Beschreibung
Verfahren zum Herstellen eines optoelektronischen Bauelements Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstel¬ len eines optoelektronischen Bauelements gemäß Patentanspruch 1.
Diese Patentanmeldung beansprucht die Priorität der deutschen Patentanmeldung DE 10 2013 202 906.3, deren Offenbarungsge¬ halt hiermit durch Bezugnahme aufgenommen wird.
Es ist bekannt, elektronische Bauelemente mit Gehäusen auszu¬ statten, die mehrere unterschiedliche Funktionen erfüllen. Bekannte Gehäuse können beispielsweise eine elektrische Ver¬ bindung zu einem von dem elektronischen Bauelement umfassten Halbleiterchip und eine Schnittstelle zu einem Schaltungsträ¬ ger bereitstellen. Bekannte Gehäuse können auch zum Wärmemanagement und als Schutz vor Beschädigungen durch elektrosta- tische Entladungen dienen. Bei optoelektronischen Bauelementen wie Leuchtdioden, Sensoren oder photovoltaischen Kon- zentratoren können Gehäuse auch weitere Funktionen wie eine Ein- und Auskopplung von Licht, eine Beeinflussung einer räumlichen Lichtverteilung oder eine Konversion einer Licht- Wellenlänge erfüllen.
Aus der DE 10 2009 036 621 AI ist ein Verfahren zum Herstellen eines optoelektronischen Halbleiterbauelements bekannt, bei dem optoelektronische Halbleiterchips an einer Oberseite eines Trägers angeordnet werden. Die optoelektronischen Halb¬ leiterchips werden mit einem Formkörper umformt, der alle Seitenflächen der optoelektronischen Halbleiterchips bedeckt. Ober- und Unterseiten der optoelektronischen Halbleiterchips bleiben bevorzugt frei. Nach dem Entfernen des Trägers können die optoelektronischen Halbleiterbauelemente vereinzelt wer¬ den. An den Ober- und/oder Unterseiten jedes Halbleiterchips können Kontaktstellen vorgesehen sein. Der Formkörper kann
beispielsweise aus einem auf Epoxid basierenden Moldmaterial bestehen .
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein Verfahren zum Herstellen eines optoelektronischen Bauelements anzugeben. Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Ein Verfahren zum Herstellen eines optoelektronischen Bauelements umfasst Schritte zum Bereitstellen eines optoelektronischen Halbleiterchips mit einer Vorderseite und einer Rück¬ seite, zum Aufbringen einer Opferschicht auf der Rückseite, zum Ausbilden eines Formkörpers, wobei der optoelektronische Halbleiterchip zumindest teilweise in den Formkörper eingebettet wird, und zum Entfernen der Opferschicht. Vorteilhaft¬ erweise wird durch dieses Verfahren eine Kavität im Formkör¬ per angelegt, die selbst ustierend mit hoher Genauigkeit an dem in den Formkörper eingebetteten optoelektronischen Halb- leiterchip ausgerichtet ist.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird vor dem Entfernen der Opferschicht ein Schritt durchgeführt zum teilweisen Entfernen des Formkörpers, um die Opferschicht zugänglich zu machen. Vorteilhafterweise wird die Rückseite des Halbleiter¬ chips bei diesem Verfahren während des teilweisen Entfernens des Formkörpers durch die Opferschicht geschützt, sodass eine Beschädigung der Rückseite des Halbleiterchips während des teilweisen Entfernens des Formkörpers verhindert wird.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird der optoelektro¬ nische Halbleiterchip derart in den Formkörper eingebettet, dass die Vorderseite des optoelektronischen Halbleiterchips bündig mit einer Unterseite des Formkörpers abschließt. Vor- teilhafterweise liegt die Vorderseite des optoelektronischen Halbleiterchips dadurch nach dem Einbetten des optoelektronischen Halbleiterchips in den Formkörper frei. Dadurch kann die Vorderseite des optoelektronischen Halbleiterchips vor-
teilhafterweise als Strahlungsdurchtrittsfläche des optoe¬ lektronischen Bauelements dienen.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird vor dem Ausbil- den des Formkörpers ein weiterer Schritt durchgeführt zum An¬ ordnen des optoelektronischen Halbleiterchips auf einem Träger, wobei die Vorderseite des optoelektronischen Halbleiterchips einer Oberfläche des Trägers zugewandt wird. Vorteil¬ hafterweise ist die Vorderseite des optoelektronischen Halb- leiterchips dadurch während des Einbettens des optoelektroni¬ schen Halbleiterchips in den Formkörper geschützt, wodurch die Vorderseite des optoelektronischen Halbleiterchips an¬ schließend nicht durch den Formkörper bedeckt ist. In einer Ausführungsform des Verfahrens ist ein erster lateraler Abschnitt der Oberfläche des Trägers gegenüber einem zweiten lateralen Abschnitt der Oberfläche des Trägers erha¬ ben. Vorteilhafterweise wird die laterale Strukturierung der Oberfläche des Trägers während des Ausbildens des Formkörpers als Negativ auf eine Unterseite des Formkörpers übertragen. Dies ermöglicht es vorteilhafterweise, einen Formkörper mit einer lateral strukturierten Unterseite zu erzeugen. Die laterale Strukturierung der Unterseite des Formkörpers kann an¬ schließend vorteilhafterweise zur selbst ustierenden Anord- nung zusätzlicher Komponenten des optoelektronischen Bauelements dienen. Beispielsweise kann die laterale Struktur des Formkörpers als optischer Reflektor, zur Aufnahme von wellenlängenkonvertierendem Material oder zur Befestigung optischer Linsen dienen.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird ein weiterer Schritt zum Ablösen des Formkörpers von dem Träger durchge¬ führt. Vorteilhafterweise kann der Träger anschließend wieder verwendet werden.
In einer Ausführungsform des Verfahrens ist die Vorderseite des optoelektronischen Halbleiterchips zum Durchtritt elek¬ tromagnetischer Strahlung vorgesehen. Vorteilhafterweise kann
der optoelektronische Halbleiterchip dann beispielsweise ein LED-Chip oder ein Photovoltaik-Chip sein.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird der optoelektro- nische Halbleiterchip mit einer auf der Rückseite angeordne¬ ten Metallisierung bereitgestellt. Vorteilhafterweise ist die auf der Rückseite angeordnete Metallisierung während des teilweisen Entfernens des Formkörpers durch die auf der Rück¬ seite des optoelektronischen Halbleiterchips angeordnete Op- ferschicht geschützt und wird dadurch während des teilweisen Entfernens des Formkörpers nicht beschädigt. Dies erlaubt es, die Metallisierung bereits auf der Rückseite des optoelektro¬ nischen Halbleiterchips anzuordnen, während sich der optoe¬ lektronische Halbleiterchip noch mit weiteren optoelektroni- sehen Halbleiterchips in einem Waferverbund befindet. Dies ist vorteilhafterweise einfach und kostengünstig möglich. Die Metallisierung muss dann nicht erst nach dem Einbetten des optoelektronischen Halbleiterchips in den Formkörper auf der Rückseite des optoelektronischen Halbleiterchips angeordnet werden, wodurch vorteilhafterweise ein lithographischer Prozessschritt eingespart werden kann.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird nach dem Entfernen der Opferschicht ein weiterer Schritt durchgeführt zum stromlosen Abscheiden eines Metalls an der Rückseite des op¬ toelektronischen Halbleiterchips. Vorteilhafterweise kann die an der Rückseite des Halbleiterchips angeordnete Metallisie¬ rung durch das stromlose Abscheiden des Metalls auf einfache und kostengünstige Weise aufgedickt werden. Dabei wird vor- teilhafterweise ausgenutzt, dass durch das vorhergehende Ent¬ fernen der Opferschicht im Bereich der Rückseite des optoe¬ lektronischen Halbleiterchips eine Kavität im Formkörper angeordnet ist, die als selbst ustierte Maske für die Abschei- dung des Metalls dient.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird ein weiterer Schritt durchgeführt zum Planschleifen des an der Rückseite des optoelektronischen Halbleiterchips abgeschiedenen Metalls
und des Formkörpers. Vorteilhafterweise ist dadurch ein Form körper mit einer besonders ebener Oberfläche erhältlich.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird der optoelektro nische Halbleiterchip zwischen dem Aufbringen der Opferschicht und dem Ausbilden des Formkörpers aus einem Waferver bund gelöst. Dies ermöglicht es vorteilhafterweise, die Op¬ ferschicht bereits auf die Rückseite des optoelektronischen Halbleiterchips aufzubringen, während sich dieser noch mit weiteren optoelektronischen Halbleiterchips in dem Waferver- bund befindet. Dadurch ist das Aufbringen der Opferschicht einfach und besonders kostengünstig möglich.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird ein elektrisch leitendes Leitelement mit einer auf dem Leitelement angeord¬ neten Leitelement-Opferschicht gemeinsam mit dem optoelektro nischen Halbleiterchip in den Formkörper eingebettet. Anschließend wird die Leitelement-Opferschicht gemeinsam mit der Opferschicht entfernt. Vorteilhafterweise kann das Leit¬ element als elektrische Durchkontaktierung durch den Formkör per des optoelektronischen Bauelements dienen.
In einer Ausführungsform des Verfahrens wird eine Mehrzahl optoelektronischer Halbleiterchips gemeinsam in den Formkörper eingebettet. Dabei wird der Formkörper später zerteilt, um eine Mehrzahl optoelektronischer Bauelemente zu erhalten. Vorteilhafterweise erlaubt das Verfahren dadurch eine paral¬ lele Herstellung einer Vielzahl optoelektronischer Bauelemen te in einem gemeinsamen Arbeitsgang. Dadurch können sich die Herstellungskosten pro optoelektronischem Bauelement drastisch reduzieren.
Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläu-
r
tert werden. Dabei zeigen in jeweils stark schematisierter Darstellung
Figur 1 eine geschnittene Ansicht eines Trägers;
Figur 2 eine Ansicht des Trägers mit darauf angeordneter
HaftSchicht ;
Figur 3 eine Ansicht des Trägers mit auf der Haftschicht angeordneten optoelektronischen Halbleiterchips;
Figur 4 eine geschnittene Ansicht des Trägers mit einem
darauf ausgebildeten Formkörper; Figur 5 eine geschnittene Ansicht des Formkörpers nach ei¬ nem teilweisen Entfernen seiner Oberseite;
Figur 6 den Formkörper nach einem Entfernen einer Opferschicht ;
Figur 7 den Formkörper nach einem Abscheiden eines Metalls;
Figur 8 den Formkörper nach einem Ablösen von dem Träger; Figur 9 den Formkörper nach einem Zerteilen in einzelne optoelektronische Bauelemente;
Figur 10 eine geschnittene Darstellung eines strukturierten
Trägers gemäß einer zweiten Ausführungsform;
Figur 11 den strukturierten Träger mit einer auf der Oberfläche angeordneten Haftschicht und darauf angeord¬ neten optoelektronischen Halbleiterchips; Figur 12 eine geschnittene Darstellung eines Formkörpers ge¬ mäß einer zweiten Ausführungsform; und
Figur 13 eine weitere Darstellung des Formkörpers aus einer anderen Blickrichtung.
Figur 1 zeigt eine schematische Schnittdarstellung eines Trä- gers 300. Der Träger 300 kann beispielsweise in Form eines Wafers als dünne Scheibe ausgebildet sein. Der Träger 300 kann beispielsweise Silizium aufweisen. Der Träger 300 kann jedoch auch ein Metall oder ein anderes Material aufweisen. Der Träger 300 weist eine im Wesentlichen ebene Oberfläche 301 auf.
Figur 2 zeigt eine schematische Schnittdarstellung des Trä¬ gers 300, in einem der Darstellung der Figur 1 zeitlich nachfolgenden Verfahrensstand. Auf der Oberfläche 301 des Trägers 300 ist eine Haftschicht 310 aufgebracht worden. Die Haft¬ schicht 310 kann beispielsweise als Folie mit einer thermisch lösbaren Klebeschicht auf einer Seite und einer gewöhnlichen Klebeschicht auf der anderen Seite ausgebildet sein. Die thermisch lösbare Klebeschicht ist in diesem Fall bevorzugt der Oberfläche 301 des Trägers 300 zugewandt. Die Haftschicht 310 kann auch in Form eines thermisch lösbaren, durch Bestrahlung mit Licht, beispielsweise UV-Licht, lösbaren, durch nasschemische Behandlung lösbaren oder durch eine Laserbehandlung lösbaren Klebers vorliegen. Der Kleber der Haft- schicht 310 kann auch durch Ausüben einer Scher- oder einer Zugkraft lösbar sein.
Die Haftschicht 310 kann durch Rollen oder mittels eines Va¬ kuums oder eines Gasdrucks auf die Oberfläche 301 des Trägers 300 laminiert worden sein. Die Haftschicht 310 kann auch auf die Oberfläche 301 des Trägers 300 aufgesprüht oder durch Aufschleudern (Spin Coating) aufgebracht worden sein. Die Haftschicht 310 kann auch durch chemische oder physikalische Gasphasenabscheidung auf der Oberfläche 301 des Trägers 300 angeordnet worden sein. Auch ein Aufbringen der Haftschicht 310 durch Drucken, Stempeln, Dispensieren, Jetten oder ein anderes Verfahren ist möglich.
Figur 3 zeigt den Träger 300 mit der auf der Oberfläche 301 angeordneten Haftschicht 310 in einem weiteren nachfolgenden Verfahrensstand. Auf der der Oberfläche 301 des Trägers 300 abgewandten Seite der Haftschicht 310 sind optoelektronische Halbleiterchips 100 angeordnet worden. Die optoelektronischen Halbleiterchips 100 sind in lateraler Richtung voneinander beabstandet und bevorzugt in einem regelmäßigen zweidimensio¬ nalen Gitter angeordnet . Jeder optoelektronische Halbleiterchip 100 weist eine Vorder¬ seite 101 und eine der Vorderseite gegenüberliegende Rücksei¬ te 102 auf. Die Vorderseite 101 jedes optoelektronischen Halbleiterchips 100 ist der Oberfläche 301 des Trägers 300 zugewandt und steht somit in Kontakt mit der Haftschicht 310.
Die optoelektronischen Halbleiterchips 100 können beispiels¬ weise Leuchtdiodenchips (LED-Chips), Laserchips oder Photo- voltaikchips sein. Die Vorderseite 101 jedes optoelektroni¬ schen Halbleiterchips 100 ist in diesem Fall bevorzugt eine Strahlungsdurchtrittsfläche 103. Falls es sich bei den optoe¬ lektronischen Halbleiterchips 100 beispielsweise um Leuchtdi¬ odenchips handelt, so kann die Vorderseite 101 jedes optoe- lektornischen Halbleiterchips 100 eine lichtemittierende Oberfläche des optoelektronischen Halbleiterchips 100 sein.
Die Rückseite 102 jedes optoelektronischen Halbleiterchips 100 weist bevorzugt einen Ohmschen Kontakt 110 auf. Die Ohm- schen Kontakte 110 sind jeweils als Metallisierung ausgebil¬ det und stellen elektrisch leitende Verbindungen zu den op- toelektronischen Halbleiterchips 100 bereit.
Auf der Rückseite 102 jedes optoelektronischen Halbleiterchips 100 ist eine Opferschicht 120 angeordnet. Die Opfer¬ schicht 120 kann beispielsweise ein Polymer oder ein Die- lektrikum aufweisen. Die Opferschicht 120 kann eine Dicke aufweisen, die zwischen einigen pm und einigen 100 pm liegt.
Bei jedem der optoelektronischen Halbleiterchips 100 wurde die Opferschicht 120 auf der Rückseite 102 bevorzugt aufge¬ bracht, bevor der optoelektronische Halbleiterchip 100 aus einem Waferverbund mit weiteren optoelektronischen Halblei- terchips 100 gelöst wurde. Die Opferschicht 120 wurde also bevorzugt auf einen Wafer aufgebracht, der eine Vielzahl op¬ toelektronischer Halbleiterchips 100 umfasst. Das Aufbringen der Opferschicht 120 kann beispielsweise durch Aufschleudern (Spin Coating) oder durch Aufsprühen (Spray Coating) erfolgt sein. Nach dem Aufbringen der Opferschicht 120 kann die Opferschicht 120 zusätzlich ausgehärtet worden sein, beispiels¬ weise durch Erhitzen. Anschließend wurden die optoelektronischen Halbleiterchips 100 aus dem Waferverbund gelöst. Daher weist die auf der Rückseite 102 angeordnete Opferschicht 120 jedes optoelektronischen Halbleiterchips 100 im Wesentlichen dieselben lateralen Abmessungen auf wie die Rückseite 102 des optoelektronischen Halbleiterchips 100 selbst.
Figur 4 zeigt eine weitere Schnittdarstellung des Trägers 300 in einem zeitlich nachfolgenden Verfahrensstand. An der Oberfläche 301 des Trägers 300 ist ein Formkörper 200 ausgebildet worden. Der Formkörper 200 ist bevorzugt durch einen Spritz- gussprozess, einen Sprit zpressprozess oder einen anderen Moldprozess hergestellt worden. Die Herstellung des Formkör- pers 200 kann beispielsweise in einer Laminationsvorrichtung oder einer Vorrichtung für Kompressions-, Transfer- oder Injektionsmolding erfolgt sein. Der Formkörper 200 weist ein elektrisch isolierendes Material auf. Beispielsweise kann der Formkörper 200 ein Epoxid-basiertes Material aufweisen.
Der Formkörper 200 weist eine Unterseite 201 und eine der Un¬ terseite 201 gegenüberliegende Oberseite 202 auf. Die Unter¬ seite 201 des Formkörpers 200 grenzt an die Haftschicht 310 des Trägers 300 an. Die Vorderseiten 101 der optoelektroni- sehen Halbleiterchips 100 schließen bündig mit der Unterseite 201 des Formkörpers 200 ab und sind an der Unterseite 201 des Formkörpers 200 zugänglich.
Die Oberseite 202 des Formkörpers 200 bedeckt im dargestell¬ ten Beispiel die an den Rückseiten 102 der optoelektronischen Halbleiterchips 100 angeordneten Opferschichten 120. Der Formkörper 200 weist somit in Richtung senkrecht zur Oberflä- che 301 des Trägers 300 eine größere Dicke auf als die optoe¬ lektronischen Halbleiterchips 100 mit den darauf angeordneten Opferschichten 120.
In der in der beispielhaften Darstellung der Figur 3 darge- stellten Form kann der Formkörper 200 beispielsweise mittels Kompressionsmolding hergestellt sein. Eine Herstellung des Formkörpers 200 durch folienunterstütztes Transfermolding würde es alternativ ermöglichen, die Oberseite 202 des Formkörpers 200 bündig mit der von den optoelektronischen Halb- leiterchips abgewandten Oberfläche der Opferschichten 120 auszubilden .
Figur 5 zeigt eine Schnittdarstellung des Trägers 300 und des an der Oberfläche 301 des Trägers 300 ausgebildeten Formkör- pers 200 in einem zeitlich nachfolgenden weiteren Verfahrensstand. Ein Teil des Formkörpers 200 ist, ausgehend von der Oberseite 202 des Formkörpers 200 entfernt worden, um die Op¬ ferschicht 120 jedes optoelektronischen Halbleiterchips 100 zugänglich zu machen. Nach dem teilweisen Entfernen des Form- körpers 200 weist dieser nun eine abgeschliffene Oberseite
203 auf, an der die Opferschicht 120 jedes optoelektronischen Halbleiterchips 100 zugänglich ist. Falls der Formkörper be¬ reits während des Ausbildens des Formkörpers 200 mit einer Oberseite 202 ausgebildet wurde, an der die Opferschichten 120 der optoelektronischen Halbleiterchips 100 zugänglich sind, kann auf das teilweise Entfernen des Formkörpers 200 verzichtet werden.
Das teilweise Entfernen des Formkörpers 200 kann beispiels- weise durch Abschleifen des Formkörpers 200 erfolgen. Das teilweise Entfernen 200 des Formkörpers erfolgt, bis die Op¬ ferschicht 120 jedes optoelektronischen Halbleiterchips 100 zugänglich ist. Wahlweise kann das teilweise Entfernen des
Formkörpers 200 auch fortgesetzt werden, bis auch ein Teil der Opferschichten 120 der optoelektronischen Halbleiterchips 100 entfernt ist. Durch die an den Rückseiten 102 der optoelektronischen Halbleiterchips 100 angeordneten Opferschichten 120 sind die optoelektronischen Halbleiterchips 100 während des teilweisen Entfernens des Formkörpers 200 vor einer Be¬ schädigung geschützt. Insbesondere wird durch die Opfer¬ schichten 120 eine Beschädigung der an den Rückseiten 102 der optoelektronischen Halbleiterchips 100 angeordneten Ohmschen Kontakte 110 verhindert.
Die an der abgeschliffenen Oberseite 203 des Formkörpers 200 zugänglichen Opferschichten 120 der optoelektronischen Halbleiterchips 100 können in einem nachfolgenden Verfahrens- schritt entfernt werden. Beispielsweise können die Opfer¬ schichten 120 mit einem Lösungsmittel gelöst werden. Figur 6 zeigt eine schematische Schnittdarstellung des auf dem Träger 300 angeordneten Formkörpers 200 nach dem Entfernen der Opferschichten 120.
Durch das Entfernen der Opferschichten 120 sind an der abgeschliffenen Oberseite 203 des Formkörpers 200 Kavitäten 125 entstanden. Über der Rückseite 102 jedes in den Formkörper 200 eingebetteten optoelektronischen Halbleiterchips 100 ist jeweils eine Kavität 125 ausgebildet, die zuvor von der je¬ weiligen Opferschicht 120 gefüllt war. Durch die Kavitäten 125 sind die an den Rückseiten 102 der optoelektronischen Halbleiterchips 100 angeordneten Ohmschen Kontakte 110 zu¬ gänglich .
Jede Kavität 125 weist im Wesentlichen dieselben lateralen Abmessungen auf, wie die Rückseite 102 des zugehörigen optoe¬ lektronischen Halbleiterchips 100. Jede Kavität 125 ist sehr genau über der Rückseite 102 des zugehörigen optoelektroni- sehen Halbleiterchips 100 angeordnet. Vorteilhafterweise er¬ gibt sich die hohe Genauigkeit der Positionen und lateralen Abmessungen der Kavitäten 125, ohne dass hierfür entsprechend
genaue Platzierungsschritte oder Justageschritte erforderlich sind .
Figur 7 zeigt den Träger 300 und den Formkörper 200 in einem zeitlich nachfolgenden weiteren Verfahrensstand. An der Rückseite 102 jedes in den Formkörper 200 eingebetteten optoelektronischen Halbleiterchips 100 wurde eine Kontaktfläche 115 ausgebildet. Die Kontaktfläche 115 jedes optoelektroni¬ schen Halbleiterchips 100 weist ein elektrisch leitendes Ma- terial auf, bevorzugt ein Metall. Die Kontaktfläche 115 jedes optoelektronischen Halbleiterchips 100 ist elektrisch leitend mit dem Ohmschen Kontakt 110 an der Rückseite 102 des jewei¬ ligen optoelektronischen Halbleiterchips 100 verbunden und kann zur elektrischen Kontaktierung des jeweiligen optoe- lektronischen Halbleiterchips 100 dienen.
Die Kontaktflächen 115 können beispielsweise durch stromlose Abscheidung (electroless plating) angelegt worden sein. Die Kavitäten 125 an der abgeschliffenen Oberseite 203 des Form- körpers 200 dienen dabei als Masken. Vorteilhafterweise er¬ möglicht die stromlose Abscheidung ein schnelles und kosten¬ günstiges Anlegen der Kontaktflächen 115. Ein besonderer Vorteil besteht darin, dass zum Anlegen der Kontaktflächen 115 kein lithographischer Prozessschritt erforderlich ist.
Nach dem Abscheiden der Kontaktflächen 115 kann die abgeschliffene Oberseite 203 plangeschliffen und poliert werden, um eine plangeschliffene Oberseite 204 zu erhalten, die bün¬ dig mit den in den Kavitäten 125 des Formkörpers 200 angeord- neten Kontaktflächen 115 abschließt. Das Planschleifen kann jedoch auch entfallen.
Figur 8 zeigt eine schematische Schnittdarstellung des Formkörpers 200 in einem zeitlich nachfolgenden weiteren Verfah- rensstand. Die plangeschliffene Oberseite 204 des Formkörpers 200 schließt bündig mit den Kontaktflächen 115 an den Rückseiten 102 der in den Formkörper 200 eingebetteten optoe-
lektronischen Halbleiterchips 100 ab. Der Formkörper 200 wurde außerdem von der Oberfläche 301 des Trägers 300 abgelöst.
Zum Ablösen des Formkörpers 200 vom Träger 300 kann der Form- körper 200 direkt von der auf der Oberseite 301 des Trägers 300 verbleibenden Haftschicht 310 abgelöst worden sein. Alternativ kann zunächst auch die Haftschicht 310 von der Oberfläche 301 des Trägers 300 abgelöst worden sein, bevor die Haftschicht 310 auch von der Unterseite 201 des Formkörpers 200 abgelöst und die Unterseite 201 des Formkörpers 200 nöti¬ genfalls gereinigt wurde.
In einem nachfolgenden Verfahrensschritt kann der Formkörper 200 zerteilt werden, um eine Mehrzahl optoelektronischer Bau- elemente 10 zu erhalten. Dies ist schematisch in Figur 9 dargestellt. Jedes der optoelektronischen Bauelemente 10 umfasst einen Teil des Formkörpers 200 mit einem oder mehreren der darin eingebetteten optoelektronischen Halbleiterchips 100. Die optoelektronischen Bauelemente 10 können beispielsweise Leuchtdioden-Bauelemente, Laser-Bauelemente oder Photovol- taik-Bauelemente sein.
Figur 10 zeigt eine schematische Schnittdarstellung eines strukturierten Trägers 400, der alternativ zu dem Träger 300 der Figur 1 verwendet werden kann. Der strukturierte Träger
400 kann beispielsweise in Form eines Wafers als dünne Schei¬ be ausgebildet sein. Der strukturierte Träger 400 kann das¬ selbe Material aufweisen wie der Träger 300. Der strukturierte Träger 400 weist eine strukturierte Ober¬ fläche 401 auf. Die strukturierte Oberfläche 401 ist lateral strukturiert und weist erste laterale Abschnitte 410 und zweite laterale Abschnitte 420 auf. Die ersten lateralen Ab¬ schnitte 410 sind in Richtung senkrecht zur Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400 gegenüber den zweiten lateralen Abschnitten 420 erhaben. Der Höhenunterschied zwischen den erhabenen ersten lateralen Abschnitten 410 und den vertieften zweiten lateralen Abschnitten 420 der strukturierten
Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400 kann in Rich¬ tung senkrecht zur strukturierten Oberfläche 401 beispiels¬ weise zwischen einigen Mikrometern und einigen Millimetern liegen .
Im dargestellten Beispiel weist die strukturierte Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400 in den ersten lateralen Abschnitten 410 inselförmige Erhebungen auf, die jeweils von vertieften zweiten lateralen Abschnitten 420 umgeben sind. In der Ebene der strukturierten Oberfläche 401 können die insel- förmigen ersten lateralen Abschnitte 410 beispielsweise kreisscheibenförmig ausgebildet sein. Die einzelnen ersten lateralen Abschnitte 410 können in lateraler Richtung der strukturierten Oberfläche 401 beispielsweise an den Knoten- punkten eines hexagonalen Gitters angeordnet sein. Die strukturierte Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400 könnte jedoch auch auf eine andere Weise in erhabene erste laterale Abschnitte 410 und vertiefte zweite laterale Abschnitte 420 unterteilt sein.
Figur 11 zeigt den strukturierten Träger 400 in schematischer Schnittdarstellung in einem der Darstellung der Figur 10 zeitlich nachfolgenden Verfahrensstand. Auf der strukturierten Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400 wurde eine Haftschicht 310 angeordnet, die der Haftschicht 310 auf der Oberfläche 301 des Trägers 300 der Figur 2 entspricht. An¬ schließend wurden optoelektronische Halbleiterchips 100 in den ersten lateralen Abschnitten 410 auf der Haftschicht 310 auf der strukturierten Oberfläche 401 des strukturierten Trä- gers 400 angeordnet.
Die optoelektronischen Halbleiterchips 100 entsprechen denen der Figur 3. Insbesondere weisen die optoelektronischen Halbleiterchips 100 an ihren Rückseiten 102 jeweils eine Opfer- schicht 120 auf. Die optoelektronischen Halbleiterchips 100 sind mit ihrer Vorderseite 101 in Richtung der Haftschicht 310 auf der strukturierten Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400 angeordnet.
Die optoelektronischen Halbleiterchips 100 können beispiels¬ weise mittels eines Pick&Place-Verfahrens automatisiert auf der strukturierten Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400 angeordnet worden sein. Dabei können die Umrisse der ers¬ ten lateralen Abschnitte 410 der strukturierten Oberfläche 401 mittels einer Bilderkennung detektiert worden sein, um die optoelektronischen Halbleiterchips 100 beispielsweise mittig in den ersten lateralen Abschnitten 410 anzuordnen. Anstelle einer mittigen Anordnung können die optoelektronischen Halbleiterchips 100 jedoch auch an einer beliebigen anderen Position in den ersten lateralen Abschnitten 410 auf der strukturierten Oberfläche 401 angeordnet werden. Figur 12 zeigt eine schematische Schnittdarstellung eines strukturierten Formkörpers 500. Der strukturierte Formkörper 500 wurde analog zur anhand der Figuren 4 bis 8 erläuterten Herstellung des Formkörpers 200 mittels eines Moldprozesses über der strukturierten Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400 ausgebildet. Dabei wurden die optoelektronischen Halbleiterchips 100 in den strukturierten Formkörper 500 eingebettet. Die Opferschichten 120 an den Rückseiten 102 der optoelektronischen Halbleiterchips 100 wurden während des Ausbildens des strukturierten Formkörpers 500 zugänglich gehalten oder anschließend durch teilweises Entfernen des strukturierten Formkörpers 500 freigelegt. Dann wurden die Opferschichten 120 entfernt. An ihrer Stelle wurden Kontaktflächen 115 abgeschieden. Wahlweise wurde die Oberseite des strukturierten Formkörpers 500 anschließend plangeschliffen, sodass dieser nun eine plangeschliffene Oberseite 504 auf¬ weist, die bündig mit den Kontaktflächen 115 an den Rücksei¬ ten 102 der optoelektronischen Halbleiterchips 100 abschließt. Dann wurde der strukturierte Formkörper 500 von der strukturierten Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400 abgelöst.
Beim Ausbilden des strukturierten Formkörpers 500 über der strukturierten Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400
wurde die Struktur der strukturierten Oberfläche 401 als Ne¬ gativ auf den strukturierten Formkörper 500 übertragen, der somit eine strukturierte Unterseite 501 aufweist. Die struk¬ turierte Unterseite 501 des strukturierten Formkörpers 500 weist erste laterale Abschnitte 510 auf, die beim Ausbilden des strukturierten Formkörpers 500 an erste laterale Ab¬ schnitte 410 der strukturierten Oberfläche 401 des struktu¬ rierten Trägers 400 angrenzten. Außerdem weist die struktu¬ rierte Unterseite 501 des strukturierten Formkörpers 500 zweite laterale Abschnitte 520 auf, die während des Ausbil¬ dens des strukturierten Formkörpers 500 an zweite laterale 420 der strukturierten Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400 angrenzten. Die zweiten lateralen Abschnitte 520 der strukturierten Unterseite 501 des strukturierten Formkörpers 500 sind gegen¬ über den ersten lateralen Abschnitten 510 der strukturierten Unterseite 501 erhaben. Da die ersten lateralen Abschnitte 410 der strukturierten Oberfläche 401 des strukturierten Trä- gers 400 inselförmige Erhebungen bilden, bilden die ersten lateralen Abschnitte 510 der strukturierten Unterseite 501 des strukturierten Formkörpers 500 nun inselförmige Vertie¬ fungen des strukturierten Formkörpers 500. In jedem ersten lateralen Abschnitt 510 ist eine Vorderseite 101 eines optoe- lektronischen Halbleiterschips 100 zugänglich. Jeder von zweiten lateralen Abschnitten 520 der strukturierten Unterseite 501 des strukturierten Formkörpers 500 umgebene erste laterale Abschnitt 510 der strukturierten Unterseite 501 des strukturierten Formkörpers 500 bildet eine Kavität 530.
Der strukturierte Formkörper 500 kann in einem nachfolgenden Verfahrensschritt zerteilt werden, um eine Mehrzahl optoe¬ lektronischer Bauelemente 20 zu erhalten. Jedes optoelektro¬ nische Bauelement 20 umfasst dann einen Teil des strukturier- ten Formkörpers 500 mit einer Kavität 530, an deren Boden die Vorderseite 101 eines optoelektronischen Halbleiterchips 100 zugänglich ist. Es ist auch möglich, jedes optoelektronische
Bauelement mit mehr als einem optoelektronischen Halbleiterchip 100 auszubilden.
Die Kavität 530 jedes optoelektronischen Bauelements 20 kann mit einem Material gefüllt werden, das eine Konversion einer Wellenlänge einer durch den optoelektronischen Halbleiterchip 100 des optoelektronischen Bauelements 20 emittierten elektromagnetischen Strahlung bewirkt. Bevorzugt wird ein solches Material bereits vor dem Zerteilen des strukturierten Form- körpers 500 in allen Kavitäten 530 des strukturierten Formkörpers 500 gleichzeitig angeordnet. Das Material kann bei¬ spielsweise ein optisch transparentes Silikon aufweisen, das mit wellenlängenkonvertierenden Partikeln gefüllt ist. Die in dem Material enthaltenen Partikel können in der Kavität 530 eines optoelektronischen Bauelements 20 auch in Richtung der Vorderseite 101 des optoelektronischen Halbleiterchips 100 sedimentiert sein. Dies ist insbesondere günstig, wenn das optoelektronische Bauelement 20 für eine hohe Leistung ausge¬ legt ist.
Falls keine Wellenlängenkonversion gewünscht ist, so kann die Kavität 530 jedes optoelektronischen Bauelements 20 auch le¬ diglich mit einem optisch transparenten Material, beispielsweise mit Silikon, gefüllt werden, um den optoelektronischen Halbleiterchip 100 zu schützen. Das in der Kavität 530 angeordnete Material kann, anstatt mit wellenlängenkonvertierenden Partikeln, auch mit lediglich lichtstreuenden Partikeln gefüllt sein. Diese können einer Lichtmischung dienen. In einer alternativen Ausführungsform kann die durch Teile zweiter lateraler Abschnitte 520 gebildete Wandung, die den durch einen ersten lateralen Abschnitt 510 gebildeten Bodenbereich der Kavität 530 eines optoelektronischen Bauelements 20 umschließt, als optischer Reflektor dienen. In diesem Fall weist die Wandung der Kavität 530 bevorzugt eine hohe opti¬ sche Reflektivität auf. Hierzu kann der strukturierte Form¬ körper 500 beispielsweise aus einem optisch weißen Material ausgebildet sein. Alternativ oder zusätzlich kann die Wandung
der Kavität 530 mit einem optisch reflektierenden Material, beispielsweise Silber, beschichtet sein. Dieses kann bei¬ spielsweise durch einen galvanischen Prozess aufgebracht wer¬ den .
In einer weiteren Ausführungsform kann die Kavität 530 jedes optoelektronischen Bauelements 20 zur Justage und Befestigung einer optischen Linse dienen. Die optische Linse kann bei¬ spielsweise als sphärische Kugellinse ausgebildet sein.
Figur 13 zeigt eine schematische Schnittdarstellung einer Mehrzahl optoelektronischer Bauelemente 30 gemäß einer weiteren Ausführungsform. Die optoelektronischen Bauelemente 30 sind durch Zerteilen eines strukturierten Formkörpers 500 er- hältlich, der dem strukturierten Formkörper 500 der Figur 12 entspricht. In der Darstellung der Figur 13 ist der strukturierte Formkörper 500 noch nicht zerteilt.
In der Darstellung der Figur 13 sind in den strukturierten Formkörper zusätzlich zu den optoelektronischen Halbleiterchips 100 elektrisch leitende Leitelemente 600 eingebettet. Die Leitelemente weisen ein elektrisch leitendes Material auf, beispielsweise ein Metall oder ein dotiertes Halbleiter¬ material. Die Leitelemente 600 können beispielsweise stift- förmig ausgebildet sein.
Die Leitelemente 600 wurden mit einer auf jedem Leitelement 600 angeordneten Leitelement-Opferschicht gemeinsam mit den optoelektronischen Halbleiterchips 100 auf der strukturierten Oberfläche 401 des strukturierten Trägers 400 angeordnet und in den strukturierten Formkörper 500 eingebettet. Das Entfernen der Leitelement-Opferschichten der Leitelemente 600 ist gleichzeitig mit dem Entfernen der Opferschichten 120 der optoelektronischen Halbleiterchips 100 erfolgt. Gleichzeitig mit dem Anlegen der Kontaktflächen 115 an den Rückseiten 102 der optoelektronischen Halbleiterchips 100 wurden an den Leitelementen 600 Leitelement-Metallisierungen 610 angelegt.
Diese sind an der plangeschliffenen Oberseite 504 des strukturierten Formkörpers 500 zugänglich.
Im durch einen ersten lateralen Abschnitt 510 der struktu- rierten Unterseite 501 des strukturierten Formkörpers 500 ge¬ bildeten Bodenbereich der Kavität 530 jedes optoelektronischen Baulements 30 ist neben einem optoelektronischen Halbleiterchip 100 ein Leitelement 600 angeordnet. Das jeweilige Leitelement 600 stellt eine elektrisch leitende Verbindung zwischen der strukturierten Unterseite 501 und der plangeschliffenen Oberseite 504 des strukturierten Formkörpers 500 bereit .
Ein an der Vorderseite 101 des optoelektronischen Halbleiter- chips 100 jedes optoelektronischen Bauelements 30 angeordne¬ ter elektrischer Kontakt kann, beispielsweise mittels eines Bonddrahts, elektrisch leitend mit dem Leitelement 600 des jeweiligen optoelektronischen Bauelements 300 verbunden werden. Die Leitelement-Metallisierung 610 an der plangeschlif- fenen Oberseite 504 des strukturierten Formkörpers 500 des optoelektronischen Bauelements 30 stellt dann eine elektrisch leitende Verbindung zu dem elektrischen Kontakt an der Vorderseite 101 des optoelektronischen Halbleiterchips 100 be¬ reit. Gemeinsam mit der Kontaktfläche 115 an der Rückseite 102 des optoelektronischen Halbleiterchips 100 ermöglicht es dies, den optoelektronischen Halbleiterchip 100 des optoelektronischen Bauelements 30 an der plangeschliffenen Oberseite 504 des Teils des strukturierten Formkörpers 500 des optoelektronischen Bauelements 30 elektrisch zu kontaktieren.
Die Kavität 530 jedes optoelektronischen Bauelements 30 kann, wie bei den optoelektronischen Bauelementen 20, als optischer Reflektor, zur Befestigung einer optischen Linse oder zur Aufnahme eines Materials dienen. Ein sich in der Kavität 530 zwischen der Vorderseite 101 des optoelektronischen Halbleiterchips 100 und dem Leitelement 600 erstreckender Bonddraht wird dabei vorteilhafterweise mechanisch durch in der Kavität 530 angeordnetes Material geschützt.
Auch die optoelektronischen Bauelemente 10 der Figur 9 können gemeinsam mit den optoelektronischen Halbleiterchips 100 in den Formkörper 200 eingebettete Leitelemente 600 aufweisen.
Die Erfindung wurde anhand der bevorzugten Ausführungsbei¬ spiele näher illustriert und beschrieben. Dennoch ist die Erfindung nicht auf die offenbarten Beispiele eingeschränkt. Vielmehr können hieraus andere Variationen vom Fachmann abge- leitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen .
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Bezugs zeichenliste
10 optoelektronisches Bauelement 20 optoelektronisches Bauelement 30 optoelektronisches Bauelement
100 optoelektronischer Halbleiterchip
101 Vorderseite
102 Rückseite
103 Strahlungsdurchtrittsfläche
110 Ohmscher Kontakt
115 Kontaktfläche
120 Opferschicht
125 Kavität
200 Formkörper
201 Unterseite
202 Oberseite
203 abgeschliffene Oberseite
204 plangeschliffene Oberseite
300 Träger
301 Oberfläche
310 Haftschicht
400 strukturierter Träger
401 strukturierte Oberfläche
410 erster lateraler Abschnitt
420 zweiter lateraler Abschnitt
500 strukturierter Formkörper
501 strukturierte Unterseite
504 plangeschliffene Oberseite
510 erster lateraler Abschnitt
520 zweiter lateraler Abschnitt
530 Kavität
Leitelement
Leite lement -Metallisierung