Beschreibung
Sinterofen für Bauteile aus einem Sinterwerkstoff, insbe¬ sondere für Dentalbauteile und Verfahren zur Sinterung derartiger Bauteile Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft einen Sinterofen für Bauteile aus einem Sinterwerkstoff, insbesondere für Dentalbauteile und insbesondere für Bauteile aus Keramik und ein Verfahren zur Sinterung derartiger Bauteile. Bauteile für dentale Restau- rationen haben im Vergleich zu technischen Bauteilen ein geringes Volumen, geringe Wandstärken und kleine Bauteil¬ querschnitte .
Stand der Technik
Entscheidend für die Gestaltung eines Sinterofens ist das zu sinternde Material. Gesintert werden grundsätzlich metallische oder keramische Formkörper, die aus einem
Pulver gepresst wurden und die eventuell entweder direkt oder nach einem Ansinterprozess durch einen Fräs- oder Schleifprozess weiterverarbeitet wurden. Das Material bestimmt das notwendige Temperaturprofil. Die Größe und die Menge der Bauteile bestimmt die Baugröße des Ofens, ebenso das Temperaturprofil. Je heißer der Ofen sein soll, umso dickwandiger ist die Isolation. Die Baugröße des Ofens, der Bauteile und die gewünschte Aufheizgeschwindigkeit bestim- men die Auslegung des Heizsystems und des Regelverhaltens. Dabei spielt auch die Stromversorgung eine Rolle. Letztend¬ lich unterscheidet vor allem die Baugröße einen Dentalofen für ein Labor von einem Industriesinterofen.
Wärmebehandlungsprozesse, insbesondere das vollständige Sintern von dentalen Restaurationen aus vorgesinterten
Keramiken oder Metallen unter Verwendung eines Sinterofens
dauern heute zwischen 80 min und mehreren Stunden. Der Herstellungsprozess einer dentalen Restauration, die sowohl vorbereitende Schritte als auch nachfolgende Schritte erfordert, wird durch diesen Zeitbedarf eines Einzel- schritts nachhaltig unterbrochen. So benötigt das sogenann¬ te Speed-Sintern für Zirkonoxid minimal 80 min. Eine
Verkürzung der Prozessdurchlaufzeit ist heute nur möglich, wenn ein alternatives Material zum Einsatz kommt, welches entweder eine wesentlich kürzere Wärmebehandlung benötigt oder gar keine Wärmebehandlung erfordert.
Aus dem Stand der Technik ist ein Sinterofen bekannt, der eine beheizbare Ofenkammer für das zu sinternde Bauteil umfasst, wobei die Ofenkammer einen zu öffnenden Wandab¬ schnitt zum Einbringen des zu sinternden Bauteils in die Ofenkammer aufweist. Zum motorischen Öffnen und Schließen des Wandabschnitts sind Antriebsmittel vorgesehen, und wobei eine Steuerung für die Antriebsmittel vorgesehen ist, welche ein Bedienelement für die Antriebsmittel aufweist. Weiterhin ist eine Aufheizvorrichtung für die Ofenkammer vorgesehen und die Steuerung bewirkt die Aufheizung der Ofenkammer .
Ein derartiger Sinterofen wurde von der Sirona Dental
Systems GmbH in Bensheim, Deutschland unter der Bezeichnung inFire HTC speed im Januar 2011 in Deutschland auf den Markt gebracht. Mit diesem Sinterofen soll der CAD/CAM- Prozess im Labor erheblich beschleunigt werden, indem sich der Sintervorgang bei Gerüsten aus Zirkoniumdioxid um bis zu 75 Prozent reduziert. Erzielt wird dieser Zeitvorteil durch besondere Heizelemente, die Innenisolation und die Sinterunterlagen wie Schalen sowie prismatische oder zylindrische Formkörper mit planparallelen Grund- und
Beiadeflächen .
Mit diesem Sinterofen können bis zu fünfgliedrige Brückengerüste aus Zirkoniumdioxid in 90 Minuten dichtgesintert werden. So ist die Herstellung einer computergestützt verblendeten Multilayer-Brücke innerhalb eines Tages möglich. Darüber hinaus besteht die Wahl zwischen regulären und Schnell-Sinterprogrammen abhängig von dem Materialtyp der jeweils vorgegebenen Sinterkeramik. Unabhängig vom genau angegebenen Materialtyp können weitere Langzeit- und Schnellsinterprogramme individuell programmiert werden. Darüber hinaus ist eine Zeitwahlfunktion vorgesehen, welche dem Zahntechniker auch das Sintern über Nacht ermöglicht. Kürzere Heiz- und Abkühlzeiten sorgen grundsätzlich dafür, dass das Gerät eine deutlich bessere Energie-Effizienz erreicht .
Aus der WO 2012/057829 A2 ist bekannt, ein Zahnersatzteil auf einer Führung in einem über einen Dichtflansch geöffneten Reaktor so zu platzieren, dass das Zahnersatzteil im Zentrum einer Magnetspule angeordnet ist. Durch Aufheizen mittels Induktion oder durch Zünden eines mikrowellenindu- zierten Plasmas wird die Sinterzeit von Stunden auf Minuten verringert. Als Koppelmedium wird Zirkonoxid angegeben, was für diesen Zweck ungeeignet ist, weil das Material erst ab ca. 800°C nutzbar elektrisch leitend wird.
Basierend auf den Erfahrungen von der industriellen Ferti- gung keramischer oder pulvermetallurgischer Bauteile werden die Wärmebehandlungsprozesse wie das Sintern konservativ eingestellt. Es ist immer wichtig, dass die Durchwärmung der Bauteile stets dem Temperaturverlauf des Ofens folgt, um Temperaturgradienten zu vermeiden, da Temperaturgradien- ten je nach Ausprägung zu einer ungleichmäßigen Ausbildung der Werkstoffeigenschaften führen und die Ursache für geometrische Verzüge sein können.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht daher darin, die Herstellungszeit weiter zu verkürzen und dabei jedoch die Werkstoffeigenschaften des gesinterten Bauteils so zu erhalten, dass es die Anforderungen noch immer erfüllt. Darstellung der Erfindung
Der erfindungsgemäße Sinterofen für Bauteile aus einem Sinterwerkstoff, insbesondere für Dentalbauteile und insbesondere für Bauteile aus Keramik, umfasst eine beheiz¬ bare Ofenkammer für das zu sinternde Bauteil, wobei die Ofenkammer einen zu öffnenden Wandabschnitt zum Einbringen des zu sinternden Bauteils in die Ofenkammer aufweist, wobei eine Steuerung vorgesehen ist, über welche die
Aufheizung der Ofenkammer mittels einer Aufheizvorrichtung für die Ofenkammer gesteuert ist. Die Steuerung weist
Mittel auf, mit denen die Zeitdauer einer Ladesequenz mit den Schritten Öffnen, Halten und Schließen des Wandabschnitts jeweils bei aufgeheizter Ofenkammer einzeln oder insgesamt und/oder mit denen der Temperaturabfall in der Ofenkammer während der Schritte wiederum einzeln oder insgesamt erfassbar ist und in der Steuerung sind mehrere sich an die Ladesequenz anschließende vorgegebene Tempera¬ turprofile für die Ofenkammer abgespeichert, von denen eines über in der Steuerung vorgesehene Auswahl- oder
Vergleichsmittel in Abhängigkeit der Zeitdauer der Schritte einzeln oder insgesamt und/oder des Temperaturabfalls in der Ofenkammer während der Schritte wiederum einzeln oder insgesamt aus einem Speicherbereich auswählbar ist.
Als Mittel für die Erfassung der Zeitdauer der Ladesequenz mit den Schritten Öffnen, Halten und Schließen des Wandab- Schnitts jeweils bei aufgeheizter Ofenkammer einzeln oder insgesamt kommen Zeitmesser in Betracht, die mit der
Bewegung des Wandabschnitts automatisch ausgelöst werden
oder die erfassen, wenn der Wandabschnitt eine Endlage verlassen und/oder erreicht hat. Der Temperaturabfall in der Ofenkammer während der Schritte wiederum einzeln oder insgesamt kann über Temperaturmessgerät erfasst werden, die mit der Bewegung des Wandabschnitts automatisch abgelesen werden oder die dann abgelesen werden, wenn der Wandabschnitt eine Endlage verlassen und/oder erreicht hat.
Anstelle einer Auswahl eines bestimmten Temperaturprofils kann auch aus mehreren vorhandenen Temperaturprofilen ein passendes Temperaturprofil berechnet werden
Vorteilhafterweise kann ein mit der Steuerung zusammenwirkendes Bedienelement vorgesehen sein, wobei das Betätigen des Bedienelements die Erfassung der Zeitdauer und/oder des Temperaturabfalls mittels der Steuerung auslöst.
Weiterhin können Antriebsmittel zum motorischen Öffnen und Schließen des Wandabschnitts vorgesehen sein, wobei die Antriebsmittel mittels eines Bedienelements über die
Steuerung entsprechend der Ladesequenz betätigt sind.
Ein weiterer erfindungsgemäßer Sinterofen für Bauteile aus einem Sinterwerkstoff, insbesondere für Dentalbauteile und insbesondere für Bauteile aus Keramik, umfasst eine beheiz¬ bare Ofenkammer für das zu sinternde Bauteil, wobei die Ofenkammer einen zu öffnenden Wandabschnitt zum Einbringen des zu sinternden Bauteils in die Ofenkammer aufweist. Zum motorischen Öffnen und Schließen des Wandabschnitts sind Antriebsmittel und eine Steuerung für die Antriebsmittel vorgesehen, welche ein Bedienelement für die Antriebsmittel aufweist. Weiterhin ist eine Aufheizvorrichtung für die Ofenkammer vorgesehen und die Steuerung bewirkt die Aufhei- zung der Ofenkammer. Um die Zeitdauer für die Durchführung des Sintervorganges zu optimieren, weist die Steuerung eine vorgegebene automatische Ladesequenz für die Antriebsmittel
mit den Schritten Öffnen, Halten und Schließen des Wandabschnitts sowie zur Festlegung einer Aufheizung der Ofenkammer auf. Das Betätigen des Bedienelements löst die Ladese¬ quenz der Steuerung aus und die Antriebsmittel sind über die Steuerung automatisch entsprechend der Ladesequenz betätigt .
Durch die genau definierte Ladesequenz ist die Abkühlung der Ofenkammer und der damit einhergehende Temperaturverlust weitgehend bekannt, sodass das Aufheizverhalten des zu sinternden Bauteils, das in der Regel bei Raumtemperatur über den geöffneten heißen Wandabschnitt in die Ofenkammer eingebracht wird, ebenfalls weitgehend bekannt ist.
Vorteilhafterweise kann der zu öffnende Wandabschnitt als Ablage für das Bauteil ausgebildet sein und in geöffnetem Zustand eine beheizte Abkühlzone bilden, die in einem
Abstand zu der Ofenkammer angeordnet ist. Das auf der
Ablage angeordnete Bauteil kann bei geöffnetem Wandab¬ schnitt mittels der Ofenkammer beheizt sein oder über eine separate Heizeinrichtung verfügen. Die Steuerung kann eine Abkühlsequenz zum Öffnen des Wandabschnitts nach dem
Sintervorgang und zum Halten des Wandabschnitts in der Abkühlzone sowie zur Festlegung der Aufheizung der Ofenkammer oder der separaten Heizeinrichtung aufweisen und es kann ein mittels der Steuerung aktivierbares Kontrollsignal vorhanden sein, das das Erreichen einer Abkühltemperatur in der Abkühlzone oder in der Ofenkammer anzeigt.
Die Verwendung einer beheizten Abkühlzone mit definierten Bedingungen im Abkühlprozess ermöglicht einen zeitoptimierten reproduzierbaren Ablauf verringert die Gefahr eines zu schnellen Abkühlens, auch als Thermoschocks bekannt, wodurch Materialschädigungen verhindert werden.
Um eine kurze Zeitdauer zu ermöglichen, kann die Aufheizvorrichtung als Widerstandsheizung ausgebildet sein, so dass die Ofenkammer nach der Ladesequenz eine Aufheizrate von mindestens im Mittel 1,0 °C/s und höchstens 6°C/s als Maximalwert aufweist. Die Heizelemente der Widerstandshei¬ zung können dabei von Anfang an mit einer maximalen möglichen Stromaufnahme betrieben werden.
Vorteilhafterweise kann die Steuerung ein Eingabemittel aufweisen, um ein Temperaturprofil abhängig von einer
Baugröße des Bauteils oder geometrischen Merkmalen wie eine maximale Wandstärke oder ein maximaler Bauteilquerschnitt oder ein Volumen des zu sinternden Bauteils, eine Material¬ art des zu sinternden Bauteils oder eine Kombination mehrerer davon auszuwählen. Dies hat den Vorteil, dass eine Anpassung des Sinterver¬ laufs an das zu sinternde Bauteil durch ein zeitoptimales Temperaturprofil möglich ist.
Vorteilhafterweise kann die Steuerung ein Auswertemittel für einen Strichkode und/oder eine sonstige maschinenlesba- re Kennung mit Informationen über das zu sinternde Bauteil aufweisen, um ein Temperaturprofil unter Berücksichtigung einer Baugröße des Bauteils oder geometrischen Merkmalen wie eine maximale Wandstärke oder ein maximaler Bauteil¬ querschnitt oder ein Volumen des zu sinternden Bauteils, eine Materialart des zu sinternden Bauteils oder eine
Kombination mehrerer davon automatisch festzulegen.
Aus der Geometrie des zu sinternden Bauteils sind die
Abmessungen, das Volumen, die Wandstärken und die Querschnittsflächen bekannt. Über ein zu bestimmendes empiri- sches Prozessmodell können den genannten Variablen und den Kombinationen daraus Temperaturprofile zugeordnet oder Temperaturprofile erzeugt werden.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Sinterung von Bauteilen aus einem Sinterwerkstoff, insbesondere von Dentalbauteilen in einem Sinterofen, umfassend die folgenden Schritte:
a) Öffnen eines Wandabschnitts der Ofenkammer mit vorge¬ heizter Ofenkammer bei eingeschalteter Ofenheizung;
b) Beladen der Ofenkammer, insbesondere durch Anbringen des auf einem Träger angeordneten zu sinternden Bauteils außerhalb der Ofenkammer auf dem geöffneten Wandabschnitt; c) Schließen der Ofenkammer
d) Aufheizen der Ofenkammer bis zu einer Haltetemperatur während einer Zeitdauer HU2;
e) Aufrechterhalten der Haltetemperatur während einer
Zeitdauer H;
f) Öffnen der Ofenkammer, entweder bei ausgeschalteter Ofenheizung oder bei eingeschalteter Ofenheizung;
g) für eine erste Abkühlstufe Verbringen des Bauteils mit dem Träger in eine beheizte erste Abkühlzone und Verbleib für eine Abkühlzeitdauer CD1;
h) für eine zweite Abkühlstufe Verbringen des Bauteils mit dem Träger aus der ersten Abkühlzone in eine zweite Abkühlzone und Verbleib für eine Abkühlzeitdauer CD2;
i) Entfernen des Bauteils vom Träger und Verbringen des Bauteils in eine dritte Abkühlzone für die dritte Abkühl- stufe durch Ablegen auf eine Unterlage mit im wesentlichen Raumtemperatur sowie Verweilen für eine Abkühlzeitdauer CD3,
j) wobei
1. die Schritte a)-c) für eine Zeitdauer L von maximal 2 Minuten, vorzugsweise 1 Minute;
2. der Schritt d) für die Zeitdauer HU2 von maximal 8 Minuten, vorzugsweise 4-5 Minuten
3. der Schritt e) für die Zeitdauer H von maximal 15 Mi¬ nuten, vorzugsweise 4-8 Minuten;
4. der Schritt f) und g) für die Abkühlzeitdauer CD1 von mindestens 0,5 Minuten, höchstens jedoch 5 Minuten;
5. der Schritt h) für eine Abkühlzeitdauer CD2 von 1-5 Minuten;
6. der Schritt i) für eine Abkühlzeitdauer CD3 von mindestens 0,5 Minuten, höchstens jedoch 10 Minuten durchgeführt wird.
Mit einem nach einem derartigen Verfahren betriebenen
Sinterofen lassen sich Herstellungszeiten von maximal 35 Minuten realisieren, in den jeweils angegebenen vorzugsweisen Bereichen können Gesamtzeiten von 15-20 Minuten realisiert werden. Eine derartige Verkürzung der Prozesszeit für die Wärmebehandlung wirkt sich unmittelbar im Umfang der Zeitersparnis auf die Verringerung der Prozessdurchlaufzeit aus. Dadurch ist eine nahezu unterbrechungsfreie Herstel¬ lung eines Zahnersatzteils möglich.
Die Wärmebehandlung ist stark abhängig vom Bauteilvolumen und Gestaltungsmerkmalen wie Wandstärke und Bauteilquerschnitt. Daher kann es vorteilhaft sein, wenn über ein Auswertemittel für einen Strichkode und/oder eine sonstige maschinenlesbare Kennung mit Informationen über eine
Baugröße des Bauteils oder geometrische Merkmale wie eine maximale Wandstärke oder ein maximaler Bauteilquerschnitt oder ein Volumen des zu sinternden Bauteils, eine Material¬ art des zu sinternden Bauteils oder eine Kombination mehrerer davon des zu sinternden Bauteils Informationen automatisch ausgewertet werden und ein Temperaturprofil automatisch bestimmt wird.
Als Typen des zu sinternden Bauteils kommen für den Dentalbereich insbesondere in Frage, wobei die Aufzählung nicht abschließend ist: Inlays, Onlays, Veneers, Kronenkappen, Vollkronen, Brückengerüste, vollanatomisch gestaltete
Brücken, Implantat-Abutments .
Vorteilhafterweise können die jeweiligen Zeitdauern aus den Schritten a) bis i) über das Auswertemittel aus Informatio¬ nen über das zu sinternde Bauteil automatisch bestimmt werden, insbesondere die Zeitdauer H aus Schritt e) , wobei eine maximale Wandstärke des zu sinternden Bauteils, ein Volumen des zu sinternden Bauteils, eine Materialart oder der Typ des zu sinternden Bauteils oder eine Kombination mehrerer davon automatisch ausgewertet werden.
Wenn die beheizte Abkühlzone der ersten Abkühlstufe durch den Sinterofen, insbesondere durch die Ofenkammer beheizt wird, kann eine kontrollierte erste Abkühlzone bereitge¬ stellt werden.
Vorteilhafterweise kann das Verfahren bei Bauteilen aus sinterfähigen Oxidkeramiken oder Glaskeramiken sowie sinterfähige, pulvermetallurgisch hergestellte NEM-
Materialien insbesondere auf der Basis von CoCr, CoCrMo, CoCrW oder CoCrMoW verwendet werden.
Darüber hinaus ist es vorteilhaft, mittels des Verfahrens zahntechnische Bauteile aus Zirkonoxid und transluzentem Zirkonoxid mit Wanddicken von 0,1 bis 6 mm zu sintern.
Vorteilhafterweise kann die Wanddicke bei Kronenkappen 0,3 bis maximal 0,8 mm und die Materialdicke bei Vollkronen 0,3 bis maximal 4 mm betragen und kann der Verbinderquerschnitt bei Brückenkonstruktionen maximal 20 mm2 betragen. Vorteilhafterweise kann die Temperatur in der Ofenkammer während des Schritts e) mindestens so groß sein, dass eine
Sinterung mit einem Sintergrad von mindestens 80% bei dieser Temperatur und der vorgegebenen Zeitdauer möglich ist und kann die Temperatur in der Ofenkammer während des Schritts e) höchstens so groß sein, dass eine nachteilige Phasenumwandlung oberhalb der Temperatur vermieden wird.
Die Sinterung muss einen Grad der Sinterung aufweisen, bei dem die per Norm geforderten Materialeigenschaften und die optischen Eigenschaften im Bauteil erreicht werden. Der Sintergrad wird dabei über die relative Dichte beschrieben, wobei nicht zwingend eine relative Dichte >99,5 % nötig ist, um die notwendigen Eigenschaften zu erreichen.
Vorteilhafterweise kann die Temperatur in der Ofenkammer während des Schritts e) für ein dentales Zirkonoxid nach dem Grundtyp Zirkonoxid ZrÜ2 mit einem zugesetzten Anteil von 4,5-6 Massen% Yttriumoxid Y2O3 mindestens 1.550°C und höchstens 1.600°C betragen. Damit wird für die Haltezeit eine nachteilige Phasenumwandlung vermieden.
Vorteilhafterweise kann die Ofenkammer während des Schritts d) eine Aufheizrate von mindestens im Mittel l,0°C/s und höchstens 6°C/s als Maximalwert aufweisen.
Damit lässt sich ein Verzug des zu sinternden Bauteils während des Aufheizens in praktisch relevantem Maß beherrschen und die Heizleistung kann mit einem mit Haushaltsstrom von beispielsweise 230 V und einer Absicherung von maximal 16 Ampere bereitgestellt werden, wobei auch 15 Ampere ausreichen, wenn die lokale Stromversorgung mit Haushaltsstrom eine derartige Begrenzung erfordert.
Noch ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Computerprogramm, gespeichert auf einem maschinenlesbaren Träger mit einem maschinenlesbaren Code, für die Ausführung eines Verfahrens zur Temperatursteuerung während eines Sintervor-
gangs unter Verwendung eines Sinterofens, wobei die Auswahl des Temperaturprofils für den Sintervorgang des zu sinternden Bauteils in Abhängigkeit der Ladesequenz des Sinterofens für das zu sinternde Bauteil erfolgt.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung erläutert. Es zeigt :
Fig. 1 einen Teil eines erfindungsgemäßen Sinterofens für Bauteile aus einem Sinterwerkstoff, insbeson- dere für Dentalbauteile;
Fig. 2 den Teil nach Fig. 1 in einer Seitenansicht des gesamten Sinterofens;
Fig. 3 ein Temperaturprofil für das erfindungsgemäße
Verfahren zur Sinterung derartiger Bauteile; Fig. 4 unterschiedliche Temperaturprofile in Abhängig¬ keit des Temperaturabfalls und/oder der Zeitdauer der Ladesquenz;
Fig. 5 eine Prinzipskizze der Steuerung.
Fig. 6A-C typische Dentalbauteile. Ausführungsbeispiel
Die Fig. 1 zeigt einen Teil eines Sinterofens 1 (Fig. 2), der eine Ofenkammer 2 aufweist, deren Wände 3 mit einer Isolierung 4 zum Abschirmen der heißen Ofenkammer gegen die Umgebung versehen sind. Zum Aufheizen der Ofenkammer 2 ist in der Ofenkammer 2 eine Aufheizvorrichtung 5 mit Heizelementen angeordnet. Die Ofenkammer weist einen zu öffnenden Wandabschnitt 6 zum Einbringen des zu sinternden Bauteils in die Ofenkammer auf, der hier der untere Wandabschnitt ist, also der Boden der Ofenkammer 2. Der Boden 6 weist ebenfalls eine Isolierung 7 auf, auf die eine Unterlage 8
für die zu sinternden Bauteile 9 abgestellt ist, die auch als Träger 8 bezeichnet wird. Als Träger 8 kommen aber auch Bügel oder senkrecht stehende Stifte aus Keramik oder hochschmelzendem Metall in Betracht, auf die das Dentalbau- teil aufgesetzt wird. Über ein Heizelement 31 kann eine separate Heizeinrichtung bereitgestellt sein.
Zum motorischen Öffnen und Schließen des Wandabschnitts 6 sind Antriebsmittel 10 vorgesehen, wodurch sich der Wandab¬ schnitt 6 zum Öffnen der Ofenkammer 2 absenken und zum Schließen der Ofenkammer 2 anheben lässt.
Für die Aufheizvorrichtung 5 und für die Antriebsmittel 10 ist eine Steuerung 11 vorgesehen, welche auch Bedienelemente 12 für Antriebsmittel 10 bestehend aus einer Spindel¬ stange 10.1 und einer angetriebenen Spindelmutter 10.2 und gegebenenfalls für die Eingabe weiterer Parameter zur
Beeinflussung der Aufheizvorrichtung 5 umfasst. Es können auch getrennte Steuerungen und andere Hubvorrichtungen vorgesehen sein.
Die Steuerung 11 ist so ausgebildet, dass sie eine vorgege- bene automatische Ladesequenz für die Antriebsmittel 10.1, 10.2 mit den Schritten Öffnen, Halten und Schließen des Wandabschnitts 6 sowie zur Festlegung einer Aufheizung 5 der Ofenkammer 2 aufweist und dass das Betätigen des
Bedienelements 12 die Ladesequenz der Steuerung 11 auslöst und dass die Antriebsmittel 10 über die Steuerung automa¬ tisch entsprechend der Ladesequenz betätigt sind. Weiterhin ist ein Auswertemittel 11.1 für ein CAD-Datensatz enthalten .
Anstelle eines automatisierten Ablaufs der Ladesequenz kann diese auch rein manuell durchgeführt oder jeweils manuell ausgelöst werden, wobei dann die Abfolge der einzelnen Schritte der Ladesequenz durch ein Signalanzeiger 35 für
den Benutzer wahrnehmbar gemacht werden, etwa optisch oder akustisch. Der Signalanzeiger 35 ist ebenfalls mit der Steuerung 11 verbunden.
Noch eine andere Ausgestaltung erfasst die einzelnen
Schritte der Ladesequenz in ihrer Zeitdauer und/oder den Temperaturabfall der Ladesequenz, die dann weitgehend beliebig ablaufen kann, und passt das Temperaturprofil der Ofenkammer für den anschließenden Sintervorgang entsprechend an bzw. wählt dieses aus einer Vielzahl aus.
In dem nach dem Sintervorgang dargestellten geöffneten
Zustand der Ofenkammer 2 ist der Träger 8, auf dem sich das gesinterte Bauteil 9 befindet, in einem Abstand zu der Ofenkammer 2 gehalten und befindet sich in einer ersten, von der Ofenkammer 2 aus beheizten Abkühlzone 21 mit der Temperatur TK1.
In Fig. 2 ist der gesamte Sinterofen 1 in einer Seitenansicht dargestellt, wobei der Teil aus Fig. 1 an einer
Rückwand 22 befestigt ist, welche auf einem Fußteil 23 aufsitzt . Der Sinterofen 1 steht in der Regel auf einem nicht darge¬ stellten Arbeitstisch oder auf einer nicht dargestellten Arbeitsplatte und kann trotz seines Gewichts noch angehoben und verschoben werden, wenn es z.B. aus Reinigungsgründen erforderlich sein sollte. In dem dargestellten geöffneten Zustand der Ofenkammer wurde der Träger, auf dem sich das gesinterte Bauteil befindet, aus der ersten beheizten Abkühlzone 21 mit der Temperatur TK1 entfernt. Am Sinterofen 1 oder in unmittelbarer Nähe davon ist eine zweite Abkühlstufe vorgesehen, die ohne Beheizung ist und eine feuerfeste Unterlage 24 mit Raumtemperatur zur Aufnahme des Trägers 8 mit dem darauf
angeordneten Bauteil 9 aufweist. Dabei stellt der gegenüber der Umgebungstemperatur noch stets aufgeheizte Träger 8 eine Abkühlzone 25 mit einer Temperaturverteilung mit einer Temperatur Tk2 bereit, die größer als die Umgebungstempera- tur TU ist.
Eine dritte Abkühlstufe umfasst eine Unterlage 26 mit einer hohen Wärmeabführleistung, etwa eine metallische Platte mit Raumtemperatur, sodass ein darauf angeordnetes Bauteil der Umgebungstemperatur ausgesetzt ist und eine dritte Abkühl- zone mit einer Temperatur Tk3 vorliegt.
Mit zunehmender Ofentemperatur fällt die Heizrate degressiv ab. Die Heizrate unmittelbar nach der Ladesequenz beträgt 3,3 - 3,5 °C/min in der ersten Minute. Ab der zweiten
Minute sind es 1,0 - 1,25 °C/s. Die Heizrate fällt dann zur letzten Minute auf 0,1 - 0,12 °C/min ab. Im Mittel liegt die Heizrate nach der Ladesequenz zwischen 1,16 und
1, 25°C/min.
In Fig. 3 ist ein Temperaturprofil für das erfindungsgemäße Verfahren zur Sinterung derartiger Bauteile in einem
Sinterofen dargestellt und zwar für die Ofentemperatur To und die Bauteiltemperatur TB.
Die Verkürzung der effektiven Prozesszeit wird realisiert durch Eliminieren der Aufheizzeit, einer verkürzten Haltezeit und einer kontrollierten Abkühlung über drei Kühlzonen mit jeweils definierten Temperaturverteilungen. Das Vorheizen des Ofens kann mit vorgeschalteten Prozessen paralleli- siert werden, so dass als Prozessbruttozeit nur die Zeit vom Beladen des Ofens bis zum Anfassen der Teile nach dem Abkühlen maßgebend ist. Diese Zeit kann je nach Belastbar- keit und Art des Materials weniger als 15 min betragen. Die verkürzte Prozessdurchlaufzeit erlaubt dem Zahnarzt in Verbindung mit einem dentalen CAD/CAM-System eine Behand-
lung, die als „chairside" bekannt ist. Das bedeutet, der Patient kann aufgrund der schnellen Herstellung einer
Restauration in nur einer Sitzung mit festsitzendem Zahnersatz versorgt werden. Auch der Zahntechniker kann hierdurch Restaurationen ohne signifikante Unterbrechung fertigen. Einzelne Aufträge können unmittelbar nach Auftragseingang am Stück gefertigt werden. Die kurze Durchlaufzeit erlaubt dem Zahntechniker kurze Reaktionszeit bei Eilaufträgen.
Bereits vor dem eigentlichen Sintern wird der Ofen auf eine Haltetemperatur TH von beispielsweise 1600°C für Zirkonoxid vorgeheizt. Das zu sinternde Bauteil kann in einem parallel verlaufenden Herstellungsprozess hergestellt werden.
Zum Beladen wird die Ofenkammer 2 im geheizten Zustand geöffnet, wobei die Bauteilunterlage 8 und die Bauteile 9 beim Beladen noch Raumtemperatur Tu aufweisen.
Da kein Werkstoff beliebig thermoschockbeständig ist, folgt der schnellen Erwärmung und der kurzen Haltezeit ein kontrollierter und definierter Abkühlprozess , der zeitopti- mal unter Erhaltung der notwendigen Werkstoffeigenschaften eingestellt wird.
Das auf das Vorheizen der Ofenkammer 2 bis mindestens auf die für das Sintern gewünschte Haltetemperatur TH folgende Verfahren wird durch die Betätigung des Bedienelements 12 gestartet, welches die in der Steuerung 11 enthaltenen
Ladesequenz auslöst. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange die Ofenkammer 2 auf der Haltetemperatur TH gehalten wurde, bevor das Betätigungselement 12 betätigt wurde.
Folgende Schritte laufen dann als eine Ladesequenz von Öffnen, Halten und Schließen in einer Zeitdauer L von maximal 2 Minuten, vorzugsweise 1 Minute automatisch ab:
a) Öffnen eines Wandabschnitts 6 der Ofenkammer 2 mit vorgeheizter Ofenkammer 2 bei eingeschalteter Ofenheizung; b) Beladen der Ofenkammer, insbesondere durch Anbringen des auf einem Träger 8 angeordneten zu sinternden Bauteils 9 außerhalb der Ofenkammer 2 auf dem geöffneten Wandabschnitt 6;
c) Schließen der Ofenkammer 2.
Bereits bei dem Einbringen des auf dem Träger 8 angeordne¬ ten zu sinternden Bauteils 9 in die Ofenkammer erfolgt durch die Anbringung auf dem Wandabschnitt 6 und durch die bekannte Ladesequenz ein Aufheizen des Bauteils 9 mit einem bekannten Temperaturprofil, da die Ladesequenz bekannt ist.
Es ist auch möglich, die Ofenkammer 2 auf eine höhere
Haltetemperatur TH' vorzuheizen, um den Temperaturabfall in der Ofenkammer 2 während der Zeitdauer, die für das Beladen der Ofenkammer und die damit verbundene erforderliche
Öffnung der Ofenkammer erforderlich ist, möglichst knapp unter der für das Sintern gewünschte Haltetemperatur TH zu halten und die Aufheizzeit nach dem Öffnen zu verringern. Nach dem Ladezyklus, der wegen der bekannten Zeitverläufe eine definierte Abkühlung der Ofenkammer 2 zur Folge hat, erfolgt ein Aufheizen der Ofenkammer 2 bis zu einer für das Sintern gewünschten Haltetemperatur TH während einer
Zeitdauer HU2 von maximal 8 Minuten, vorzugsweise 4-5
Minuten, wobei sich auch das Bauteil 9 in dieser Zeit entsprechend mit erwärmt.
Zur Durchführung des Sinterns mit konstanter Haltetempera¬ tur TH wird die Haltetemperatur TH während einer Zeitdauer H von maximal 15 Minuten, vorzugsweise 4-8 Minuten auf- rechterhalten.
Nach diesem Sintern mit konstanter Haltetemperatur TH erfolgt ein Öffnen der Ofenkammer 2, entweder bei ausgeschalteter Ofenheizung 5 oder bei eingeschalteter Ofenheizung 5 und das Bauteil 9 mit dem Träger 8 wird für eine erste Abkühlstufe in eine beheizte erste Abkühlzone 21 verbracht und verbleibt für eine Abkühlzeitdauer CD1 von mindestens 0,5 min., höchstens jedoch 5 min.
Als zweite Abkühlstufe wird das Bauteil mit dem Träger aus der ersten Abkühlzone 21 in eine zweite Abkühlzone 25 verbracht und verbleibt für eine Abkühlzeitdauer CD2 von 1- 5 min. Dabei strahlt der Träger 8 selbst Wärme ab.
Schließlich erfolgt das Entfernen des Bauteils 9 vom Träger 8 und Verbringen des Bauteils in eine dritte Abkühlzone 27 für die dritte Abkühlstufe durch Ablegen auf einer Unterla- ge 26 mit im wesentlichen Raumtemperatur Tu sowie Verweilen für eine Abkühlzeitdauer CD3 von mindestens 0,5 Minuten, höchstens jedoch 10 min. Hier kommt die Wärme nur noch vom Bauteil 9 selbst.
Die Temperatur TK1, TK2, TK3 in den drei aufeinanderfolgen- den Abkühlzonen nehmen stets ab, die erste Abkühlzone ist heißer als die zweite und diese ist wiederum heißer als die dritte. Falls erforderlich, können auch die zweite und die dritte Abkühlzone beheizt sein.
In Fig. 4 sind unterschiedliche Temperaturprofile Tpl, TP2 und TP3 in Abhängigkeit des Temperaturabfalls und/oder der Zeitdauer der Ladesquenz dargestellt, wobei sich auch unterschiedliche Zeitdauern delta-tpl, delta-tp2 und delta- tp3 ergeben. Je kürzer die Ladesequenz und je geringer der Temperaturabfall dabei, desto kürzer ist auch die sich an die Ladesequenz anschließende Aufheiz- und Haltephase.
In Fig. 5 ist eine Prinzipskizze eines Teils der Steuerung 11 gezeigt, in der Mittel 31 für die Erfassung der Zeitdau¬ er der Ladsequenz und Mittel 32 für die Erfassung der
Temperatur mit einem Auswahl- oder Vergleichsmittel 33 zusammenwirken, um aus einer in einem Speicherbereich 34 abgelegten Vielzahl vom Temperaturprofilen für die Ofenkammer das passende auszuwählen und die Ofenkammer dann gemäß dem gewählten Temperaturprofil zu betreiben.
Für Zirkonoxid und transluzentem Zirkonoxid werden folgen- de, in Fig. 4A-C dargestellte Dimensionen der Gestaltungs¬ merkmale für eine Verkürzung der Prozesszeit angenommen:
- bei Kronenkappen gemäß Fig. 4A liegt die Wanddicke, dargestellt durch die beiden Pfeile, im Bereich von 0,3 bis maximal 0,8 mm;
- bei Vollkronen gemäß Fig. 4B liegt die Materialdicke, dargestellt durch die beiden Pfeile, im Bereich von 0,3 bis maximal 4 mm;
- bei Brückenkonstruktionen gemäß Fig. 4C beträgt der
Verbinderquerschnitt, dargestellt durch die beiden rechten Pfeile, maximal 20 mm2, was etwa einer Dicke von 5 mm entspricht, wobei der durch die beiden linken Pfeile dargestellte Querschnitt eines Zwischenglieds auch größer sein kann, da der beim Sintervorgang erreichte Sintergrad dort nach wie vor noch ausreicht, um die geforderte Festig- keit sicherzustellen.
Aufgrund dieser in Fig. 6A-C dargestellten geometrischen Abmessungen werden dentale Restaurationen bei vergleichbarem Material und Energieeinsatz schneller aufgeheizt. In Abhängigkeit der Gestaltungsmerkmale Wandstärke und Bau- teilquerschnitt können die Parameter der Wärmebehandlung ,
also etwa Aufheiz- und Abkühlraten, Haltezeiten, durch Softwareunterstützung vorbestimmt werden.
Für Zirkonoxid wurden mehrere Temperaturstufen mit defi¬ nierten Temperaturfeldern experimentell ermittelt: Nach Ablauf der Haltezeit wird die Ofenkammer geöffnet, der Träger 8 wird zusammen mit dem Bauteil 9 aus der Ofenkammer 2 bewegt, bleibt aber auf dem Wandabschnitt 6 der Ofenkam¬ mer 2. Das Temperaturstrahlungsfeld der Ofenkammer 2 und das Temperaturstrahlungsfeld der Wandabschnitts 6, des Trägers 8 und des Bauteils 9 überlagern sich und wirken sich puffernd auf den Temperaturausgleich mit der signifikant mit einer Temperatur Tu kälteren Raumluft aus. Bei Erreichen einer Temperatur von < 600°C und >275°C des
Trägers erfolgt der Übergang zur Abkühlstufe 2.
Um dem Benutzer den Übergang zur Abkühlstufe 2 mitzuteilen, kann die Steuerung des Ofens ein akustisches Signal ausge¬ ben, das dann ausgelöst wird, wenn an einer Temperaturmess¬ stelle in der Ofenkammer 1000°C gemessen wird. Es hat sich herausgestellt, das dies ausreichend ist, da dieser Tempe- ratur in der Ofenkammer dann eine Oberflächentemperatur des geöffneten Wandabschnitts 6 bzw. des Trägers 8 im angegebe¬ nen Bereich entspricht. Das Hinweissignal kann auch op¬ tisch, etwa durch eine gegebenenfalls blinkende Kontroll¬ leuchte oder durch einen Hinweis im Display, der ebenfalls blinken kann, gegeben werden.
Der Träger 8 wird zusammen mit dem Bauteil 9 aus der ersten Abkühlzone 21 und damit aus dem Temperaturstrahlungsfeld der Ofenkammer 2 entfernt und auf eine feuerfeste Unterlage mit Raumtemperatur gestellt. Jetzt erfolgt der Temperatur- austausch zwischen Raumtemperatur Tu und Träger 8 zusammen mit dem Bauteil 9 und bildet die zweite Abkühlzone 25 aus.
Der Träger 8 übernimmt jetzt die Funktion des Temperaturpuffers, um den möglichen Thermoschock zu kompensieren.
Nach 2 min. liegt die Temperatur des Trägers 8 je nach Beladung zwischen 100°C und 200°C. Das Bauteil 9 kann nun in die dritte Abkühlstufe überführt werden.
Beim Übergang von Abkühlstufe 2 zu Abkühlstufe 3 wird das Bauteil 9 von dem Träger 8 auf eine metallische Unterlage 26 mit Raumtemperatur Tu abgelegt, bis sie nach maximal 2 min. handwarm sind und weiterverarbeitet werden können. Die Einhaltung der festgestellten Temperaturbereiche beim Abkühlen kann durch aktiv oder passiv beheizte Unterlagen unterstützt werden.
Grundsätzlich ist der Prozess für Kronen, Kronenkäppchen, Vollkronen, Brücken, Brückengerüste, Inlays und Veneers geeignet. Die zuvor genannten Parameter wurden für das
Sintern von Zirknnoxid und transluzentem Zirkonoxid ermit¬ telt .
Bei Adaption von Haltetemperatur, Haltezeit und der Abkühlstufen ist der beschriebene Prozess ebenso für andere sinterfähige Oxidkeramiken oder Glaskeramiken verwendbar. Das gilt ebenso auch für sinterfähige, pulvermetallurgisch hergestellte NEM-Materialien auf CoCr-, CoCrMo-, CoCrW- oder CoCrMoW-Basis .
Mit dem Computerprogramm erfolgt eine Auswahl eines Tempe- raturprofils für den Sintervorgang in Abhängigkeit der Ladesequenz des Sinterofens.