Verfahren zum Betrieb einer Probenkammer für eine mikroskopische Bildgebung sowie Vorrichtung und Probenkammer
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb einer Probenkammer für eine mikroskopische Bildgebung sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens. Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Probenkammer, die insbesondere in dem erfindungsgemäßen Verfahren verwendet wird.
Um Gewebe und Organe mit bildgebenden Verfahren, insbesondere mittels mikroskopischer Verfahren, ex vivo zu untersuchen, können diese chemisch so behandelt werden, dass auch tief in dem Gewebe oder dem Organ befindliche Strukturen sichtbar werden.
Dazu werden die Gewebe beziehungsweise Organe - im Weiteren verallgemeinernd als Probe bezeichnet - einer Behandlung mit bestimmten Chemikalien unterzogen, was auch als„Klären" (engl. „Clearing") bezeichnet wird. Durch Wirkung der Chemikalien werden beispielsweise vorhandene Lipide entfernt oder ersetzt, wobei beispielsweise Stützstrukturen unverändert bleiben. Die erhalten gebliebenen Strukturen können mittels Fluoreszenzmarkierungen sichtbar gemacht und abgebildet werden. Die wirksame Eindringtiefe von Mikroskopieverfahren kann beispielsweise wegen einer reduzierten Streuung einer Beleuchtungs- oder Detektionsstrahlung aufgrund auf diese Weise entfernter Lipide deutlich erhöht werden. Methoden zum„Klären" von Proben, beispielsweise von Gehirnen, sind beispielsweise aus Silvestri, L. et al. (2016): Clearing of fixed tissue: a review from a microscopist's perspective. Journal of biomedical optics, 21(8): 081205 oder aus Richardson, D. S. & Lichtman, J. W. (2015): Clarifying tissue Clearing. Cell, 162(2): 246-257 bekannt.
Das Klären von Proben wird insbesondere für die Untersuchung von Gehirnen eingesetzt. Dabei ist es zum Verständnis von Aufbau und Funktion des Gehirns und seiner neuronalen Strukturen wichtig, die geklärten Gehirne möglichst in ihrer Gesamtheit untersuchen zu können. Typische Proben sind dabei geklärte Gehirne von Mäusen. Deren Größe von 8 - 10 mm bedingt eine optische Eindringtiefe von mindestens etwa 10 mm.
Die zum Klären eingesetzten Chemikalien (clearing-Medien) sind teils sehr aggressiv beziehungsweise auch toxisch und oftmals teuer. Werden die im Stand der Technik üblichen Immersionsanordnungen eingesetzt, kann es zu unerwünschten Abbildungsfehlern kommen. Bildet beispielweise ein zum Klären verwendetes clearing-Medium als Probenmedium letztendlich die Immersion, dann können Aberrationen durch unbekannte beziehungsweise nicht vollständig im Objektiv kompensierte optische Eigenschaften des clearing-Mediums (Brechungsindex, Abbe-Zahl) verursacht werden. Außerdem gelangt das Objektiv mit den aggressiven und/oder toxischen Chemikalien in Kontakt, was zu Beschädigungen des Objektivs führen kann und einen erhöhten Aufwand bei der Sicherstellung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes sowie eine Reduzierung der Standzeiten der optischen Komponenten bedeutet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, sowohl verfahrensseitig als auch vorrichtungsseitig eine Möglichkeit vorzuschlagen, mit der die im Stand der Technik auftretenden Nachteile verringert werden.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Betrieb einer Probenkammer für eine mikroskopische Bildgebung gemäß Anspruch 1, durch eine Probenkammer gemäß Anspruch 10 und eine Vorrichtung zur Erfassung von Bilddaten gemäß Anspruch 14 gelöst. Gegenstand der Erfindung ist außerdem ein Probenträger zur Aufnahme mindestens einer erfindungsgemäßen Probenkammer gemäß Anspruch 11.
Das Verfahren zum Betrieb einer Probenkammer für eine mikroskopische Bildgebung, umfasst die Schritte des Bereitstellens einer Probenkammer in einem Beleuchtungsstrahlengang und des Erfassens
einer Detektionsstrahlung. Die verwendete Probenkammer umfängt einen Probenraum, in dem eine Probe positioniert werden kann beziehungsweise positioniert wird. Die Probenkammer weist mindestens eine den Probenraum begrenzende Wand mit einer dem Probenraum abgewandten Außenseite auf. Außerdem ist der Beleuchtungsstrahlengang durch die Außenseite in den Probenraum gerichtet. Der durch die Außenseite in den Probenraum gerichtete Abschnitt des Beleuchtungsstrahlengangs wird auch als Beleuchtungsachse bezeichnet und verstanden.
Im Schritt des Erfassens der Detektionsstrahlung wird eine mittels einer entlang der Beleuchtungsachse in den Probenraum gerichteten Beleuchtungsstrahlung bewirkte Detektionsstrahlung entlang einer von dem Probenraum durch die Wand der Probenkammer verlaufenden Detektionsachse erfasst. Die Detektionsachse ist Teil eines Detektionsstrahlengangs.
Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Probenkammer verwendet wird, deren Außenseite die Form eines Kugelabschnitts mit einer Kreisscheibe als Grundfläche aufweist, was nachfolgend auch als sphärische Form bezeichnet wird. Außerdem werden die Probenkammer und die Detektionsachse um den Mittelpunkt der Kreisscheibe relativ zueinander rotiert und/oder geschwenkt, sodass unterschiedliche Winkelrelativlagen von Probenkammer und Detektionsachse eingestellt werden. Bei unterschiedlichen Winkelrelativlagen von Probenkammer und Detektionsachse werden Bilddaten erfasst. Die Detektionsachse verläuft dabei immer durch die sphärische Außenseite.
Der Kern der Erfindung besteht in der Verwendung einer Probenkammer mit einer sphärischen Außenseite, wie diese weiter unten noch ausführlicher beschrieben wird. Die Gestaltung wenigstens einer Außenseite der Probenkammer als eine Sphäre (Kugelabschnitt) sowie die Bewegung der Probenkammer um den Mittelpunkt der Kreisscheibe ermöglicht vorteilhaft die Einstellung einer Vielzahl unterschiedlicher Winkelrelativlagen. Gleichzeitig wird ein Winkel der Detektionsachse relativ zur Außenseite konstant gehalten. Beispielsweise fällt die Detektionsachse immer mit einer Normalen der Außenseite zusammen, unabhängig welche Winkelrelativlage eingestellt ist. Diese Konstanz der Orientierung der Detektionsachse wird nur durch die tatsächliche Ausprägung der Probenkammer, insbesondere durch den überdeckten Winkelbereich der Außenseite und die Bogenlänge der Außenseite begrenzt. Äquivalent sind andere Formen der Grundfläche der Probenkammer als der einer Kreisscheibe, beispielsweise als Polygon oder Freiform.
Die Verwendung der Probenkammer erlaubt vorteilhaft eine Trennung eines für die Erfassung der Detektionsstrahlung verwendeten Objektivs von dem Probenmedium.
In einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden in einer jeweiligen Winkelrelativlage Bilddatenerfassungen in mindestens zwei unterschiedlichen z-Relativlagen ausgeführt. Dabei wird eine jeweilige Z-Relativlage eingestellt, indem die Probenkammer und/oder eine Fokusebene einer abbildendenden Optik entlang der Detektionsachse relativ zueinander verschoben werden. Die Richtung der Detektionsachse wird als z-Richtung (z-Achse) bezeichnet. Eine z-Relativlage bezeichnet eine Position der Fokusebene entlang der Detektionsachse. Ein z-Stapel von Bilddaten wird unter einer Winkelrelativlage und einer Anzahl von z-Relativlagen erfasst.
Werden Bilddaten in einer ersten z-Relativlage erfasst, wird ein Bild der Fokusebene (Field of View; FoV) erfasst und abgebildet. Werden unter derselben Winkelrelativlage Bilddaten in zwei verschiedenen z-Relativlagen erfasst, wird ein Probenvolumen abgebildet, wenn sich die beiden Fokusebenen in z-Richtung nicht vollständig überlappen oder aneinander angrenzen (Volume of View; VoV). Wird in dieser Weise ein Stapel (z-Stapel) von Bilddaten aneinander angrenzender beziehungsweise einander überlappender Fokusebenen erfasst, kann ein (Volumen-)Ausschnitt der Probe entlang der Detektionsachse und unter der betreffenden Winkelrelativlage vollständig erfasst werden.
Um jeweils nur eine Fokusebene zu beleuchten und unerwünschte Bildinformationen von außerhalb der Fokusebene zu reduzieren, wird vorteilhaft die Beleuchtungsstrahlung zu einem Lichtblatt geformt und in den Probenraum eingestrahlt. Die Beleuchtung der Probe mit einem Lichtblatt ist insbesondere für große und streuende Proben vorteilhaft.
Zur Erzeugung des Lichtblatts wird die Beleuchtungsstrahlung vorteilhaft in Form eines nicht- diffraktiven Strahls verwendet. Ein solcher nicht-diffraktiver Strahl ist beispielsweise ein mittels Sinc- Filter hinsichtlich seines Frequenzspektrums limitierter Strahl, wie er in der DE 10 2012 013 163 Al beschrieben wird (auch als Sinc3-Strahl bezeichnet). Zur Erzeugung eines Lichtblatts muss der Sinc3- Strahl nicht lateral gescannt werden. Ein laterales Scannen ist jedoch bei weiteren verwendbaren nicht-diffraktiven Strahlen wie zum Beispiel einem Mathieu-Strahl oder einem Besselstrahl erforderlich. Insbesondere mit einem Sinc3-Strahl können potenziell Lichtblätter mit einer geringen Dicken in Z- Richtung erzeugt werden. Der Vorteil eines dünnen, mit einer nicht-diffraktiven Strahlform erzeugten Lichtblatts besteht in einer nahezu isotropen System-PSF (Punktbildverwaschungsfunktion; point spread function; PSF). Eine solche isotrope System-PSF zeigt in allen drei Raumrichtungen eine ähnliche Auflösung, was wiederum für eine mögliche Koordinatentransformation vorteilhaft ist.
Weitere zur Erzeugung des Lichtblatts verwendbare nicht-diffraktive Strahlen sind insbesondere Airy- Strahlen, zirkuläre Airy-Strahlen [circular Airy-beam), kohärente Besselstrahlen (coherent Bessel-beam; Gao, L. et al. (2012), Noninvasive Imaging beyond the Diffraction Limit of 3D Dynamics in Thickly Fluorescent Specimens; Cell 151: 1370 - 1385] und strukturierte Lichtblätter [lattice light sheet; Chen, Bi-Chang, et al. (2014), Lattice light-sheet microscopy: imaging molecules to embryos at high spatiotemporal resolution; Science 346: 1257998]
Die Erzeugung eines Lichtblatts mit einer bekannten Strahlform, zum Beispiel einem gescannten oder mittels Zylinderoptik geformten Gauß-Strahl, ist alternativ ebenfalls möglich. Allerdings können dann nicht die Vorteile nicht-diffraktiver Strahlformen genutzt werden.
Sind die Brechungsindizes der Medien in der Probenkammer und außerhalb der Probenkammer voneinander verschieden, dann muss die Brechung des Lichtblatts an der Wand der sphärischen Probenkammer berücksichtigt werden. Dies trifft insbesondere dann zu, wenn Bilddaten in unterschiedlichen z-Relativlagen erfasst werden. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob die Probenkammer bewegt wird oder das Objektiv. Der Einstrahlwinkel des Lichtblatts wird dabei als Funktion der z-Relativlage (z-Position) verändert. Als Einstrahlwinkel wird der Winkel zwischen dem Beleuchtungsstrahl und einer Normalen des Auftreffpunkts des Beleuchtungsstrahls auf der Außenseite verstanden.
Der Einstrahlwinkel kann anhand der Beziehung a(z) = ArcSin ((nb/na*R)z) angepasst werden, wobei na der Brechungsindex eines Mediums außerhalb der Probenkammer; nb der Brechungsindex eines Mediums innerhalb der Probenkammer, R der Radius des Kugelabschnitts der Außenseite und z die jeweilige z-Position entlang der Detektionsachse sind.
Mittels der oben beschriebenen Verfahrensausgestaltung kann ein Anteil des Volumens der Probe abgebildet werden. Um einen größeren Volumenanteil der Probe oder die Probe als Ganzes zu erfassen, werden unter verschiedenen Winkelrelativlagen von Probenkammer und Detektionsachse Bilddaten von an einander angrenzenden oder einander überlappenden Teilbereichen der Probe als z-Stapel erfasst. Dazu wird die Winkelrelativlage gesteuert so verändert, dass beispielsweise nach einer abgeschlossenen Erfassung eines z-Stapels eine weitere Winkelrelativlage eingestellt und ein weiterer z-Stapel erfasst wird. Für unterschiedliche z-Stapel können Parameter wie Fokuslage, Einstrahlwinkel und Lichtblattposition als Lookup-Tabellen hinterlegt werden.
Aufgrund der Schwenkbewegung und/oder Rotation überlappen die erfassten Bereiche der Probe zwangsläufig, wenn die Probe weitgehend oder vollständig erfasst wird (siehe auch Fig. 5). Diese teilweise Redundanz der Bilddaten kann genutzt werden, um Abbildungsfehler zu reduzieren und die Qualität der Bilddaten zu erhöhen. So können vorteilhaft Aberrationen sowie Streuungen, die mit zunehmender Probentiefe ebenfalls zunehmen, reduziert werden, indem zum Beispiel Bilddaten sich überlappender Teilbereiche der Probe mittels eines Multi-View-Fusions-Algorithmus ausgewertet und Bildfehler reduziert werden.
Die Verwendung eines Lichtblatts lässt sich vorteilhaft mit einer plenoptischen Detektion oder Lichtfeld-Detektion kombinieren [z. B. Prevedel, R. et al. (2014): Simultaneous whole-animal 3D imaging of neuronal activity using light-field microscopy. Nature methods, 11: 727] Bei Nutzung einer plenoptischen Detektion kann ein dickeres und längeres Lichtblatt erzeugt und eingestrahlt werden. Die Lichtfeld-Detektion kann dazu genutzt werden, aus der zusätzlich vorhandenen Winkelinformation mit einer Belichtung ein Teil der Probe auch in z-Richtung entlang der Dicke des Lichtblatts zu rekonstruieren. So kann die erforderliche Gesamtaufnahmezeit deutlich reduziert werden, da zusätzlich zur lateralen Parallelisierung (Weitfeld) auch entlang der Detektionsachse parallelisiert wird (Plenoptik). Dabei wird das Problem der außerfokalen Hintergrundfluoreszenz, die die plenoptische Rekonstruktion erschwert, durch die Lichtblattbeleuchtung vorteilhaft verringert.
Alternativ zu einer Beleuchtung der Probe beziehungsweise der Probenkammer mit einem Lichtblatt kann die Beleuchtung mittels eines Punkt- oder Multipunktscanners erfolgen. Die Detektion der Bilddaten kann konfokal, im Weitfeld oder mittels plenoptischer Detektion (siehe dazu weiter unten) erfolgen.
Die Probenkammer ist für die Verwendung auf dem Gebiet der Mikroskopie ausgelegt. Sie umfängt einen Probenraum zur Positionierung einer Probe und weist mindestens eine den Probenraum begrenzende Wand mit einer dem Probenraum abgewandten Außenseite auf.
Gekennzeichnet ist die Probenkammer dadurch, dass die Außenseite der Wand die Form eines Kugelabschnitts mit einer Kreisscheibe als Grundfläche aufweist. Außerdem ist eine Probenhalterung zur Halterung der Probe in der Ebene der Kreisscheibe vorhanden.
In einer vorteilhaften Ausführung der Probenkammer überdeckt der Kugelabschnitt einen Winkelbereich von mindestens 90°, bevorzugt aber mindestens 120°. Gut für die mikroskopischen Untersuchungen geklärter Proben eignen sich Probenkammern mit einem überdeckten Winkelbereich von mindestens 150°, insbesondere 180°. In weiteren Ausführungen kann der durch den Kugelabschnitt überdeckte Winkelbereich auch mehr als 180°, beispielsweise 210°, 240° oder 270° betragen.
Die Probenkammer erlaubt vorteilhaft die Positionierung einer Probe mit einer Ausdehnung in jeder Raumrichtung von mindestens 3 mm, beispielsweise mindestens 5 oder 10 mm.
Vorteilhaft ist die Probenkammer mit einer weiteren Wand dicht verschließbar, sodass beispielsweise ein Probenmedium in der Probenkammer gehalten wird und nicht ungewollt aus dieser austreten kann.
Diese weitere Wand kann eine separate Wand sein und zugleich als Probenhalterung dienen. Dazu erstreckt sich eine Innenseite der weiteren Wand in der Ebene der Kreisfläche. Die Probenhalterung in Form einer weiteren Wand kann in weiteren Ausführungsformen auch ein Probenträger mit mindestens einer Trägerfläche sein. Auf einer Trägerfläche ist mindestens ein Stellplatz vorhanden, auf den eine Probenkammer angeordnet, beispielsweise abgestellt, aufgesteckt oder in anderer Weise befestigt werden kann.
Ein Stellplatz kann beispielsweise eine Struktur wie eine Erhebung und/oder eine ringförmige Vertiefung aufweisen. Die Probenkammer kann über die Erhebung gestülpt werden und wird durch diese an dem Stellplatz gehalten. Eine Vertiefung kann ebenfalls eine seitliche Führung für die Probenkammer darstellen. Die Vertiefung kann zudem eine Dichtung enthalten oder eine solche aufnehmen, sodass die Probenkammer flüssigkeitsdicht verschlossen wird. Ein Dichtwirkung kann in weiteren Ausführungen erreicht werden, indem die Oberflächen der in die Vertiefung gestellten Bereiche der Probenkammer und/oder die Oberfläche der Vertiefung eine hohe Passgenauigkeit zueinander aufweisen und beispielsweise durch Adhäsionskräfte oder Kapillarkräfte der Oberflächen oder eines dazwischen befindlichen Flüssigkeitsfilms abgedichtet werden.
Um eine automatisierte Flandhabung insbesondere einer größeren Anzahl von Proben zu erleichtern, kann ein Probenträger mindestens zwei auf dem Probenträger angeordnete Probenkammern aufweisen. Ein solcher Probenträger mit Probenkammern lässt sich im Sinne einer Multiwellplatte handhaben, wie diese aus dem Laborbetrieb bekannt sind.
In weiteren Ausführungen des Probenträgers hat dieser mehrere Trägerflächen, die gegeneinander winkelversetzt angeordnet sind. Der Versatz kann dabei in einer Ebene oder räumlich sein. Beispielsweise können Trägerflächen um eine Achse angeordnet sein. Die einzelnen Trägerflächen können gesteuert in eine Erfassungsposition bewegt werden, während sich die jeweils anderen Trägerflächen in einer Warteposition befinden.
Einzelne Probenkammern, die beispielsweise mit einer separaten Wand verschlossen sind oder aber Probenträger können Kanäle zur Zu-und/oder Abführung von Medien in beziehungsweise aus dem Probenraum aufweisen. Über die Kanäle können unterschiedliche Medien wie Chemikalien zum Klären und/oder Spülen der Probe sowie Probenmedien zu- und abgeführt werden. Um dies in einer gesteuerten Weise geschehen zu lassen, stehen die Kanäle vorteilhaft mit Pumpen und Medienreservoiren in strömungstechnischer Verbindung. Zudem sind vorteilhaft Sensoren und eine Steuerungseinheit vorhanden.
Aberrationen treten beispielsweise infolge von Medien unterschiedlicher Brechungsindizes auf, die von der Beleuchtungsstrahlung und/oder der Detektionsstrahlung durchlaufen werden. In einer möglichen Ausführung des Probenträgers weist dieser wenigstens eine Trägerfläche auf. Auf dieser steht eine umlaufende Wand auf, die einen Stellplatz als eine seitliche Begrenzung umfängt und zusammen mit dem Probenträger einen an einer seiner Stirnflächen offenen Hohlzylinder bildet. Ist die Probenkammer auf dem Stellplatz angeordnet, kann der Hohlzylinder mit einem Immersionsmedium gefüllt werden, in das ein Objektiv eingetaucht werden kann. Diese vereinfachend auch als„Dipping-Kammer" bezeichnete zusätzliche Kammer kann in weiteren Ausführungen auch einen anderen Querschnitt, beispielsweise rechteckig oder vieleckig mit beispielsweise 5, 8, 10 oder 20 Ecken, aufweisen. In einer weiteren Ausführungsmöglichkeit ist die Probenkammer in einem Gefäß angeordnet, beispielsweise auf dessen Boden gestellt.
Eine solche Ausführung eines Probenträgers mit Probenkammer ermöglicht eine komplette Trennung der Optik, insbesondere des Objektivs, von den aggressiven Medien innerhalb der Probenkammer trotz Verwendung eines Immersionsmediums. Mittels dem in dem Hohlzylinder vorhandenem Immersionsmedium können höhere numerische Aperturen realisiert werden, als dies mit einem Luftspalt der Fall wäre. Es ist von Vorteil, wenn das Immersionsmedium in der Dipping-Kammer den gleichen Brechungsindex wie das Probenmedium besitzt. Eine weitere Verbesserung der Abbildungsqualität kann erreicht werden, wenn Immersionsmedium und Probenmedium die gleiche Abbe-Zahl und sogar die gleiche Teildispersion aufweisen.
Eine exakte Anpassung der Brechungsindizes beziehungsweise der Abbe-Zahl und der Teildispersion ist in der Praxis schwierig. So sind oftmals der Brechungsindex, Abbe-Zahl und/oder Teildispersion von
neu- oder weiterentwickelten Medien zum Klären nicht oder nur ungefähr bekannt. Der Brechungsindex des Immersionsmediums kann durch Mischen von zwei oder mehr geeigneten Ausgangsmedien dynamisch angepasst werden. Wenn mit einem dynamisch gemischten Immersionsmedium gearbeitet wird, ist es vorteilhaft, wenn der Brechungsindex des Wandmaterials der Probenkammer nahe am Brechungsindex von Probenmedium und/oder Immersionsmedium liegt.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann mittels einer Vorrichtung zur Erfassung von Bilddaten mit einer Probenkammer oder mit einer Kombination von Probenträger und Probenkammer ausgeführt werden. Die Vorrichtung weist eine Lichtquelle zum Bereitstellen einer Beleuchtungsstrahlung entlang eines Beleuchtungsstrahlengangs auf. Außerdem ist eine strahlformende Optik zur Formung der Beleuchtungsstrahlung zu einem Lichtblatt vorhanden, die mit einem ersten Scanner zusammenwirkt, der in oder nahe einer Pupille des Beleuchtungsstrahlengangs angeordnet ist und zur Auslenkung der Beleuchtungsstrahlung dient.
Gekennzeichnet ist die Vorrichtung neben der Nutzung einer erfindungsgemäßen Probenkammer dadurch, dass ein um einen Pivotpunkt beweglicher zweiter Scanner nahe eines Zwischenbildes im Beleuchtungsstrahlengang angeordnet ist. Die Scanoptik bildet den Pivotpunkt des zweiten Scanners auf einen Eintrittspunkt des Lichtblatts auf der Außenseite der Probenkammer ab.
Die Funktionen des ersten Scanners und des zweiten Scanners bestehen in der Nachführung des Einfallswinkels des Lichtblatts durch den ersten Scanner und einer Ortsverlagerung des Lichtblatts mittels des zweiten Scanners.
Die Winkelnachführung wird durch den ersten Scanner realisiert, der ein üblicher galvanometrischer Scanspiegel sein kann. Da die Bewegung der Winkelnachführung nicht schnell im Sinne einer Scanbewegung eines Laserscanningmikroskops (LSM) sein muss, sind auch andere Aktoren möglich. Beispielsweise können Piezo-Aktoren, Gleichstrommotoren oder Schrittmotoren mit z.B. Spindeltrieb verwendet sein.
Eine Ortsverlagerung des Lichtblatts ist im realen Betrieb der Vorrichtung beispielsweise erforderlich, um z.B. aberrationsbedingte Fokusabweichungen zu korrigieren. Dazu dient der zweite Scanner. Im Gegensatz zu einer typischen Scanneranordnung bei einem LSM stehen nicht beide Scanner in einer Pupille des Beleuchtungsstrahlengangs.
Werden Bilddaten unter verschiedenen z-Relativlagen erfasst, ändern sich auch die optischen Weglängen im Probenmedium. Es kann daher erforderlich sein, die Fokussierung entlang der Lichtblatt-Ausbreitungsrichtung zu korrigieren. Eine solche Korrektur kann zum Beispiel durch Verschieben des Beleuchtungsobjektivs oder einer Tubuslinse oder durch andere Fokussieroptiken erfolgen. Der erste und der zweite Scanner bewegen sich in einer Ebene, während in einer klassischen Scanner-Anordnung in einem LSM die Scanebenen orthogonal zueinander liegen.
Sollte zur Erzeugung des Lichtblatts eine Strahlform gewählt werden, die ein laterales „Verschmieren" durch eine Scanbewegung erfordert, kann dies durch einen dritten Scanner erfolgen, der - vergleichbar zur klassischen LSM-Anordnung - dicht bei dem ersten Scanner steht. Solche Strahlformen sind beispielsweise der Sinc3-Strahl oder der radialsymmetrische Bessel-Strahl. Der erste und der dritte Scanner stehen daher in einer solchen Anordnung pupillennah. Der dritte Scanner bewirkt eine schnelle Bewegung des Lichtblatts orthogonal zur Bewegungsebene des ersten Scanners.
Die für eine Kartographierung von z. B. Neuronen in einem vollständigen Mäusehirn von mehreren Millimetern Größe in der Regel erforderlichen Eindringtiefen führen auch bei bestmöglichen Clearing- Protokollen und zusätzlicher Anpassung der Brechungsindizes zu Aberrationen. Zu deren Korrektur können vorteilhaft adaptive optische Elemente oder Einheiten eingesetzt werden. Geeignete adaptive
optische Einheiten sind beispielsweise deformierbare Spiegel, räumliche Lichtmodulatoren (spatial light modulator, SLM) und deren Kombinationen. Die Verwendung von optischen Hilfsstrukturen, beispielsweise eines sogenannten Guide Star, ist möglich. Die adaptiven optischen Elemente können im Beleuchtungsstrahlengang und/oder im Detektionsstrahlengang angeordnet sein.
Die Erfindung eignet sich insbesondere zur Darstellung geklärter und großer Proben wie Gehirnen von Mäusen. Neben dem Einsatz von Abbildungsverfahren, die für dicke, dichte und streuende Proben geeignet sind, also insbesondere Multiphotonen-Verfahren (Punktscanner, temporal focussing), werden vorteilhaft Objektive beziehungsweise Abbildungssysteme mit eher moderaten Vergrößerungen verwendet. Diese werden vorteilhaft mit Kameras mit sehr großen Pixelzahlen („Makroskop") kombiniert, um einer Kartographierung beispielsweise des gesamten Hirns mit möglichst wenigen Einzelaufnahmen Rechnung zu tragen.
Die Vorteile der Erfindung liegen insbesondere in einer Trennung von Probenmedium und Objektiv. Ist der Probenträger mit einer Mikrofluidik, also mit Kanälen, versehen, können Clearing-Protokolle automatisch und reproduzierbar ausgeführt werden. Ein Wechsel des Probenträgers bzw. der Probenkammer zwischen den Schritten des Klärens und der Abbildung ist nicht erforderlich. Die erfindungsgemäße Probenkammer kann in eine„Lab on the chip"-Umgebung integriert werden. Dabei ist neben der automatisierten Ausführung von Klärungsprotokollen und Bildererfassung auch eine Lagerung der Probe bei gesteuerten Medienaustausch möglich.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und Abbildungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Probenkammer gemäß dem Stand der Technik;
Fig. 2 eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Probenkammer in einer Schnittdarstellung (Fig. 2a) und einer Draufsicht von unten (Fig. 2b);
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Probenkammer und eines Probenträgers;
Fig. 4 eine schematische Darstellung einer ersten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei in Fig. 4a die Erfassung von Bilddaten in einer ersten Winkelrelativlage und einer ersten Z- Relativlage; in Fig. 4b die Erfassung von Bilddaten in einer zweiten Winkelrelativlage und einer zweiten Z-Relativlage und Fig. 4c die Erfassung von Bilddaten in der zweiten Winkelrelativlage und einer dritten Z-Relativlage gezeigt ist;
Fig. 5a bis 5c eine schematische Darstellung einer sequentiellen Erfassung von z-Stapeln unter verschiedenen Winkelrelativlagen und eine resultierende Überdeckung der Probe mit einer Anzahl von z-Stapeln;
Fig. 6 eine schematische Darstellung einer Koordinatentransformation eines z-Stapels in ein horizontal ausgerichtetes Koordinatensystem;
Fig. 7 eine schematische Darstellung einer Koordinatentransformation eines z-Stapels in ein Kugelkoordinatensystem;
Fig. 8 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines abbildenden Systems mit der Möglichkeit der Wahl unterschiedlicher Abbildungsverfahren in Abhängigkeit von der Probe;
Fig. 9 eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer optischen Anordnung zur Orts- und Winkelnachführung bei einer Lichtblattbeleuchtung an einer erfindungsgemäßen Probenkammer sowie eine schematische Darstellung der Winkelnachführung (Einschubfigur);
Fig. 10 eine schematische Darstellung eines ersten Ausführungsbeispiels eines Probenträgers mit einer Anzahl erfindungsgemäßer Probenkammern, und
Fig. 11 eine schematische Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels eines Probenträgers mit einer Anzahl erfindungsgemäßer Probenkammern und Kanälen zur Zu- und/oder Ableitung von Medien.
Die Ausführungsbeispiele sind schematisch dargestellt. Gleiche technische Elemente sind mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
In der Fig. 1 ist eine aus dem Stand der Technik bekannte Probenkammer 1 dargestellt, die einen Probenraum 2 umfängt, in dem eine Probe 3 positioniert werden kann. Der Probenraum 2 ist mit einem Probenmedium 4 gefüllt, in das ein Objektiv 5 einer abbildenden Optik einer nicht näher dargestellten optischen Vorrichtung eingetaucht werden kann. Das zugleich als Immersionsmedium 14 fungierende Probenmedium 4 besitzt einen ersten Brechungsindex nl und steht mit dem Objektiv 5 in direktem Kontakt. Ist das Probenmedium 4 eine Chemikalie oder eine Mischung chemischer Komponenten, wie sie zum Klären der Probe 3 verwendet werden, besteht aufgrund deren oftmals aggressiven Eigenschaften die Gefahr einer Schädigung des Objektivs 5. Der Probenraum 2 ist auf drei Seiten durch eine Wand 6 umfangen, die im Stand der Technik im Wesentlichen aus ebenen Teilflächen gebildet ist, wobei die Teilflächen optisch nicht wirksam, beispielsweise nicht transparent, sein müssen. Die Probe 3 kann entlang eines mit einer optischen Achse OA des Objektivs 5 zusammenfallenden Beleuchtungsstrahlengangs 7 mit einer Beleuchtungsstrahlung beleuchtet werden. Eine in der Probe 3 bewirkte Detektionsstrahlung wird mit dem Objektiv 5 entlang einer Detektionsachse DA Detektionsstrahlengangs 8 erfasst, wobei die optische Ache OA und die Detektionsachse DA zusammenfallen.
Ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Probenkammer 1 ist in der Fig. 2a in einer seitlichen Schnittdarstellung gezeigt. Der Probenraum 2 wird durch eine Wand 6 begrenzt, wobei eine Außenseite 6.1 der Wand 6 die Form eines Kugelabschnitts aufweist (Fig. 2a). Der Kugelabschnitt überdeckt eine Kreisfläche 9 mit einem Mittelpunkt 10 (siehe auch Fig. 2b). Der Probenraum 2 ist durch eine weitere Wand 11 begrenzt, die sich in der Ebene der Kreisfläche 9 erstreckt. Die Probenkammer 1 ist dafür vorgesehen, dass bei ihrer bestimmungsgemäßen Nutzung der
Beleuchtungsstrahlengang 7 durch die Außenseite 6.1 in den Probenraum 2 hinein und der Detektionsstrahlengang 8 ebenfalls durch die Außenseite 6.1 verlaufen. Beleuchtungsstrahlengang 7 und Detektionsstrahlengang 8 können zusammenfallen oder, wie in Fig. 2a symbolisiert, voneinander getrennt sein.
Die sphärische Probenkammer l umschließt die Probe 3, beispielsweise ein abzubildendes Gehirn, möglichst eng. Das zum Klären verwendete Probenmedium 4 befindet sich in der Probenkammer 1. Eine Erfassung von Detektionsstrahlung kann mit einem als Luft-Objektiv ausgebildetem Objektiv 5 erfolgen (siehe z. B. Fig. 4a bis 4c).
In einem weiteren Ausführungsbeispiel ist die Probenkammer l auf eine Trägerfläche 12 eines Probenträgers 13 gestellt und von einer Wand 15 in Form eines auf der Trägerfläche 12 aufstehenden Hohlzylinders umfangen (Fig. 3). Probenträger 13 und Trägerfläche 12 können zusammen in weiteren Ausführungen auch ein offenes Gefäß bilden. Die Wand 15 oder Zylinderwand kann in weiteren Ausführungen in der Draufsicht eine andere, beispielsweise eine eckige oder ovale Form aufweisen. Ein vorhandener Raum 16 oberhalb der Probenkammer l ist mit Luft oder mit einem Immersionsmedium 14 gefüllt, in welches das Objektiv 5 eingetaucht ist beziehungsweise eingetaucht werden kann.
Das Immersionsmedium 14 besitzt einen zweiten Brechungsindex n2 und dient der Erhöhung der Numerischen Apertur (NA) des Objektivs 5. Als Immersionsmedium 14 kann eine nicht-aggressive chemische Verbindung oder ein derartiges Stoffgemisch ausgewählt sein, das zudem meist auch kostengünstig ist.
Die ersten und zweiten Brechungsindizes nl, n2 und gegebenenfalls auch deren Abbe-Zahl vl beziehungsweise v2 können einander angenähert oder identisch gewählt werden. Die Dicke der Wand 6 ist dann möglichst gering und/oder die Wand 6 besteht aus einem Material, dessen Brechungsindex nahe am Brechungsindex nl bzw. n2 liegt.
Das Immersionsmedium 14 kann auch aus zwei oder mehr geeigneten Komponenten gemischt und so die Brechungsindizes nl und n2 bestmöglich aneinander angepasst werden. Eine solche Anpassung der Zusammensetzung des Immersionsmediums 14 kann in weiteren Ausführungen der Erfindung auch dynamisch erfolgen, indem über Zu- und Ableitungen (nicht gezeigt) Komponenten der Immersionsmischung 14 oder ein bereits gemischtes Immersionsmedium 14 gesteuert dem Raum 16 zugeführt werden. Auf diese Weise kann eine solche„Dipping-Kammer" flexibel an unterschiedliche Betriebsbedingungen angepasst werden.
In den Fig. 4a bis 4c wird der Ablauf einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens schematisch gezeigt. In der Fig. 4a ist eine Probenkammer 1 in eine erste Winkelrelativlage gebracht. Das bedeutet, sie ist gegenüber einem Referenzkoordinatensystem, beispielsweise dem dargestellten kartesischen Koordinatensystem mit den zueinander orthogonalen Achsen x, y und z, um einen bestimmten Winkel geneigt. Im gezeigten Beispiel verläuft die Kreisfläche 9 parallel zu einer durch die Achsen x und y aufgespannten Ebene. Entlang eines Beleuchtungsstrahlengangs 7 und einer Beleuchtungsachse BA ist eine Beleuchtungsstrahlung unter einem Einstrahlwinkel a durch die Außenseite 6.1 in den Probenraum 2 eingestrahlt. Aufgrund der Unterschiede der Brechzahlen von Umgebung und Probenmedium 4 wird die Beleuchtungsstrahlung beim Durchgang durch die Wand 6 gebrochen und verläuft anschließend etwa horizontal durch den Probenraum 2 und die Probe 3. Die Positionierung des gebrochenen Abschnitts des Beleuchtungsstrahlengangs 7 entlang der Z-Achse z gibt eine erste z-Relativlage an. Das Objektiv 5 ist auf den gebrochenen Abschnitt des Beleuchtungsstrahlengangs 7, der insbesondere als ein Lichtblatt 17 ausgebildet sein kann, fokussiert.
Eine optische Achse OA des zur Erfassung von Detektionsstrahlung verwendeten Objektivs 5 ist senkrecht zum gebrochenen Abschnitt des Beleuchtungsstrahlengangs 7 und durch den Mittelpunkt 10 gerichtet. Mittels des Objektivs 5 können nun Bilddaten eines Teils der beleuchteten Bereiche, insbesondere einer beleuchteten Ebene, der Probe 3 erfasst werden. Um ein Volumen der Probe 3 entlang der optischen Achse OA zu erfassen, wird ein sogenannter z-Stapel 18 (siehe Fig. 5) von Objektebenen in unterschiedlichen z-Relativlagen erfasst (durch den vertikalen Doppelpfeil symbolisiert) und nachfolgend zusammengesetzt (siehe auch Fig. 5). Dabei eventuell erforderliche Korrekturen des Einstrahlwinkels a des Beleuchtungsstrahlengangs 7 werden zu Fig. 9 erläutert.
Mit diesem Vorgehen kann das Volumen einer größeren Probe 3 nicht vollständig abgebildet werden, da nur eine begrenzte laterale (= Field of view) und vertikale Ausdehnung (=Schärfentiefe) der Fokusebene - tatsächlich eines Fokusvolumens - erfasst werden kann, wie diese schematisch durch das Rechteck in den Fig. 4b und 4c veranschaulicht ist. Würde allerdings die Probenkammer 1 zur vollständigen Erfassung der Probe 3 relativ zum Objektiv 5 lateral bewegt, würden aufgrund der Wölbung der Probenkammer 1 erhebliche Aberrationen auftreten. Erfindungsgemäß wird daher die Probenkammer 1 um den Mittelpunkt 10 geschwenkt und/oder rotiert, wie dies in den Fig. 4b und 4c gezeigt ist. So ist die Probenkammer 1 in Fig. 4b in eine weitere Winkelrelativlage und eine weitere z- Relativlage gebracht. Unter dieser Winkelrelativlage kann wieder ein z-Stapel 18 erfasst (Fig. 4c), abgespeichert und abschließend zu einer Darstellung der Probe 3 zusammengesetzt werden. Für eine vollständige Erfassung der Probe 3 können frei wählbar entsprechende Winkelrelativlagen eingestellt und z-Stapel 18 erfasst werden.
Diese Vorgehensweise ist in den Teilfiguren Fig. 5a bis 5c vereinfacht gezeigt. In einer ersten Winkelrelativlage der Probenkammer 1 wird ein erster z-Stapel 18 entlang eines Detektionsstrahlengangs 8 in Richtung der Z-Achse z erfasst und zusammen mit Daten zur jeweiligen Winkelrelativlage und z-Relativlage abgespeichert (Fig. 5a). Anschließend wird die Probenkammer 1 einen bestimmten Winkel um den Mittelpunkt 10 geschwenkt und/oder rotiert. Von der so in eine zweite oder weitere Winkelrelativlage gebrachten Probe 3 wird erneut ein z-Stapel 18 von Bilddaten erfasst (Fig. 5b). Nach einer Anzahl N solcher Erfassungen von z-Stapeln 18 ist das gesamte Volumen des Probenraums 2 und der nicht dargestellten Probe 3 erfasst und die abgespeicherten einzelnen z- Stapel 18 können zu einer Darstellung des Gesamtvolumens der Probe 3 zusammengefügt werden, wie dies schematisch in der Fig. 5c symbolisiert ist.
Auftretende Überlappungen der einzelnen z-Stapel 18 können zur Verbesserung der Datenqualität verwendet werden, indem beispielsweise eine Auswertung mittels eines Multiview-Fusions- Algorithmus ausgeführt wird. Verbleibende Aberrationen können mittels adaptiver optischer Elemente (siehe z. B. Fig. 8) korrigiert werden.
Die mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens erhaltenen Bilddaten können in unterschiedlichen Koordinaten dargestellt werden. Lediglich stellvertretend sind in den Fig. 6 und 7 eine Transformation eines gekippten z-Stapels 18 in eine horizontale Ausrichtung (Fig. 6) beziehungsweise eines gekippten z-Stapels in Kugelkoordinaten (Fig. 7) gezeigt. Zur Transformation der Koordinaten kann zum Beispiel eine gewichtete Interpolation angewendet werden. Beispielhaft sind erfasste Intensitätwerte lx,y,z von vier Punkten eines z-Stapels 18 gezeigt, die zu einem transformierten Intensitätswert lX'y,z- eines Punktes (Koordinate) des horizontalen (Fig. 6) beziehungsweise des Kugelkoordinatensystems (Fig. 7) interpoliert werden.
Eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels eines abbildenden Systems mit der Möglichkeit der Wahl unterschiedlicher Abbildungsverfahren in Abhängigkeit von der Probe 3 (Fig. 8) umfasst eine Strahlformungseinheit 19 zur Bereitstellung und Formung einer Beleuchtungsstrahlung zu einem Lichtblatt 17 und/oder ein Laserscanningmikroskop LSM (nachfolgend auch kurz: LSM).
Im Beleuchtungsstrahlengang 7 der Strahlformungseinheit 19 und/oder des LSM kann optional eine adaptive optische Einheit 20 vorhanden sein. Im Beleuchtungsstrahlengang 7 des LSM sind beispielsweise wenigstens eine optische Linse 23 und ein Strahlteiler 21 angeordnet. Die Beleuchtungsstrahlung wird durch Wirkung des Strahlteilers 21 zu dem Objektiv 5 gelenkt und in den Probenraum 2 der Probenkammer 1 eingestrahlt. Eine in der Probe 3 hervorgerufene Detektionsstrahlung gelangt durch das Objektiv 5 und den für die Detektionsstrahlung durchlässigen Strahlteiler 21 entlang des Detektionsstrahlengangs 8 zu einer Tubuslinse 22 und weiter zu einem Detektor 25, beispielsweise einer Kamera. Der Strahlteiler 21 kann optional in den Beleuchtungsstrahlengang 7 und/oder den Detektionsstrahlengang 8 eingeschoben oder eingeschwenkt werden.
Die Beleuchtung der Probe 3 kann wahlweise per Lichtblatt 17, mittels eines Punktscanners eines LSM oder mittels eines Multipunktscanners eines LSM erfolgen. Das LSM beziehungsweise die Strahlformungseinheit 19 dienen als Lichtquelle.
Die Erfassung der Detektionsstrahlung kann konfokal, im Weitfeld oder plenoptisch erfolgen. Letztere Variante kann unter Verwendung eines Mikrolinsenarrays 26 erfolgen. Um auftretende Aberrationen zu korrigieren kann eine entsprechend ansteuerbare adaptive optische Einheit 20 im Detektionsstrahlengang 8 angeordnet sein. Das Mikrolinsenarray 26 kann unter Verwendung entsprechender Stellvorrichtungen (nicht gezeigt) optional in den Detektionsstrahlengang 8 eingeschoben oder eingeschwenkt werden.
Die Probenkammer 1 kann mittels eines gesteuert antreibbaren Probentisches 27 um jede der Achsen X, Y und Z geschwenkt und entlang dieser Achsen verschoben werden. Um die Achse Z ist eine Rotation möglich. Um das erfindungsgemäße Verfahren auszuführen, wird die Probenkammer 1 um den Mittelpunkt 10 (siehe Fig. 4a bis 5c) geschwenkt und optional um eine durch den Mittelpunkt 10 und in Richtung der Z-Achse Z verlaufende Achse rotiert (siehe z. B. Fig. 4a bis 5). Zusätzlich oder alternativ zu einer Zustellbewegung entlang der Z-Achse z ist das Objektiv 5 dazu ausgebildet, um mittels eines ansteuerbaren Antriebs 30 in Richtung der Z-Achse z positioniert zu werden.
Optional kann es möglich sein, dass die Probenkammer 1 mittels des Probentisches 27 entlang der Achsen x, y und insbesondere in Richtung der Z-Achse z gesteuert verschoben werden kann, um beispielsweise die Probenkammer 1 relativ zum Beleuchtungsstrahlengang 7 zu positionieren. Die Bewegungsmöglichkeit entlang der Z-Achse z stellt eine Option für die Erfassung der z-Stapel 18 dar.
In weiteren möglichen Ausführungen der Erfindung kann die Einstellung der Winkelrelativlagen und/oder der z-Relativlagen durch eine entsprechende Bewegung des Objektivs 5 erfolgen. Auch ist es möglich, dass beispielsweise die Einstellungen der Winkelrelativlagen und/oder der z-Relativlagen durch Kombinationen der Bewegungen von Objektiv 5 und Probentisch 27 eingestellt werden.
Zur Ansteuerung des Probentischs 27 sowie der diversen Stellvorrichtungen beziehungsweise mindestens eines Antriebs 30 ist eine Steuerungseinheit 28, beispielsweise ein Rechner oder ein entsprechend konfigurierter Teil eines Rechners, vorhanden und in einer zur Übertragung von Daten und Steuerbefehlen geeigneten Weise mit dem Probentisch 27, den Antrieben 30 (beispielhaft nur einer dargestellt) und optional mit der Kamera 25 verbunden (lediglich angedeutet gezeigt).
Erfolgt die Beleuchtung/Detektion durch das Objektiv 5, können die z-Stapel 18 (sieh z. B. Fig. 5a bis 5c) durch Bewegung der Probe 3 und/oder durch Bewegung des Objektivs 5 und Veränderung der jeweiligen Fokusebene als z-Relativlage aufgenommen werden. Die oben beschriebene Rotation der Probenkammer 1 hat dabei keine optische Auswirkung, wenn Drehpunkt und Mittelpunkt 10 zusammenfallen (sieh z. B. Fig. 5).
Insbesondere bei einer Beleuchtung der Probe 3 mit einem Lichtblatt 17 kann es erforderlich sein, den Einstrahlwinkel an in Abhängigkeit einer jeweils aktuellen Z-Relativlage im Sinne einer Winkelnachführung anzupassen. Zusätzlich kann eine Ortsverlagerung nötig sein, um in der Praxis auftretende aberrationsbedingte Fokusverlagerungen zu korrigieren. Vorrichtungsseitig sind Winkelnachführung und Ortsverlagerung mit einer in Fig. 9 gezeigten Vorrichtung möglich.
In der Einschubfigur der Fig. 9 sind schematisch verschiedene Winkel einer Probenkammer 1, eines Beleuchtungsstrahlengangs 7 und eines Lichtblatts 17 gezeigt. Die Probenkammer 1 und der Beleuchtungsstrahlengang 7 ist dabei mit durchgehenden Volllinien in einer ersten Z-Relativlage und mit unterbrochenen Volllinien in einer zweiten Z-Relativlage dargestellt. Außerhalb der Probenkammer 1 durchläuft die Beleuchtungsstrahlung ein Medium mit dem ersten Brechungsindex na. Die Probenkammer l mit dem Probenmedium 4 weist einen zweiten Brechungsindex nb mit nb>na auf. Der jeweilige Einfallswinkel an wird zwischen dem jeweiligen Beleuchtungsstrahlengang 7 und einer Normalen auf der Außenseite 6.1 gemessen. Da die Wand 6, insbesondere deren Außenseite 6.1, als Kugelabschnitt mit einem Radius R ausgebildet ist, verläuft eine Verlängerung der Normalen durch den Mittelpunkt 10 und schließt mit einer als Boden der Probenkammer 1 fungierenden weiteren Wand 11 beziehungsweise mit der Ebene der Kreisfläche 9 einen Winkel gh ein.
In der ersten Z-Relativlage ist die Beleuchtungsstrahlung entlang des Beleuchtungsstrahlengangs 7 unter einem ersten Einfallswinkel ai auf die Außenseite 6.1 der sphärisch geformten Wand 6 der Probenkammer l gerichtet. Die Verlängerung der Normalen tritt unter einem Winkel yl durch den Mittelpunkt 10. Der Beleuchtungsstrahlengang 7 wird entsprechend der Unterschiede der Brechungsindizes na und nb gebrochen. Dabei ist der Einfallswinkel al so gewählt, dass der gebrochene Abschnitt des Beleuchtungsstrahlengangs 7 parallel zur Ebene der Kreisfläche 9 verläuft und beispielsweise mittels eines Objektivs 5 entlang der Detektionsachse DA Bilddaten erfasst werden können. Der gebrochene Abschnitt des Beleuchtungsstrahlengangs 7 schließt mit der Verlängerung der Normalen einen Winkel ßl ein.
Wird die Probenkammer 1 um eine Distanz Dz in Richtung der Z-Achse z in die zweite Z-Relativlage verschoben, kann eine Erfassung von Bilddaten mit gleichbleibender Fokuslage des Objektivs 5 erfolgen, wenn ein Einstrahlwinkel a2 eingestellt wird. Dabei tritt nun die Verlängerung der Normalen unter einem Winkel g2 durch den Mittelpunkt 10. Der gebrochene Abschnitt des Beleuchtungsstrahlengangs 7 schließt mit der Verlängerung der Normalen einen Winkel ß2 ein, wobei ßl > 32 ist.
Ohne eine solche Korrektur des Einfallswinkels an würde der gebrochene Abschnitt des Beleuchtungsstrahlengangs 7 in der zweiten Z-Relativlage nicht mehr parallel zur Ebene der Kreisfläche 9 verlaufen.
Die optische Anordnung zur Orts- und Winkelnachführung bei einer Lichtblattbeleuchtung an einer erfindungsgemäßen Probenkammer gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Strahlformungseinheit 19 auf, in der eine von einer nicht näher dargestellten Lichtquelle bereitgestellte Beleuchtungsstrahlung zu einem Lichtblatt 17 geformt wird. Im Beleuchtungsstrahlengang 7 folgen mindestens eine optische Linse 23, ein erster Scanner Sl, eine Scanoptik 24, eine Tubuslinse 22 und ein Objektiv 5, das als Beleuchtungsobjektiv fungiert.
Der erste Scanner Sl steht in oder nahe einer Pupille P des Beleuchtungsstrahlengangs 7 und dient der Ortsverlagerung. Er ist beispielsweise in Form eines galvanometrischen Scanspiegels ausgebildet. Ein Winkel in der Pupille P entspricht einem Ort in der Probe 3, weshalb eine Winkeländerung des ersten Scanners Sl zu einer Verschiebung des Lichtblatts 17 in Richtung der z-Achse z führt.
Zum Zwecke der Winkelnachführung ist zwischen der Strahlformungseinheit 19 und dem ersten Scanner S1 ein zweiter Scanner S2 angeordnet. Dieser befindet sich nahe eines Zwischenbilds ZB. Die beiden Scanner S1 und S2 lenken den Beleuchtungsstrahlengang 7 in den gleichen Bewegungsebenen ab. Dadurch unterscheiden sie sich von einer Scanneranordnung eines typischen LSM, bei der die Bewegungsebenen orthogonal zueinander liegen. Zur Ortsverlagerung des Auftreffpunkts des Beleuchtungsstrahlengangs 7 auf die Außenseite 6.1 der Probenkammer l wird der Pivotpunkt des zweiten Scanners S2 mittels der Scanoptik 24 auf die Außenseite 6.1 abgebildet. Der zweite Scanner S2 verändert einen Winkel im Zwischenbild ZB, was einer Ortsveränderung in der Pupille P und auf dem ersten Scanner S1 sowie einem Winkel in der Probe 3 entspricht. Da der Winkel kurz vor der Probe 3 eingestellt werden soll, kann mittels axialem Verschieben der optischen Linse 23 eine Winkelabweichung entsprechend korrigiert werden.
Eine erforderliche Korrektur der Fokussierung entlang der Ausbreitungsrichtung des Lichtblatts 17 kann beispielsweise durch Verschieben des Objektivs 5, der Tubuslinse 22 oder durch andere Fokusoptiken erfolgen. Eine Korrektur der Fokussierung kann nötig sein, da die optische Weglänge im Probenmedium 4 an verschiedenen Z-Relativlagen verschieden ist und sich daher während der Erfassung eines z-Stapels 18 verändert.
In einer weiteren Ausführung der optischen Anordnung kann ein dritter Scanner S3 (nicht gezeigt) pupillennah und beispielsweise nahe am ersten Scanner S1 angeordnet sein. Durch Wirkung des dritten Scanners S3 wird eine schnelle Bewegung des Lichtblatts 17 senkrecht zur Zeichnungsebene bewirkt. Eine solche Anordnung kann verwendet werden, wenn zur Erzeugung des Lichtblatts 17 eine Strahlform gewählt wird, die ein laterales„Verschmieren" erfordert (z.B. Bessel-Strahl).
Um beispielsweise eine automatisierte Erfassung von Bilddaten zu erleichtern, können mehrere Probenkammern 1 auf einem Probenträger 13 angeordnet sein beziehungsweise angeordnet werden. Der mehrere Stellplätze für Probenkammern 1 aufweisende Probenträger 13 kann flächig ausgebildet sein (Fig. 10). Eine jeweils zu beobachtenden Probenkammer 1 wird durch eine entsprechende Ansteuerung des Probentischs 27 dem Objektiv 5 zugestellt und/oder das Objektiv 5 wird der jeweiligen Probenkammer 1 zugestellt. Ein erster z-Stapel 18 kann in einer ersten Winkelrelativlage erfasst werden. Zur Erfassung weiterer z-Stapel 18 kann das Objektiv 5 geschwenkt und/oder der Probenträger 13 um den Mittelpunkt 10 der aktuell zu erfassenden Probenkammer 1 geschwenkt werden.
In einer weiteren Ausführung eines Probenträgers 13 für eine Anzahl von erfindungsgemäßen Probenkammern 1 weist dieser gegeneinander winkelversetzte Trägerflächen 12 auf, auf denen jeweils eine Probenkammer 1 angeordnet ist beziehungsweise angeordnet werden kann. Die Trägerflächen 12 können beispielsweise Umfangsflächen eines Karussells oder Revolvers sein. Eine solche Ausführung erhöht gegenüber einer Ausführung gemäß Fig. 10 den zugänglichen Winkelbereich, unter dem Winkelrelativlagen eingestellt werden können.
Ein Probenträger 13 nach einem der vorherigen Ausführungsbeispiele kann mindestens einen Kanal 29 aufweisen, der an einem der Stellplätze mündet (Fig. 11). Der Kanal 29 dient der Zuleitung und/oder Ableitung von Probenmedium 4 in beziehungsweise aus dem Probenraum 2.
Es können in weiteren Ausführungen je Stellplatz beziehungsweise je Probenkammer 1 mindestens je ein Kanal 29 als Medienzuleitung und mindestens je ein Kanal 29 als Medienableitung vorhanden sein. Um eine Zuführung beziehungsweise Abführung von Medien zu erlauben, ist die Probenkammer 1 in der Ebene der Kreisfläche 9 durch die Trägerfläche 12 begrenzt oder in einer weiteren Wand 11 sind entsprechend zu einigen oder allen Kanälen korrespondierende Öffnungen (angedeutet gezeigt) vorhanden. Diese Öffnungen können in weiteren Ausführungen mit einem Ventil oder einem
Verschluss versehen sein, um ein Abnehmen der Probenkammer l von der Trägerfläche 12 zu ermöglichen.
Es ist auch möglich, dass die Probenkammer 1 die Wand 6 aufweist und ein Abschluss in der Ebene der Kreisfläche 9 durch eine Oberfläche der Trägerfläche 12 als weitere Wand 11 gebildet ist. Der Probenraum 2 kann über den Kanal 29 beziehungsweise die Kanäle 29 mit einem Probenmedium 4 versorgt werden. Dabei kann das Probenmedium 4 beispielsweise eine Verbindung zum Klären der Probe 3, eine Nährlösung, ein Puffer oder eine Verbindung zur Unterstützung der Lagerung der Probe 3 sein.
Das in der Fig. 11 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt gegeneinander winkelversetzte Trägerflächen 12, auf denen jeweils auf einem Stellplatz eine Probenkammer 1 aufgesetzt ist. Es kann jeweils eine Trägerfläche 12 mit der darauf vorhandenen Probenkammer 1 in eine Erfassungsposition gebracht werden, die im gezeigten Beispiel die mittlere Position ist, in der die in der Erfassungsposition befindliche Trägerfläche 12 orthogonal zur optischen Achse OA des Objektivs 5 ausgerichtet ist. Um wie bereits oben beschrieben eine Anzahl von z-Stapeln 18 zu erfassen, kann das Objektiv 5 relativ zur Probenkammer 1 geschwenkt und verschiedene Fokusebene erfasst werden, so dass Probenkammer 1 und Objektiv 5 zueinander in verschiedene Winkelrelativlagen und/oder z-Relativlagen gebracht werden können.
Die gegeneinander winkelversetzte und abgewinkelte Anordnung der Trägerflächen 12 ermöglicht eine bessere Zugänglichkeit der jeweils zu erfassenden Probenkammer 1, da die jeweils benachbart angeordneten Probenkammern 1 aus der Ebene der zu erfassenden Probenkammer 1 ausgeschwenkt sind. Die Steuerung der aktuellen Ausrichtung des Probenträgers 13 sowie der Zuleitung und/oder Ableitung von Medien über die Kanäle 29 erfolgt mittels der Steuerungseinheit 28 sowie mittels Antrieben 30 und/oder Pumpen 30.
Bezugszeichen
1 Probenkammer
2 Probenraum
3 Probe
4 Probenmedium
5 Objektiv
6 Wand
6.1 Außenseite (der Wand)
7 Beleuchtungsstrahlengang
8 Detektionsstrahlengang
9 Kreisfläche
10 Mittelpunkt
11 weitere Wand
12 Trägerfläche
13 Probenträger
14 Immersionsmedium
15 Wand (auf Trägerfläche aufstehend)
16 Raum
17 Lichtblatt
18 z-Stapel
19 Strahlformungseinheit
20 adaptives optisches Element
21 Strahlteiler
22 Tubuslinse
23 optische Linse
24 Scanoptik
25 Kamera, Detektor
26 Mikrolinsenarray
27 Probentisch
28 Steuerungseinheit
29 Kanal
30 Antrieb, Pumpe
et Einfallswinkel
ß Winkel
T Winkel
BA Beleuchtungsachse
DA Detektionsachse
Intensitätswert
Ic'U,z' transformierter Intensitätswert
LSM Laserscanningmikroskop na erster Brechungsindex
nb zweiter Brechungsindex
OA optische Achse
P Pupille
51 erster Scanner
52 zweiter Scanner
53 dritter Scanner
ZB Zwischenbild