Brandschutzanlage und Verfahren zu ihrem Betrieb
Die Erfindung betrifft eine Brandschutzanlage zum Verzögern und/oder Verhindern eines Brandes für einen Lagerhof mit einer Mehrzahl an Lagerplätzen zum Lagern von Objekten, wobei die Lagerplätze wenigstens teilweise nebeneinander angeordnet sind.
Auf Lagerhöfen, insbesondere auf Abstellhöfen von großen Verkehrsuntemehmen aber auch von großen Speditionen oder von Kraftfahrzeugherstellern, werden Objekte, z.B. Fahrzeuge, wie Busse, Lkws, Pkws und Bahnwaggons, geparkt bzw. abgestellt. Um den begrenzten Platz der Abstellhöfe optimal ausnutzen zu können, werden die Fahrzeuge eng beieinander abgestellt. Fängt ein Fahrzeuge an zu brennen, beispielsweise auf Grund von technischen Defekten, tritt das Feuer ungeachtet der Brandursache in der Regel auf die benachbarten Fahrzeuge über noch bevor die Feuerwehr eintrifft und entsprechende Maßnahmen einleiten kann. Dadurch werden in kürzester Zeit eine Mehrzahl von Fahrzeugen irreparabel beschädigt bis vollständig zerstört. Der dadurch entstandene finanzielle Schaden beläuft sich nicht selten auf Beträge in Millionenhöhe.
Um derartige Schadensausmaße zu verringern, ist ein gutes Brandschutzkonzept unabdingbar. Befinden sich die Ab stellhöfe jedoch im Freien, also ohne eine Überdachung, kommen herkömmliche Sprinkleranlagen, die eine Bewässerung von oben ermöglichen, nicht in Frage. Ferner ist es bei Abstellhöfen, die mehrere hundert Fahrzeuge umfassen, eine Herausforderung, den Brand zu lokalisieren und die Zeit, die benötigt wird, bis erste Brandbekämpfungsmaßnahmen direkt am Brandherd eingeleitet werden können, zu minimieren. Trifft die Feuerwehr an der Brandstelle ein, vergeht wertvolle Zeit, bis sich der betroffene Einsatzleiter einen Überblick verschafft und zwischen Rettung von Mitarbeitern, Rettung von angrenzenden Gebäuden und Einleiten eines Löschvorgangs abwägt. Für die Einleitung eines Löschvorgangs ist es ferner erforderlich, dass eine ausreichende Wasserversorgung aufgebaut wird. In dieser Zeit kann der Brand die dicht benachbarten Fahrzeuge derart aufheizen, dass sich diese selbst entzünden und der Brand auf diese Weise von Fahrzeug zu Fahrzeug weitergetragen wird.
Aus dem Stand der Technik sind keine Brandschutzanlagen für Lagerhöfe mit mehreren nicht überdachten Lagerplätzen bekannt, die die beschriebenen Herausforderungen überwinden und die Umsetzung eines hinreichenden Brandschutzkonzeptes für Freiluft-Lagerhöfe gewährleisten können.
Die DE 196 18 072 Al beschreibt eine Feuerlöscheinrichtung für Kraftfahrzeuge, die in Parkhäusem, in allseitig offenen Lagerplätzen und/oder teilweise offenen Parkboxen abgestellt sind. Jedem Lagerplatz bzw. jeder Parkbox sind mehrere Löschdüsen zugeordnet, wobei mehrere Löschdüsen jeweils über ein Anregerelement geöffnet werden.
Aus der EP 3 613 471 Al ist ein Brandschutzsystem zur Verhinderung der Brandausbreitung in einer zu schützenden Zone bekannt. Das Brandschutzsystem weist eine Wasseme- bel-Deluge-Löschanlage und Sensoren auf, die anlaufende, erkennbare oder bereits entstandene Brände detektieren, melden und die Wassernebel-Deluge-Löschanlage sektionell auslösen, wobei die Wassernebel-Deluge-Löschanlage Düsen-Gruppen mit jeweils mindestens einer Wassernebel-Düse aufweist, mit welchen in gezielten Bereichen der zu schützenden Zone ein Wassernebel erzeugbar ist.
Die US 2018/0200552 Al beschreibt ein automatisches Brandbekämpfungssystem. Bei einer Ausführungsform des Systems wird versucht, die einen Brandbereich umgebenden Regionen mit Brandbekämpfungsmitteln zu versorgen und so das Feuer in einem begrenzten Bereich einzudämmen, ohne jedoch einen größeren Bereich als zur Eindämmung des Feuers erforderlich zu fluten. Es sind auch Sprinkler vorgesehen, die selektiv automatisch aktiviert werden können, wahlweise zusätzlich zur üblichen Wärmeauslösung. In die Sprinkler können Sensoren eingebaut sein. Ferner sind Sprinkler vorgesehen, die ihre Aktivierung über eine elektrische Zustandsänderung melden können. Ferner sind Vorrichtungen vorgesehen, die die Installationskosten senken und die Auflösung von Brandbekämp- fungs- und/oder Brandeindämmungssystemen erhöhen, indem sie eine drahtlose Kommunikation zwischen Netzknoten, wie Strömungsschaltern, Ventilstatusschaltern und einzelnen Sensoren, Sprinklem und anderen Anschlüssen, und einer Steuereinheit ermöglichen.
Aus der DE 298 08 806 Ul ist eine Sprinkleranlage bekannt, bei der Sprinkler derart dich angeordnet sind, dass sich kleinere Wirkflächen ergeben, wobei die Wasserbeaufschlagung
gegenüber herkömmlichen Sprinkleranlagen nicht abweicht, da die Ausflussrate der einzelnen Sprinkler verringert ist.
In der DE 10 2020 133 630 Al ist eine Armatur zur Brandbekämpfung und/oder zur Kühlung von brennenden Objekten umfassend einen auf einen Untergrund positionierbaren Hohlkörper mit wenigstens einer Eintrittsöffnung und einer Mehrzahl von Austrittsöffnungen beschrieben, wobei der Hohlkörper derart ausgebildet ist, dass ein Löschmittel in einer ersten Flussrichtung in den Hohlkörper eintritt und in einer zweiten Flussrichtung aus dem Hohlkörper austritt, wobei die erste und die zweite Flussrichtung einen Winkel ungleich Null, insbesondere 90°, zueinander einschließen, und wobei der Hohlkörper wenigstens eine verschließbare Auslassöffnung aufweist, welche mit einer Eintrittsöffnung einer weiteren Armatur verbindbar ist.
Davon ausgehend ist es die Aufgabe der Erfindung, eine Brandschutzanlage bereitzustellen, die auch für nicht überdachte Lagerplätze eine automatische Brandlokalisation und gezielte Brandschutzmaßnahme direkt am Brandgeschehen ermöglicht, um Zeit für die Vorbereitung von Löschmaßnahmen zu gewinnen.
Diese Aufgabe wird durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche gelöst. Bevorzugte Weiterbildungen finden sich in den Unteransprüchen.
Erfindungsgemäß wird somit eine Brandschutzanlage für einen nebeneinander liegende Lagerplätze aufweisenden Lagerhof bereitgestellt, mit einem Branddetektor zum Überwachen wenigstens eines Teils der nebeneinander liegenden Lagerplätze und zum Erkennen eines Brandes in dem überwachten Bereich, einem Rohrsystem mit je wenigstens einer zwischen zwei nebeneinander liegenden Lagerplätzen verlaufenden Rohrleitung zum Transportieren eines nichtbrennbaren Fluids, wobei die Rohrleitungen jeweils ein Stellventil zum Steuern des Fluidtransports und ein Auslassventil zum Emittieren eines Fluidnebels nach oben in den Bereich zwischen den nebeneinander liegenden Lagerplätzen aufweisen, und einer Steuereinheit zum Steuern der Stellventile und der Auslassventile in Abhängigkeit eines von dem Branddetektor in dem von ihm überwachten Bereich erkannten Brandes.
Grundsätzlich kann der Lagerhof für das Lagern bzw. Abstellen ganz unterschiedlicher Güter vorgesehen sein. Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung, ist der Lagerhof jedoch ein Abstellhof für Fahrzeuge. Diese Fahrzeuge können z.B. bereits im Betrieb befindliche Fahrzeuge sein, die über Nacht abgestellt werden, wie Busse und Bahnen, des Nah- oder Fernverkehrs, oder aber auch gerade fertiggestellte Fahrzeuge, wie PKWs, vor ihrer Verschiffung. Vorzugsweise sind die Lagerplätze also Stellplätze für Fahrzeuge.
Was den Verlauf der Rohrleitung zwischen den Lagerplätzen angeht, so kann dieser Verlauf grundsätzlich unterschiedlich gewählt werden. Vorzugsweise verläuft die Rohrleitung jedoch in Längsrichtung der Lagerplätze, also parallel zu der längeren Ausdehnung der Lagerplätze.
Unter „Lagerhof ‘ wird vorliegend eine vorzugsweise nicht überdachte Fläche verstanden, auf der Fahrzeuge abgestellt bzw. geparkt werden können. Der Lagerhof umfasst Lagerplätze, die vorzugsweise vorbestimmt sind. Damit ist gemeint, dass auf dem Lagerhof Parkpositionen für z.B. Fahrzeuge fest definiert sind. Ein Abstellen bzw. Parken eines Fahrzeuges soll also nur innerhalb des vorbestimmten bzw. fest definierten Lagerplatzes erfolgen.
Ist vorliegend die Rede davon, dass die Lagerplätze nebeneinander liegen, bedeutet dies, dass je zwei Lagerplätze derart angeordnet sind, dass ihre Längsachsen im Wesentlichen auf der gleichen Höhe voneinander beabstandet und zueinander im Wesentlichen parallel verlaufen. Bei einer hinreichend großen Anzahl von Lagerplätzen können diese teilweise nebeneinander und teilweise hintereinander angeordnet sein. Mit dem Begriff „hintereinander“ wird auf eine Anordnung hingewiesen, bei der die Längsachsen zweier Lagerplätze im Wesentlichen identisch sind.
Als „nichtbrennbares Fluid“ wird vorliegend eine nichtbrennbare Flüssigkeit sowie ein nichtbrennbarer Schaum verstanden, die bzw. der vorzugsweise auch zum Löschen eines Brandes geeignet ist. Als nichtbrennbares Fluids ist vorzugsweise Wasser vorgesehen. Als „Fluidnebel“ wird ein heterogenes Gemisch aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen des Fluids in der Umgebungsluft verstanden.
Die zwischen jeweils zwei nebeneinander liegenden Lagerplätzen in Längsrichtung der Lagerplätze verlaufenden Rohrleitung sind vorzugsweise im Boden oder nahe am Boden angeordnet. Damit wird im Falle eines Abstellhofs für Fahrzeuge erreicht, dass von unten her praktisch die gesamte Höhe der Seitenfront eines Fahrzeugs von dem Fluidnebel vor einem Brand geschützt werden kann.
Unter „Stellventil“ wird ein Stellglied verstanden, mit dem der Fluiddurchfluss durch die Rohrleitung gesteuert, also eine jeweilige Rohrleitung geöffnet oder geschlossen werden kann. Insbesondere kann mit dem Steuerventil vorzugsweise auch die Durchflussmenge durch die jeweilige Rohrleitung eingestellt werden.
Ist vorliegend die Rede davon, dass die Auslassventile „gesteuert werden“, ist damit das Öffnen und/oder Schließen der jeweiligen Auslassventile gemeint.
Als „benachbarter Lagerplatz“ wird vorliegend der Lagerplatz verstanden, der direkt neben einem brennenden Lagerplatz liegt. Dabei gilt als ein brennender Lagerplatz ein solcher Lagerplatz, der selbst brennt und/oder bei dem ein darauf gelagertes Objekt brennt.
Es ist somit ein maßgeblicher Punkt der Erfindung, dass aufgrund des zwischen den Lagerplätzen verlaufenden Rohrsystems, der Stellventile und der Auslassventile ein Fluidnebel gezielt in den Brandraum zwischen einem brennenden Lagerplatz und einem benachbarten Lagerplatz gesprüht werden kann. Durch die Ausrichtung des Fluidnebels von unten nach oben kann die Wärme bzw. die Wärmeenergie, die von dem brennenden Lagerplatz ausgeht, umgeleitet und nach oben hin wegtransportiert werden. Zudem werden im Fall eines brennenden Fahrzeugs die Seitenwände des benachbarten Fahrzeugs gekühlt und mit dem Fluid benetzt. Dadurch kann die Erhöhung der Temperatur der Seitenwände eines benachbarten Fahrzeuges bzw. das Erreichen der Zündtemperatur verzögert und im Idealfall verhindert werden. Somit gewährleistet die erfindungsgemäße Brandschutzanlage eine insbesondere auch für nicht überdachte Lagerhöfe geeignete und kurzfristig durchführbare Brandschutzmaßnahme zum Verzögern und/oder Verhindern eines Brandes an einem benachbarten Fahrzeug.
Das Emittieren eines Fluidnebels stellt eine Brandverzögerungs- bzw. eine Brandverhinderungsmaßnahme dar. Die eigentliche Brandbekämpfung durch geeignete Löschmaßnahmen obliegt vorzugsweise der Feuerwehr und muss in der Regel zusätzlich erfolgen. Die Brandschutzanlage stellt ein Instrument dar, das insbesondere für den Zeitraum zwischen Brandentstehung und Eintreffen der Feuerwehr zum Einsatz kommt und den Übergriff des Brandes auf benachbarte Fahrzeuge verzögern bzw. verhindern soll.
Vorzugsweise ist die Steuereinheit so eingerichtet und mit den Stellventilen und den Auslassventilen verbunden, dass die Stellventile und die Auslassventile individuell und unabhängig voneinander steuerbar sind. Dies ermöglicht es, nur dort einen Fluidnebel zu erzeugen, wo tatsächlich ein Brand erkannt worden ist.
Um einen Fluidnebel zu erzeugen, weisen die Auslassventile vorzugsweise Fluidnebeldüsen auf. Die Öffnungen der Fluidnebeldüsen sind hinreichend klein, um einen gleichmäßigen Fluidnebel zu erzeugen. Dabei ist der Durchmesser der Öffnungen so gewählt, dass die Tröpfchen des Fluidnebels einen mittleren Durchmesser bevorzugt kleiner als 50 pm, besonders bevorzugt kleiner als 25 pm, ganz besonders bevorzugt kleiner als 10 pm auf- weisen. Wenn die Auslassventile am Boden oder nahe am Boden angeordnet sind, kann der Fluidnebel ausgehend vom Boden unter Hochdruck durch die Fluidnebeldüsen nach oben in den Brandraum austreten. Das Rohrsystem ist insbesondere mit einem Fluidspeicher und/oder mit einer Zuflussleitung gekoppelt. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass der Fluidspeicher im Erdreich angeordnet ist und/oder ein Volumen von wenigstens 300 m3 aufweist. Dies ermöglicht eine ausreichende und direkt verfügbare Wasserversorgung sowie eine platzsparende Bauweise, da die Fläche oberhalb des Fluidspeichers anderweitig genutzt werden kann. Im Rahmen der Erfindung ist es auch möglich, einen Regenwasserzulauf und/oder einen Tiefenbrunnen zu nutzen, jeweils in Kombination mit einem Wasserspeicher. Der Wasserspeicher kann auch ein oberirdisches Silo anstatt eines unterirdischen Fluidspeichers sein. Ist das Rohrsystem an eine Zuflussleitung gekoppelt, wird das Wasser vorzugsweise aus der zentralen bzw. städtischen Wasserversorgung bezogen, die typischerweise für derart große Wassermengen geeignet ist.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist der Branddetektor zum Bestimmen der Brandtemperatur des erkannten Brandes ausgestaltet. Vorzugsweise umfasst der
Branddetektor eine Infrarotkamera. Demnach ist der Branddetektor gemäß dieser bevorzugten Weiterbildung der Erfindung nicht nur dazu ausgestaltet, einen Brand zu erkennen, sondern auch die Brandtemperatur zu ermitteln. Anhand der Brandtemperatur kann der Brand charakterisiert werden. Die Brandtemperatur zeigt beispielsweise an, wie fortgeschritten der Brand bereits ist. Anhand der Brandtemperatur kann der Brand insbesondere in eine Vorstufe, beispielsweise bei einer Temperatur zwischen 150°C und 300°C, und in eine Hauptstufe, beispielsweise bei einer Temperatur größer 300°C, eingeteilt werden. Abhängig von der jeweiligen Stufe können unterschiedliche Brandschutzmaßnahmen eingeleitet werden.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind zwischen zwei nebeneinander angeordneten Lagerplätzen wenigstens zwei Auslassventile angeordnet sind. Die Auslassventile sind dabei vorzugsweise derart angeordnet, dass eine möglichst gleichmäße Verteilung des Fluidnebel ermöglicht wird. Insbesondere ist es bevorzugt, dass zwischen zwei Auslassventilen ein Abstand von 2 bis 3 Metern besteht. Das bedeutet, das vorzugsweise je 30 Meter Länge 10 bis 15 Auslassventile pro Seite des Lagerplatzes vorgesehen sind.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung weisen die Rohrleitungen wenigstens eine Entnahmevorrichtung zum Entnehmen des Fluids auf. An der Entnahmestelle können beispielsweise Feuerwehrleute zur Brandbekämpfung eine Wasserversorgung auf- bauen, sodass sich die Wegstrecken der Wasserversorgung auf ein Minimum beschränken, da in unmittelbarer Nähe der Brandstelle Wasser bezogen werden kann.
Im Rahmen der Erfindung kann es auch vorgesehen sein, den Lagerhof in besonderer Weise auszugestalten. Bei einer Vielzahl von Lagerplätzen ist dabei vorzugsweise vorgesehen, dass die Lagerplätze in wenigstens zwei Sektoren aufgeteilt sind und jeder Sektor über einen zentralen Punkt einzeln mit der Steuereinheit gekoppelt ist. Es ist aber auch möglich, eine Kopplung über ein Bussystem herzustellen, z.B. über eine der üblichen Netzwerktopologien (z.B. ringförmig). Dadurch können kurze Kabelwege in den Sektoren und eine verbesserte Verwaltung der Brandschutzanlage gewährleistet werden. Treten beispielsweise innerhalb der Brandschutzanlage Fehler auf, können diese auf einen bestimmten Sektor begrenzt werden.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist an jedem Lagerplatz eine von der Steuereinheit steuerbare Lichtsignaleinrichtung angeordnet. Die Lichtsignaleinrichtung kann insbesondere in unterschiedlichen Farben leuchten und damit unterschiedliche Zustände anzeigen. Ferner dienen die Lichtsignaleinrichtungen vorzugsweise als Leitsystem zum Leiten bzw. Hinführen eines Mitarbeiters und/oder der Feuerwehr zum Brandherd, sodass der Mitarbeiter und/oder die Feuerwehr den Brandherd ohne Zeitverzug, der durch das Orientieren und Suchen eines betroffenen Lagerplatzes bedingt wäre, erreichen kann.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist an jedem Lagerplatz ein mit der Steuereinheit gekoppelter Sensor zum Detektieren des Belegzustandes des jeweiligen Lagerplatzes vorgesehen. Ein solcher Sensor kann Bestandteil des Lagerplatzes aber auch Bestandteil eines auf dem Lagerplatz abgestellten Fahrzeugs sein. Der Steuereinheit werden demnach Informationen bereitgestellt, aus denen hervorgeht, ob ein Lagerplatz mit einem Fahrzeug belegt ist oder nicht. Dies kann insbesondere bei der Steuerung der Auslassventile berücksichtigt werden. Alternativ dazu kann der Belegzustand herangezogen werden, um zu ermittelt, welche und wie viele Fahrzeuge sich in unmittelbarer Nähe des brennenden Fahrzeuges befinden, um in einem frühen Stadium des Brandes durch organisatorische Maßnahmen, wie beispielsweise das Wegfahren bzw. Umparken von benachbarten Fahrzeugen, einer Ausbreitung des Brandes entgegenzuwirken.
Erfindungsgemäß ist weiterhin ein Verfahren zum Betreiben einer oben näher beschriebenen Brandschutzanlage mit folgenden Verfahrensschritten vorgesehen:
Verfahren zum Betreiben einer Brandschutzanlage (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, mit folgenden Verfahrensschritten:
Erkennen eines brennenden Lagerplatzes und Lokalisieren des betroffenen Lagerplatzes, auf dem es brennt, mittels des Branddetektors,
Transportieren eines nichtbrennbaren Fluids in die zwischen dem betroffenen Lagerplatz und dem benachbarten Lagerplatz verlaufende Rohrleitung durch entsprechendes Ansteuem des Stellventils dieser Rohrleitung und Abgeben der in der zwischen dem betroffenen Lagerplatz und dem benachbarten Lagerplatz verlaufenden Rohrleitung befindlichen Luft über das Öffnen wenigstens eines nicht zwischen dem betroffenen Lagerplatz und dem benachbarten Lagerplatz angeordneten Auslassventils, und
Öffnen wenigstens eines zwischen dem betroffenen Lagerplatz und dem benachbarten Lagerplatz angeordneten Auslassventils zum Emittieren des Fluidnebels.
Es ist ein maßgeblicher Punkt der Erfindung, dass das Rohrsystem nicht permanent mit Fluid gefüllt sein muss. Damit können insbesondere Frostschäden vermieden werden. Zum Befüllen der Rohrleitung ist daher eine Abgabe der in der Rohrleitung befindlichen Luft, also ein Entlüften, erforderlich. Diese Luft wird erfindungsgemäß nicht über die Auslassventile direkt im Bereich des Brandes abgegeben, um den Brand nicht weiter zu schüren. Vielmehr wird die Luft über Auslassventile abgegeben, die nicht am betroffenen Lagerplatz angeordnet sind, sondern insbesondere hinreichend weit von dem betroffenen Lagerplatz entfernt sind.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung umfasst das Verfahren folgende weitere Verfahrensschritte:
Bestimmen einer Brandtemperatur des erkannten Brandes,
Klassifizieren des Brandes in eine Vorstufe und eine Hauptstufe abhängig von der bestimmten Brandtemperatur, und
Öffnen der zwischen dem betroffenen Lagerplatz und dem benachbarten Lagerplatz angeordneten Auslassventile zum Emittieren des Fluidnebels, wenn die Hauptstufe erreicht ist.
Anhand der Brandtemperatur kann der Brand charakterisiert werden. Die Brandtemperatur zeigt beispielsweise an, wie fortgeschritten der Brand bereits ist. Anhand der Brandtemperatur wird der Brand in eine Vorstufe, beispielsweise bei einer Temperatur größer als 150°C, und in eine Hauptstufe, beispielsweise bei einer Temperatur größer 300°C, eingeteilt. Abhängig von der jeweiligen Stufe werden unterschiedliche Brandschutzmaßnahmen eingeleitet. In der Vorstufe wird nur der löschbereite Zustand hergestellt. Das bedeutet, dass die Rohrleitung entlüftet und mit Fluid gefüllt wird. Ein Öffnen der Auslassventile, also eine Fluidabgabe, erfolgt erst, wenn die Hauptstufe erreicht ist. Vorher können noch organisatorische Maßnahmen, wie beispielsweise das Umparken bzw. Entfernen von Fahrzeugen durchgeführt oder die Brandbekämpfung insbesondere mittels Feuerlöscher versucht werden.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung umfasst das Verfahren zusätzlich wenigstens einen der folgenden weiteren Verfahrensschritte:
Anzeigen des betroffenen Lagerplatzes mittels einer Lichtsignaleinrichtung, Öffnen eines Tors für die Feuerwehr, Alarmierung der Mitarbeiter und
Aktivierung eines Leitsystems für die Feuerwehr, z.B. durch Darstellung beleuchteter Pfeile.
Über die Lichtsignaleinrichtung werden insbesondere Mitarbeiter und/oder die Feuerwehr zum Brandherd geleitet bzw. geführt. Der Mitarbeiter und/oder die Feuerwehr können somit den Brandherd ohne Zeitverzug, der durch das Orientieren und Suchen eines betroffenen Lagerplatzes bedingt ist, erreichen.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung umfasst das Verfahren folgenden weiteren Verfahrensschritt:
Erkennen des Belegzustandes für jeden Lagerplatz.
Die Information über die Belegzustände der Lagerplätze kann insbesondere beim Steuern der Auslassventile berücksichtigt werden. Ist auf einem benachbarten Lagerplatz kein Objekt, wie ein Fahrzeug abgestellt, ist es im Allgemeinen nicht zwingend erforderlich, dass die Auslassventile zwischen dem betroffenen und dem benachbarten leeren Lagerplatz geöffnet werden, da kein neben dem brennenden Lagerplatz abgestelltes Objekt vor einem Brand geschützt werden muss. Dadurch kann die benötigte Wassermenge reduziert sowie die Effizienz der Brandschutzanlage verbessert werden. Ferner kann anhand der Information über die Belegzustände der Lagerplätze ermittelt werden, welche und wie viele Objekte in unmittelbarer Nähe des brennenden Lagerplatzes abgestellt sind, so dass in einem frühen Stadium des Brandes durch organisatorische Maßnahmen, wie beispielsweise das Wegfahren bzw. Umparken von benachbarten Fahrzeugen, reagiert werden kann.
Nachfolgend wir die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen weiter im Detail erläutert.
In den Zeichnungen zeigen
Fig. la schematisch eine Brandschutzanlage gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung in einem ersten Szenario,
Fig. 1b schematisch eine Brandschutzanlage gemäß dem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung aus Fig. la in einem zweiten Szenario,
Fig. 2 schematisch eine Brandschutzanlage gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Fig. 3 schematisch ein Verfahren zum Betreiben einer Brandschutzanlage gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Aus Fig. la und Fig. 1b ist schematisch eine Brandschutzanlage 1 ersichtlich. In Fig. la ist auf den drei fest definierten Lagerplätzen 3A, 3B, 3C jeweils ein Fahrzeug 4 angeordnet. Bei den Fahrzeugen 4 handelt es sich vorliegend um Züge. Zwischen den Lagerplätzen 3A, 3B, 3C verlaufen die Rohrleitungen 8B, 8C. Neben der äußeren Stelllätze 3A, 3C verläuft ebenfalls je eine Rohrleitung 8A, 8D. Entlang der Längsseite der Fahrzeuge, die in der Fig. la und 1b in die Zeichenebene hinein verläuft, sind jeweils zwei Auslassventile 9 in der Rohrleitung 8A, 8B, 8C, 8D angeordnet. Das Rohrsystem 6 befinden sich in diesem Ausführungsbeispiel oberhalb und nahe des Bodens 7.
Ein Branddetektor 5, hier in Form einer Infrarotkamera, überwacht die Lagerplätze 3A, 3B, 3C. An dem Fahrzeug 4‘, das auf dem mittleren Lagerplatz 3B abgestellt ist, entwickelt sich ein Brand 2. Der Brand 2 wird von dem Branddetektor 5 erkannt. Die Rohrleitungen zwischen dem betroffenen Lagerplatz 3B, auf dem das brennende Fahrzeug 4‘ abgestellt ist, und den benachbarten Lagerplätzen 3 A, 3C werden mit dem Fluid gefüllt und die Auslassventile 9 zwischen dem betroffenen Lagerplatz 3B und der benachbarten Lagerplätze 3 A und 3C geöffnet, sodass ein Fluidnebel 10 in den Brandraum zwischen dem brennenden Fahrzeug 4‘ und den benachbarten Fahrzeugen 4 austreten kann. Der Fluidnebel 10 lenkt die Wärme, die von dem brennenden Fahrzeug 4‘ ausgestrahlt wird, noch oben um, sodass sie die benachbarten Fahrzeuge weniger bis gar nicht erreicht. Zusätzlich werden die Längsseiten der benachbarten Fahrzeuge 4 gekühlt, sodass sie sich weniger aufheizen und
die Zündtemperatur, bei der sich das Fahrzeug selbst entzündet, später oder im Idealfall gar nicht erreicht wird.
Fig. 1b zeigt das gleiche Szenario jedoch mit einem leeren Lagerplatz 3A. Über die Sensoren 15 werden die Belegzustände erfasst. Die Steuereinheit 12 erhält über die Sensoren 15 die Information, dass der Lagerplatz 3 A nicht belegt ist und dass die Lagerplätze 3B, 3C belegt sind. Dementsprechend werden auch nur die Auslassventile 9 geöffnet, die zwischen dem brennenden Fahrzeug 4‘ und dem benachbarten Fahrzeug 4 angeordnet sind. Die Auslassventile 9 zwischen dem betroffenen Lagerplatz 3B und dem leeren Lagerplatz 3A werden nicht geöffnet, da zu dieser Seite hin kein Fahrzeug 4 abgestellt ist, das vor einem Brand 2 geschützt werden muss.
Fig. 2 zeigt eine Brandschutzanlage 1 in einer schematischen Darstellung. Der Lagerhof umfasst eine Vielzahl von fest definierten Lagerplätzen 3 A, 3B, 3C, 3D, die in einer Reihe nebeneinander angeordnet sind. Mehrere Reihen von nebeneinander angeordneten Lagerplätzen sind hintereinander angeordnet, sodass die Lagerplätze insgesamt schachbrettmusterartig angeordnet sind. Dabei sind die Lagerplätze in Sektoren I, II, III unterteilt. Jeder Sektor I, II, III ist mit der Steuereinheit 12 verbunden. Jede Rohrleitung 8A, 8B, 8C, 8D, 8E, kann über ein Stellventil 11 geöffnet bzw. gesperrt werden. Neben einer Längsseite eines jeden Lagerplatzes 3A, 3B, 3C, 3D sind in der jeweiligen Rohrleitung 8A, 8B, 8C, 8D, 8E jeweils zwei Auslassventile 9 angeordnet. Die Steuereinheit 12 steuert sowohl die Stellventile 11 als auch die Auslassventile 9. Das Rohrsystem 6 ist mit einem Fluidspeicher 14 verbunden, aus dem die benötigte Fluidmenge bezogen und über Pumpen 16 in die Rohrleitungen 8A, 8B, 8C, 8D, 8E transportiert wird. Jede Rohrleitung 8A, 8B. 8C, 8D, 8E weist wenigstens eine Entnahmestelle 13 auf, an der das Fluid zusätzlich zur Brandbekämpfung durch die Feuerwehr entnommen werden kann.
Das brennende Fahrzeug 4‘ ist auf dem betroffenen Lagerplatz 3B abgestellt. Um die Fahrzeuge 4, die links und rechts auf den benachbarten Lagerplätzen 3A, 3C abgestellt sind, vor einem Übergriff des Brandes 2 zu schützen, werden zunächst die Rohrleitungen 8B, 8C, die zwischen dem betroffenen Lagerplätz 3B und den benachbarten Lagerplätzen 3 A, 3C angeordnet sind, durch Öffnen des jeweiligen Stellventils 11 geöffnet und durch Aktivieren der Pumpen 16 mit Fluid gefüllt. Die in den Rohrleitungen 8B, 8C befindliche Luft
wird über Auslassventile 9‘, die hinreichend weit vom Brand 2 entfernt sind, abgegeben, um den Brand 2 nicht weiter zu schüren. Wenn die Rohrleitungen 8B, 8C mit dem Fluid gefüllt sind, werden die Auslassventile, die zwischen dem betroffenen Lagerplatz 3B und den benachbarten Lagerplätzen 3A, 3C angeordnet sind, geöffnet, sodass ein Fluidnebel 10 in den Raum zwischen dem brennenden Fahrzeug 4‘ und den benachbarten Fahrzeugen 4 freigegeben wird.
Fig. 3 zeigt einen schematischen Ablauf des Verfahrens zum Betreiben der Brandschutzanlage gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung. In einem ersten Schritt wird ein brennendes Fahrzeug 4‘ erkannt Sla und der betroffene Lagerplatz, auf dem das brennende Fahrzeug 4‘ abgestellt ist, im Netz der Vielzahl von Lagerplätzen lokalisiert Slb. Danach wird die Brandtemperatur bestimmt S5, um daraufhin den Brand zu klassifizieren S6. Parallel dazu kann optional der betroffene Lagerplatz 3B über die Lichtsignaleinrichtung optisch angezeigt werden S7. Ferner kann optional der Belegzustand jedes einzelnen Lagerplatzes 3A, 3B, 3C, 3D abgefragt werden S8, um eine Übersicht zu erhalten, welche und wie viele Fahrzeuge 4 in unmittelbarer Nähe des brennenden Fahrzeugs 4‘ abgestellt sind.
Anschließend wird der löschbereite Zustand hergestellt. Das bedeutet, dass das Fluid in die betroffenen Rohrleitungen 8B, 8C transportiert wird und die Rohrleitungen 8B, 8C mit dem Fluid gefüllt werden S2. Gleichzeitig werden die Rohrleitungen 8B, 8C entlüftet, indem die in den Rohrleitungen 8B, 8C befindliche Luft über wenigstens ein hinreichend weit vom Brand entferntes Auslassventil abgegeben wird S3. Der löschbereite Zustand tritt ein, wenn die Rohrleitungen 8B, 8C entlüftet und mit Fluid gefüllt sind. Ist der Brand 2 so weit fortgeschritten, dass die Hauptstufe erreicht wird, werden die Brandverzögerungsmaßnahmen eingeleitet. Zunächst wird festgestellt, auf welchen Lagerplätzen 3 A, 3B, 3C, 3D tatsächliche Fahrzeuge 4 abgestellt sind S8. Ist der benachbarte Lagerplatz 3 A, 3C belegt, werden die Auslassventile 9, die zwischen dem betroffenen Lagerplatz 3B und dem benachbarten belegten Lagerplatz geöffnet S4, sodass ein Fluidneben in den Zwischenraum zwischen dem brennenden Fahrzeug 4‘ und dem benachbarten Fahrzeug 4 austreten kann. Der Fluidnebel 10 stellt eine Brandverzögerungs- bzw. eine Brandverhinderungsmaßnahme dar.
B ezugszeichenli ste
1 Brandschutzanlage
2 Brand
3A, 3B, 3C, 3D Lagerplatz
4 Fahrzeug
4‘ brennendes Fahrzeug
5 Branddetektionsmittel
6 Rohr system
7 Boden
8A, 8B, 8C, 8D, 8E Rohrleitung
9 Auslassventil
9‘ Auslassventil, hinreichend weit vom Brand entfernt
10 Fluidnebel
11 Stellventil
12 Steuereinheit
13 Entnahmevorrichtung
14 Fluidspeicher
15 Sensor
16 Pumpe
I, II, III Sektor
51 a Erkennen eines brennenden F ahrzeuges
S 1b Lokalisieren des betroffenen Lagerplatzes
52 Transportieren des Fluids in die Rohrleitung
53 Abgeben der in der Rohrleitung befindlichen Luft
54 Öffnen der Auslassventile
55 Bestimmen einer Brandtemperatur
56 Klassifizieren des Brandes
57 Anzeigen des betroffenen Lagerplatzes
58 Erkennen des Belegzustandes für jeden Lagerplatz