Optisches Element sowie Verfahren zur Korrektur
der Wellenfrontwirkunq eines optischen Elements
Die vorliegende Anmeldung beansprucht die Priorität der Deutschen Patent- anmeldung DE 10 2018 203 241.6, angemeldet am 5. März 2018. Der Inhalt dieser DE-Anmeldung wird durch Bezugnahme („incorporation by reference“) mit in den vorliegenden Anmeldungstext aufgenommen.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein optisches Element zur Verwendung in einem opti- schen System, insbesondere in einem optischen System einer mikrolitho- graphischen Projektionsbelichtungsanlage oder einer Maskeninspektionsanla- ge, sowie ein Verfahren zur Korrektur der Wellenfrontwirkung eines optischen Elements.
Stand der Technik
Mikrolithographie wird zur Herstellung mikrostrukturierter Bauelemente, wie beispielsweise integrierter Schaltkreise oder LCDs, angewendet. Der Mikro- lithographieprozess wird in einer sogenannten Projektionsbelichtungsanlage durchgeführt, welche eine Beleuchtungseinrichtung und ein Projektionsobjektiv aufweist. Das Bild einer mittels der Beleuchtungseinrichtung beleuchteten Maske (= Retikel) wird hierbei mittels des Projektionsobjektivs auf ein mit einer lichtempfindlichen Schicht (Photoresist) beschichtetes und in der Bildebene des Projektionsobjektivs angeordnetes Substrat (z.B. ein Siliziumwafer) proji-
ziert, um die Maskenstruktur auf die lichtempfindliche Beschichtung des Sub- strats zu übertragen.
Maskeninspektionsanlagen werden zur Inspektion von Retikeln für mikrolitho- graphische Projektionsbelichtungsanlagen verwendet.
In für den EUV-Bereich ausgelegten Projektionsobjektiven oder Inspektions- Objektiven, d.h. bei Wellenlängen von z.B. etwa 13 nm oder etwa 7 nm, werden mangels Verfügbarkeit geeigneter lichtdurchlässiger refraktiver Materialien reflektive optische Elemente als optische Komponenten für den Abbildungs- prozess verwendet.
Dabei ist es u.a. bekannt, auf einem reflektiven optischen Element eine Wellenfrontkorrekturschicht vorzusehen, deren Dickenprofil nachträglich ein- gestellt wird, um eine im Betrieb des optischen Systems auftretende Wellen- frontaberration zu korrigieren. Des Weiteren ist es z.B. bekannt, als zusätz- liches optisches Wellenfrontkorrekturelement ein in Transmission betriebenes Folienelement einzusetzen, welches über ein variierendes Schichtdickenprofil eine gewünschte Wellenfrontkorrektur bewirkt.
Zum Stand der Technik wird lediglich beispielhaft auf US 6,844,272 B2, DE 10 2011 090 192 A1 , US 9,063,277 B2, DE 10 2005 044 716 A1 , DE 10 2015 200 328 A1 , DE 10 2014 224 569 A1 , US 8,508,854 B2, DE 38 32 126 A1 , US 4,876,667 und EP 0 217 293 B1 verwiesen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Es ist eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein optisches Element zur Verwendung in einem optischen System, insbesondere in einem optischen System einer mikrolithographischen Projektionsbelichtungsanlage oder einer Maskeninspektionsanlage, sowie ein Verfahren zur Korrektur der Wellenfront- wirkung eines optischen Elements bereitzustellen, welche die Erzielung einer
möglichst präzise einstellbaren Wellenfrontkorrekturwirkung mit vergleichs- weise geringem konstruktiven Aufwand ermöglichen.
Diese Aufgabe wird durch das optische Element gemäß den Merkmalen des unabhängigen Patentanspruchs 1 bzw. das Verfahren gemäß den Merkmalen des nebengeordneten Patentanspruchs 9 gelöst.
Ein erfindungsgemäßes optisches Element zur Verwendung in einem opti- schen System, insbesondere in einem optischen System einer mikrolitho- graphischen Projektionsbelichtungsanlage oder einer Maskeninspektions- anlage, weist auf:
- wenigstens eine Korrekturschicht; und
- einen Manipulator zur Manipulation der Schichtspannung in dieser Korrek- turschicht derart, dass eine in dem optischen System vorhandene Wellen- frontaberration durch diese Manipulation wenigstens teilweise korrigierbar ist;
- wobei der Manipulator eine Strahlungsquelle zur ortsaufgelösten Bestrah- lung der Korrekturschicht mit elektromagnetischer Strahlung aufweist; und
- wobei durch diese ortsaufgelöste Bestrahlung eine Mehrzahl von zueinan- der beabstandeten, in ihrer Struktur jeweils in gleicher weise modifizierten Bereichen in der Korrekturschicht erzeugbar ist.
Der Erfindung liegt insbesondere das Konzept zugrunde, eine gewünschte Wellenfrontkorrektur dadurch zu erzeugen, dass die in einem optischen Element in einer Korrekturschicht auftretende Schichtspannung gezielt ausge- nutzt bzw. in geeigneter Weise manipuliert wird, um über die mit einer Ände- rung der Schichtspannung einhergehende Deformation der optischen Wirk- fläche die Wellenfrontwirkung des optischen Elements in der gewünschten Weise einzustellen.
Die Erfindung unterscheidet sich somit von herkömmlichen Ansätzen insbe- sondere dadurch, dass die in einem optischen Element (wie z.B. einem Spiegel
oder einer Linse) auftretende Schichtspannung nicht etwa als parasitärer Effekt bzw. als zu minimierender Störparameter angesehen, sondern bewusst zur Einstellung einer gewünschten Wellenfrontwirkung ausgenutzt und in gezielter Weise manipuliert wird. Dabei kann insbesondere, wie im Weiteren noch näher erläutert, ein entsprechendes Modell zugrundegelegt werden, welches die Ab- hängigkeit der Wellenfrontwirkung von der örtlichen Verteilung der besagten Schichtspannung beschreibt, wobei auf Basis dieses Modells dann eine ent- sprechende örtliche Verteilung der Schichtspannung zur Erzielung einer ge- wünschten Wellenfrontwirkung bzw. einer Änderung der Passe des betreffen- den optischen Elements (d.h. die Abweichung von einer vorgegebenen Soll- form der Oberfläche) berechnet werden kann.
In Ausführungsformen der Erfindung wird die Manipulation der Schichtspan- nung durch eine Änderung der Schichtstruktur in dieser Korrekturschicht er- zielt. Diese Änderung der Schichtstruktur kann insbesondere zumindest teil- weise irreversibel sein.
Demnach unterscheidet sich die Erfindung von herkömmlichen Ansätzen ins- besondere dadurch, dass bewusst eine strukturelle Veränderung der betref- fenden Korrekturschicht (im Sinne einer permanenten Änderung im Gefüge bzw. der Kristallstruktur) und nicht etwa nur eine temporäre Änderung z.B. in Form einer thermischen Ausdehnung herbeigeführt wird. Der erfindungs- gemäße Effekt unterscheidet sich damit insbesondere von (Bimetall-)Effekten, die durch Unterschiede im thermischen Ausdehnungskoeffizienten zwischen einem Substratmaterial und einer darauf befindlichen Schicht oder einem Schichtsystem bewirkt werden.
Im Unterschied von derartigen herkömmlichen Ansätzen erfolgt gemäß der Erfindung vorzugsweise zu wenigstens 50% eine Änderung der Passe des betreffenden optischen Elements durch die Änderung der Schichtspannung im Wege der strukturellen Veränderung der betreffenden Korrekturschicht.
Gemäß einer Ausführungsform wird bei der Manipulation der Schichtspannung über eine laterale Distanz von 10mm, insbesondere über eine laterale Distanz von 1 mm, in der Korrekturschicht eine Schichtspannungsänderung von wenigstens 10%, insbesondere um wenigstens 20%, erzeugt. Erfindungs- gemäß können dabei in der Schichtspannungsänderung vergleichsweise hohe Gradienten erzeugt werden.
Zur Manipulation der Schichtspannung geeignete physikalische Effekte umfas- sen beispielsweise die Manipulation der Korngröße über Rekristallisation bzw. Kornwachstum, die laterale Variation der Dichte z.B. durch Entspannung an Korngrenzen bzw. Schrumpfen von Hohlräumen, die Variation des Anteils einer Phase z.B. durch Phasentransformationen oder Präzipitation, Effekte von Fremdatomen bzw. absorbierten Atomen (z.B. Edelgasen, Wasserstoff, Wasserdampf etc.) und von Leerstellen bzw. Versetzungen sowie die Mani- pulation von Energie und Fluss geladener Teilchen in zur Schichterzeugung durchgeführten Sputterprozessen.
Gemäß einer Ausführungsform ist die erfindungsgemäß hinsichtlich der Schichtspannung manipulierte Korrekturschicht eine zusätzlich zu einem jewei- ligen optisch wirksamen Schichtsystem des optischen Elements vorgesehene Hilfsschicht. Eine derartige Ausgestaltung hat den Vorteil, dass die erfindungs- gemäße Modifikation der Schichtspannung nicht unmittelbar mit einer uner- wünschten Änderung bestimmter Eigenschaften des optisch wirksamen Schichtsystems (z.B. eines Reflexionsschichtsystems eines Spiegels) wie z.B. dessen Lebensdauer, der Stabilität der in besagtem Schichtsystem vorhande- nen Grenzflächen oder weiterer optischer Eigenschaften einhergeht.
Erfindungsgemäß wird somit insbesondere wenigstens eine z.B. von der der optisch wirksamen Fläche des optischen Elements abgewandten Seite (z.B. einer Spiegelrückseite) her zugängliche Korrekturschicht zur Manipulation bzw. Nachkorrektur der Schichtspannung in einem optischen Element genutzt. Dabei kann es sich insbesondere bei der Manipulation der Schichtspannung um eine irreversible Änderung der Korrekturschicht bzw. deren Schichtstruktur
handeln, so dass nach kompletter Fertigung des erfindungsgemäßen optischen Elements eine einmalige (Nach-) Behandlung zwecks entsprechender Ände- rung der Passe über Manipulation der Schichtspannung durchgeführt werden kann. In weiteren Ausführungsformen können in dem optischen Element auch mehrere, ihrerseits entsprechend einmalig in der Schichtspannung irreversibel manipulierbare Schichten oder Schichtbereiche vorgesehen sein.
Die Erfindung ist jedoch nicht auf das Vorhandensein einer solchen zusätz- lichen Hilfsschicht beschränkt. So kann in weiteren Ausführungsformen auch eine im optischen System ohnehin zur Erzielung einer bestimmten Wirkung vorhandene (Funktions-) Schicht als Korrekturschicht genutzt und hinsichtlich der Schichtspannung in gezielter Weise manipuliert werden.
Gemäß der Erfindung weist der erfindungsgemäß zur Manipulation der Schichtspannung vorhandene Manipulator eine Strahlungsquelle zur ortsauf- gelösten Bestrahlung der Korrekturschicht mit elektromagnetischer Strahlung auf. Dabei ist durch diese ortsaufgelöste Bestrahlung eine Mehrzahl von zu- einander beabstandeten, in ihrer Struktur jeweils in gleicher Weise modifizier- ten Bereichen erzeugbar.
Gemäß diesem Ansatz beinhaltet die Erfindung das weitere Konzept, die mit dem Ziel der Wellenfrontkorrektur erfolgende Manipulation der Schichtspan- nung dadurch zu realisieren, dass ortsaufgelöst lokal begrenzte Strukturverän- derungen innerhalb der betreffenden Korrekturschicht erzeugt werden, indem durch elektromagnetische Strahlung das betreffende Schichtmaterial jeweils z.B. in seiner kristallinen Struktur, Dichte etc. verändert wird. Dadurch, dass die betreffenden, strukturell veränderten Bereiche in ihrer Strukturveränderung untereinander übereinstimmen, wird im Ergebnis eine„digitale“ Konfiguration über die betreffende Korrekturschicht hinweg realisiert, wobei wiederum die letztlich durch besagte Strukturveränderung bzw. Bestrahlung erzielte Manipu- lation der Schichtspannung als Funktion des Abstandes zwischen den betref- fenden strukturell veränderten Bereichen beschrieben werden kann.
Dies hat wiederum den Vorteil, dass nach entsprechender, vorheriger Kalibrie- rung wie im Weiteren noch näher beschrieben vorhergesagt werden kann, welcher Abstand bzw. welche digitale Konfiguration gerade geeignet ist bzw. erzeugt werden sollte, um eine gewünschte Schichtspannungsverteilung bzw. eine damit einhergehende Wellenfrontkorrektur zu erzielen.
Eine Beeinflussung der Schichtspannung in einem optischen Element zur ge- zielten Wellenfrontkorrektur kann grundsätzlich auch in anderer Weise (z.B. durch elektrische, magnetische oder thermische Effekte bzw. Energieeinträge) realisiert werden.
Die vorstehend beschriebene Erzeugung von jeweils lokal begrenzten, struktu- rell veränderten Bereichen innerhalb der Schicht hat den weiteren Vorteil, dass bei hinreichend geringer Größe der einzelnen lokal begrenzten Bereiche (welche z.B. in der Größenordnung von 1 pm liegen kann) die Korrekturschicht in den übrigen Bereichen in ihren jeweiligen Schichteigenschaften nicht in unerwünschter Weise beeinflusst wird.
Gemäß einer Ausführungsform ist das optische Element ein Spiegel.
Gemäß einer Ausführungsform ist das optische Element für eine Arbeits- wellenlänge von weniger als 30 nm, insbesondere weniger als 15 nm, aus- gelegt.
Die Erfindung betrifft weiter ein Verfahren zur Korrektur der Wellenfrontwirkung eines optischen Elements mit den vorstehend beschriebenen Merkmalen, wobei das Verfahren folgende Schritte aufweist:
- Ermitteln einer gegebenen Wellenfrontwirkung des optischen Elements;
- Manipulieren, in Abhängigkeit vom Ergebnis dieser Ermittlung, der Wellen- frontwirkung auf Basis eines Modells, welches die Abhängigkeit der Wellenfrontwirkung von der örtlichen Verteilung der Schichtspannung der Korrekturschicht beschreibt.
Gemäß einer Ausführungsform werden die Schritte des Ermittelns einer gege- benen Wellenfrontwirkung und des Manipulierens in einen iterativen Prozess wiederholt durchgeführt.
Gemäß einer Ausführungsform wird das Modell unter Anwendung der Finite- Elemente-Methode ermittelt. Somit kann die Berechnung der aus einer bestimmten Schichtspannungsänderung resultierenden Passeänderung z.B. über im Stand der Technik bekannte FE-Methoden erfolgen. Flierzu wird beispielhaft auf die Publikationen D. Yin et al. :„Numerical Modelling of Multi- layered Coatings - Latest Developments and Applications" Manufacturing Rev. 2014, 1 , 8 Published by EDP Sciences, 2014 DOI: 10.1051 /mfreview/2014008 und Xianchao Cheng: „Thermal stress issues in thin film coatings of X-ray optics under high heat load“ Physics, Universite de Grenoble, 2014, [NNT: 2014GRENY028] verwiesen.
In weiteren Ausführungsformen kann zur Aufstellung des Modells vorab eine Kalibrierung durchgeführt werden, bei welcher die aus einer bestimmten Schichtspannungsänderung resultierende Passeänderung bzw. die entspre- chende Änderung der Wellenfrontwirkung experimentell für bestimmte Werte ermittelt wird. Eine solche experimentelle Bestimmung kann ggf. auch für ein i- ge Stützstellen durchgeführt und durch eine geeignete Interpolation ergänzt werden.
Zu weiteren bevorzugten Ausgestaltungen und Vorteilen des Verfahrens wird auf die vorstehenden Ausführungen im Zusammenhang mit dem erfindungs- gemäßen optischen Element Bezug genommen.
Die Erfindung betrifft weiter ein optisches System einer mikrolithographischen Projektionsbelichtungsanlage, insbesondere eine Beleuchtungseinrichtung oder ein Projektionsobjektiv, sowie auch eine mikrolithographische Projekti- onsbelichtungsanlage mit wenigstens einem optischen Element mit den vor- stehend beschriebenen Merkmalen.
Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der Beschreibung sowie den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den beigefügten Abbildungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Es zeigen:
Figuren 1 schematische Darstellungen zur Erläuterung von
und 2a-c Aufbau und Wirkungsweise eines optischen Elements
gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
Figur 3 ein Flussdiagramm zur Erläuterung des möglichen Ablaufs eines erfindungsgemäßen Verfahrens; und
Figur 4 eine schematische Darstellung des möglichen Aufbaus einer für den Betrieb im EUV ausgelegten mikrolithographischen Projektionsbelichtungsanlage.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
Im Weiteren wird zunächst der mögliche Aufbau eines erfindungsgemäßen optischen Elements unter Bezugnahme auf die in Fig. 1 gezeigte schematische Darstellung beschrieben.
Den im Weiterem beschriebenen Ausführungsformen ist gemeinsam, dass eine Schicht in einem optischen Element wie z.B. einem Spiegel insofern als
Korrekturschicht zur Erzielung einer gewünschten Passekorrektur bzw. Wellen- frontwirkung genutzt wird, als in dieser Schicht eine gezielte Schichtspan- nungsänderung durch Manipulation der betreffenden Schichtstruktur herbei- geführt wird. Grundsätzlich kann es sich bei dieser Korrekturschicht um eine eigens zu dem beschriebenen Zweck in das betreffende optische Element ein- gebrachte zusätzliche Hilfsschicht handeln. In weiteren Ausführungsformen kann jedoch auch eine ohnehin im Schichtaufbau vorhandene (Funktions-) Schicht zusätzlich im Sinne der Erfindung als Korrekturschicht genutzt werden.
Fig. 1 zeigt in lediglich schematischer Darstellung den prinzipiellen möglichen Aufbau eines EUV-Spiegels mit einem Spiegelsubstrat 11 sowie einem Refle- xionsschichtsystem 13, wobei erfindungsgemäß zwischen Spiegelsubstrat 11 und Reflexionsschichtsystem 13 eine Korrekturschicht 12 ausgebildet ist. Das Spiegelsubstrat 11 weist ein beliebiges geeignetes Spiegelsubstratmaterial wie z.B. ULE® auf und wird erfindungsgemäß, wie in Fig. 1 schematisch angedeu- tet, von der der optischen Wirkfläche 10a abgewandten (Rück-) Seite des Spiegels 10 her mit elektromagnetischer Strahlung 5 bestrahlt. Die Wellen- länge dieser elektromagnetischen Strahlung 5 ist in geeigneter Weise derart gewählt, dass das Spiegelsubstratmaterial für diese Strahlung hinreichend transparent ist und kann im Ausführungsbeispiel (bei Verwendung von ULE® als Spiegelsubstratmaterial) z.B. 300nm betragen.
Die Korrekturschicht 12 ist aus einem Schichtmaterial hergestellt, welches der- art gewählt ist, dass die besagte elektromagnetische Strahlung 5 über eine strukturelle Änderung innerhalb des Gefüges bzw. der Kristallstruktur der Kor- rekturschicht 12 eine Manipulation der Schichtspannung zur Folge hat. Grund- sätzlich findet eine Rekristallisation bei unterschiedlichen Temperaturen in na- hezu allen metallischen Werksoffen (z.B. Silber (Ag), Kupfer (Cu), Aluminium (AI), Nickel (Ni), Kobalt (Co) statt. Dabei kann ein Kurzpulslasertempern hilf- reich sein, um auch bei hochschmelzenden Metallen wie z.B. Molybdän (Mo) den gewünschten Effekt zu erzielen. Als geeignete Phasentransformations- materialien sind weiter beispielweise binäre und ternäre Legierungen wie z.B. Germanium-Tellur-Antimon (Ge-Te-Sb), Indium-Antimon-Tellur (In-Sb-Te),
Palladium-Silizium (Pd-Si) oder Silber-Tellur (Ag-Te) zu nennen. In diesem Zusammenhang wird zu geeigneten Materialien beispielhaft auf EP 0 217 293 A1 , EP 0 307 750 A1 und US 4,876,667 verwiesen.
Wie in Fig. 1 angedeutet ist, kann die vorstehend beschriebene Beaufschla- gung der Korrekturschicht 12 mit elektromagnetischer Strahlung 5 ortsauf- gelöst derart erfolgen, dass zueinander beabstandete, in ihrer Struktur jeweils in gleicher Weise modifizierte Bereiche 12a, 12b, 12c, ... erzeugt werden, wobei die hierbei erzeugte Schichtspannungsänderung über den Abstand zwischen diesen Bereichen 12a, 12b, 12c, ... (welcher größenordnungsmäßig z.B. ein oder mehrere pm betragen kann) gezielt in gewünschter Weise einge- stellt werden kann.
Die beschriebene Schichtspannungsänderung führt wiederum zu einer Defor- mation der optischen Wirkfläche des Spiegels 10 (wie in Bereichen 14 und 15 angedeutet) und damit zu einer gezielt einstellbaren Modifikation der Passe bzw. der Wellenfrontwirkung.
Wie in Fig. 2a und Fig. 2b angedeutet können die in ihrer Struktur modifizierten Bereiche eine beliebige geeignete Geometrie aufweisen (und z.B. als Bereiche 12a, 12b, 12c, ... im Wesentlichen zylindrische Geometrie gemäß Fig. 2a oder als Bereiche 22a, 22b, 22c, ... mit im Wesentlichen konischer Geometrie ge- mäß Fig. 2b ausgestaltet sein). Fig. 2c zeigt in lediglich schematischer Darstel- lung eine Ansicht auf die betreffende Verteilung von in ihrer Struktur modifizier- ten Bereichen in Draufsicht aus Richtung des Substrats.
Fig. 3 zeigt ein Flussdiagramm zur Erläuterung des möglichen Ablaufs eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur Korrektur der Wellenfrontwirkung eines optischen Elements wie z.B. des Spiegels 10 aus Fig. 1 und 2.
Mit„S31“ ist zunächst der während der Fierstellung des optischen Elements durchgeführte Schritt des Einbringens einer erfindungsgemäßen Korrektur- schicht in das betreffende optische Element bezeichnet. Im Schritt S32 erfolgt
sodann eine Messung der vorhandenen Ist-Passe des betreffenden optischen Elements bzw. des Spiegels 10. Im Schritt S33 erfolgt eine Überprüfung, ob die Abweichung dieser Ist-Passe von einer vorgegebenen Soll-Passe einen vorbe- stimmten Schwellenwert unterschreitet (sich also noch„in Toleranz“ befindet). Sofern dies gemäß Abfrage im Schritt S33 nicht der Fall ist, wird im Schritt S34 eine geeignete Schichtspannungsänderung ermittelt, anhand der die zuvor be- stimmte Passeabweichung korrigiert bzw. die entsprechende Wellenfront- wirkung erzielt werden kann. Hierzu kann ein geeignetes Modell, welches die Abhängigkeit der Wellenfrontwirkung von der örtlichen Verteilung der Schichtspannung der Korrekturschicht beschreibt, herangezogen werden. Das betreffende Modell kann wiederum unter Anwendung der Finite-Elemente- Methode ermittelt oder auch experimentell bestimmt werden, wobei im letzte- ren Falle eine entsprechende Kalibrierung experimentell durchgeführt wird. Bei einer solchen Kalibrierung kann die aus einer bestimmten Schichtspannungs- änderung resultierende Passeänderung bzw. die entsprechende Änderung der Wellenfrontwirkung experimentell für bestimmte Werte ermittelt werden, wobei auch eine experimentelle Ermittlung lediglich für wenige Stützstellen in Verbin- dung mit einer geeigneten Interpolation erfolgen kann.
Im anschließenden Schritt S35 erfolgt z.B. in der anhand von Fig. 1 beschrie- benen Weise die entsprechende gezielte (lokale oder globale) Änderung der Schichtspannung, woraufhin unter Rückkehr zu Schritt S33 erneut überprüft wird, ob die Ist-Passe nunmehr in Toleranz ist, und wobei dann gegebenenfalls eine erneute Durchführung der Schritte S34 und S35 erfolgt. Die vorstehend beschriebene Iteration wird solange durchgeführt, bis sich das optische Element bzw. der Spiegel 10 mit seiner Ist-Passe im Toleranzband um die Soll- Passe befindet (S36).
Eine Manipulation der Schichtspannung in der Korrekturschicht kann grund- sätzlich auch in anderer geeigneter Weise erfolgen, indem lokal oder global energetische Einträge z.B. durch thermische, elektrische, magnetische oder andere Effekte in der Korrekturschicht bewirkt werden.
Fig. 4 zeigt eine schematische Darstellung einer beispielhaften für den Betrieb im EUV ausgelegten Projektionsbelichtungsanlage, welche ein erfindungs- gemäßes optisches Element bzw. Wellenfrontkorrekturelement aufweisen kann.
Gemäß Fig. 4 weist eine Beleuchtungseinrichtung in einer für EUV ausgeleg- ten Projektionsbelichtungsanlage 40 einen Feldfacettenspiegel 43 und einen Pupillenfacettenspiegel 44 auf. Auf den Feldfacettenspiegel 43 wird das Licht einer Lichtquelleneinheit, welche lediglich beispielhaft eine Plasmalichtquelle 41 und einen Kollektorspiegel 42 umfasst, gelenkt. In weiteren Ausführungs- formen kann auch z.B. ein Freie-Elektronen-Laser (FEL) als Lichtquelle ver- wendet werden. Im Lichtweg nach dem Pupillenfacettenspiegel 44 sind ein ers- ter Teleskopspiegel 45 und ein zweiter Teleskopspiegel 46 angeordnet. Im Lichtweg nachfolgend ist ein Umlenkspiegel 47 angeordnet, der die auf ihn tref- fende Strahlung auf ein Objektfeld in der Objektebene eines sechs Spiegel 61- 66 umfassenden Projektionsobjektivs lenkt. Am Ort des Objektfeldes ist eine reflektive strukturtragende Maske 51 auf einem Maskentisch 50 angeordnet, die mit Hilfe des Projektionsobjektivs in eine Bildebene abgebildet wird, in wel- cher sich ein mit einer lichtempfindlichen Schicht (Photoresist) beschichtetes Substrat 71 auf einem Wafertisch 70 befindet.
Wenn die Erfindung auch anhand spezieller Ausführungsformen beschrieben wurde, erschließen sich für den Fachmann zahlreiche Variationen und alterna- tive Ausführungsformen, z.B. durch Kombination und/oder Austausch von Merkmalen einzelner Ausführungsformen. Dementsprechend versteht es sich für den Fachmann, dass derartige Variationen und alternative Ausführungsfor- men von der vorliegenden Erfindung mit umfasst sind, und die Reichweite der Erfindung nur im Sinne der beigefügten Patentansprüche und deren Äquivalen- te beschränkt ist.