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Rückstrom-Relais.
Die bisher üblichen Rückstrom-Relais beruhen meist auf dem Prinzipe der Gegenwirkung einer Spannungswicklung gegen eine Stromwicklung derart, dass bei normaler Stromrichtung sich beide subtrahieren, bei verkehrter Stromrichtung sich addieren und dadurch der Anker angezogen wird. Solche Relais haben den Nachteil, dass sie von der Spannung in hohem Masse abhängig sind.
Gegenstand der Erfindung bildet nun ein Rückstrom-Relais, welches nicht nur von der Spannung nahezu unabhängig ist, sondern auch als kombiniertes Maximal-Rückstrom-Relais verwendet werden kann, wobei sowohl die Höhe des Rückstromes, als auch des Maximal-Überstromes. unabhängig voneinander verstellt werden können.
Dieses Relais ist in Fig. 1 in einer Vorderansicht. in Fig. 2 in einer Seitenansicht schematisch dargestellt. 1 ist ein Elektromagnet, dessen Pole NN und SS zwischen sich einen um eine Achse 2, frei drehbaren Anker 3, spielen lassen. Um den Anker 3 ist die Stromspule 4 so gelegt, dass er in ihr frei spielen kann. Die Wicklung des Magneten 1 sei die Spannungswicklung. Der Anker 3 trägt einen Arm 5. Dieser stützt sich auf einen bei 6 drehbar gelagerten Arm 7, dessen Bewegung nach links durch eine Stellschraube 8 begrenzt ist. Der Arm 7 wird mittels einer Feder 9 gegen die Anschlagschraube 8 gedrückt. Der Arm 5 des Ankers 3 wird durch eine stellbare Feder 10 nach rechts gezogen. so dass er sich an den Arm 7 anlegt. Die Feder 9 ist so stark gespannt, dass sie durch die viel schwächere Feder 10 nicht überwunden wird.
An dem Anker 3 ist ferner ein Arm 11 mit Kontaktbrücken 12, 12 angebracht, welche die Kontakte 13) 14 schliessen, sobald der Anker nach rechts oder links ausschlägt.
Die Wirkungsweise dieses Relais ist die folgende : Durch die Stromwicklung 4 wird der Anker 3 so polarisiert, dass er. wie beispielsweise gezeichnet, oben einen Südpol, unten einen Nordpol hat. Durch die Spannungswicklung wird nun der feststehende Magnet 1 so polarisiert, dass er oben und unten links einen Nordpol, rechts je einen Südpol hat. Sind nun beide Spulen normal erregt, so wird der Anker 3 das Bestreben haben, sich entgegen dem Uhrzeigersinne zu drehen. An dieser Drehung wird er aber durch den Anschlag am Arm 7 gehindert. Kehrt jedoch die Stromrichtung in der Spule 4 um, so wird der Anker oben Nord-unten Südpol annehmen und wird sich im entgegengesetzten Sinne zu drehen suchen. Dadurch wird unter Überwindung der Feder 10 der Ankerarm 11 nach rechts ausschlagen und die Kontakte 13, 13 durch die Brücke 11 schliessen, wodurch irgend ein Auslösemagnet betätigt wird.
Die Höhe des Rückstromes kann durch die Feder 10 eingestellt werden. Falls die Feder 10 schwach ist, oder schwach gespannt ist, oder falls man die Feder ganz weglässt und den Arm 7 mit der Schraube 8 so stellt, dass der Anker 3 aus der Mittellage. im Uhrzeigersinne verdrehtwird, dann wird das Relais schon ansprechen, wenn die Erregung der Ankerspule 4 Null wird, weil die Luftspalte 15, 15 in diesem Falle kleiner sind, als die Luftspalte 16) 16) so dass das Feld unsymetrisch und deshalb der Anker im Uhrzeigersinne verdreht wird.
Dieses Relais kann auch als Überstromrelais verwendet werden. Hiezu dient die Einrichtung des Anschlaghebels 7 im Verein mit der Feder 9. Bei normalen Strom wird der Arm 5 nach rechts gezogen und lehnt sich dabei an den Arm 7 an. Wird nun die Feder 9
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derart gespannt, dass sie bei dem zuzulassenden Überstrom dem Zuge nachgibt, so kann der
Arm 5 seine Bewegung nach rechts ausführen, wobei der Arm 11 nach links ausschlägt und dadurch dessen Kontaktbrücke 12 den Kontakt 14 schliesst und so die Auslösung des Schalters bewirkt. Die Höhe des Überstromes kann also mittels der Feder 9 eingestellt werden.
Es ist nun klar, dass diese Regulierung des Überstromes praktisch unabhängig ist von der Einstellung des Rückstromes, denn die Feder 10 ist wesentlich schwächer als die Feder 9 und kommt deren Zugkraft somit für die Überstromeinstellung praktisch nicht in Betracht.
Die-Anordnung dieses Relais kann natürlich auch in der Weise erfolgen, dass der Anker 3 feststeht und das Spannungsmagnetsystem sich entweder frei in der Spule 1 oder samt der
Spule 1 um eine Achse dreht. Ferner kann auch der Magnet mit gegabelten Polen vom Strom und der Anker 3 von der Spannung erregt werden. Schliesslich kann der eine der Elektro- magneten, nämlich der ständig in gleicher Richtung polarisierte, als permanenter Magnet aus- gebildet werden, so dass die Spannungswicklung entfallen kann.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Rückstromrelais dadurch gekennzeichnet, dass ein elektromagnetisch erregter Anker (3) zwischen den gegabelten Polen eines Elektromagneten (1) drehbar gelagert, in seiner Normal- lage in der Mitte oder nahezu in der Mitte zwischen den beiden Polen steht, so dass er bei normaler Stromrichtung in der Stromspule (%) an einen Anschlag (7) herangezogen wird, während er bei Umkehr des Stromes nach der anderen Seite frei oder gegen den Zug einer
Feder (10) ausschwingt und dadurch die Auslösung eines Schalters bewirkt.