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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Reinigen von Dachflächen, insbesondere zum Reinigen von Dachflächen, die aus Asbestzementmaterial, beispielsweise Asbestzementplatten bestehen, bei dem die Reinigung mittels Druckwasser unter einer Haube erfolgt, deren Rand im wesentlichen spritzwasserdicht am Dach aufliegt, wobei das über das Dach abfliessende Wasser gesammelt und gefiltert wird.
Eine derartige Vorrichtung und ein derartiges Verfahren ist aus der Werbeschrift"OERTZEN-Reinigungs-Systeme"aus dem Jahr 1992 bekannt. Dabei wird das Abwasser nach dem Abfiltern des Asbestschlammes und der anderen vom Dach gelösten Verunreinigungen in die Kanalisation eingeleitet.
Naturgemäss enthält auch dieses gefilterte Abwasser einen
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nicht durchsetzen konnte.
Das Dach wird nach dem Abtrocknen passend versiegelt, um jedes weitere Ablösen von Asbestfasern zu verhindern.
Es ist notwendig, Dachflächen periodisch zu reinigen, um ihre Lebensdauer zu erhöhen. Im Laufe der Jahre bildet sich an Dachflächen Flechtenbesatz und in der Folge Wachs-
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Schichten des Dachbelages eindringen kann und im Winter auffriert, wodurch flächige Stücke des Dachbelages verloren gehen.
Wenn diese Probleme auch hauptsächlich Dachdeckungen aus Zement oder Ton betreffen, so sind auch metallische oder glasierte Dachabdeckungen nicht frei von solchem Bewuchs und allgemein der Verschmutzung, die im Falle von Blechdächern die Korrosion beschleunigen.
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Ein Problem beim Reinigen von Dächern ist der naturgemäss im grossem Umkreis vertragene Schmutz beim Reinigen mit Pressluft, Dampfstrahlern, Hochdruckwasserstrahlen u. dgl.
Diese Belästigung wird völlig untragbar, wenn Dächer aus Asbestzementmaterial gereinigt werden, da festgestellt wurde, dass durch die Verwitterungsvorgänge die Asbestfasern im Zementverband so gelöst und gelockert werden, dass beim Reinigen, ja zum Teil schon bei heftigen Regenfällen oder Stürmen, eine grosse Anzahl von Asbestfasern freigesetzt und luftverfrachtet wird.
Die Erfindung bezweckt, diese Probleme zu lösen und schlägt dazu eine Vorrichtung und ein Verfahren der eingangs definierten Art vor, bei dem das gesammelte und gefilterte Abwasser einem Tank zugeführt wird, von wo es durch eine Pumpe wieder auf Arbeitsdruck gebracht und erneut der Reinigungsvorrichtung zugeführt wird. Dadurch wird das äusserst problematische Einleiten von Abwasser mit wenn auch geringen Asbestfasergehalt in die Kanalisation überflüssig und es wird darüberhinaus der Wasserverbrauch drastisch gesenkt.
In einer Ausgestaltung der Erfindung, die insbesondere bei der Reinigung von asbestfaserhältigen Dachabdeckungsmaterialien vorteilhaft ist, ist, vorgesehen, den Filterschlamm vom Filter unmittelbar und in einem geschlossenen Rohrsystem einem Mischer zuzuführen, in dem er in einem Gewichtsverhältnis von 1 : 1 bis 1 : 5 (Schlamm/Zement) mit Zement vermischt und anschliessend in Formen ausgehärtet wird.
Das so erhaltene Zementprodukt ist unbedenklich auf Deponien für Baumaterialien einzulagern und bedarf daher keiner speziellen Entsorgung.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung naher erlautert.
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Fig. 1 zeigt ein schematisches Fliessdiagramm des erfindungsgemässen Verfahrens, Fig. 2a und 2b eine Ausführungsform, die im Koffer eines LKW-Aufbaus untergebracht ist im Grund- und Aufriss und Fig. 3 eine Reinigungsvorrichtung, wie sie auf den Dächern eingesetzt wird.
In Fig. 1 ist schematisch ein zu reinigendes Dach 1 und eine für die Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens ausgebildete, erfindungsgemässe Aufbereitungsvorrichtung 2 dargestellt. Am Dach ist eine Reinigungsvorrichtung 3 beweglich aufgesetzt. Die Beweglichkeit kann durch nicht dargestellte Seile oder Abspannungen erzielt werden.
Wesentlich ist, dass die Vorrichtung 3 gegenüber dem Dach 1 durch Schürzen, Bürsten od. dgl. spritzwasserdicht ausgebildet ist, sodass das zum Reinigen des Daches 1 verwendete Druckwasser und das durch Bürsten in der Reinigungsvorrichtung 3 weggespritze Wasser nicht in die Umgebung verfrachtet werden kann, sondern an den Innenwänden des Gehäuses der Reinigungsvorrichtung abrinnt und schliesslich entlang der Dachschräge in eine Dachrinne 4 und ein Abschussrohr 5 gelangt.
Es ist beispielsweise möglich, das üblicherweise an der Dachrinne 4 vorgesehene, nicht dargestellte Abflussrohr durch einen aufblasbaren Ballon wasserdicht zu verschliessen und das sich sammelnde Abwasser des Reinigungsvorganges mittels einer Tauchpumpe in den Abfluss 5 zu pumpen. Wesentlich ist, dass kein Wasser in die Kanalisation, in Sickergruben od. dgl. gelangt, sondern, dass das Wasser der Aufbereitungsvorrichtung 2 zugeführt wird.
Das durch den Abfluss 5 in die Aufbereitungsvorrichtung 2 gelangende Abwasser des Waschvorganges wird dort in einem unter Umständen mehrstufigen Prozess gefiltert und gereinigt, wobei die vom Dach abgelösten Verunreinigungen und auch die eventuell freigesetzten Asbestfasern abgeschieden
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werden und in den Filterschlamm gelangen. Das gereinigte Wasser gelangt schliesslich, gefördert von einer Pumpe 8, in einen Wassertank 9. Von diesem Wassertank 9 wird das Wasser mittels einer Hochdruckpumpe 10 durch eine Druckleitung 11 wieder zur Reinigungsvorrichtung 3 geleitet, wo der Zyklus von neuem beginnt.
Durch diesen geschlossenen Wasserkreislauf ist es möglich, auf jede Einleitung von kontaminiertem Wasser in das Kanalsystem oder in Senk- oder Kläranlagen od. dgl. zu verzichten. Die Qualität der Wasserfilterung vor der Wiedereinleitung in den Tank 9 wird nur durch die Notwendigkeit, die Pumpen 8 und 10 vor dem Abrieb durch Asbestfaser und anderen Schmutz zu schützen, bestimmt.
Der in den Filtern 6 und 7 anfallende Filterschlamm kann entweder auf übliche Weise entsorgt werden, bevorzugt wird er jedoch, besonders dann, wenn er Asbestfasern enthält, in einem geschlossenen System an Ort und Stelle in eine ungefährliche Form gebracht, wie sie dem schematischen Flussdiagramm der Fig. 1 auch zu entnehmen ist : Dazu wird der Filterschlamm vom Filter 6 durch einen Schlammablass 12 abgezogen und in einer Mischvorrichtung 13, die auch über eine Waage 14 verfügt, mit Zement, der trocken aus einem Bunker 15 durch eine Leitung 16 zugeführt wird, vermischt und in Formen 17 aushärten gelassen.
Es hat sich gezeigt, dass bei Verwendung üblichen Bauzements in einem Gewichtsverhältnis Filterschlamm zu Zement von 1 : 1 bis 1 : 5 ausgehärtete Blöcke entstehen, die ohne Gefahr in Deponien für Baustoffe endgelagert werden können.
In der Praxis kann die Anordnung der einzelnen in Fig. 1 schematisch dargestellten Elemente so, wie in Fig. 2a bzw.
2b gezeigt, erfolgen, wobei bevorzugt die gesamte
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Aufbereitungsvorrichtung in einem Koffer untergebracht ist, der auf einem LKW montiert ist. Dadurch ist es möglich, von Einsatzort zu Einsatzort zu fahren, wobei auch die für die Pumpen und den Mischer notwendige Energie entweder vom Fahrmotor oder, bevorzugt, von einem im Koffer untergebrachten Dieselaggregat mit Generator stammt.
Da der Wasserbedarf der erfindungsgemässen Vorrichtung durch die Kreislaufführung des Wassers gering gehalten werden kann, ist die Vorrichtung tatsächlich autonom und kann überall dort eingesetzt werden, wo das Fahrzeug auf dem sie montiert ist, hingelangen kann.
Dem Zement können Mittel zum Beschleunigen des Abbindens zugefügt werden, sodass selbst dann, wenn grössere Filterschlammengen anfallen, keine Probleme mit der Anzahl der zur Verfügung stehenden Formen auftreten. Dazu kommt, dass die Formen bevorzugt nistbar im leeren Zustand und stapelbar im gefüllten Zustand ausgebildet sind, so dass der Platzbedarf gering ist.
In Fig. 2a und 2b ist eine beispielsweise tatsächliche Ausbildung, versehen mit übereinstimmendem Bezugszeichen, wie in Fig. 1 dargestellt. Es ist selbstverständlich die praktische Ausbildung nicht auf die dargestellte Variante beschränkt, sondern kann verschiedentlich abgewandelt werden. So können insbesondere verschiedene Filter : Rotations-, Zyklon-, Sack-, Flotations- oder Sedimentierfilter oder mechanische Filter mit Spaltsiebböden verwendet werden, soferne diese nur in der Lage sind, Asbestfasern aus wässerigen Lösungen auszufiltern.
Bevorzugt ist, so wie in Fig. 1 dargestellt, anschliessend an das Hauptfilter ein Feinfilter angeordnet, bevorzugt in Form eines Kartuschen- oder Patronenfilters, bei dem nach Aufbau eines entsprechenden Filterkuchens und eines dadurch unzulässig hoch werdenden Druckabfalls im Filter,
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die ganze Filterpatrone bzw-kartusche ausgetauscht wird. Es kann die Filterpatrone dann auf passende Weise entsorgt werden. Wenn der Hauptfilter entsprechend dimensioniert ist, ist der Feinfilter so selten auszutauschen, dass dies nicht während des Arbeitens an einem Tag erfolgen muss, sondern nur in wesentlich grösseren Abständen.
Im gezeigten Beispiel ist nur ein Hauptfilter 6 dargestellt, es ist selbstverständlich möglich, mehrere gleichartige oder auch verschieden aufgebaute Filter hintereinander vorzusehen, um zu bestmöglichen Filterleistungen zu kommen.
Das Arbeiten gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren ist einfach : es wird das Fahrzeug mit Aufbereitungsvorrichtung an passender Stelle geparkt, die Druckleitung samt Reinigungsvorrichtung 3 wird mit entsprechenden Schnellverbindungen an Auslässen am Fahrzeugkoffer montiert, ebenso der Abfluss 5. Entsprechende elektrische Leitungen zur Versorgung der gegebenenfalls notwendigen Pumpe und das Schmutzwasser aus der Dachrinne abzupumpen werden gelegt und die Reinigungsvorrichtung 3 wird an einem passenden Transportsystem, beispielsweise an zwei über den First des Hauses geführten Seilen, befestigt.
Sodann wird der Dachabfluss knapp unterhalb der Dachrinne 4 passend verschlossen, beispielsweise mittels eines aufblasbaren Gummibalges, und es wird die Hochdruckpumpe 10 in Betrieb gesetzt und die Reinigungsvorrichtung 3 durch passende Bewegung der Seile über das Dach geführt. Zufolge der Schürzen- oder der Borstendichtung rund um das Gehäuse der Reinigungsvorrichtung 3 gelangt im wesentlichen kein Spritzwasser und kein Schmutz in die umgebende Atmosphäre, sondern dieser wird mit dem entlang des Daches abrinnenden Wasser zur Dachrinne 4 transportiert und fliesst in der Dachrinne 4 zum Abfluss. Da dieser verschlossen ist, sammelt sich das Wasser im Bereich des Dachrinnenabflusses
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und wird von dort mittels einer Tauchpumpe od. dgl. in den Abfluss 5 geleitet und in das Filter 6 gepumpt.
Dort sammelt sich der Schmutz im Filterschlamm am Boden ab, während das Filtrat dem Feinfilter 7 zugeführt und mittels der Pumpe 8 in den Wassertank zurückgeführt wird, wo der Kreislauf erneut beginnt.
Der Filterschlamm gelangt mit einer entsprechenden Menge des Waschwassers durch ein geschlossenes Rohrsystem in den Mischer 13, wo er gewogen in einem vorbestimmten Verhältnis mit Zement, der aus dem Bunker 15 zugeführt wird, gemischt wird. Nach dem das Mischen beendet ist, wird die Mischung in Formen 17 abgefüllt und erstarren gelassen.
Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte Ausgangsbeispiel beschränkt, so können mehr Pumpen als beschrieben, vorgesehen sein, insbesondere, wenn ein besonders feines Feinfilter verwendet wird, das unter höherem Druck arbeitet. Die Regelung der einzelnen Ströme mittels Elektroventilen über eine Prozessorsteuerung gehört zur Regelungstechnik und ist für den Fachmann in Kenntnis der Erfindung unproblematisch. Es wird daher auf eine nähere Erläuterung verzichtet. Auch die Wahl des Reinigungsdruckes ist nicht direkter Bestandteil der Erfindung und kann vom Fachmann den Umständen und der Ausrüstung angepasst werden.
Verschiedene Sicherheitsvorrichtungen, wie beispielsweise Füllstandanzeiger oder Leckwarnvorrichtungen, durch die vermieden wird, dass kontaminiertes Reinigungswasser aus dem Kreislauf in die Umgebung gelangt, gehören an sich bei der Handhabung von Problemstoffen zum Stand der Technik und bedürfen im Rahmen dieser Beschreibung keiner näheren Erläuterung.
Die Reinigungsvorrichtung 3 selbst wird im folgenden an Hand des aus Fig. 3 ersichtlichen Ausführungsbeispieles
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näher erläutert, doch gibt es für ähnliche Zwecke, wie eingangs beschrieben für die Dachreinigung bereits derartige Reinigungsvorrichtungen, so dass die folgende detaillierte Beschreibung nur der Vollständigkeit halber hier aufgenommen wird : Die Reinigungsvorrichtung 3 ist ein geschlossener Dachwagen und weist eine Haube auf, die auf Rädern 19 oder Rollen oder auch Kufen läuft. Zum Dach 1 hin ist die Haube durch Bürstenleisten 20 oder Gummischürzen oder Ähnliches abgedichtet. Diese Abdichtung ist bevorzugt austauschbar und entspricht dachseitig dessen Profil (z. Bsp. Meileter- nit verschiedener Abmessungen).
Im Inneren der Reinigungsvorrichtung 3 sind Düsen 21 für das unter Hochdruck zugeführte Reinigungsmittel vorgesehen. Diese Düsen sind an einem oder mehreren Düsenbalken 22 angeordnet. Die Balken 22 können fest oder beweglich, z. Bsp. rotierend, im Gehäuse 18 montiert sein. Es ist auch möglich Bürsten fest oder durch das Druckwasser rotierbar im Gehäuse 18 vorzusehen, die die Reinigung und unter Umständen die Bewegung der Reinigungsvorrichtung 3 unterstützen.
Die Versorgung der Düsen erfolgt über die Druckleitung 11 und eine entsprechende Durchführung durch bzw. einen passenden Anschluss an der Haube 18.
Es ist selbverständlich möglich, die Reinigungsvorrichtung 3 selbstfahrend auszubilden, sei es elektrisch oder durch einen hydraulischen Antrieb, der von der Druckleitung 11 mitversorgt wird. Ein an die Dachneigung angepasster Antrieb ist beispielsweise eine Seiltrommel, die die Befestigungsseile, an der die Vorrichtung hängt, einholt oder ausgibt.
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Die Erfindung ist nicht auf das dargestellte und beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt. So ist es möglich, dem Druckwasser Reinigungsmittel zuzugeben, um die Reinigung des Daches zu beschleunigen oder zu verbessern. Wesentlich dabei ist, dass das Reinigungsmittel nicht zur Schaumbildung neigt, um mit dem Schaum keine Asbestfasern freizusetzen, dass die Filtrierung nicht beeinträchtigt wird und dass die anschliessende Versiegelung bzw. Beschichtung nicht behindert wird.