde, enthält, beschrieben. Die für das erfindungsgemäße magnetische Material, sowie das erfindungsgemäße Verfahren beschriebenen Vorteile, vorteilhaften Effekte und bevorzugten Ausführungsformen finden auch Anwendung auf die
erfindungsgemäße elektrische Maschine.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen im Detail beschrieben. In den Zeichnungen ist:
Figur 1 eine lichtmikroskopische Aufnahme eines Schliffes des
erfindungsgemäßen magnetischen Materials im polarisierten Licht,
Figur 2 ein Diagramm, das ein erstes Beispiel für eine
Wärmebehandlung gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung darstellt, und
Figur 3 ein Diagramm, das ein zweites Beispiel für eine
Wärmebehandlung gemäß einer weiteren vorteilhaften
Ausführungsform der Erfindung darstellt.
Ausführungsformen der Erfindung
Figur 1 zeigt eine lichtmikroskopische Aufnahme eines Schliffes des
erfindungsgemäßen magnetischen Materials 10 im polarisierten Licht. Das erfindungsgemäße Material 10 enthält 16 Masse% Ce, 64 Masse% Fe und 20 Masse% W und liegt überwiegend mit einer Ce(Fe,W)12 Struktur 1 , 2, 4 vor. Die hartmagnetische Ce(Fe,W)12 Phase 1 , 2, 4 ist an dem so genannte Kerr-Muster, also einem - je nach Betrachtungswinkel rosettenartigen oder streifigen Muster, zu erkennen, das das Vorhandensein einer solchen starken hartmagnetischen Phase aus Ce(Fe,W)12 mit hoher Anisotropie anzeigt. Bezugszeichen 2 und 4 bezeichnen in Figur 1 ebenfalls eine stark hartmagnetische Ce(Fe,W)12 Phase, die jedoch eine solche Orientierung zum Vektor des einstrahlenden polarisierten
Lichtes des Lichtmikroskops aufweist, dass das Kerr-Muster in dieser
Betrachtungsrichtung nicht bzw. nur leicht streifig zu erkennen ist. In Figur 1 steht das Bezugszeichen 3 für lediglich schwachmagnetische oder nichtmagnetische binäre oder ternäre Phasen, deren Auftreten durch Optimierung der
Prozessparameter im Herstellungsprozess des erfindungsgemäßen
magnetischen Materials 10 verhindert werden kann. Das erfindungsgemäße magnetische Material 10 zeichnet sich durch ein großes Energieprodukt, eine hohe Koerzitivfeldstärke, hohe remanente Magnetisierung, sowie ausgezeichnete mechanische, chemische und thermische Eigenschaften aus.
Figur 2 zeigt ein Diagramm, das ein erstes Beispiel für eine Wärmebehandlung gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung darstellt. Wie bereits ausgeführt, wird durch eine sich beispielsweise an das Schmelzen der erfindungswesentlichen Elemente zu einem magnetischen Material
anschließende Wärmebehandlung, vorteilhafterweise unter Schutzgas, die vollständige Ausprägung einer hartmagnetischen Phase sichergestellt. In einem ersten Schritt wird hierzu das aufgeschmolzene Material nach Abkühlung innerhalb von etwa 10 Stunden im Vakuumofen auf 1050 °C erhitzt, für eine Stunde auf etwa 1050 °C gehalten, dann innerhalb von etwa 2 Stunden auf etwa 800 °C abgekühlt und 24 Stunden lang auf 800 °C gehalten. Danach wird das erhaltene Material innerhalb von 24 Stunden schrittweise auf Raumtemperatur (etwa 20 °C) abgekühlt. Hierdurch wird ein magnetisches Material mit exzellenten magnetischen Eigenschaften, also ein magnetisches Material mit einer vollständig ausgeprägten hartmagnetischen Phase, das insbesondere aus Hartmagnetkörnern besteht, gebildet, das sich ebenfalls durch hervorragende mechanische, chemische sowie thermische Stabilität auszeichnet.
Figur 3 zeigt ein Diagramm, das ein zweites Beispiel für eine Wärmebehandlung gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung darstellt. Auch diese Wärmebehandlung erfolgt wiederum anschließend an das
Schmelzen der erfindungswesentlichen Elemente zu einem magnetischen Material vorteilhafterweise unter Schutzgas. Auch in diesem Fall wird eine vollständige Ausprägung einer hartmagnetischen Phase sichergestellt. In einem ersten Schritt wird hierzu das aufgeschmolzene Material im Vakuumofen auf 1050 °C erhitzt, für 15 Stunden auf etwa 1050 °C gehalten und dann schrittweise auf Raumtemperatur (etwa 20 °C) abgekühlt. Auch auf diese Weise wird ein
magnetisch hoch anisotrope Hartmagnetkörner, also ein magnetisches Material mit vollständig ausgeprägter Hartmagnetphase, gebildet, das sich somit durch hervorragende magnetische Eigenschaften und ausgezeichnete mechanische, chemische, sowie thermische Stabilität auszeichnet. Durch den
kontinuierlicheren Temperaturverlauf ist bei diesem Ausführungsbeispiel die
Verfahrensführung vereinfacht.