Anordnung zur OCT-gestützten Laser-Vitreolyse
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung zur OCT-gestützten Laserbe handlung von Glaskörpertrübungen.
Der Glaskörper besteht aus einer meist klaren, gelartigen Substanz im Augenin neren zwischen der Linse und der Netzhaut. In jungen Jahren ist der Glaskör per vollkommen durchsichtig und hat Kontakt zur Netzhaut. Im Laufe des Le bens verflüssigt sich der Glaskörper und löst sich zunehmend von der Netzhaut ab, was als hintere Glaskörperabhebung bezeichnet wird. Dies ist ein normaler Alterungsprozess, der sich üblicherweise nach dem 50. Lebensjahr abspielt.
Die abgelösten Glaskörperanteile fallen im Inneren des Auges zusammen und die Gerüstsubstanzen und Verdichtungen des Glaskörpers werden für die Pati enten sichtbar. Da sie sich auch über das Gesichtsfeld bewegen können wer den sie auch als Floater bezeichnet. Oft liegen als Ursache von Floatern nach der Ablösung des Glaskörpers auch membranartige Strukturen an der posterio ren Seite des Glaskörpers vor, z.T. sogar Blutreste, falls es bei der Glaskör perablösung zu Netzhautverletzungen kam. In selteneren Fällen können Floater auch bei Stoffwechselproblemen als kristallartige Ausfällungen im Glaskörper vorliegen.
Auch wenn Floater meistens keine krankhafte Ursache haben, sind sie nicht so harmlos wie allgemein angenommen, weil sie die Lebensqualität und auch Ar beitsproduktivität der Betroffenen teilweise erheblich beeinträchtigen können.
Besonders gegen einen hellen Hintergrund, z. B. beim Arbeiten am Computer, beim Lesen oder beim Blick gegen den blauen Himmel oder Schnee werden diese Trübungen wahrgenommen und stören das Sehvermögen. Besonders störend können Floater sein, die beim Lesen infolge der Lesebewegungen in den zentralen Sichtbereich hinein und hinaus geschleudert werden.
Weil sie oft die Form einer „fliegende Mücke“ haben, werden sie - aus dem Französischen - mit dem Fachausdruck „Mouches-Volantes“ beschrieben. Die Trübungen können aber auch andere Formen haben, z. B. ast-, ring- oder sternförmig sein oder auch als Punktwolken vorliegen. Im Folgenden wird für die zu behandelnden Glaskörpertrübungen, unabhängig von dessen Art bzw. Form der Begriff „Floater“ verwendet.
Floater verschwinden i.A. nicht ohne Behandlung, weil das Immunsystem sie nicht als abnormal erkennt und daher nicht abbaut. Von den Betroffenen lassen sie sich kaum ignorieren oder übersehen. Bestimmte Floater-Typen, wie dieje nige durch Blutreste nach Netzhautblutungen, werden z.T. vom Körper resor biert, auch wenn dies oft Wochen oder Monate benötigt.
Bei einer sogenannten Vitrektomie wird nach Eröffnung des Auges mit Schneid instrumenten der Glaskörperteilweise (Kernvitrektomie) oder vollständig zer kleinert, abgesaugt und entfernt. Ein derartiger Eingriff wird routinemäßig bei Netzhautablösungen oder Peeling epiretinaler Membranen durchgeführt, wird allerdings zur Beseitigung der umschriebenen Glaskörpertrübungen meist als unverhältnismäßige Therapie angesehen. Zudem ist die Vitrektomie invasiv, er fordern einen Klinikaufenthalt und birgt die mit einem chirurgischen Eingriff ver bundenen Risiken, insbesondere häufig die Induzierung einer Katarakt, seltener einer Netzhautablösung und sehr selten, aber möglich einer Endophthalmitis.
Mit der sogenannten Laser-Vitreolyse bietet sich jetzt eine risikoarme Behand lungsalternative an. Die Laser-Vitreolyse ist eine schonende, risikoarme und schmerzfreie Laserbehandlung, mit der Glaskörpertrübungen vaporisiert oder zerstäubt werden können, ohne das Auge zu eröffnen.
Bei der Laser-Vitreolyse werden kurze Laserlichtpulse auf die Glaskörpertrü bungen gerichtet, um dort auf Grund der hohen Laserintensität im Fokusbereich einen optischen Durchbruch bzw. eine Photodisruption zu erzielen. Die Floater und der sie umgebende Glaskörper nehmen die Laserenergie auf, es bildet sich
ein schneidendes oder expandierendes Laserplasma, wodurch die Floater va porisiert und/oder zerkleinert werden und sich dadurch auflösen können. Die Behandlung ist schmerzarm und ohne Infektionsrisiko. Mit der Laser-Vitreolyse steht ein sicheres Verfahren zur schonenden Behandlung von störenden Glas körpertrübungen zur Verfügung, wenn sichergestellt werden kann, dass wich tige und empfindliche Augenstrukturen nicht durch den Laser geschädigt wer den, wie z.B. der Kapselsack, die Kristalllinse oder Netzhautbereiche, insbeson dere die Macula.
Allerdings ist der Erfolg der Behandlung von der Art der Floater abhängig. Be sonders erfolgreich ist die Behandlung bei sogenannten Weiß-Ringen. Gewebe stränge lassen sich durchtrennen und die Gewebsverdichtungen, die für die stö renden Schatten verantwortlich sind, können beseitigt werden.
Bereits seit über 3 Jahrzehnten werden Floater mit YAG Lasern behandelt (Brasse, K., Schmitz-Valckenberg, S., Jünemann, A. et al. Ophthalmologe (2019) 116: 73. https://doi.Org/10.1007/500347-018-0782-1 ). Aber selbst m it den bisherigen High End Geräten kann nur der vorderste Bereich des Glaskör pers mit Präzision und Zielsicherheit behandelt werden. Im tieferen Glaskörper bereich sind diese Laser nicht präzise genug. Aber gerade dort liegen die meis ten Glaskörpertrübungen, da sie ja oft das Resultat posteriorer Glaskörperablö sungen sind.
Nach dem bekannten Stand der Technik existieren bereits zahlreiche Lösungen zur Laserchirurgie von Gewebe des Auges, insbesondere im Glaskörper.
So beschreibt die DE 102011 103 181 A1 eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Femtosekunden-Laserchirurgie von Gewebe, insbesondere im Glaskörper des Auges. Die Vorrichtung besteht aus einem Ultrakurzpulslaser mit Pulslän gen im Bereich von ca. 10fs-1ps, insbesondere ca. 300fs, Pulsenergien im Be reich von ca. 5nJ-5pJ, insbesondere ca. 1 — 2m J und Pulsrepetitionsraten von ca. 10kHz-10 MHz, insbesondere 500 kHz. Das Lasersystem ist mit einem
Scanner-System gekoppelt, welches die räumliche Variation des Fokus in drei Dimensionen ermöglicht. Die Vorrichtung besteht neben diesem therapeuti schen Laser-Scanner-Optik-System weiterhin aus einem damit gekoppelten Na vigationssystem.
Die US 2006/195076 A1 beschreibt System und Verfahren zur Herstellung von Einschnitten in Augengewebe in verschiedenen Tiefen. Das System und das Verfahren fokussieren Licht, möglicherweise in einem Muster, auf verschiedene Brennpunkte, die sich in verschiedenen Tiefen innerhalb des Augengewebes befinden. Mit einer segmentierten Linse können mehrere Brennpunkte gleich zeitig erstellt werden. Optimale Einschnitte können erzielt werden, indem das Licht nacheinander oder gleichzeitig in verschiedenen Tiefen fokussiert wird, eine erweiterte Plasmasäule und ein Strahl mit einer verlängerten Taille erzeugt werden. Die hier beschriebenen Techniken können unter anderem auch ver wendet werden, um neue ophthalmologische Verfahren durchzuführen oder be stehende Verfahren zu verbessern, einschließlich Dissektion von Gewebe im posterioren Pol, wie beispielsweise Floater, Membranen und die Retina.
Auch die US 2014/257257 A1 beschreibt ein System und sein Verfahren zum Behandeln von Zielgewebe im Glaskörper eines Auges, umfassend eine La sereinheit zum Erzeugen eines Laserstrahls und einen Detektor zum Erzeugen eines Bildes des Zielgewebes. Das System enthält auch einen Computer, der einen Brennfleckpfad zum Emulgieren des Zielgewebes definiert. Ein Kompara tor, der mit dem Computer verbunden ist, steuert dann die Lasereinheit, um den Brennpunkt des Laserstrahls zu bewegen. Diese Fokuspunktbewegung wird durchgeführt, um das Zielgewebe zu behandeln, während Abweichungen des Fokuspunkts vom definierten Fokuspunktpfad minimiert werden.
Die US 2015/342782 A1 betrifft ebenfalls ein System und ein Verfahren zur Ver wendung eines computergesteuerten Lasersystems bereitgestellt, um eine par tielle Vitrektomie des Glaskörpers in einem Auge durchzuführen. Operativ wird zunächst ein optischer Kanal durch den Glaskörper definiert. Glasartige und
suspendierte Ablagerungen (Floater) im optischen Kanal werden dann abgetra gen und in einigen Fällen aus dem optischen Kanal entfernt (z. B. abgesaugt).
In einigen Fällen kann eine klare Flüssigkeit in den optischen Kanal eingeführt werden, um das abgetragene Material zu ersetzen und dadurch eine ungehin derte Transparenz im optischen Kanal herzustellen. Allgemein betrifft die vorlie gende Erfindung Systeme und Verfahren für ophthalmologische Laseroperatio nen. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung Systeme und Verfahren zum Verwenden gepulster Laserstrahlen zum Entfernen sogenannter Floater.
Die US 2018/028354 A1 beschreibt ebenfalls ein Verfahren und ein System für einen ophthalmologischen Eingriff an einem Auge. Anhand eines Bildes von mindestens einem Teil des Auges werden unerwünschte Merkmale identifiziert. Als unerwünschte Merkmale in der Glaskörperhöhle gelten glasige Trübungen, die die Sicht beeinträchtigen, wie beispielsweise Floater. Nach dem Identifizie ren und Lokalisieren der Floater werden diese von einem Arzt anvisiert und ma nuell mit Laserpulsen „beschossen“. Die Laserenergie verdampft zumindest ei nen Teil einer glasartigen Opazität. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis die Trü bung des Glaskörpers beseitigt ist. Der gesamte Vorgang wird für jede Trübung des Glaskörpers wiederholt, bis die Flüssigkeit des Glaskörpers als ausreichend klar erachtet wird.
Ein von der Firma ELLEX beschriebenes Verfahren (Produkt-Broschüre der Firma Ellex Medical Pty Ltd.; „Tango Reflex - Laser Floater Treatment“; PB0025B; 2018; (http://www.ellex.com)) sieht die Nutzung eines gepulsten Nanosekundenlasers (YAG) vor, um Glaskörpertrübungen zu zerlegen oder durch Umwandlung in Gas vollständig zu beseitigen. Mit einem Pilot-Laserstrahl wird das Zielgebiet (Floater) anvisiert und danach mit ein oder mehrere Therapielaserpulsen „beschossen“. Dabei werden sowohl der Pilot-Laserstrahl aus auch die Therapielaserpulse vom Anwender manuell ausgelöst. Eine derartige manuelle Laser-Behandlung besteht typischerweise aus zwei, jeweils 20-60 Minuten dauernden Einzelbehandlungen.
Die Verwendung von Laserenergie im Rahmen einer Laser-Vitreolyse ist nicht in vasiv und vermeidet die Nachteile chirurgischer Eingriffe, ist jedoch auch mit Nachteilen bzw. Risiken verbunden.
So kann das Zielen des Lasers schwierig sein. Da der Arzt den Glaskörper ent lang des Strahlengangs betrachtet, kann es schwierig sein, die Tiefe der Position der Netzhaut, die Tiefe der Trübung des Glaskörpers oder andere relevante Merk male zu bestimmen. Infolgedessen besteht die Gefahr, dass die Trübung des Glaskörpers verfehlt und/oder das Auge verletzt wird.
Insbesondere erweist sich die Behandlung positionsveränderlicher und schwer er kennbarer, weitgehend transparenter Floater, die als Phasenobjekte trotzdem stö rende Schatten auf der Netzhaut erzeugen können, als schwierig.
Die Anwendung von Laserenergie kann auch zu einer zusätzlichen Bewegung der Trübungen des Glaskörpers führen, was die Behandlung noch mehr erschwert. Somit richtet der Arzt den Laser nach jeder Anwendung von Laserenergie neu aus. Dies kann viel Zeit in Anspruch nehmen. Daher ist eine Behandlung mit La serenergie aufwändig und sowohl für den Patienten als auch für den Arzt belas tend.
Ein weiteres mögliches Problem sind unvollständige Glaskörperabhebungen, die zu lokalen Vitreotraktionen bis hin zu Netzhautablösungen führen können. Eine Laserbehandlung im Glaskörper kann, durch die sich in dessen Folge ausbreiten den Schockwellen zu Veränderungen der Kräfteverhältnisse im Glaskörper führen und dadurch beispielsweise Spannungen an der Netzhaut verursachen.
Letztendlich erweist sich auch die Behandlung von solchen Floatern als beson ders schwierig, die sich nahe an empfindlichen Strukturen des Auges befinden.
Die Laserstrahlung kann hier zu Schädigungen von Netzhaut, Augenlinse oder Macula führen.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Lösung zur OCT- gestützten Laserbehandlung von Glaskörpertrübungen zu entwickeln, die die Nachteile der bekannten technischen Lösungen behebt. Mit der Lösung soll eine einfachere, schnellere und vor allem sicherere Behandlung störender Glas körpertrübungen durch Laser-Vitreolyse möglich sein. Zudem soll die Lösung leicht zu implementieren und wirtschaftlich kostengünstig sein.
Diese Aufgabe wird mit der vorgeschlagenen Anordnung zur OCT-gestützten Laser-Vitreolyse, bestehend aus einem OCT-System, einem Lasersystem mit Ablenkeinheit, optischen Elementen zur Kopplung von OCT- und Lasersystem, einer Anzeigeeinheit und einer zentralen Steuer- und Bedieneinheit, dadurch gelöst, dass das OCT-System ausgebildet ist die Floater zu lokalisieren, dass das Lasersystem ausgebildet ist die Floater mittels Laserpulsen zu zerstören, dass die zentrale Steuer- und Bedieneinheit ausgebildet ist, die Koordinaten der lokalisierten Floater zu bestimmen, die Ablenkeinheit des Lasersystem entspre chend auszurichten und das Lasersystem zu fokussieren und zu aktivieren.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale der unabhängigen An sprüche gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen und Ausgestaltungen sind Gegen stand der abhängigen Ansprüche.
Vorteilhafte Ausgestaltungen beziehen sich hauptsächlich auf die zentrale Steuer- und Bedieneinheit, die insbesondere ausgebildet ist, neben den Koordi naten der lokalisierten Floater auch deren Abstand zu Strukturen des Auges zu bestimmen und Ausschlusskriterien für die Behandlung abzuleiten.
So kann sie weiter ausgebildet sein, neben den Koordinaten auch den Typ und/oder die Geometrie der Floater zu bestimmen und daraus anwendungsspe zifische Bestrahlungsmuster für das Lasersystem zu generieren bzw. auszusu chen.
Vorteilhaft ist die zentrale Steuer- und Bedieneinheit in der Lage, Veränderun gen der dem lokalisierten Floater nächstliegenden Struktur des Auges während der Behandlung festzustellen und Abbruchkriterien für die Behandlung abzulei ten.
Einerweiteren Ausgestaltung entsprechend ist die zentrale Steuer- und Bedien einheit ausgebildet, unter Berücksichtigung der abgeleiteten Ausschlusskriterien für die Behandlung sowie der generierten bzw. ausgesuchten anwendungsspe zifischen Bestrahlungsmuster automatisch innerhalb einer Zeit von < 20ms, be vorzugt < 10 ms, besonders bevorzugt < 5 ms die Laserbehandlung auszulö sen.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung, die zur schonenden, risikoar men und schmerzfreien Laserbehandlung von Glaskörpertrübungen vorgesehen ist. Es wird ein teilweise oder vollständig automatisiertes Therapiegerät (System) vorgeschlagen, bei dem ein OCT-System zur Navigation genutzt wird, um die Floater im Zuge der Behandlung zu lokalisieren und die Behandlung dadurch zu unterstützen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher be schrieben. Dazu zeigen
Figur 1 : die symbolische Darstellung einer Spaltlampe, in die die erfindungs gemäße Anordnung zur OCT-gestützten Laser-Vitreolyse integriert ist.
Die erfindungsgemäße Anordnung zur OCT-gestützten Laser-Vitreolyse besteht aus einem OCT-System, einem Lasersystem mit Ablenkeinheit, optischen Ele menten zur Kopplung von OCT- und Lasersystem, einer Anzeigeeinheit und ei ner zentralen Steuer- und Bedieneinheit, wobei das OCT-System ausgebildet ist die Floater zu lokalisieren, das Lasersystem ausgebildet ist die Floater mit tels Laserpulsen zu zerstören und die zentrale Steuer- und Bedieneinheit
ausgebildet ist, neben den Koordinaten der lokalisierten Floater auch deren Ab stand zu Strukturen des Auges zu bestimmen, Ausschlusskriterien für die Be handlung abzuleiten, die Ablenkeinheit des Lasersystem auf diese Koordinaten auszurichten und das Lasersystem zu fokussieren und zu aktivieren. Vorzugs weise verfügt das Lasersystem über eine motorische Ablenkeinheit zur automa tisierten Strahlablenkung (Scanning) in bis zu drei Dimensionen.
Beim Fokussieren das Lasersystems wird vorzugsweise eine programmierte Fo kusverschiebung zwischen Zielposition und dem lokalisierten Floater berücksich tigt.
Um die vom Laserstrahl erzeugte Schalldruckwelle mit auszunutzen wird eine an teriore Position zum Floater bevorzugt und in den Anwendersettings der zentralen Steuer- und Bedieneinheit eingestellt.
Erfindungsgemäß werden von der zentralen Steuer- und Bedieneinheit aus den OCT-Aufnahmen die Koordinaten der lokalisierten Floater und deren Abstand zu Strukturen des Auges bestimmt. Dazu werden die vitreoretinalen Grenzflä chen, bevorzugt über einen Gesichtsfeldwinkel von über 45° oder über 120°, mittels OCT-Aufnahmen aufgenommen.
Dies dient vorrangig dazu, um vor einer Glaskörperbehandlung (insbesondere Floater-Laserbehandlung oder auch Vitrektomie) festzustellen, ob sich hinsicht lich der Behandlung möglicherweise problematische Regionen ergeben, weil die detektierten Floater zu dicht an empfindlichen Strukturen des Auges liegen. Auf Basis dieser Aufnahmen und anderer Informationen (Ausschlusskriterien) wird zunächst eine Entscheidung für oder gegen eine Behandlung getroffen.
Von der zentralen Steuer- und Bedieneinheit dienen die bestimmten Abstände der lokalisierten Floater zu Strukturen des Auges dazu, Ausschlusskriterien für die La serbearbeitung abzuleiten und zwar, wenn der Abstand der lokalisierten Floater
zur Netzhaut, Fovea, Linse o. ä. zu gering ist, so dass eine Laserbehandlung Blu tungen, retinale Läsionen oder gar einen Netzhautabriss zur Folge haben kann.
Aus den Koordinaten der lokalisierten Floater können weiterhin Bearbeitungs- und Sperrzonen bestimmt werden.
Diese dienen zum einen dazu eine automatisierte Optimierung der Positionierung des Bearbeitungslaserfokus zu realisieren. Zum anderen wird die Bearbeitung nur erlaubt, wenn sich der Bearbeitungslaserfokus außerhalb der Sperrzone befindet.
Während als Sperrzone in Bezug auf die zu erwartende optische und Schallwel lenbelastung ein Abstand <1 5mm ausreicht, ist für sensitive Bereiche des Auges ein Abstand von < 2 - 3mm anzuwenden.
Der Anwender kann (akustisch und/oder optisch) gewarnt werden, wenn sich der Bearbeitungslaserfokus der Sperrzone nähert. Zusätzlich ist es möglich die Annä herung an sensitive Strukturen zu erkennen und anzuzeigen. Es ist aber auch möglich die Laserbearbeitung abzubrechen.
Es gibt verschiedene Formen von Glaskörpertrübungen, die sich auch unter schiedlich gut therapieren lassen.
Die so genannten Weiß-Ring-Floater sind relativ große, faserige ringförmige Floater, die sich üblicherweise in sicherer Entfernung von der Linse und der Netzhaut des Auges befinden. Dadurch können diese Floater sicher und effektiv mit der Laser-Vitreolyse behandelt werden.
Floater in Form faserartiger Stränge kommen häufig bei jüngeren Personen vor und werden als Ansammlung von Punkten oder als fadenartige Gewebe wahr genommen. Abhängig von der Größe und Position können diese Floater auch mit der Laser-Vitreolyse behandelt werden.
Im Gegensatz dazu sind diffuse (wolkenartige) Floater die Folge natürlicher Al terung. Diese Art von Floatern kann zwar auch mit der Laser-Vitreolyse behan delt werden, allerdings sind oft mehrere Behandlungen für ein zufriedenstellen des Resultat notwendig.
Einer ersten bevorzugten Ausgestaltung entsprechend ist die zentrale Steuer- und Bedieneinheit zusätzlich ausgebildet, neben den Koordinaten auch den Typ und/oder die Geometrie der Floater zu bestimmen und daraus anwendungsspe zifische Bestrahlungsmuster für das Lasersystem zu generieren bzw. auszu wählen.
Solche Floater-Typen können beispielsweise Weiß-Ringe sein, die sich durch Glaskörperablösung am Sehnervenkopf bilden, Membranen, die sich an posteri oren Grenzflächen des Glaskörpers nach Ablösung von der Netzhaut bilden, Wolken kristallartige Floater infolge von Stoffwechselproblemen oder aber auch koaguliertes Blut nach Netzhautblutungen. Die Art der Floater kann über die OCT-Signalstärkenverteilung, Absorption (beispielsweise durch Feststellung ei ner verstärkten Reduktion der Signale posteriorer Strukturen hinter einem Blut gerinnsel), die Größe und Form, Position (beispielsweise Nähe zum Sehnerven kopf), Beweglichkeit oder auch die Reaktion auf Laserbearbeitung erfolgen.
Einer zweiten bevorzugten Ausgestaltung entsprechend ist die zentrale Steuer- und Bedieneinheit zusätzlich ausgebildet, Veränderungen der dem lokalisierten Floater nächstliegenden Struktur des Auges während der Behandlung festzu stellen und Abbruchkriterien für die Behandlung abzuleiten. Diese nächstlie- gende Struktur kann beispielsweise der Kapselsack sein oder auch die vitreore- tinale Grenzfläche.
Erfindungsgemäß wird eine Abbruchs- oder Fortführungsentscheidung während der Behandlung durch eine Erfassung der Änderung von geometrischen Verhält nissen an der vitreoretinalen Grenzfläche abgeleitet.
Bevorzugt Kriterien dafür sind:
• eine Vergrößerung (oder Überschreitung eines Grenzwertes) einer lokalen Richtungs- oder Krümmungsänderung auf der Retinaoberfläche,
• eine Vergrößerung (oder Überschreitung eines Grenzwertes) des Winkels zwischen Glaskörpergrenzfläche (oder epiretinalen Membran) und der Re tinaoberfläche,
• ein Überschreiten eines Grenzwertes einer relativen Lageänderung inner halb der Retinaschichten (z.B. lokale Verschiebung einer Retinaregion in anteriore Richtung),
• eine Blutung als Abbruchskriterium die während der Behandlung einsetzt,
• eine Kapselsackruptur die während der Behandlung einsetzt, oder
• ein erhöhter Augeninnendruck der während der Behandlung einsetzt.
Besonders bevorzugt erfolgt die Detektion der Positionen der Floater zu den an empfindlichen Strukturen des Auges aus den OCT-Aufnahmen automatisch. Dazu werden mittels des OCT-Systems der Abstand zwischen hinterem Kapselsack und Netzhautstrukturen ermittelt und genutzt, um jeweils zu entscheiden, welche die nähere sensitive Struktur ist, die mittels OCT verfolgt werden soll.
Bei deren Fortführung wird über den Behandlungsverlauf hinweg mittels OCT weiterverfolgt, ob die Behandlung fortgesetzt werden kann oder abgebrochen werden muss.
Durch das Ableiten eines Abbruchskriteriums soll insbesondere verhindert wer den, dass sich durch die Vitreousbearbeitung die mechanischen
Spannungsverhältnisse an der vitreoretinalen Grenzfläche ungünstig entwickeln und spätere retinale Läsionen oder gar ein Netzhautabriss wahrscheinlicher werden.
Einer dritten bevorzugten Ausgestaltung entsprechend ist die zentrale Steuer- und Bedieneinheit zusätzlich ausgebildet, unter Berücksichtigung der abgeleite ten Ausschlusskriterien für die Behandlung sowie der generierten bzw. auszusu chenden anwendungsspezifischen Bestrahlungsmuster automatisch innerhalb der Behandlung den Laser auszulösen.
Um zu verhindern, dass sich der lokalisierte Floater aus dem Fokusbereich des Bearbeitungslasers bewegt, erfolgt das Auslösen des Bearbeitungslasers erfin dungsgemäß innerhalb einer Zeitdauer von < 50ms, besser < 20ms, bevorzugt < 10 ms, besonders bevorzugt < 5 ms nach Überlagerung eines Floaters mit dem Laserfokus.
Erfindungsgemäß basieren die optischen Elemente zur Kopplung von OCT- und Lasersystem auf dichroitischen oder polarisationssensitiven Komponenten oder nutzen eine geometrische Kombination (Pupillenteilung). Nicht bevorzugt, aber möglich sind sehr kurzfristig in den Strahlengang eingebrachte Spiegel, um ein sehr schnelles Umschalten zwischen Bearbeitungslaser und OCT-Strahl zu er möglichen, beispielsweise mittels eines schnell rotierenden Spiegels mit Trans missionsfenstern. Bevorzugt werden die Strahlquerschnitte von OCT und Laser vor der Überlagerung so gewählt, dass die numerische Apertur des OCT-Strahls im Auge kleiner ist als diejenige des Bearbeitungslasers. Ein Vorteil dieser Einstel lung ist, dass die Signalstärken im OCTSignal bei axialen Fokuslagen sich weni ger stark ändern als bei anderen Konfigurationen der numerischen Apertur
Die Kopplung mittels dichroitischer, optischer Komponenten erfolgt bevorzugt mittels Notch-Filter, der den Bearbeitungslaser transmittiert und den OCT-Strahl reflektiert.
Bei einer geometrischen Kombination werden beide Strahlen dicht nebeneinan der geführt, wobei der jeweilige Winkel bei der Abstandsbestimmung zur Fokus position entsprechend berücksichtigt wird.
Als Anzeigeeinheit finden Okulare und/oder ein Display Verwendung.
Einer vierten bevorzugten Ausgestaltung entsprechend, sind das OCT-System, das Lasersystem mit Ablenkeinheit, die optischen Elementen zur Kopplung von OCT- und Lasersystem, die Anzeigeeinheit und die zentrale Steuer- und Bedien einheit in eine Spaltlampe integriert.
Dies hat den Vorteil, dass der Anwender mit der Spaltlampe den hinteren Teil des Auges betrachten und die Trübungen des Glaskörpers lokalisieren kann.
Hierzu zeigt die Figur 1 die symbolische Darstellung einer Spaltlampe, in die die erfindungsgemäße Anordnung zur OCT-gestützten Laser-Vitreolyse integriert ist.
In die (nur als Box dargestellte) Spaltlampe 1 sind zusätzlich das OCT-System 2, das Lasersystem 3 mit Ablenkeinheit, das dichroitische optische Element 4 zur Kopplung von OCT- und Lasersystem, ein Anzeigedisplay 5 und einer zentralen Steuer- und Bedieneinheit 6 integriert.
Bekanntermaßen ist die Spaltlampe 1 auf einer Grundeinheit 7 angeordnet und kann über einen Joystick 8 in Bezug auf das Auge 9, entlang der z-Achse positio niert werden.
Im Auge 9 sind neben der Augenlinse 10 ein lokalisierter Floater 11 und der La serfokus 12 abgebildet. Da im vorliegenden Fall die Retina die nächstliegende Struktur des Auges 9 zum lokalisierten Floater 11 ist, wird während der Behand lung dieser (mittels Positionsnummer 13 gekennzeichnete) Bereich mittels OCT näher untersucht.
Im Anzeigedisplay 5 können dem Bediener neben dem lokalisierten Floater 11 beispielsweise auch anwendungsspezifische Bestrahlungsmuster, Ausschlusskri terien oder Abbruchkriterien für die Behandlung, oder auch definierte Bearbei- tungs- und Sperrzonen angezeigt werden.
Die vorgeschlagene Anordnung sieht die Verwendung eines OCT-Systems vor, welches auf einem Spektral-Domain- oder Time-Domain- oder auch einem Swept- Source-Verfahren basiert. Auch ein OCT-Holoskopie System ohne Scansystem ist für diesen Einsatz vorteilhaft und vorgesehen, um ohne Verzögerungen eine dynamische Positionskontrolle des Laserstrahlfokus im Glaskörper zur Verfügung zu haben.
Dabei sind erfindungsgemäß für ein Spectral-Domain System eine axiale Scan tiefe >1mm, bevorzugt 4mm in Gewebe, bei einer axialen Auflösung <100pm, be vorzugt 5pm FWHM in Gewebe, und einer Schwerpunktwellenlänge von 840nm vorgesehen, sowie einer A-Scanrate von 10 bis 100kHz. Bevorzugt verfügt das System über z-Tracking von Retina oder Kapselsack in Abhängigkeit davon, wel che Struktur des Auges näher am lokalisierten Floater liegt.
Für ein Swept-Source System wird eine Schwerpunktwellenlänge im Bereich von 1000-1070nm, insbesondere 1050nm oder 1060nm, einer und Scanraten von 1kHz bis 100MHz (z.B. mittels Fourier-Domain-Mode-Locked-Laser (FDML) oder VCSEL-Laser) bevorzugt. Das System wird erfindungsgemäß mit einem YAG- Laser, Notch-Schichtsystemfilter kombiniert und deckt dabei mit seiner Scantiefe das gesamte Auge ab. Die axiale Auflösung des SS-OCTs wird bevorzugt so ge wählt, dass die sie der Rayleigh-Länge des Bearbeitungslasers entspricht oder aber größer als das Doppelte bis Dreifache der Rayleigh-Länge ist. Eine höhere axiale Auflösung ist zwar möglich, erlaubt aber kaum eine bessere Floaterbehand lung.
Erfindungsgemäß ist auch ein Time-Domain System mit scannendem Referenz arm anwendbar. Die bevorzugten Parameter entsprechen, bis auf die A-Scanrate,
denen beim SD-OCT. Die A-Scanraten liegen in diesem Fall im Bereich einiger kHz, insbesondere 2 bis 4kHz.
Für alle OCT-Varianten sind die jeweiligen Wegeanteils in Luft und Auge zu be rücksichtigen und eine entsprechende Positionsbestimmungskorrektur und ggf. eine Gruppengeschwindigkeitsdispersionskorrektur kann erforderlich sein.
Um Floater gut detektieren zu können, weisen die erfindungsgemäßen Systeme mindestens in einem Teil des A-Scan eine Sensitivität von 85dB auf, bevorzugt mindestens 90dB. In einerweiter bevorzugten Variante weisen die A-Scans über die gesamte Scantiefe mindestens eine Sensitivität von 90dB und weiter bevor zugt Sensitiväten von mehr als 100dB. Ab ca. 90dB wird die normale Streuung am Glaskörper und auch an der Kristalllinse auch in Bereichen ohne Floater de- tektierbar, erlaubt also die Unterscheidung von Linsen- und Glaskörperstrukturen von flüssigkeitsgefüllten Taschen oder Augenbereichen.
Unabhängig von den eben genannten Varianten kann das OCT-System als ein-, zwei- oder auch dreidimensional scannendes System ausgeführt sein, wobei in Abhängigkeit vom Scan-Modus die Funktionalität der erfindungsgemäßen Anord nung variiert.
Mittels eindimensionaler OCT-Scans (A-Scans) lässt sich Position der Floater im Auge (Koordinatensystem des Patientenauges) bestimmen und dessen Abstand zur Netzhaut oder anderen Grenzflächen berechnen. Sie dienen somit der Navi gationsunterstützung und Sicherheitserhöhung bei manueller Behandlung der Floater. Zusätzlich ist eine Abstandsanzeige für den Anwender, durch Realisie rung einer Bearbeitungszone, in der Bearbeitung nur erlaubt ist, möglich. Bei Akti vierung des Behandlungslasers außerhalb der Bearbeitungszone, d.h. in einer Sperrzone, wird der Anwender gewarnt und/oder die Abgabe von Therapiestrah lung gesperrt
Mittels zweidimensionaler OCT-Scans (B-Scans) lässt sich zusätzlich die Annähe rung an sensitive Strukturen erkennen und anzeigen. Außerdem ist ein automati sches Tracking eines Floaters, der vom Anwender als solcher identifiziert wurde, mit einem Pilotlaserstrahl möglich. Eine Aktivierung des Bearbeitungslasers erfolgt auch hier noch durch den Anwender, der die visuelle Kontrolle und letzte Ent scheidung behält.
Mittels dreidimensionaler OCT-Scans (Volumenscans) lässt sich eine automati sche Bearbeitung von Floatern in einer vom Anwender vorgegebenen Zone, unter Ausschluss einer Sperrzone, eine automatische Führung eines Behandlungsla serstrahls von Floater zu Floater und eine Bestätigung des Targets durch den An wender realisieren. Im Ergebnis wird eine automatisierte, schnelle und sichere Be handlung von Glaskörpertrübungen durchgeführt.
In einer möglichen, aber nicht bevorzugten Variante, können beispielsweise auch mit Time-Domain OCT Scans bei konstanter Referenzarm länge, d.h. in konstanter Probentiefe, durchgeführt werden (C-Scans).
Erfindungsgemäß weist das OCT-System eine Sensitivität von 90dB, zumindest in einem Teil des A-Scan, auf. Die vorgeschlagene Anordnung sieht die Verwen dung eines Lasersystems vor, welches auf einem ps bis ns YAG-Laser, einem ps- oder einem fs-Laser basiert.
Während erfindungsgemäß für einen YAG-Laser eine Pulsdauer von 1 - 5ns be vorzugt ist, liegen diese bei einem ps-Laser zwischen 1 und 1000ps und bei ei nem fs-Laser zwischen 50 und 10OOfs.
Statt YAG-Lasern, wie dem Nd:YAG Laser bei 1064nm, 946nm, 1320nm Wellen länge kommen auch ähnliche Laser wie beispielsweise der Nd:YLF 1047 bis 1053nm und sonst ähnlichen Parametern wie beim YAG-Laser in Frage. Der Ein satz frequenzverdoppelter Laser sind prinzipiell möglich, wobei allerdings die
ungünstige verstärkte Absorption durch Blut, insbesondere in Gefäßen, zu beach ten ist.
Einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung entsprechend verfügt das Lasersystem neben einem Behandlungsstrahl über mindestens einen Pilotstrahl zur Kontrolle der Übereinstimmung von Behandlungsstrahlfokus und Zielgebiet. Dafür sind La serdioden im VIS geeignet, beispielsweise im roten Spektralbereich.
Insbesondere kann der Pilotstrahl kontinuierlich oder quasi-kontinuierlich sein.
Für den Fall, dass eine visuelle Kontrolle durch den Anwender erfolgen soll, ist es zweckmäßig einen Pilotstrahl im sichtbaren Spektralbereich zu verwenden.
Außerdem kann ein Pilotstrahl im sichtbaren oder infraroten Spektralbereich ver wendet werden, um dessen am Floater entstehende Streustrahlung vom Detekti onssystem erfassen zu lassen und zur Anzeige zu bringen. Besonders vorteilhaft ist die gleichzeitige Detektion des Streulichts des Pilotstrahls des Lasersystems und ggf. auch des Bearbeitungspulses direkt innerhalb der Detektion des OCT Systems, um beide Systeme ortsgenau ohne weitere Maßnahmen zu registrieren.
Einerweiteren vorteilhaften Ausgestaltung entsprechend beträgt der Unterschied der Wellenlängen von OCT- und Laser-System weniger als 50nm, bevorzugt we niger als 5nm, so dass gemeinsame Strahlführungs- und Fokussierungselemente im Therapiegerät verwendet werden können, aber auch die Brechung des Lichts beider Systeme in das Auge hinein durch Hornhaut- und Linsenbrechung sich un tereinander nicht stark ändert.
Als besonders vorteilhaft erweist sich außerdem, wenn die Anordnung zusätzlich über eine Trackingeinheit zur Nachführung des Bestrahlungsmusters verfügt, um die Nachführung des Bestrahlungsmusters in den Okularen und/oder auf dem Display anzuzeigen.
Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn es sich bei dem lokalisierten Floater um einen sich bewegenden Floater handelt. Von der zentralen Steuer- und Bedie neinheit kann dann beispielsweise der Galvospiegel angesteuert und eine dyna mische Fokussierung realisiert werden.
Dabei kann das automatische Tracking nach einer Bilderkennung zur Koordina tenbestimmung eines erkannten Floaters derart erfolgen, dass eine Rückmeldung an den Anwender, entweder im Display oder im Okular eingespiegelt wird oder mittels Zielstrahl.
Weiterhin ist es erfindungsgemäß von Vorteil, wenn die Anordnung über eine zusätzliche Fixiermarke für den Patienten verfügt, um eine günstige oder be wusste Positionierung des Patientenauges zu erreichen.
Des Weiteren bietet eine Fixiermarke für den Patienten die Möglichkeit der Bear beitung während bewusster oder unbewusster Augenbewegungen. Diese kann beispielsweise auch nötig sein, um Floater überhaupt erst in den für die Bearbei tung zugänglichen Bereich zu bringen. Auch kann eine sich bewegende Ziel marke, den Patienten veranlassen, das Auge zu bewegen, um Floater in einen Bereich hinein- oder hinauszubewegen. Beispielsweise kann der Grad der subjek tiven Störung durch einen Floater geprüft werden, indem der Floater in den zent ralen Sehbereich (z.B. vor der Macula) bewegt wird, aber dann per Bewegung in einen für eine Laserbehandlung weniger kritischen Bereich, beispielsweise vor der Netzhautperipherie bewegt und dort lasertherapiert wird.
Einer letzten vorteilhaften Ausgestaltung entsprechend ist die Verwendung eines zusätzlichen Vakuum kontaktglases zur zusätzlichen Fixierung des Auges vorge sehen. Hierbei ist eine optionale Vakuumversorgung und eine Kopplung an den Therapielaser währen der Behandlung vorgesehen. Dies ist insbesondere für eine hochpräzise Laserbehandlung von Floatern mittels fs-Lasern mit Fokusdurchmes sern unterhalb von 20pm, 10pm oder sogar 5pm vorteilhaft. Aber auch für eine Behandlung mittels YAG Laser kann ein Vakuum kontaktglas zu Stabilisierung des
Auges von Vorteil sein. Für die höheren seitlichen Auflösungen ist eine Pupillen weitung und ggf. auch eine Strahlformung mittels adaptiver Optiken, wie beispiels weise deformierbarer Spiegel oder auch Flüssigkeitskristall-SLMs von Vorteil.
Mit der vorgeschlagenen Anordnung zur OCT-gestützten Laser-Vitreolyse ist au ßerdem eine Behandlungsplanung möglich, indem Floatern vor der Behandlung „kartographiert“ werden. Danach kann eine Behandlungsreihenfolge festgelegt werden, um eine Auswahl oder Bestätigung der zu behandelnden Floater zu tref fen. Die Festlegung der Bearbeitungsreihenfolge von posterior nach anterior oder auch entlang der hinteren Glaskörpergrenze ist somit auch automaisch möglich.
Für die „kartographierten“ Floater ist dann auch ein Nachweis über deren Behand lungserfolg möglich. Für eine Kartographierung von den zu einem gewissen Grade beweglichen Floatern ist es vorteilhaft, die Floater nicht über Ihre absolute Lage, sondern über ihre Nachbarschaftsbeziehung zu charakterisieren und diese nach den einzelnen Behandlungsschritten zu aktualisieren Diese Beschreibung kann z.B. erfolgen, indem die Schwerpunktkoordinaten von Floater in 3D erfasst werden, diese in Struktur in Dreiecke zerlegt wird, deren Kanten mathematisch über Graphen, d.h. Verbindungsbeschreibungen, charakterisiert werden. Diese Beschreibung erlaubt eine planmäßige Bearbeitung von Floatern, auch wenn diese ihre relative Lage verändern, solange die Nachbarschaftsbeziehungen er halten bleiben bzw. aktualisiert werden können.
Während der Behandlung ist zudem ein dynamisches Verfolgen (Identifizieren ausgewählter und nicht ausgewählter) Floater zur Anwendung der Auswahlkrite rien auch im Falle sich bewegender Floater realisierbar.
Werden während einer Sitzung mehrere Floater behandelt, so kann es Vorkom men, dass ein schnellerer Abbau der Floater-Reste (Gasblasen) erforderlich wird. Dazu können zusätzliche Schnitte im Glaskörper (Vitreolyse) zur Realisierung von Flächen oder Kanälen zur Beförderung der Floater-Reste (Gasblasen) oder auch Entlastung einer Vitreotraktion realisiert werden. Eine Berechnung eines
mechanischen Modells der Kräfte, die vor, während und nach dem Schnittprozes ses auf die Retina wirken ist mit der vorgeschlagenen Anordnung möglich.
Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird eine Anordnung zur OCT-gestützten Laserbehandlung von Glaskörpertrübungen zur Verfügung gestellt, die die Nachteile der bekannten technischen Lösungen behebt.
Mit der Anordnung ist eine einfachere, schnellere und vor allem sicherere Be handlung störender Glaskörpertrübungen durch Laser-Vitreolyse möglich. Au ßerdem lässt sich die Lösung leicht implementieren und ist wirtschaftlich kos tengünstig.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung, die zur schonenden, risikoar men und schmerzarmen Laserbehandlung von Glaskörpertrübungen vorgesehen ist. Es wird ein teilweise oder vollständig automatisiertes Therapiegerät (System) vorgeschlagen, bei dem ein OCT-System zur Navigation genutzt wird, um die Floater im Zuge der Behandlung zu lokalisieren und die Behandlung dadurch zu unterstützen.
Die vorgeschlagenen Anordnungen ermöglichen auch die sichere Behandlung positionsveränderlicher und schwer erkennbarer, weitgehend transparenter Floater, wobei die nicht mehr manuell durchgeführt werden muss und eine lang wierige Positionierung des Bearbeitungslaserstrahles mittels eines sichtbaren (blendenden) Ziellaserstrahles nicht mehr zwingend erforderlich ist.
Das Risiko von Netzhautschädigung durch fehlerhafte Fokuslagen oder einem zu geringen Abstand des Laserfokus zu empfindlichen Strukturen des Auges konnte durch die Bestimmung von Ausschlusskriterien für die Behandlung be seitigt werden.
Außerdem konnte das Risiko von Netzhautschädigung bei unvollständiger Glas körperablösung durch lokale Erhöhung der Spannung auf die Netzhaut dadurch
reduziert werden, dass die Behandlung angepasst oder Aufgrund abgeleiteter Abbruchkriterien beendet wird.