UMFORMBARER LEICHTBAUSTAHL MIT VERBESSERTEN MECHANISCHEN EIGENSCHAFTEN UND VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG VON HALBZEUG AUS DIESEM STAHL
Beschreibung
Die Erfindung betrifft einen umformbaren Leichtbaustahl mit verbesserten
mechanischen Eigenschaften und einem hohen Widerstand gegen verzögerte wasserstoffinduzierte Rissbildung, gemäß Patentanspruch 1 . Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Halbzeug aus diesem Stahl.
Unter Halbzeug wird im Folgenden aus diesem Stahl hergestelltes Warm- oder Kaltband oder ein daraus hergestelltes Zwischen- oder Endprodukt, wie zum Beispiel Rohre, verstanden. In den letzten Jahren hat es große Entwicklungsfortschritte auf dem Gebiet der sogenannten Leichtbaustähle gegeben, die sich durch ein geringes spezifisches Gewicht bei gleichzeitig hohen Festigkeiten und Zähigkeiten auszeichnen sowie eine hohe Duktilität aufweisen und damit für den Fahrzeugbau von großem Interesse sind. Bei diesen im Ausgangszustand austenitischen Stählen wird durch den hohen Anteil von Legierungsbestandteilen (Si, AI) mit einem spezifischen Gewicht weit unterhalb des spezifischen Gewichts von Eisen eine für die Automobilindustrie vorteilhafte Gewichtsreduzierung unter Beibehaltung der bisherigen Konstruktionsbauweise erreicht.
Der aus der Offenlegungsschrift DE 10 2004 061 284 A1 bekannte umformbare Leichtbaustahl weist zum Beispiel folgende Legierungszusammensetzung (in Gew.- %) auf: C 0,04 bis < 1 ,0, AI 0,05 bis < 4,0, Si 0,05 bis < 6,0, Mn 9,0 bis < 18,0, Rest Eisen einschließlich üblicher Stahlbegleitelemente. Optional können je nach
Anforderung Cr, Cu, Ti, Zr, V und Nb zugegeben werden.
Dieser Leichtbaustahl weist ein teilstabilisiertes γ-Mischkristall-Gefüge mit definierter Stapelfehlerenergie mit einem z. T. multiplen TRIP-Effekt auf, der die spannungs- oder dehnungsinduzierte Umwandlung eines flächenzentrierten γ-Mischkristalls (Austenit) in einen ε-Martensit (hexagonal dichteste Kugelpackung) und anschließend
bei weiterer Verformung in einen raumzentrierten ε-Martensit und Restaustenit ermöglicht.
Der hohe Umformgrad wird durch TRIP- (Transformation Induced Plasticity) und TWIP- (Twinning Induced Plasticity) Eigenschaften des Stahles erreicht.
Bei diesem und vergleichbaren Stählen kann aber bei Vorliegen von
Eigenspannungen im Material in Abhängigkeit vom Gefüge und der Festigkeit eine durch Wasserstoff ausgelöste verzögerte Versprödung und in Folge dessen eine Rissbildung auftreten.
Zur Überwindung dieses Problems ist in der Offenlegungsschrift DE 10 2004 061 284 A1 bereits vorgeschlagen worden, den Wasserstoffgehalt auf < 20 ppm vorzugsweise auf < 5 ppm zu begrenzen.
Dieser Vorschlag ist zwar hilfreich aber noch nicht ausreichend, da selbst bei niedrig eingestellten Wasserstoffgehalten trotzdem noch der Effekt der verzögerten
Rissbildung auftreten kann. Außerdem können bei der Stahlherstellung aus verschiedenen Gründen Überschreitungen des festgelegten Maximalwertes für Wasserstoff vorkommen, die legierungsmäßig zwar toleriert werden können, aber die Gefahr des Auftretens einer Wasserstoffversprödung vergrößern.
Aus der Offenlegungsschrift WO 201 1/154153 A1 ist ein austenitischer Stahl bekannt, der einen hervorragenden Widerstand gegen verzögerte Rissbildung aufweisen soll. Der Stahl enthält neben Eisen und Verunreinigungen in Gew.-%: 0,5 bis 0,8 C,10 bis 17 Mn, mindestens 1 ,0 AI, höchstens 0,5 Si, höchstens 0,020 S, höchstens 0,050 P, 50 bis 200 ppm N und 0,050 bis 0,25 V.
Aus der Offenlegungsschrift WO 2009/142362 A1 ist eine Stahllegierung für ein hochfestes kaltgewalztes Stahlblech bekannt, die ebenfalls einen verbesserten Widerstand gegen verzögerte Rissbildung aufweisen soll. Der Stahl enthält neben Eisen und Verunreinigungen in Gew.-%: 0,05 bis 0,3 C, 0,3 bis 1 ,6 Si, 4,0 bis 7,0 Mn, 0,5 bis 2,0 AI, 0,01 bis 0,1 Cr, 0,02 bis 0,1 Ni, 0,005 bis 0,03 Ti, 5 bis 30 ppm B, 0,01 bis 0,03 Sb und 0,008 oder weniger S.
Des Weiteren ist aus der Offenlegungsschrift EP 2 128 293 A1 ein Leichtbaustahl mit einer verbesserten Dehnung bekannt, aufweisend neben Eisen und Verunreinigungen in Gew.-%: 0,2 bis 0,8 C, 2 bis 10 Mn, 0,2 oder weniger P, höchstens 0,015 S, 3,0 bis 15 AI, höchstens 0,01 N und einem Verhältnis Mn/Al von 0,4 bis 1 ,0.
Ferner ist in der Offenlegungsschrift US 2009/0050622 A1 bereits ein Verfahren zur kontinuierlichen Wärmebehandlung von Bandstahl beschrieben, dessen Banddicke entlang seiner Länge variiert. Dieser Bandstahl mit variierender Dicke wird
kontinuierlich durch sogenanntes flexibles Walzen hergestellt. Hierbei wird ein Walzspalt einer Walzanlage während der Produktion des Bandstahls gezielt variiert.
Aufgabe der Erfindung ist es einen Leichtbaustahl der gattungsgemäßen Art anzugeben, der unter Beibehaltung sehr guter mechanischer Eigenschaften
(Duktilität, Festigkeit) nicht den Effekt einer verzögerten Rissbildung bzw.
Wasserstoffversprödung aufweist.
Diese Aufgabe wird ausgehend vom Oberbegriff in Verbindung mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruches 1 und in Bezug auf ein Verfahren durch die Merkmale des Anspruchs 6 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand von Unteransprüchen.
Nach der Lehre der Erfindung weist der umformbare Leichtbaustahl mit TRIP- und
TWIP-Eigenschaften folgende Elemente in Gew.-% auf:
C 0,02 bis <1 ,0
Mn 3 bis 30
Si < 4
P max. 0,1
S max. 0,1
N max. 0,03
Sb 0,003 bis 0,8, vorteilhaft bis max. 0,5
sowie mindestens eines oder mehrere der folgenden karbidbildenden Elemente in den angegebenen Gehalten (in Gew.-%):
AI < 15
Cr > 0,1 bis 8
Mo 0,05 bis 2
Ti 0,01 bis 2
V 0,005 bis 1
Nb 0,005 bis 1
W 0,005 bis 1
Zr 0,001 bis 0,3
Rest Eisen einschließlich üblicher stahlbegleitender Elemente, mit optionaler Zugabe folgender Elemente in Gew.-%: max. 5 Ni, max. 10 Co, max. 0,005 Ca, max. 0,01 B und 0,05 bis 2 Cu. Überraschend wurde im Rahmen von umfangreichen Untersuchungen erkannt, dass durch Zulegieren von Antimon (Sb) in den angegebenen Grenzen die Diffusion von Elementen, insbesondere C, N und O, behindert wird und dadurch in Verbindung mit einer gezielten Wärmebehandlung das Werkstoffverhalten vorteilhaft beeinflusst werden kann.
Die Zugabe von Antimon führt dazu, dass die Karbide langsamer wachsen und somit feiner verteilt und kleiner ausgeschieden werden. Dadurch werden
Legierungselemente effektiver genutzt, was zu kostengünstigeren
Legierungskonzepten führt bei verbesserten mechanischen Eigenschaften und einer deutlichen Verbesserung im Hinblick auf die Vermeidung von verzögerter wasserstoffinduzierter Rissbildung (delayed fracture) und Wasserstoffversprödung (hydrogen embrittlement).
Als günstig hat es sich herausgestellt, wenn das Verhältnis von Sb/C einen Wert von 1 ,5 nicht überschreitet. Werte über 1 ,5 bringen keinen weiteren Vorteil im Sinne der Erfindung und bewirken vor allem negative Effekte wie beispielsweise einen Verlust an Duktilität und Zähigkeit durch Ausscheidung von Antimon an den Korngrenzen.
Erfindungsgemäß wird bei der Beurteilung der mechanischen Eigenschaften das Produkt aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung zugrunde gelegt, das ein Maß für die Leistungsfähigkeit des Werkstoffes ist.
Bei Versuchen wurde festgestellt, dass bei den erfindungsgemäßen Legierungen die Zugfestigkeit und Bruchdehnung durch die Zugabe von Antimon im Vergleich zu Stahllegierungen, bei denen kein Antimon zugegeben wird, deutlich höher ist,
wodurch kostengünstigere und höherwertigere Stähle erzeugt werden können.
Es wurde außerdem erkannt, dass die oben beschriebene Wirkung von Antimon durch eine Wärmebehandlung des Stahls deutlich gesteigert werden kann.
Um eine weitere Verbesserung der geforderten Eigenschaften zu erzielen, wird das aus der erfindungsgemäßen Legierung durch Umformung erzeugte Produkt bzw. Halbzeug, das zum Beispiel Warmband, Kaltband, flexibel gewalztes Warm- oder Kaltband, ein Rohr oder ein Karosseriebauteil sein kann, daher vorteilhaft einer Wärmebehandlung bei 480 bis 770 °C für 1 Minute bis 48 h Stunden, beispielsweise in einer Haubenglühe mit vorwiegend langen Glühzeiten oder in einer Durchlaufglühe mit vorwiegend kurzen Glühzeiten unterzogen.
Eine solche Glühung kann aber auch bereits schon vor der endgültigen Formgebung zu einem Fertigprodukt stattfinden, beispielsweise am Kaltband, welches
anschließend weiterverarbeitet wird. Der Zeitpunkt der Glühung kann daher flexibel dem Fertigungsprozess angepasst werden. Eine Glühung des Endproduktes zusätzlich zu einer bereits erfolgten Glühung des Halbzeuges kann zu einer weiteren Verbesserung der Werkstoffeigenschaften führen.
Weiterhin wird die Erfindung durch ein Verfahren zur Herstellung des
erfindungsgemäßen Stahls mit folgenden Schritten realisiert:
- Vergießen des Stahls nach dem Stranggussverfahren oder
Dünnbrammengießverfahren oder einem endabmessungsnahen horizontalen oder vertikalen Bandgießverfahren,
- Warmwalzen der gegossenen Bramme beziehungsweise des gegossenen Bandes mit einer Dicke von mehr als 5 mm auf eine einheitliche Dicke oder flexibles
Warmwalzen der gegossenen Bramme beziehungsweise des gegossenen Bandes mit einer Dicke von mehr als 5 mm auf unterschiedliche Dicken,
- Optionales Kaltwalzen des auf eine einheitliche Dicke gewalzten Warmbandes oder mittels endabmessungsnahem Gießverfahren hergestellten maximal 5 mm dicken gegossen Bandes auf eine einheitliche Dicke oder optionales flexibles Kaltwalzen des auf eine einheitliche Dicke gewalzten Warmbandes oder mittels
endabmessungsnahem Gießverfahren hergestellten maximal 5 mm dicken gegossen Bandes auf unterschiedliche Dicken,
- Optionales Glühen des Warm- oder Kaltbandes mit folgenden Parametern:
Glühtemperatur: 480 bis 770 °C, Glühdauer: 1 Minute bis 48 Stunden.
In Bezug auf das mittels eines endabmessungsnahen Gießverfahrens hergestellte maximal 5 mm dicke gegossene Band ist besonders vorteilhaft, dies auf eine einheitliche Dicke kaltzuwalzen wird oder auf unterschiedliche Dicken flexibel kaltzuwalzen und dann das Kaltband mit folgenden Parametern zu glühen:
Glühtemperatur: 480 bis 770 °C, Glühdauer: 1 Minute bis 48 Stunden. Bei Legierungen mit AI-Gehalten von > 1 Gew.-% wird die Glühbehandlung bevorzugt bei Temperaturen von 670 bis 770 °C bei Glühzeiten von 1 Minute bis 12 Stunden durchgeführt, da niedrigere Temperaturen und längere Glühzeiten zu geringerer Zugfestigkeit und Bruchdehnung führen. Für die Glühung selbst wird bei Warmband, Kaltband und flexibel gewalzten Bändern für kurze Glühzeiten bevorzugt eine Durchlaufglühe und für lange Glühzeiten bevorzugt eine Haubenglühe genutzt. Für andere Halbzeuge und Produkte können andere Glühvorrichtungen, mit den vorgegebenen Parametern, wie zum Beispiel ein Muffelofen, eingesetzt werden.
Mit der Erfindung ist die Herstellung kostengünstiger Sb-Iegierter höher
manganhaltiger Stähle möglich, die eine bessere Zugfestigkeit und Bruchdehnung aufweisen als nicht Sb-Iegierte höher manganhaltige Stähle mit gleicher chemischer Zusammensetzung.
Außerdem wird durch die Zugabe von Antimon auch das Verhalten gegenüber Wasserstoff (verzögerte Rissbildung und Wasserstoffversprödung) deutlich verbessert. Ursächlich für die Verbesserung der Werkstoffeigenschaften ist, dass durch Antimon die Diffusion von Kohlenstoff und Aluminium behindert wird. Des Weiteren senkt Antimon die Grenzflächenenergie, was zu einer feineren Verteilung der Karbide führt. Die verminderte Kohlenstoffdiffusion verzögert somit die lokale Anreicherung von Kohlenstoff an den Korngrenzen und im Gefüge sowie in Verbindung mit Aluminium die Bildung von Kappa-Karbiden beziehungsweise insbesondere mit V, Nb, Mo, Cr,
W, Zr und Ti die Bildung lokaler größerer Karbide. Die Homogenität des Werkstoffs wird dadurch verbessert mit den beschriebenen positiven Auswirkungen auf die mechanischen Eigenschaften und den Widerstand gegen verzögerte Rissbildung und Wasserstoffversprödung. Die Ausscheidung fein verteilter Karbide führt zu einer Kornfeinung im Gefüge, welche mit einer Verbesserung des Verhaltens gegenüber wasserstoffbedingter negativer Effekte (verzögerte Rissbildung,
Wasserstoffversprödung) sowie einer Erhöhung der Festigkeit und Verbesserung der Zähigkeits- und Dehnungseigenschaften einher geht. Durch die erfindungsgemäße Zugabe von Antimon in geringen Gehalten bis max. 0,8 Gew. % wird das Verhalten des Werkstoffs gegenüber wasserstoffbedingten
Einflüssen daher deutlich verbessert.
Die Zugabe zu großer Mengen Antimon bewirkt dagegen eine unerwünscht starke Ausscheidung von Antimon an den Korngrenzen und vermindert dadurch die
Zähigkeit- und Dehnungseigenschaften. Damit Antimon wirksam werden kann, sind mindestens Gehalte von 30 ppm notwendig. Antimon-Gehalte von über 0,8 Gew.-% verspröden allerdings den Werkstoff und sind deshalb zu vermeiden. Optimal liegt der maximale Gehalt an Antimon bei 0,5 Gew.-%.
Die kleinen im Vergleich zum Stand der Technik sehr viel feiner verteilt
ausgeschiedenen Karbide (vorwiegend Cr-, Mo-, Ti-, Nb-, V-, W-, Zr- und Kappa- Karbide) verbessern den Nutzungsgrad der entsprechenden Legierungselemente, was potentiell eine Verringerung der Zugabemenge ermöglicht. Des Weiteren wird durch die verringerte Kohlenstoffdiffusion und das verringerte Kornwachstum aufgrund der Zulegierung von Antimon das Prozessfenster für die erfindungsgemäß notwendigen Wärmebehandlungen vergrößert, das heißt, der Stahl reagiert bezüglich der resultierenden mechanischen Eigenschaften unempfindlicher auf
Prozessschwankungen (Temperatur, Zeit).
Nachfolgend werden die positiven Effekte der erfindungsgemäß verwendeten
Legierungs-elemente beschrieben:
AI: Verbessert die Festigkeits- und Dehnungseigenschaften, senkt die spezifische Dichte, und beeinflusst das Umwandlungsverhalten der erfindungsgemäßen
Legierungen. Gehalte an AI von mehr als 15 Gew.-% verschlechtern die
Dehnungseigenschaften, weshalb ein Maximalgehalt von 15 Gew.-% festgelegt wird. Hohe AI-Gehalte von größer gleich 4 Gew.-% wirken in Verbindung mit hohen C- Gehalten von größer gleich 0,6 Gew.-% als Karbidbildner für Kappa-Karbide. Unter 4 Gew.-% verzögert AI die Ausscheidung von Karbiden.
B: Verbessert die Festigkeit und stabilisiert den Austenit. Gehalte von mehr als 0,01 Gew.-% führen zu einer Versprödung des Werkstoffs, weshalb ein Maximalgehalt von 0,01 Gew.-% festgelegt wird.
C: Wird benötigt zur Bildung von Karbiden, stabilisiert den Austenit und erhöht die Festigkeit. Gehalte von mehr als 1 Gew.-% C verschlechtern die
Schweißeigenschaften und führen zur Ausscheidung unerwünscht großer Karbide und damit zur Verschlechterung der Dehnungs- und Zähigkeitseigenschaften, weshalb ein maximaler Gehalt von 1 Gew.-% festgelegt wird. Um eine ausreichende Festigkeit des Werkstoffs zu erreichen, ist eine Mindestzugabe von 0,01 Gew.-% erforderlich.
Ca: Dient zur Modifikation nichtmetallischer oxidischer Einschlüsse, welche zu Inhomogenitäten und einem unerwünschten Werkstoffversagen führen können.
Aufgrund seines hohen Dampfdrucks in flüssigem Stahl wird der Gehalte auf maximal 0,005 Gew.-% begrenzt.
Co: Erhöht Festigkeit des Stahls, stabilisiert den Austenit und verbessert die
Warmfestigkeit. Gehalte von über 10 Gew.-% verschlechtern die
Dehnungseigenschaften, weshalb ein Maximalgehalt von 10 Gew.-% festgelegt wird.
Cr: Verbessert die Festigkeit und verringert die Korrosionsrate, verzögert die Ferrit- und Perlitbildung und bildet Karbide. Der maximale Gehalt wird mit. 8 Gew.-% festgelegt, da höhere Gehalte eine Verschlechterung der Dehnungseigenschaften zur Folge haben.
Cu: Verringert die Korrosionsrate und steigert die Festigkeit. Gehalte oberhalb 2 Gew.-% verschlechtern die Herstellbarkeit durch Bildung niedrig schmelzender Phasen beim Vergießen und Warmwalzen weshalb ein Maximalgehalt von 2 Gew.-%
festgelegt wird.
Mn: Stabilisiert den Austenit, erhöht die Festigkeit und die Zähigkeit und ermöglicht eine verformungsinduzierte Martensit- und/oder Zwillingsbildung in den
erfindungsgemäßen Legierungen. Gehalte kleiner 3 Gew.-% sind nicht ausreichend zur Stabilisierung des Austenits und verschlechtern somit die
Dehnungseigenschaften, während bei Gehalten größer 30 Gew.-% keine weiteren Vorteile erwartet werden und die Herstellung aufgrund des niedrigen Mn-Dampfdrucks erschwert wird.
Mo: Wirkt als starker Karbidbildner und erhöht die Festigkeit. Gehalte an Mo von über 2 Gew.-% verschlechtern die Dehnungseigenschaften, weshalb ein Maximalgehalt von 2 Gew.-% festgelegt wird. Nb + V: Wirken insbesondere durch die Bildung von Karbiden kornfeinend, wodurch gleichzeitig die Festigkeit, Zähigkeit und Dehnungseigenschaften verbessert werden. Gehalte von über 1 Gew.-% bringen keine weiteren Vorteile.
Ni: Stabilisiert den Austenit und verbessert Dehnungseigenschaften insbesondere bei niedrigen Anwendungstemperaturen. Mehr als die Zugabe von 5 Gew.-% Ni bringt keinen weiteren Vorteil.
Si: Behindert die Kohlstoffdiffusion, verringert die spezifische Dichte und erhöht die Festigkeit und Dehnungs- sowie Zähigkeitseigenschaften. Des Weiteren konnte eine Verbesserung der Kaltwalzbarkeit durch Zulegieren von Si beobachtet werden.
Gehalte von mehr als 4 Gew.-% führen zu einer Versprödung des Werkstoffs und beeinflussen die Warm- und Kaltwalzbarkeit negativ, weshalb ein maximaler Gehalt von 4 Gew.-% festgelegt wird. Ti: Wirkt als Karbidbildner kornfeinend, wodurch gleichzeitig die Festigkeit, Zähigkeit und Dehnungseigenschaften verbessert werden und vermindert die interkristalline Korrosion. Gehalte an Ti von über 2 Gew.-% verschlechtern die
Dehnungseigenschaften, weshalb ein Maximalgehalt von 2 Gew.-% festgelegt wird. W: Wirkt als Karbidbildner und erhöht die Festigkeit und Warmfestigkeit. Gehalte an
W von über 1 Gew.-% verschlechtern die Dehnungseigenschaften, weshalb ein Maximalgehalt von 1 Gew.-% festgelegt wird.
Zr: Wirkt als Karbidbildner und verbessert die Festigkeit. Gehalte an Zr von über 0,3 Gew-% verschlechtern die Dehnungseigenschaften, weshalb ein Maximalgehalt von 0,3 Gew.-% festgelegt wird.
Vorteilhafte Legierungskombinationen sind in den Ansprüchen 3 bis 5 widergegeben. Eine Legierung nach Anspruch 3 weist unter Nutzung optimierter
Wärmebehandlungsparameter (siehe Tabelle 1 bis 4) ein Produkt aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung von mindestens 20.000 MPa% und eine Zugfestigkeit von mindestens 800 MPa auf. Das Produkt aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung ist ein Maß für die Leistungsfähigkeit des Werkstoffs bei der Umformung.
Obwohl die Wärmebehandlung 680°C 10 min aus Tabelle 2 noch nicht optimale Werte für das Produkt aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung von mindestens 20.000 MPa% liefert, erkennt man aber auch hier bereits die positive Wirkung der
Zulegierung von Antimon.
Eine Legierung nach Anspruch 4 weist ein Produkt aus Zugfestigkeit und
Bruchdehnung von mindestens 30.000 MPa% und eine Zugfestigkeit von mindestens 800 MPa auf. Eine Legierung nach Anspruch 5 weist fein verteilte Kappa-Karbidausscheidungen und ein Produkt aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung von mindestens 30.000 MPa% sowie eine Streckgrenze von mindestens 700 MPa und eine Zugfestigkeit von mindestens 800 MPa auf. In Tabelle 1 sind die untersuchten Legierungszusammensetzungen angegeben. Variiert wurde bei sonst annähernd gleicher chemischer Zusammensetzung der Gehalt an Sb sowie Zugaben von Nb.
Aus diesen Stählen wurden 2 mm dicke Warmbänder hergestellt und diese nach dem Warmwalzen an Luft abgekühlt. Aus diesen Warmbändern wurden Proben
entnommen und daran die Zugfestigkeit und Bruchdehnung ermittelt.
Die Ergebnisse aus dem Produkt aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung sind in den Tabellen 2 bis 4 dargestellt, wobei jene Wärmebehandlung mit dem höchstens Produkt aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung als am günstigsten für die jeweilige Legierung angesehen wird. Es wird deutlich, dass die erfindungsgemäß mit Sb legierten Stähle stets ein höheres Produkt aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung aufweisen als die Vergleichslegierungen.
Tabelle 1 : Legierungszusammensetzung
Tabelle 2: ermittelte Produkte aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung L1 bis L4
Tabelle 3: ermittelte Produkte aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung L5 und L6
Tabelle 4: ermitteltes Produkt aus Zugfestigkeit und Bruchdehnung L7 und L8