AT111549B - Verfahren zur Herstellung von wasserfreien und oxydfreien Chloriden. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von wasserfreien und oxydfreien Chloriden.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von wasserfreien und oxydfreien Chloriden. 



   Verschiedene bekannte Verfahren zur Herstellung von wasserfreiem   Chlormagnesium   gehen davon aus, dass man Magnesia der Einwirkung von HCl-Gas, oder dass man Gemische von Magnesia, mit reduzierenden Stoffen, wie hauptsächlich Kohle, der Einwirkung von Chlor bei erhöhter Temperatur unterwirft. Bei diesen Verfahren bildet der Umstand eine   Schwierigkeit, dass   die Behandlung einer Magnesia enthaltenden, zusammenhängenden Schmelze, z. B. in einem Tiegel, mit HCl-Gas oder mit Chlor nicht mit dem gewünschten Grade der Umsetzung verläuft, weil die Schmelze während des Durchstreiehens des Gasstromes zu wenig Gas löst und zur Umsetzung mit der Magnesia bringt.

   Man hat daher schon vorgeschlagen, die Umsetzung unter Temperaturbedingungen   durchzuführen,   bei denen die entstehenden   MgO- ¯MgCI2- Mischungen   bzw. MgO-Kohle-MgCl2-Mischungen dauernd angeschmolzen bleiben : die Umsetzung kann auf diese Weise allerdings nahezu quantitativ durchgeführt werden ; die   Umsetzung   der letzten Mengen MgO nimmt jedoch bei einem derartigen Verfahren, bei dem jede Erhöhung der Temperatur über Sinter-oder Schmelztemperatur des   MgCI2-MgO-Gemisches   vermieden werden muss, eine viel zu lange Zeit in Anspruch. 



   Es ist nun gefunden worden, dass man auf einfache Weise die erheblichen Vorteile der höheren Temperatur beim Arbeiten mit dem geschmolzenen MgO-MgCL-Gemisch sieh zunutze machen kann, nämlich auf dem Wege der   Oberflächenvergrösserung   der Schmelze. Die in der Nähe des Schmelzpunktes ziemlich   dickflüssigen Mischungen   von wasserfreiem   Mogul2   (oder   Karnallit   oder anderen   MgCL-haltigen   Schmelzen) mit   mässigen   MgO-Gehalten bilden, wie gefunden wurde, bei steigender Temperatur hinreichend   dünnflüssige   Aufschlämmungen, so dass sie zur Berieselung eines mit Füllkörpern ausgesetzten   Rieselturmes mit Erfolg angewendet werden können.

   Sie bleiben es auch dann noch, wenn (statt HCl-Gas,   Phosgen oder dessen Bildungsgemiseh) zur Chloridbildung Chlor verwendet werden soll und infolgedessen der Magnesia noch die wenigstens äquivalente Menge Kohlenstoff in irgend einer   reaktionsfähigen   Form (wie Eokspulver, Holzkohlepulver usw.) beigemischt werden muss. 



   Gemäss der Erfindung lässt man die vorbereitete Schmelze über einen Rieselturm laufen, der z. B. mit gekörntem Koks ausgesetzt ist. Der Rieselturm kann durch   Aussenheizung   Wärme zugeführt erhalten, soweit die Wärmeverluste durch die Wärmetönung der Chlorierung nicht gedeckt werden ; zweckmässiger 
 EMI1.1 
   Schmelze,   die durch die Verteilung im Turm eine sehr stark vergrösserte Oberfläche erhält, strömt das unten eingeführte, aufsteigende Reaktionsgas entgegen : als Reaktionsgas oder chloridbildendes Mittel kommen in gleicher Weise in Betracht :

     HCl-Gas,   Chlor oder die   Wirkung   von Chlor und Kohle vereinigende Mittel. wie Phosgen oder dessen Bildungsgemische. 
 EMI1.2 
 eignet. lediglich die Entwässerung von bei erhöhter Temperatur der Zersetzung unter   Abspaltung von   Salzsäure und Oxydbildung unterliegenden Chloriden vom Typus des MgCl2 vorzunchmen, da auch das etwa intermediär sich bildende Oxyd unter den Bedingungen des Verfahrens in wasserfreies Chlorid 
 EMI1.3 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 Wassergehalt auch einen Teil des Wassers, welcher ohne Hydrolyse des Chlorids sich abspalten lässt, durch   einfaches Erhitzen nach bekannter Methode vorher entfernen und dann die vorentwässerten Chloride   nach dem vorliegenden Verfahren gänzlich entwässern.

   Die der herabfliessenden Schmelze der Salze entgegenströmenden Gase, wie Chlor oder Salzsäuregas, können dabei im Kreislauf unter Einschaltung eines der Wasserentfernung dienenden Mittels geführt werden. 



   Die in den einzelnen Fällen anzuwendenden Schichthöhen des Rieselturmes und die einzuhaltenden Temperaturen ergeben sich leicht durch Ausprobieren, auf Grund der Forderung, dass ein wasser-und oxydfreies geschmolzenes Enderzeugnis aus dem Rieselturm abtropfen soll. 



   Die Verwendung von Rieseltürmen ist für die Herstellung von Chloriden aus   oxydisehen   Verbindungen durch Einwirkung von Salzsäuregasen bereits vorgeschlagen worden, doch hat es sich hier stets um wässerige Lösungen bzw. Schmelzen von Hydraten gehandelt, wobei Arbeitstemperaturen von   höchstens   etwa 100  C in Frage kommen. Rieseltürme gemäss Erfindung bei Temperaturen um beginnende Rotglut und darüber zu betreiben, wie sie zur Erzeugung von wasserfreien, geschmolzenen Chloriden erforderlich sind, war bisher nicht bekannt. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von wasserfreien und oxydfreien Chloriden aus den entsprechenden Oxyden oder entsprechenden oxydhaltigen Stoffen einerseits, und gasförmigen,   chloridbildenden   Mitteln, wie HCl, Phosgen oder dessen Bildungsgemisch anderseits, unter Anwendung der Oxyde oder oxydhaitigen Stoffe in Form einer Suspension in geschmolzenem Chlorid oder in geschmolzenen Gemischen mit anderen Chloriden, dadurch gekennzeichnet, dass man die Schmelze in einem beheizten Rieselturm einem aufsteigenden Strom des gasförmigen, chloridbildenden Mittels entgegen herabfliessen lässt.

Claims (1)

  1. 2. Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Ausgangsstoffe EMI2.1 wässern durch Erhitzen einer Zersetzung in Oxyd und Salzsäure unterliegen.
    3. Ausführungsweise des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass man bei Verwendung von Chlor als chloridbildendem Mittel der Schmelze, welche das Oxyd von vornherein, oder durch Zersetzung eines oxydbildenden Chlorids enthält, in an sich bekannter Weise Kohlenstoff in einer reaktionsfähigen Form beimengt.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die z. B. aus Koks geeigneter Körnung bestehenden Füllkörper des Rieselturmes als Widerstand einer elektrischen Heizung dienen.
AT111549D 1926-05-29 1927-03-23 Verfahren zur Herstellung von wasserfreien und oxydfreien Chloriden. AT111549B (de)

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