Fahrbare Betonpumpe Beschreibung Die Erfindung betrifft eine fahrbare Betonpumpe mit einer unmittelbar oder mittelbar über einen Aufbaurahmen auf ein Fahrgestell eines LKW-Chassis aufsetzbaren Tragstruktur zur Aufnahme von eine Abstützvorrichtung und einen Verteilermast bildenden Funktionseinheiten, wobei der Verteilermast an einem Mastbock drehbar gelagert ist, der einen in die Tragstruktur einge- fügten, als Drehlager für den Verteilermast ausgerüsteten Kessel umfasst und wobei die Abstützvorrichtung zwei in der Tragstruktur integrierte, diagonal nach vorne offene, einander kreuzende Stützbein kästen sowie je ein in den Stützbein kästen teleskopierbar angeordnetes Stützbein umfasst. Bei fahrbaren Betonpumpen dieser Art (DE-102 46 447 A1 ) wird die Tragstruktur auf einen Aufbaurahmen montiert und zusammen mit diesem auf das Fahrgestell eines LKW-Chassis aufgesetzt. Die Tragstruktur bildet mit ihrem Mastbock und den Stützbein kästen die Schnittstelle zwischen dem Verteilermast und den Stützbeinen. Das vom Verteilermast verursachte Lastmo- ment wird dabei über den Mastbock und die Stützbein kästen auf die Stützbeine verteilt und in den Untergrund eingeleitet. Bei fahrbaren Betonpumpen besonders beliebt ist eine Tragstruktur, die vorne mit zwei teleskopierbaren und hinten mit zwei ausschwenkbaren Stützbeinen ausgestattet ist. Die Stützbein kästen der vorderen Stützbeine bilden bei dieser Konstruktion ein "X", sie kreuzen sich also in der Tragstruktur diagonal.
Aus Sicht der Krafteinleitung wäre der Kreuzungspunkt der beiden Stützbeinkästen ideal, um das Lastmoment des Verteilermasts auf kürzestem Wege in die Stützbeine einzuleiten, wenn also der Kessel als Träger des Verteiler- masts am Kreuzungspunkt angebracht wäre. Aus technischen Gründen ist es bei fahrbaren Betonpumpen aber meist unmöglich, den Kessel im Kreuzungspunkt anzubringen, weil er in diesem Falle wegen der Schwerpunktsla-
ge, der Achslasten und dem für den Verteilermast notwendigen Bauraum zu weit hinten auf dem Fahrgestell positioniert wäre. Der Kessel sitzt daher üblicherweise in Fahrtrichtung vor den Stützbein kästen. Die Umlenkung des Kraftflusses vom exzentrischen Kessel in die tragenden vertikalen Seiten- wände der Stützbein kästen ist aber nur mit einem erheblichen konstruktiven Aufwand möglich. Dementsprechend zwingt diese Konstruktion zur Verwendung von schweren und konstruktiv aufwendigen Mastböcken.
Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, den Kessel des Mastbocks so zu gestalten und in der Tragstruktur zu positionieren, dass auch bei leichter Bauweise eine optimale Lastableitung vom Verteilermast zu den Stützbeinen möglich ist.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird die im Patentanspruch 1 angegebene Merkmalskombination vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Der erfindungsgemäßen Lösung liegt vor allem der Gedanke zugrunde, dass die Tragstruktur eine nach oben offene, parallel zur Drehachse des Vertei- lermasts ausgerichtete Mehrkantöffnung aufweist und dass der Kessel des Mastbocks einen an die Mehrkantöffnung angepassten Mehrkantumriss aufweist und in die Mehrkantöffnung der Tragstruktur eingefügt ist. Dadurch ist es möglich, dass der Kessel mit zwei seiner Seitenflächen parallel zu einer Seitenwand je eines der Stützbein kästen ausgerichtet ist. Wenn der Kessel dazuhin mit zwei seiner Seitenflächen in die betreffenden Seitenwände der Stützbein kästen fluchtend integriert ist, wird bei kompakter Bauweise eine optimale Krafteinleitung zwischen Mastbock und Stützbein kästen erzielt.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Kessel im Bereich der Mehrkantöffnung und der Stützbein kästen an die Tragstruktur angeflanscht und/oder in diese eingeschweißt ist. Vorteilhafterweise bildet der Kessel eine Säule aus mehrfach gekantetem Blech. Dadurch werden
also zwei Kesselseitenflächen und zwei Seitenwände der Stützbein kästen zu einem Bauteil vereint. Der Kraftfluss erfolgt über diese gemeinsame Struktur zwar nicht so direkt, als säße der Kessel im Kreuzungspunkt. Verglichen mit heute üblichen Betonpumpen ist die erfindungsgemäße Konstruktion aber weitgehend umlenkungsfrei.
Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Kessel im Bereich seiner Oberkante einen in Wirkverbindung mit dem Verteilermast stehenden Drehantrieb aufweist. Weiter sind zweckmäßig die diago- nal verlaufenden Stützbein kästen derart zweistöckig ausgebildet, dass sie in verschiedener Höhe innerhalb der Tragstruktur angeordnete Teleskoprohre für die Stützbeine und durch einen Zwischenboden von diesen getrennte Freiräume aufweisen. Vorteilhafterweise steht der Kessel des Mastbocks im zentralen Bereich auf dem Zwischenboden auf, wobei im Zwischenboden eine Zentralöffnung für den Durchgriff und/oder für die Drehdurchführung von Förder-, Steuer- und Energieleitungen angeordnet ist.
Aus Platzgründen kann die Mehrkantöffnung auf ihrer den Stützbein kästen abgewandten Seite eine Randöffnung aufweisen, durch die der Kessel zur Stirnseite hin teilweise hindurchgreift. Der den Kessel tragende Zwischenboden weist dabei im Bereich der Zentralöffnung zweckmäßig eine durch Biegeverformung und/oder durch Strukturelemente gebildete Verstärkungszone auf. Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schemati- scher Weise dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht einer fahrbaren Betonpumpe; Fig. 2 eine Draufsicht auf die fahrbare Betonpumpe nach Fig. 1 bei abgenommenem Verteilermast;
Fig. 3 eine Draufsicht auf die Tragstruktur der Betonpumpe nach Fig. 1 und 2 ohne Kessel;
Fig. 4a bis c drei schaubildliche Explosionsdarstellungen der Tragstruktur nach Fig. 3 mit ausgehobenem Kessel;
Fig. 5 Stirnseitenansicht der Tragstruktur mit eingesetztem Kessel
Die in Fig. 1 und 2 gezeigte fahrbare Betonpumpe weist ein LKW-Chassis 10 mit einem motorgetriebenen Fahrgestell 12 und einem Führerhaus 14 auf, dessen Motorantrieb über einen Antriebsstrang 16 mit den Hinterachsen 18 kuppelbar ist. Das LKW-Chassis 10 trägt eine Betonpumpe 20, die über einen Aufbaurahmen 22 mit dem Fahrgestell 12 verbunden ist. Der Betonpumpenaufbau umfasst im Wesentlichen eine Kernpumpe 24 mit zwei hydrauli- sehen Antriebszylindern 26, zwei paarweise mit den Antriebszylindern 26 über einen Wasserkasten 28 verbundenen Förderzylindern 30 und einem am anderen Ende der Förderzylinder 30 starr angeordneten Materialaufgabebehälter 32. Weiter umfasst der Aufbau eine Druckförderleitung 34, die über einen als Knickmast ausgebildeten Verteilermast 36 geführt ist und am Ende des letzten Mastarms einen den geförderten Beton zur Betonierstelle ausgebenden, nicht dargestellten Endschlauch aufweist.
Der Verteilermast 36 ist auf einem in der Nähe des stirnseitigen Endes mit einer Tragstruktur 46 starr verbundenen Mastbock 44 um eine vertikale Drehachse 48 drehbar gelagert. Der Mastbock 44 weist bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel einen in der Tragstruktur 46 integrierten, als Drehlager für den Verteilermast 36 ausgerüsteten Kessel 52 auf.
Weiter ist eine Abstützvorrichtung 38 mit ausstellbaren Stützbeinen 40, 66 vorgesehen. Die Abstützvorrichtung umfasst zwei in der Tragstruktur 46 integrierte Stützbein kästen 54, 56, die ihrerseits zwei diagonal nach vorne offene, einander in verschiedener Höhe kreuzende Teleskoprohre zur Aufnahme
der vorderen Stützbeine 40 aufweisen. Am rückwärtigen Ende der Tragstruktur 46 sind außerdem an den Gelenken 64 zwei seitlich ausschwenkbare hintere Stützbeine 66 angelenkt. Beim Betonierbetrieb werden die Stützbeine 40, 66 ausgestellt und unter Anheben des Fahrgestells 12 auf dem Erdboden abgestützt.
Eine Besonderheit der Erfindung besteht darin, dass die Tragstruktur 46 eine nach oben offene, parallel zur Drehachse 48 des Verteilermasts 36 ausgerichtete Mehrkantöffnung 50 aufweist, dass der Kessel 52 des Mastbocks 44 einen an die Mehrkantöffnung 50 angepassten Mehrkantumriss aufweist und von oben her in die Mehrkantöffnung 50 der Tragstruktur 46 eingefügt ist, und dass der Kessel 52 mit zwei seiner einen Winkel miteinander einschließenden Seitenflächen 68 parallel zu einer Seitenwand 70 je eines der Stützbeinkästen 54, 56 ausgerichtet ist. Wie insbesondere aus den Fig. 4a bis c zu ersehen ist, bildet der Kessel 52 eine Säule aus mehrfach gekantetem Blech. Er ist im Bereich der Mehrkantöffnung 50 so in die Tragstruktur 46 eingefügt, dass er mit zwei seiner Seitenflächen 68 in eine Seitenwand 70 je eines der Stützbein kästen 54, 56 fluchtend integriert ist. Um eine starre Verbindung zwischen den tragenden Teilen des Kessels 52 und der Tragstruktur 46 zu erzielen, ist der Kessel 52 im Bereich der Mehrkantöffnung 50 und der Stützbein kästen 54, 56 in die Tragstruktur 46 eingeschweißt.
Weiter ist aus den Fig. 4a bis c zu erkennen, dass die diagonal verlaufenden Stützbein kästen 54, 56 derart zweistöckig ausgebildet sind, dass ihre in ver- schiedener Höhe innerhalb der Tragstruktur 46 angeordneten Teleskoprohre durch einen Zwischenboden 72 von diesen getrennte Freiräume 74 begrenzen. Im montierten Zustand steht der Kessel 52 des Mastbocks 44 auf dem Zwischenboden 72 auf. Der Zwischenboden 72 ist dort mit einer Zentralöffnung 76 für den Durchgriff und/oder für die Drehdurchführung von nicht dar- gestellten Förder-, Steuer- und Energieleitungen versehen. Im Bereich der Zentralöffnung 76 weist der Zwischenboden 72 eine durch Biegeverformung und durch Strukturelemente 78 gebildete Verstärkungszone 80 auf, die die
senkrechte Last des Verteilernnasts 36 aufnimmt und über die Tragstruktur 46 auf die Stützbeine 40, 66 umlenkt. Aus Fig. 4a bis c ist außerdem zu ersehen, dass die Mehrkantöffnung 50 auf ihrer den Stützbein kästen 54, 56 abgewandten Stirnseite eine Randöffnung 82 aufweist, durch die der Kessel 52 teilweise hindurchgreift. Im Bereich seiner Oberkante weist der Kessel 52 einen in Wirkverbindung mit dem Verteilermast stehenden Drehantrieb auf, dessen Lager 84 in Fig. 4a bis c zu sehen ist.
Zusammenfassend ist folgendes festzustellen: Die Erfindung bezieht sich auf eine fahrbare Betonpumpe mit einer unmittelbar oder mittelbar über einen Aufbaurahmen 22 auf ein Fahrgestell 12 eines LKW-Chassis 10 aufsetzbaren Tragstruktur 46 zur Aufnahme von eine Abstützvorrichtung und einen Verteilermast 36 bildenden Funktionseinheiten. Der Verteilermast 36 ist an einem Mastbock 44 drehbar gelagert. Der Mastbock 44 umfasst einen in die Tragstruktur 46 eingefügten, als Drehlager für den Verteilermast 36 ausgerüsteten Kessel 52, während die Abstützvorrichtung zwei in der Tragstruktur 46 integrierte, diagonal nach vorne offene, einander kreuzende Stützbeinkästen 54, 56 sowie je ein in den Stützbein kästen teleskopierbar angeordnetes Stützbein 40 aufweist. Eine Besonderheit der Erfindung besteht darin, dass die Tragstruktur 46 eine nach oben offene, parallel zur Drehachse 48 des Verteilermasts 36 ausgerichtete Mehrkantöffnung 50 aufweist, während der Kessel 52 des Mastbocks 44 einen an die Mehrkantöffnung 50 angepassten Mehrkantumriss aufweist und von oben her in die Mehrkantöffnung 50 der Tragstruktur 46 eingefügt ist. Bei dieser Konstruktion wird ein besonders gu- ter Kraftfluss zwischen dem Verteilermast 36 und den Stützbeinen 40 dadurch erzielt, dass der Kessel 52 mit zwei seiner einen Winkel miteinander einschließenden Seitenflächen 68 parallel zu einer Seitenwand 70 je eines der Stützbein kästen 54, 56 ausgerichtet ist.
Bezugszeichenliste
10 LKW-Chassis
12 Fahrgestell
14 Führerhaus
16 Antriebsstrang
18 Hinterachse
20 Betonpumpe
22 Aufbaurahmen
24 Kernpumpe
26 Antriebszylinder
28 Wasserkasten
30 Förderzylinder
32 Materialaufgabebehälter
34 Druckförderleitung
36 Verteilermast
40, 66 Stützbeine
44 Mastbock
46 Tragstruktur
48 Drehachse
50 Mehrkantöffnung
52 Kessel
54, 56 Stützbeinkästen
64 Gelenk
68 Seitenfläche Kessel
70 Seitenwand
72 Zwischenboden
74 Freiräume
76 Zentralöffnung
78 Strukturelemente
80 Verstärkungszone
82 Randöffnung
84 Lager des Drehantriebs