AT111246B - Verfahren, saure Gruppen enthaltende organische Farbstoffe in Wasser unlöslich und in organischen Lösungsmitteln löslich zu machen. - Google Patents

Verfahren, saure Gruppen enthaltende organische Farbstoffe in Wasser unlöslich und in organischen Lösungsmitteln löslich zu machen.

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    Verfahren, saure Gruppen enthaltende organische Farbstoffe in Wasser unlöslich und in organischen Lösungsmitteln löslich zu machen.   



   Es wurde gefunden, dass sich Farbstoffe, welche eine oder mehrere saure Gruppen enthalten, in   wasserunlösliche   bzw. schwerlösliche Farbkörper, die aber anderseits in organischen Lösungsmitteln löslich sind, überführen lassen, wenn man sie in die Salze organischer Basen verwandelt. Erhalten werden solche Salze, indem man entweder die freien Farbstoffsäuren mit den freien Basen in Reaktion bringt oder aber indem man die Salze der Farbstoffe mit den Salzen der organischen Basen zur doppelten   Um-   setzung bringt, am besten in wässriger Lösung. Die Umsetzung tritt bei gewöhnlicher oder mässig   erhöhter   Temperatur ein. 



   Als Farbstoffe können Vertreter aller Farbstoffklassen verwendet werden, sofern sie eine oder mehrere saure Gruppen, wie die   Sulfo-oder Carboxylgruppen   oder beide, enthalten, wie z. B. Echtsäureviolett B (Schulz, sechste Auflage Nr. 580),   Methyblkaliblau   MLB (Schulz, sechste Auflage, Nr. 535), die sauren Farbstoffe der Anthrachinonreihe wie   1-Amino-4-anilidoanthrachinon-2-sulfosäure,     1-Amino-   
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   amino-5-0xynaphthalin-7-sulfosaurem   Natrium, Dianilblau B extra (Schulz, sechste Auflage, Nr. 380),   Chlorphenybzomethyl phen ylpyràzolonsulfosa ures   Natrium. 



   Als organische Basen kommen solche in Betracht, welche eine zur Bildung eines stabilen, nicht mehr oder schwer hydrolysierbaren Salzes hinreichende   Basizität   besitzen, so z. B. Cylohexylamin, Dicy-   clohe, xylamin, Diaethyl-p-naphtylaniin, Tetramethylphenylendiamine, Aethylen-o-phenylendiamin,   Aethenyl-o-phenylendiamin, hydriertes   Methyläthylchinolin,   Guanidine usw. und deren Derivate. Auf eine saure Gruppe wird 1 Molekül der Base oder nur ein geringes mehr verwendet. 



   Die nach diesem Verfahren erhaltenen Produkte sind infolge ihrer Wasserunlöslichket und ihrer   Löslichkeit in organischen   Lösungsmitteln, wie sie zur Lackfabrikation dienen, sowohl als Pigmentfarben, wie als Lackfarben verwendbar. 



   Beispiele. 



   1. 42 Gewichtsteile 1-Amino-4-anilidoanthrachinonsulfosaures Natrium werden in 1000 Teilen Wasser gelöst und bei etwa   400 C   mit einer Lösung von   18'5   Gewichtsteilen Dicyclohexylamin in der berechneten Menge verdünnter Salzsäure gefällt. Der abgeschiedene Farbstoff wird abgesaugt, gewaschen, getrocknet. Er bildet ein blaues Pulver, dessen fast farblose Lösung in konzentrierter Schwefelsäure auf Zusatz von Formaldehyd grün, auf Zusatz von Borsäure in der Wärme blau wird. Der Körper ist unlös- 
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   An Stelle des Dicyclohexylamins können zur Erzielung ganz gleichartiger Farbkörper andere Basen verwendet werden, z. B. Homologe des Aethylendiamins,   Cyclohexylamin, Hexamethylentetramin,   Aethenyl-2.   3-naphtalendiamin   und Aethenyl-o-phenylendiamin, Aethylen-o-phenylendiamin, Guanidine, Chinolin, hydriertes   Methyläthylchinolin,   a-Naphylamin und sein N-diäthylderivat, 4-Aminometyl- 1.2-Naphtimidazol u. a. m. 



   An Stelle von 42 Teilen   1-Amino-4-anilidoanthrachinon-sulfosaurem   Natrium können auch 40 Teile   1-Amino-4-butyh, mino- oder   48 Teile 1-Amino-4-p-Acetaminoanilido-anthrachinonsulfosaures Natrium verwendet werden, um zu Farbstoffen ganz ähnlicher Art zu gelangen. 



   2. Löst man 66 Teile 1.4-Ditoluido-5. 8-dioxyanthrachinon-disulfosaures Natrium in möglichst wenig Wasser, etwa derlOfachenMenge und fällt diese Lösung mit einer Lösung von 37bis 38 Teilen Dieyelohexylimin in der berechneten Menge verdünnter Salzsäure bei etwa 20  C, so erhält man einen grünen Niederschlag, der abgesaugt und getrocknet wird. Das grüne Pulver löst sich in konzentrierter Schwefelsäure mit grüner Farbe, die sich auf Zusatz von   Borsäure oder   Formaldehyd nur unwesentlich ändert. 



  In den in Beispiel 1 angeführten Lösungsmitteln ist er mit grüner Farbe löslich. 



   3. Nimmt man an Stelle des 1. 4-Ditoluido-5. 8-dioxyanthrachinondisulfosauren Natriums des Beispiels 2 die gleiche Menge 1. 5-Di-p-toluidoanthrachinondisulfosaures Natrium, so wird ein violettes Pulver erhalten. Dessen fast farblose Lösung in konzentrierter Schwefelsäure wird auf Zusatz von Formaldehyd blau. Der Farbkörper löst sich in Sprit, Azeton, Cyclohexanol, Benzol violettrot, in Benzylalkohol violett. 



   4. Einen ähnlichen Farbstoff erhält man, wenn an Stelle von 66 Gewichtsteilen des 1. 5-di-p-toluido-   anthrachinondisuUosauremNatriumsetwa 35 Gewichtsteile   1. 4-diaminoanthrachinonsulfosauren Natriums verwendet werden und die Hälfte, also 19 Gewichtsteile Dicyclohexylamin angewendet werden. 

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   Das erhaltene violette Pulver löst sich in konzentrierter Schwefelsäure mit   gelbbrauner Farbe,   auf Zusatz von Formaldehyd blau, in Benzylalkohol und Cyelohexanol violettblau, in Azeton violett und ist in Sprit schwer löslich mit violetter Farbe. 



   5.11 Gewichtsteile etwa 70% igen Farbstoffs aus diazotiertem p-Aminoazobenzol und 2. 8-Naphtolsulfosaures Natrium werden in wässriger Lösung bzw. Suspension mit einer Lösung von 4 Gewichtsteilen 
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 gewaschen und getrocknet. Der leuchtendrote Farbkörper ist in kaltem Wasser   unlöslich,     löslich   in konzentrierter Schwefelsäure mit violetter Farbe, in organischen Lösungsmitteln mit gelbroter Farbe, die in dünnen Schichten blaustichig rot erscheint. 



   6.22 Gewichtsteile des Farbstoffes aus diazotiertem p-Amino-azotoluol und   1-Naphtol-3.   6-disulfosaurem Natrium werden in etwa 800 Teilen Wasser mit einer Lösung von 15 bis 16 Gewichtsteilen   Dicyelo-   hexylamin in der berechneten Menge verdünnter   Salzsäure   versetzt. Der flockig ausfallende Niederschlag wird abgesaugt und getrocknet. Das erhaltene Pulver löst sich in konzentrierter   Schwefelsäure   diehroitisch blauviolett ; bei   Verdünnung   mit Wasser verschwindet der   Diehroismus   und die Lösung ist blau, ein weiteres Verdünnen verursacht braune Fällung ; in Azeton, Benzylalkohol,   Cyclohexanol löst   sich das Pulver gelb, rot in dünnen Schichten blaustichigrot. 



   7.   25 Teile Ponceau 5 R (Schulz, sechste Auflage,   Nr. 228)   werden in wässriger Lösung bei 10-20  C   mit einer Lösung von 26 Teilen Dieyelohexylamin in der berechneten Menge verdünnter Säure gefällt. 



  Der flockig ausgefallene Niederschlag wird abgesaugt und vorsichtig getroeknet. Das erhaltene Pulver löst sich in konzentrierter Schwefelsäure violettrot und wird beim Verdünnen mit Wasser blau ; in Azeton und   Cyclohexanol löst sich   das Pulver gelbrot, in dünner Schicht   blaustichigrot,   in   Benzylalkohol löst   es sich rot, in dünner Schicht blaustichigrot. 



   8.45 Gewichtsteile p-2.   4-Dinitrophenylaminodiphenylamin-o-sulfosaures   Natrium werden mit einer Lösung von 20 Teilen Dicyelohexylamin in der berechneten Menge verdünnter Säure vereint. Der entstandene Niederschlag wird abgesaugt und getrocknet. Das erhaltene Pulver löst sich in konzentrierter Schwefelsäure gelb, bei Zusatz von Formaldehyd mit schwach violetter Farbe, in Azeton, Benzylalkohol. und Cyelohexanol mit braungelber Farbe, in Benzol gelb und in Sprit ist es   schwerlöslich   mit gelber Farbe. 



   9. 62 Gewichtsteile p-Nitrophenyhzosalicylsaures Natrium werden in etwa 2000 Teilen Wasser gelöst und bei 20  C mit etwa 35 Gewichtsteilen   Chinolinchlorhydrat,   in Wasser gelöst, versetzt. Der gelbe Niederschlag wird abgenutscht und getrocknet. Das organgegelbe Pulver ist in konzentrierter
Schwefelsäure, in Azeton und Benzylalkohol mit rotgelber, in Sprit und Benzol mit gelber Farbe löslich. 



   10.20 Gewichtsteile Echtsäureviolett B (Schulz, sechste Auflage, Nr. 580) werden in wässriger Lösung mit einer Lösung von 10 Gewichtsteilen (etwa 2 Mol)   Aethenylphenyldian, in   
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 die in der berechneten Menge verdünnter Salzsäure gelöst sind, vereint, der Niederschlag abgesaugt und getrocknet. Er bildet ein dunkelviolettes, in Wasser fast unlösliches Pulver, welches in Sprit rotviolett, in Benzylalkohol blauviolett löslich ist. Die Lösung in konzentrierter Schwefelsäure ist gelbstichig rot und wird auf Zusatz von Formaldehyd   langsam bla, ustichigrot.   



   In den Beispielen 2-9 können die in ihnen verwendeten Basen, ohne dass die Eigenschaften der sich bildenden Farbstoffe wesentliche Verschiedenheiten zeigen, durch die in Beispiel 1 angeführten Basen ersetzt werden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren, saure Gruppen enthaltende organische Farbstoffe in Wasser unlöslich und in orga- 
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 nischen Basen behandelt, die eine zur Bildung eines stabilen Salzes hinreichende Basizität besitzen.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Patentanspruch l, dadurch gekennzeichnet, dss man die Salze der Farbstoffsäuren mit Salzen der organischen Basen zur Umsetzung bringt.
AT111246D 1926-09-11 1927-09-12 Verfahren, saure Gruppen enthaltende organische Farbstoffe in Wasser unlöslich und in organischen Lösungsmitteln löslich zu machen. AT111246B (de)

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