Beschreibung
Störlichtbogenerkennungseinheit
Die Erfindung betrifft eine Störlichtbogenerkennungseinheit, einen Leistungsschalter, einen Kurzschließer und ein Verfahren zur Störlichtbogenerkennung.
In Niederspannungsstromkreisen bzw. Niederspannungsanlagen respektive Niederspannungsnetzen, d.h. Stromkreise für Spannungen bis 1000 Volt Wechselspannung oder 1500 Volt Gleichspannung, sind Kurzschlüsse meist mit auftretenden Störlichtbögen, wie parallele oder serielle Störlichtbögen, verbunden. Besonders in leistungsstarken Verteil- und Schaltanlagen können diese bei einer nicht ausreichend schnellen Abschaltung zu verheerenden Zerstörungen von Betriebsmitteln, Anlagenteilen oder kompletten Schaltanlagen führen. Um einen länger andauernden und großflächigen Ausfall der Energieversorgung zu vermeiden und Personenschäden zu reduzieren, ist es erforderlich derartige Störlichtbögen, insbesondere stromstarke bzw. parallele Störlichtbögen, in wenigen Millisekunden zu erkennen und zu löschen. Konventionelle Schutzsysteme von Energieversorgungsanlagen (z.B. Sicherungen und Leistungsschalter) können unter den geforderten zeitlichen Anforderungen keinen zuverlässigen Schutz bieten.
Mit Leistungsschalter sind hier insbesondere Schalter für Niederspannung gemeint. Leistungsschalter werden, insbesondere in Niederspannungsanlagen, üblicherweise für Ströme von 63 bis 6300 Ampere eingesetzt. Spezieller werden geschlossene Leistungsschalter, wie Moulded Case Circuit Breaker, für Ströme von 63 bis 1600 Ampere, insbesondere von 125 bis 630 oder 1200 Ampere eingesetzt. Offene Leistungsschalter bzw.
Leistungsschalter im Sinne der Erfindung können insbesondere eine elektronischen Auslöseeinheit, auch als Electronic Trip Unit, kurz ETU, bezeichnet, aufweisen.
Leistungsschalter überwachen den durch sie hindurchfließenden Strom und unterbrechen den elektrischen Strom bzw. Energie- fluss zu einer Energiesenke bzw. einem Verbraucher, was als Auslösung bezeichnet wird, wenn Stromgrenzwerte oder Strom- Zeitspannengrenzwerte, d.h. wenn ein Stromwert für eine gewisse Zeitspanne vorliegt, überschritten werden. Die Ermittlung von Auslösebedingungen und das Auslösen eines Leistungsschalters kann mittels einer elektronischen Auslöseeinheit erfolgen .
Kurzschließer sind spezielle Einrichtungen zum Kurzschließen von Leitungen bzw. Stromschienen, um definierte Kurzschlüsse zum Schutz von Stromkreisen bzw. Anlagen herzustellen.
Konventionelle Störlichtbogendetektionssysteme werten die durch den Lichtbogen erzeugte Lichtemission aus und detektie- ren hiermit den Störlichtbogen.
Dies hat den Nachteil, dass parallel zu den elektrischen Leitungen bzw. Stromschienen Lichtwellenleiter bzw. optische De- tektionssysteme verlegt werden müssen, um eventuell auftretende Störlichtbögen zu erkennen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Möglichkeit zur Störlichtbogenerkennung aufzuzeigen.
Diese Aufgabe wird durch eine Störlichtbogenerkennungseinheit mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, einen Leistungsschalter gemäß Patentanspruch 9, einen Kurzschließer gemäß
kreis mindestens einen Stromsensor, zur periodischen Ermittlung von elektrischen Stromgrößen des elektrischen Stromkreises, und eine damit verbundene Auswerteeinheit aufweist. Die Auswerteeinheit ist derart ausgestaltet, dass bei einer Differenz des Stromanstieges, die einen ersten Schwellwert (SW1) überschreitet oder einen zweiten Schwellewert (SW2) unterschreitet, ein Störlichtbogenerkennungssignal (SLES) abgegeben wird.
Wesentlich ist, dass Änderungen des Stromanstieges, dessen Differenzen gewisse Schwellwerte über- oder unterschreiten, erkannt werden und zu einem Störlichtbogenerkennungssignal führen. D.h. wenn die Differenzen des Stromanstieges die üblichen Differenzen des Stromanstieges über-/unterschreiten . Mit üblichem Stromanstieg ist dabei beispielsweise der sinusförmige Stromanstieg des Wechselstromes in einem üblichen Stromkreis, beispielsweise Niederspannungsstromkreis, z.B. mit 230/400 Volt Nennspannung und 50 Hz Netzfrequenz, gemeint, wobei beim genannten Niederspannungsstromkreis der Anstieg des idealerweise sinusförmigen Stromes gemeint ist. Störlichtbogen weisen bei Zündung des Lichtbogens Reduzierungen des Stromanstieges auf. Diese werden erfindungsgemäß de- tektiert und führen zu einem Störlichtbogenerkennungssignal.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird als elektrische Stromgröße entweder ein elektrischer Stromwert (in) oder/und ein Wert für die Änderung des elektrischen Stromes nach der Zeit (i'n) respektive Differenzenquotient (dqin) ermittelt. So kann beispielsweise der Stromwert durch einen üblichen Stromsensor ermittelt werden. Die Änderung des
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird im Falle der Ermittlung von Stromwerten fortlaufend aus zwei zeitlich aufeinanderfolgenden Stromwerten (in, in-1) eine Stromdifferenz (din) ermittelt, die Stromdifferenz (din) durch die zeitliche Differenz (dtn) der Stromwerte dividiert, um so einen Differenzenquotienten (dqin) als Wert für die Änderung des elektrischen Stromes nach der Zeit zu ermitteln. Dies hat den besonderen Vorteil, dass eine besonders einfache Möglichkeit zur Ermittlung der Änderung des elektrischen Stromes nach der Zeit gegeben ist.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Differenz zweier Differenzenquotienten (dqin, dqin-1) ermittelt. Dabei kann vom aktuelle Differenzenzquotient (dqin) der vorhergehenden Differenzenzquotient subtrahiert werden, als auch umgekehrt. Dadurch ändert sich lediglich das Vorzeichen der so ermittelten Differenz (Ddqin) der Differenzenquotienten, die als Maß für die Differenz des Stromanstieges mit dem ersten Schwellwert (SW1) verglichen wird
und bei dessen Überschreitung das Störlichtbogenerkennungs- signal (SLES) abgegeben wird.
Dies hat den besonderen Vorteil, dass bei einer Differenz, bei der vom aktuellen Differenzenzquotient (dqin) der vorhergehende Differenzenzquotient subtrahiert wird, eine Erkennung eines Störlichtbogens dahingehend möglich ist, dass Änderungen der Differenz des Stromanstieges bei einer abfallenden Flanke erkannt werden, da die Differenz positiv ist.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Differenz zweier Differenzenquotienten (dqin, dqin-1) ermittelt. Dabei kann vom aktuelle Differenzenzquotient (dqin) der vorhergehenden Differenzenzquotient subtrahiert werden, als
und bei dessen Unterschreitung ein Störlichtbogenerkennungssignal abgegeben wird.
Dies hat den besonderen Vorteil, dass bei einer Differenz, bei der vom aktuellen Differenzenzquotient (dqin) der vorher- gehende Differenzenzquotient subtrahiert wird, eine Erkennung eines Störlichtbogens dahingehend möglich ist, dass Änderungen der Differenz des Stromanstieges bei einer ansteigenden Flanke erkannt werden, da die Differenz negativ ist. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Differenz zweier Differenzenquotienten (dqin, dqin-1) ermittelt. Dabei kann der aktuelle Differenzenquotient (dqin) vom vorhergehenden Differenzenquotienten (dqin-1) subtrahiert wird, als auch umgekehrt, wobei sich lediglich das Vorzeichen ändert.
Der Betrag der so ermittelten Differenz (Ddqin) der Differenzenquotienten als Maß für die Differenz des Stromanstieges wird mit dem ersten Schwellwert (SW1) verglichen
und bei dessen Überschreitung ein Störlichtbogenerkennungs- signal abgegeben.
Dies hat den besonderen Vorteil, dass hinsichtlich sowohl positiver als auch negativer Änderungen der Differenz des Stromes mit Reduzierungen des Stromanstieges eine Erkennung eines Störlichtbogens möglich ist. Somit steht eine Ermittlungsmög- lichkeit für sowohl ansteigende als auch fallende Flanken des elektrischen Stromes, insbesondere bei Wechselstrom, zur Verfügung .
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Stromgröße, insbesondere der Stromwert (in) , mit einem dritten Schwellwert (SW3) verglichen und erst bei dessen Überschreitung ein Störlichtbogenerkennungssignal abgegeben wird. D.h. es muss ein weiteres Kriterium erfüllt sein, Überschrei-
lichtbogenerkennungssignale vermieden werden, z.B. wenn eine Reduzierung des Stromanstieges im Normalbetrieb auftritt. Alternativ oder zusätzlich zum dritten Schwellwert kann auch ein anderes Kriterium erfüllt sein, beispielsweise das Vorliegen einer akustischen oder/und optischen Störlichtbogensignals. Dieses kann in analoger Weise mit dem bisherigen verknüpft werden. Damit ist eine genauere Erkennung eines Störlichtbogens auf Grund mindestens zweier Kriterien möglich, somit werden Fehlabschaltungen auf Grund nur eines Kriteriums vermieden.
Erfindungsgemäß ist ferner ein Leistungsschalter für einen elektrischen Niederspannungsstromkreis vorgesehen. Dieser weist eine erfindungsgemäße Störlichtbogenerkennungseinheit auf. Diese ist mit dem Leistungsschalter verbunden, wobei diese derart ausgestaltet sind, dass bei Abgabe eines Stör- lichtbogenerkennungssignals der Leistungsschalter auslöst, d.h. den elektrischen Stromkreis unterbricht. Somit kann eine Löschung des Störlichtbogens erreicht werden. Weist der Leistungsschalter eine elektronische Auslöseeinheit auf, kann eine sehr schnelle Auslösung des Leistungsschalters bei Vorliegen eines Störlichtbogenerkennungssignals erreicht werden. Dies hat den besonderen Vorteil, dass ein Leistungsschalter um eine weitere, vorteilhafte Funktionalität zum Schutz elektrischer Anlagen erweitert wird. Die Erkennung und Abschaltung von Störlichtbögen erfolgt dabei vorteilhaft in einem Gerät. Gegebenenfalls lassen sich vorhandene Baugruppen, wie Stromsensoren, Netzteil, Mikroprozessoren für die Auswerteeinheit, etc. mitverwenden und so Synergien erzielen.
Erfindungsgemäß ist ferner ein Kurzschließer, aufweisend eine Störlichtbogenerkennungseinheit die mit dem Kurzschließer verbunden ist, vorgesehen. Diese sind derart ausgestaltet,
Dies hat den besonderen Vorteil, dass eine einfache, schnelle und wirksame Möglichkeit zum Löschen von Störlichtbögen zur Verfügung steht.
Erfindungsgemäß ist des Weiteren ein Verfahren zur Störlichtbogenerkennung für einen elektrischen Stromkreis vorgesehen. Hierbei werden periodisch elektrische Stromgrößen ermittelt, mit denen bzw. aus denen fortlaufend eine Differenz des Stromanstieges ermittelt wird. Diese Differenz wird fortlaufend mit einem Schwellwert verglichen und bei einer Änderung des Stromanstieges, der einen ersten Schwellwert (SW1) überschreitet oder einen zweiten Schwellwert (SW2) unterschreitet, ein Störlichtbogenerkennungssignal abgegeben. D.h. es muss nur eines der beiden Kriterien implementiert sein. Es können jedoch beide implementiert sein, um eine bessere Erkennung zu erreichen.
Dies hat den besonderen Vorteil eines einfachen Verfahrens zur Störlichtbogenerkennung.
Alle Ausgestaltungen und Merkmale der Erfindung bewirken eine Verbesserung der Erkennung von Störlichtbögen bzw. deren Löschung .
Die beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die im Zusammenhang mit den Zeichnungen näher erläutert werden.
Hierbei zeigt:
Figur 1 ein Diagramm des zeitlichen Spannungs- und Stromverlaufes nach Lichtbogenzündung
Figur 4 eine erste Darstellung zur Erläuterung des Einsatzes der Erfindung
Figur 5 eine zweite Darstellung zur Erläuterung des Einsatzes der Erfindung
Figur 6 eine dritte Darstellung zur Erläuterung des Einsatzes der Erfindung
In einem Stromkreis bzw. Netz, in dem ein Störlichtbogen brennt, kann ein Strom- und Spannungsverlauf gemessen werden, der einen signifikanten Verlauf aufweist. Ein typischer Span- nungs- und Stromverlauf für einen Störlichtbogen ist in Figur 1 dargestellt. Figur 1 zeigt eine Darstellung eines Diagramms, in dem der zeitliche Verlauf der elektrischen Spannung (U) und des elektrischen Stromes (I) nach Zündung eines Lichtbogens bzw. Störlichtbogens, insbesondere parallelen Störlichtbogen, in einem elektrischen Stromkreis, insbesondere Niederspannungsstromkreis, dargestellt ist.
Auf der horizontalen X-Achse ist die Zeit (t) in Millisekunden (ms) dargestellt. Auf der vertikalen Y-Achse ist auf der linken Skalierung die Größe der elektrischen Spannung (U) in Volt (V) abgebildet. Auf der rechten Skalierung ist die Größe des elektrischen Stromes (I) in Ampere (A) abgebildet.
Nach Lichtbogenzündung verläuft der Strom (I) annähernd sinusförmig. Die Spannung (U) verläuft dabei „zackenförmig" , mit schnellen Spannungsänderungen. Grob interpretiert ist der Spannungsverlauf in erster Näherung rechteckförmig, an Stelle eines üblicherweise sinusförmigen Verlaufs.
Im Gegensatz zum Spannungsverlauf weist der Stromverlauf von
Stromverlauf in jedem weiteren Stromnulldurchgang nach einer Lichtbogenzündung auf. Diese signifikante Eigenschaft im Stromverlauf soll durch eine erfindungsgemäße Auswerteeinheit AE1 erfasst werden.
Die Erkennung der Änderung bzw. Reduzierung des Stromanstieges kann beispielsweise mit einer erfindungsgemäßen Berechnung erfolgen. Hierzu werden periodisch Stromwerte (in, in-1) gemessenen bzw. abgetastet. Die Abtastung bzw. Messung muss mit einem vielfachen der Frequenz des verwendeten Wechselstromes erfolgen. Beispielsweise mit Frequenzen im Bereich 1 bis 200 kHz, spezifischer im Bereich 10 bis 40 oder 60 kHz, insbesondere im Bereich 40 bis 50 kHz. Um möglichst geringe Detektionszeiten zu erreichen, empfiehlt es sich den Stromverlauf bzw. den Stromänderungsverlauf mit einer Abtastfrequenz von 40 - 50 kHz zu messen.
Die Änderung des Stromanstieges kann über die Berechnung des Differenzenquotienten dqin erfolgen:
Hierbei wird auf zwei zeitlich aufeinanderfolgenden Stromwerten (in, in-1) fortlaufende eine Stromdifferenz din berechnet. Die Stromdifferenz din wird durch die zeitliche Differenz dtn (= tn - tn-1) der Stromwerte dividiert. Daraus resultierend der Differenzenquotient dqin.
Aus zwei aufeinanderfolgenden Berechnungsergebnissen des Differenzenquotienten dqin und dqin-1 wird fortlaufende die Differenz berechnet, so dass der die Differenz des Differenzenquotienten Ddqin erhalten wird.
Ddqin = dqin — (dqin— 1) (2)
(dqin) abgezogen werden. Hierbei ändert sich lediglich das Vorzeichen des entstehenden Differenzenquotienten bzw. der Differenz .
Wird nicht der Betrag sondern der Absolutwert der Differenz mit einem Schwellwert verglichen, ist auf gegebenenfalls auf das richtige Vorzeichen des Schwellwertes zu achten.
Wird an Stelle von Stromwerten die Änderung des Stromes nach der Zeit ermittelt, beispielsweise mit einer Rogowskispule, können diese Werte direkt als Differenzenquotient verwendet werden, so dass die Differenz direkt berechnet werden kann.
Über einen Schwellwertvergleich lässt sich mit Auswertung der Differenz des Differenzenquotienten Ddqin eine Unterscheidung zwischen „Kein brennender Störlichtbogen" und „brennender Störlichtbogen" in der Anlage treffen und ein entsprechendes Störlichbogenerkennungssignal SLES abgeben bzw. eine Information anzeigen.
Beispielsweise wurde ein erster Stromwert mit 5011 A, ein nachfolgender zweiter Stromwert mit 5058 A, ein nachfolgender dritter Stromwert mit 5105 A und ein nachfolgender vierter Stromwert mit 5120 A gemessen, jeweils mit 20ys Abstand, was einer Abtastfrequenz von 50 kHz entspricht. D.h. es liegt eine ansteigende Flanke des elektrischen Stromes vor.
Daraus ergeben sich folgende Differenzenquotienten:
5058 A-S011 A 47 A
dqin— 2 =
20 μ5 20 μ5 2,35 A/ s
5105 A-5058 A 47 A
dqin— 1 =
20 μ5 20 μ5 2,35 A/ s
A A A
Ddqin - 1 = 2,35 2,35— = 0—
5 5 μ5
A A A
Ddqin = 0,75 2,35—= - 1,6—
μ5 μ5 μ5 Der zweite Schwellwert SW2 kann beispielsweise bei -0,25 A/ys liegen. Der erste Schwellwert kann beispielsweise den gleichen positiven Betrag aufweisen. Da die letzte Differenz des Differenzenquotienten (Ddqin) den zweiten Schwellwert unterschreitet, wird ein Störlichtbogenerkennungssignal abgegeben. D.h. durch den vierten Stromwert, bei dem eine signifikante
Minderung des elektrischen Stromes eintritt, erfolgt eine Abgabe eines Störlichtbogenerkennungssignals .
Wird der aktuelle Wert vom nachfolgenden Wert abgezogen bzw. Minuend und Subtrahend bei den Differenzen vertauscht, ändern sich jeweils die Vorzeichen, was bei der Anwendung der
Schwellwerte zu berücksichtigen ist, wenn ein
Absolutwertvergleich durchgeführt wird. Werden die Beträge verwendet, kann eine Auswertung mit nur einem Schwellwert er- folgen.
Bei Erfüllung der Schwellwertbedingung erfolgt ein Störlichtbogenerkennungssignal. Eine entsprechende Auswertung ist in Figur 2 dargestellt.
Gemäß Figur 2 erfolgt in einem ersten Schritt (1) die fortlaufende Berechnung der Differenz des Differenzenquotienten des Stromes Ddqin. Dieser wird in einem zweiten Schritt (2) mit dem ersten Schwellwert (SW1) verglichen. Erfolgt eine Überschreitung des ersten Schwellwertes (SW1) erfolgt in ei-
Die Berechnung kann fortlaufend durchgeführt werden.
Beispielsweise kann gemäß einer Ausgestaltung, wenn vorzeichenbehaftete Änderungsgrößen des Stromes berechnet werden, der Vergleich bei positiven Werten hinsichtlich der Überschreitung eines ersten, beispielsweise positiven, Schwellwertes (SW1) erfolgen oder/und bei negativen Werten hinsichtlich der Unterschreitung eines zweiten, beispielsweise negativen, Schwellwertes (SW2) erfolgen. D.h. wenn der Betrag der negativen Abweichung zahlenmäßig größer als der Betrag des negativen Schwellwertes ist.
Alternativ kann auch ein Betrag (positiv) aus der Differenz der Stromänderung gebildet werden, der dann mit dem positiven ersten Schwellwert (SW1) verglichen wird und bei dessen Über- schreitung ein Störlichtbogenerkennungssignal abgegeben wird.
Alternativ oder zusätzlich zum Störlichtbogenerkennungssignal kann auch eine Anzeige zwischen „Kein brennender Störlichtbogen" und „brennender Störlichtbogen" erfolgen bzw. eine dem- entsprechende Unterscheidung in der Anlage getroffen werden.
Des Weiteren kann die erfindungsgemäße Störlichtbogenerkennung mit weiteren Kriterien kombiniert werden. Beispielse mit einem weiteren Vergleich der Höhe des elektrischen Stromes des Stromkreises. Der gemessene Strom, insbesondere der Effektivwert des gemessenen Stromes, der beispielsweise nach der Methode von Mann-Morrison berechnet werden kann, wird dabei mit einem dritten Schwellwert (SW3) verglichen und nur wenn auch dieser dritte Schwellwert (SW3) überschritten ist und das Kriterium für ein Störlichtbogenerkennungssignal erfüllt ist, wird auch ein solches abgegeben.
Diese als Überstromfreigabe bezeichnetes Kriterium führt zu einer sicheren Fehlerabgrenzung. Für die Störlichtbogenerken-
da für einen brennenden parallelen Niederspannungslichtbogen ein Lichtbogenstrom bei von beispielsweise 1000 A notwendig ist. D.h. der dritte Schwellwert SW3 kann je nach Einsatz bzw. Anwendung einen Wert ab 1 A, 10 A, 100 A, 1000 A oder 5000 A annehmen.
Figur 3 zeigt hierzu eine Darstellung, bei der der ermittelte Strom I des Stromkreises einer ersten Auswerteeinheit AE1, zur Ermittlung von Störlichtbögen, und einer zweiten Auswer- teeinheit AE2, zur Ermittlung einer Strombedingung, wie der Überschreitung des dritten Stromgrenzwertes SW3, zugeführt. Die Ausgänge beider Einheiten sind mit einer UND-Einheit & verknüpft, dessen Ausgang bei Erfüllung beider Kriterien ein Störlichtbogenerkennungssignal SLES abgibt.
Des Weiteren kann die Abgabe eines Störlichtbogenerkennungs- signals erst dann erfolgen, wenn mindestens zweimal die Differenz des Differenzenquotienten einen Schwellwert überschreitet. Analog kann auch eine dreimalige, viermalige, fünfmalige, usw. Überschreitung des Schwellwertes erst zu einem Störlichtbogenerkennungssignals führen. So wird eine besonders sichere Auswertung und Erkennung eines Störlichtbogens erreicht. Analog kann nach einem Nulldurchgang die Auswertung durchgeführt werden. D.h. nach jedem Nulldurchgang wird die erfindungsgemäße Prüfung auf die Änderung des Stromanstiegs durchgeführt und erst nach zwei, drei oder mehr Abweichungen wird ein Störlichtbogenerkennungssignal abgegeben.
Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung eines Übersichts- Schaltbildes für eine Anlagenkonfiguration mit abgangsselektiver Störlichtbogenerkennungseinheit für die Erfassung von Störlichtbogen. Figur 4 zeigt eine Niederspannungs- Einspeisung NSE, mit Sicherungen SI, denen Stromschienen bzw.
ordnet. Die Stromschienen sind mit einer Schalt- oder/und Verteilanlage SVA verbunden.
Die Spannungs- und Stromsensoren sind mit einer erfindungsgemäßen Störlichtbogenerkennungseinheit SEE verbunden, die eine erfindungsgemäße Auswerteeinheit AE aufweist. Diese weist einen Ausgang zur Abgabe eines Störlichtbogenerkennungssignals SLES auf.
Die Spannungs- und Stromsensoren ermitteln Spannungs- (un, un-1) und Stromwerte (in, in-1) der Sammelschienen LI, L2, L3 und führen sie der erfindungsgemäßen Störlichtbogenerken- nungseinheit SEE zu.
Die Sensoren sind dabei außerhalb Störlichtbogenerkennungs- einheit angeordnet und mit dieser verbunden. Figur 5 zeigt eine weitere schematische Darstellung eines Übersichtsschaltbildes für eine Anlagenkonfiguration mit zentraler Störlichtbogenerkennungseinheit für die Erfassung von Störlichtbogen. Figur 5 zeigt eine Niederspannungseinspeisung NSE, der ein Einspeise-Kabel ELT1 folgt, dem ein Einspeise-Schalter ESCH folgt, dem ein Stromsensor SEI1 und ein Spannungssensor SEU1 folgt, dem eine Sammelschien SS folgt. An der Sammelschiene SS sind 3 Abgänge ABG I ABG II und ABG III vorgesehen. Diesen ist je ein Abgangs-Kabel ALT1, ALT2, ALT3 zugeordnet.
Die Sensoren SEI1, SEU1 sind mit einer Störlichtbogenerken- nungseinheit SEE verbunden, dessen Ausgang wiederum mit dem Einspeise-Schalter ESCH verbunden ist. Der Einspeise-Schalter kann dabei ein Leistungsschalter sein. Bei Erkennung eines Störlichtbogens kann der elektrische Stromkreis, d.h. die Stromversorgung der Sammelschiene SS unterbrochen werden, wenn beispielsweise in einem der Abgänge ein Störlichtbogen auftritt .
Störlichtbogenerkennungseinheit SEE weiter. Erkennt die Stör- lichtbogenerkennungseinheit SEE einen Störlichtbogen, wird an ihrem Ausgang ein Störlichtbogenerkennungssignal abgegeben und zum Kurzschließer KS übertragen. Dieser schließt darauf- hin den Abgang ABG II kurz, um den Störlichtbogen zu löschen.
Die Störlichtbogenerkennung gemäß Figur 5 oder 6 kann beispielsweise als mobiles System ausgeführt sein. Die Erfindung soll im Folgenden nochmals erläutert werden.
Mit der Erfindung können Störlichtbögen, insbesondere parallele oder stromstarke, insbesondere in Niederspannungsschalt- und Verteilungsanlagen, erkannt werden. Erfindungsgemäß steht dazu insbesondere ein nummerischer Lösung bzw. Detektionsal- gorithmus auf Grundlage der Auswertung von gemessenen Stromwerten bzw. -Signalen zur Verfügung. Für die Erkennung von Störlichtbögen wird der Strom gemessen und Mithilfe einer Signalverlaufsanalyse ausgewertet. Aufgrund der in der Praxis notwendigen schnellen Lichtbogendetektion kann hierbei erfindungsgemäß eine außerordentlich schnelle zeitliche Auswertung zur Verfügung gestellt werden.
Mit dieser Erfindung können beispielsweise auf Basis einer zentralen Strommessung an der Einspeisung stromstarke Störlichtbögen, beispielsweise in Schalt- und Verteileranlagen, z.B. in der Niederspannung, schnell detektiert werden.
Die Erfindung kann insbesondere vorteilhaft in Leistungs- Schaltern oder Kurzschließern eingesetzt werden.
Eine aufwendige Installation von Lichtwellenleitern in Anlagen zur Störlichtbogenerkennung ist nicht erforderlich. Die
ßes Detektionssystem beispielsweise lediglich zentral eingebaut werden kann und keine Installation in einzelnen, zu schützenden Zellen erforderlich ist.
Die Erfindung kann als Baugruppe mit zentraler Strommessung realisiert sein.
Die bisher am Markt etablierten Detektionssysteme basieren auf einer optischen Fehlererkennung und weisen somit Potential zu einer Fehlauslösung durch die Einwirkung von Fremdlicht (z.B. Blitzlicht) auf. Bei der erfindungsgemäßen Lösung auf Grundlage einer Strommessung ist dieses Gefahrenpotential nicht vorhanden.
Obwohl die Erfindung im Detail durch das Ausführungsbeispiel näher illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.