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Schrotwalzenstuhl mit mit LängsrHMn versehenen Walzen.
Die in der Getreidemüllerei gebräuchlichen Schrotwalzen sind mit Längsriffeln versehen, deren Richtung von derjenigen der Walzenaehse nur um weniges abweicht. Die Berührungslinie zweier Walzen eines Paares wird von diesen Riffeln bzw. von den dazugehörigen Tangenten, beim Weizenschroten unter
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geschnitten.
Weil die Riffeln auf beiden Walzen eines Paares gleichgerichtet sind, d. h. beide in der Richtung einer sehr steil ansteigenden Schraubenlinie mit Rechtsgewinde (seltener beide mit Linksgewinde) verlaufen, so kreuzen sich an der Arbeitsstelle die Riffeln eines Walzenpaares : beim Weizenschroten unter einem Winkel von 20 : = 12-17 ,
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Statt die Riffelsteigung in Winkelgraden auszudrucken, wird in der Praxis von einem Rechtsdrall (seltener Linksdrall) gesprochen und dieser in Prozenten, bezogen auf die Walzenlänge, ausgedruckt.
In diesem Sinne umgerechnet entspricht also der Weizensehrotwa'ze ein Drall von 11-15% und der Roggenschrotwalze ein Drall von 22-25%.
Diese Masse der Riffelsteigung sind, mit RÜcksicht auf den Reibungswinkel so gewählt, dass ein seitliches Ausweichen des Mahlgutes in wagrechter Richtung, entweder vollständig verhindert, oder nur in ganz geringem Masse zugelassen wird.
Weil sich nun die Umfangsgeschwindigkeiten der beiden Walzen eines Paares wie 1 : 2-1 : 3'5 verhalten, so beanspruchen die sich kreuzenden Riffelpaare, gemäss ihrer Geschwindigkeitsdifferenz das dazwischen liegende Mahlgutkörnchen auf Schub, wobei dieses durchgeschnitten wird. Je weniger diese reine Scherwirkung durch quetschende und zerreibende Einflüsse gestört wird, desto reiner und glatter fallen die Schnittflächen am Korn aus. Es entstehen in diesem Falle viel scharfkantige Teilstücke, sogenannte Griesse, auf deren reichliches Vorhandensein beim Weizenschroten so grosser Wert gelegt wird.
Wünscht man hingegen, wie dieses beim Roggensehroten der Fall ist, mehr Sehrotmehl statt Griesse, dann hat man es an der Hand, durch entsprechend stumpfere Schnittwinkel im Riffelquerschnitt, durch grössere Pressung zwischen den Walzen, durch feinere Riffelung usw. der Reibung mehr Geltung zu verschaffen und die oben erwähnte Schnittwirkung abzuschwächen.
Nach dem vorher Gesagten beruht also die Schnittwirkung der Riffeln eines Walzenpaares nicht darauf, dass die Riffelkanten senkrecht zur Mantelfläche der Walze durch das Korn hindurchgedrückt werden, also nicht auf Stanzwirkung, sondern darauf, dass die rasehlaufende Riffel an der langsam laufenden vorbeiläuft und das dazwischenliegende Korn durchsehert. Eine Stanzwirkung könnte ja nur bei gleicher Umfangsgeschwindigkeit beider Walzen und bei entsprechend hoher Pressung entstehen.
Dies hat sich jedoch beim Getreidesehroten nicht bewährt.
Immerhin ist für die Richtung, in der der Schnitt durch das l\1ahlgutkorn erfolgt, die Richtung der Riffel von wesentlichem Einfluss. Denn kurz vor dem eigentlichen Schnitt, also in dem Augenblick, in dem sich der Abstand zwischen den gewölbten Mantelflächen der Walzen soweit vermindert hat, dass er soeben ein wenig unter dasjenige Mass zu sinken beginnt, das der Korndicke entspricht, drücken sich die Riffelkanten etwas in das Korn ein und bestimmen dadurch schon die Richtung. in der im nächsten Augenblick die Durchseherung erfolgt.
Wird also eine Walze gleichzeitig mit Längsriffeln von zweierlei Drall (Rechts-und Linksdrall) versehen, bei denen die Riffelriehtung von der Seite der zylindrischen Mantelfläche nur um weniges
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die zur Walzenachse parallel verlaufen, dann ist der Richtungsuntersehied zweier auf einer Walze angebrachten Riffelgruppen immer noch so gerhig, dass die Schnittwirkung der einen Gruppe mit derjenigen der andern, hinsichtlich ihrer Richtung nahezu zusammenfällt. Dieser Fall ist in Fig. 3 dargestellt, in der die schraffierte Fläche die Schnittfläche durch ein vergrössertes Getreidekorn und die Linie b bzw. c den Rechts-bzw. Linksdrall bedeutet. Ausserdem üben die axialen Riffeln auch noch eine hackende und stossende Wirkung aus, die eben nur durch schräge Riffeln vermieden werden kann.
Wird jedoch den beiden Riffelgruppen ein grösserer Drall gegeben, dann werden die Kreuzungwinkel der raschlaufenden Riffeln mit den langsam laufenden so unzulässig gross, dass sie den Reibungswinkel überschreiten, wodurch die Schnittwirkung unmöglich wird.
Es hat sich, aus den abgeführten Gründen, keine einzige der besprochenen bekannten Riffelungsarten in der Praxis bewährt. Versieht man aber Schrotwalzen ausser den Längsriffeln noch mit Quer- riffeln so dass die Walzenoberfläche Einschnitte, besser gesagt zahnartige Erhöhungen, erhält, und liegen dabei die Längsriffeln parallel zur Walzenachse, während die Querriffeln in einer zu dieser Achse senkrechten Ebene liegen, so kann dadurch eine Verstärkung der Schnittwirkung nicht erreicht werden, denn die Querriffeln beider Walzen kreuzen sich gegenseitig nicht. Sie könnten höchstens nur eine stanzende Wirkung ausüben, die aber beim Getreidesehroten ausscheidet. Diese Querriffeln bleiben demnach für die Zerkleinerungsarbeit wirkungslos.
Deshalb nahen sich auch derartig geriffelte Walzen nicht eingeführt.
Gemäss der vorliegenden Erfindung erhalten die Schrotwalzen schraubenlinienförmige Querriffeln mit geringer Steigung, so dass diese nahezu senkrecht zur Richtung der üblichen Längsriffe] n stehen.
Diese Queniffeln fasssen das Mahlgutkörnchen dementsprechend auch in einer ganz andern Richtung an und zerschneiden es infolge ihrer scherenartigen Kreuzung, also auch in einer ganz andern Richtung, als dies durch die üblichen Längsriffeln geschieht, ohne dass dabei die erwähnten Nachteile des Schlüpfen oder Ausweichens auftreten, weil ja ihr Kreuzungswinkel kleiner als der Reibungswinkel ist.
Das wesentliche Merkmal der Erfindung ist demnach darin zu erblicken, dass beide Walzen eines Paares auch noch mit schraubenlinienförmigen Querriffeln versehen sind, die selbstverständlich so grob sein müssen, wie es das grobe Mahlgut der Schrotung erfordert, deren Steigung ferner so gering it und deren Richtungen an der Arbeitsstelle eines Walzenpaares gegeneinander so versetzt sind, dass ihre scherenartige Kreuzung eine, von den Längsriffeln unabhängige, zweite Schnittwirkung erzeugt, die jedoch in wesentlich anderer Richtung auftritt als bei den Längsriffeln.
Während also bei den bekannten Walzenstiihlen mit zwei Riffelsystemen keine reine Scherenwirkung auf das volle Getreidekorn bzw. das erste oder zweite Schrot eintritt, ist diese Wirkung beim Anmeldungsgegenstand infolge der Wahl der Steigung und infolge des Umstandes gesichert, dass auf beiden Walzen die Steigungen von vorn gesehen in gleicher Richtung verlaufen, so dass während der Arbeit die eine Walze das Gut in der einen Richtung, die andere es in der entgegengesetzten Richtung fördert, wodurch das Gut zwischen den, übrigens sich nicht eng berührenden und daher kühl arbeitenden Walzen hin-und hergeschoben und dabei zerschnitten wird.
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erfordert.
Auf der Zeichnung ist in Fig. 4 eine Sebrotwalze nach der vorliegenden Erfindung dargestellt.Die Feinlinien a stellen hiebei nicht selbst die Einschnitte dar, sondern zwischen zwei Linien liegt die Erhöhung bzw. Unterbrechung der Walze, so dass grobe Riffeln, z. B. zwei bis acht Riffel pro Zentimeter Länge entstehen, wie dieses aus Fig. 5 ersichtlich, in welcher die Erhöhungen schwarz ausgezogen sind.
Der Erfindungsgegenstand bietet beim Getreideschroten den grossen Vorteil, dass das Mahlgut bei einmaliger Sehrotung annähernd in ebensoviel Teile zerlegt wird, wie es sonst mit den Längsriffeln allein erst bei zweimaliger Schrotung erreicht werden kann.