Katalysator zur Reduktion von Stickoxiden
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Katalysator zur Reduktion von Stickoxiden, das im Abgas mager betriebener Verbrennungsmotoren enthalten ist.
Das Abgas von Kraftfahrzeugen, die mit mager betriebenen Verbrennungsmotoren, beispielsweise mit Dieselmotoren, betrieben werden, enthält neben Kohlenmonoxid (CO) und Stickoxiden (NOx) auch Bestandteile, die aus der unvollständigen Verbrennung des Kraftstoffs im Brennraum des Zylinders herrühren . Dazu gehören neben Rest-Kohlenwasserstoffen (HC), die meist ebenfalls überwiegend gasförmig vorliegen, Partikelemissionen, auch als„Dieselruß" oder„Rußpartikel" bezeichnet. Dabei handelt es sich um komplexe Agglomerate aus überwiegend Kohlenstoff-haltigen Feststoff- Teilchen und einer anhaftenden Flüssigphase, die meist mehrheitlich aus längerkettigen Kohlenwasserstoff-Kondensaten besteht. Die auf den festen Bestandteilen anhaftende Flüssigphase wird auch als„Soluble Organic Fraction SOF" oder„Volatile Organic Fraction VOF" bezeichnet. Zur Reinigung dieser Abgase müssen die genannten Bestandteile möglichst vollständig in unschädliche Verbindungen umgewandelt werden, was nur unter Einsatz geeigneter Katalysatoren möglich ist.
Zur Entfernung der Stickoxide sind sogenannte Stickoxid-Speicher- katalysatoren, für die auch der Begriff„Lean NOx Trap" oder„LNT üblich ist, bekannt. Deren Reinigungswirkung beruht darauf, dass in einer mageren Betriebsphase des Motors die Stickoxide vom Speichermaterial des Speicherkatalysators vorwiegend in Form von Nitraten gespeichert werden und diese in einer darauf folgenden fetten Betriebsphase des Motors wieder zersetzt und die so freiwerdenden Stickoxide mit den reduzierenden
Abgasanteilen am Speicherkatalysator zu Stickstoff, Kohlendioxid und Wasser umgesetzt werden. Diese Arbeitsweise ist beispielsweise in der SAE- Schrift SAE 950809 beschrieben.
Als Speichermaterialien kommen insbesondere Oxide, Carbonate oder Hydroxide von Magnesium, Calcium, Strontium, Barium, der Alkalimetalle, der Seltenerdmetalle oder Mischungen davon in Frage. Diese Verbindungen sind aufgrund ihrer basischen Eigenschaften in der Lage, mit den sauren Stickoxiden des Abgases Nitrate zu bilden und sie auf diese Weise abzuspeichern. Sie sind zur Erzeugung einer großen Wechselwirkungsfläche mit dem Abgas in möglichst hoher Dispersion auf geeigneten
Trägermaterialien abgeschieden. Stickoxid-Speicherkatalysatoren enthalten darüber hinaus in der Regel Edelmetalle wie Platin, Palladium und/oder Rhodium als katalytisch aktive Komponenten. Deren Aufgabe ist es einerseits, unter mageren Bedingungen NO zu NO2, sowie CO und HC zu CO2 zu oxidieren und andererseits während der fetten Betriebsphasen, in denen der Stickoxid-Speicherkatalysator regeneriert wird, freigesetztes NO2 zu Stickstoff zu reduzieren.
Mit der Veränderung der Abgasgesetzgebung nach Euro 6 werden
zukünftige Abgassysteme sowohl bei kalten Temperaturen im Stadtzyklus, als auch bei hohen Temperaturen, wie sie bei hohen Lasten auftreten, ausreichende NOx-Konvertierung aufweisen müssen. Bekannte Stickoxid- Speicherkatalysatoren zeigen aber entweder eine ausgeprägte NOx-
Speicherung bei niedrigen oder bei hohen Temperaturen. Es besteht Bedarf nach Katalysatoren, die eine gute NOx-Konvertierung über einen breiten Temperaturbereich von 200 bis 450°C bereitstellen. Die EP 0 885 650 A2 beschreibt einen Abgasreinigungskatalysator für Verbrennungsmotoren mit zwei katalytisch aktiven Schichten auf einem Tragkörper. Die direkt auf dem Tragkörper befindliche Schicht umfasst ein oder mehrere hochdisperse Erdalkalioxide, mindestens ein
Platingruppenmetall, sowie wenigstens ein feinteiliges, Sauerstoff speicherndes Material. Dabei stehen die Platingruppenmetalle mit allen Bestandteilen der ersten Schicht in enger Berührung . Die zweite Schicht steht mit dem Abgas in direktem Kontakt und enthält mindestens ein Platingruppenmetall, sowie wenigstens ein feinteiliges, Sauerstoff
speicherndes Material . Nur ein Teil der feinteiligen Feststoffe der zweiten Schicht dient als Träger für die Platingruppenmetalle. Der Katalysator ist ein Dreiwegekatalysator, der die schädlichen Abgaskomponenten im
Wesentlichen bei stöchiometrischen Bedingungen, d.h. bei der Luftzahl λ von 1 umsetzt.
Aus der US2009/320457 ist ein Stickoxid-Speicherkatalysator bekannt, der zwei übereinander liegende Katalysatorschichten auf einem Trägersubstrat umfasst. Die untere, direkt auf dem Trägersubstrat liegende Schicht umfasst ein oder mehrere Edelmetalle, sowie ein oder mehrere Stickoxid- Speicherkomponenten. Die obere Schicht umfasst ein oder mehrere
Edelmetalle, sowie Ceroxid und ist frei von Alkali- oder Erdalkalikomponenten. Katalysatorsubstrate, die Stickoxid-Speichermaterialien enthalten und zwei oder mehr Schichten aufweisen, sind auch in der WO 2012/029050 beschrieben. Die erste Schicht befindet sich direkt auf dem Trägersubstrat und umfasst Platin und/oder Palladium, während sich die zweite Schicht auf der ersten befindet und Platin umfasst. Beide Schichten enthalten außerdem ein oder mehrere Sauerstoffspeichermaterialien und ein oder mehrere Stickoxid-Speichermaterialien, die ein oder mehrere Alkali- und/oder Erdalkalimetalle umfassen. Die Gesamtmenge an Alkali- und Erdalkalimetall in den Stickoxid-Speichermaterialien beträgt 0,18 bis 2,5 g/in3, berechnet als Alkalimetalloxid M20 und Erdalkalimetalloxid MO.
Es sind bereits Katalysatorbeschichtungen bekannt, die aufgrund einer relativ großen Porosität eine verbesserte Durchflutung mit Abgas und damit einen verbesserten Kontakt der Abgasbestandteile mit den katalytisch aktiven Zentren aufweisen. Solche Katalysatorbeschichtungen können beispielsweise dadurch erhalten werden, dass ein inerter Trägerkörper mit einer wässrigen Beschichtungssuspension (Washcoat) beschichtet wird, die einen sogenannten Porenbildner enthält. Als Porenbildner werden
Materialien verwendet, die beim sich an die Beschichtung anschließenden
Kalzinieren des Katalysators rückstandsfrei ausbrennen und somit
Leerstellen in der Beschichtung zurücklassen.
So beschreiben die US 2015/273462 die Verwendung von Harzpartikeln und die EP 2 050 495 AI synthetische Harze, wie Polyurethan-, Polystyrol, Polyethylen-, Polyester- oder Acrylester-Harze als Porenbildner. Die EP 1 832 344 AI nennt darüber hinaus Aktivkohle, Graphitpulver, Zel Istoff pulver, organische Fasern und Kunststofffasern als für diesen Zweck geeignet.
Gemäß WO 2014/137827 AI wird die Porosität einer katalytisch aktiven Beschichtung mittels einer wässrigen Öl-in-Wasser Makroemulsion erhöht.
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Stickoxid-Speicherkatalysator aus mindestens zwei katalytisch aktiven Washcoatschichten auf einem
Tragkörper, wobei
- eine untere Washcoatschicht A Ceroxid, eine Erdalkaliverbindung
und/oder eine Alkaliverbindung, sowie Platin und Palladium enthält; und
- eine obere Washcoatschicht B, die über der Washcoatschicht A
angeordnet ist, Ceroxid, sowie Platin und Palladium enthält und frei ist von Alkali- und Erdalkaliverbindungen,
dadurch gekennzeichnet, dass die obere Washcoatschicht B Makroporen mit einer durchschnittlichen Porengröße von weniger als 15 m aufweist, wobei die Makroporen ein Porenvolumen in der oberen Washcoatschicht B von 5 bis 25 Vol.-% bilden.
Das in den Washcoatschichten A und B eingesetzte Ceroxid kann
handelsüblicher Qualität sein, d .h. einen Ceroxid-Anteil von 90 bis 100 Gew.-% aufweisen.
In Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung wird Ceroxid in der Washcoatschicht A in einer Menge von 110 bis 160 g/l, beispielsweise 125 bis 145 g/l, eingesetzt. In der Washcoatschicht B wird Ceroxid in Mengen von 22 bis 120 g/l, beispielsweise 40 bis 100 g/l oder 45 bis 65 g/l eingesetzt.
Als Erdalkaliverbindung in der Washcoatschicht A kommen insbesondere Oxide, Carbonate und/oder Hydroxide von Magnesium, Strontium und/oder Barium in Frage, besonders Magnesiumoxid, Bariumoxid und/oder
Strontiumoxid, ganz besonders Bariumoxid, Strontiumoxid oder Bariumoxid und Strontiumoxid.
Als Alkaliverbindung in der Washcoatschicht A kommen insbesondere Oxide, Carbonate und/oder Hydroxide von Lithium, Kalium und/oder Natrium in Frage. In Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung liegt die Erdalkali- bzw. Alkaliverbindung in Washcoatschicht A in Mengen von 10 bis 50 g/l, besonders 15 bis 20 g/l, berechnet als Erdalkali- bzw. Alkalioxid und bezogen auf das Volumen des Tragkörpers, vor. In Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung kann Washcoatschicht A Manganoxid enthalten . In Washcoatschicht A liegt dieses insbesondere in Mengen von 1 bis 10 Gew.-%, bevorzugt 2,5 bis 7,5 Gew.-%, bezogen auf die Summe der Washcoatschichten A und B, jeweils gerechnet als MnO, vor. In weiteren Ausführungsformen enthält auch die Washcoatschicht B
Manganoxid. In diesen Fällen beträgt die Menge an Manganoxid in
Washcoatschicht B bei bis zu 2,5 Gew.-%, bevorzugt 0,5 bis 2,5 Gew.-%, bezogen auf die Summe der Washcoatschichten A und B.
Manganoxid kann als Trägermaterial für die Edelmetalle Platin, Palladium und gegebenenfalls Rhodium dienen. In bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung dient Manganoxid aber nicht als Trägermaterial, weder für die Edelmetalle Platin, Palladium und gegebenenfalls Rhodium, noch für eine andere Komponente von Washcoatschicht A und gegebenenfalls Washcoatschicht B.
Der Begriff Manganoxid bedeutet im Rahmen der vorliegenden Erfindung insbesondere MnO, Mn02 oder Mn203 oder Kombinationen von Mn02, MnO und/oder Mn203.
In Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung liegt Manganoxid nicht in Form von Mischoxiden mit anderen Oxiden von Washcoatschicht A und B vor. Insbesondere liegt Manganoxid nicht in Form eines Mischoxides mit Ceroxid vor, beispielsweise nicht in Form von MnOx-CeCh, MnO-ZrCte und
Das Verhältnis Platin zu Palladium in der Washcoatschicht A beträgt in Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung beispielsweise 4: 1 bis 18: 1 oder 6 : 1 bis 16: 1, beispielsweise 8: 1, 10 : 1, 12 : 1 oder 14: 1.
Das Verhältnis Platin zu Palladium in der Washcoatschicht B beträgt ebenfalls in Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung beispielsweise 4: 1 bis 18 : 1 oder 6: 1 bis 16 : 1, beispielsweise 8: 1, 10 : 1, 12 : 1 oder 14: 1 ist aber vom Verhältnis in Washcoatschicht A unabhängig. In Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung enthält Washcoatschicht B als weiteres Edelmetall Rhodium. Rhodium liegt in diesem Fall
insbesondere in Mengen von 0,003 bis 0,35 g/l (0,1 bis 10 g/ft3),
insbesondere 0,18 bis 0,26 g/l (5 bis 7,5 g/ft3), jeweils bezogen auf das Volumen des Tragkörpers, vor.
Die Gesamtmenge an Edelmetall, d.h. von Platin, Palladium und
gegebenenfalls Rhodium, im erfindungsgemäßen Stickoxid-Speicherkatalysator beträgt in Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung 2,12 bis 7,1 g/l (60 bis 200 g/ft3), bezogen auf das Volumen des Tragkörpers.
Sowohl in der Washcoatschicht A, als auch in der Washcoatschicht B liegen die Edelmetalle Platin und Palladium und gegebenenfalls Rhodium
üblicherweise auf geeigneten Trägermaterialien vor. Als solche werden insbesondere Oxide mit einer BET-Oberfläche von 30 bis 250 m2/g, bevorzugt von 100 bis 200 m2/g auf (bestimmt nach DIN 66132)
verwendet, beispielsweise Aluminiumoxid, Siliziumdioxid, Titandioxid, aber auch Mischoxide wie beispielsweise Aluminium-Silizium-Mischoxide und Cer- Zirkon-Mischoxide.
In Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung wird als Trägermaterial für die Edelmetalle Platin und Palladium und gegebenenfalls Rhodium
Aluminiumoxid verwendet, insbesondere solches, das durch 1 bis 6 Gew.- %, insbesondere 4 Gew.-%, Lanthanoxid stabilisiert ist.
Es ist bevorzugt, wenn die Edelmetalle Platin, Palladium und gegebenenfalls Rhodium lediglich auf einem oder mehreren der oben genannten
Trägermaterialien geträgert sind und somit nicht mit allen Bestandteilen der jeweiligen Washcoatschicht in enger Berührung stehen. Insbesondere dient Manganoxid bevorzugt nicht als Träger für Platin und Palladium und gegebenenfalls Rhodium.
Die Gesamt-Washcoatbeladung des Tragkörpers beträgt in
Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung 300 bis 600 g/l, bezogen auf das Volumen des Tragkörpers.
In Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung weisen die Makroporen der oberen Washcoatschicht B eine durchschnittlichen Porengröße von 2 bis 12 μηη, bevorzugt 4 bis 7 μηι auf.
In weiteren Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung bilden die
Makroporen ein Porenvolumen in der oberen Washcoatschicht B von 5 bis 20 Vol.-%, beispielsweise 5 bis 10 Vol.-% oder 10 bis 15 Vol.-%.
Die durchschnittliche Porengröße der Makroporen in Washcoatschicht B ist in der Regel identisch mit der durchschnittlichen Teilchengröße des eingesetzten Porenbildners, weil jedem Teilchen des eingesetzten
Porenbildners eine Makropore im kalzinierten Katalysator entspricht.
Ebenso ergibt sich das Porenvolumen der Washcoatschicht A als die Summe der Volumen der Teilchen des eingesetzten Porenbildners. Durchschnittliche Porengröße, sowie Porenvolumen ergeben sich somit aus Größe und Menge des verwendeten Porenbildners und können leicht bestimmt werden.
Alternativ können durchschnittliche Porengröße und Porenvolumen natürlich auch durch die üblichen und dem Fachmann bekannten Methoden, z.B.
Quecksilberporosimetrie bestimmt werden. In einer bevorzugten Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung einen Stickoxid-Speicherkatalysator aus mindestens zwei katalytisch aktiven Washcoatschichten auf einem Tragkörper,
wobei
eine untere Washcoatschicht A
o Ceroxid in einer Menge von 100 bis 160 g/l,
o Platin und Palladium im Massenverhältnis 10 : 1, sowie
o Magnesiumoxid und/oder Bariumoxid; und
eine obere Washcoatschicht B über der unteren Washcoatschicht A angeordnet ist und
o keine Erdalkaliverbindung und keine Alkaliverbindung,
o Platin und Palladium im Massenverhältnis 10 : 1 sowie
o Ceroxid in einer Menge von 45 bis 65 g/l
enthält, wobei sich die Mengenangabe g/l jeweils auf das Volumen des Tragkörpers bezieht und wobei die oberen Washcoatschicht B Makroporen mit einer durchschnittlichen Porengröße von 2 bis 12 μηι aufweist und wobei die Makroporen ein Porenvolumen in der oberen Washcoatschicht B ein Porenvolumen von 5 bis 20 Vol.-% bilden.
In einer besonderen Ausführungsform dieser Art enthält Washcoatschicht A Manganoxid in einer Menge von 5 bis 15 g/l .
In einer weiteren besonderen Ausführungsform dieser Art liegt
Washcoatschicht A in Mengen von 250 bis 350 g/l und Washcoatschicht B in Mengen von 80 bis 130 g/l vor. Die Aufbringung der katalytisch aktiven Washcoatschichten A und B auf den Tragkörper erfolgt mittels einer Beschichtungssuspension nach den üblichen Tauchbeschichtungsverfahren bzw. Pump- und Saug-Beschichtungs- verfahren mit sich anschließender thermischer Nachbehandlung (Kalzination
und gegebenenfalls Reduktion mit Formiergas oder Wasserstoff). Diese Verfahren sind aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt.
So wird in einem ersten Schritt die Beschichtungssuspension für Washcoatschicht A in der entsprechenden Menge auf den Tragkörper aufgebracht und getrocknet. In einem zweiten Schritt wird die Beschichtungssuspension für Washcoatschicht B in der entsprechenden Menge auf den bereits mit
Washcoatschicht A beschichteten Tragkörper aufgebracht und ebenfalls getrocknet. Anschließend wir der fertig beschichtete Tragkörper kalziniert. Die notwendigen Beschichtungssuspensionen können nach dem Fachmann bekannten Verfahren erhalten werden. So werden die Bestandteile, wie Ceroxid, Erdalkali- und/oder Alkaliverbindung, auf geeigneten
Trägermaterialien geträgerte Edelmetalle, sowie gegebenenfalls Manganoxid bzw. eine andere Manganverbindung in den entsprechenden Mengen in Wasser aufgeschlämmt und in einer geeigneten Mühle, insbesondere einer Kugelmühle, auf eine Teilchengröße von dso = 3 bis 5 m gemahlen. Es ist bevorzugt, Mangan in Form von Mangancarbonat der Beschichtungssuspension im letzten Schritt, d .h. unmittelbar vor dem Mahlen, zuzugeben . Zur Herstellung der Makroporen werden der Beschichtungssuspension für Washcoatschicht B Porenbildner zugegeben. Bevorzugt erfolgt diese Zugabe nach der Mahlung der Beschichtungssuspension auf eine Teilchengröße von dso = 3 bis 5 μηι.
Die Porenbildner bestehen aus Materialien, die bei der Kalzinierung des fertig beschichteten Tragkörpers ab ca. 350°C vollständig und
rückstandsfrei ausbrennen und somit die Makroporen zurücklassen.
Geeignete Porenbildner bestehen insbesondere aus synthetischen Harzen, wie Polyurethan-, Polystyrol, Polyethylen-, Polyester-, Polyacrylnitril- oder Polyacrylester-Harze. Besonders bevorzugt sind Porenbildner aus
Polymethylmethacrylat oder aus Polyacrylnitril.
Zur Erzielung von Makroporen mit der anspruchsgemäßen Porengröße müssen die Porenbildner eine mittlere Teilchengröße von weniger als 15 μηη, beispielsweise 2 bis 12 μηη, bevorzugt 4 bis 7 μηι aufweisen.
Zur Erzielung des anspruchsgemäßen von den Makroporen gebildeten Porenvolumens muss der Beschichtungssuspension zur Herstellung der Washcoatschicht B Porenbildner in entsprechender Menge zugegeben werden. Diese lässt sich aus der mittleren Teilchengröße der Porenbildner in einfacher weise bestimmen. Geeignete Porenbildner sind bekannt und können am Markt erworben werden.
Die erfindungsgemäßen Stickoxid-Speicherkatalysatoren eignen sich in hervorragender Weise zur Konvertierung von NOx in Abgasen von
Kraftfahrzeugen, die mit mager betriebenen Motoren, etwa Dieselmotoren, betrieben werden. Sie erreichen eine gute NOx-Konvertierung bei
Temperaturen von circa 200 bis 450°C, ohne dass die NOx-Konvertierung bei hohen Temperaturen negativ beeinflusst wird . Die erfindungsgemäßen Stickoxid-Speicherkatalysatoren sind somit für Euro 6 Anwendungen geeignet.
Die vorliegende Erfindung betrifft somit auch ein Verfahren zur
Konvertierung von NOx in Abgasen von Kraftfahrzeugen, die mit mager betriebenen Motoren, etwa Dieselmotoren, betrieben werden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass das Abgas über einen Stickoxid-Speicher- katalysator aus mindestens zwei katalytisch aktiven Washcoatschichten auf einem Tragköper geleitet wird, wobei
- eine untere Washcoatschicht A Ceroxid, eine Erdalkaliverbindung
und/oder eine Alkaliverbindung, sowie Platin und Palladium enthält; und
- eine obere Washcoatschicht B, die über der Washcoatschicht A
angeordnet ist, Ceroxid, sowie Platin und Palladium enthält und frei ist von Alkali- und Erdalkaliverbindungen,
dadurch gekennzeichnet, dass die obere Washcoatschicht B Makroporen mit einer durchschnittlichen Porengröße von weniger als 15 μηι aufweist, wobei
die Makroporen ein Porenvolumen in der oberen Washcoatschicht B von 5 bis 25 Vol.-% bilden.
Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens hinsichtlich des Stickoxid-Speicherkatalysators entsprechen den oben stehenden
Beschreibungen.
Die Erfindung wird in den nachstehenden Beispielen und Figuren näher erläutert.
Figur 1 : NOx-Speichermenge in g/l bei 50% und bei 75% der
Katalysatoren Kl, K2 und VK1
Beispiel 1
a) Zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Katalysators wird ein handelsüblicher wabenförmiger Keramikträger mit einer ersten Beschichtungs- suspension beschichtet, die Pt und Pd geträgert auf Aluminiumoxid, Ceroxid in einer Menge 125 g/l, 21 g/l Bariumoxid, 15 g/l Magnesiumoxid und 7,5 g/l MnO in Form von Mangancarbonat enthält. Die Beladung von Pt und Pd beträgt dabei 35 g/ft3 (1,236 g/l) und 3,5 g/ft3 (0,124 g/l) und die
Gesamtbeladung der Washcoatschicht ca. 293 g/l bezogen auf das Volumen des Keramik-Trägers. Nach dem Beschichten wurde die erhaltene
Washcoatschicht A getrocknet. b) Auf die erste Washcoatschicht A wurde eine weitere Washcoatschicht B aufgebracht. Zu diesem Zweck wurde mit einer Beschichtungssuspension beschichtet, die ebenfalls Pt und Pd geträgert auf Aluminiumoxid, sowie Rh geträgert auf einem Lanthan-stabilisierten Aluminiumoxid enthielt. Die Beladung von Pt, Pd und Rh in Washcoatschicht B betrug folglich 35 g/ft3 (1,236 g/l), 3,5 g/ft3 (0,124 g/l) und 5 g/ft3 (0,177 g/l). Die
Beschichtungssuspension enthielt außerdem 55 g/l Ceroxid bei einer Washcoatbeladung der Schicht B von ca. 81 g/l im kalzinierten Katalysator.
Die Beschichtungssuspension enthielt neben den oben genannten
Komponenten auch 5 g/l eines Porenbildners aus einem vernetzten
Polymethylmethacrylat-Harz mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 5 bis 7 μηι. Die Beschichtung wurde getrocknet und anschließend wurde kalziniert. Nach Kalzinierung betrug das Porenvolumen in Washcoatschicht B 6,5 Vol.-%.
Der so erhaltene Katalysator wird nachstehend Kl genannt. Beispiel 2
Beispiel 1 wurde wiederholt mit dem Unterschied, dass die Beschichtungssuspension für Washcoatschicht B den Porenbildner in einer Menge von 7,5 g/l Porenbildner enthielt. Nach Kalzinierung betrug das Porenvolumen in Washcoatschicht B 9,7 Vol.-%.
Der so erhaltene Katalysator wird nachstehend K2 genannt.
Vergleichsbeispiel 1
Beispiel 1 wurde wiederholt mit dem Unterschied, dass die Beschichtungssuspension für Washcoatschicht B keinen Porenbildner enthielt. Der so erhaltene Katalysator wird nachstehend VK1 genannt.
Vergleichstests
a) Die Katalysatoren Kl, K2 und VK1 wurden 16 Stunden bei 800°C hydrothermal gealtert.
b) Anschließend wurde ihre Stickoxidspeicherkapazität jeweils wie folgt bestimmt:
Zunächst wurde die Probe bei 450°C konditioniert. Dazu wurde für die Dauer von 15min abwechselnd 80s eine magere Gaszusammensetzung entsprechend Tabelle 1 und 10s eine fette Gaszusammensetzung über den Katalysator geleitet.
mager fett Adsorption
GHSV [1/h] 50000 50000 50000
NO [ppm] 0 0 500
O2 [vol%] 8 0 8
CO [ppm] 0 40000 0
CO2 [vol%] 10 10 10
H2O [vol%] 10 10 10
Tabelle 1
Anschließend wurde die Probe unter Stickstoffatmosphäre auf Mess- temperatur (175°C bzw. 300°C) abgekühlt, bzw. bei 450°C gehalten. Bei konstanter Messtemperatur wird dann die NOx-Adsorption in der
Gaszusammensetzung„Adsorption" entsprechend der Tabelle 1 gemessen. Die NOx-Speicherkapazität berechnet sich aus der Differenz der dosierten NOx-Menge bezogen auf das Katalysatorvolumen und der hinter der Katalysatorprobe gemessenen Menge an NOx-Schlupf bezogen auf das Katalysatorvolumen zu dem Zeitpunkt, wenn der NOx-Umsatz über die Probe 75%, bzw. nur noch 50% beträgt und ist in Figur 1 als NOx
Speichermenge dargestellt. Als Ergebnis wurde die NOx-Speichermenge in g/l bei 50% und bei 75% Umsatz angegeben, wobei die Speichermengen von VKl jeweils auf 100% gesetzt und die Speichermengen von Kl und K2 darauf bezogen wurden. Die Ergebnisse sind Figur 1 zu entnehmen. Beispiel 3
Beispiel 1 wurde wiederholt mit dem Unterschied, dass die Beschichtungs- suspension für Washcoatschicht B 5 g/l eines Porenbildners aus einem vernetzten Polymethylmethacrylat-Harz mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 8 bis 12 m enthielt.
Beispiel 4
Beispiel 1 wurde wiederholt mit dem Unterschied, dass die Beschichtungs- suspension für Washcoatschicht B 7,5 g/l eines Porenbildners aus einem vernetzten Polymethylmethacrylat-Harz mit einer durchschnittlichen
Teilchengröße von 4 bis 5 μηι enthielt.
Weitere Beispiele listet Tabelle 2
In Tabelle 2 bedeuten :
a : Porenbildner aus einem vernetzten Polymethylmethacrylat-Harz mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 8 bis 12 μηι.
b : Porenbildner aus einem vernetzten Polymethylmethacrylat-Harz mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 5 bis 7 μηι enthielt,
c: Porenbildner aus einem Polyacrylnitril-Harz mit einer durchschnittlichen Teilchengröße von 8 μηι.