DESINFEKTIONSAUTOMAT ZUR DESINFEKTION DER HAUT UND VERFAHREN
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Desinfektionsautomaten zur kontrollierten Desinfektion der Haut eines Patienten und ein Verfahren zur kontrollierten Desinfektion der Haut eines Patienten.
Der Desinfektionsautomat gemäß der vorliegenden Erfindung ist eine medizinische Behandlungsvorrichtung. In der Medizin ist die Desinfektion der Haut eines Patienten in vielen Arbeitssituationen obligatorisch, insbesondere vor invasiven Behandlungen eines Patienten. Zum Desinfizieren bringt das medizinische Personal das Desinfektionsmittel auf die Haut auf. Dabei bleibt es dem Durchführenden überlassen, die Hautpartie mit dem zur Verfügung stehenden Desinfektionsmittel nach eigenem Wissen zu desinfizieren. Das Ergebnis einer solchen Desinfektion hängt somit neben anderen Faktoren insbesondere vom Durchführenden ab.
Es sind medizinische Behandlungsvorrichtungen bekannt, die ein Desinfektionsmittel automatisch auf die Haut aufbringen. Die WO 2010/029521 A2 beschreibt eine Behandlungsvorrichtung, insbesondere einen Kanülierautomaten, bei dem das Besprühen der Haut mit einem flüssigen Desinfektionsmittels als geeignet angesehen wird, die automatische Desinfektion durchzuführen. Dabei bleibt unberücksichtigt, dass der Erfolg der Desinfektion von verschiedenen Faktoren abhängt. Auch ein automatisches Besprühen mit dem Desinfektionsmittel wird abhängig von Umgebungsbedingungen, vom Zustand des Sprühgeräts, des Desinfektionsmittels und des behandelten Individuums zu einer Zahl an inakzeptablen Desinfektionsergebnissen führen. Im Verlauf des Einsatzes derartiger Automaten wird deshalb, den Gesetzen der Statistik folgend, eine entsprechende Zahl an medizinischen Komplikationen auftreten. Diese werden entsprechende Kosten der Folgebehandlungen durch den betreuenden Arzt und die den Automaten einsetzende Klinik verursachen. In der Praxis würde man beim Einsatz solcher Automaten entweder einen hohen Aufwand bei der Wartung und Prüfung treiben oder trotz der automatisierten Desinfektion aus Sicherheitsgründen auf eine manuelle Desinfektion zurückgreifen. Ausgehend von dieser Situation ist eine effiziente technische Lösung für eine sichere Desinfektion der Haut eines Patienten wünschenswert.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren für eine effiziente und sichere Desinfektion der Haut eines Patienten anzugeben. Die Erfindung löst die Aufgabe durch einen Desinfektionsautomat gemäß der Lehre des unabhängigen Anspruchs 1 und ein Verfahren gemäß der Lehre des unabhängigen Anspruchs 15. Bevorzugte Ausführungsformen, Weiterbildungen oder Varianten sind insbesondere Gegenstand der abhängigen Ansprüche. Die Gegenstände der Ansprüche werden ausdrücklich zum Teil der Offenbarung der Beschreibung gemacht.
Der erfindungsgemäße Desinfektionsautomat zur kontrollierten Desinfektion der Haut eines Patienten weist auf: - einen Behandlungsraum zur Aufnahme des Körperteils, welches die zu desinfizierende Haut aufweist;
- eine elektrisch steuerbare Desinfektionseinrichtung zur Desinfektion der Haut,
- eine Aufzeichnungseinrichtung zum Aufzeichnen der Desinfektion der Haut in Form von Desinfektionsdaten,
eine datenverarbeitende Steuerungseinrichtung zur Steuerung der Desinfektionseinrichtung und der Aufzeichnungseinrichtung;
wobei die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet ist, durch Steuerung der Desinfektionseinrichtung die Desinfektion der Haut vorzunehmen, durch Steuerung der Aufzeichnungseinrichtung die Desinfektion eines Hautabschnitts der Haut in Form von Desinfektionsdaten aufzuzeichnen.
Durch den erfindungsgemäßen Desinfektionsautomat wird die Desinfektion der Haut automatisiert durchgeführt. Die Aufzeichnungseinrichtung des Desinfektionsautomaten ermöglicht die Kontrolle der Desinfektion und bietet damit Sicherheit bei der Verwendung des Desinfektionsautomaten. Es wird die Desinfektion eines vorbestimmten Abschnitts der Haut aufgezeichnet, der patientenindividuelle Gesamtverlauf eines Körperteils hat deshalb bei der Auswertung einen geringeren Einfluss. Dadurch wird die Desinfektionskontrolle vereinheitlicht und die Ergebnisse sind besser reproduzierbar und vergleichbar. Auch die Desinfektion selber lässt sich effizienter durchführen, da durch die Fokussierung auf den Hautabschnitt der Materialaufwand und zeitliche Aufwand bei der Desinfektion reduziert und optimal den Anforderungen der durchzuführenden medizinischen Behandlung angepasst werden kann. Beispielsweise ist bei einer nachfolgenden Kanülierung der desinfizierten Haut nur ein relativ kleiner steriler
Hautabschnitt zur Einführung der Kanüle erforderlich, insbesondere wenn auf die Präzision eines Kanülierautomaten zurückgegriffen werden kann.
Der Hautabschnitt, insbesondere dessen Größe und Form, ist insbesondere vorbestimmt durch die lokal auf der Haut applizierte Desinfektionswirkung und/oder durch einen lokal begrenzten Aufzeichnungsbereich oder Auswertungsbereich an der desinfizierten Haut und/oder durch andere apparative Mittel, die nachfolgend noch erläutert werden. Die Größe des Hautabschnitts kann auf wenige Quadratzentimeter beschränkt sein, insbesondere auf 0,5 bis 10 cm2 oder 0,5 bis 20 cm2. Die Größe des Hautabschnitts kann aber auch aus den bevorzugten Bereichen 0,5 bis 100 cm2, 1 ,0 bis 100 cm2, 1 ,0 bis 50 cm2, 5,0 bis 50 cm2, 5,0 bis 30 cm2 gewählt sein.
Die Desinfektionseinrichtung weist vorzugsweise eine Ausgabeeinrichtung für ein Desinfektionsmittel auf, insbesondere für ein flüssiges Desinfektionsmittel. Das Desinfektionsmittel kann transparent sein und/oder kann gefärbt sein. Ein transparentes Desinfektionsmittel lässt sich auf der Haut beispielsweise durch eine Schichtdickenmessung detektieren oder durch eine Messung optischer Parameter wie „Reflektivität" oder „Glanz". Das Desinfektionsmittel kann dabei mit reflexionsverstärkenden Mitteln, z.B. reflektierenden Partikeln, angereichert sein. Ein gefärbtes Desinfektionsmittel lässt sich durch farbsensitive Aufzeichnung detektieren und insbesondere vom ungefärbten Hintergrund unterscheiden - die Farbintensität ist hierbei ein Maß für die Konzentration bzw. für die Schichtdicke. Fluoreszenzfarbstoffe im Desinfektionsmittel ermöglichen eine Detektion in Abhängigkeit vom passenden Anregungslicht. Da im Idealfall nur der Fluoreszenzfarbstoff eine Strahlung im Emissionsfrequenzband emittiert, lässt sich ein guter Kontrast erzielen - auch hier ist die gemessene Intensität ein Maß für die Konzentration des Farbstoffs bzw. für die Schichtdicke.
Vorzugsweise ist die Ausgabeeinrichtung eine Aufsprüheinrichtung, die insbesondere eine Mehrfachdüse oder einen Strahlregler aufweist. Mittels der Aufsprüheinrichtung wird das flüssige Desinfektionsmittel gerichtet, insbesondere innerhalb eines definierten Raumwinkels, auf den Hautabschnitt ausgegeben. Dadurch lassen sich die Abmessungen des desinfizierten Hautabschnitts festlegen und das zur Desinfektion verwendete Volumen des Desinfektionsmittels lässt sich effizient dosieren. Möglich und bevorzugt ist auch, dass die Ausgabeeinrichtung eine Einzeldüse aufweist, und/oder
insbesondere dazu ausgebildet ist, das flüssige Desinfektionsmittel aus der Einzeldüse abzugeben und/oder bei einem Überdruck abzugeben oder ohne Überdruck, insbesondere tropfenweise. Die Ausgabeeinrichtung kann eine Pumpeinrichtung aufweisen, um das Desinfektionsmittel zu transportieren und/oder unter Druck auszugeben. Die Ausgabeeinrichtung kann auch dazu eingerichtet sein, das Desinfektionsmittel durch Wirkung der Gravitation auslaufen zu lassen.
Vorzugsweise weist der Desinfektionsautomat ein flüssiges Desinfektionsmittel auf oder ist mit einem flüssigen Desinfektionsmittel befüllbar. Das flüssige Desinfektionsmittel kann eine Lösung sein, insbesondere eine wässrige Lösung. Die Lösung kann mindestens einen gelösten Zusatzstoff aufweisen, insbesondere ein keimtötendes Mittel. Der Zusatzstoff kann insbesondere ein Oxidationsmittel sein, ein Phenolderivat, eine Carbonylverbindung, oder kann ein Halogen sein, oder kann Mischungen solcher Stoffe beinhalten. Der Zusatzstoff kann insbesondere ein Alkohol sein, insbesondere Ethanol, oder Wasserstoffperoxid, oder lod.
Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, automatisch eine vorbestimmte Desinfektionsmitteldosis auf den zu desinfizierenden Hautabschnitt zu applizieren. Die Desinfektionsmitteldosis wird von der Steuerungseinrichtung vorzugsweise durch Anpassung der Applikationsdauer und/oder der pro Zeit während der Applikation oder der insgesamt verwendeten Desinfektionsmittelmenge eingestellt.
Es ist auch möglich und bevorzugt, dass die Desinfektionseinrichtung eine Auftragungseinrichtung aufweist, mittels der das Desinfektionsmittel direkt auf dem Hautabschnitt auftragbar ist, insbesondere ohne Tröpfchenbildung abgibt und insbesondere kontinuierlich abgibt. Die Auftragungseinrichtung kann einen Auftragungsabschnitt aufweisen, der das Desinfektionsmittel abgibt; dieser kann als mit dem Desinfektionsmittel anreicherbarer bzw. getränkter Stempel eingerichtet sein, der insbesondere zur Desinfektion des Hautabschnitts direkt den Hautabschnitt kontaktiert. Der Stempelabschnitt kann dabei ein Verbrauchsartikel sein, der vom Desinfektionsautomaten automatisch oder manuell bestückt wird. Der Auftragungsabschnitt kann auch dazu eingerichtet sein, das Desinfektionsmittel aufzutragen, ohne in direktem Kontakt mit der Haut zu sein, indem insbesondere der Auftragungsabschnitt stets in einem minimalen Abstand zur Haut gehalten wird. Dies
lässt sich z.B. über eine Sensorik realisieren, insbesondere durch optische Messung oder einen elektrischen Impedanzsensor.
Es ist auch möglich und bevorzugt, dass die Desinfektionseinrichtung zur Desinfektion mit einem desinfizierenden Gas eingerichtet ist. Dazu kann die Desinfektionseinrichtung ein mit Gas füllbares Kompartiment aufweisen, das durch Anpressen auf die Haut - insbesondere gasdicht- geschlossen wird oder das in -insbesondere minimalem- Abstand zur Haut gehalten wird. Es weist die Desinfektionseinrichtung vorzugsweise eine Halteeinrichtung zum Halten und insbesondere Führen des Kompartiments auf, vorzugsweise eine Antriebseinrichtung zum Bewegen einer beweglichen Halteeinrichtung. Das Gas kann beispielsweise Wasserstoffperoxid sein, das über einen Vorratsbehälter des Desinfektionsautomaten verfügbar ist. Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, automatisch eine vorbestimmte Gasdosis auf den zu desinfizierenden Hautabschnitt zu applizieren. Die Gasdosis wird von der Steuerungseinrichtung vorzugsweise durch Anpassung der Applikationsdauer und/oder der Gaskonzentration eingestellt.
Es ist auch möglich und bevorzugt, dass die Desinfektionseinrichtung zur Desinfektion mit einem desinfizierenden Plasma, insbesondere kaltem Plasma, eingerichtet ist. Kaltes Plasma wird insbesondere direkt aus der umgebenden Atmosphäre gewonnen und enthält reaktive Radikale, die in Verbindung mit geringer Ultraviolettstrahlung die Zellwände von Bakterien beziehungsweise Hüllen von Viren zerstören. Dazu kann der Desinfektionsautomat, insbesondere die Desinfektionseinrichtung, eine Plasmaerzeugungseinrichtung aufweisen, die insbesondere durch Dünnschichttechnologie oder Oberflächenmikroentladungstechnologie realisiert sein kann, wie zum Beispiel in US 9,006,976 B2 beschrieben, um das erforderliche Bauvolumen und den Energieverbrauch gering zu halten. Insbesondere kann die Desinfektionseinrichtung zusätzlich eine UV-Strahlungsquelle zum Bestrahlen des Hautabschnitts mit für die Haut unschädlichen Dosen. Zudem kann die Desinfektionseinrichtung ein mit dem Plasma anreicherbares Kompartiment aufweisen, das durch Anpressen auf die Haut -insbesondere gasdicht- geschlossen wird oder das in -insbesondere minimalem- Abstand zur Haut gehalten wird. Es weist die Desinfektionseinrichtung vorzugsweise eine Halteeinrichtung zum Halten und insbesondere Führen des Kompartiments auf, vorzugsweise eine Antriebseinrichtung zum Bewegen einer beweglichen Halteeinrichtung.
Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, automatisch eine vorbestimmte Plasmadosis auf den zu desinfizierenden Hautabschnitt zu applizieren. Die Plasmadosis wird von der Steuerungseinrichtung vorzugsweise durch Anpassung der Applikationsdauer und/oder der Plasmazusammensetzung und/oder lonenkonzentration eingestellt. Weitere Details zur Realisierung einer Plasmadesinfektion der Haut sind bekannt, siehe beispielsweise WO 2015/032888 A1 .
Es ist auch möglich und bevorzugt, dass die Desinfektionseinrichtung -insbesondere ausschließlich- zur Bestrahlung des Hautabschnitts mit keimtötender Strahlung eingerichtet ist. Vorzugsweise weist die Desinfektionseinrichtung eine Strahlungseinrichtung zur Bestrahlung des Hautabschnitts mit Strahlung auf, die insbesondere mindestens eine Strahlungsquelle aufweist. Vorzugsweise sind 2 oder drei Strahlungsquellen vorgesehen, oder mehrere Strahlungsquellen, die zueinander versetzt an der Strahlungseinrichtung angeordnet sind. Vorzugsweise ist die Anordnung dazu eingerichtet, dass die Strahlung im Wesentlichen senkrecht auf den zu bestrahlenden Hautabschnitt gerichtet ist. Eine oder mehrere Strahlungsquellen können aber auch so angeordnet und/oder eingerichtet und/oder ausgerichtet sein, dass mindestens eine der Strahlungsquellen die Strahlung in einer -oder mehrerer- von der Senkrechten abweichenden Richtung(en) auf den Hautabschnitt abstrahlt, insbesondere unter einem Winkel α zwischen 20° <= α <= 85°. Dadurch kann eine homogene Bestrahlung auch bei variierender Hauttopographie erreicht werden.
Die Strahlungsquelle kann insbesondere eine UV-Strahlungsquelle bzw. UV-Lichtquelle sein, insbesondere eine LED. Die Strahlungsquelle kann zur Abgabe von UV-Strahlung im UV-B Spektrum eingerichtet sein. Vorzugsweise ist die UV-Strahlungsquelle zur Abgabe von UV-Strahlung im UV-C Spektrum eingerichtet, da diese Strahlung besonders unschädlich für die Haut ist und deshalb gut dosierbar ist. Der UV-Bereich der elektromagnetischen Strahlung umfasst die Wellenlängen von 1 nm bis 400 nm des Spektrums, insbesondere 100 nm bis 380 nm. UV-B bezeichnet die Wellenlängen 315-280 nm, UV-C bezeichnet die Wellenlängen 100-280 nm. Vorzugsweise ist der Desinfektionsautomat, insbesondere die Desinfektionseinrichtung, dazu ausgebildet, die Strahlungsquelle zur Emission von Strahlung wählbarer Intensität anzusteuern. So kann die Strahlungsdosis von der Anwendung abhängig gemacht werden, insbesondere unter Berücksichtigung des Hauttyps, der aus Patientendaten bekannt sein kann oder der über
eine Benutzereingabe eingegeben werden kann oder der vom Desinfektionsautomat durch z.B. eine Farbmessung gemessen werden kann.
Die Strahlungsquelle kann zur Emission von Strahlung, insbesondere sichtbarem Licht, eingerichtet sein, kann insbesondere eine LED sein, und kann dazu eingerichtet sein, die Aufzeichnung des auf dem Hautabschnitt aufgebrachten Desinfektionsmittels mittels insbesondere optischer Detektion bzw. Strahlungsdetektion zu unterstützen.
Vorzugsweise weist die Strahlungseinrichtung eine Strahlführungseinrichtung auf, um die auf den Hautabschnitt abgestrahlte Strahlung zu formen, insbesondere um die
Strahlform zur Definition der Abmessungen des desinfizierten Hautabschnitts zu verwenden. Die Strahlführungseinrichtung kann mindestens eines der folgenden Bauteile aufweisen: eine Blende, insbesondere apertur-veränderlich steuerbare Blende; insbesondere eine Rahmenblende zum flächigen Einrahmen des Strahlungskegels; eine Linse zum Formen, Richten, Parallelisieren oder Fokussieren des Strahls; ein Spiegel, insbesondere semipermeabler Spiegel; ein Prisma; ein steuerbarer Verschluss zum
Unterbrechen des Strahls.
Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, automatisch eine vorbestimmte Strahlungsdosis auf den zu desinfizierenden Hautabschnitt zu strahlen. Die Strahlungsdosis wird von der Steuerungseinrichtung vorzugsweise durch Anpassung der Strahlungsdauer und/oder der Strahlungsintensität eingestellt.
Gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform weist die Aufzeichnungseinrichtung eine Sensoreinrichtung auf, mittels welcher an dem desinfizierten Hautabschnitt eine Messung durchgeführt wird, welche die Desinfektionsqualität charakterisiert.
Die Desinfektionsqualität kann insbesondere durch Ermittlung des Anteils der Fläche des Hautabschnitts ermittelt werden, der von der Desinfektionswirkung erfasst wurde, und der insbesondere von einem Desinfektionsmittel benetzt wurde. Dazu weist die Steuerungseinrichtung Algorithmen auf, mittels derer die Messung in der genannten Weise und/oder anders ausgewertet wird.
Vorzugsweise ist die Aufzeichnungseinrichtung ein Bestandteil der Desinfektionseinrichtung oder ist vorzugsweise an derselben Halteeinrichtung
angeordnet, insbesondere montiert, an der auch die Desinfektionseinrichtung angeordnet, insbesondere montiert, ist. Dadurch kann die Aufzeichnung insbesondere ohne Zeitverzögerung und in im Wesentlichen derselben Position, insbesondere der Position einer Halteeinrichtung der Desinfektionseinrichtung, erfolgen, in der zuvor die Desinfektionseinrichtung zum Zweck der Desinfektion angeordnet wurde. Das kann insbesondere eine Position sein, in der die Desinfektionseinrichtung im Wesentlichen senkrecht oberhalb des zu desinfizierenden Hautabschnitts angeordnet ist. Insbesondere kann diese Halteeinrichtung beweglich sein und von der Steuerungseinrichtung automatisiert bewegt werden, um die Desinfektionseinrichtung und/oder die Aufzeichungseinrichtung in der Zielposition zum Desinfizieren und/oder Aufzeichnen zu positionieren.
Vorzugsweise weist der Desinfektionsautomat, oder die ihn beinhaltende Behandlungsvorrichtung, eine Halteeinrichtung auf, mittels der die Desinfektionseinrichtung und/oder die Aufzeichnungseinrichtung über dem Hautabschnitt gehalten werden. Diese Halteeinrichtung ist vorzugsweise beweglich, und insbesondere ist eine Elektromotoreinrichtung vorgesehen, mittels der die Bewegung der Halteeinrichtung antreibbar und/oder steuerbar ist. Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung zur Steuerung der Bewegung der beweglichen Halteeinrichtung eingerichtet. Vorzugsweis die bewegliche Halteeinrichtung ein Gelenkarm oder ein Schienensystem aus mittels Schienen verbundenen Bauteilen, die an mindestens einer Schiene gegeneinander beweglich angeordnet sind.
Diese Sensoreinrichtung ist vorzugsweise eine Strahlungserfassungseinrichtung, die mindestens einen Strahlungssensor aufweist, insbesondere mit Ortsauflösung. Vorteilhaft handelt es sich hier um einen Strahlungssensor, welcher ein ortsaufgelöstes Bild der auf ihn auftreffenden Strahlung ermöglicht. Der Strahlungssensor kann beispielsweise eine Bilderfassungseinrichtung aufweisen, insbesondere einen CCD- oder CMOS Chip oder eine Kamera oder dergleichen.
Vorzugsweise weist die Strahlungserfassungseinrichtung mindestens 2, 3 oder mehrere Strahlungssensoren auf, die voneinander beabstandet angeordnet sind und vorzugsweise so angeordnet und/oder eingerichtet und/oder ausgerichtet sind, dass sie Strahlung aus unterschiedlichen Richtungen detektieren können. Auf diese Weise kann
eine sichere Messung insbesondere auch bei variierender Hauttopographie durchgeführt werden.
Vorzugsweise ist die Strahlungserfassungseinrichtung zur Erfassung eines dreidimensionalen Bildes des Hautabschnitts ausgebildet. Dazu weist die Strahlungserfassungseinrichtung vorzugsweise 2 oder drei Strahlungssensoren auf, die Strahlung aus unterschiedlichen Raumrichtungen empfangen. Dabei kann die x-y-Ebene eines kartesischen Koordinatensystems im Wesentlichen die Ebene des Hautabschnitts sein, eine erste Strahlungsrichtung kann vorzugsweise in der x-z-Ebene liegen und einen Winkel α zur z-Achse einschließen, eine zweite Strahlungsrichtung kann vorzugsweise in der x-z-Ebene liegen und einen Winkel α - vorzugsweise denselben Winkel α - zur z-Achse einschließen, und eine dritte Strahlungsrichtung kann parallel zur z-Achse verlaufen oder mit dieser zusammenfallen, also im Wesentlichen senkrecht oberhalb des Hautabschnitts angeordnet sein. Die Erfassung eines räumlichen Bildes kann dazu verwendet werden, um nach Aufbringen eines flüssigen Desinfektionsmittels bei der Auswertung der Desinfektionsdaten den Einfluss der Hauttopographie im Hautabschnitt auf die zu ermittelnde Desinfektionsqualität bzw. Desinfektionsgröße zu berücksichtigen. Dadurch kann der Einfluss der vom Patient und dessen Zustand abhängigen Hautoberflächenstruktur kompensiert werden, und die Desinfektionsgröße kann objektiver berechnet werden. Der Winkel α liegt vorzugsweise zwischen 20° <= α <= 85°.
Die Strahlungserfassungseinrichtung kann so eingerichtet sein, dass zwischen Strahlungsquelle und Strahlungssensor mindestens ein Bauteil, wie zuvor beschrieben, einer Strahlführungseinrichtung angeordnet ist. Dadurch kann die Messung verbessert werden.
Vorzugsweise weist die Aufzeichnungseinrichtung mindestens eine Strahlungsquelle auf, mittels der der Hautabschnitt bestrahlt werden kann. Die durch die mindestens eine Strahlungsquelle emittierte und vom Hautabschnitt reflektierte und/oder gestreute Strahlung wird vorzugsweise von der Strahlungserfassungseinrichtung gemessen.
Die mit einer Strahlungsquelle versehene Aufzeichnungseinrichtung kann dazu verwendet werden, eine Schichtdickenmessung der auf den Hautabschnitt aufgetragenen Schicht eines Desinfektionsmittels optisch vorzunehmen, insbesondere durch Verwendung einer konfokalen Optik bzw. Optik mit Distanzerfassung des
verfahrbaren Fokus und einer Reflektivitätsmessung an den durch Intensitätsmessung detektierten Grenzflächen.
Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, mindestens ein erstes Bild des desinfizierten Hautabschnitts auszuwerten, indem von der Steuerungseinrichtung eine in den als Bilddaten vorliegenden Desinfektionsdaten enthaltene statistische Information über die Desinfektionsqualität durch geeignete Algorithmen gewonnen wird. Diese statistische Information kann ein mittlerer Helligkeitswert sein, insbesondere abhängig von der Wellenlänge bzw. oder dem Wellenlängenband der Strahlungsemission des Farbstoffs oder Fluoreszenzfarbstoffs, der im Desinfektionsmittel enthalten sein kann. Die statistische Information kann die bei einer Reflexionsmessung gemessene mittlere Intensität der Strahlung sein, die von der Haut durch das benetzende und reflektierende Desinfektionsmittel, aber nicht von der unbenetzten und deshalb eher nicht reflektierenden Haut, reflektiert wird.
Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, mindestens ein erstes Bild des desinfizierten Hautabschnitts auszuwerten, indem von der Steuerungseinrichtung eine in den als Bilddaten vorliegenden Desinfektionsdaten enthaltene Information über die Desinfektionsqualität durch Algorithmen der digitalen Bildverarbeitung gewonnen wird. Dabei werden insbesondere Ausreißerdaten eliminiert, Artefakte erkannt und eliminiert, ein Bildrauschen eliminiert, oder es werden mittels Berücksichtigung von Schwellwert(en) solche Regionen des Bildes mit ähnlichen Eigenschaften differenziert. Insbesondere kann über die rechnerische Berücksichtigung von ortsaufgelöst erfassten Intensitätsdaten (siehe oben) und ortsaufgelösten Daten über die Hauttopographie eine Desinfektionsgröße ermittelt werden, in der der Einfluss der Hauttopographie neutralisiert wurde.
Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, mindestens eine die Desinfektionsqualität charakterisierende Desinfektionsgröße aus einem Bild des desinfizierten Hautabschnitts zu gewinnen. Diese Desinfektionsgröße kann als Desinfektionsdaten in einer Datenspeichereinrichtung des Desinfektionsautomaten oder einer anderen Datenspeichereinrichtung gespeichert werden, insbesondere in Abhängigkeit von Patientendaten des Patienten, dessen Hautabschnitt desinfiziert wurde. Diese Desinfektionsdaten können bei einer Auswertung der mittels Aufzeichnungseinrichtung durchgeführten Desinfektionskontrolle erneut berücksichtigt
werden, insbesondere für einen Vergleich der historischen (vergangen ermittelten) Daten mit den aktuell gewonnenen Daten.
Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, mindestens ein erstes Bild des zu desinfizierenden Hautabschnitts zu erfassen, also vor der Durchführung der Desinfektion, und mindestens ein zweites Bild des desinfizierten Hautabschnitts zu erfassen, also nach der Durchführung der Desinfektion, und insbesondere durch rechnerischen Vergleich der Bilder die Desinfektionsqualität, insbesondere die mindestens eine Desinfektionsgröße zu ermitteln. Der rechnerische Vergleich kann insbesondere eine pixelweise mathematische Operation, insbesondere eine Subtraktion, von Bildeigenschaften, insbesondere Helligkeit oder Intensität in einem bestimmten Farbkanal eines mehrfarbigen Bildes vorsehen.
Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, mindestens ein Bild, insbesondere ein Bild des zu desinfizierenden Hautabschnitts, während der Desinfektion zu erfassen, und insbesondere zu speichern. Dadurch kann der Verlauf der Desinfektion dokumentiert werden.
Vorzugsweise ist der Desinfektionsautomat, insbesondere dessen Steuerungseinrichtung, dazu eingerichtet, die mindestens eine Desinfektionsgröße, insbesondere als Bestandteil von Desinfektionsdaten, zu speichern und die durchgeführte Desinfektion des Hautabschnitts des Patienten so zu dokumentieren, insbesondere als Bestandteil von Zertifikatdaten. Die Erstellung von Zertifikatdaten ist vorzugsweise bei dem Desinfektionsautomaten, und vorzugsweise bei einer Behandlungsvorrichtung, insbesondere einem Kanülierautomaten, vorgesehen, der den erfindungsgemäßen Desinfektionsautomaten als Bestandteil oder Modul enthält. Die Zertifikatdaten können ferner Patientendaten aufweisen, z.B. Gefäßstrukturdaten über den Verlauf von Gefäßen unter der Haut, insbesondere den Verlauf und/oder Zustand einer arteriovenösen Fistel. Die Zertifikatdaten können auch Daten über die am desinfizierten Hautabschnitt durchgeführte automatische Behandlung enthalten, z.B. Behandlungsdaten über eine automatisiert vom Kanülierautomat am desinfizierten Hautabschnitt durchgeführte Kanülierung, die während oder nach der Behandlung gewonnen werden, z.B. die durch die Behandlung bewirkten Änderungen der Gefäßstruktur in Form von aktualisierten Gefäßstrukturdaten, oder Daten über den Erfolg und die Details der Herstellung der intrakorporalen und extrakorporalen Fluidsysteme
(englisch: Priming), insbesondere das blasenfreie Verbinden der Fluide im Blutgefäß, der Kanüle, und der eventuell angeschlossenen Schläuche oder Behältnisse. Die Generierung und Bereitstellung von Zertifikatdaten ist insbesondere bei automatisierten Prozessen sehr vorteilhaft, da diese gegebenenfalls den Arztbericht ergänzen oder ersetzen müssen, insbesondere einen automatisiert erstellten elektronischen Arztbrief. Für die nachträgliche Reproduzierbarkeit der automatisiert durchgeführten Desinfektion und/oder Behandlung ist die Anfertigung eines maschinellen Protokolls bei diesen Vorgängen eine wichtige Voraussetzung. In solchen Protokolldaten können von der Aufzeichnungsvorrichtung auch andere Parameter eingespeichert werden, insbesondere die von einzelnen Bauteilen des Desinfektionsautomaten bereitgestellten Statusinformationen, z.B. Ergebnisse von Diagnoseprogrammen, Informationen über Füllstand, Alter oder sonstige Eigenschaften des Füllmaterials, Seriennummern von Bauteilen, und/oder Wartungsinformationen. Vorzugsweise sind der Desinfektionsautomat, insbesondere dessen Steuerungseinrichtung, und insbesondere das erfindungsgemäße Verfahren, dazu ausgebildet, ein normiertes bzw. standardisiertes Desinfektionsverfahren auszuführen, bei dem mittels der Desinfektionseinrichtung eine vorbestimmte Dosis einer Desinfektionsmaßnahme, insbesondere eine Strahlungsdosis, Flüssigkeitsmenge, Gasdosis, oder Plasmadosis, auf einen Hautabschnitt vorbestimmter Abmessung, insbesondere vorbestimmter Flächengröße und Flächenform, insbesondere innerhalb einer vorbestimmten Zeitspanne aufgebracht wird. Bei diesem normierten bzw. standardisierten Desinfektionsverfahren wird zudem mittels der Aufzeichnungseinrichtung mindestens eine die Desinfektionsqualität charakterisierende Desinfektionsgröße nach einem vorbestimmten Verfahren ermittelt und in Form von Desinfektionsdaten bereitgestellt. Die Anwendung eines solchen normierten bzw. standardisierten Desinfektionsverfahrens erlaubt einen besseren Vergleich der Desinfektionsergebnisse von Patient zu Patient und im zeitlichen Verlauf wiederkehrender Desinfektionen und Behandlungen. Die Reproduzierbarkeit und Sicherheit der Desinfektion und nachfolgender Behandlungen wird so verbessert.
Gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform weist die Aufzeichnungseinrichtung eine Sensoreinrichtung auf, mittels welcher an der Aufzeichnungseinrichtung, insbesondere aber nicht an dem Hautabschnitt, eine Messung durchgeführt wird, welche die Desinfektionsqualität charakterisiert. Diese Ausführungsform kann auch mit der
ersten bevorzugten Ausführungsform kombiniert werden. Ein Vorteil der zweiten bevorzugten Ausführungsform liegt darin, dass die Auswertung der aus dem Hautabschnitt gewonnenen Desinfektionsdaten, insbesondere Bilddaten, entfällt, die im Falle der ersten Ausführungsform, insbesondere der bildlichen Aufzeichnung des Hautabschnitts erforderlich ist. Der Bezug auf an der Aufzeichnungseinrichtung selbst gewonnen Daten kann genauer und zuverlässiger sein, da der Einfluss der patientenindividuell geformten Haut nicht zum Tragen kommt.
Vorzugsweise weist die Aufzeichnungseinrichtung eine Erfassungseinrichtung, insbesondere eine Sensoreinrichtung auf, mittels der während der automatischen Desinfektion mindestens ein den Betrieb der Desinfektionseinrichtung kennzeichnender Desinfektionsparameter mindestens einmal abgefragt und gespeichert wird, vorzugsweise mehrfach abgefragt und gespeichert wird. Der Desinfektionsparameter kann insbesondere die bei der Desinfektion geleistete Arbeit oder verbrauchte Energie oder eine aufgenommene Leistung kennzeichnen. Beispielsweise kann die Desinfektionseinrichtung einen elektrischen Motor oder eine elektrische Pumpe aufweisen, welche die Messung eines in ihrem Betrieb anfallenden elektrischen Stroms, also die Stromaufnahme, ermöglicht oder die die Information über diese Stromaufnahme über einen Anschluss, insbesondere Datenanschluss, ausgeben kann und insbesondere an die Steuerungseinrichtung ausgibt. Aus solchen Daten kann der einwandfreie Betrieb der Desinfektionseinrichtung geschlussfolgert werden.
Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, die Funktionsfähigkeit des mindestens einen Sensors der Erfassungseinrichtung mittels eines Diagnoseverfahrens zu ermitteln und/oder den mindestens einen Sensor der Erfassungseinrichtung mittels eines programmgesteuerten Kalibrierverfahrens zu kalibrieren. Das gilt für die erste und zweite bevorzugte Ausführungsform des Desinfektionsautomaten. Informationen über die Ergebnisse solcher Verfahren können in den Desinfektionsdaten, insbesondere in Zertifikatdaten, enthalten sein.
Die Sensoreinrichtung kann mindestens einen Sensor aufweisen, der während der Durchführung der Desinfektion durch die Desinfektionseinrichtung so angeordnet ist, dass er die Wirkung der Desinfektion misst, insbesondere anstelle der Haut oder des Hautabschnitts, die durch den Sensor abgeschirmt werden. Dazu kann der mindestens eine Sensor im Strahl des Desinfektionsmittels oder im Strahlengang der
elektromagnetischen Strahlung angeordnet sein, oder im Wirkungsbereich einer Gasoder Plasma-Desinfektionseinrichtung. Dazu kann die Aufzeichnungseinrichtung eine Halteeinrichtung aufweisen, mittels der der mindestens eine Sensor in der gewünschten Weise angeordnet ist. Insbesondere kann der mindestens eine Sensor auch auf dem zu desinfizierenden Hautabschnitt oder auf der Haut an diesen Hautanschnitt angrenzend angeordnet sein. Der Sensor kann beispielsweise ein Impedanzsensor sein, mit dem die Schichtdicke eines auf den Impedanzsensor aufgebrachten Desinfektionsmittels gemessen wird. Der Sensor kann auch ein Photodetektor sein, mittels dem die in Richtung des Hautabschnitts bei einer Desinfektion mittels Strahlung abgegebene Strahlungsdosis gemessen wird.
Vorzugsweise weist die Sensoreinrichtung mindestens einen Sensor auf, mittels dem ein aus der Desinfektionseinrichtung ausströmendes Desinfektionsmittel erfasst wird, mittels dem eine aus der Desinfektionseinrichtung austretende Strahlungsintensität erfasst wird, mittels dem eine Gas- oder Plasmakonzentration ermittelt wird, wobei insbesondere auch jeweils die Zeit der Ausgabe der Desinfektionswirkung erfasst werden kann. Die Steuerungseinrichtung ist vorzugsweise dazu eingerichtet, mittels der genannten Desinfektionsparameter mindestens eine Desinfektionsgröße zu ermitteln, welche die Desinfektion charakterisiert.
Auch die von dem Desinfektionsautomat gemäß der zweiten bevorzugten Ausführungsform erzeugten Desinfektionsdaten werden vorzugsweise als Bestandteil von Zertifikatdaten von der Steuerungseinrichtung bzw. vom Desinfektionsautomaten ausgegeben und insbesondere gespeichert, insbesondere in einer Datenspeichervorrichtung des datenverarbeitenden Systems, dessen vernetzter Bestandteil der Desinfektionsautomat sein kann.
Die Steuerungseinrichtung ist vorzugsweise dazu eingerichtet, die Desinfektionsdaten unter Berücksichtigung mindestens eines Kriteriums auszuwerten und insbesondere die Qualität der Desinfektion durch eine Desinfektionsgröße anzugeben, die gemäß des mindestens einen Kriteriums aus den Desinfektionsdaten ermittelt wird. Insbesondere kann so ermittelt werden, ob eine durchgeführte Desinfektion akzeptabel ist oder nicht. Das Kriterium kann den Vergleich einer Desinfektionsgröße mit mindestens einem vorbestimmten Referenzwert vorsehen, so dass eine Kategorisierung der in Form der Desinfektionsgröße ermittelten Desinfektionsqualität durchführbar ist.
Die Steuerungseinrichtung ist vorzugsweise dazu eingerichtet, in Abhängigkeit von den Desinfektionsdaten und unter Berücksichtigung mindestens eines Kriteriums durch Steuerung der Desinfektionseinrichtung, insbesondere abhängig von der Desinfektionsgröße, die Desinfektion desselben Hautabschnitts erneut vorzunehmen. Dadurch kann insbesondere ein inakzeptables Desinfektionsergebnis verbessert werden.
Die Steuerungseinrichtung ist vorzugsweise dazu eingerichtet, eine vorbestimmte Desinfektionsgröße durch eine Regelung zu erreichen. Dabei ist die vorbestimmte Desinfektionsgröße der Sollwert der Regelung, ein Betriebsparameter der Desinfektionseinrichtung, insbesondere eine Desinfektionszeitspanne, eine Desinfektionsmittelmenge, und/oder eine Desinfektionsintensität, dient als Stellgröße der Regelung und die aus den Desinfektionsdaten wiederholt zu ermittelnde Desinfektionsgröße ist die Regelgröße der Regelung. Dadurch kann die Regelgröße besonders zuverlässig eingestellt werden.
Vorzugsweise weist die Desinfektionsvorrichtung eine Hautmanipulationseinrichtung auf, mittels welcher der Hautabschnitt bewegt werden kann, während das den Hautabschnitt aufweisende Körperteil unbewegt bzw. fixiert ist. Vorzugsweise weist die Hautmanipulationseinrichtung mindestens ein oder mindestens zwei bewegliche Kontaktabschnitte auf, mittels derer die Haut gedehnt wird. Ein Kontaktabschnitt, insbesondere mehrere oder alle, kann/können an einem beweglichen, insbesondere elastischen, Arm der Hautmanipulationseinrichtung angeordnet sein. Die Desinfektionseinrichtung und/oder die Aufzeichnungseinrichtung kann/können an der Hautmanipulationseinrichtung angeordnet bzw. montiert sein. Dadurch kann sowohl die Desinfektion als auch die Aufzeichnung bei einem manipulierten Hautzustand erfolgen, z.B. bei einer gedehnten Haut. Die Hautmanipulationseinrichtung wird als vorteilhaft angesehen, da durch ein vorbestimmtes Maß der Hautstraffung die Durchführung der Desinfektion und/oder Aufzeichnung von Patient zu Patient vereinheitlicht werden kann, oder auch dann vereinheitlicht werden kann, wenn im Verlauf einer wiederholten Desinfektions- /Behandlungsserie insbesondere bei chronischer Erkrankung eine Veränderung der Hauttopographie eintritt. Auf diese Weise werden die Desinfektion und deren Kontrolle zuverlässiger und reproduzierbarer.
Die Desinfektionsvorrichtung, insbesondere die Steuerungseinrichtung, ist vorzugsweise dazu eingerichtet, die Desinfektion vor, während und/oder nach der Bewegung der Haut mittels der Hautmanipulationseinrichtung aufzutragen. Dadurch wird eine besonders hohe Exposition der porösen Hautoberfläche und somit eine effiziente Desinfektion der Hautoberfläche bewirkt. Die Desinfektionsvorrichtung, insbesondere die Steuerungseinrichtung, ist vorzugsweise dazu eingerichtet, die Aufzeichnung vor, während und/oder nach der Bewegung der Haut mittels der Hautmanipulationseinrichtung aufzutragen. Dadurch wird eine besonders hohe Exposition der porösen Hautoberfläche und somit eine zuverlässigere Aufzeichnung der Hautoberfläche bewirkt.
Die Punktion von Blutgefäßen, auch bezeichnet als Kanülierung, ist ein routinemäßig erforderlicher Arbeitsschritt der medizinischen Behandlung vieler Patienten, bei dem eine fluide Verbindung zwischen dem Blutkreislauf der Patienten und einem externen Fluidsystem, insbesondere einer Kanüle, geschaffen wird. Üblicherweise wird die Kanülierung von Ärzten oder trainierten Personal durchgeführt. Die Qualität des durch die Kanülierung geschaffenen Gefäßzugangs hängt dabei von einer Vielzahl von Parametern ab, die insbesondere durch die individuellen, zeitlich veränderlichen Fähigkeiten des medizinischen Personals und körperlichen Eigenschaften der zu behandelnden Patienten sowie durch die Diversität der bei der Punktion eingesetzten technischen Hilfsmittel geprägt werden.
Auch wird eine Kanülierung, da sie ein routinemäßiger Arbeitsschritt bei vielen Behandlungen ist, häufig durchgeführt. Um dabei die Kanülierung zu vereinheitlichen, finanzielle sowie personelle Ressourcen effizient zu nutzen und eine hohe Behandlungsqualität verlässlich sicherzustellen, wurden Kanülierautomaten entwickelt, die einen Kanüliervorgang am Patienten durch geeignete Sensorik und Motorik autonom durchführen. Solche Kanülierautomaten und dabei verwendete technische Mittel sind zum Beispiel bekannt aus der EP 0 654 244 B1 , der US 2015/0065916 A1 und der WO 2015/052719 A1 .
Der Desinfektionsautomat weist vorzugsweise eine Basis auf, auf der vorzugsweise alle Bestandteile des Desinfektionsautomaten montiert sind, insbesondere die datenverarbeitende Steuerungseinrichtung, die Desinfektionseinrichtung und die Aufzeichungseinrichtung. Falls der Desinfektionsautomat ein Bestandteil einer
Behandlungsvorrichtung ist, z.B. eines Kanülierautomaten, kann die Basis des Desinfektionsautomaten ein Bestandteil der Behandlungsvorrichtung sein.
Der Behandlungsraum kann ein teilweise umhüllter oder freier Raumbereich sein, der insbesondere in eine Behandlungsvorrichtung integriert sein kann, insbesondere in einen Kanülierautomaten. Der Behandlungsraum dient dazu, das Körperteil des Patienten zumindest teilweise aufzunehmen, das das zu erkennende Blutgefäß unter der Haut aufweist. Das Körperteil ist vorzugsweise ein Arm oder ein Bein. Der Behandlungsraum weist vorzugsweise eine Stützeinrichtung zur Abstützung des Körperteils auf, insbesondere eine Auflage, oder mehrere Auflagen.
Vorzugsweis weist der Desinfektionsautomat eine Fixiereinrichtung auf, mittels der das den Hautabschnitt aufweisende Körperteil des Patienten, insbesondere ein Arm oder ein Bein, im Behandlungsraum fixiert wird. Dadurch wird die Position des vom Desinfektionsautomat zu desinfizierenden Hautabschnitts noch besser definiert, und die Desinfektion wird zuverlässiger, besser reproduzierbar und von Patient zu Patient besser vergleichbar. Die Fixiereinrichtung kann mindestens ein Halteband, eine Halteklammer, eine Haltemanschette, insbesondere eine mit einem Fluid befüllbare und auf diese Weise druckvariable Manschette aufweisen, wie nachfolgend noch erläutert wird. Der Desinfektionsautomat, insbesondere dessen Steuerungseinrichtung, ist vorzugsweise dazu eingerichtet, die Fixiereinrichtung automatisch zu steuern und die Fixierung durchzuführen, nachdem das Körperteil des Patienten im Behandlungsraum angeordnet wurde.
Der Behandlungsraum kann eine Fixiereinrichtung aufweisen, mittels der das Körperteil relativ zum Behandlungsraum oder relativ zu der Stützeinrichtung fixierbar ist und bei der Desinfektion und/oder nachfolgenden Behandlung, insbesondere Kanülierung, fixiert wird. Die Fixiereinrichtung kann mindestens ein Fixierband aufweisen, mittels dem das Körperteil an der Stützeinrichtung fixiert wird. Die Fixiereinrichtung kann ferner auch die Funktion der Stützeinrichtung übernehmen, indem beispielsweise das Körperteil mit der Fixiereinrichtung im Behandlungsraum aufgehängt wird. Die Fixierung erfolgt vorzugsweise so, dass die translatorische und/oder rotatorische Beweglichkeit des Körperteils in wenigstens einer, wenigsten zwei, drei, vier, fünf, sechs Raumrichtungen eingeschränkt wird, vorzugsweise in allen sechs Raumrichtungen in positiver und
negativer Richtung entlang der drei orthogonalen Raumachsen eines kartesischen Koordinatensystems und/oder allen sechs rotatorischen Richtungen um diese Raumachsen. Die Fixiereinrichtung kann eine Kisseneinrichtung aufweisen oder aus dieser gebildet werden. Die Kisseneinrichtung kann zur Aufnahme eines Fluids, insbesondere Luft, Flüssigkeit oder ein Gel, ausgebildet sein. Vorzugsweise kann eine elektrisch ansteuerbare Fluidtransporteinrichtung, insbesondere Pumpe oder eine Presseinrichtung vorgesehen sein, um das Fluid zu transportieren. Dieser Transport wird vorzugsweise von der Steuerungseinrichtung automatisch gesteuert, so dass die Fixierung vorzugsweise automatisch von der Erkennungsvorrichtung durchgeführt werden kann. Zum Fixieren kann vorgesehen sein, dass das Fluidvolumen in der Kisseneinrichtung mittels der Fluidtransporteinrichtung erhöht wird, so dass die Beweglichkeit des an der Kisseneinrichtung angeordneten Körperteils eingeschränkt und dieses vorzugsweise fixiert wird. Die Kisseneinrichtung kann das Körperteil teilweise oder vollständig umgeben, insbesondere kann die Kisseneinrichtung als geschlossener oder offener Schlauchring gebildet sein, ähnlich einer Armmanschette bei der Blutdruckmessung. Dabei ist die als Stütz- oder Fixiereinrichtung dienende Kisseneinrichtung vorzugsweise in der Erkennungsvorrichtung fixiert. Die Desinfektionseinrichtung und/oder die Aufzeichnungseinrichtung ist vorzugsweise in die Fixiereinrichtung integriert.
Die Fixiereinrichtung kann ferner ein oder mehrere bewegliche Klammerarme aufweisen, die im Behandlungsraum beweglich montiert sein können, insbesondere an der Stützeinrichtung oder Fixiereinrichtung beweglich montiert sein können. Mittels einer oder mehrerer Aktuatoreinrichtungen der Fixiereinrichtung können die einen oder mehrere bewegliche Klammerarme vorzugsweise ausgelenkt werden, um die gewünschte Fixierung des Körperteils zu erzielen.
Zudem kann die Fixiereinrichtung, insbesondere die mindestens eine Halteklammer aufweisende Fixiereinrichtung, dazu eingerichtet sein, den Hautabschnitt, unter dem sich das zu desinfizierende Blutgefäß befindet, mit einer Zugspannung zu beaufschlagen, indem die Fixiereinrichtung oder die Klammerame adhäsive Kontaktpunkte aufweisen, mittels denen die Haut kontaktiert und adhäsiv gehalten wird, so dass eine Zugbewegung der Halteklammern die zwischen den Kontaktabschnitten der Halteklammern liegende Haut strafft. Dadurch kann das zu desinfizierende Blutgefäß in der Haut fixiert werden.
Andererseits kann dessen Lage durch Bewegen der an der Haut adhärierten Halteklammern manipuliert werden. Die Kontaktabschnitte können die Adhäsion insbesondere mittels eines am Kontaktabschnitt angebrachten reibungserzeugenden Materials, z.B. Silikonelastomer, oder mittels eines am Kontaktabschnitt angebrachten Klebstoffabschnitts bewirken.
Die Anpresseinrichtung kann ferner eine bewegliche Manipulationseinrichtung aufweisen, insbesondere eine Halteeinrichtung für ein Werkzeug, z.B. einen Roboterarm, mittels der ein als Werkzeug dienender Anpresskopf an das Körperteil angelegt wird und den gewünschten Anpressdruck ausübt. Die Auflagefläche des Anpresskopfs kann insbesondere zwischen einem und mehreren Quadratzentimeter betragen, so dass insbesondere ein relativ lokalisierter Druck auf das Körperteil aufbringbar ist. Dadurch kann insbesondere nur ein einzelnes Blutgefäß in dem gewünschten Maße gestaut werden, oder eine kleinere Zahl von Blutgefäßen, was eine schonende Behandlung ermöglicht. Die Auflagefläche kann zudem einen Kraftsensor aufweisen, um den Anpressdruck auch auf diesem Wege kontrollieren zu können - zusätzlich zu der Messung mittels Gefäßstrukturmesseinrichtung. Die Auflagefläche kann insbesondere zwischen 1 cm2 und 100 cm2 betragen, insbesondere zwischen 1 cm2 und 50 cm2, vorzugsweisen zwischen 1 cm2 und 10 cm2.
Die Anpresseinrichtung kann einen Kraftsensor aufweisen, um den Anpressdruck zu messen. Der Wert des Anpressdrucks, insbesondere jener, der vorliegt, wenn das zu erkennende Blutgefäß des Patienten den gewünschten -die Lage und/oder Abmessungen charakterisierenden- Wert erreicht hat, kann in einer Datenspeichereinrichtung gespeichert werden. Die Datenspeichereinrichtung kann ein Teil der Erkennungsvorrichtung oder ein Teil der Behandlungsvorrichtung, insbesondere des Kanülierautomaten sein, der die Erkennungsvorrichtung aufweist.
Vorzugsweise ist die Anpresseinrichtung dazu eingerichtet, einen vorbestimmten, maximalen Wert des Anpressdrucks nicht zu übersteigen. Dieser Wert kann zuvor als solcher Wert ermittelt werden, bei dem der Blutfluss des gestauten Blutgefäßes bereits vollkommen geblockt oder bis zu einem bestimmten Wert gedrosselt wurde. Auf die Weise kann das Körperteil des Patienten schonend behandelt werden. Diese Sicherheitseinrichtung kann insbesondere bei Dialysepatienten oder anderen Erkrankungen vorteilhaft sein, bei denen ein Blutgefäß, insbesondere eine arteriovenöse
Fistel, wiederholt punktiert werden muss und deshalb insbesondere schmerzempfindlich sein kann.
Vorzugsweise weist die Erkennungsvorrichtung eine Blutdruckmesseinrichtung auf. Die Anpresseinrichtung kann als Blutdruckmesseinrichtung eingerichtet sein.
Vorzugsweise wird der Anpressdruck auf einen Wert zwischen 40 mmHg und 100 mmHg eingestellt. Der Anpressdruck wird vorzugsweise so gewählt, dass der venöse Abstrom durch das zu erkennende Blutgefäß unterbrochen wird, nicht jedoch der arterielle Zustrom. Deshalb ist bevorzugt, dass der Anpressdruck kleiner ist als der diastolische Druck.
Die Anpresseinrichtung kann dazu ausgebildet sein, den Anpressdruck wiederholt aufzubringen, insbesondere mittels eines Kontaktabschnitts der Anpresseinrichtung, der wiederholt gegen das Körperteil gepresst wird. Durch ein Beklopfen des Körperteils wird in der Haut Histamin freigesetzt, was zur Rötung der Haut führt, wodurch sich das / die Blutgefäße erweitern . Das Blutgefäß wird auch durch diese Manipulation besser zur Darstellung gebracht. Die Gefäßmanipulationseinrichtung kann als Wärmeübertragungseinrichtung ausgebildet sein, um Wärme auf das Körperteil des Patienten zu übertragen. Durch Wärme kann die Hautdurchblutung verbessert werden. Durch Wärme kann ein Gefäß geweitet werden, so dass eine nachfolgende Behandlung, insbesondere eine automatische Kanülierung verbessert werden kann. Die Gefäßmanipulationseinrichtung kann insbesondere einen Wärmeübertragungsabschnitt aufweisen, der dazu vorgesehen ist, mit der Haut in Kontakt zu stehen und die Wärme durch diffusiven Wärmetransport zu übertragen. Wie bereits beschrieben, kann eine Kisseneinrichtung als Wärmeübertragungseinrichtung ausgebildet sein, indem das in der Kisseneinrichtung enthaltene fluide Medium auf eine Solltemperatur erwärmt oder gekühlt wird. Die Kisseneinrichtung kann insbesondere als Hülle ausgebildet sein, insbesondere als Manschette, so dass die Hülle das Körperteil zumindest teilweise oder vollständig in zumindest einer Ebene umgibt, insbesondere röhrenartig umgibt. Dadurch kann ein besonders großflächiger thermischer Kontakt mit der Haut erzielt werden, um das Gewebe großflächig zur Durchblutung anzuregen. Optional kann die Hülle aufgepumpt bzw. mit Fluid angereichert werden, um einen Anpressdruck auszuüben, der der Blutstauung dienen kann und der andererseits den
thermischen Kontakt zwischen Hülle und Körperteil verbessern kann. Die Hülle kann transparent sein und/oder kann eine Aussparung oder Öffnung aufweisen, um die Messung mittels der Gefäßstrukturmesseinrichtung zu ermöglichen. Die Wärmeübertragungseinrichtung kann insbesondere mindestens eine Temperiereinrichtung, und vorzugsweise mindestens einen Temperatursensor aufweisen, und insbesondere zur geregelten Einstellung der Temperatur ausgebildet sein.
Vorzugsweise weist die Wärmeübertragungseinrichtung einen Wärmestrahler auf, um Wärme durch Strahlung auf das Körperteil zu übertragen. Der Wärmestrahler kann ein Infrarotwärmestrahler sein. Der Wärmestrahler kann dazu eingerichtet sein, die Wärme gerichtet auf ein Körperteil zu strahlen,
Vorzugsweise ist die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet, die Desinfektion und/oder die Aufzeichnung innerhalb einer vorbestimmten Zeitspanne durchzuführen, insbesondere einer Zeitspanne von weniger als 60 Sekunden, vorzugsweise weniger als 30 Sekunden, vorzugsweise weniger als 20 Sekunden, vorzugsweise weniger als 10 Sekunden, vorzugsweise weniger als 5 Sekunden, vorzugsweise weniger als 1 Sekunde, durchzuführen.
Vorzugsweise ist der Desinfektionsautomat gemäß der Erfindung oder eine ihrer hier beschriebenen Ausgestaltungen ein Bestandteil einer Behandlungsvorrichtung, insbesondere eines Kanülierautomaten. Der Kanülierautomat, bzw. die Steuerungseinrichtung des Kanülierautomaten, ist vorzugsweise dazu ausgebildet, die Kanülierung des mittels des Desinfektionsautomaten kontrolliert desinfizierten Hautabschnitts automatisch durchzuführen. Eine Behandlungsvorrichtung kann ferner eine nicht-invasive Behandlung des Blutgefäßes vornehmen.
Der Desinfektionsautomat bzw. dessen Steuerungseinrichtung, kann dazu eingerichtet sein, auf -insbesondere einer Patientendatenbank- gespeicherten Patientendaten zuzugreifen, um Informationen über vergangene Desinfektionen, insbesondere Stellgrößen der Desinfektion, z.B. Desinfektionsparameter, zu ermitteln. Ein Kanülierautomat kann dazu eingerichtet sein, aus solchen Patientendaten geeignete Kanülierungsprozessschritte bei der Kanülierung des Blutgefäßes des Patienten (historische Daten) zu ermitteln, und vorzugsweise die vorzunehmende Kanülierung,
insbesondere die bei der programmgesteuerten automatischen Kanülierung verwendeten Programmparameter, in Abhängigkeit von diesen historischen Daten zu bestimmen. Solche historischen Daten enthalten insbesondere die Lage eines oder mehrerer Hautabschnitte des Patienten, die zuvor mit dem Desinfektionsautomat desinfiziert wurden, und die insbesondere als Patientendaten zur Verfügung stehen. Solche historischen Daten enthalten insbesondere Informationen über Lage und Beschaffenheit früherer Punktionsstellen am Köperteil des Patienten, die insbesondere als Patientendaten zur Verfügung stehen. Der Desinfektionsautomat kann eine Erkennungsvorrichtung aufweisen und dazu eingerichtet sein, eine Identifizierung des zur Behandlung, insbesondere zur Punktion geeigneten Blutgefäßes unter der Haut des Körperteils des Patienten vorzunehmen, und insbesondere eine geeignete Einstichposition auf der Haut zur Punktion dieses Blutgefäßes zu wählen und auf dieser Basis auch die Position des zu desinfizierenden Hautabschnitts zu bestimmen, die die Punktionsstelle typischerweise gleichmäßig umgibt. Die Identifizierung kann zum Beispiel in der Steuerungseinrichtung durch programmgesteuerte Analyse eines Bildes erfolgen, welches durch eine mit einem Bilderfassungssensor ausgestatteten Gefäßstrukturmesseinrichtung oder der Aufzeichnungseinrichtung gewonnen wurde.
Im Sinne der Erfindung ist eine„Kanüle" ein röhrenförmiger Körper, insbesondere eine starre oder flexible Injektionsnadel, mit einem Lumen, mit einer Geometrie und mit Außenabmessungen, die geeignet sind, um bei einer Kanülierung eines Blutgefäßes verwendet zu werden. Vorzugsweise weist die Kanüle eine Hohlnadel und ein Anschlussteil auf.
Die bereits vorausgehend genannten möglichen Vorteile sowie Ausführungsformen, Weiterbildungen oder Varianten der Erfindung gelten entsprechend auch für den erfindungsgemäßen Kanülierautomaten.
Ein Kanülierautomat ist eine Vorrichtung, die mindestens einen Prozessschritt der Kanülierung eines Blutgefäßes eines Patienten, oder einige oder alle dafür vorgesehenen Prozessschritte automatisch, das heißt zumindest zeitweise oder ununterbrochen, ohne Eingriff eines menschlichen Bedieners, z.B. medizinischen Personals, durchführt. Dies erfolgt insbesondere dadurch, dass die Programmparameter
der automatischen Kanülierung vom System und/oder vom Benutzer entsprechend gewählt werden. Ein Prozessschritt der Kanülierung wird insbesondere durch einen für diesen Prozessschritt spezifisch eingerichteten Apparatebestandteil des Kanülierautomaten, zum Beispiel eine Werkzeugeinrichtung, technisch implementiert und ist ausgewählt aus der Gruppe der möglichen Prozessschritte P1 , P2, P3 ... umfassend, ohne Festlegung einer Reihenfolge durch diese Nummerierung:
P1 : Verwendung eines vor Beginn der automatisierten Kanülierung in Abhängigkeit von der angemeldeten Patientenkennung gewählten Zubehörsets für die Durchführung der Kanülierung; diese Auswahl kann zuvor erfolgt sein mittels eines optionalen Bestückungssystems des Systems zur Auswahl eines Zubehörsets und/oder Bestückung eines Zubehörträgers, insbesondere Zubehörbehälters; das Zubehörset kann zuvor in Abhängigkeit von der angemeldeten Patientenkennung von einer optionalen Aussonderungsvorrichtung des Systems durch Aussonderung des im Zubehörset enthaltenen Zubehörs aus einer optionalen Lagervorrichtung des Systems zur Lagerung von Zubehör bereitgestellt worden sein; das Zubehörset kann ein oder mehrere medizinische Zubehöre, insbesondere Mullbinden, Tupfer, Klebeband, enthalten; die Zubehörteile dieses Zubehörsets können in Abhängigkeit von der angemeldeten Patientenkennung und/oder in Abhängigkeit von patientenspezifischen Behandlungsdaten, die aus der angemeldeten
Patientenkennung abgeleitet sein können, gewonnen worden sein; die Verwendung dieses Zubehörsets durch den Kanülierautomaten ist ein Arbeitsschritt der automatisierten Kanülierung und kann vorsehen, dass das Zubehör des Zubehörsets aus vorbestimmten Positionen eines Zubehörträgers /-behälters automatisch entnommen wird, insbesondere indem die entsprechenden
Programmparameter in Abhängigkeit von der angemeldeten Patientenkennung und geeignet zur Entnahme gewählt werden; dazu wird insbesondere eine optionale Bestückungseinrichtung des Kanülierautomaten verwendet, die zur Entnahme des Zubehörs aus dem Zubehörbehälter eingerichtet ist und/oder zur Bestückung eines oder mehrere optionaler Werkzeugeinrichtungen des Kanülierautomaten eingerichtet ist;
P2: räumliche Fixierung eines Körperteils des Patienten, welches das Blutgefäß, insbesondere eine arteriovenöse Fistel, aufweist; die Programmparameter der automatisierten Kanülierung können hierbei in Abhängigkeit von der angemeldeten
Patientenkennung, also patientenindividuell, gewählt sein, indem diese Programmparameter die Lage oder die Abstände von einer oder mehreren optionalen Fixiereinrichtungen des Kanülierautomaten in Abhängigkeit von einer zuvor bestimmten Lage oder von zuvor am Körperteil dieses Patienten bestimmten Abständen so einstellen, dass eine geeignete Fixierung erreicht wird; die Fixierung erfolgt im Behandlungsraum des Kanülierautomaten, in dem das Körperteil des Patienten für die nachfolgende mindestens eine Punktion gelagert wird;
P3: Verwendung von -insbesondere einer Patientendatenbank- gespeicherten Patientendaten, um Informationen über vergangene Kanülierungsprozessschritte am Blutgefäß des Patienten (historische Daten) zu ermitteln, und vorzugsweise die vorzunehmende Kanülierung, insbesondere die dabei verwendeten Programmparameter, in Abhängigkeit von diesen historischen Daten zu bestimmen; solche historischen Daten enthalten insbesondere die Lage eines oder mehrerer Blutgefäße des Patienten, die zuvor mit einer optionalen Messeinrichtung des Kanülierautomaten zur Messung der Lage und/oder Abmessungen mindestens eines Blutgefäßes unter der Haut des Patienten (Gefäßstrukturmesseinrichtung) gemessen wurden, und die insbesondere als Patientendaten zur Verfügung stehen; solche historischen Daten enthalten insbesondere Informationen über Lage und Beschaffenheit früherer Punktionsstellen am Köperteil des Patienten, die insbesondere als Patientendaten zur Verfügung stehen; die Gefäßstrukturmesseinrichtung kann zur Erfassung der Lage und/oder Abmessungen mindestens eines Blutgefäßes unter der Haut des Patienten mittels Ultraschall oder mittels optischer Strahlung ausgebildet sein;
P4: Identifizierung des zur Blutentnahme geeigneten Blutgefäßes unter der Haut des Körperteils des Patienten, insbesondere Auswählen einer geeigneten Einstichposition auf der Haut zur Punktion dieses Blutgefäßes; die Programmparameter der automatisierten Kanülierung können hierbei in Abhängigkeit von der angemeldeten Patientenkennung, also patientenindividuell, gewählt sein, indem die für den angemeldeten Patienten vorgesehene Kanülierung anhand von mindestens einem Behandlungsparameter gewählt wurde, der patientenspezifisch ist; zum Beispiel kann ein Patient für eine Hämodialyse vorgesehen sein; ein Behandlungsparameter kann den Bedarf für eine Hämodialyse bei diesem Patienten codieren; durch Auswertung des
Behandlungsparameters kann die Kanülierung eines arteriovenösen Blutgefäßes geplant werden; dieses ist zu identifizieren; die Identifizierung kann zum Beispiel im Steuerungssystem durch programmgesteuerte Analyse eines Bildes erfolgen, welches durch eine Gefäßstrukturmesseinrichtung gewonnen wurde;
P5: Desinfektion der Haut des Körperteils des Patienten, welches das Blutgefäß aufweist; die Programmparameter der automatisierten Kanülierung können hierbei in Abhängigkeit von der angemeldeten Patientenkennung, also patientenindividuell, gewählt sein, indem eine für den Hauttyp oder die Hautmorphologie des Patienten spezifisch ausgewähltes Desinfektionsverfahren ausgewählt wird, das zum Beispiel durch die Dauer der Behandlung, oder die Menge und Zusammensetzung des verwendeten Desinfektionsverfahrens charakterisiert ist; auch Behandlungsdaten können berücksichtigt werden, die für den Patienten spezifisch sind; es kann für die genannte Desinfektion eine optional beim Kanülierautomaten oder separat davon vorgesehene Desinfektionseinrichtung eingesetzt werden, welche zur Ausführung der genannten Funktion eingerichtet ist; Hauttyp oder die Hautmorphologie des Patienten sind insbesondere als Patientendaten der Patientendatenbank dem System vorzugsweise bekannt; P6: Physische Behandlung zur Vorbereitung der Punktion des Körperteils des
Patienten, welches das Blutgefäß aufweist, insbesondere Stauen des Blutflusses des Körperteils, Druckausübung auf das Körperteil, Temperierung des Körperteils, Positionieren des fixierten Körperteils; die Programmparameter der automatisierten Kanülierung können hierbei in Abhängigkeit von der angemeldeten Patientenkennung, also patientenindividuell, gewählt sein, indem
Vorbereitungsdaten herangezogen werden, die für die geplante Behandlung des Patienten, z.B. eine Hämodialyse, spezifisch sind, oder die als vorbekannte Vorbereitungsdaten der Patientendatenbank entnommen werden können; diese Vorbereitung der Punktion des Körperteils wird insbesondere von einer optional vorgesehenen Vorbereitungseinrichtung des Kanülierautomaten durchgeführt, der für diesen Zweck entsprechend eingerichtet ist;
P7: besonders bevorzugt: Punktion des Blutgefäßes, insbesondere einer arteriovenösen Fistel; vorzugsweise werden für eine Blutentnahme aus dem Blutgefäß eine erste Punktion und Kanülierung und für die Blutrückführung in das
Blutgefäß eine zweite Punktion und Kanülierung automatisch durchgeführt, insbesondere bei der Hämodialyse; die Programmparameter der automatisierten Kanülierung können hierbei in Abhängigkeit von der angemeldeten Patientenkennung, also patientenindividuell, gewählt sein, indem durch die Programmparameter eine patientenabhängige Bewegungssteuerung für einen optional beim Kanülierautomaten vorgesehenen robotergesteuerten Werkzeugarm definiert wird, mittels der zum Beispiel ein medizinisches Zubehör wie etwa eine Injektionsnadel vom Werkzeugarm gegriffen und am Körperteil positioniert wird, wobei die Injektionsnadel zuvor patientenspezifisch ausgewählt und vorbereitet wurde; zwei Kanülierautomaten können für die Punktion von Blutgefäßen an unterschiedlichen Körperteilen eingerichtet sein, indem z.B. ein erster Kanülierautomat für die Kanülierung an einem Arm eingerichtet sein kann und ein zweiter Kanülierautomat für die Kanülierung an einem Bein eingerichtet sein kann; die Auswahl des geeigneten Kanülierautomaten kann patientenspezifisch und/oder behandlungsspezifisch erfolgen; möglich ist z.B. auch, dass an beiden Armen (Beinen) jeweils ein Kanülierautomat eingesetzt werden kann.
P8: Blutentnahme aus dem punktierten Blutgefäß und Überführen des Blutes in mindestens eine Bluttransporteinrichtung oder in mindestens ein Probenbehältnis; die Programmparameter der automatisierten Kanülierung können hierbei in Abhängigkeit von der angemeldeten Patientenkennung, also patientenindividuell, gewählt sein, indem in Abhängigkeit von patientenspezifischen Behandlungsdaten eine geeignete Bluttransporteinrichtung oder ein geeignetes Probenbehältnis vorausgewählt wurde und nun in geeigneter Weise vom Kanülierautomaten verwendet wird; der Kanülierautomat und das Steuerungssystem können mittels entsprechender Wahl der Programmparameter dazu eingerichtet sein, mindestens ein Probenbehältnis in Abhängigkeit von Behandlungsdaten für die nachfolgende, vorzugsweise automatische und vom System gesteuerte Bearbeitung, insbesondere Diagnostik, bereitzustellen;
P9: Greifen einer Kanüle mittels einer Greifervorrichtung des Kanülierautomaten.
Unter dem Begriff „Kanülierung" wird ein Vorgang verstanden, bei dem eine Kanüle durch Punktion der Haut und Punktion der Wand eines Blutgefäßes im Körperteil des
Patienten in das Blutgefäß eingeführt wird, so dass das distale Ende der Kanüle im Blutgefäß angeordnet ist, und das proximale Ende der Kanüle außerhalb des Körperteils angeordnet ist, so dass eine Fluidverbindung zwischen Kanüle und Blutgefäß geschaffen ist, über die Fluid, insbesondere Blut und/oder fluide Medien, über die Fluidverbindung ausgetauscht werden können. Der„Austausch" des Fluids bedeutet in diesem Kontext, dass das Fluid aus dem Blutkreislauf des Patienten in ein extrakorporales, also außerhalb des Patientenkörpers gelegenes Fluidsystem, insbesondere zur Fluidlagerung oder Fluidführung, überführt wird, und/oder beinhaltet, dass das Fluid aus dem extrakorporalen System in den Blutkreislauf überführt wird.
Patienten mit chronischer Erkrankung benötigen regelmäßig wiederholte Punktionen der Blutgefäße, um die erforderliche Behandlung sicherzustellen. Eine solche chronische Erkrankung ist das Nierenversagen, das unter anderem zum Ausfall der natürlichen Blutreinigungsfunktion führt. Diese kann durch technische Lösungen ersetzt werden. Hämodialysegeräte sind als künstliche Nieren dienende extrakorporale Filteranlagen, in die das Blut des Patienten geleitet wird, um dort gereinigt und aufbereitet zu werden, bevor es in den Blutkreislauf des Patienten zurückgeführt wird. Die Entnahme des Blutes und die Rückführung des Blutes erfolgt in der Regel über eine auf chirurgischem Wege in einem Arm oder Bein des Patienten subkutan geschaffene, künstliche Verbindung zwischen einer Vene und einer Arterie. Diese Verbindung kann aus einem dazu vorbereiteten eigenen Gefäßabschnitt des Patienten oder aus einem künstlichen Material bestehen und wird als Fistel bzw. arteriovenöse Fistel (AV-Fistel, AVF) bezeichnet.
Der am meisten genutzte permanente Gefäßzugang bei chronischen Hämodialysepatienten ist eine native arteriovenöse Fistel. Nach dem Legen der nativen arteriovenösen Fistel wird diese durch den erhöhten Blutdurchfluss stärker, wodurch die wiederholte Punktion für die Dialysebehandlung einfacher wird.
Hämodialyse muss regelmäßig durchgeführt werden, typischer Weise im Abstand weniger Tage. Dies führt zu einer hohen mechanischen Belastung des Gefäßes, bzw. der arteriovenösen Fistel. Um den Zugang zu einem Gefäß bzw. einer arteriovenösen Fistel zu legen, sind verschiedene Techniken bekannt, die darauf abzielen, das Gefäß im Laufe der wiederkehrenden Punktionen möglichst zu schonen. Bei der Strickleiterpunktion wird für jede Behandlung eine neue Kanülierungsstelle gesucht, die von der vorhergehenden ein Stück weit entfernt liegt, z.B. ca. 2 cm. Üblicherweise wird
bei diesem Verfahren die Punktionsserie am unteren Ende des Gefäßes begonnen und dann nach oben fortgesetzt, bis das obere Ende erreicht ist und der Vorgang wieder von unten gestartet wird. Hierbei muss vom Behandler das Positionierschema genau eingehalten werden, um die Ausheilung der punktierten Gefäßpositionen zu ermöglichen. Dagegen wird bei der Knopflochtechnik eine Nadel immer an genau derselben Stelle mit demselben Winkel eingeführt. Mit der Zeit entsteht so ein Narbenzylinder, in welchem der gebildete Thrombus bei Punktion immer wieder verdrängt wird und dadurch belastbarer wird. Es wurde beobachtet, dass sich Ergebnisse der Knopflochtechnik verbessern lassen, wenn die Punktion stets von demselben Behandlungspersonal durchgeführt wird. Aus diesem Grund ist die Verwendung eines Kanülierautomaten besonders vorteilhaft.
Durch die Häufigkeit der Punktionen bei Hämodialysepatienten ist die arteriovenöse Fistel unabhängig von der Punktionstechnik generell einer besonders hohen Belastung ausgesetzt, die zu Veränderungen der Hautoberfläche und der Beschaffenheit der arteriovenösen Fistel und ihres Verlaufs führen kann. Die vorliegende Erfindung erlaubt ein dosiertes Optimieren der Lage und/oder Abmessungen des Blutgefäßes, so dass insbesondere eine automatische Kanülierung schonend, schnell und effizient durchführbar ist.
Ein Vorteil des Kanülierautomaten mit Desinfektionsautomat kann zudem insbesondere darin liegen, dass dieser, insbesondere bei Behandlung von chronischen Erkrankungen - insbesondere bei Hämodialysepatienten -, durch die automatisierte Kanülierung das medizinische Personal entlasten kann und/oder eine gleich bleibend hohe Präzision bei der Kanülierung ermöglicht, wodurch insbesondere die Behandlungsqualität und/oder Behandlungssicherheit gesteigert werden kann.
Die bereits vorausgehend genannten möglichen Vorteile sowie Ausführungsformen, Weiterbildungen oder Varianten der vorhergehenden Aspekte der Erfindung gelten entsprechend auch für das erfindungsgemäße Verfahren. Umgekehrt gelten mögliche Vorteile sowie Ausführungsformen, Weiterbildungen oder Varianten des Verfahrens entsprechend auch für die vorhergehenden Aspekte der Erfindung.
Unter„eingerichtet" ist im Sinne der Erfindung zu verstehen, dass eine Vorrichtung nicht nur prinzipiell geeignet ist eine bestimmte Funktion zu erfüllen - etwa erst nachdem ein
bestimmter Programmcode aufgespielt worden ist, also die Vorrichtung programmiert worden ist, oder die Vorrichtung in bestimmter Weise ausgeformt worden ist -, sondern die Vorrichtung bereits alle Mittel besitzt, um die Funktion tatsächlich zu erfüllen. Vorzugsweise ist dazu die Vorrichtung bereits mit einem Programmcode für diese Funktion programmiert und/oder bereits so geformt und/oder so angeordnet und/oder weist dazu bereits eine solche Konfiguration auf, dass die Vorrichtung die Funktion tatsächlich erfüllt.
Unter einer „Behandlung eines Patienten" ist im Sinne der Erfindung zumindest ein medizinisches, d.h. insbesondere therapeutisches oder diagnostisches, oder kosmetisches Verfahren zu verstehen, welches den Körper und/oder die Gesundheit des Patienten verändert oder mittels dessen der Gesundheitszustand des Patienten bestimmt wird. Eine Behandlung ist insbesondere eine Verabreichung von Arzneimitteln, eine Kanülierung, ein Blutreinigungsverfahren wie die Dialyse, eine Operation und/oder eine Untersuchung des Patienten.
Eine „Gruppe von Behandlungen" im Sinne der Erfindung können jeweils bestimmte Operationen, die Therapie einer bestimmten Erkrankung, die Eingangsuntersuchung eines Patienten oder eine Dialyse-Behandlung, welche wiederum Untergruppen, insbesondere Behandlung mittels Hämodialyse, Hämofiltration, Hämodiafiltration, Hämoperfusion oder Peritonealdialyse, aufweisen kann, sein.
Unter einer „an der Behandlung beteiligten Person" ist im Sinne der Erfindung insbesondere eine behandelnde Person, etwa ein Arzt oder eine Ärztin, oder eine Person, die die Behandlung unterstützt, etwa eine Pflegekraft, zu verstehen. Insbesondere kann auch der zu behandelnde Patient selbst eine an der Behandlung beteiligte Person oder behandelnde Person sein.
Eine datenverarbeitende Steuerungseinrichtung der Erkennungsvorrichtung und/oder des Kanülierautomaten weist eine Datenverarbeitungsvorrichtung auf.
Unter einer„Datenverarbeitungsvorrichtung" ist eine Vorrichtung zu verstehen, welche eingerichtet ist, Daten zu verarbeiten, d.h. insbesondere Daten zu empfangen, empfangene Daten zu speichern, gespeicherte Daten auszulesen, empfangene und/oder gespeicherte bzw. ausgelesene Daten mittels logischer und/oder mathematischer
Operationen zu transformieren, transformierte Daten zu speichern und/oder transformierte bzw. ausgelesene Daten auszugeben. Vorzugsweise ist eine solche Datenverarbeitungsvorrichtung programmierbar, d.h. insbesondere dass die Verfahren zum Verarbeiten der Daten zumindest teilweise durch einen Programmcode bestimmt werden und dieser Programmcode zumindest teilweise veränderbar ist. Der Programmcode kann dazu eingerichtet sein, die Desinfektionseinrichtung automatisch zu steuern und/oder die Aufzeichnungseinrichtung automatisch zu steuern und/oder die Desinfektionsdaten auszuwerten. Vorzugsweise ist die Datenverarbeitungsvorrichtung ein handelsüblicher Mikroprozessor oder Computer. Weiter bevorzugt weist die Datenverarbeitungsvorrichtung wenigstens einen Datenprozessor - also eine Recheneinheit -, einen nicht-flüchtigen - d.h. insbesondere dauerhaften - Datenspeicher, insbesondere eine Festplatte, einen Read- Only-Memory (ROM) oder ein Laufwerk mit Datenträger, sowie wenigstens eine Hardwareschnittstelle auf. Auch vorzugsweise weist die Datenverarbeitungsvorrichtung einen flüchtigen elektrischen Datenspeicher, insbesondere als Arbeitsspeicher, auf, vorzugsweise einen Halbleiterspeicher, insbesondere mit integrierten Kondensatoren und/oder Flip-Flops (bistabile Multivibratoren) zur Datenspeicherung, etwa Dynamisches RAM oder statisches RAM.
Im Sinne der Erfindung ist eine „Datenspeichervorrichtung" oder „Datenspeichereinrichtung" eine Vorrichtung zum Speichern von Daten. Diese ist insbesondere zur Ausbildung einer Datenverbindung mit einer weiteren Vorrichtung, insbesondere einer Datenverarbeitungsvorrichtung, eingerichtet und/oder weist eine Datenverbindung mit der weiteren Vorrichtung auf, wobei mittels der Datenverbindung Daten von der weiteren Vorrichtung zur Datenspeichervorrichtung zum Speichern übertragen werden können und/oder zum Abrufen von gespeicherten Daten diese von der Datenspeichervorrichtung zur weiteren Vorrichtung übertragen werden können. Vorzugsweise weist die Datenspeichervorrichtung wenigstens einen nicht-flüchtigen Datenspeicher auf. Auch vorzugsweise weist die Datenspeichervorrichtung wenigstens einen flüchtigen elektrischen Datenspeicher auf.
Eine Datenverbindung verbindet insbesondere zwei datenverarbeitende Einheiten, insbesondere zwei Datenverarbeitungseinrichtungen oder -Vorrichtungen, in der Weise, dass Daten zwischen den Einheiten ausgetauscht werden können, entweder
unidirektional oder bidirektional. Die Datenverbindung kann leitungsgebunden realisiert sein oder drahtlos, insbesondere als Funkverbindung. Eine Datenfernverbindung verbindet insbesondere zwei datenverarbeitende Einheiten, insbesondere zwei Datenverarbeitungseinrichtungen, die entfernt voneinander angeordnet sind, die also insbesondere nicht Bestandteil desselben Geräts, insbesondere derselben Benutzerschnittstelleneinrichtung oder desselben Steuerungssystems sind, falls die genannten Geräte als separate Geräte ausgeführt sind. Eine Datenverbindung, insbesondere eine Datenfernverbindung, eines Geräts mit einem anderen Gerät wird vorzugsweise über eine direkte Verbindung der beiden Geräte realisiert, oder eine mittelbare Verbindung der beiden Geräte, so dass ein drittes Gerät zwischen die beiden Geräte geschaltet ist, um die Daten weiterzuvermitteln. Eine Datenfernverbindung kann insbesondere über ein Netzwerk aus Computern realisiert sein, bei denen die über die Datenfernverbindung verbundenen Geräte über das Netzwerk verbunden sind. Das Netzwerk kann ein beschränktes Netzwerk sein, z.B. ein Intranet, oder kann ein weltweites Netzwerk sein, insbesondere ein WAN und/oder das Internet.
Im Sinne der Erfindung dient eine„Schnittstelleneinrichtung" der Verbindung von zwei Einheiten - insbesondere auch von Systemen, Vorrichtungen, Einrichtungen oder Mechanismen, insbesondere mit solchen Einheiten -, die jeweils Signale, insbesondere Informationen, insbesondere Daten, verarbeiten, also insbesondere senden und/oder empfangen, können. Eine Schnittstelleneinrichtung kann wenigstens eine Hardwareschnittstelle aufweisen und insbesondere als Bestandteil in einer physischen Geräteeinheit integrieren. Der Begriff „Behandlung einer Laborprobe" bedeutet insbesondere, dass eine Laborprobe, insbesondere eine Blutprobe oder ein Blutvolumen, bewegt, und/oder transportiert und/oder untersucht und/oder verändert wird, insbesondere in ihrer Zusammensetzung, physikalisch, chemisch, biochemisch oder auf andere Weise verändert wird. Vorzugsweise weist der Desinfektionsautomat, insbesondere eine den Desinfektionsautomat aufweisende Behandlungsvorrichtung, mindestens eine der folgenden Komponenten auf: eine Benutzerschnittstelleneinrichtung, mit der ein Benutzer mindestens eine Dateneingabe vornehmen kann, die von der Steuerungseinrichtung oder deren Programmcode verarbeitet wird, und/oder mit der an den Benutzer eine Information ausgegeben werden kann, wobei die Benutzerschnittstelleneinrichtung ein Display, insbesondere
Touchscreen, Lautsprecher und/oder ein Eingabegerät wie z.B. eine Tastatur aufweisen kann; ein Gehäuse, in das die Steuerungseinrichtung, der Behandlungsraum, die Desinfektionseinrichtung, und/oder die Aufzeichnungseinrichtung eingebaut ist/sind, wobei das Gehäuse eine Öffnung oder eine Türeinrichtung aufweisen kann, über die der Behand- lungsraum zugänglich ist, um das Körperteil des Benutzers aufzunehmen; eine Basis, insbesondere ein Halterahmen, der die Bestandteile des Desinfektionsautomaten oder mindestens eines dieser Bestandteile trägt; eine Spannungsversorgung zur Versorgung der elektrischen Teile des Desinfektionsautomaten mit Energie; eine Kommunikationseinrichtung zum Austausch von Daten mit einer externen Datenverarbeitungsvorrichtung, insbesondere über eine Datenfernverbindung.
Die Erfindung bezieht sich ferner auf einen Desinfektionsautomat zur Kontrolle der Desinfektion der Haut eines Patienten, der aufweist: - einen Behandlungsraum zur Aufnahme des Körperteils, welches die zu desinfizierte Haut aufweist: - eine Aufzeichnungsein- richtung zum Aufzeichnen des Desinfektionsergebnisses auf der Haut in Form von Desinfektionsdaten, - eine datenverarbeitende Steuerungseinrichtung zur Steuerung der Aufzeichnungseinrichtung; wobei die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet ist, durch Steuerung der Aufzeichnungseinrichtung das Desinfektionsergebnis eines Hautabschnitts der Haut in Form von Desinfektionsdaten aufzuzeichnen. Bei einem solchen Desinfektionsautomaten wird die Desinfektion, insbesondere ohne diese durchzuführen, kontrolliert, wobei die Desinfektion zuvor maschinell mittels einer separaten Desinfektionsvorrichtung oder manuell durchgeführt wurde. Darüber hinaus lässt sich auch dieser Desinfektionsautomat zur Kontrolle der Desinfektion gemäß der vorliegend beschriebenen Ausgestaltungsoptionen des Desinfektionsautomaten mit kontrollierter Desinfekti- onsfunktion konfigurieren.
Die Erfindung bezieht sich ferner auf einen Desinfektionsautomaten zur Desinfektion der Haut eines Patienten, aufweisend: - einen Behandlungsraum zur Aufnahme des Körperteils, welches die zu desinfizierende Haut aufweist, - eine elektrisch steuerbare Desinfek- tionseinrichtung zur Desinfektion der Haut, - eine datenverarbeitende Steuerungseinrichtung zur Steuerung der Desinfektionseinrichtung, wobei die Steuerungseinrichtung dazu eingerichtet ist, durch Steuerung der Desinfektionseinrichtung die Desinfektion der Haut vorzunehmen. Bei einem solchen Desinfektionsautomaten wird die Desinfektion der Haut, insbesondere ohne deren Kontrolle, durchgeführt. Darüber hinaus lässt sich auch dieser Desinfektionsautomat zur Desinfektion gemäß der vorliegend beschriebenen Aus-
gestaltungsoptionen des Desinfektionsautomaten mit kontrollierter Desinfektionsfunktion konfigurieren.
Die Erfindung bezieht sich ferner auf ein datenverarbeitendes System, mit einem Desin- fektionsautomaten gemäß der vorliegenden Beschreibung, und/oder mit einer diesen Desinfektionsautomaten aufweisenden Behandlungsvorrichtung, insbesondere Kanülier- automaten, und mit mindestens einem externen Datenverarbeitungsvorrichtung, die mit dem Desinfektionsautomaten und/oder der Behandlungsvorrichtung zum Datenaustausch vernetzt sind, insbesondere über eine Datenverbindung oder eine Datenfernver- bindung. Das System kann ferner eine Datenspeichervorrichtung als Bestandteil aufweisen, die zum Datenaustausch mit mindestens einem anderen Systembestandteil vernetzt ist. Die Datenspeichervorrichtung kann eine Patientendatenbank enthalten, in der Patientendaten gespeichert sind und abrufbar sind. Das System kann dazu eingerichtet sein, Zertifikatdaten zu erfassen und zu speichern, insbesondere auf der Datenspeichervor- richtung zu speichern.
Die Erfindung bezieht sich ferner auf ein Verfahren zur kontrollierten Desinfektion des Hautabschnitts eines Patienten, insbesondere ein Verfahren zum Betreiben eines Desinfektionsautomaten, insbesondere eines erfindungsgemäßen Desinfektionsautomaten, aufweisend die Schritte: - automatisches Desinfizieren des Hautabschnitts mittels Steuerung einer elektrisch steuerbaren Desinfektionseinrichtung;
- Aufzeichnen der Desinfektion des Hautabschnitts in Form von Desinfektionsdaten mittels Steuerung einer Aufzeichnungseinrichtung. Die Erfindung bezieht sich ferner auf ein Verfahren zur automatischen Kanülierung eines Blutgefäßes unter der Haut eines Körperteils eines Patienten, insbesondere ein Verfahren zum Betreiben eines Kanülierungsautomaten, insbesondere eines erfindungsgemäßen Kanülierungsautomaten, aufweisend die Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens zur automatischen Desinfektion des Hautabschnitts, und aufweisend den/die Schritte: - automatische Kanülierung des desinfizierten Hautabschnitts; -optional: Durchführen dieser Kanülierung innerhalb einer vorbestimmten, limitierten Zeitspanne.
Weitere Ausgestaltungsmöglichkeiten eines erfindungsgemäßen Verfahrens lassen sich aus der Beschreibung des erfindungsgemäßen Desinfektionsautomaten und/oder des Kanülierautomaten und aus deren Ausgestaltungen ableiten. Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung wenigstens eines Ausführungsbeispiels und/oder aus den Figuren. Gleiche Bauteile der Ausführungsformen werden im Wesentlichen durch gleiche Bezugszeichen gekennzeichnet, falls dies nicht anders beschrieben wird oder sich nicht anders aus dem Kontext ergibt. Die Figuren zeigen folgende Ausführungsbeispiele der Erfindung:
Figuren 1 bis 3 zeigen jeweils eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Desinfektionsautomaten gemäß der ersten bevorzugten Ausführungsform in Ausführungsbeispielen, bei denen an dem desinfizierten Hautabschnitt eine Messung durchgeführt wird, welche die Desinfektionsqualität charakterisiert.
Figuren 4 und 5 zeigen jeweils eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Desinfektionsautomaten gemäß der zweiten bevorzugten Ausführungsform in Ausführungsbeispielen, bei welchen an der Aufzeichnungseinrichtung, insbesondere aber nicht an dem Hautabschnitt, eine Messung durchgeführt wird, welche die Desinfektionsqualität charakterisiert.
Figur 6 zeigt eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Desinfektionsautomaten gemäß eines Ausführungsbeispiels, mit einem Kompartiment zur Einwirkung eines desinfizierenden Gases oder Plasmas auf den Hautabschnitt.
Figur 7 zeigt eine Seitenansicht des erfindungsgemäßen Desinfektionsautomaten gemäß der ersten bevorzugten Ausführungsform in einem Ausführungsbeispiel, bei dem die Desinfektionseinrichtung in die
Fixiereinrichtung integriert ist, die das Körperteil im Behandlungsraum fixiert.
Figur 8 zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Kanülierautomaten gemäß einem Ausführungsbeispiel, der den Desinfektionsautomaten gemäß Fig. 7 aufweist.
Figur 9 zeigt das erfindungsgemäße Verfahren zur kontrollierten Desinfektion der Haut eines Patienten gemäß einem Ausführungsbeispiel. Figur 1 zeigt den Desinfektionsautomaten 1 , der zur kontrollierten Desinfektion der Haut eines Patienten eingerichtet ist. Der Desinfektionsautomat 1 weist einen Behandlungsraum 8 zur Aufnahme des Körperteils 30 auf, hier ein Unterarm 30, welches die zu desinfizierende Haut aufweist. Der Desinfektionsautomat 1 weist eine elektrisch steuerbare Desinfektionseinrichtung 3 zur Desinfektion der Haut auf, eine Aufzeichnungseinrichtung 4 zum Aufzeichnen der Desinfektion der Haut in Form von Desinfektionsdaten, eine datenverarbeitende Steuerungseinrichtung 2 zur Steuerung der Desinfektionseinrichtung und der Aufzeichnungseinrichtung. Die Steuerungseinrichtung 2 ist dazu eingerichtet, durch Steuerung der Desinfektionseinrichtung die Desinfektion der Haut vorzunehmen und durch Steuerung der Aufzeichnungseinrichtung die Desinfektion eines Hautabschnitts 35 der Haut in Form von Desinfektionsdaten aufzuzeichnen. Dazu wird hier nach der automatischen Desinfektion an dem desinfizierten Hautabschnitt 35 eine Messung durchgeführt, welche die Desinfektionsqualität charakterisiert.
Die Desinfektionseinrichtung 3 kann hier eine Aufsprüheinrichtung zum Aufsprühen eines flüssigen Desinfektionsmittels auf die Haut sein, und/oder kann eine Strahlungseinrichtung aufweisen, insbesondere eine UV-C Strahlung emittierende Strahlungseinrichtung, welche den Hautabschnitt 35 bestrahlt. Dieser Vorgang ist durch die durchgehenden zum Hautabschnitt 35 weisenden Pfeile illustriert, die zum Hautabschnitt senkrecht stehen. Die Aufzeichnungseinrichtung 4 kann eine Bilderfassungseinrichtung und eine geeignete Strahlführung aufweisen, so dass ein digitales Abbild des desinfizierten Hautabschnitts in Form von Desinfektionsdaten erfasst wird. Dieser Vorgang ist durch die gestrichelten Pfeile illustriert. An der Haut können aktive Farbstoffe angeordnet sein, welche das Vorhandensein einer ausreichenden Desinfektionswirkung unter einer optischen Messung offenbaren. Die Datenverarbeitungseinrichtung der Steuerungseinrichtung ermittelt aus dem Bild denjenigen Flächenanteil des Hautabschnitts, der vom flüssigen Desinfektionsmittel ausreichend benetzt wurde oder von der Strahlungseinrichtung ausreichend bestrahlt wurde. Die digitale Bildauswertung der Steuerungseinrichtung kann dazu Schwellwerte heranziehen, um Pixel des Bildes die z.B. eine ausreichende Helligkeit über dem Schwellwert aufweisen, zu dem ausreichend benetzten Flächenanteil zuzuordnen. Die
ausreichend von der Desinfektionswirkung erfasste Fläche dividiert durch die Gesamtfläche des Hautabschnitts kann als Desinfektionsgröße verwendet werden, der die Desinfektionsqualität charakterisiert. Die Desinfektionseinrichtung 3 wird an einer beweglichen und mittels Antriebs- und Steuereinheit 15a bewegten Halteeinrichtung 15 gehalten, die hier als beweglicher Gelenkarm 15 ausgeführt ist. Falls der Desinfektionsautomat 1 Bestandteil einer Behandlungsvorrichtung ist, kann die Desinfektionseinrichtung 3 und/oder die Aufzeichnungseinrichtung 4 ein Modul sein, dass an einem Gelenkarm 15 der Behandlungsvorrichtung montierbar ist und so bewegt werden kann.
Der Desinfektionsautomat 1 weist ferner einen Basissockel 7 und einen Rahmen 6 auf, die die Bestandteile des Desinfektionsautomaten tragen. An der Basis 7 ist eine Fixiereinrichtung 9 befestigt, mit Kissenauflage 9a, mittels derer das Körperteil 30 im Behandlungsraum 8 fixiert wird. Dadurch wird die Desinfektion und die Aufzeichnung noch präziser und somit sicherer.
Figur 2 zeigt einen Desinfektionsautomaten 1 a, der ähnlich ausgeführt ist wie in Fig. 1 . Beim Desinfektionsautomaten 1 a ist die Aufzeichnungseinrichtung 14 an derselben Halteeinrichtung 15 angeordnet, die auch die Desinfektionseinrichtung 13 trägt, die der Desinfektionseinrichtung 3 entsprechen kann. Die Aufzeichnungseinrichtung 14 und die Desinfektionseinrichtung 13 sind insbesondere symmetrisch und vorzugsweise konzentrisch um die zum Hautabschnitt senkrechte Achse angeordnet, wobei die Achse parallel zu den hier durchgezogenen drei parallelen Pfeilen und durch das Zentrum des Hautabschnitts verläuft. Die Desinfektionswirkung (Strahlung, Strahlen des flüssigem Desinfektionsmittels) wird senkrecht auf den Hautabschnitt aufgebracht, die Bilderfassung erfolgt hier durch mehrere in einem Winkel oc zur Senkrechten stehenden Bilderfassungssensoren (nicht gezeigt), was durch Doppelpfeile illustriert wird. Die Aufzeichnungseinrichtung 14 kann zudem Lichtquellen zur Beleuchtung des Hautabschnitts aufweisen, die ebenfalls konzentrisch angeordnet sein können.
Figur 3 zeigt einen Desinfektionsautomaten 1 b, der ähnlich ausgeführt ist wie in Fig. 2. Der Desinfektionsautomaten 1 b weist eine Hautmanipulationseinrichtung 1 1 auf, die hier an der Desinfektionseinrichtung 13 angeordnet ist. Mittels der Hautmanipulationseinrichtung ist der Hautabschnitt 35 bewegbar, während das den
Hautabschnitt 35 aufweisende Körperteil 30 fixiert ist. Die Hautmanipulationseinrichtung 1 1 weist zwei bewegliche Kontaktabschnitte 1 1 a auf, mittels derer die Haut kontaktiert und durch eine auf Reibung basierenden Kraftübertragung mittels der Hautmanipulationseinrichtung 1 1 gedehnt wird. Der Kontaktabschnitt 1 1 a ist an dem beweglichen und auslenkbaren Arm 1 1 der Hautmanipulationseinrichtung befestigt. Durch die Hautmanipulationseinrichtung 1 1 wird die Haut des Hautabschnitts 35 hier vor der Desinfektion gespannt. Dadurch wird eine Glättung der Haut und somit eine gleichmäßige Einwirkung der Desinfektion erreicht. Die Spannung des Hautabschnitts wird ebenso während der Aufzeichnung der Desinfektionsdaten durchgeführt.
Figur 4 zeigt den Desinfektionsautomaten 1 c gemäß der zweiten bevorzugten Ausführungsform, bei welchem an der Aufzeichnungseinrichtung 24, insbesondere aber nicht an dem Hautabschnitt 35, eine Messung durchgeführt wird, welche die Desinfektionsqualität charakterisiert. Die Aufzeichnungseinrichtung 24 ist direkt an der Desinfektionseinrichtung 23 angeordnet. Sie erfasst beispielsweise mittels Sensoren die Stromaufnahme einer elektrisch betriebenen Pumpe (nicht gezeigt) als Desinfektionsdaten, mittels der das Desinfektionsmittel auf die Haut aufgesprüht wird.
Figur 5 zeigt den Desinfektionsautomaten 1 d gemäß der zweiten bevorzugten Ausführungsform, bei welchem an der Aufzeichnungseinrichtung 34, insbesondere aber nicht an dem Hautabschnitt 35, eine Messung durchgeführt wird, welche die Desinfektionsqualität charakterisiert. Die Aufzeichnungseinrichtung 34 ist hier über eine Halterung 34b mit der Desinfektionseinrichtung 33 verbunden. Die Sensoren der Aufzeichnungseinrichtung 34, dargestellt als teilweise in den Bereich der Desinfektionsstrahlen hineinragende Strukturen, messen die Desinfektionswirkung, indem sie z.B. kapazitativ die Ausbildung einer Schichtdicke aus flüssigem Desinfektionsmittel auf der Sensormessfläche messen oder indem sie per Photozelle die einstrahlende Strahlungsintensität erfassen. Die Desinfektionswirkung wird über die Zeit der Einwirkung integriert und von der Steuerungseinrichtung 2 zur Bildung der Desinfektionsgröße verwendet.
Figur 6 zeigt einen Desinfektionsautomaten 1 e, der ähnlich ausgeführt ist wie in Fig. 4. Die Desinfektionseinrichtung 43 weist hier eine Kompartimenteinrichtung 43b auf mit einer in Richtung des Hautabschnitts 35 weisenden Öffnung auf, die durch Aufsetzen auf die Haut geschlossen wird und den Hautabschnitt 35 definiert. Der so geschlossene
Innenraum ist von einem desinfizierenden Gas oder einem desinfizierenden kalten Plasma gefüllt. Die Aufzeichnungseinrichtung 44 kann zur Messung einer Gaskonzentration oder Plasmakonzentration eingerichtet sein. Figur 7 zeigt den Desinfektionsautomaten 1 f, der zur kontrollierten Desinfektion der Haut eines Patienten eingerichtet ist. Der Desinfektionsautomat 1 f weist eine als Bilderfassungseinrichtung ausgebildete Aufzeichnungseinrichtung 54 auf, die durch die Steuerungseinrichtung 2 zur Erfassung eines oder mehrerer Bilder des zu desinfizierenden und/oder des desinfizierten Hautabschnitts 35 eingerichtet ist. Eine Fixiereinrichtung 9 fixiert das Körperteil des Patienten im Behandlungsraum. Die Fixiereinrichtung weist eine an der Basis 7 befestigte Köperteilmanschette auf, hier eine Armmanschette, die über die Abschnitte 53d und 53e mit dem Sockel verbunden ist. Die Armmanschette weist ein Fenster 10a auf, über das der Hautabschnitt 35 zugänglich ist für die optische Messung und die Aufbringung des Desinfektionsmittels. Die Desinfektionseinrichtung 53 ist hier am Rand des Fensters 10a angeordnet und mit der Armmanschette der Fixiereinrichtung 9 verbunden. Die Armmanschette dient deshalb insbesondere als Halteinrichtung 53c für die Desinfektionseinrichtung 53. Über eine am Desinfektionsautomaten angeordnete Pump- und Steuereinheit 53a, die über einen (nicht gezeigten) Fluidkanal mit der Aufsprüheinrichtung der Desinfektionseinrichtung 53 in Fluidverbindung steht, wird der Hautabschnitt aus unmittelbarer Nähe effizient desinfiziert, während der oberhalb des Hautabschnitts 35 liegende Raumbereich frei bleibt, so dass insbesondere die Messung mittels der Bilderfassungseinrichtung 54 optimal durchführbar ist. Figur 8 zeigt den Kanülierautomaten 100, der den Desinfektionsautomaten 1 f gemäß Fig. 7 aufweist. Zudem weist der Kanülierautomat einen mit Kanülenhalterung 16 versehenen und die Kanüle 20 tragenden beweglichen Gelenkarm auf, der mittels der Antriebs- und Steuereinheit 15a angesteuert wird. Die Steuerungseinrichtung 2 ist hier dazu eingerichtet, automatisch ein unter der Haut gelegenes Blutgefäß für die Kanülierung auszuwählen, eine geeignete Punktionsstelle an diesem Blutgefäß zu finden, diese geplante Punktionsstelle als Zentrum des zu desinfizierenden Hautabschnitts 35 festzulegen, die Desinfektion des Hautabschnitts mittels Desinfektionseinrichtung 53 automatisch vorzunehmen, eine Aufzeichnung der Desinfektion unter Erzeugung und Speicherung von Desinfektionsdaten mittels der Aufzeichnungseinrichtung 54 automatisch durchzuführen, eine Kanülierung an der
desinfizierten Punktionsstelle automatisch durchzuführen - und z.B. die Kanülierung mittels der Aufzeichnungseinrichtung 54 unter Erzeugung und Speicherung von Behandlungsdaten auch aufzuzeichnen, und insbesondere die Desinfektionsdaten und die Behandlungsdaten zur Erzeugung von Zertifikatdaten zu verwenden. Diese Zertifikatdaten bilden ein Zertifikat oder Protokoll, dass Teil eines elektronischen Arztbriefs sein kann, und der als Teil einer elektronischen Patientenakte als Patientendaten in einer Patientendatenbank gespeichert wird.
Figur 9 zeigt das erfindungsgemäße Verfahren 200 zur kontrollierten Desinfektion der Haut eines Patienten gemäß einem Ausführungsbeispiel, aufweisend die Schritte: - (201 ) automatisches Desinfizieren des Hautabschnitts mittels Steuerung einer elektrisch steuerbaren Desinfektionseinrichtung;
- (202) Aufzeichnen der Desinfektion des Hautabschnitts und (203) Erzeugung von Desinfektionsdaten mittels Steuerung einer Aufzeichnungseinrichtung.