VERFAHREN ZUM AUFBAU EINES DREIDIMENSIONALEN FORMKÖRPERS
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbau eines Formkörpers aus flüssigem, photopolymerisierbarem Material unter Anwendung einer lithographiebasierten generativen Fertigung (Rapid Prototyping) , bei dem an einer Bauplattform eine Schicht aus viskosem, flüssigen Material definiert wird, die Schicht in einem Belichtungsgebiet mit vorgegebener Kontur durch Belichten polymerisiert wird, an der polymerisierten Schicht ei¬ ne weitere Schicht aus photopolymerisierbarem Material defi¬ niert wird, die zuletzt definierte Schicht in einem Belich¬ tungsgebiet mit für die zuletzt definierte Schicht vorgegebe¬ ner Kontur durch Belichten polymerisiert wird, und die letzten beiden Schritte wiederholt werden, bis durch die Abfolge von ausgehärteten Schichten mit schichtweise vorgegebenen Konturen ein Formkörper mit vorgegebener Form gebildet ist, wobei auf mindestens eine Schicht Farbe innerhalb der vorgegebenen Kon¬ tur aufgebracht wird, wobei die Bauplattform verfahrbar aufge¬ hängt ist und die Bauplattform nach der Polymerisierung einer Schicht in einer Bearbeitungsstation zum Polymerisieren einer Schicht durch Verfahren zu einer Farbaufbringungsstation als weiterer Bearbeitungsstation geführt wird, in der ortsselektiv Farbe auf die zuletzt gebildete Schicht aufgebracht wird, wo¬ nach die Bauplattform wieder zu der Bearbeitungsstation zum Polymerisieren einer weitern Schicht verfahren wird.
Ein Verfahren zum Aufbau eines Formkörpers ist aus WO 2010/045950 AI bekannt, die sich insbesondere auf den Aufbau von Dentalrestaurationen aus flüssigen, photopolymerisierbaren Materialien, die hohe Viskosität aufweisen können. Bei dem bekannten Verfahren wird eine Bauplattform vertikal beweglich über einem Wannenboden gehalten, der lichtdurchlässig ausgebildet ist. Unterhalb des Wannenbodens befindet sich eine Be¬ lichtungseinheit. Die Bauplattform wird zunächst in das photo-
polymerisierbare Material soweit abgesenkt, bis zwischen der Bauplattform und dem Wannenboden nur noch eine Schicht mit der gewünschten Schichtdicke aus photopolymerisierbarem Material verbleibt. Anschließend wird diese Schicht mit einer vorgege¬ benen Kontur durch die Belichtungseinheit belichtet und da¬ durch ausgehärtet. Nach Anheben der Bauplattform wird photopo- lymerisierbares Material aus der Umgebung nachgeführt und die Bauplattform erneut abgesenkt, wobei die Absenkung so gesteu¬ ert wird, dass der Abstand zwischen der zuletzt gebildeten Schicht und dem Wannenboden eine Schicht mit der gewünschten Dicke definiert. Danach werden die letzten Schritte so oft wiederholt, bis durch die aufeinanderfolgende Aushärtung von Schichten mit jeweils vorgegebener Kontur ein Formkörper mit der gewünschten Form hergestellt ist.
In DE 698 07 236 T2 wird die Herstellung von Formkörpern beschrieben, wobei pulverförmige Materialien schichtweise aufge¬ bracht und ortsselektiv eine Flüssigkeit als Bindemittel auf¬ gebracht wird. Die Flüssigkeit, die auf jede Schicht aus fein¬ pulverigem Material aufgetragen wird, wird vorzugsweise in Form von einem oder mehreren feinen Tröpfchenstrahlen aufgetragen. Weiter wird erwähnt, dass die Flüssigkeit in Form ei¬ ner Mehrzahl von feinen Tröpfchenstrahlen aufgetragen wird, wobei die Flüssigkeiten in den verschiedenen Strahlen verschiedene Farben besitzen. Dies kann dadurch bewirkt werden, indem ein an sich bekannter Tintenstrahldrucker verwendet wird. Hier wird also das Bindemittel ortsselektiv gleichzeitig mit der gewünschten Farbe aufgebracht. Ähnliche Verfahren sind in DE 697 16 946 T3 und DE 603 10 600 T2 beschrieben.
Die zuvor beschriebenen Verfahren gehören zu den SD- Drucktechniken (Pulverbett) . Der Eintrag von farbigem Bindemittel in ein Pulverbett führt zwar zu farbigen Bauteilen, deren Eigenschaften sind jedoch in verschiedener Hinsicht unbefriedigend. Bei den 3D-Drucktechniken werden die Granulate
entweder eingefärbt und/oder die Pulveroberflächen belegt. In beiden Fällen kommt es durch Kapillarkräfte zu einem unkontrollierten Eindringen und Verlaufen der Farbe, so dass die Einfärbung nicht ortsselektiv bleibt. Eine Einfärbung ist hier also stets mit einem Verlaufen der Farbe aufgrund der Eigenschaften einer losen Pulverschüttung verbunden. Das Endprodukt von 3D-Drucktechniken ist stets ein poröser Grünkörper, welcher beispielsweise unter Verwendung keramischer Partikel nicht zu einem dichten Gefüge mit entsprechenden Eigenschaften gesintert werden kann. Hier bieten sich lediglich zusätzliche Infiltrationsschritte an, die potentiell zu einer weiteren „Verschleppung" der Farbkörper führen können.
Aus EP 2 455 211 A2 ist ein Verfahren nach dem Oberbegriff von Anspruch 1 bekannt, bei dem sukzessive Schichten aus photopo- lymerisierbarem Material durch Belichtung ausgehärtet werden. Nach dem Aushärten einer Schicht wird der aufzubauende Formkörper aus der Belichtungsstation zu einer Farbaufbringungs- station verfahren, in der selektiv Farbe auf die letzte Schicht aufgebracht wird. Der Verfahren erfolgt durch eine li¬ neare, horizontale Bewegung, durch die der Formkörper zwischen den auf Abstand zueinander liegenden Bearbeitungsstationen hin und her gefahren wird.
Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum schichtweisen Aufbau eines Formkörpers aus flüssigem, photopo- lymerisierbarem Material anzugeben, der mit einer gewünschten ortsabhängigen Einfärbung aufbaubar ist, wobei die Bearbeitungsschritte beim Aufbau in einer räumlich kompakten Anordnung und in zeiteffizienter Weise, die grundsätzlich eine parallele Bearbeitung mehrerer Formkörper ermöglicht, ausführbar sein sollen. Insbesondere soll das Verfahren zum Aufbau von Formkörpern, die als Dentalrestaurationen dienen können, einsetzbar sein.
Zur Lösung dieser Aufgabe dient das Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen aufgeführt.
Erfindungsgemäß wird das Verfahren der Bauplattform zwischen verschiedenen Bearbeitungsstationen durch Drehen eines die Bauplattform an seinem Umfang haltenden, trommeiförmigen Trägers um eine horizontale oder vertikale Drehachse ausgeführt, um dessen Drehachse herum Bearbeitungsstationen in Drehrichtung verteilt angeordnet sind. Dadurch wird einerseits die Ausführung des Verfahrens in einem Revolvermechanismus in ei¬ ner kompakten Anordnung ermöglicht, da zwei (oder mehr) sequentiell zu durchlaufende Bearbeitungsstationen in Umfangs- richtung verteilt um den trommeiförmigen Träger angeordnet werden können und nicht linear hintereinander. Außerdem wird dadurch grundsätzlich die Möglichkeit eröffnet, mehrere Bau¬ plattformen entsprechend um den Umfang des trommeiförmigen Trägers anzuordnen, wobei die Bauplattformen dann in den Bearbeitungsstationen parallel bearbeitet werden können.
Vorzugsweise erfolgt das Aufbringen der Farbe mit variierenden Farben mit vorgegebener Ortsabhängigkeit innerhalb der vorge¬ gebenen Kontur.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Farbe auf eine Schicht nach deren Polymerisierung und vor dem Aufbringen einer weiteren Schicht aufgebracht. Vorteile des Bedruckens ei¬ ner bereits polymerisierten Schicht liegen in der Kontrolle der Tropfenausbreitung und des Benetzungsverhaltens auf der polymerisierten Oberfläche. Nach möglicher Trocknung bzw. Fixierung der aufgebrachten farbgebenden Komponenten wie Farbpigmenten, die dispergiert oder suspendiert sein können, oder Farbstoffen, die gelöst sein können, zusammengefasst im fol¬ genden als Farbe bezeichnet, verbleiben diese beim erneuten Eintauchen in das photopolymerisierbare Material nach ihrer
Aushärtung an Ort und Stelle und werden durch Polymerisieren der nächsten Schicht eingebunden.
Alternativ erfolgt die Farbaufbringung auf eine definierte Schicht aus photopolymerisierbarem Material vor deren Aushärtung. Vorzugsweise wird die aufgebrachte Farbschicht, wenn nö¬ tig, fixiert, was bei Suspensionen und Lösungen in photopoly¬ merisierbarem Material durch Belichten und bei Suspensionen von Farbpigmenten bzw. Lösung von Farbstoffen in Lösungsmitteln durch Verdampfen des Lösungsmittels erfolgt. Da dieser Fixierungs- oder Aushärtungsschritt vorzugsweise unmittelbar auf den Aufbringungsschritt folgt, bleibt die Farbverteilung ohne merkliche Diffusion oder Ausbreitung der aufgebrachten Farbverteilung erhalten. Auch in dieser Ausführungsform ist es bevorzugt, dass nach der Verfestigung einer Schicht eventuell noch anhaftendes nicht verfestigtes farbgebendes Material in einem geeigneten Reinigungsschritt zu entfernen, z.B. durch Absaugen oder Abblasen.
Die Farbaufbringung kann durch einen Farbdrucker, z.B. einen Tintenstrahldrucker, direkt auf die Schicht erfolgen. Die Farbe kann auch durch Durchlaufen einer Reihe von hintereinander angeordneten Düsen bzw. Druckköpfen mit je mindestens einer Düse aufgebracht werden, wobei den Düsen bzw. Druckköpfen unterschiedliche Farben zugeordnet sind.
Das Aufbringen der Farbe kann alternativ indirekt durch ein Folientransferverfahren erfolgen, bei dem die Farbe zunächst ortsselektiv auf eine Folie aufgebracht und von dort auf die zu färbende Schicht übertragen wird. Die Übertragung kann z.B. durch Adhäsion oder Verwendung einer Farbfixierstation unter Fixierung durch Belichten durch die Folie erfolgen.
Vorzugsweise wird das photopolymerisierbare Material an der Unterseite der Bauplattform durch Belichten von unten durch
einen durchsichtigen Wannenboden polymerisiert . Die Bauplattform wird relativ zu dem Wannenboden nach jedem Belichtungsschritt angehoben, und es wird polymerisierbares Material zur Definition einer weiteren Schicht nachgeführt. Vorzugsweise wird nach Nachführung des photopolymerisierbaren Materials die Bauplattform, falls vorhanden, mit den daran gebildeten Schichten, wieder in das nachgeführte photopolymerisierbare Material abgesenkt, so dass durch Einstellung des Abstands über dem Wannenboden eine Schicht mit vorgegebener Dicke definiert wird. In dieser Ausführungsform ist es besonders vorteilhaft, wenn die Drehachse horizontal ausgerichtet ist. Dann kann der aufzubauende Formkörper an der Bauplattform von unten belichtet werden, der Träger dann zur Farbaufbringungstation gedreht und dort von oben bedruckt werden, wenn diese der Be¬ lichtungsstation um 180° um die Drehachse des trommeiförmigen Trägers gedreht gegenüberliegt.
Vorzugsweise wird die Bauplattform wird nach der Polymerisati¬ on einer Schicht durch Drehen des trommeiförmigen Trägers zu einer Reinigungsstation als nächster Bearbeitungsstation überführt, in der überschüssiges polymerisierbares Material, das in dem letzten Belichtungsschritt nicht ausgehärtet worden ist, entfernt wird. Anschließend wird die Bauplattform weiter zu der Farbaufbringungsstation als nächster Bearbeitungsstation durch Drehen des trommeiförmigen Trägers gefahren, in der ortselektiv Farbe auf die zuletzt gebildete Schicht aufge¬ bracht wird.
Vorzugsweise wird die Bauplattform nach der Farbaufbringung in der Farbaufbringungsstation zu einer Farbfixierstation als nächster Bearbeitungsstation durch Drehen des trommeiförmigen Trägers verfahren, in der die aufgebrachte Farbe durch Verfes¬ tigung fixiert wird, bevor die Bauplattform wieder zur Bearbeitungsstation zum Polymerisieren einer Schicht hin gedreht
wird, wo eine weitere Schicht aus photopolymerisierbarem Mate¬ rial definiert und polymerisiert wird.
Vorzugsweise erfolgt das Verfahren der Bauplattform zwischen zwei Bearbeitungsstationen durch Drehen des die Bauplattform haltenden Trägers um dessen vertikale Drehachse und das Ver¬ fahren zwischen zwei anderen Bearbeitungsstationen durch Drehen der Bauplattform um eine zur vertikalen Drehachse des Trägers senkrechte, horizontale Drehachse um 180°, so dass auf¬ einanderfolgend eine Bearbeitung von unten und von oben erfolgt .
Vorzugsweise wird auf beiden gegenüberliegenden Oberflächen der Bauplattform jeweils ein Formkörper aufgebaut und erfolgt die Bearbeitung der beiden Formkörper von unten und oben gleichzeitig .
Vorzugsweise ist eine weitere Bauplattform drehbar zusammen mit der ersten Bauplattform an dem trommeiförmigen Träger in dessen Umfangsrichtung auf Abstand zur ersten so aufgehängt, dass sich die weitere Bauplattform in der Reinigungs- oder Farbaufbringungsstation befindet, wenn die erste Bauplattform sich in einer Station zur Definition einer weiteren Schicht befindet .
Vorzugsweise sind mehrere Bauplattformen um die Drehachse ver¬ teilt an dem trommeiförmigen Träger so aufgehängt, dass, wenn sich eine erste Bauplattform zur Polymerisation einer weiteren Schicht gegenüber einer Belichtungseinheit befindet, eine zweite Bauplattform sich in der Reinigungsstation befindet, eine dritte Bauplattform sich in der Farbaufbringungsstation befindet und eine vierte Bauplattform sich in der Farbfixier- station befindet.
Vorzugsweise erfolgt die Bearbeitung der vier entstehenden Formkörper an den vier Bauplattformen zeitlich parallel durch Belichtung, durch Reinigung in der Reinigungsstation, durch Farbaufbringung in der Farbaufbringungsstation und durch Farbaushärtung in der Farbfixierstation erfolgt.
Es kann Fälle geben, in denen es nicht immer möglich ist, alle anhaftenden Monomerreste in einer Reinigungsstation berührungslos (z.B. durch Absaugen, Abblasen) zu entfernen. Es ist daher bevorzugt, die farbgebenden Komponenten mit UV-Licht (Spektrum 200 - 410 nm) auszuhärten bzw. zu polymerisieren oder die aufgebrachte Farbe durch Verdampfen von Lösungsmittel zu trocknen, während der eigentliche Bauprozess unter Verwen¬ dung von sichtbarem Licht (Spektrum 380 - 780 nm) stattfindet oder umgekehrt. Entsprechende Additive, wie Absorber und Ini¬ tiatoren sind gemäß dem bevorzugten Wellenlängenspektrum auszuwählen .
Vorzugsweise wird im Bereich von Überhängen, d.h. wenn die aktuell auszuhärtende Schicht an wenigstens einem Randbereich über die letzte zuvor ausgehärtete Schicht vorsteht, der über die zuletzt ausgehärtete Schicht hervorstehende Bereich mit¬ tels Energie der Belichtungswellenlänge absorbierendem Materi¬ al geschützt, so dass es beim Belichten des überstehenden Be¬ reichs eine Polymerisation in dem darunterliegenden Bereich der zuletzt ausgehärteten Schicht vermieden wird.
Es ist bevorzugt, wenn es beim Absenken der Bauplattform mit dem daran bereits anhaftenden Teil des Formkörpers in das pho- topolymerisierbare Material zur Definition einer weiteren aus¬ zuhärtenden Schicht nicht zu einer merklichen Materialverdrängung aus dem Zwischenraum zwischen der zuletzt gebildeten Schicht und dem Wannenboden kommt, damit es zu keiner unakzep¬ tablen Verdrängung von Material kommt, auf dem bereits Farbe aufgebracht ist. Daher sollte die Schicht aus photopolymeri-
sierbaren Material auf dem Wannenboden schon vor der Einfär- bung möglichst genau die Dicke der auszuhärtenden Schicht ha¬ ben, so dass kein photopolymerisierbares Material nach der Farbaufbringung verdrängt werden muss und der restliche Anteil des photopolymerisierbaren Materials in der Wanne nicht durch verdrängte Farbstoffe verunreinigt wird. Um eine Schicht mit einer gewünschten Schichtdicke so zu definieren, kann eine Rakel oder ein Spin-Coating-Verfahren eingesetzt werden, wodurch eine Schicht mit genau der gewünschten Schichtdicke erzeugt wird .
Ein indirektes Folientransferverfahren kann in einer weiteren Ausführungsform auch dazu dienen, photopolymerisierbares Mate¬ rial und optional Farbe bereitzustellen. Hierbei wird zunächst ein dünner Film photopolymerisierbaren Materials auf die Folie aufgebracht, z.B. über ein Rakelsystem. Die Folie wird weiter transportiert und an einer Farbaufbringungsstation die Farbe auf der Oberfläche definiert und optional mittels einer Farb- fixierstation fixiert. Anschließend kann die gefärbte Schicht photopolymerisierbaren Materials auf die Bauplattform oder die zuletzt daran ausgehärtete Schicht übertragen und durch Be¬ lichtung ausgehärtet werden.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbei¬ spiels in den Zeichnungen erläutert, in denen:
Figuren 1 bis 4 Seitenansichten einer Vorrichtung zur Ausführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens in aufeinanderfolgenden Verfahrensschritten zeigen,
Figuren 5 und 6 eine Vorrichtung zur Ausführung einer alternativen Verfahrensweise in Draufsicht von oben und in Sei¬ tenansicht zeigen,
Fig. 7 eine seitliche Schnittansicht auf eine Vorrichtung zur Ausführung einer weiteren alternativen Verfahrensweise zeigt und
Figuren 8 und 9 Seitenansichten der Vorrichtung aus Fig. 7 zeigen .
Es wird zunächst die Verfahrensweise zum sukzessiven Aufbau des Formkörpers beschrieben, bevor auf die weiteren Schritte im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung eingegangen wird. Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung weist eine Wanne 10 auf, deren Wannenboden zumindest in einem Teilbereich durchsichtig oder durchlässig für Licht einer Wellenlänge λι ist. Dieser Teilbereich des Wannenbodens überdeckt zumindest die Ausdehnung der Fokusebene einer Belichtungseinheit 12, die unter dem Wannenboden angeordnet ist. Die Belichtungseinheit 12 weist eine Lichtquelle und einen Lichtmodulator auf, mit dem die Intensität gesteuert von einer Steuereinheit ortsse¬ lektiv eingestellt wird, um ein Belichtungsfeld mit der für die momentan zu bildende Schicht gewünschten Geometrie an dem Wannenboden zu erzeugen. Alternativ kann in der Belichtungseinheit auch ein Laser verwendet werden, dessen Lichtstrahl über einen beweglichen Spiegel, der von einer Steuereinheit gesteuert wird, oder einen xy-Laserplotter das Belichtungsfeld mit dem gewünschten Intensitätsmuster sukzessive abtastet.
Der Belichtungseinheit 12 gegenüber ist über der Wanne 10 eine Bauplattform 1 vorgesehen, die von einem nicht dargestellten Hubmechanismus getragen wird, so dass sie in höhenverstellba¬ rer Weise über dem Boden der Wanne 10 im Bereich der Belichtungseinheit 12 gehalten wird.
In der Wanne 10 befindet sich eine Füllung aus hochviskosem photopolymerisierbarem Material. Der Materialspiegel der Fül¬ lung sollte nur geringfügig höher als die gewünschte Dicke der
zu definierenden Schicht sein. Zur Definition einer Schicht aus photopolymerisierbarem Material wird in folgender Weise vorgegangen. Die Bauplattform 1 wird durch den Hubmechanismus in gesteuerter Weise abgesenkt, so dass (vor dem ersten Belichtungsschritt) ihre Unterseite in die Füllung des photopo¬ lymerisierbarem Materials eintaucht und sich dem Wannenboden soweit nähert, dass zwischen der Unterseite der Bauplattform 1 und dem Wannenboden genau die gewünschte Schichtdicke ver¬ bleibt. Nach Einstellung der Schichtdicke folgt die für diese Schicht gewünschte ortsselektive Belichtung durch die Belich¬ tungseinheit 12, um sie in der gewünschten Form auszuhärten. Nach der Bildung der Schicht wird die Bauplattform 1 mittels des Hubmechanismus durch Anheben derselben oder auch durch Absenken der Wanne 10 wieder von der Wanne 10 getrennt. Anschließend wird photopolymerisierbares Material in den belich¬ teten Bereich nachgeführt, um wieder eine Schicht aus photopo¬ lymerisierbarem Material zu bilden, die nur geringfügig dicker als die für die nächst zu bildende Schicht gewünschte Schicht¬ dicke ist. Eine solche Verteilung kann zum Beispiel durch eine Rakel oder durch ein sogenanntes Spin-Coating-Verfahren erfolgen, bei dem eine vorgegebene Materialmenge in der Mitte der Wanne 10 aufgebracht wird und die Bauplattform dann in Rotati¬ on versetzt wird, um das photopolymerisierbare Material zu ei¬ ner Schicht in der gewünschten Dicke auseinanderzuziehen. Das zugeführte Material stellt die Basisfarbe der entsprechenden Schicht dar. Dieses kann über den Bauprozess variiert werden.
In Figur 2 ist durch den geradlinigen Pfeil das Anheben der Bauplattform nach dem Aushärten einer aktuellen Schicht angedeutet .
Diese Schritte werden nachfolgend mehrfach wiederholt, wobei dann jeweils der Abstand zwischen der Unterseite der zuletzt gebildeten Schicht zum Wannenboden auf die gewünschte Schicht-
dicke eingestellt wird und daraufhin die nächste Schicht in der gewünschten Weise ortsselektiv ausgehärtet wird.
Bei dem vorliegenden erfindungsgemäßen Verfahren finden allerdings zwischen den Belichtungsschritten aufeinanderfolgender Schichten an der Bauplattform 1 weitere Zwischenschritte in verschiedenen Bearbeitungsstationen statt. Zu diesem Zweck ist die Bauplattform 1 um eine horizontale Achse drehbar an einem trommeiförmigen zylindrischen Träger 6 aufgehängt. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel steht die Drehachse des Trägers 6 senkrecht zur Figurenebene. Um den trommeiförmigen Träger 6 herum sind weitere Bearbeitungsstationen angeordnet, und zwar eine Reinigungsstation 20, eine Farbaufbringungsstation 30 und eine Farbfixierstation 40. Die Bauplattform 1 wird den genannten Bearbeitungsstationen nacheinander zugeführt. Dabei wird die Bauplattform 1 mit dem daran bereits gebildeten Teil des Formkörpers zunächst durch Drehung des Trägers 6 zu einer Rei¬ nigungsstation 20 befördert, in der anhaftende Reste von unpo- lymerisiertem Material, das nicht ausgehärtet worden ist, ent¬ fernt werden. Dies kann zum Beispiel mechanisch durch Abstreifen oder vorzugsweise kontaktlos durch Abblasen oder Absaugen geschehen. Dieser Bearbeitungsschritt ist in Fig. 3 gezeigt.
Nach der Reinigung wird die Bauplattform 1 weiter zu der Farbaufbringungsstation 30 gedreht, in der wie in Fig. 4 gezeigt ortsselektiv Farbe auf die zuletzt gebildete Schicht aufge¬ bracht wird. Dies kann zum Beispiel durch ein Tintenstrahl- druckverfahren erfolgen, bei dem eine Suspension von Farbpartikeln in Monomermaterial in dem gewünschten Muster aufgebracht wird. Daraufhin wird die Bauplattform 1 weiter zu der Farbfixierstation 40 gedreht, in der die aufgebrachte Farbe fixiert wird. Falls die Farbe in Form einer Suspension in pho- topolymerisierbarem Material aufgebracht wird, kann die Aus¬ härtung durch Belichtung erfolgen. In alternativen Ausführungsformen kann die Farbe auch als Lösung aufgebracht werden,
die in der Farbfixierstation 40 einer Wärmebehandlung unterzogen wird, um das Lösungsmittel zum Verdampfen zu bringen. Grundsätzlich sind alle Vorrichtungen zur Deponierung der farbgebenden Komponenten in flüssiger oder fester Form anwendbar, wie z.B. auch Tampondruck im Falle des Folientransferver- fahrens zur Bereitstellung der Farbe und Aufnahme durch die Plattform bzw. Bauteiloberfläche.
Danach wird die Bauplattform 1 wieder in die in Fig. 1 gezeigte Stellung gedreht, in der eine neue Schicht aus photopolyme- risierbarem Material zwischen der zuletzt gebildeten Schicht und dem Wannenboden definiert und polymerisiert wird. Danach beginnt der beschriebene Zyklus von vorne und wird solange wiederholt, bis der sukzessive gebildete Formkörper die end¬ gültig gewünschte Form erreicht hat.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind an dem trommei¬ förmigen Träger 6 drei weitere Bauplattformen 2, 3 und 4 aufgehängt. In dem Ausführungsbeispiel sind die Bauplattformen 1 - 4 jeweils um 90° zueinander um den Träger 6 versetzt angeordnet. Diese Ausführungsform ermöglicht es, dass an den Bau¬ plattformen 1 - 4 Bearbeitungsschritte in verschiedenen Bearbeitungsstationen parallel durchgeführt werden. In der in Fig. 1 gezeigten Stellung wird an der Bauplattform 1 eine Schicht mit der gewünschten Dicke zwischen der zuletzt gebildeten Schicht und dem Wannenboden definiert und erfolgt deren Aus¬ härtung durch Belichten mit Licht der Wellenlänge λι . Parallel dazu wird in der Farbaufbringungsstation 30 auf die zuletzt gebildete Schicht des an der Bauplattform 3 entstehenden Formkörpers Farbe aufgebracht. Parallel dazu wird die zuvor aufge¬ brachte Farbe auf der letzten Schicht des an der Bauplattform 4 entstehenden Formkörpers in der Farbfixierstation 40 durch eine weitere Belichtung mit der Wellenlänge λ2 ausgehärtet oder fixiert. In diesem Ausführungsbeispiel finden also drei suk¬ zessive Bearbeitungsschritte an drei der Bauplattformen in
verschiedenen Bearbeitungsstationen gleichzeitig statt. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Reinigungsstation nicht um 90° gegenüber der Wanne 10 versetzt, so dass der in Fig. 3 gezeigte Reinigungsschritt zum Entfernen von anhaftendem, unausgehärtetem Material als gesonderter Arbeitsschritt stattfindet. Grundsätzlich könnte die Reinigungsstation 20 allerdings auch um 90° gegenüber dem Wannenboden gedreht angeordnet sein, so dass dann die einzelnen Bearbeitungsschritte an den Bauplattformen 1 - 4 gleichzeitig oder parallel zueinander durchgeführt werden könnten.
Die Wanne 10 und die Bearbeitungsstationen 20, 30 und 40 sind in der Figurenebene in gesteuerter Weise verschiebbar relativ zu den Bauplattformen, so dass sie ihre Bearbeitungsstellung jeweils an das Stadium des Aufbauvorgangs der jeweils an den Bauplattformen 1 - 4 entstehenden Formkörper anpassen können.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Träger 6 der Bauplattformen 1 - 4 um eine horizontale (senkrecht zur Figu¬ renebene stehende) Achse drehbar aufgehängt, so dass eine re¬ volverartige Anordnung gegeben ist.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird jede an einer Bauplattform durch Aushärten neu gebildete Schicht durch Farbaufbringung in der Farbaufbringungsstation 30 in der gewünschten Weise bedruckt. Allerdings muss nicht jede Schicht an dem entstehenden Formkörper bedruckt werden, sondern können auch einzelne oder mehrere Schichten ohne Farbaufbringung gebildet werden .
Die Farbaufbringung kann auch zu einem weiteren Zweck eingesetzt werden, und zwar wenn der zu bildende Formkörper Überhänge aufweist. Als Überhang wird hier die Situation bezeichnet, in der eine momentan zu bildende Schicht in wenigstens einer Richtung über die darunterliegende ausgehärtete Schicht
vorsteht. In diesem Fall kann die zuletzt definierte Schicht in den Bereichen, wo Überhänge der nächsten zu bildenden Schicht entstehen werden, in diesen Bereichen so bedruckt werden, dass diese Bereiche abgedeckt werden und so bei der Be¬ lichtung der nächsten zu bildenden, überstehenden Schicht im Bereich der Überhänge keine Polymerisierung der dahinterlie- genden zuletzt gebildeten Schicht stattfinden kann, da sie durch die aufgebrachte Farbe abgedeckt ist.
Fig. 5 zeigt eine Draufsicht von oben auf eine zur Ausführung einer alternativen Verfahrensweise geeignete Vorrichtung. Die Vorrichtung hat einen um eine vertikale Drehachse drehbar auf¬ gehängten zentralen trommeiförmigen Träger 6, an dem in 90° Abständen vier Bauplattformen aufgehängt sind (die Drehachse steht senkrecht zu Figurenebene) . Um den trommeiförmigen Trä¬ ger 6 herum (über oder unter unter den Bauplattformen) befinden sich ebenfalls in 90° Abstand die vier Bearbeitungsstatio¬ nen, nämlich Wanne 10 zur Schichtdefinition einer zu polymeri- sierenden Schicht aus photopolymerisierbarem Material und zur Belichtung und Aushärtung der so definierten weiteren Schicht, Reinigungsstation 20, Farbaufbringungsstation 30 und Farbfi- xierstation 40.
Fig. 6 zeigt eine seitliche Ansicht auf die Vorrichtung aus Fig. 5. Die Bauplattformen sind an dem drehbaren trommeiförmigen Träger 6 aufgehängt, der um eine vertikale Z-Achse drehbar ist, um die Bauplattformen durch Drehung des zentralen Trägers 6 von einer Bearbeitungsstation zur nächsten zu bewegen. In dieser Ausführungsform können die Bauplattformen zusätzlich um eine horizontale, senkrecht zur Z-Achse stehende Achse drehbar an dem zentralen Träger 6 aufgehängt sein. Diese Ausführungs¬ form ermöglicht es, jeweils zwei Formkörper auf beiden Seiten jeder Bauplattform aufzubauen, so dass insgesamt 8 Bauplatt- formenoberfächen vorhanden sind, wobei jeweils vier davon nach unten und vier nach oben weisen.
In dieser Ausführungsform können die Bauplattformen nach einem Bearbeitungsschritt um 180° um die genannte horizontale Achse am Träger 6 gedreht werden, so dass eine Bearbeitung von oben und unten erfolgen kann. Diese Ausführungsform kann zum Beispiel in der Reinigungsstation 20 vorteilhaft sein, da so das Abfließen von überschüssigen, nicht ausgehärtetem Material durch die Schwerkraft unterstützt werden kann.
In der in Fig. 6 dargestellten Ausführungsform erfolgt das Belichten mit der Belichtungseinheit 12 von unten durch den Wannenboden der Wanne 10. Anschließend wird der Träger 6 um 90° zu der Reinigungsstation 20 gedreht. In der Reinigungsstation wird während des Belichtungsschrittes der Bauplattform 1 eine Bauplattform 2 gereinigt, wobei diese dabei um die senkrecht zur Z-Achse stehende horizontale Achse gedreht wird, um das Abfließen von über polymerisierbarem Material zu erleichtern. Währenddessen wird die Bauplattform 3 von oben in der Farbauf- bringungsstation 30 bedruckt. Natürlich kann grundsätzlich das Drucken auch von unten erfolgen. Es muss für die konkrete Ausführungsform dann die Steuerung so eingestellt werden, dass die Bauplattform in der richtigen Orientierung zu der jeweiligen Bearbeitungsstation gestellt wird.
In den Fig. 7 bis 9 ist eine alternative Ausführungsform für eine zur Ausführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Vorrichtung gezeigt. Fig. 7 zeigt die Vorrichtung wiederum in der Draufsicht von oben, während in Fig. 8 und 9 schema¬ tische Seitenansichten gezeigt sind. Diese Ausführungsform unterscheidet sich von den vorhergehenden dadurch, dass die Belichtungsstation mit der Wanne 10 und die Reinigungsstation 20 räumlich zusammengefasst sind. Ebenso ist die Farbaufbrin- gungsstation 30 räumlich mit der Farbfixierstation 40 zusam- mengefasst. Wie in Fig. 7 gezeigt, sind an dem zentralen Trä¬ ger 6 zwei Bauplattformen 1, 2 diametral gegenüberliegend an-
geordnet. Die Bauplattform 1 befindet sich im Bereich der Belichtungsstation 10 und der Reinigungsstation 20, während sich die Bauplattform 2 im Bereich der Farbaufbringungsstation 30 und der Farbfixierstation 40 befindet. Fig. 8 zeigt die Vorrichtung im Bereich der Farbaufbringungsstation 30 und der Farbfixierstation 40 in Draufsicht. Die dargestellte Bauplatt¬ form ist an dem zentralen trommeiförmigen Träger 6 um eine zur Z-Achse senkrechte, horizontale Achse drehbar aufgehängt. Da¬ durch kann zunächst eine Seite der Bauplattform der Farbauf- bringungsstation 30 zugewandt liegen und die Farbe auf die oberste Schicht des Formkörpers auf dieser Seite der Bauplatt¬ form aufgebracht werden. Nach der Farbaufbringung kann die Bauplattform um 180° gedreht werden, so dass die Schicht, auf die gerade Farbe aufgebracht worden ist, dann nach unten auf die Farbfixierstation 40 zu gerichtet ist, so dass die aufge¬ brachte Farbe zum Beispiel durch Belichtung ausgehärtet werden kann .
In Fig. 9 ist die Vorrichtung im Bereich der Wanne 10 und der Reinigungsstation 20 gezeigt. Nachdem eine Schicht über dem Wannenboden durch Belichtung von unten an dem Formkörper ausgehärtet worden ist, wird die Bauplattform angehoben und um die horizontale Achse gedreht, so dass sie auf die Reinigungs¬ station 20 zu gerichtet ist. Nach der Reinigung wird dann der Träger 6 wieder um 180° gedreht, so dass nach dem Reinigungs¬ schrift nun die Farbaufbringung und Aushärtung in der Farbauf- bringungsstation 30 und Farbfixierstation 40 erfolgen können.
In den beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen erfolgt die Belichtung von unten und ist die Bauplattform vertikal beweglich, um Schicht auf Schicht unter der Bauplattform aufzubauen. Die vorliegende Erfindung ist aber natürlich auch bei Belichtung von oben anwendbar. Ebenso kann das Bedrucken je nach Ausführungsform von oben oder von unten erfolgen. Das Fixieren der Farbe kann durch Belichtung bei Verwendung von polymeri-
sierbarer Farbe erfolgten oder durch Verdampfung von Lösungsmittel bei Verwendung von in Lösungsmittel gelöster Farbe.