Vollmantel-Schneckenzentrifuge mit Überlaufwehr
Die Erfindung betrifft eine Vollmantel-Schneckenzentrifuge nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 .
Vollmantel-Schneckenzentrifugen sind in verschiedensten Ausführungsformen bekannt.
So offenbart die DE 102 03 652 B4 eine Vollmantel-Schneckenzentrifuge mit einer Einrichtung zum Ableiten geklärter Flüssigkeit aus einer Trommel, die einen
Trommeldeckel mit einem Durchlass aufweist, dem eine Drosseleinrichtung, insbesondere eine Drosselscheibe, zugeordnet ist, deren Abstand zum Durchlass veränderlich ist. Der Durchlass weist ferner Düsen zum Auslass der geklärten Flüssigkeit auf, welche zur Energieeinsparung entsprechend in Umfangsrichtung - insbesondere tangential - ausgerichtet sind.
Düsen an Vollmantelschneckenzentrifugen und ihr Effekt der Energieeinsparung bei entsprechender Ausrichtung geneigt zur Trommelachse sind ferner aus der DE 39 04 151 A1 bekannt.
Die Veröffentlichung„Patent Abstracts of Japan", Nummer 1 1 179236 A, offenbart demgegenüber, dass Durchlassöffnungen im Trommeldeckel, die jeweils teilweise von einer Wehrplatte verschlossen sind, welche ein Überlaufwehr bilden, Leitbleche zugeordnet werden können, welche der aus der Trommel austretenden Flüs- sigkeit einen Drall geben, wobei der auftretende Rückstoßeffekt zur Energieeinsparung genutzt werden soll. Die Leitbleche sind an der Außenseite des Überlaufwehrs beispielsweise an den Wehrplatten angebracht. Sie sind beispielsweise als ebene Bleche ausgebildet, welche parallel zur Trommeldrehachse ausgerichtet sind, wobei die Ebene, in welcher die ebenen Bleche liegen, die Trommelachse nicht schneidet und etwa einen Winkel von etwa 45° mit der radial verlaufenden Gerade einschließt, welche jeweils durch die Trommeldrehachse und die jeweilige Durchlassöffnung verläuft.
Es ist auch bekannt - so aus der US 2004/0072668 A1 oder der WO 2008/138345 A1 - anstelle eines Überlaufwehrs an der Wehrplatte der Durchlassöffnung ein Gehäuse anzuordnen, wobei dann das Überlaufwehr oder eine Düse in einer Schrägseite des Gehäuses an der Durchlassöffnung ausgebildet werden. Diese Konstruktionen bringen jedoch den Nachteil mit sich, dass an der Außenseite des Trommeldeckels mitrotierende, relativ kompliziert geformte Flüssigkeitskammern gebildet werden, die einen Teil des rotierenden Systems bilden, so dass sich in den Flüssigkeitskammern noch der Klär- oder Trennvorgang fortsetzt. Aus diesem Trennvorgang können unerwünschte Ablagerungen in den Kammern resultieren, welche Reinigungsprobleme und Unwuchtprobleme mit sich bringen.
Aus diesem Grund wenden sich die DE 10 2010 032 503 A1 und die DE 10 2010061 563 A1 von dem zuletzt beschriebenen Weg ab. Nach der DE 10 2010 032 503 A1 wird das Überlaufwehr direkt an den Wehrplatten am Trommeldeckel belassen und es wird erst die Flüssigkeit, welche das rotierende System bereits über das Überlaufwehr verlassen hat, in Umfangsrichtung umgelenkt. Nach dem Austritt aus der Trommel kann kein Kläreffekt mehr auftreten, der gesamte austretende Flüssigkeitsstrahl wird vielmehr durch die Ablenkein- richtung in Umfangsrichtung abgelenkt.
Nach der DE 10 2010061 563 A1 ist vorgesehen, dass die Wehrplatte eine Mate- rialausnehmung aufweist, welche zumindest einen Teil einer Ableitungsrinne oder eine vollständige Ableitungsrinne ausbildet, wobei die Ableitungsrinne derart aus- gebildet ist, dass sie aus der Trommel austretende Strömung geeignet umlenkt.
Damit haben sich die beiden zuletzt diskutierten Ausgestaltungen an sich bewährt. Dennoch besteht weiterer Bedarf zur Optimierung, insbesondere in Hinsicht auf einen guten Energierückgewinn bei gleichzeitiger Gewährleistung einer geringen Verschmutzungsneigung.
Die Lösung des vorstehend beschriebenen Problems ist die Aufgabe der Erfindung.
Die Erfindung löst diese Aufgabe durch den Gegenstand des Anspruchs 1
Danach ist vorgesehen, dass der Boden der Ableitungsrinne zur Überström kante hin relativ zur Tangentialrichtung um einen Neigungswinkel δ an der Stelle der Überström kante nach innen zur Drehachse hin geneigt ist.
Ein Hauptvorteil dieser Ausgestaltung besteht wiederum darin, dass sich nicht wie bei den Gehäusen nach Art der WO 2008/138345 A1 leicht Produktablagerungen bilden können. Durch die offene Gestaltung der Ableitungsrinnen wird dieser Nachteil vielmehr erneut vermieden. Dabei ist die konstruktive Ausgestaltung einfach und stabil. Zudem wird der austretende Produktstrom so auf einen radialen Durchmesser umgelenkt, dass sich eine besonders große Energieeinsparung ergibt. Vorzugsweise gilt dabei für den Neigungswinkel δ: δ > 0° und δ < 25°, insbesondere δ > 10° und δ < 20°, da sich derart ein besonders vorteilhaftes Abströmverhalten erzielen lässt.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entneh- men.
Nachfolgend wird die Erfindung unter Bezug auf die Zeichnung näher beschrieben. Es zeigt: Fig. 1 a-c verschiedene Ansichten eines Segmentes eines schematisch dargestellten Trommeldeckels einer erfindungsgemäßen Vollmantel- Schneckenzentrifuge; und
Fig. 2 eine schematische Ansicht einer bekannten Vollmantel- Schneckenzentrifuge.
Fig. 2 soll den grundsätzlichen Aufbau einer Vollmantel-Schneckenzentrifuge verdeutlichen. Der Antrieb nebst Steuerung, eine Haube und weitere für den Fachmann selbstverständliche Elemente sind hier nicht dargestellt.
Fig. 2 zeigt eine Vollmantel-Schneckenzentrifuge 1 mit einer um eine Drehachse D drehbaren Trommel 3, in der eine ebenfalls drehbare Schnecke 5 angeordnet ist. Radialrichtungen senkrecht zur Drehachse D sind mit„R" bezeichnet. Die Trommel 3 und die Schnecke 5 weisen jeweils einen im Wesentlichen zylindrischen Abschnitt und einen sich hier konisch verjüngenden Abschnitt auf.
Ein sich axial erstreckendes zentrisches Einlaufrohr 7 dient zur Zuleitung des Schleudergutes über einen Verteiler 9 in den Schleuderraum 1 1 zwischen der Schnecke 5 und der Trommel 3.
Wird beispielsweise ein schlammiger Brei in die Zentrifuge geleitet, setzen sich an der Trommelwandung gröbere Feststoff partikel ab. Weiter nach innen hin bildet sich eine Flüssigkeitsphase aus.
Die Schnecke 5 rotiert vorzugsweise mit einer etwas kleineren oder größeren Geschwindigkeit als die Trommel 3 und fördert den ausgeschleuderten Feststoff zum konischen Abschnitt hin aus der Trommel 3 zum Feststoffaustrag 13. Die Flüssigkeit strömt dagegen zum größeren Trommeldurchmesser am hinteren Ende des zylindrischen Abschnittes der Trommel 3 und wird dort durch über ein Wehr abgeleitet, das Durchlassöffnungen 15 in einem Trommeldeckel 17 aufweist, wobei jeder Durchlassöffnung 15 eine Wehrplatte 19 zugeordnet ist, welche hier radial verstellbar an der Außenseite des Trommeldeckels angebracht ist. Die innere radiale Kante der Wehrplatte 19 definiert damit eine Überlaufkante und damit auch das eigentliche Wehr bzw. das Überlaufwehr 21 . Die Flüssigkeit strömt am Überlaufwehr 21 aus der Trommel, welches in Umfangsrichtung U mit der Trommel 1 rotiert, so dass die Flüssigkeit , die in Richtung X parallel zur Drehachse D über das Überlaufwehr 21 strömt, neben der axialen Geschwindigkeitskomponente infolge des Ausströmens aus der Trommel insbesondere auch eine Geschwindigkeit in Umfangsrichtung U (senkrecht zur Bildebene der Fig. 1 , siehe auch Fig. 2) sowie eine durch die Zentrifugalkraft bewirkte radiale Komponente vom Rotationszentrum nach außen aufweist.
Erfindungsgemäß kann z.B. bei einer Vollmantel-Schneckenzentrifuge nach Art der Fig. 2 der Trommeldeckel mit Ablaufwehren 23 nach Art der Fig. 1 versehen werden, welche die Wehrplatte 19 ersetzen, insbesondere, um eine Energieeinsparung zu erreichen.
Die Ablaufwehre 23 weisen jeweils wiederum jeweils eine flanschartige Wehrplatte 25 auf, die an dem Trommeldeckel angeordnet wird. Hier sind die Wehrplatten 25 zur Befestigung an dem Trommeldeckel 17 mit Bohrungen 27 versehen, um die jeweilige Wehrplatte mittels (hier nicht dargestellten) Bolzen an dem Trommelde- ekel 17 festzuschrauben. Diese Befestigung ist einfach und bevorzugt. Es sind aber auch andere Arten der Befestigung der Wehrplatte(n) 25 an dem Trommeldeckel denkbar.
Nach Fig. 1 ist die Wehrplatte 25 als ein Ringsegment ausgebildet, wobei es vor- teilhaft (aber nicht zwingend erforderlich) ist - insbesondere um einen leisen Lauf durch Vermeidung von Spalten und dgl. zu vermeiden - wenn die Ringsegmente in Umfangsrichtung direkt oder sehr nah aneinander liegen und sich derart ein umlaufender Ring aus den Wehrplatten 25 bildet. Die Wehrplatte(n) 25 kann/können aber auch eine andere Form aufweisen, so z.B. eine rechteckige oder eine halb- kreisartige Form.
Die Fig. 1 a-c zeigen lediglich ein einziges der Ablaufwehre 23.
Jede Wehrplatte 25 als Basis des Ablaufwehres weist - bezogen auf die Drehach- se D - eine kreisbogenabschnittsartige Innenkante 25a und eine Außenkante 25b sowie zwei hier radial zur Drehachse D ausgerichtete Umfangskanten 25c und 25d auf. Auch diese Ausgestaltung ist vorteilhaft, da sich leicht ein umlaufender Ring bilden lässt, nicht aber zwingend. In der Innenkante 25a - siehe insbesondere Fig. 1 b - ist eine Aussparung 29 ausgebildet, welche sich von der Innenkante 25a - bezogen auf den montierten Zustand am Trommeldeckel 17 - nach außen hin erstreckt und ein Stück vor der Außenkante 25b radial endet.
Nach Fig. 1 a und b weist die Aussparung 29 einen sich in vorzugsweise radial oder unter einem kleinen Winkel relativ zur Radialen (Winkel γ vorzugsweise kleiner 25°) erstreckenden ersten Kantenabschnitt 29a auf und einen vorzugsweise senkrecht oder im Wesentlichen senkrecht zu dem ersten Kantenabschnitt 29 a ausgerichteten zweite Kantenabschnitt 29b, der vorzugsweise tangential oder im Wesentlichen tangential (Winkel zur Tangentialrichtung 0° oder kleiner 20°) zu einem gedachten Kreis mit einem Radius rb zur Drehachse D verläuft.
Zumindest der Kantenabschnitt 29b fluchtet vorzugsweise mit einer unter der Wehrplatte 25 liegenden entsprechenden Öffnung im eigentlichen Trommeldeckel (hier nicht dargestellt; siehe aber Fig. 1 ). Der Kantenabschnitt 29b bildet im Wesentlichen die Überlaufkante, über welche Flüssigkeit axial aus der Trommel tritt.
An die von dem ersten Kantenabschnitt 29a abgewandte Seite des zweiten Kan- tenabschnitts 29b schließt sich vorzugsweise ein relativ zum zweiten Kantenabschnitt sich stumpfwinklig anschließender (dritter) Kantenabschnitt 29c an und an diesen vorzugsweise ein vierter Kantenabschnitt 29d, der hier bogenförmig ist und den dritten Kantenabschnitt mit der kreisbogenförmigen Innenkante 25a der Wehrplatte 25 verbindet. Das Ausströmverhalten an dieser Aussparung hat sich als vorteilhaft erwiesen.
An der im montierten Zustand vom Trommeldeckel abgewandten Außenseite der Wehrplatte 25 ist an der Aussparung 29 ferner eine Ableitungsrinne ausgebildet, welche radial nach innen (zur Drehachse) hin offen ist und welche einen Boden aufweist sowie zwei Seitenwände, von denen eine aus einem Leitblechstück 31 a gebildet ist und eine aus einem Teil der Wehrplatte 25 selbst.
Das Leitblechstück 31 a sowie zwei den Boden bildende Leitblechstücke 31 b, c dienen insgesamt im Zusammenspiel mit der Wehrplatte 25 dazu, einen aus der Trommel durch die Aussparung 29 axial austretenden Flüssigkeitsstrom im Wesentlichen entgegen der Drehrichtung K in Richtung -K umzulenken, was infolge des sich durch die Umlenkung ergebenden zusätzlichen Antriebseffektes in Um- fangsrichtung zu einem in energetischer Hinsicht günstigen Betrieb führt.
Die Leitblechstücke 31 a, b und/oder c können auch aus als Abschnitte eines einzigen übergeordneten und entsprechend zurecht gebogenen oder gegossenen Leitbleches ausgebildet sein, oder miteinander verbunden sein, so durch Verschweißen.
Wie bereits erläutert, bilden die drei Leitblechstücke 31 a, b, c, und die Wehrplatte 25 selbst zusammen die zur Drehachse D hin offene Ableitungsrinne aus.
Das erste Leitblechstück 31 a ist vorzugsweise rechtwinklig zu dem zweiten und dem dritten Leitblechstück 31 b, c ausgebildet. Es bildet nicht nur die Seitenwand der Ablaufrinne sondern sorgt auch für die eigentliche Umlenkung des Flüssigkeitsstrahles aus der Axialrichtung X in eine hierzu senkrechte Umfangsrichtung - K. Das erste Leitblechstück 31 a schließt sich als Seitenwand der Ablaufrinne mit seiner zur Trommel gewandten Seite bzw. Fläche direkt an den ersten Kantenabschnitt 29a der Aussparung 29 an.
Es ist hier in bevorzugter Ausgestaltung nicht senkrecht zu der Wehrplatte bzw. dem Trommeldeckel darunter angeordnet sondern spitzwinklig, wobei der Winkel α zwischen der Ebene der Wehrplatte 25 als Basisblech und dem ersten Leitblechstück 31 a vorzugsweise 0° oder größer 0° und kleiner 45°, vorzugsweise kleiner gleich 15° sein sollte (siehe Fig. 1 c). Die Bezugskante für den Winkel α steht senkrecht auf der Wehrplatte und wird an der Innenkante des Leitblechstü- ckes und der Wehrplatte gemessen.
Hierdurch wird eine erste Umlenkung der Flüssigkeit aus der Axialrichtung mehr in Umfangsrichtung erreicht. Sodann weist das erste Leitblechstück 31 a den Radius bzw. die Biegung 31 a" auf und erstreckt sich dann im Abschnitt 31 a'" vorzugswei- se bis parallel oder vorzugsweise etwas geneigt zur Wehrplatte hin. Vorzugsweise ist dabei zwischen der Ebene der Wehrplatte 25 und der Ebene, in welcher der ebene Abschnitt 31 "' liegt bzw. bis in welche hinein sich die Biegung des ersten
Leitblechstückes (31 a) erstreckt, der Winkel ß ausgebildet, für den gilt: ß > 0 °und ß < 30 °, insbesondere ß < 20 °.
Das Leitblechstück 31 a kann somit in sich auch wieder mehrere Abschnitte oder sogar Einzelstücke bzw. Komponenten aufweisen. Aus Figur 1 c ist ersichtlich : das Leitblechstück weist hier einen ebenen Abschnitt 31 a' auf, einen Radius 31 a" und einen sich daran anschließenden ebenen Abschnitt 31 a"'. Besonders wesentlich ist der Radius, da er hauptsächlich die Umlenkung bewirkt, so dass das erste Leitblechstück sogar bis auch einen Radius bzw. gekrümmten Abschnitt reduziert werden könnte.
Wie bereits ausgeführt, grenzt das erste Leitblechstück 31 a ferner als Seitenwand der Ablaufrinne an das zweite und das dritte Leitblechstück 31 b, c an, welche den Boden der Ablaufrinne bilden.
Das zweite und das dritte Leitblechstück 31 b, c sind vorzugsweise senkrecht oder im Wesentlichen senkrecht (Winkel zwischen 90 ° und 1 1 0 °) zur Ebene des Trommeldeckels bzw. der Wehrplatte 25 (die senkrecht zur Drehachse liegt) ausgerichtet und an der Au ßenseite der Wehrplatte 25 (in montierter Stellung an der Trom- mel) angeordnet und vorzugsweise materialverbindend (z.B. schwei ßend befestigt).
Das zweite Leitblechstück 31 b fluchtet dabei vorzugsweise mit dem zweiten Kantendabschnitt 29b. Das dritte Leitblechstück 31 c fluchtet mit dem dritten Kanten- abschnitt 29c, ist aber länger als der dritten Kantenabschnitt 29c und sorgt für eine Ablenkung des austretenden Flüssigkeitsstrahls aus der Tangentialrichtung vorzugsweise etwas nach innen zur Drehachse hin. Der entsprechende Winkel δ zwischen Tangentialrichtung T und der Abströmrichtung A vom Boden der Ablaufrinne - hier vom dritten Leitblechstück 31 c - zur Drehachse hin ist vorzugsweise größer 0 ° und kleiner als 25 °.
Die Leitblechstücke können Abschnitte eines Bleches sein oder separate
Blechelemente. Sie können auch wieder jeweils aus mehreren Untersegmenten oder Stücken bestehen oder in solche unterteilt sein. Nachfolgend sei die Wirkungsweise der Ablaufrinne nochmals näher erläutert.
Aus der Trommel austretende Flüssigkeit wird durch das erste Leitblechstück 31 a in Umfangsrichtung der Trommel und gegen die Drehrichtung K der Trommel umgelenkt. Vorzugsweise erfolgt sogar eine Umlenkung über einen Winkel γ von 0° bis max. 25° relativ zur Radialrichtung R etwas zum Basisblech bzw. zum darunter liegenden Trommeldeckel hin gerichtet, was positiv die Verstopfungsneigung weiter reduziert.
Ein Winkel ε der Überström kante kann 0° zur Radialen R betragen oder bis zu ± 10°, vorzugsweise ± 5 °.
Dabei hindert der Boden - gebildet hier aus dem ersten und dem zweiten Leitblechstück 31 b, c - der nach innen offenen Ablaufrinne die umgelenkte Flüssigkeit daran, nach außen zu spritzen. Der Boden sorgt vielmehr für ein Weiterleiten des Flüssigkeitsstrahls in Umfangsrichtung bis zum Ende des Bodens der Ablaufrinne, wo der Flüssigkeitsstrahl an der Ablaufkante/ Überström kante 31 k die Ablaufrinne in Richtung A verlässt.
Der in Umfangsrichtung umgelenkte Flüssigkeitsstrahl wird durch den Boden der Ablaufrinne - hier durch das zweite Leitblechstück 31 b - zunächst im Wesentlichen tangential und dann durch das dazu stumpfwinklig ausgerichtete dritte Leitblechstück 31 c sogar zur Drehachse hin aus der Tangentialrichtung T etwas nach innen hin geleitet und verlässt das dritte Leitblechstück 31 c in der durch die Ausrichtung dieses Leitblechstückes 31 c definierten Richtung, wodurch der Energie- gewinn besonders groß ist.
Vorzugsweise sind an jeder Wehrplatte eine einzige Ablaufrinne und eine einzige Aussparung 29 ausgebildet. Es können aber auch mehrere Ablaufrinnen und Aussparungen 29 an einer einzigen Wehrplatte ausgebildet sein. Der Begriff des Leitblechstückes 31 ist nicht zu eng zu verstehen. Bevorzugt bestehen diese jeweils aus einem Abschnitt eines Metallblech. Es sind aber im Sinne dieser Anmeldung auch„Leitblechstücke" aus nichtmetallischen Werkstoffen denkbar, sofern diese die dazu geeignet sind, die notwendige Umlenk- und Leitfunktion für die Flüssigkeit erfüllen können.
Als sehr vorteilhaft zu erwähnen ist noch, dass die Fläche der Aussparung 29 bis zur Innenkante 25a der Wehrplatte 25 vorzugsweise kleiner sein sollte, insbesondere um 25% oder mehr kleiner, vorzugsweise 30% kleiner, als der gedachte Querschnitt - die gedachte Querschnittsfläche - der Ableitungsrinne im Bereich der Überströmkante (die sich im Wesentlichen als das Produkt der Bodenbreite mit der Höhe der Ableitungsrinne berechnen lässt), welche durch die Höhe des Leitblechstückes 31 a im Bereich der Überström kante 31 k definiert ist. Dabei sollte die Fläche bzw. der Querschnitt der Aussparung 29 vorzugsweise gleich oder größer als der fiktive gedachte Querschnitt der Ableitungsrinne an der Überström- kante, da sich derart ein wiederum hervorragendes Abströmverhalten ergibt.
Bezugszeichen
Vollmantel-Schneckenzentrifuge 1
Trommel 3
Schnecke 5
Einlaufrohr 7
Verteiler 9
Schleuderraum 1 1
Feststoffaustrag 13
Durchlassöffnungen 15
Trommeldeckel 17
Wehrplatte 19
Ablaufwehr 21
Ablaufwehre 23
Wehrplatte 25
Innenkante 25a
Außenkante 25b
Umfangskanten 25c, 25d
Bohrungen 27
Aussparung 29
Kantenabschnitte 29a, b, c, d
Drehachse D
Radius rb
Leitelemente 31 a, b, c Kante 31 K
Drehrichtung K
Axialrichtung X
Winkel α, ß. γ, δ Radius rb
Radialrichtung R