Beladestation für einen Hängeförderer mit Transporttaschen für Fördergut
Die Erfindung geht aus von einem Hängeförderer mit Transporttaschen für Fördergut, mit einem Laufprofil für in einer Förderrichtung bewegbare Carrier des Hängeförderers, welche zum Anhängen je einer Transporttasche einen Traghaken aufweisen, wobei jede Transporttasche einen Beutel zur Aufnahme von Fördergut sowie einen an der Oberseite des Beutels befestigten Haltebügel aufweist, wobei die Transporttasche relativ zum Carrier verdrehbar ist, wobei der Haltebügel eine Beladeöffnung der Transporttasche umgrenzt, und wobei der Haltebügel in einem Bereich zwischen Beutel und Traghaken zumindest abschnittsweise einen Bereich aufweist, welcher aus einer senkrechten Förderebene, welche sich in Förderrichtung erstreckt und in welcher der Traghaken liegt, seitlich herausragt, wobei der Hängeförderer eine Beladestation umfasst, die eine unterhalb des Laufprofils angeordnete Führungsschiene aufweist, wobei die Transporttasche vor Erreichen der Beladestation eine erste Ausrichtung quer zur Förderrichtung aufweist, in welcher die Beladeöffnung der Beutelrückwand zugewandt ist, und wobei die Transporttasche vor Erreichen der Führungsschiene eine zweite Ausrichtung verdreht zur ersten Ausrichtung einnimmt. Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Überführen einer Transporttasche in eine Beladeposition. Ein Hängeförderer ist aus der DE 10 2019205980 Ai bekannt.
Aus der EP 2418160 Bi ist ein weiterer Hängeförderer bekannt, dessen Transporttaschen zum Be- oder Entladen zwar ebenfalls in eine Be- oder Entladeposition gebracht werden, allerdings benötigt der Hängeförderer ein zusätzliches Druckstück, um im Zusammenwirken mit einer parallel und entfernt von der Förderebene angeordneten Kufe gedreht und geöffnet zu werden. Die Vorrichtung der EP 2418 160 Bi weist daher den Nachteil auf, dass diese konstruktiv aufwendig ist und die Taschen für den Beladevorgang nur unzureichend geöffnet werden.
Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, einen Hängeförderer mit Transporttaschen für Fördergut derart zu verbessern, dass dessen konstruktiver Aufwand geringer ist und das Beladen von Transporttaschen verbessert ist.
Demgemäß ist vorgesehen, dass die Führungsschiene eine Führungskante aufweist, welche bei Erreichen der Führungsschiene durch die Transporttasche mit dem zwischen Beutel und Traghaken befindlichen Bereich des Haltebügels in Anlage gebracht ist, wobei die Führungskante zumindest einen ersten Abschnitt aufweist, welcher eine senkrechte Förderebene unterhalb des Laufprofils kreuzt, so dass eine Transporttasche beim Passieren des ersten Abschnitts relativ zum Carrier von der Förderebene wegbewegt wird, wobei die Führungskante als Auflager dient, über welches die Beladeöffnung beim Passieren des ersten Abschnitts so aufgehebelt wird, dass die Beladeöffnung von der Beutelrückwand entfernt angeordnet ist und der Beutel aufgespannt ist, so dass die Transporttasche beladbar ist. Eine Vorspannung zwischen Traghaken und Haltebügel kann sich insbesondere dadurch ergeben, dass der Haltebügel zur Verdrehung gegenüber dem Traghaken eine Steigung eines unteren Traghakenabschnitts überwinden muss, was nur durch Überwindung der Gewichtskraft der Transporttasche zu erreichen ist.
Vorzugsweise kann die Beladeöffnung einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweisen, wobei zumindest eine Beutelvorderseite und eine Beutelrückseite mittels eines Saums am Haltebügel befestigt sind. Der Haltebügel weist somit drei unterschiedliche Abschnitte auf. Der erste Abschnitt umgibt die Beladeöffnung, der zweite bzw. mittlere Abschnitt stellt das Verbindungsstück zwischen Beladeöffnung und dem Traghaken bereit, wobei der dritte Abschnitt in den Traghaken eingehängt ist und zum Einhängen in den Traghaken eine Öse aufweisen kann. Der aus der Förderebene seitlich hinausragende Bereich kann durch eine gegenüber dem Traghaken größere Breite des Haltebügels realisiert sein. Dieser Bereich kann eine Auflagefläche des Haltebügels zur Anlage an der Führungsschiene bereitstellen, welche ein vertikales Verdrehen der Transporttasche verhindert, wenn diese mittels des Haltebügels entlang der Führungsschiene geführt wird. Die größere Breite des Haltebügels kann sich beispielsweise symmetrisch zur Förderebene erstrecken. Alternativ kann der Haltebügel eine einseitige seitliche Auskragung aufweisen, mittels welcher eine Torsion der Transporttasche um eine vertikale Achse durch Anlage der seitlichen Auskragung der Führungsschiene verhindert wird.
Die Beladestation kann eine manuelle oder automatische Arbeitsstation zum Beladen der Transporttaschen sein, wobei das Laufprofil des Hängeförderers durch die Beladestation hindurchgeführt ist. Im Falle einer automatischen Beladung kann vorgesehen sein, dass ein Förderband die Artikel zu der Beladestation befördert. Sie
weist eine Eingangsseite, durch welche die Transporttaschen in die Beladestation hineinfahren können, und eine der Eingangsseite gegenüberliegende Ausgangsseite auf, durch welche die Transporttaschen die Beladestation verlassen können. Zwischen Eingangs- und Ausgangsseite weist die Beladestation eine Beladeposition auf, in welcher die Transporttaschen zum Beladen angehalten werden. In der Beladeposition weist die Beladestation eine Belademulde auf, durch welche die Beladeöffnung der Transporttaschen von außerhalb der Beladestation zugänglich ist. Um die Belademulde herum angeordnet ist eine Arbeitsfläche, auf welcher das Handling von Artikeln stattfinden kann, welche in die Transporttaschen geladen werden. Es kann vorgesehen sein, dass die Höhe der Arbeitsfläche bspw. elektrisch oder manuell einstellbar ist, um ergonomisches Arbeiten zu erlauben.
Durch die erfindungsgemäße Führungskante, welche die Förderebene und somit die Lotebene unterhalb des Traghakens in Förderrichtung kreuzt, wird sichergestellt, dass der Haltebügel nach dem Überführen der Transporttasche in die zweite Ausrichtung unabhängig von seiner Ausgestaltung mit der Führungskante in Kontakt kommt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Hebelwirkung zum Öffnen bzw. Anheben der Beladeöffnung sukzessive aufzubauen, sodass keine impulsartige Belastung der Transporttaschen auftritt. Je nach dem Winkel, in welchem die Führungsschiene die Förderebene durchkreuzt, kann bestimmt werden, wie lang der Einlaufbereich bis zur Beladeposition ausfällt bzw. wie groß die impulsartige Belastung auf die Transporttaschen ausfällt. Die Beladeöffnung der Transporttasche kann in der Beladeposition insbesondere in dieselbe Richtung weisen, in welcher die Führungsschiene die Förderebene in Förderrichtung durchkreuzt.
Es kann vorgesehen sein, dass die Führungskante einen sich an den ersten Abschnitt anschließenden zweiten Abschnitt aufweist, welcher im Wesentlichen parallel zur Förderrichtung verläuft und einen im Wesentlichen konstanten Versatz zur Förderebene aufweist. Im Bereich der Beladeposition ist es vorteilhaft, zumindest abschnittsweise einen Bereich mit konstanten Versatz zur Förderebene bereitzustellen, sodass ein optimales Öffnen der Transporttasche auch jenseits der exakten Beladeposition erreicht wird.
Es kann vorgesehen sein, dass die Führungskante einen sich an den ersten oder zweiten Abschnitt anschließenden dritten Abschnitt aufweist, welcher die Förderebene in zum Verlauf des ersten Abschnitts umgekehrter Richtung kreuzt, so dass eine
Transporttasche beim Passieren des dritten Abschnitts durch Lösen der Vorspannung zwischen Traghaken und Haltebügel von der zweiten in die erste Ausrichtung zurücküberführt ist. Ähnlich wie der erste die Förderebene durchkreuzende Abschnitt ermöglicht auch der dritte Abschnitt ein kontrolliertes zurückdrehen der Transporttaschen in ihre Ausgangsposition, welche nach dem Befüllen nun noch eine größere Trägheit aufweisen bzw. die Vorspannung auf den Traghaken durch das Befüllen gestiegen ist.
Es kann vorgesehen sein, dass der Haltebügel einen in etwa Z-förmigen Verlauf aufweist, wobei der maximale Versatz zwischen Förderebene und erstem Abschnitt der Führungskante so gewählt ist, dass der mittlere Haltebügelabschnitt in etwa senkrecht an der Führungskante anliegt. Gleichzeitig kann vorgesehen sein, dass der obere Haltebügelabschnitt sich von der Führungskante bis zum Traghaken erstreckt und der untere Haltebügelabschnitt, welcher die Beladeöffnung umgibt, nunmehr in eine horizontale Position gebracht ist. Der obere Haltebügelabschnitt stellt dabei einen Hebelarm dar, dessen Auflager durch die Führungskante definiert wird. Durch den Versatz zwischen Förderebene und Führungskante übt nun der Traghaken eine Druckkraft auf den Hebelarm bzw. den oberen Haltebügelabschnitt aus, sodass der gegenüberliegende untere Haltebügelabschnitt bzw. die Beladeöffnung entsprechend nach oben verschwenkt wird.
Es kann vorgesehen sein, dass der Hängeförderer eine zweite Führungsschiene mit einer zweiten, der ersten gegenüberliegenden Führungskante aufweist, wobei die zweite Führungskante und die erste Führungskante bereichsweise einen komplementären Verlauf zueinander aufweisen, so dass in diesem Bereich zwischen beiden Führungskanten ein in etwa äquidistanter Führungsspalt gebildet ist.
Es kann vorgesehen sein, dass die Führungsschienen eingangsseitig einen Bereich aufweisen, in dem sich der Führungsspalt verjüngt. Dadurch können Pendelbewegungen der Transporttasche vor Erreichen der Beladeposition frühzeitig unterbunden und die Transporttasche auf die vorgegebene Bahn gebracht werden.
Es kann vorgesehen sein, dass die Führungsschienen ausgangsseitig einen Bereich aufweisen, in dem sich der Führungsspalt aufweitet.
Weiterhin kann vorgesehen sein, dass zwischen erster und zweiter Führungsschiene ein vertikaler Versatz besteht, wobei die zweite Führungsschiene unterhalb der ersten Führungsschiene angeordnet ist. Dadurch wird erreicht, dass der Haltebügel einerseits an der ersten Führungskante und andererseits an der zweiten Führungskante anliegt und dadurch Pendelbewegungen und Torsionsbewegungen der Transporttasche in der Beladestation wirksam unterbunden werden.
Außerdem kann vorgesehen sein, dass die Beladestation in Förderrichtung stromaufwärts der ersten Führungsschiene ein auf Höhe des Beutels schräg zur Förderrichtung positioniertes und im Wesentlichen senkrechtes Umlenkblech aufweist, welches dazu eingerichtet ist, beim Vorbeiführen des Beutels am Umlenkblech die Transporttasche von der ersten in die zweite Ausrichtung zu überführen. Das Umlenkblech kann sich über zumindest ein Drittel der Transporttaschenhöhe erstrecken. Das Umlenkblech kann in Förderrichtung versetzt zur Förderebene angeordnet und in Förderrichtung auf die Förderebene zulaufend ausgerichtet sein.
Das Umlenkblech kann ein unteres, auf den Beutel der Tasche einwirkendes, Umlenkblech sowie ein oberes, auf den die Beladeöffnung umgrenzenden Haltebügelabschnitt einwirkendes, oberes Umlenkblech umfassen. Das obere und das untere Umlenkblech können bezüglich der Förderrichtung unterschiedliche Winkel aufweisen, so dass die Tasche zunächst das untere Umlenkblech und dann das obere Umlenkblech oder zunächst das obere Umlenkblech und dann das untere Umlenkblech erreicht. Insbesondere mit steigendem Gewicht und größerer Bauhöhe der Transporttaschen weist diese Art der Taschendrehung den Vorteil auf, dass aufgrund der Umlenkung auf nahezu der gesamten Taschenhöhe und insbesondere auf Höhe des Taschenschwerpunkts eine Torsion der Transporttasche in sich vermieden wird. Dadurch können Taschenverschleiß und Pendelbewegungen vermieden werden.
Es kann vorgesehen sein, dass das Umlenkblech ein oberes und ein unteres Umlenkblech umfasst, wobei das untere Umlenkblech so angeordnet ist, dass beim Vorbeiführen der Transporttasche am Umlenkblech das untere Umlenkblech mit dem Beutel in Kontakt kommt, und wobei das obere Umlenkblech so angeordnet ist, dass beim Vorbeiführen der Transporttasche am Umlenkblech das obere Umlenkblech mit dem die Beladeöffnung umgrenzenden Abschnitt des Haltebügels in Kontakt kommt.
Ferner kann vorgesehen sein, dass das untere und das obere Umlenkblech so angeordnet sind, dass das untere Umlenkblech beim Vorbeifördern der
Transporttasche am Umlenkblech vor dem oberen Umlenkblech mit der Transporttasche in Kontakt kommt.
Es kann ferner vorgesehen sein, dass die Transporttasche in der zweiten Ausrichtung einen Winkel von 30-80 Grad, bevorzugt, 60-70 Grad bezogen auf die Förderrichtung aufweist. Dadurch nimmt die Beladeöffnung der Transporttasche keine Stellung quer zur Förderrichtung X ein. Dies weist den Vorteil auf, dass die Taschen weniger weit verschwenkt werden müssen und die Verweildauer der Taschen in der Beladestation minimiert wird. Ferner kann die Beladestation dadurch kompakter ausgeführt sein.
Ferner kann vorgesehen sein, dass das Verdrehen der Transporttasche relativ zum Carrier durch Verdrehen des Traghakens relativ zum Carrier erfolgt. Wenn der Traghaken verdrehbar gegenüber dem Carrier ausgebildet ist, nimmt die Transporttasche keine verdrehte Ausrichtung relativ zum Traghaken ein. Das Verdrehen kann auf diese Weise ohne Erzeugung einer Vorspannung erzeugen.
Dadurch können die Transporttaschen leichter verdreht werden. Ferner entsteht weniger Verschleiß zwischen Traghaken und Haltebügel gegenüber einer Lösung, bei welcher diese relativ zueinander verdreht werden.
Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Überführen einer Transporttasche in eine Beladeposition mittels eines Hängeförderers nach einem der Ansprüche 1-11, mit den Schritten:
Fördern einer Transporttasche zur Beförderung von Fördergut mittels eines Haltebügels an einem Traghaken eines Carriers hängend entlang eines sich in Förderrichtung erstreckenden Laufprofils in einer Ausrichtung quer zu einer Förderebene;
Überführen der Transporttasche in eine zweite Ausrichtung, wobei die Transporttasche in der zweiten Ausrichtung in Richtung der Förderebene verdreht zur ersten Ausrichtung angeordnet ist;
Vorbeiführen des Haltebügels beim Bewegen der, beispielsweise in der zweiten Ausrichtung befindlichen, Transporttasche entlang des Laufprofils an einer die Förderebene kreuzenden Führungsschiene, wodurch die Transporttasche zum
einen relativ zum Carrier von der Förderebene wegbewegt wird, und der Haltebügel zum anderen um eine horizontale Achse verdreht wird, so dass zum Beladen der Transporttasche eine Beladeöffnung der Transporttasche aufgehebelt wird.
Darüber hinaus kann stromaufwärts der Führungsschiene eine
Vereinzelungsvorrichtung vorgesehen sein, mittels welcher Transporttaschen vereinzelt der Führungsschiene zugeführt werden können.
Ferner kann die Führungsschiene stromabwärts der Beladeposition in ihrem weiteren Verlauf einen die Förderebene in umgekehrter Richtung kreuzenden Abschnitt aufweisen, so dass beim Vorbeiführen der Transporttasche entlang dieses Abschnitts die Transporttasche in ihre Ausgangsposition zurückkehrt.
Außerdem kann das Überführen der Transporttasche von der ersten in die zweite Ausrichtung das Vorbeiführen eines unterhalb des Haltebügels der Transporttasche angeordneten Beutels an einem Umlenkblech umfassen, welches stromaufwärts der Führungsschiene angeordnet ist und schräg in den Beuteltransportweg hineinragt und dadurch die vertikale Drehung der Transporttasche bewirkt.
Ferner kann das Überführen der Transporttasche von der ersten in die zweite Ausrichtung das Vorbeiführen des Beutels an einem unteren Umlenkblech und das Vorbeiführen des die Beladeöffnung umgrenzenden Haltebügelabschnitts an einem oberen Umlenkblech umfassen.
Darüber hinaus kann der Beutel am unteren Umlenkblech vorbeigeführt werden, bevor der die Beladeöffnung umgrenzende Haltebügelabschnitt am oberen Umlenkblech vorbeigeführt wird.
Ferner kann das Verfahren das Anhalten der Transporttasche nach Erreichen der Beladeposition umfassen, sowie das manuelle oder automatische Weiterfördern der Transporttasche nach dem Anhalten, sobald ein Beladezustand der Transporttasche erfasst wurde.
Schließlich kann vorgesehen sein, dass die Transporttasche nach der Rückkehr in ihre Ausgangsposition über eine Steigungsstrecke befördert wird, an deren oberen Ende
sich eine antriebsfreie Gefällestrecke anschließt, über welche die befüllten Transporttaschen wieder in eine angetriebene Förderstrecke eingeschleust werden.
Ferner kann vorgesehen sein, dass die Transporttasche beim Überführen von der ersten in die zweite Ausrichtung um einen Winkel von 30-80 Grad, bevorzugt, 60-70 Grad bezogen auf die Förderrichtung verdreht wird.
Darüber hinaus kann das Überführen der Transporttasche von der ersten in die zweite Ausrichtung das Verdrehen des Traghakens relativ zum Carrier umfassen.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand der nachstehenden Figuren erläutert. Dabei zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform einer Beladestation;
Fig. 2 eine Seitenansicht einer Ausführungsform des Innenraums einer Beladestation;
Fig. 3 eine Frontalansicht des eingangsseitigen Innenraums einer Beladestation;
Fig. 4 eine Rückansicht des ausgangsseitigen Innenraums einer Beladestation; und
Fig. 5 eine Draufsicht auf zwei Führungsschienen einer Beladestation
Fig. 6a)-c) Draufsichten auf verschiedene Ausführungsformen unterschiedlicher Verdrehwinkel in der zweiten Ausrichtung der Transporttasche.
Fig. 1 zeigt die Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Beladestation 7, durch welche das Laufprofil 102 eines Hängeförderers 100 in einer Förderrichtung X hindurchgeführt ist. An einem Eingang 30 der Beladestation 7 weist das Laufprofil 102 dabei ein Gefälle 26. Dieses dient zum Bereitstellen eines Staubereichs, in welchem ankommende Transporttaschen 1 antriebsfrei warten können, bis eine Vereinzelungsvorrichtung 24 den Zugang zur Beladestation 7 freigibt und die erste der wartenden Transporttaschen in die Beladestation 7 einfahren kann. An einem Ausgang 31 der Beladestation 7 ist ebenfalls ein Gefälle 26 vorgesehen, in welchem aus der
Beladestation kommende, befüllte Transporttaschen 1 einer nachfolgenden Förderstrecke zugeführt werden können. Im Bereich einer Beladeposition 23, in welcher die Transporttaschen 1 in der Beladestation 7 angehalten werden, erfolgt ein Beladen der Transporttaschen 1 über eine Belademulde 28, welche oberhalb der Beladeöffnung 6 einer wartenden Transporttasche 1 angeordnet ist, so dass Artikel, mit welchen die Transporttasche zu beladen ist, durch die Belademulde 28, anschließend durch die Beladeöffnung 6 in die Beutel 4 der Transporttaschen fallen. Die Transporttaschen 1 werden der Beladestation 7 in einer ersten Ausrichtung 11 quer zur Förderrichtung X zugeführt, da dies eine möglichst effiziente Ausnutzung des Hängeförderers 100 bedeutet. Vorzugsweise zeigt dabei die Beladeöffnung der Taschen 6 entgegen die Förderrichtung X. In der Beladestation 7 werden die Transporttaschen 1 mittels Umlenkeinrichtungen aus der ersten Ausrichtung 11 in einer zweite Ausrichtung 12 überführt, in welcher die Transporttaschen gegenüber der ersten Ausrichtung 11 um 90° um ihre vertikale Achse gedreht sind, so dass die Beladeöffnung 6 in Richtung der Belademulde 28 weisen. Dabei kann eine Vorspannung zwischen Transporttasche 1 und Aufhängeeinrichtung 3 des Carriers 2 aufgebaut werden. Darüber hinaus ist die Beladeöffnung 6 in der ersten Ausrichtung 11 im Wesentlichen senkrecht ausgerichtet, so dass die Transporttaschen 1 weitgehend flach und platzsparend aufeinander hegen. In der zweiten Ausrichtung 12 ist die Beladeöffnung 6 durch die Umlenkeinrichtungen im Wesentlichen horizontal ausgerichtet, so dass die Transporttaschen 1 aufgespannt und beladbar sind. Nach Verlassen der Beladeposition 23 werden die Transporttaschen 1 wieder in die Ausgangsposition 11 überführt, beispielsweise mittels Abbaus der Vorspannung und durch entsprechende Ausgestaltung der Umlenkeinrichtungen.
Fig. 2 zeigt eine Seitenansicht der Beladestation 7 ohne das diese umgebende Gehäuse. Deutlich zu erkennen ist der Verlauf des Laufprofils 102 des Hängeförderers 100 in Förderrichtung X. Am Eingang 30 der Beladestation 7 weist das Laufprofil 102 ein Gefälle 26 auf, welchem sich eine Vereinzelungseinrichtung 24 anschließt. Diese lässt selektiv Carrier 2 mit daran über Traghaken 3 aufgehängte Transporttaschen 1 auf den sich anschließenden horizontalen Abschnitt des Laufprofils 102, in welchem das Überführen von der ersten Ausrichtung 11 in die zweite Ausrichtung 12 und zurück erfolgt. In diesem horizontalen Bereich ist ein Fördermittel vorgesehen, mittels welchem die Taschen 1 in und entgegen der Förderrichtung X bewegbar und an vorbestimmten Orten, insbesondere in der Beladeposition 23, anhaltbar sind. An den horizontalen Bereich schließt sich eine Steigung an, der ein weiteres Gefälle 26 nachfolgt. Über dieses Gefälle können abgefertigte Transporttaschen 1 erneut selektiv mittels einer Vereinzelungsvorrichtung 24 die Beladestation 7 an ihrem Ausgang 31
verlassen und der nachfolgenden Förderstrecke 27 zugeführt werden. Die Förderebene E wird durch die lotrechte Ebene unterhalb des Laufprofils 102 in Förderrichtung X definiert. Fig. 2 zeigt beispielhaft eine erste in dem Laufprofil 102 an einem Traghaken 3 eines Carriers 2 aufgehängte Transporttasche 1, welche sich wie dargestellt noch in der ersten Ausrichtung senkrecht zur Förderebene E befindet und sich kurz vor der ersten Vereinzelungsvorrichtung 24 und unmittelbar vor dem Umlenkvorgang von der ersten 11 in die zweite Ausrichtung 12 befindet. Gut zu erkennen ist der Z-förmige Haltebügel 5, der einen unteren Abschnitt aufweist, welcher die Beladeöffnung 6 umgrenzt, einen mittleren Bereich 16, welcher in einem Winkel zwischen 45°-90° vom unteren Abschnitt abgewinkelt ist, sowie einen oberen Bereich, welcher eine Öse zum Einhängen in den Traghaken 3 aufweist und in der ersten Ausrichtung in etwa senkrecht herunterhängt. Die Transporttasche 1 weist neben der entgegen die Fahrtrichtung X weisende Beladeöffnung 6 einen Beutel 4 zur Aufnahme von zu transportierenden Artikeln mit einer in Fahrtrichtung X weisenden Beutelrückwand 32 sowie einer entgegen die Fahrtrichtung X weisende Beutelvorderwand auf. Die Beutelrückwand 32 ist an einem oberen Ende des unteren Abschnitts des Haltebügels 5 bzw. am Übergang zwischen unterem und mittlerem Haltebügelabschnitt befestigt. Die Beutelvorderwand ist am unteren Ende des unteren Haltebügelabschnitts befestigt. In dieser Ausrichtung 11 hängt die Beladeöffnung herunter und die Transporttasche ist im Wesentlichen flach. Die Beladestation 7 weist zwei nebeneinander und im Wesentlichen parallel zur Förderrichtung X angeordnete Führungsschienen 8, 17 auf, welche mit aufeinander zuweisenden Führungskanten 9, 18 einen Führungsspalt 19 bilden. Die zweite Führungsschiene 17, welche näher zur Belademulde 28 angeordnet ist, ist um einen vertikalen Versatz Vv unterhalb der ersten Führungsschiene 8 angeordnet. Zum Überführen von der ersten in die zweite Ausrichtung 11, 12 wird der Beutel 4 der Transporttasche 1 entlang eines stromaufwärts der Führungsschienen 8, 17 angeordneten Umlenkblechs 22.1, 22.2 geführt. Das Umlenkblech 22.1, 22.2 weist ein unteres Umlenkblech 22.1 auf, welches im Bereich des Beutels 4 auf die Tasche 1 einwirkt, sowie ein oberes Umlenkblech 22.2, das im Bereich des die Beladeöffnung 6 umgrenzenden Haltebügelabschnitt 5 auf die Tasche 1 einwirkt. Die Umlenkbleche 22.1, 22.2 sind auf der der Belademulde 28 gegenüberliegenden Seite der Förderebene E angeordnet und laufen mit einem leichten Winkelversatz zueinander in Förderrichtung X schräg auf die Förderebene E zu, so dass eine daran entlanggeförderte Transporttasche 1 über ihre gesamte Höhe eine vertikale Drehung im Uhrzeigersinn erfährt, so dass sich die Beladeöffnung 6 in Richtung der Belademulde 28 dreht. Eine zweite dargestellte Transporttasche 1 befindet sich in Förderrichtung X bereits hinter den Umlenkblechen 22.1, 22.2 und ist daher bereits in die zweite
Ausrichtung 12 überführt worden, bei welcher die Beladeöffnung 6 der Transporttasche in Richtung der Belademulde 28 weist und der Haltebügel durch die Führungsschiene 8 aufgehebelt ist, so dass sich die Umrandung der Beladeöffnung 6 in einer im Wesentlichen schrägen bis waagerechten Ausrichtung befindet. Die Führungsschienen weisen nach oben gebogene Enden auf.
Die Förderebene E ist anschaulich in Fig. 3 gezeigt, welche eine Sicht auf die Eingangsseite 30 der Beladestation 7 bzw. eine Frontalansicht der in Fig. 2 gezeigten Transporttasche 1 zeigt. Gut zu erkennen ist der die Beladeöffnung 6 umgrenzende untere Abschnitt des Haltebügels 5, welcher einerseits an der Beutelvorderwand und andererseits an der Beutelrückwand 32 befestigt ist. Dadurch ist ersichtlich, dass über die Ausrichtung des Haltebügels 5 der Abstand der Beutelvorderwand zur Beutelrückwand 32 variierbar ist, wobei in waagerechter Ausrichtung des unteren Abschnitts des Haltebügels 5 der Abstand maximal ist. Dadurch lässt sich der Beutel 4 am besten beladen, wenn der untere Haltebügelabschnitt in einer möglichst horizontalen Ausrichtung ist. Die Umlenkbleche 22.1, 22.2 sind seitlich der Förderebene E in den Fahrweg eingreifend angeordnet, so dass beim Vorbeiführen des Beutels 4 am unteren Umlenkblech 22.1 und des unteren Haltebügelabschnitts 5 am oberen Umlenkblech 22.2 ein Drehmoment um den Traghaken 3 bzw. um eine vertikale Achse Av erzeugt wird. Auch die Führungskante 9 der ersten Führungsschiene 8 greift aus selber Richtung wie die Umlenkbleche 22.1, 22.2 kommend in den Fahrweg der Transporttasche ein und kommt mit dem mittleren Bügelabschnitt 16 in Anlage, welcher eine Breite B aufweist, welche größer ist als die Breite b des Traghakens, so dass durch in Anlage bringen des mittleren Haltebügelabschnitts 16 mit der Führungskante 9 die Beladeöffnung 6 mittels des Haltebügels 5 entlang des ersten Führungsschienenabschnitts 8 sukzessive aufgehebelt wird.
Fig. 4 zeigt die Ansicht der Transporttasche 1 aus Richtung des Ausgangs 32 der Beladestation 7. Deutlich zu erkennen ist der vertikale Versatz Vv zwischen erster Führungsschiene 8 und zweiter Führungsschiene 17 sowie der auf die erste Führungsschiene 8 zulaufende mittlere Haltebügelabschnitt 16 mit Breite B. Ferner wird deutlich, dass die Führungskante 9 der ersten Führungsschiene 8 außerhalb der Förderebene E angeordnet ist, so dass die Führungskante 9 sowohl eine eine Hebelwirkung erzeugt, mittels welcher die Beladeöffnung 6 in Richtung der Belademulde 28 aufgehebelt wird.
Fig. 5 zeigt eine Detailansicht der beiden Führungsschienen 8, 17, wobei die Förderrichtung bezogen auf die Darstellung von oben nach unten verläuft. Die Förderebene E gibt die reguläre Förderebene der Transporttaschen 1 an, wenn keine Führungsschiene 1 vorhanden würde. Die Ebene E befindet sich unter dem Laufprofil 102 bzw. unterhalb des Traghakens 3, in welchen die Transporttasche 1 eingehängt ist. Die erste Führungsschiene 8 weist drei Abschnitte auf. In einem ersten Abschnitt 13 durchkreuzt die Führungskante 9 der ersten Führungsschiene 8 die Förderebene E. Entlang dieses Abschnitts kommt der mittels der Umlenkbleche 22.1, 22.2 in die zweite Ausrichtung 12 gedrehte mittlere Haltebügelabschnitt 16 in flächigen Kontakt mit der Führungskante 9. Im Verlauf des Passierens des ersten Führungskantenabschnitts 14 vergrößert sich zunehmend der horizontale Versatz zwischen Führungskante 9 und Förderebene E bis zu einem maximalen Versatz Vh am Ende des ersten Abschnitts 13. Im Zuge dessen wird der am Traghaken 3 fixierte Haltebügel 5 ausgelenkt und um die Führungskante 9 herum gehebelt, so dass der untere Haltebügelabschnitt, welcher die Beladeöffnung 6 umgrenzt, angehoben wird und in eine im Wesentlichen horizontale Ausrichtung gebracht wird. Im zweiten Abschnitt 14 befindet sich die Beladeposition 23 bzw. die Belademulde 28 der Beladestation. In diesem Bereich ist der Versatz Vh konstant. Im zweiten Bereich befindet sich die Transporttasche 1 in der zweiten Ausrichtung 12. Im dritten Abschnitt 15 weist die Führungsschiene 8 eine Auslaufzone auf, in welcher die Führungskante 9 erneut die Förderebene E kreuzt, diesmal in umgekehrter Richtung. Dadurch und in Verbindung mit der sich lösenden Vorspannung zwischen Traghaken 3 und Haltebügel 5 wird die Transporttasche in einem fließenden, nicht abrupten Übergang zurück in ihre Ausgangsausrichtung 11 bewegt. Der ersten Führungsschiene 8 gegenüberliegend angeordnet ist eine zweite Führungsschiene 17, welche im ersten Abschnitt 13 mit ihrer Führungskante 18 einen Verjüngungsbereich 20 mit der ersten Führungskante 9 ausbildet und anschließend äquidistant zu dieser verläuft, so dass ein Führungsspalt 19 ausgebildet wird, zwischen welchem der Haltebügel 5 hindurchgeführt wird. Im dritten Bereich schließt sich eine Aufweitungszone 21 an, in welcher sich der horizontale Abstand zwischen erster und zweiter Führungskante 9, 18 wieder vergrößert.
Die Figuren 6 a)-c) zeigen unterschiedliche Ausführungsformen von Verdrehwinkeln a der Transporttaschen 1 in der zweiten Ausrichtung 12 in Bezug auf das Laufprofil 102 des Hängeförderers 100. Dabei kommt die Beladeöffnung 6 in unterschiedlichen Winkeln am Beladearbeitsplatz zum Stehen, so dass unterschiedliche Beladebreiten zum Beladen der Taschen 1 in Bezug auf die Belademulde 28 bereitgestellt werden können. In den Varianten a) und b) weist die Beladeöffnung 6 der Transporttasche 1
beispielsweise eine größere nutzbare Beladebreite auf, als wenn die Tasche 1 parallel zum Laufprofil 102 an der Belademulde 28 positioniert wäre. Durch die größere nutzbare Beladebreite können zum Beispiel sperrige Gegenstände leichter in die Transporttasche 1 geladen werden. Die Belademulde 28 kann dazu eine Beladerutsche aufweisen, deren zur Transporttasche 1 weisende Vorderkante eine dem Verdrehwinkel a entsprechende Schräge aufweist, so dass eine sichere Übergabe der Gegenstände von der Beladerutsche an die Transporttasche gewährleistet ist. In der in Fig. 6a) gezeigten Ausführungsform beträgt der Verdrehwinkel 80 Grad, im Ausführungsbeispiel von Fig. 6b) 50 Grad. Im in Fig. 6c) gezeigten Ausführungsbeispiel weist der Verdrehwinkel a einen Betrag von 30 Grad auf. Dabei ist die nutzbare Beladebreite der Transporttasche 1 geringer als die Breite der Beladeöffnung 6. Diese Ausführungsform kann beispielsweise für kleinere Transportgegenstände genutzt werden. Ferner besteht die Möglichkeit, zwei Taschen 1 gleichzeitig nebeneinander an der Belademulde zu positionieren, so dass gegebenenfalls ein manueller Sortiervorgang durch einen Bediener in die unterschiedlichen Taschen 1 ausführbar ist. Die Beladerutsche kann in diesem Ausführungsbeispiel eine sich in Richtung der Transporttasche 1 verjüngende Form aufweisen. Alle Ausführungsbeispiele in den Fig. 6 a) bis c) weisen ferner den Vorteil auf, dass die Taschen 1 nicht vollständig um 90 Grad rotiert werden müssen und so die notwendige Rotationsdauer beim Ein- und Ausschwenken in und aus der zweiten Ausrichtung 12 minimiert werden kann.
Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich sein.
Bezugszeichenliste Transporttasche Carrier Traghaken Beutel Haltebügel Beladeöffnung Beladestation erste Führungsschiene erste Führungskante Beutelrückwand Erste Ausrichtung Zweite Ausrichtung Erster Abschnitt Zweiter Abschnitt Dritter Abschnitt mittlerer Haltebügelabschnitt zweite Führungsschiene zweite Führungskante Führungsspalt Verjüngungsbereich Aufweitungsbereich unteres Umlenkblech oberes Umlenkblech Beladeposition Vereinzelungsvorrichtung Steigungsstrecke Gefällestrecke Förderstrecke Belademulde Arbeitsfläche Eingangsseite Ausgangsseite Beutelrückwand Hängeförderer Laufprofil
a Verdrehwinkel
B Breite des Haltebügels b Breite des Traghakens
X Förderrichtung
E Förderebene
Vh horizontaler Versatz
Vv vertikaler Versatz
Av vertikale Achse
Ah horizontale Achse