Formherstellungsvorrichtung zur Herstellung von Formkörpern durch ortsselektives Verfestigen von Werkstoffpulver
Beschreibung
Die Erfindung betrifft eine Formherstellungsvorrichtung zur Herstellung von Formkörpern durch ortsselektives Verfestigen von Werkstoffpulver zu zusammenhängenden Bereichen, umfassend
• einen Prozessraum mit einem Pulvereinlass für zu verarbeitendes Werkstoffpulver und einem Pulverauslass für überschüssiges
Werkstoffpulver;
• eine an dem Pulvereinlass angeschlossene oder daran anschließbare Pulverversorgungseinrichtung zur Bereitstellung von Werkstoffpulver in dem Prozessraum und
• eine an dem Pulverauslass angeschlossene oder daran
anschließbare Pulverwiederaufbereitungseinrichtung zur
Rückgewinnung von zu verarbeitendem Werkstoffpulver aus dem überschüssigen Werkstoffpulver.
Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf eine
Formherstellungsvorrichtung zur Herstellung von Formkörpern nach dem Prinzip des selektiven Laserschmelzens oder des selektiven Lasersinterns. Zum Stand der Technik betreffend das Gebiet des selektiven
Laserschmelzens kann z. B. auf die DE 199 05 067 A1 , DE 101 12 591 A1 , WO 98/24574 A, DE 10 2009 038 165 A1 , DE 10 2012 221 641 A1 und EP 20 52 845 A2 verwiesen werden.
Es ist bekannt, dass mit dem Verfahren des selektiven Laserschmelzens Formkörper, wie etwa Maschinenteile, Werkzeuge, Prothesen,
Schmuckstücke usw. entsprechend Geometriebeschreibungsdaten der entsprechenden Formkörper durch schichtweises Aufbauen aus
metallischem oder keramischem Werkstoffpulver hergestellt werden können, wobei in einem Herstellungsprozess nacheinander mehrere Pulverschichten übereinander aufgebracht werden und jede Pulverschicht vor dem
Aufbringen der nächstfolgenden Pulverschicht mit einem normalerweise fokussiertem Laserstrahl in einem vorgegebenen Bereich, der einem ausgewählten Querschnittsbereich des Modells des Formkörpers entspricht, erhitzt wird, so dass das Werkstoffpulver in den bestrahlten Bereichen zu zusammenhängend verfestigten Abschnitten umgeschmolzen wird. Der Laserstrahl wird dabei jeweils entsprechend den
Geometriebeschreibungsdaten des ausgewählten Querschnittsbereichs des Formkörpers oder ggf. daraus abgeleiteten Daten über die jeweilige
Pulverschicht geführt. Das Werkstoffpulver wird beim selektiven
Laserschmelzen normalerweise als bindemittel- und flussmittelfreies, metallisches, keramisches oder gemischt metallisch/keramisches
Werkstoffpulver aufgebracht und durch den Laserstrahl auf
Schmelztemperatur erhitzt, wobei die Energie des Laserstrahls so gewählt wird, dass das Werkstoffpulver an der Auftreffstelle des Laserstrahls über seine gesamte Schichtdicke möglichst vollständig aufgeschmolzen wird. Über der Zone der Wechselwirkung zwischen dem Laserstrahl und dem Werkstoffpulver wird üblicherweise eine Schutzgas-Atmosphäre z. B. Argon- Atmosphäre aufrecht erhalten.
Eine Vorrichtung der eingangs genannten Art ist z. B. aus der
EP 2 052 845 A2 bekannt. Bei dieser bekannten Vorrichtung handelt es sich um eine Formherstellungsvorrichtung, die nach dem Prinzip des selektiven Laserschmelzens funktioniert. Sie umfasst eine
Pulverwiederaufbereitungseinrichtung oder
Pulverrückgewinnungseinrichtung zur Rückgewinnung von nicht
verbrauchtem, überschüssigem Werkstoff pulver aus dem Prozessraum. Die Puverrückgewinnungseinrichtung umfasst eine Pulverausbringeinrichtung zum Ausbringen von Pulver aus dem Prozessraum und eine
Pulversammeleinrichtung zum Sammeln des aus dem Prozessraum ausgebrachten Pulvers, wobei die Pulverrückgewinnungseinrichtung so gestaltet und an dem Prozessraum angeschlossen ist, dass die
Puverrückgewinnung in einem nach außen abgeschlossenen Bereich in Schutzgas-Atmosphäre durchführbar ist. Die Pulverausbringeinrichtung der bekannten Formherstellungsvorrichtung umfasst eine
Pulverabsaugeinrichtung mit einem in den Prozessraum hineinragenden Saugrüssel, dessen Saugöffnung zu verschiedenen Stellen innerhalb des Prozessraums führbar ist. Die Pulverrückgewinnungseinrichtung weist eine Siebvorrichtung auf, mittels welcher grobe Bestandteile aus dem nicht verbrauchten, überschüssigen Werkstoffpulver aus früheren
Formherstellungsprozessen der Formherstellungsvorrichtung abgefangen werden können, wobei das durchgesiebte feinere Pulver in einen
flaschenförmigen Auffangbehälter gelangt, der von der Siebvorrichtung trennbar und an eine Pulvereinlassschnittstelle des Prozessraums anschließbar ist. Bei der bekannten Formherstellungsvorrichtung befindet sich die Pulvereinlassschnittstelle an der Oberseite des
Prozessraumgehäuses. Von dort kann Werkstoffpulver in eine
Vorratskassette einer Pulverschichtenpräparierungseinrichtung in dem Prozessraum eingebracht werden.
Das aus der EP 20 52 845 A2 bekannte Prinzip, den Nachschub von zu verarbeitendem Werkstoffpulver über eine obere Prozessraumschnittstelle in Pulverreservoirgefäße der Schichtenpräparationseinrichtung einzubringen, wurde bei einer aus der DE 10 2012 221 641 A1 bekannten
Formherstellungsvorrichtung verlassen. Letztere ist mit einer
Pulverfördereinrichtung ausgestattet, bei der ein Pulvereinlass mit seiner Einlassmündung in dem Boden des Prozessraums vorgesehen ist. Eine Pulverzuführeinrichtung dieser bekannten Pulverfördereinrichtung weist einen den Pulvereinlass mit einem Werkstoffpulvervorrat verbindenden Förderkanal mit einer darin längs angeordneten Pulverförderschnecke zur Förderung von Werkstoffpulver zum Pulvereinlass des Prozessraums auf. Ein ähnliches Konzept wird auch bei der Formherstellungsvorrichtung gemäß
der DE 10 2009 038 165 A1 verfolgt.
Die vorstehend angesprochenen Formherstellungsvorrichtungen nach dem Stand der Technik haben sich allgemein als zuverlässig in ihrer Funktion bei der Herstellung diverser Formkörper erwiesen.
Auch ist z. B. in der EP 20 52 845 A2 schon die Möglichkeit der Herstellung eines Formkörpers aus mehreren Werkstoffpulvern erwähnt. Es besteht durchaus Nachfrage nach solchen Formkörpern, die Zonen aus
unterschiedlichen Werkstoffmaterialien aufweisen, seien es unterschiedliche Metalle oder einander abwechselnde Zonen aus Metall und Keramik usw.. Bei solchen Formkörpern kann es sich z. B. um Schmuckstücke,
Zahnersatzelemente, Feinstfiltersysteme usw. handeln. Dabei ist es normalerweise gefordert, dass sich die Materialien der verschiedenen Zonen nicht mischen. Dies bedeutet, dass nach Herstellung einer ersten Zone das komplette pulverleitende System der Formherstellungsvorrichtung vom bisherigen Werkstoffpulver befreit werden muss, bis das sich davon unterscheidende Werkstoffpulver für die nächste Zone des Formkörpers in dem Formherstellungsprozess verwendet werden kann. Eine solche
Vorgehensweise ist bei Formherstellungsvorrichtungen mit integrierten Pulverwiederaufbereitungseinrichtungen schwierig, da insbesondere die Reinigung der diversen Komponenten der
Pulverwiederaufbereitungseinrichtung vom vorausgehend für den
Bauprozess verwendeten Pulver allgemein schwierig und aufwändig ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Formherstellungsvorrichtung der eingangs genannten Art bereitzustellen, welche mit relativ geringem Aufwand einen Pulverwechsel bei einem Bauprozess ermöglicht, so dass hohe Anforderungen an die Materialreinheit des jeweils verwendeten Pulvers erfüllt werden können.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß eine
Formherstellungsvorrichtung der eingangs genannten Art bereitgestellt, die
dadurch gekennzeichnet ist, dass die Pulverversorgungseinrichtung und die Pulverwiederaufbereitungseinrichtung zu einer als Wechselmodul
ausgestatteten Baugruppe zusammengefasst sind, welches
Anschlussschnittstellen, nämlich wenigstens eine Eingangsschnittstelle und wenigstens eine Ausgangsschnittstelle aufweist, die anschlusskompatibel mit betreffenden Anschlussschnittstellen des Pulvereinlasses und des
Pulverauslasses des Prozessraums sind, so dass einerseits überschüssiges Pulver aus dem Prozessraum durch dessen Pulverauslass hindurch der Pulverwiederaufbereitungseinrichtung durch die wenigstens eine
Eingangsschnittstelle zugeführt werden kann und andererseits von der Pulverwiederaufbereitungseinrichtung aufbereitetes Werkstoffpulver durch die wenigstens eine Ausgangsschnittstelle dem Prozessraum durch dessen Pulvereinlass hindurch zugeführt werden kann.
Das Wechselmodul kann von der Formherstellungsvorrichtung getrennt - und durch ein gleichartiges Wechselmodul ersetzt werden, welches z. B. für das Handling mit einem Werkstoffpulver vorbereitet ist, das sich vom
Werkstoffpulver des abgelösten Wechselmoduls beispielsweise in Material oder/und der Korngrößenverteilung unterscheidet. Dabei ist vor dem
Wechsel der Wechselmodule dafür zu sorgen, dass sämtliches in dem Prozessraum befindliches Werkstoffpulver aus dem Prozessraum
ausgebracht wird, insbesondere vollständig in das Wechselmodul
eingebracht wird, so dass nach Anschluss des folgenden Wechselmoduls kein Rest des Werkstoffpulvers aus den vorausgegangenen
Formherstellungsschritten mehr zu Verunreinigungen führen kann. Das Befreien des Prozessraums von Werkstoffpulver ist normalerweise relativ einfach möglich, da der Prozessraum üblicherweise eine übersichtliche Geometrie aufweist, so dass jede Stelle des Prozessraums mit einer
Pulverabsaugeinrichtung, z. B. einem Pulversaugschlauch, erreichbar ist.
Nach dem Konzept der vorliegenden Erfindung bereitet die im Allgemeinen kompliziertere und verschachtelte Geometrie der
Pulverversorgungseinrichtung und der Pulverwiederaufbereitungseinrichtung
diesbezüglich keine Probleme, da diese Komponenten in dem
Wechselmodul zusammengefasst sind und das jeweilige Wechselmodul stets mit dem gleichen Werkstoffpulver betrieben werden kann, so dass keine aufwändigen Reinigungsvorgänge bei den Wechselmodulen
erforderlich sind.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das jeweilige Wechselmodul aus einer Trennstellung heraus, in der es von der Formherstellungsvorrichtung separiert ist, in einer definierte
Anschlussstellung überführbar, in der es so in die
Formherstellungsvorrichtung integriert ist, dass die einander zugeordneten Anschlussschnittstellen aneinander angeschlossen oder anschließbar sind. Dabei kann die Anordnung gemäß einer besonders bevorzugten Variante so getroffen sein, dass alle einander zugeordneten Anschlussschnittstellen beim Übergang des Wechselmoduls von der Trennstellung in die
Anschlussstellung automatisch korrekt aneinander angeschlossen werden. Dabei kommen die Anschlussschnittstellen so miteinander in Verbindung, dass sie einen nach außen gut abgedichteten Übergang zwischen dem Wechselmodul und dem Prozessraum für die erforderliche Pulverbewegung bieten. Das Konzept des beim Übergang des Wechselmoduls in die
Anschlussstellung automatisch korrekten Anschließens kann im Rahmen der Erfindung auch auf die Verbindung sonstiger Versorgungsleitungen übertragen sein, etwa auf einen korrekten Anschluss von
Stromübertragungsschnittstellen, Datenübertragungsschnittstellen,
Schutzgasleitungsschnittstellen, Wasserleitungsschnittstellen usw..
Die Pulverwiederaufbereitungseinrichtung in dem Wechselmodul umfasst vorzugsweise eine Siebvorrichtung, z. B. Ultraschall-Siebvorrichtung, insbesondere zum Abfangen von Grobbestandteilen aus überschüssigem Werkstoffpulver aus dem Prozessraum. Solche Grobbestandteile können bei einem Bauprozess entstehen, etwa wenn Schmelzspritzer in das Pulverbett gelangen und dort zu einem Zusammenbacken mehrerer Pulverkörner jeweils führen, die dann die erwähnten Grobbestandteile bilden. Findet dies
in Bereichen des Pulverbettes statt, die nicht zu Bereichen des Formkörpers werden und mithin überschüssiges Werkstoffpulver enthalten, so gelangen die betreffenden Grobbestandteile schließlich in die
Pulverwiederaufbereitungseinrichtung bzw. die Siebvorrichtung, um dort abgeschieden zu werden.
Die Siebvorrichtung ist in der Anschlussstellung des Wechselmoduls ausgangsseitig an der Ausgangsschnittstelle angeschlossen, so dass gesiebtes Werkstoffpulver durch die Ausgangsschnittstelle hindurch dem Pulvereinlass des Prozessraums als zu verarbeitendes Werkstoffpulver zuführbar ist. Zweckmäßigerweise ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung zwischen der Siebvorrichtung und der Ausgangsschnittstelle ein Pufferbehälter für gesiebtes Werkstoffpulver vorgesehen, so dass stets ein ausreichender Vorrat für die jeweilige Pulverschichtenpräparation im
Prozessraum vorhanden ist. Insbesondere wird vorgeschlagen, dass der Siebvorrichtung Fördermittel zum Fördern von gesiebtem Pulver zum
Pulvereinlass des Prozessraums nachgeschaltet sind, wobei solche
Fördermittel Teil des Wechselmoduls oder/und Teil der
Formherstellungsvorrichtung im Übrigen sein können. Insbesondere wenn es sich bei diesen Fördermitteln um eine Förderschneckeneinrichtung handelt, kann es vorgesehen sein, dass diese die Ausgangsschnittstelle des
Wechselmoduls und die in der Anschlussstellung des Wechselmoduls mit der Ausgangsschnittstelle verbundene, dem Prozessraum zugeordnete Anschlussschnittstelle durchsetzt. Die Förderschnecke verbleibt
vorzugsweise an dem Wechselmodul, wenn das Wechselmodul von der Formherstellungsvorrichtung getrennt wird.
Der Siebvorrichtung kann zum Beispiel eine Partikelgrößenmesseinnchtung, vorzugsweise optische Partikelgrößenmesseinnchtung, nachgeschaltet sein, deren essergebnisse insbesondere zur automatischen Erfassung der Korngrößenverteilung des gesiebten Pulvers genutzt werden. Ändert sich die Korngrößenverteilung in signifikanter Weise, so kann die
Maschinensteuerung z. B. ein Alarmsignal abgeben, welches dazu
auffordert, Pulver mit betreffenden Korngrößen in den Prozess einzubringen, so dass die gewünschte Korngrößenverteilung des dem Prozessraum zuzuführenden Pulvers zumindest annähernd wieder erreicht wird.
Diesbezüglich wird auf die WO 2014/167100 A1 verwiesen, deren Inhalt durch Bezugnahme in den Offenbarungsgehalt der vorliegenden Anmeldung einbezogen sein soll. Das Ausgleichen der Korngrößenverteilung kann weitgehend automatisiert werden.
Gemäß einer ebenfalls bevorzugten Ausführungsform der Erfindung hat das Wechselmodul einen der Eingangsschnittstelle nachgeschalteten
Pulverauffangbehälter zur Aufnahme von überschüssigem Werkstoffpulver aus dem Prozessraum und ggf. eines zusätzlich eingebrachten
Neupulvervorrates desselben Materials. Hierbei kann es sich um einen Haupttank mit vergleichsweise großem Aufnahmevolumen handeln, in dem stets genug Pulver für einen betreffenden Bauprozess aufgenommen sein sollte.
Der Pulverauffangbehälter kann gemäß einer Variante der zuletzt genannten Ausführungsform der Erfindung in der definierten Anschlussstellung des Wechselmoduls niedriger angeordnet sein, als der Pulverauslass des
Prozessraums, so dass überschüssiges Pulver vom Pulverauslass des Prozessraums aus unter Schwerkraftunterstützung in den
Pulverauffangbehälter gelangen kann. Vorzugsweise befindet sich der Pulverauslass des Prozessraums in dem Boden des Prozessraumgehäuses, so dass der Pulverauffangbehälter im Wesentlichen vollständig unterhalb des Prozessraums angeordnet ist.
Gemäß einer Weiterbildung der Ausführungsform der Erfindung mit
Pulverauffangbehälter wird vorgeschlagen, dass der Pulverauffangbehälter einen Pulverauslass aufweist und dass zwischen dem Pulverauslass des Pulverauffangbehälters und einem Pulvereinlass der Siebvorrichtung eine Fördereinrichtung zur Förderung von Werkstoffpulver vom
Pulverauffangbehälter zur Siebvorrichtung vorgesehen ist. Damit wird
erreicht, dass im laufenden Betrieb der Formherstellungsvorrichtung bedarfsweise immer wieder gesiebtes Werkstoffpulver in den Pufferbehälter gelangen kann, um daraus dem Prozessraum zugeführt zu werden.
Bei der Fördereinrichtung zur Förderung von Werkstoffpulver vom
Pulverauffangbehälter zur Siebvorrichtung kann es sich z.B. um eine
Gasstrom-Fördereinrichtung, insbesondere eine Schutzgasstrom- Fördereinrichtung mit einem Gasstrom-Kreislauf handeln, welche dazu eingerichtet ist, Pulverpartikel mittels eines Gasstromes zu fördern. Eine solche Gasstrom-Fördereinrichtung kann gemäß einer Variante der
Erfindung ausgangsseitig einen Abscheider, vorzugsweise
Zyklonabscheider, aufweisen, der dazu eingerichtet ist, Pulverpartikel aus dem Gasstrom abzuscheiden und der Siebvorrichtung zuzuführen. Alternativ oder zusätzlich könnte die Fördereinrichtung auch eine
Schneckenfördereinrichtung oder dgl. umfassen.
Eine ebenfalls bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Pulverauslass des Prozessraums oder/und der Pulvereinlass des Prozessraums im Prozessraumboden münden. Auch dies ist eine Maßnahme, die eine Werkstoffpulverhandhabung ermöglicht, bei der der Prozessraum nicht unnötig mit Werkstoffpulver an schwierig
erreichbaren Stellen kontaminiert wird, so dass eine Reinigung des
Prozessraums von Pulver mit vergleichsweise geringem Aufwand möglich ist.
Weiterhin wird vorgeschlagen, dass das Wechselmodul Laufrollen und ggf. Führungsrollen aufweist und somit auf den Laufrollen verfahrbar ist, um in die definierte Anschlussstellung bzw. in die Trennstellung überführt zu werden. Damit ist das Bewegen des Wechselmoduls sehr einfach möglich.
Des Weiteren wird vorgeschlagen, dass eine Schutzgas-Fördereinrichtung vorgesehen ist und dass sämtliche von Pulver durchflossenen Komponenten des Wechselmoduls mittels der Schutzgas-Fördereinrichtung mit Schutzgas,
z.B. Argon, spülbar sind, so dass die Komponenten unter Schutzgas- Atmosphäre betreibbar sind. Auch kann eine Schutzgas-Anlage vorgesehen, sein, die sowohl zum Spülen des Prozessraums als auch zum Spülen des daran jeweils angeschlossenen Wechselmoduls und etwaige weiterer Komponenten eingerichtet ist.
Es können automatische Dichtvorrichtungen vorgesehen sein, welche an den Anschlussschnittstellen wirksam werden, um die betreffenden
Anschlüsse dort nach außen hin abzudichten, so dass das Wechselmodul und der Prozessraum beim Abkoppeln des Wechselmoduls nach außen hin abgeschlossen sind und ein unbeabsichtigtes Eindringen von Außenluft weitgehend unterbunden wird.
Zusätzliche Weiterbildungen der Formherstellungsvorrichtung nach der Erfindung sind in den Ansprüchen 12 - 16 angegeben. Diese
Weiterbildungen betreffen das Vorhandensein einer Spüleinrichtung zum Durchspülen des Prozessraums mit einem Spülgas während eines
Bau prozesses, wobei sämtliche Komponenten der Spüleinrichtung, die dazu neigen könnten, Feststoffpartikel, wie etwa Prozessrauchkondensat aus dem Spülgas, anzusammeln, in einem Wechselmodul untergebracht sind. Zu diesen Komponenten können eine Filteranordnung, welche vom Spülgas durchströmt wird, und eine den Spülgasstrom erzeugende
Gasfördereinrichtung gehören. Das letztgenannte Wechselmodul kann ein gesondertes, ausschließlich für diesen Zweck vorgesehenes Wechselmodul sein. Vorzugsweise handelt es sich dabei jedoch um das Wechselmodul, welches auch die Pulverversorgungseinrichtung und die
Pulverwiederaufbereitungseinrichtung enthält. Vorzugsweise ist die
Spüleinrichtung dazu eingerichtet, das Spülgas in einem Spülgaskreislauf strömen zu lassen, der den Prozessraum, die Gasfördereinrichtung und die Filtereinrichtung in einer Reihenschaltung umfasst.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung umfasst eine Absaugvorrichtung zum Absaugen von restlichem Werkstoffpulver aus dem
Prozessraum mittels eines Gasstroms nach Beendigung oder vor Beginn eines Bauprozesses, wobei auch ggf. eine eigene Förderpumpe und ein ggf. eigener Pulverabscheider dieser Absaugvorrichtung in dem Wechselmodul untergebracht sind.
Somit kommt auch für diese Weiterbildungen der übergeordnete Aspekt der Erfindung zum Ausdruck, dass möglichst viele Komponenten, die mit Werkstoffpulver kontaminiert werden könnten und nicht leicht zu reinigen sind, im Wechselmodul untergebracht werden, so dass die nach Entfernung des Wechselmoduls von der Formherstellungsvorrichtung an der
Formherstellungsvorrichtung im Übrigen verbleibenden Komponenten auf einfache Weise schnell zu reinigen und/oder auf einfache und schnelle Weise austauschbar sind, wie etwa der Glättungsschieber oder
Komponenten davon und das Absaughandhabungsmittel (Absaugschlauch) der Absaugvorrichtung.
Dieser Erfindungsgedanke kann noch weiter entwickelt werden, indem auch die Prozessraumkammer als solche austauschbar ist und z.B. Teil des Wechselmoduls ist. In diesem Fall könnten die genannten Schittstellen zwischen dem Prozessraum und dem Wechselmodul im Übrigen durch ununterbrochene durchgehende Leitungen ersetzt sein. In diesem Falle wäre es ferner zweckmäßig, dafür Sorge zu tragen, dass die Prozessraumkammer leicht von daran angrenzenden oder damit zusammenhängenden
Komponenten, etwa der Bestrahlungseinrichtung oder des Hubantriebs für die Bauplattform oder/und des Antriebs für den Glättungsschieber
separierbar ist. Andererseits kann es auch vorgesehen sein, dass der Glättungsschieber und sein Antrieb in der Prozessraumkammer verbleiben. Ferner ist eine Variante denkbar, bei der auch der Hubantrieb für die
Bauplattform oder/und der die Bauplattform enthaltende Bauzylinder mit auswechselbar und ggf. Bestandteil des Wechselmoduls sind.
So könnten z.B. die in Figur 5 schematisch dargestellten Komponenten einschließlich des Prozessraums Bestandteil eines Wechselmoduls sein. Die
Anmelderin behält sich vor, den vorstehend erwähnten erweiterten
Erfindungsaspekt der Mitauswechselbarkeit u.a. der Prozessraumkammer in einer Teilanmeldung weiterzuverfolgen oder/und durch darauf gerichtete Ansprüche in der vorliegenden Anmeldung aufzugreifen.
Ein weiterer vorteilhafter Aspekt der Erfindung ist in dem Anspruch 15 wiedergegeben, wonach das Wechselmodul eine
Datenverarbeitungseinrichtung umfasst, welche mit einer Steuereinrichtung in der Formherstellungsvorrichtung im Übrigen kommunizieren kann, um Zustandsmitteilungen des Wechselmoduls an die Steuereinrichtung zu senden und ggf. Steuerinformationen von letzterer zu erhalten. Die
Informationen kann die Steuereinrichtung dann bei der Steuerung eines Bauprozesses berücksichtigen. Bei den Zustandsmitteilungen kann es sich beispielsweise um Angaben zu Art, Menge und/oder Korngrößen des im Wechselmodul bevorrateten Werkstoffpulvers handeln.
Gegenstand der Erfindung ist ferner ein Wechselmodul für eine
Formherstellungsvorrichtung nach der Erfindung. Dieses Wechselmodul umfasst eine Pulverversorgungseinrichtung und eine
Pulverwiederaufbereitungseinrichtung der oben schon beschriebenen Art. Ferner kann das Wechselmodul auch weitere bis alle Merkmale enthalten, die oben in Bezug auf die Wechselmodule als diesen zugehörig beschrieben worden sind.
Die Formherstellungsvorrichtung nach der vorliegenden Erfindung ist vorzugsweise mit mehreren gleichartigen Wechselmodulen für
unterschiedliche Werkstoff pulver ausgestattet, wobei diese Wechselmodule untereinander austauschbar in die Formherstellungsvorrichtung integrierbar sind.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Figur 1 zeigt eine Formherstellungsvorrichtung nach der Erfindung mit einem in Anschlussstellung befindlichem Wechselmodul.
Figur 2 zeigt die Vorrichtung aus Figur 1 mit einem in einer Trennstellung von der Formherstellungsvorrichtung separierten Wechselmodul.
Figur 3a - 3c zeigen das Wechselmodul aus Figur 1 und Figur 2 in einer Vorderansicht, Seitenansicht und Rückansicht.
Figur 4 zeigt in einer schematischen Schnittdarstellung die
pulverführenden bzw. gasführenden Hauptkomponenten des Wechselmoduls in einer der definierten Anschlussstellung angenäherten Position an einem Prozessraum.
Figur 5 zeigt in einer Schnittdarstellung ähnlich der Schnittdarstellung gemäß Figur 4 die pulverführenden bzw. gasführenden Hauptkomponenten einer weiteren Ausführungsform eines Wechselmoduls nach der Erfindung in einer der definierten Anschlussstellung angenäherten Position an einen Prozessraum.
Figur 6 zeigt in einer Rückansicht ähnlich der Ansicht gemäß Figur 3c ein Wechselmodul, welches die in Figur 5 dargestellten Komponenten enthalten kann.
Gemäß Figur 1 und Figur 2 umfasst die Formherstellungsvorrichtung nach der Erfindung ein Gehäuse für diverse Komponenten, unter anderem für einen Prozessraum, der eine vordere Prozessraumtür 2 aufweist, in der zwei Beobachtungsfenster 4 und zwei Durchgriffe 6 vorgesehen sind, wobei diese Durchgriffe 6 von in den Figuren nicht erkennbaren Eingriffshandschuhen nach außen abgedichtet sind (Glove-Box-Prinzip). Die Prozessraumtür 2 kann nach Abschluss eines Bauprozesses geöffnet werden, um den hergestellten Formkörper mitsamt einer Substratplatte, auf welcher der Formkörper aufgebaut worden ist, aus dem Prozessraum herausnehmen zu
können.
Ein Flachbildschirm 8 dient zur visuellen Anzeige diverser Informationen und ggf. auch zur Übertragung eines mittels einer Videokamera aufgenommenen Bildes des Inneren des Prozessraums. Das Gehäuse der
Formherstellungsvorrichtung steht auf Laufrollen 10 auf, so dass die
Formherstellungsvorrichtung somit leicht manövriert werden kann. Hinter den Gehäusetüren 12, 14 befinden sich diverse Komponenten der
Formherstellungsvorrichtung, wie etwa Prozessrechner, Schutzgasflaschen, Stromversorgungskomponenten für die Laservorrichtung zum selektiven Laserschmelzen usw.. Das Gehäuse enthält ferner eine
Bestrahlungseinrichtung zum selektiven Umschmelzen des
Werkstoffpulvers. Die grundsätzliche Vorgehensweise beim Aufbauen eines Formkörpers nach der Methode des selektiven Laserschmelzens kann den eingangs genannten Dokumenten zum Stand der Technik entnommen werden, deren Inhalt insoweit durch Bezugnahme hierin aufgenommen sein soll.
Bei dem schichtweisen Aufbauen eines Formkörpers aus Werkstoffpulver fällt üblicherweise in jeder Pulverschicht Pulvermaterial an, welches nicht in dem Bereich liegt, der Teil des Formkörpers wird und daher als
überschüssiges Pulvermaterial übrig bleibt. Ferner fällt auch bei der
Präparation jeder einzelnen Pulverschicht auf vorausgehend darunter präparierten Pulverschichten bzw. auf der Basis-Bauplatte überschüssiges Werkstoffpulver an, welches im Rahmen der vorliegenden Erfindung der Wiederaufbereitung in dem Wechselmodul zugeführt wird.
Das Wechselmodul 16 ist in Figur 1 in seiner Anschlussstellung im Gehäuse der Formherstellungsvorrichtung dargestellt, wobei die dem Aufnahmeraum für das Wechselmodul 16 zugeordnete Abschlusstür 18 im geöffneten Zustand gezeigt ist.
Auch das Wechselmodul 16 steht auf Laufrollen 20, so dass es auf einfache
Weise aus der in Figur 1 gezeigten definierten Anschlussstellung
herausgezogen und in eine Trennstellung überführt werden kann, wie dies z. B. in Figur 2 dargestellt ist. Eine Griffstange 22 in einer Ausnehmung 24 im Gehäuse des Wechselmoduls 16 erlaubt das Einschieben des
Wechselmoduls 16 in die Anschlussstellung und das Herausziehen des Wechselmoduls 16 aus der Anschlussstellung auf einfache Weise.
In Figur 2, Figur 3b und Figur 3c ist bei 26 eine
Anschlussschnittstellengruppe schematisch angedeutet. Diese
Anschlussschnittstellengruppe 26 kommt beim Einschieben des
Wechselmoduls 16 in die definierte Anschlussstellung automatisch in eine Anschlusskonfiguration, so dass die einander zugeordneten
Anschlussschnittstellen des Wechselmoduls 16 und der
Formherstellungsvorrichtung im Übrigen automatisch korrekt aneinander angeschlossen werden. Es können mechanische Führungen vorgesehen sei, die das Wechselmodul 16 beim Einschieben in das Gehäuse in die
Anschlussstellung führen. Vorzugsweise sind auch Verriegelungsmittel, beispielsweise elektromagnetische Verriegelungsmittel (nicht gezeigt) vorgesehen, die das Wechselmodul bei Annäherung an die
Anschlussstellung anziehen und in der Anschlussstellung festhalten.
In Figur 4 sind die im Wesentlichen internen gas- bzw. pulverführenden Komponenten des Wechselmoduls 16 in einer der definierten
Anschlussstellung des Wechselmoduls 16 angenäherten Position relativ zur Formherstellungsvorrichtung im Übrigen dargestellt, wobei die
Fo rm he rste 11 u ngsvorrichtu ng im Übrigen durch den schematisch
angedeuteten Prozessraum in Figur 4 repräsentiert ist, da zur Erläuterung der vorliegenden Erfindung die weiteren Komponenten der
Formherstellungsvorrichtung, wie etwa die Bestrahlungseinrichtung usw., keine Rolle spielen.
In dem Prozessraum 28 befindet sich eine in an sich bekannter Weise schrittweise in einem Bauzylinder oder dgl. absenkbare Bauplattform 30, auf
welcher ein Formkörper nach und nach aus Werkstoffpulverschichten durch ortsselektives Bestrahlen der jeweiligen Schicht aufgebaut wird. Jede Pulverschicht wird in den Bereichen umgeschmolzen, die den der jeweiligen Schicht zugeordneten Querschnittsbereichen des Formkörpers entsprechen. Zur Präparation einer nachfolgend zu bestrahlenden Werkstoffpulverschicht wird dem Prozessraum 28 Werkstoffpulver über einen Pulvereinlass 32 im Prozessraumboden zugeführt. Ein Glättungsschieber, der in Figur 4 bei 34 angedeutet ist, kann gemäß Figur 4 von links nach rechts und rechts nach links hin- und herbewegt werden, um Werkstoffpulver, welches am
Pulvereinlass 32 in den Prozessraum 28 eingebracht wird, mitzunehmen und über der Bauplattform 30 bzw. einer aus einem vorausgegangen
Pulverpräparationsschritt hinterlassenen und bereits bestrahlten
Pulverschicht glatt zu ziehen, so dass eine neue Pulverschicht für den nächsten Bestrahlungs- und Umschmelzprozess auf diese Weise präpariert wird. Der Glättungsschieber 34 kann zumindest bei seiner Bewegung nach rechts in Figur 4 kurz vor Erreichen des Pulvereinlasses 32 gesteuert angehoben und nach Überstreichen des Pulvereinlasses 32 wieder abgesenkt werden, so dass er eine jeweilige über den Prozessraumboden 29 nach oben hin hervorstehende Menge an Werkstoffpulver bei seiner Bewegung nach links in Figur 4 mitnehmen kann, um damit die nächste Pulverschicht präparieren zu können. Dabei anfallendes überschüssiges Werkstoffpulver kann der Glättungsschieber 34 in entsprechender Weise wieder bei seiner Bewegung nach rechts mitnehmen und vor sich
herschieben, so dass dieses überschüssige Pulver in den vorzugsweise schlitzförmigen Pulverauslass 36 gelangen kann, der ebenfalls in dem Prozessraumboden 29 vorgesehen ist. Der Glättungsschieber 34 oder zumindest Elemente des Glättungsschiebers 34, die mit Werkstoffpulver in Kontakt kommen oder zu Pulveranhaftungen neigen, sind vorzugsweise leicht auswechselbar.
Der Pulverauslass 36 ist über ein Verbindungsleitungsstück 38 mit einer Anschlussschnittstelle 40 verbunden. Der Pulvereinlass 32 ist über einen Verbindungsleitungsabschnitt 42 mit einer Anschlussschnittstelle 44
verbunden. Wie in Figur 4 erkennbar, ist die dem Pulverauslass 36 zugeordnete Anschlussschnittstelle 40 mit einer Eingangsschnittstelle 46 des Wechselmoduls 16 verbindbar, wohingegen die dem Pulvereinlass 32 zugeordnete Anschlussschnittstelle 44 mit einer Ausgangsschnittstelle 48 gleichzeitig verbindbar ist, wenn das Wechselmodul 16 in die definierte Anschlussstellung überführt wird. In Figur 4 ist ein Zustand kurz vor
Erreichen der Anschlussstellung gezeigt.
An der Eingangsschnittstelle 46 ist ein Auffangbehälter 50 in dem
Wechselmodul 16 angeschlossen, der einen Haupttank mit relativ großem Aufnahmevolumen für Werkstoffpulver darstellt. Der der
Eingangsschnittstelle 46 nachgeschaltete Eingang 52 des Auffangbehälters 50 befindet sich an dessen höchster Stelle, wohingegen sich ein Ausgang 54 an der tiefsten Stelle des Auffangbehälters 50 befindet, und zwar in einem sich konisch nach unten hin verjüngenden Bereich des Auffangbehälters 50. Der Ausgang 54 des Auffangbehälters 50 mündet in eine
Schneckenfördereinrichtung 56, welche Pulver, das den Auffangbehälter 50 an dessen Auslass 54 verlässt, in Richtung nach rechts in Figur 4 zu einer Pulverzuführung 60 einer Gasstrom-Fördereinrichtung 62 transportiert.
Die Gasstrom-Fördereinrichtung 62 umfasst einen Gaskreislauf mit einer den Gasstrom fördernden Pumpe 64, einem der Pumpe 64 nachgeschalteten Puffer 66 und einem Zyklonabscheider 68. Die genannten Komponenten der Gasstrom-Fördereinrichtung sind durch Gasstrom-Leitungselemente 70 zu einem Kreislauf miteinander verbunden.
Im Förderbetrieb der Gasstrom-Fördereinrichtung 62 nimmt der durch Pfeile angedeutete Gasstrom das an der Pulverzuführung 60 anstehende
Werkstoffpulver jeweils mit und führt dieses zum Zyklonabscheider 68, um es aus dem Gasstrom auszuscheiden. Die Pumpe 64 sorgt für die
Aufrechterhaltung des Gasstromes.
Das von dem Zyklonabscheider 68 abgeschiedene Werkstoff pulver gelangt
über einen Zwischentank 72 zu einer Pulverwiederaufbereitungsvorrichtung 74 in Gestalt einer Ultraschall-Siebvorrichtung 76, bei der Grobbestandteile des zugeführten Werkstoffpulvers abgefangen und in einen Behälter 78 abgeleitet werden. Das in dem Behälter 78 angesammelte Pulver wird in seiner grobkörnigen Form normalerweise nicht weiter zur Formherstellung in der Formherstellungsvorrichtung verwendet.
Das feinkörnigere Pulver, welches die Siebvorrichtung 76 passiert, gelangt in einen Zwischentank 80, aus dem heraus es einer
Schneckenfördereinrichtung 82 zugeführt wird, welche das durch den Siebvorgang wiederaufbereitete Werkstoffpulver dem Pulvereinlass 32 des Prozessraums zuführt.
Nicht dargestellt in den Figuren sind automatische Abdichtmittel, welche die Schnittstellen 40, 44, 46, 48 vorzugsweise selbsttätig nach außen hin abdichten, sobald das Wechselmodul 16 aus der definierten
Anschlussstellung herausbewegt wird. In der Gasfördereinrichtung 62 wird vorzugsweise Schutzgas, insbesondere Argon, mittels der Pumpe 64 in Umlauf gepumpt.
Nachfolgend wird auf ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung Bezug genommen, welches in den Figuren 5 und 6 illustriert ist. Dieses weitere Ausführungsbeispiel der Erfindung umfasst sämtliche Merkmale des bereits unter Bezugnahme auf die Figuren 1 - 4 erläuterten ersten
Ausführungsbeispiels der Erfindung, wobei zu deren Kennzeichnung jeweils die selben Bezugszeichen in den Figuren verwendet wurden. Es kann somit zur Erläuterung dieser in den beiden Ausführungsbeispielen vorhandenen Merkmale auf die vorausgegangene Beschreibung des ersten
Ausführungsbeispiels Bezug genommen werden. Im Folgenden werden unter Bezugnahme auf die Figuren 5 und 6 die gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel hinzugekommenen Merkmale des zweiten
Ausführungsbeispiels erläutert.
Ein wesentlicher Aspekt der Erfindung in einer Ausprägung, wie sie auch das zweite Ausführungsbeispiel repräsentiert, ist die Anordnung sämtlicher im Zusammenhang mit einem Bauprozess zur Herstellung eines Formkörpers von Werkstoffpulver kontaminierter Filterkomponenten,
Pumpenkomponenten und Sammel- bzw. Vorratsbehälter für Pulver vorzugsweise in einem gemeinsamen Wechselmodul unterzubringen, so dass nach vollständigem Abschluss eines Bauprozesses im Wesentlichen sämtliches Werkstoffpulver in dem Wechselmodul hinterlassen und mit dem Wechselmodul von der Formherstellungsvorrichtung im Übrigen entfernt werden kann. Es soll damit erreicht werden, dass die
Formherstellungsvorrichtung im Übrigen und insbesondere der Prozessraum sowie die vom Prozessraum zu den Anschlussschnittstellen für das betreffende Wechselmodul führenden und im Zusammenhang mit der Herstellung eines Formkörpers ggf. mit Pulverteilchen in Kontakt
kommenden Leitungen bedarfsweise einfach und schnell gereinigt und somit für einen nächsten Bauprozess zur Herstellung eines Formkörpers aus einem ggf. anderen Werkstoffpulver vorbereitet werden können. Es könnte dann ohne große Verzögerung ein anderes Wechselmodul mit dem betreffenden anderen Werkstoffpulver zum Einsatz in der
Formherstellungsvorrichtung kommen.
Der Prozessraum 28 ist dazu eingerichtet, dass er während eines
Bauprozesses von einem Schutzgas, beispielsweise Argon, kontinuierlich durchspült wird und hierzu in einen Schutzgaskreislauf integriert ist. Zu den Komponenten dieses Schutzgaskreislaufs gehört ein aus dem Prozessraum 28 herausführendes Leitungsstück 90 mit einer außenliegenden
Anschlussschnittstelle 92 für eine damit anschlusskompatible
Anschlussschnittstelle 94 des Wechselmoduls 16a. In Bezug auf das
Wechselmodul 16a ist die Anschlussschnittstelle 94 eine
Eingangsschnittstelle, von welcher aus ein erstes Leitungsstück 96 zu einem Vorfilter 98 führt, um aus dem Prozessraum 28 abgesaugtes Schutzgas von grobkörnigeren Kontaminationsteilchen, wie etwas Pulverkörnchen,
Kondensatkonglomerat, Staubteilchen oder dgl. zu befreien. Ausgangsseitig
ist der Vorfilter 98 über eine Leitung 100 mit einem Feinfilter, z.B. HE PA- Filter verbunden, welcher dazu dient, Feinstteilchen, welche den Vorfilter passiert haben, aus dem Schutzgaskreislauf auszufiltern. Der Feinfilter ist ausgangsseitig mit einer Gasförderpumpe 104 verbunden, welche dazu dient, den Gasstrom im Schutzgaskreislauf aufrecht zu erhalten. Die Pumpe 104 ist über eine Leitung 106 mit einer Ausgangsschnittstelle 108
verbunden, welche anschlusskompatibel mit einer Gaseinlassschnittstelle 110 für die Schutzgaszufuhr zum Prozessraum 28 ist. Ein Leitungsstück 1 12 verbindet die Schnittstelle 1 10 mit dem Inneren des Prozessraums 28. Auch die einander zugeordneten Anschlussschnittstellen 92, 94 bzw. 108, 1 10 werden automatisch in der korrekten Weise und nach außen hin abgedichtet miteinander verbunden, sobald das Wechselmodul in seine definierte Anschlussstellung in der Formherstellungsvorrichtung einrückt.
In Vorbereitung auf einen Bauprozess können dann der Prozessraum nach Schließen seiner Prozessraumtür und die weiteren Komponenten 90 bis 1 12 des Schutzgaskreislaufs zunächst evakuiert werden. Hierzu kann die Pumpe 104 als Evakuierungspumpe genutzt werden, wozu dann mittels Einstellung einer Ventilanordnung (nicht gezeigt) am Pumpenausgang dafür Sorge getragen werden muss, dass die geförderte Luft nach außen abgezweigt wird. Ist die Evakuierung des Schutzgaskreislaufs hinreichend weit fortgeschritten, so kann durch Änderung der Ventileinstellungen zunächst ein Vorrat an Schutzgas aus einer Schutzgasquelle (z.B. aus einer
Druckflasche) in den Schutzgaskreislauf eingebracht werden, wobei das Schutzgas schließlich nach entsprechender Einstellung der Ventilanordnung mittels der Pumpe 104 im Umlauf im Schutzgaskreislauf umgewälzt werden kann. Die Umwälzung des Schutzgases im Schutzgaskreislauf erfolgt während der Durchführung eines Bauprozesses. Bei diesem Bauprozess kann Prozessrauch entstehen, welcher kondensiert und Festteilchen hinterlässt, die vom Schutzgasstrom mitgenommen werden. Auch ggf.
aufgewirbelte Pulverkörner können in den Schutzgaskreislauf gelangen und ebenso das Schutzgas kontaminieren. Wie erwähnt, dienen die Filter 98, 102 dazu, derartige Verunreinigungen aus dem Schutzgas heraus zu filtern, so
dass das gereinigte Schutzgas schließlich wieder in den Prozessraum 28 zurückgeführt werden kann.
Mit 1 14 ist in Figur 5 ein flexibler Schlauch einer Pulverabsaugvorrichtung gekennzeichnet, der im Prozessraum 28 vorgesehen ist, um damit
Werkstoffpulver insbesondere nach Fertigstellung eines Formkörpers aus dem Prozessraum mit einem Schutzgasstrom abzusaugen. Dabei kann es sich um überschüssiges Pulver handeln, welches auf der Bauplattform den hergestellten Formkörper umgibt oder um sonstiges Werkstoffpulver, welches noch im Prozessraum 28 oder in den Verbindungsleitstücken 38 bzw. 42 verblieben ist. Der Absaugschlauch kann von einer
Bedienungsperson auch bei noch geschlossener Prozessraumtür 2 von Hand geführt werden. Die Bedienungsperson kann hierzu durch die
Handschuheingriffsöffnungen 6 (vgl. Figur 1 und 2) hindurch in die daran abgedichteten Handschuhe eingreifen und damit den Absaugschlauch 14 ergreifen und bewegen. Der Absaugschlauch 1 14 ist über ein
Verbindungsleitstück 1 16 mit einer außenliegenden Ausgangsschnittstelle 118 verbunden, die ihrerseits anschlusskompatibel mit einer
komplementären Schnittstelle 120 am Wechselmodul 16a ist. Die
Schnittstelle 120 am Wechselmodul 16a ist über eine Leitung 122 im
Wechselmodul 16a mit einer in Figur 5 im Hintergrund befindlichen und nicht erkennbaren Pumpe zur Aufrechterhaltung des Schutzgasstroms verbunden, der ein Pulverabscheider, vorzugsweise Zyklonabscheider (ebenfalls in Figur 5 nicht erkennbar) vorgeschaltet ist. Das von dem Pulverabscheider aus dem Schutzgasstrom abgeschiedene Pulver gelangt in den Haupttank 50 und kann somit bei einem Bauprozess eines nächsten Formkörpers verwendet werden. Das Schutzgas wird über entsprechende Leitungen mit betreffenden Anschlusschnittstellen 12 in den Prozessraum 28 zurückgeführt. Die an dem Absaugschlauch 1 14 angeschlossene Pumpe und der nachgeschaltete Abscheider können von der Bauart der Pumpe 64 und des Abscheiders 68 sein. Der Absaugschlauch 1 14 ist schnell und leicht auswechselbar. Gemäß einer Variante der Pulverabsaugvorrichtung kann der Pulverabsaugschlauch als dehnbarer bzw. stülpbarer Schlauch an der entsprechend ausgestalteten
Leitung 122 so angeordnet sein, dass er ebenfalls Komponente des
Wechselmoduls 16a ist und durch die Schnittstelle 1 18 hindurch in den Prozessraum 28 eingeführt bzw. aus diesem vorzugsweise nach außen abgedichtet herausgezogen werden kann. Der Pulverabsaugschlauch verbleibt in diesem Fall am Wechselmodul, wenn dieses aus seiner
Anschlussstellung entfernt wird. Der grundsätzliche Aufbau und die
Funktionsweise einer Pulverabsaugeinrichtung sind bekannt, so z.B. aus der bereits erwähnten EP 2 052 845 A2.
Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur 5 sind ebenfalls sämtliche kritisch vom Pulver zu reinigenden Komponenten der Pulverabsaugvorrichtung in dem Wechselmodul 16a vorgesehen, so dass nach einem hinreichend sorgfältigen Pulverabsaugvorgang unter Verwendung des
Pulverabsaugschlauchs 1 14 auch insoweit im Wesentlichen sämtliches Pulver im Wechselmodul 16a ist. Sämtliche mit Pulver in Kontakt
kommenden Elemente der Formherstellungsvorrichtung im Übrigen, insbesondere der Prozessraum 28, sind dann sehr einfach schnell und gründlich zu reinigen und somit für einen nächsten Bauprozess mit ggf. anderem Werkstoffpulver unter Einsatz eines anderen Wechselmoduls bereit.
In Figur 6 sind noch eine Stromversorgungsschnittstelle 130 und eine Datenleitungsschnittstelle 132 an dem Wechselmodul 16a angedeutet, die mit einer entsprechend anschlusskompatiblen Stromversorgungsschnittstelle und Datenleitungsschnittstelle der Formherstellungsvorrichtung im Übrigen automatisch in korrekter Anschlusskonfiguration gelangen, wenn das
Wechselmodul 16a in seine definierte Anschlussstellung in der
Formherstellungsvorrichtung gelangt. Über die
Stromversorgungsschnittstelle 130 und daran angeschlossene Leitungen werden die elektrischen Verbraucher des Wechselmoduls 16a, wie Pumpen, Förderschnecken, Siebeinrichtungen usw. mit elektrischer Energie versorgt.
Die Datenleitungsschnittstelle 132 steht mit einer elektronischen
Datenverarbeitungseinrichtung im Wechselmodul 16a in Verbindung, in welcher Kenndaten des Wechselmoduls und ggf. weitere Informationen gespeichert sind.
An der Formherstellungsvorrichtung ist eine mit der
Datenleitungsschnittstelle 132 anschlusskompatible
Datenleitungsschnittstelle vorgesehen, die über betreffende
Datenübertragungsleitungen mit einer Steuereinrichtung der
Formherstellungsvorrichtung verbunden ist. Nach Herstellung einer
Datenübertragungsverbindung zwischen diesen Datenleitungsschnittstellen kann die Steuereinrichtung der Formherstellungsvorrichtung Daten aus der Datenverarbeitungseinrichtung des Wechselmoduls 16a auslesen und sich auf Besonderheiten einstellen, die für den Betrieb mit dem betreffenden Wechselmodul 16a zu beachten sind. Diese Besonderheiten können insbesondere die Bauprozesssteuerung in Abhängigkeit von dem im
Wechselmodul bevorrateten Werkstoffpulver usw. betreffen.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform kann es vorgesehen sein, dass die Datenübertragung zwischen der Datenverarbeitungseinrichtung des Wechselmoduls und der Steuereinrichtung der Formherstellungsvorrichtung kabellos, etwa per Funk oder modulierter IR-Strahlung oder dgl. erfolgt.
An dem Prozessraum kann ggf. eine Schleuse vorgesehen sein, die die Entnahme oder das Einbringen von Gegenständen aus dem Prozessraum bzw. in den Prozessraum ermöglicht, ohne die Schutzgasatmosphäre in dem Prozessraum zu zerstören.