Beschreibung
Elektrolyseuranordnung Die Erfindung betrifft eine Elektrolyseuranordnung nach Patentanspruch 1 sowie ein Verfahren zum Betreiben eines
Elektrolyseurs nach Patentanspruch 12.
Derzeit sind auf dem Energiemarkt große Änderungen zu be- obachten. Der Einsatz von fossilen Energieträgern wird im
Rahmen einer Energiewende möglichst reduziert, da sie einen großen Teil des Kohlenstoffdioxidausstoßes verursachen.
Gleichzeitig stehen große Leistungen an erneuerbaren Energien zur Verfügung, jedoch nicht immer am gewünschten Ort und zur gewünschten Zeit. Eine technische Herausforderung ist es, aus Kohlenstoffdioxid, CO2 , unter Verwendung von Überschussener¬ gien, die insbesondere dann auftreten, wenn im Netz verstärkt erneuerbare Energien eingespeist werden, Wertprodukte herzu¬ stellen. Ein Ansatz ist die Herstellung von gasförmigen Wert- produkten wie z.B. Kohlenmonoxid, CO oder Ethylen, C2H4 , durch elektrochemische Reduktion von Kohlendioxid. Diese Re¬ aktionen werden beispielsweise innerhalb von sogenannten CO2 - Elektrolyseuren durchgeführt. Ein typisches Design von C02-Elektrolyseuren basiert auf wässrigen Elektrolyten, die ein Leitsalz, also ein Salz, das in dem Elektrolyten gelöst ist und elektrisch wirksam ist, enthalten. Die C02-Elektrolyseure werden hier beispielhaft behandelt für alle Elektrolysevorrichtungen, die einen flüs- sigen Elektrolyten aufweisen. Mit einer kationenpermeablen Membran werden Anodenraum und Kathodenraum voneinander getrennt gehalten. Dies verhindert, dass ein an der Kathode ge¬ bildeter gasförmiger Wertstoff auf die Anodenseite gelangen kann. Es wird aber auch verhindert, dass ein auf der Anoden- seite gebildetes Gas, typischerweise Sauerstoff, auf die Ka¬ thodenseite gelangt. Es wird also ein gegenseitiges Vermi¬ schen der beiden Gase vermieden. Dies ist nötig um gefährliche Betriebszustände, z.B. durch die Bildung von explosiven
Gasgemischen, auszuschließen. Es gibt jedoch weitere Gründe, um ein Vermischen der Gase zu vermeiden. Beispielsweise gibt es je nach Anwendungsfall Anforderungen an Gasreinheiten des Produktgases. Beispielsweise darf CO, welches in einer anae- roben Gasfermentation verwendet wird, nur Spuren von Sauerstoff enthalten.
Obwohl die verwendeten Membranen für Gase praktisch undurchlässig sind, müssen sie durchlässig für ionische Ladungsträ- ger sein. Bei Verwendung eines Leitsalzes tritt dabei jedoch häufig der Transport der Kationen des Leitsalzes, z.B. Kali¬ um, in den Vordergrund, d.h. das Kaliumkation diffundiert durch die Membran von der Anodenseite zur Kathodenseite. Hie¬ raus resultiert wiederum ein Konzentrationsunterschied an Ka- tionen zwischen den Elektrolyten auf der Anodenseite und der Kathodenseite .
Insgesamt lässt sich festhalten, dass ein Übertreten von Kationen, mit Ausnahme von Protonen, zu vielen Nachteilen führt. Es ist also erstrebenswert, dass die Zusammensetzung von Anolyt, also dem Elektrolyten auf der Anodenseite und Ka- tholyt, möglichst identisch gehalten werden. Gemeinsam zu dem bereits erwähnten Übertritt der Kationen gelangt Wasser durch die Membran, was zu einer Verdünnung des Katholyts, also des Elektrolyten auf der Kathodenseite, führt, während der Anolyt aufkonzentriert wird. Dieser Effekt erschwert ein gewünschtes Gleichhalten der Zusammensetzung von Anolyt und Katholyt.
Aus dem Stand der Technik ist bekannt, dass beide Elektroly- ten in einem gemeinsamen Vorratsbehälter miteinander vermischt werden können, sodass nach dem Durchlaufen des
Elektrolyseurs, der Konzentrationsausgleich sowohl an Ionen als auch des Wassers gewährleistet ist. Da sich in den ein¬ zelnen Elektrolytflüssigkeiten jedoch immer Gasverunreinigun- gen befinden, die aus der Elektrolyse resultieren und im Wesentlichen aus dem Produktgas bzw. Wasserstoff und Sauerstoff bestehen, birgt dieser gemeinsame Konzentrationsausgleich auch gewisse Gefahren. Außerdem wird eine häufig geforderte
Produktreinheit durch eine Kontamination des Produktes durch Wasserstoff bzw. durch Sauerstoff erschwert.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Elektrolyseur- anordnung bzw. ein Verfahren zum Betreiben einer Elektrolyseuranordnung bereitzustellen, die dazu geeignet sind, einen notwendigen Konzentrationsausgleich zwischen einem Anolyten und einem Katholyten in dem Elektrolyseur zu gewährleisten und dabei Gaskontaminationen zu reduzieren.
Die Lösung der Aufgabe besteht in einem Elektrolyseur, mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, sowie in einem Verfahren zum Betreiben des Elektrolyseurs mit den Merkmalen des Pa¬ tentanspruches 12.
Der erfindungsgemäße Elektrolyseur nach Patentanspruch 1 um- fasst mindestens eine Elektrolysezelle, die wiederum zwei Elektroden, nämlich eine Anode und eine Kathode, umfasst. Je¬ de der beiden Elektroden steht dabei mit einem sogenannten Elektrodenraum in Verbindung. Der Elektrodenraum ist dazu geeignet, mit einem flüssigen Elektrolyt befüllt zu sein. Die beiden Elektrodenräume sind durch eine Membran voneinander getrennt, wobei beide Elektroden eine Fördervorrichtung zur Beförderung des Elektrolyten in jeweils einem Kreislauf, ei- nem Kathodenkreislauf und einem Anodenkreislauf, umfassen. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass außerhalb der Elektrolysezelle eine Fördervorrichtung zur Beförderung eines Nebenvolumenstroms zwischen dem Kathodenkreislauf und dem Anodenkreislauf vorgesehen ist.
Der Vorteil der beschriebenen Erfindung besteht darin, dass durch einen Nebenvolumenstrom ein Ausgleich an Kationen bzw. Anionen zwischen den beiden Kreisläufen stattfinden kann. Ferner kann auch eine größere Menge an Wasser ausgeglichen werden, ohne, dass dabei erhebliche Mengen an Produktgasen, wie Wasserstoff oder Sauerstoff zwischen den einzelnen Kreis¬ läufen verschoben werden, sodass übermäßige Kontaminationen bzw. reaktionsfähige Mischungen vermieden werden. Unter den
Begriffen Anodenkreislauf und Kathodenkreislauf wird jeweils eine Vorrichtung verstanden, insbesondere eine Rohrleitungs¬ vorrichtung, insbesondere mit einer Pumpvorrichtung verstanden, die dazu geeignet ist, dass in ihr ein entsprechender Elektrolyt zirkuliert bzw. umgewälzt wird.
In einer Ausgestaltungsform der Erfindung sind für jeden der beiden Kreisläufe jeweils ein Sammelbehälter vorgesehen. Dies hat einen prozesstechnischen Vorteil da dafür Sorge getragen wird, dass stets genügend Elektrolyt für die beiden Elektro¬ lytkreisläufe zur Verfügung steht.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist der Sammelbehälter in mindestens zwei Teilbehälter unterteilt, wobei ein erster Teilbehälter mit dem Kathodenkreislauf in Verbindung steht und ein zweiter Teilbehälter mit dem Anodenkreislauf in Verbindung steht und der Nebenvolumenstrom zwischen dem ersten Teilbehälter und dem zweiten Teilbehälter erfolgt. Ein Ausgleich der Elektrolyte, also des Anolyten und des Katholyten außerhalb der Elektrolysezelle in zwei getrennten Behältern über einen definierten Nebenvolumenstrom, beispielsweise durch eine Rohrleitung mit einem gezielten Durchfluss, der durch eine Pumpe steuerbar ist, ist besonders zweckmäßig, da der Elektrolyt in diesem Teilbehälter gesammelt ist und der Volumenstrom gut reguliert werden kann.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltungsform der Erfindung ist eine zweite Fördervorrichtung zur Erzeugung eines zweiten Nebenvolumenstroms zwischen den beiden Kreisläufen vorgesehen. Dieser erfolgt in entgegengesetzter Richtung zum ersten Nebenvolumenstrom. Dies kann zweckmäßig sein, wenn durch den ersten Nebenvolumenstrom beispielsweise Wasser und Kationen von einem ersten in einen zweiten Teilbehälter geführt werden und in dem zweiten Nebenvolumenstrom ein Aus- gleich an Anionen stattfinden kann.
In einer Ausgestaltungsform der Erfindung ist die Fördervorrichtung zwischen den beiden Kreisläufen zur Erzeugung des
zweiten Nebenvolumenstroms in Form eines Membranmodul ausge¬ staltet .
Dabei ist es zweckmäßig, dass das Membranmodul sowohl Be- standteil des Kathodenkreislaufes als auch Bestandteil des
Anodenkreislaufes ist. In dem Membranmodul ist ebenfalls, wie zwischen den beiden Elektrodenräumen, eine Membran angeordnet, die als Austauschfläche für die gelösten Ionen zur Ver¬ fügung steht. Hierbei handelt es sich um Kationen und um An- ionen.
Die Membran zwischen den Elektrodenräumen ist bevorzugt eine kationenpermeable Membran. Diese eignet sich im Gegensatz zu einer porösen Membran dazu, Gase aus den einzelnen Elektro- denräumen, die dort während der Elektrolyse auftreten, vonei¬ nander getrennt zu halten. Dies führt jedoch auch dazu, dass Kationen, wie beispielsweise Kalium, das Teil des Leitsalzes ist, durch die Membran wandern. Hierdurch wird wiederum ein verstärkter Konzentrationsausgleich zwischen dem Katholyt und dem Anolyt außerhalb der Elektrolysezelle notwendig. Bei Ver¬ wendung einer kationenpermeablen Membran erfolgt der Nebenvolumenstrom bevorzugt vom Kathodenkreislauf zum Anodenkreis¬ lauf . Ein weiterer Bestandteil der Erfindung ist ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches 12, das zum Betreiben einer Elektrolyseuranordnung geeignet ist. Dabei weist die Elektrolyseuranordnung eine Elektrolysezelle auf, die wiede¬ rum zwei Elektroden aufweist, nämlich eine Anode und eine Ka- thode . Die Elektroden weisen jeweils einen Elektrodenraum auf, durch den ein flüssiger Elektrolyt mit einem darin gelösten Leitsalz in jeweils einen Kreislauf, nämlich einen Kathodenkreislauf und einen Anodenkreislauf gefördert wird. Da¬ bei sind die Elektrodenräume und somit auch die darin enthal- tenen Elektrolyte durch eine Membran getrennt. Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass in einem Nebenvolumenstrom der Elektrolyt von einem Kreislauf in den zweiten Kreislauf gefördert wird.
Das Verfahren weist dieselben Vorteile auf, die bereits be¬ züglich der Elektrolyseanordnung erörtert sind. Durch den beschriebenen Nebenvolumenstrom wird sowohl ein Konzentrations- ausgleich an Ionen, Anionen und Kationen, erzielt, ebenso wird auch Wasser, das in einem Kreislauf überschüssig sein kann, in den anderen Kreislauf zurückgeführt ohne dabei eine zu starke Vermischung von Produktgasen, wie Sauerstoff und Wasserstoff bzw. auch Kohlenmonoxid in einem gemeinsamen Sam- melbehälter zu erzeugen.
In einer besonderen Ausgestaltungsform der Erfindung ist der Nebenvolumenstrom derart ausgelegt, dass er mindestens 0,01 % maximal 10 %, bevorzugt zwischen 0,1 % und 1 % des größeren der beiden Hauptvolumenströme also entweder des Volumenstroms des Kathodenkreislaufes oder des Anodenkreislaufes aufweist. Dabei ist anzumerken, dass unter dem Begriff Nebenvolumenstrom, sowohl bezüglich des Verfahrens als auch bezüglich der Elektrolyseuranordnung, ein Strom von Molekülen und Ionen verstanden wird. Der Nebenvolumenstrom kann dabei in entsprechenden Rohrleitungen, Schläuchen oder auch Rinnen, in Form eines Stroms des Elektrolyten, insbesondere wässriger Basis mit darin enthaltendem Leitsalz bzw. den entsprechenden Ionen, erfolgen. Andererseits kann er auch in Form einer Diffu- sion durch eine Membran erfolgen. Somit wird unter dem Begriff Fördervorrichtung für einen Nebenvolumenstrom jegliche Vorrichtung verstanden, die dazu geeignet ist, den genannten Strom an Molekülen und Ionen bereitzustellen. Dazu gehört einerseits insbesondere eine entsprechende Pumpe, aber auch ei- ne entsprechende Leitung, bzw. Rinne, die auf der Basis von
Druckunterschieden oder Schwerkraft den Nebenvolumenstrom erzeugt. Ferner gehört unter den Begriff Fördervorrichtung auch eine Membran, die bewirkt, dass Ionen von einem Kreislauf in den anderen Kreislauf übergeführt bzw. zurückgeführt werden.
Ferner ist es zweckmäßig, dass im Kathodenkreislauf und/oder im Anodenkreislauf ein Gasabscheidebehälter vorgesehen ist und eine Verbindungsleitung von zumindest einem der Gasab-
scheidebehälter zu einer Eduktzuführvorrichtung vorgesehen ist. Hierdurch kann Anodengas und/oder Kathodengas, das wie¬ derum prozessbedingt ein Eduktgas darstellen kann, dem eigentlich Elektrolyseprozess wieder zugeführt werden. Dies be- einflusst die Wirtschaftlichkeit des Prozesses positiv.
Weitere Ausgestaltungsformen und weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Zeichnungen. Diese stellen keine Einschränkung der Erfindung dar, da sie lediglich vorteilhaf- te Ausgestaltungsformen beschreiben. Dabei zeigen:
Figur 1 Elektrolyseuranordnung mit einem Nebenvolumenstrom zwischen Anodenkreislauf und Kathodenkreislauf, Figur 2 Elektrolyseuranordnung wie in Figur 1 mit zusätzlichen Abscheidebehältern,
Figur 3 eine Elektrolyseuranordnung mit zwei Möglichkeiten zur Darstellung von Vorrichtungen für einen Nebenvolumenstrom mit zwei Sammelbehältern,
Figur 4 eine Elektrolyseuranordnung mit zwei Möglichkeiten zur Darstellung von Vorrichtungen für einen Nebenvolumenstrom,
Figur 5 eine schematische Darstellung einer Elektrolyseuranordnung, wobei zwei Sammelbehälter im Vordergrund stehen und
Figur 6 ein Membranmodul.
In Figur 1 ist eine Elektrolyseuranordnung 2 schematisch dargestellt, die eine Elektrolysezelle 4 aufweist, in der ein Elektrolyt 5 angeordnet ist. Die Elektrolysezelle 4 weist zwei Elektroden auf, eine Kathode 7, die in diesem Fall in Form einer gasdurchlässigen Elektrode ausgestaltet ist und eine Anode 6. Die beiden Elektroden, nämlich die Anode 6 und die Kathode 7, grenzen jeweils an einen Elektrodenraum an, wobei man unter einem Elektrodenraum 8 für die Anode 6 und
einem Elektrodenraum 9 für die Kathode 7 unterscheidet. Beide Elektrodenräume 8, 9 sind durch eine Membran 10 voneinander getrennt. In den Elektrodenräumen befindet sich der Elektrolyt 5, den man je nach Aufenthaltsort in der Elektrolysezelle 4 als Anolyt 38 bezeichnet, wenn er in dem Elektrodenraum 8 der Anode 6 vorliegt und den man als Katholyt 40 bezeichnet, wenn er in dem Elektrodenraum 9 der Kathode 7 vorliegt.
Der Elektrolyt 5 bzw. 38 und 40 befindet sich in den Elektro¬ denräumen 8 und 9 nicht stationär, sondern er befindet sich in einem Kreislauf 14, 15. Hierzu sind Fördervorrichtungen 12 und 13 vorgesehen, die jeweils für einen Anodenkreislauf 14 bzw. einen Kathodenkreislauf 15 den entsprechenden Volumenstrom an Elektrolyt 5 bzw. 38 und 40 bereitstellen. Hierbei wird der Elektrolyt 5 entlang des jeweiligen Kreislaufes 14 (Anodenkreislauf) und 15 (Kathodenkreislauf) bewegt. Betrach¬ tet man nun exemplarisch den Kathodenkreislauf 15, so wird der Katholyt 40 von dem Elektrodenraum 9 der Kathode 7 über die mit dem Bezugszeichnung 15 versehene Leitung durch die Fördervorrichtung 13 gepumpt.
Ferner existiert in der Elektrolyseuranordnung eine Edukt- zuführung 42, durch die ein Edukt, beispielsweise Kohlendio¬ xid, in die Elektrolysezelle 4 eingebracht wird und eine Pro- duktableitung 44. Während der Elektrolyse, bei der an der Ka¬ thode 7 und an der Anode 6 elektrischer Strom anliegt, wird in diesem Beispiel das Kohlendioxid zu Kohlenmonoxid redu¬ ziert, das über die Produktableitung 44 aus der Elektrolyse¬ zelle 4 wieder herausgelangt. Während dieser Elektrolyse wan- dern durch die Membran 10, die in dieser Ausgestaltungsform in Form einer kationenpermeablen Membran vorliegt, sowohl Protonen, als auch die Kationen eines in dem Elektrolyten 5 gelösten Leitsalzes, beispielsweise Kalium. Dies führt dazu, dass der Anolyt 38 und der Katholyt 40 mit zunehmender Elekt- rolysetätigkeit unterschiedliche Konzentrationen an Kationen, insbesondere Kationen des Leitsalzes, aufweisen. Bis zu einem gewissen Grad von etwa 2% Unterschied kann dies toleriert werden, ab einem bestimmten Konzentrationsunterschied sind
die Wirtschaftlichkeit und die Rentabilität des Elektrolyse¬ prozesses nicht mehr gewährleistet. Aus diesem Grund ist es zweckmäßig, einen stetigen Austausch zwischen dem Anolyt 38 und dem Katholyt 40 vorzunehmen. Gemäß des Standes der Tech¬ nik wird in einer einfachsten Form ein einzelner Sammelbehälter verwendet, der sowohl Bestandteil des Kreislaufes 14, dem Anodenkreislauf und dem Kathodenkreislauf 15, ist. In einem gemeinsamen Sammelbehälter, der hier nicht dargestellt ist, erfolgt ein guter Konzentrationsausgleich und eine vollständige Durchmischung des in der Elektrolysezelle an- bzw. abge- reicherten Elektrolyten 5. Es werden jedoch auch Produktgase, insbesondere Wasserstoff in dem Kathodenkreislauf 15 und Sau¬ erstoff aus dem Anodenkreislauf 14, in diesem hier nicht dar¬ gestellten gemeinsamen Sammelbehälter überführt. Dies kann zu einem explosiven Gemisch führen, außerdem werden Produktgase, wie Kohlemonoxid, die ebenfalls in geringen Mengen in dem ge¬ meinsamen Sammelbehälter vorliegen, durch die Gase Sauerstoff und Wasserstoff kontaminiert.
Zur Lösung dieser Problemstellung ist vorgesehen, dass ein Nebenvolumenstrom 20 erfolgt, der über eine Nebenvolumen- Stromvorrichtung 18 erfolgt. Durch den Nebenvolumenstrom erfolgt ein Konzentrationsaustausch zwischen dem Anodenkreislauf und dem Kathodenkreislauf bzw. umgekehrt. In welche Richtung der Nebenvolumenstrom verläuft, hängt von der jeweiligen Prozessführung ab. Der Nebenvolumenstrom beträgt dabei bevorzugt maximal 10 % der Elektrolytvolumenströme im Katho¬ denkreislauf 15 oder im Anodenkreislauf 14. Minimal beträgt der Nebenvolumenstrom 0,01 % des Elektrolytvolumenstroms, insbesondere liegt das Intervall, in dem sich der Nebenvolu¬ menstrom 20 bewegt zwischen 0,1 % und 1 % der Elektrolytvolu¬ menströme. Sind die beiden Elektrolytvolumenströme unter¬ schiedlich groß, so wird der größere der beiden Elektrolytvo¬ lumenströme als Referenz für den Nebenvolumenstrom herangezogen .
Es ist dabei zweckmäßig, dass im stationären Betrieb der pH- Wert des Anolyt zwischen 4 und 5 liegt und der pH-Wert des Katholyt zwischen 7 und 9 liegt. In Figur 2 ist eine analoge Ausgestaltung der Vorrichtung gemäß Figur 1 gegeben, wobei sowohl im Kathodenkreislauf 15 als auch im Anodenkreislauf 14 jeweils ein Abscheidebehälter 53, 55 vorgesehen ist, in dem jeweils gasförmige Bestandteile des Elektrolyten abgetrennt werden können. Im Falle des Abschei- debehälters 53 kann beispielsweise abgeschiedenes Kohlendio¬ xid der Edukt-Zuführvorrichtung 42 wieder zugeführt werden.
In Figur 3 ist vorgesehen, dass der Kathodenkreislauf 15 ei¬ nen Sammelbehälter 23 aufweist, in dem der Katholyt 40 geför- dert wird und das der Anodenkreislauf 14 einen Sammelbehälter 22 aufweist, in den der Anolyt 38 gebracht wird. Beide Sam¬ melbehälter 23 und 22 sind grundsätzlich voneinander getrennt, sie weisen ebenfalls, jedoch in einer anderen Ausge¬ staltungsform eine Vorrichtung 18 auf, die zur Erzeugung ei- nes Nebenvolumenstroms 20 dient. Diese Vorrichtung 18 ist in Figur 3 sehr schematisch dargestellt, sie kann beispielsweise in Form einer Überlaufrinne ausgestaltet sein, bei der eine geringe Menge, durch eine definierte Steigung bzw. ein defi¬ niertes Gefälle von einem Behälter in den anderen Sammelbe- hälter gelangen kann. Es kann auch durch eine entsprechende, hier nicht dargestellte Rohrleitung bzw. einen entsprechenden Schlauch, ein Nebenvolumenstrom 20 zwischen den Behältern 22 und 23 hervorgerufen werden, der beispielsweise durch die Schwerkraft oder auch einen Druckunterschied bewirkt wird.
In Figur 5 ist eine Vorrichtung 18 zur Erzeugung des Nebenvolumenstroms 20 dargestellt, die in Form von Rohrleitungen er¬ folgt, in die eine Pumpe 30 integriert ist. Dabei kann es ge¬ mäß Figur 5 auch zweckmäßig sein, um einen Konzentrationsaus- gleich zwischen dem Anolyt 38 und dem Katholyt 40 in Hinblick der Anionen, zu gewährleisten, dass ein zweiter Nebenvolumenstrom 26 vorgesehen ist, der durch eine zweite Fördervorrichtung 24 beispielsweise in der Pumpvorrichtung 30 gemäß Figur
5 erzeugt wird. Dabei ist es auch zweckmäßig, dass die beiden Teilbehälter 22, 23 Rührvorrichtungen 27 enthalten, die eine gleichmäßige Durchmischung des Elektrolyten 38, 40 in den jeweiligen Behältern 22 und 23 gewährleisten. Es ist selbstver- ständlich ebenfalls möglich eine gute Vermischung innerhalb der Teilbehälter ohne aktive Rührvorrichtungen zu erzielen, z. B. durch eine geeignete Strömungsführung.
Wird als Membran 10 eine kationenpermeable Membran angewandt, wandern besonders viel Kationen aus dem Leitsalz von der Anodenseite, also vom Anolyt 38, der im Elektrodenraum 8 der Anode 6 vorliegt, durch die Membran 10 in den Elektrodenraum 9 der Kathode 7. Gemeinsam mit den Kationen wandert auch Wasser sogenannter Drag-Wasser, durch die Membran, sodass ein Ausgleich insbesondere vom Kathodenkreislauf 15 in den Ano¬ denkreislauf 14 notwendig ist. Somit erfolgt in diesem Fall, bei Einsatz einer kationenpermeablen Membran der erste Nebenvolumenstrom vom Kationenkreislauf 15 in den Anodenkreislauf 14. Dieser erfolgt bevorzugt zwischen dem Sammelbehälter 23 des Kathodenkreislaufes 15 und dem Sammelbehälter 22 des Ano¬ denkreislaufes 14 und zwar in der beschriebenen Richtung. Der zweite Nebenvolumenstrom dient dann zum Ausgleich von Anio- nen, die zwischen dem Behälter 22 und dem Behälter 23 über den zweiten Nebenvolumenstrom 26 erfolgen.
Eine weitere Möglichkeit, einen Nebenvolumenstrom zu erzeu¬ gen, besteht in Form eines Membranmoduls 28, in dem eine Membran 29 angeordnet ist (vgl. Figur 3 und 4) . Sowohl der Kathodenkreislauf 15 als auch der Anodenkreislauf 14 durch- laufen dieses Membranmodul 28 gemäß Figur 3. Dabei weist das Membranmodul 28 neben der Membran 29 zwei Modulkammern auf, eine erste Modulkammer 46, durch die der Anodenkreislauf 14 verläuft und eine zweite Modulkammer 47, durch die der Katho¬ denkreislauf 15 erfolgt. In der Modulkammer 47 befindet sich somit der Katholyt 40 und in der Modulkammer 46 befindet sich der Anolyt 38. Die Membran 29 stellt dabei eine Austauschflä¬ che für die gelösten Ionen in den Elektrolyten 38 und 40 zur Verfügung und zwar für Kationen und für Anionen. Für diese
Aufgabe sind poröse Membranen, die möglichst dünn sind, be¬ sonders gut geeignet. Diese bringen einen relativ geringen Transportwiderstand auf, sodass verhältnismäßig kleine Memb¬ ranflächen ausreichend sind. Der Transport in porösen Membra- nen (Permeation) wird durch zwei unterschiedliche Mechanismen verursacht, einen von außen erzwungenen Transport durch Poren, also ein rein konvektiver Transport, oder ein Transport aufgrund von Diffusion einer gelösten Komponente. Der Transportmechanismus der Ionen durch die poröse Membran entspricht der Diffusion, welche ohne Energieverbrauch abläuft. Das sogenannte Drag-Wasser lässt sich auch prinzipiell per Konvek- tion durch die Membran durch Anlegen eines kleinen Differenzdruckes drücken. Die nötige Größe der porösen Membran 29 lässt sich über den maximal zu erwartenden Stoffmengenstrom an Kationen innerhalb der Elektrolysezelle ermitteln, indem man gleichzeitig eine maximal tolerierbare Konzentrationsdifferenz zwischen Anolyt 38 und Katholyt 40 (beispielsweise 0,2 mol/L) festlegt. Mit Hilfe von bekannten Durchtrittskoeffizienten lässt sich abschätzen, dass bei der Verwendung von dünnen porösen Membranen 29, das Membranmodul 28 deutlich kleiner ausgestaltet sein kann, als die dafür vorgesehene Fläche in der Elektroly¬ sezelle 4 bzw. die darin aufgespannte Membran 10. Die gesamte Membranfläche der Membran 29 ist kleiner als die gesamte
Elektrolysezellfläche der Membran 10, sie beträgt jedoch min¬ destens ein Hundertstel von der Membranfläche der Membran 10. Besonders vorteilhaft ist ein Verhältnis von 1:20 zwischen Membran 29 und Membran 10 bis zu 1:5 zwischen Membran 29 und Membran 10.
Durch die poröse Membran 29 kann prinzipiell auch Wasser transportiert werden, indem ein geringer Differenzdruck innerhalb des Membranmoduls 28 vorherrscht. Dieser ist bevor- zugt kleiner als 100 mbar.
Durch die gesamte beschriebene Anordnung kann eine Quervermischung, der während der Kohlendioxidelektrolyse der Elektro-
lysezelle 4 entstehenden Gase, vermieden werden, wodurch eine aufwendige Aufbereitung des Elektrolyten 5 oder der entstehenden Gase entfällt. Beispielsweise enthält somit der Katho- lyt 40 keinen Sauerstoff, der das Katholytproduktgas verun- reinigt. Zusätzlich geht praktisch weder Produktgas (bei¬ spielsweise Kohlenmonoxid, Methan oder Wasserstoff) noch Eduktgas wie Kohlendioxid über den Anolyten 38 verloren.
Durch Verwendung zweier getrennter Elektrolysekreisläufe näm- lieh des Anodenkreislaufs 14 und des Kathodenkreislaufs 15 lässt sich ein gewisses Auseinanderdriften der Zusammensetzungen und somit auch der pH-Werte von Anolyt 38 und Katholyt 40 nicht vermeiden. Desweiteren gelangt Drag-Wasser aus dem Anolyt 38 in den Katholyt 40. Eine konventionelle Aufberei- tung wäre mit einem hohen energetischen Aufwand z.B. durch thermische Entgasung oder Vakuumentgasung verbunden. Alternativ kann dem Prozess auch ein Additiv zugesetzt werden, das ungewünschte Gase chemisch bindet. Allerdings ist der Einsatz eines Additivs mit Kosten verbunden. Desweiteren ist nicht absehbar in wie weit mögliche Additive den elektrochemischen Prozess beeinflussen. Die katalytische Entfernung unerwünschter Gase ist ebenfalls mit einem hohen energetischen Aufwand verbunden. Somit zeigt die beschriebene Anordnung eine einfa¬ che technische Lösung, einen entsprechenden Ausgleich an Io- nen und Wasser zwischen dem Anodenkreislauf 14 und dem Katho¬ denkreislauf 15, zu gewährleisten.