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Verfahren zur Herstellung von Bildtonfilmen.
Es ist bekannt, Bildtonfilme in der Weise herzustellen, dass zunächst Bild und Ton getrennt, wenn auch vorzugsweise gleichzeitig auf je einen Film aufgenommen und diese Negative dann zu einem Bildtonfilm vereinigt werden, indem sie etwa auf einen dritten Film nebeneinander kopiert werden. Bisher hat man für beide Negative dieselbe Filmart benutzt. Gemäss der Erfindung werden für beide Negative verschiedenartige Filme benutzt, um hiedurch jedes der beiden Filmnegative seinem besonderen Zweck anzupassen.
Wegen der kurzen Expositionsdauer jedes einzelnen Bildes eines Bildfilmes muss der Film mit einer rapid wirkenden Emulsion sensitiviert werden, damit die Bilder das erforderliche Detail zeigen. Ein solcher Film wird im Handel als"Negativfilm"bezeichnet ; er besitzt eine Emulsion mit verhältnismässig grobem Korn, wobei die Empfindlichkeit der Emulsion bis zu einem bestimmten Grade mit der Korngrösse variiert. Ein solcher"Negativfilm"oder grobkörniger Film arbeitet vollständig zufriedenstellend bei der Aufnahme von Bildern, dagegen, wie gefunden wurde, nicht bei der Tonaufzeichnung. Es macht sich nämlich bei Benutzung eines solchen Filmes bei der Tonwiedergabe ein bestimmtes Geräusch, das sogenannte Korngeräusch, störend bemerkbar, u. zw. besonders dann, wenn als Filmnegativ ein panchromatischer Film benutzt wird.
Es wurde nun gefunden, dass das Korngeräusch in weitem Masse verringert oder sogar ganz beseitigt wird, wenn für die Tonaufzeichnung ein verhältnismässig wenig empfindlicher, feinkörniger Film benutzt wird. Für die Tonaufzeichnung ist die Geschwindigkeitscharakteristik des Films nicht von so wesentlicher Bedeutung, da eine genügend starke Lichtquelle vorgesehen werden kann, um die richtige Exposition des Films zu erreichen. Ein etwas weniger empfindlicher, verhältnismässig feinkörniger Film, wie der eben erwähnte, wird im Handel als"Positivfilm"bezeichnet. Es ist dies diejenige Filmart, auf welche die Bildnegative kopiert werden, um die Positive für die Wiedergabe zu erhalten.
Gemäss der Erfindung wird somit für die Bildaufnahme ein schnellwirkender, verhältnismässig grobkörniger Negativfilm"und für die Tonaufzeichnung ein weniger schnell wirkender, verhältnismässig feinkörniger Positivfilm"benutzt. Die beiden Aufzeichnungen werden dann vereinigt. Dies kann in verschiedener Weise geschehen. Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel geschieht dies in der Weise, dass die beiden Aufzeichnungen auf einen gemeinsamen, feinkörnigen "Positiv- film"in der für die synchrone Wiedergabe erforderlichen gegenseitigen Lage kopiert werden.
In der Zeichnung veranschaulicht Fig. 1 das Kopieren des Bildfilmes und Fig. 2 das Kopieren des Tonfilmes.
In Fig. 1 bezeichnet 3 den Negativbildfilm, der nach seiner Entwicklung die aufeinanderfolgenden Bilder 14 aufweist. Er wird über eine Walze oder ein Sprossenrad 15 geführt und dann abwärts zwischen zwei weiteren Walzen oder Sprossenrädern 16 und 17. Es sei nun angenommen, dass die Tonaufzeichnung längs einer Seite des Filmes unmittelbar auf der Innenseite der zur Fortbewegung durch die Sprossenräder dienenden Löcher erfolgte. In diesem Falle wird beim Kopieren der aufgenommenen Bilder noch ein zweiter Film 18 beigefügt, der als eine Art Vignette dient. Dieser Film 18 ist ähnlich dem Film 3, aber durchsichtig, ausgenommen einen schmalen undurchsichtigen Streifen 19 nahe dem Rande, der in seiner Breite und Lage der Tonaufzeichnung auf dem Tonbild 6 (s. Fig. 2) entspricht.
Der Film 18 ist durch das Sprossenrad 17 und dann abwärts in Berührung mit dem Film : ; gefÜhrt. Der dritte Film 2 auf welchen die Bilder und später auch die Tonaufxeichnung kopiert werden sollen, ist über das Sprossen"
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rad 16 und dann abwärts in Berührung mit dem Film 3 geführt. Dieser Film 22 ist ebenso wie der Ton- film 6 ein "Positivfilm" mit verhältnismässig feinem Korn und nicht so schnell kopierend wie der ursprüng- liche Bildfilm 3.
Während die drei Filme von den Sprossenrädern 16 und 17 aus abwärts geführt werden, wird vom Bildfilm auf dem Film 22 in bekannter Weise ein Kontaktdruck hergestellt, wobei die Filme während des Durchtritts durch das von der Lichtquelle 23 ausgehende Lichtbüschel durch in der Zeichnung nicht dargestellte Mittel in inniger Berührung gehalten werden. Während die Bilder 14 auf den Film 22 kopiert werden, bewirkt der undurchlässige Streifen 19 des Filmes 18, dass auf den Film 22, dort wo er gegen das Licht geschützt war, ein unexponierter Streifen 24 bleibt. Die kopierten Bilder 25 und der unexponierte Streifen 24 sind selbstverständlich auf dem Film 22 vor seiner Entwicklung nicht sichtbar, sie sind aber gleichwohl des besseren Verständnisses wegen in der Zeichnung eingezeichnet.
Nachdem der Film 22 zwecks kopierens der Bilder 25 exponiert worden ist, ist er nun zum kopieren der Tonaufzeichnung bereit. Zu diesem Zwecke dient die in Fig. 2 schematisch dargestellte Einrichtung, die derjenigen der Fig. 1 ähnlich ist. In dieser läuft der Tonfilm 6, auf welchem sich die Tonaufzeichnung 28 innerhalb eines schmalen Streifens befindet, während der übrige Teil durchsichtig ist, über die Walze oder das Sprossenrad 29 und dann abwärts in Berührung mit dem Film 22, der über die Walze oder das
Sprossenrad 30 läuft und auf welchem die Bilder bereits kopiert sind. Um den Bildteil des Filmes 22 gegen das Licht der Lichtquelle 31 während des Kopierens der Tonaufzeichnung zu schützen, wird ein
Abdeckfilm 32 über die Rolle 33 und dann in Berührung mit dem Film 6 abwärts geführt.
Bei Film 32 ist der mittlere oder Bildteil undurchsichtig, während der der Tonaufzeichnung 28 des Filmes 22 ent- sprechend Randteil durchsichtig ist. Daher wird, während die drei Filme 22,6 und 32 durch das Licht- büschel der Lichtquelle 31 hindurchgehen, die Tonaufzeichnung auf den Rand des Filmes 22 kopiert.
Der Film 22 ist dann nach der Entwicklung fertig, um in einem geeigneten Bildton-Wiedergabeapparat benutzt zu werden. Da jeder Teil des Filmes nacheinander durch die Bild-und die Tonwiedergabe- einrichtung hindurchläuft, sollen die einander entsprechenden Teile der Bild-und Tonaufzeichnungen auf dem gemeinsamen Film, wie bekannt ist, mit entsprechender Versetzung gedruckt werden. Das
Mass der Versetzung hängt von der Länge der Filmschleife zwischen beiden Einrichtungen ab. Ebenso können in bekannter Weise an den Negativen Zeichen vorgesehen sein, um sie während des Druckes in die richtige Lage zueinander bringen zu können, um den Synchronismus von Bild und Ton herzustellen.
Solche Zeichen können bekanntlich in Blindstellen an den Filmen bestehen. Es kann natürlich auf den
Film 22 zuerst die Bild-oder zuerst die Tonaufzeichnung gedruckt werden, und es kann auch statt zweier getrennter Kopiervorrichtungen eine einzige Kopiervorrichtung benutzt werden, durch welche die einzelnen Filme so geleitet werden, dass bei einem einzigen Durchlauf der einzelnen Filme durch die
Vorrichtung beide Aufzeichnungen auf dem Positivfilm gemacht werden.